Beziehungs-Fallen

Beziehungs-Fallen

Eltern, die ihrem Kind kein Urvertrauen gaben, sondern es in einer ständigen Spannung der Doppelbedeutungen, Unsicherheiten und Unwägbarkeiten hielten. Ich bin kein Kind mehr, ich weiß. Ich bin erwachsen. Und doch bleibt der Zwang, das Muster. Hierzu später mehr von Bateson, double bin, und von Robert D. Laing: Das geteilte Selbst. Das Pendel-Ich. - - - Er befreundet sich mit Leuten, die er nicht wirklich mag. Er ist kühl gegen Leute, die er wirklich gern zu Freunden haben würde. Die Rolle, die er spielt, ist niemals ganz die seine. Er bemüht sich auch dann zu lachen, wenn er einen Witz nicht für komisch hält. Er spielt mit den anderen ein kompliziertes Spiel der Täuschung und der Zweideutigkeiten. Sein soziales Selbst wird als falsch und leer empfunden. Er lenkt dauernd die Aufmerksamkeit auf sich und lenkt zur gleichen Zeit die Aufmerksamkeit von seinem Selbst ab. Sein Verhalten ist zwanghaft. Seine Sehnsucht ist es, gekannt zu werden. Aber das ist es auch, was er am meisten fürchtet. "Ich bin nur das, für das andere Leute mich halten" [als Kind für die Eltern ein Kind, das für sie eigentlich nicht wichtig war. Es kam nicht auf das Kind an, weder positiv, noch negativ]. (Ronald D. Laing) Truman Capote bei Karen Blixen - - "Ich beurteile einen Menschen immer danach, was er von King Lear hält." - - Von den Nazis, die sie kennenlernte, sagte sie: Sie waren eine so maskuline Gesellschaft, daß es sie überhaupt nicht interessierte, was eine Frau dachte. - -Beim Abschied bekommt der Besucher vielleicht ein Erinnerungsbuch, mit der Widmung »Je responderay - Karen Blixen«. "Je responderay", erklärt sie in der Tür, während sie die Wange zum Abschiedskuß hinhält, "ICH GEBE ANTWORT - ein wunderschönes Motto. Ich habe es der Familie Finch-Hatton entliehen. Ich liebe es, weil ich glaube, daß jeder von uns eine Antwort in sich trägt." Menschen mit nervöser Energie, mit einem erhöhten Aufmerksamkeits-Pegel, einem zugespitztem Wachheitszustand, einem starken Erregungs-level (to arouse: Startbereitschaft, Sprung in die Aktivität): - - sie werden, da sie ja mehr und alles früher sehen, als andere, leicht »benutzt«. Truman Capote: Ich glaube, alle Künstler sind Kälber mit zwei Köpfen. Künstler zu sein, trennt einen von den üblichen Dingen. Die Sinne arbeiten mit einem rascheren, Licht-empfindlicheren Wimpernschlag als bei den meisten Menschen. Die meisten Menschen haben, sagen wir, zehn Wahrnehmungen pro Minute, während ein Künstler vielleicht sechzig oder siebzig Wahrnehmungen hat. Das Rauch-Verbot in Kneipen und andere neue Strömungen bringt mich auf die Frage, ob Menschen, die rauchen, trinken, Drogen nehmen gerade oft solche Personen sind, die besonders lebens-stark, tief-strukturiert, erlebnis-offen (komplex, interessiert und interessant) sind, während manche, die fasten und joggen und sich alles verkneifen, herzlich dröge und einfallslos, eher zu jenen Leuten gehören, die wir nie zuhause nach uns einladen würden. Ich bewundere Wassernixe (Zwischenmeldung) in ihrer offenen, mutigen Art.