"Übertriebene Härte" von Alexander Brandt Die seltsame Performance der Mannheimer Adler „Mein Gott, wie tief wollen die eigentlich noch sinken?“ Das war mein spontaner Gedanke als ich las, dass die Mannheimer Adler Chris Hamilton verpflichtet haben. Nichts gegen Hamilton, der versprüht überall gute Laune und muss nur aufpassen, dass er nicht aus Versehen die falsche Team-Jacke aus dem Schrank nimmt. Aber was macht der eigentlich genau? Greg Poss: „Er ist kein Psychologe, kein Mentaltrainer, kein Motivator – er ist ein Performance-Trainer.“ Ach so, aha, na jetzt ist doch alles klar! Performance bedeutet Aufführung oder Darstellung. Hamilton soll den Adlern also beibringen, wie man sich ordentlich aufführt, bzw. richtig darstellt. Das ergibt einen Sinn. Er soll das übrigens nicht nur den Spielern beibringen, auch den Trainern, das steht ausdrücklich so in der Presseerklärung der Adler. Vielleicht hätte man aber auch das Management einbeziehen sollen, denn dessen Darstellung lässt doch etwas zu wünschen übrig. Zum Beispiel im Fall Robert Müller. Als der vor genau einem Jahr erkrankte, verpflichtete man sofort Adam Hauser, der just zu jenem Zeitpunkt gerade Spieler des Monats in der Deutschen Eishockey Liga war. Damit war klar, dass Robert Müller selbst im Falle einer vollständigen Genesung keine Zukunft in Mannheim als unumstrittene Nummer eins haben würde. Okay, Profisport ist nun einmal hart, das muss man so akzeptieren. Warum man allerdings den Konfliktherd mit in die neue Saison nahm und dann auch noch erklärte, man freue sich auf den Wettbewerb, erschließt sich mir nicht. Auch der Umgang mit dem Trainer ist mir nicht klar. Seit zwei Monaten erzählt man der Öffentlichkeit, dass man mit dem Trainer über eine Vertragsverlängerung redet. Und sie redeten und redeten. Während der D-Cup-Pause will man nun endlich klar Schiff machen und es gibt Indizien, dass der Vertrag mit Greg Poss schon im Sommer verlängert wurde. Sollte dies zutreffen, hätten die Adler ein Problem, dann hätten sie die Öffentlichkeit belogen und müssten das erklären. Und Greg Poss gegenüber wäre das auch nicht fair. Ein Trainer braucht die komplette Rückendeckung der sportlichen Leitung, um in Ruhe arbeiten zu können. Und die hat Poss nicht, siehe Deutschland Cup: Er sollte die USA coachen und wurde wieder zurückgepfiffen. „Er muss hier Brände löschen“, sagte Manager Marcus Kuhl. Eine öffentliche Demütigung für Poss. Da frage ich mich, was der in den vier Tagen löschen soll, nachdem es zuvor in acht Wochen nicht gelungen ist. Sollte man statt des Trainers nicht die Spieler unter Druck setzen, weil sie schließlich die Spiele verlieren? Doch die hat man entlastet, als man einen neuen Verteidiger verpflichtete. Keine gute Performance, liebe Adler. www.eishockeynews.de