Mannheimer Morgen "Strahlemann" macht Meister glücklich Eishockey: Zusammenarbeit der Adler mit Motivationstrainer Hamilton zahlt sich aus Von unserem Redaktionsmitglied Jan Kotulla Mannheim. Es weht ein frischer Wind bei den Mannheimer Adlern. Motivationstrainer Chris Hamilton fegte nach dem 5:4-Erfolg gegen den Tabellenführer Eisbären Berlin durch den Kabinenbereich und knuddelte die strahlenden Sieger. Seit Freitag arbeitet der "Strahlemann" mit dem Team von Trainerduo Greg Poss und Teal Fowler und prompt gewann der Titelverteidiger, erst gegen Augsburg, nun gegen den Hauptstadt-Klub. Es war das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison. Hamilton der Heilsbringer? So einfach ist es nicht. "Wir haben sehr gut trainiert, aber keine Punkte eingefahren, darunter hat unser Selbstvertrauen gelitten. Chris besitzt eine unglaublich gute Präsenz. Er ist ein positiver Mensch, der uns einfach in unserer Situation hilft", erklärt Poss die Herangehensweise des 53-Jährige, der unter anderem mit der österreichischen Nationalmannschaft zusammenarbeitet. "Seine Philosophie ist leicht zu verstehen: Wenn man denkt, man kann etwas, kann man es. Wer zweifelt, scheitert." Die Arbeit trägt erste Früchte. Vor nicht all zu langer Zeit wäre die Partie gegen die Eisbären höchstwahrscheinlich verloren gegangen. Das gab auch der Headcoach zu. "Damals haben uns Rückstände das Genick gebrochen. Jetzt hatten wir stets die richtige Antwort parat", verwies Poss darauf, dass Tomas Martinec, Eduard Lewandowski und René Corbet jeweils die Führungstreffer der Berliner egalisierten. Nachdem der wieder genesene Corbet vor dem Wochenende von 70 Prozent seiner Leistungsfähigkeit gesprochen hatte, meinte er nach dem 5:4: "Es dürften 78 Prozent sein. Ich habe gute Beine gehabt und die kurzen Einsatzzeiten sind mir entgegengekommen." Sein Kollege Rick Girard hatte für die zwischenzeitliche 3:2-Führung gesorgt und Ronny Arendt den viel umjubelten Siegtreffer in der 55. Minute erzielt. "Wir haben nach langer Zeit gut gespielt", freute sich auch Martinec. "Besonders mit einem Mann mehr auf dem Eis haben wir hart gearbeitet. Für mich war es schön, in Überzahl Eiszeit zu bekommen." Den Einfluss Hamiltons wollte der 31-Jährige, der mit Lewandowski toll harmonierte, nicht überbewerten. "Er erzählt uns Sachen. Jeder kann etwas davon für sich nutzen." Martinec bleibt aber ein Pragmatiker: "Am Wichtigsten sind die drei Punkte. Wir haben gezeigt, dass wir nichts verlernt haben. Wir müssen in der Pause weiter hart an uns arbeiten. Die Zweikämpfe sind das Entscheidende und Anstrengendste." Zeit zum Üben haben die Adler. Die Deutschland-Cup-Pause kommt gerade recht. "Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden wir sehr intensiv trainieren, am Freitag und Samstag hat die Mannschaft frei, um sich körperlich und mental zu regenerieren und zum Abschluss am Sonntag und Montag gibt es noch mal zwei Übungseinheiten mit sehr viel Tempo", blickt Poss auf die kommende Woche. Hamilton wird nicht da sein. Er hat anderweitige Aufgaben und musste am Sonntagabend dringend zum Zug. Bevor er davon eilte, schlug er schnell noch einmal zu - und drückte Torhüter Adam Hauser.