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Handwörterbuch von Bayerisch-Franken
Verlag Fränkischer Tag,
in Leinen gebunden, 640 Seiten
inkl. 32-seitiger farbiger Kartenteil,
jetzt zum neuen Preis: € 19,90
ISBN 978-3-936897-52-4
Nach langen Jahren der Vorbereitung und Befragung von unzähligen Mundartsprechern
in
allen drei fränkischen Regierungsbezirken ist es jetzt endlich soweit:
Mit Unterstützung des
Freistaats Bayern und der drei fränkischen Regierungsbezirke kann die
Bayerische Akademie
der Wissenschaften nun erstmals der breiten Öffentlichkeit ihre Ergebnisse
in der
fränkischen Mundartforschung im Handwörterbuch von Bayerisch-Franken zugänglich
machen.
Das
Projekt des "Ostfränkischen Wör-
terbuchs", aus dem das Handwörterbuch von
Bayerisch-Franken (kurz HWBF) direkt
hervorgeht, begann schon in den 20er Jahren
des letzten Jahrhunderts. Seitdem erlebte es
viele Höhen und Tiefen. Nach dem Zweiten
Weltkrieg etwa, war das Projekt stark
gefährdet und konnte erst 1962 konsequent
fortgeführt werden. Seit 1928 wurden
Fragebögen an Schulen und ehrenamtliche
Mitarbeiter versandt, welche die Mundart der
jeweiligen Gegend erfassen sollten.
Auch direkte Befragungen von Mundart-
sprechern durch Laien und Wissenschaftler
wurden in vielen Orten der heutigen
Fränkischen Regierungsbezirke durchgeführt
und archiviert. Dadurch konnte die korrekte
Aussprache von "typisch fränkischen" Wörtern
schriftlich festgehalten und analysiert werden.

Dabei wurden natürlich auch viele Begriffe für die Nachwelt bewahrt,
die heutzutage fast
nicht mehr verwendet werden oder ganz ausgestorben sind.
In Ober-, Mittel- und Unterfranken spricht man aber nicht ausschließlich
Fränkisch, denn Regierungsgrenzen sind meistens keine Dialektgrenzen.
Im HWBF sind somit auch die Gebiete erfasst, in denen man bairische, thüringische,
schwäbische und hessische Dialektformen spricht.
Die Artikel im HWBF führen unter dem jeweiligen Lemma erst die verschiedenen
lautlichen Realisierungen des Begriffes auf, anschließend wird die Bedeutung
des Wortes anhand von unterschiedlichen kurzen Belegen aus den diversen
Orten der drei Regierungsbezirke erläutert. Diese Belege können aber auch
Redensarten oder Lieder sein, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Zusätzlich
bieten viele Artikel auch interessante volkskundliche Informationen, welche
das jeweilige Lemma (z.B. Kirchweih/Kerwa) mit den verschiedenen lokalen
Traditionen erklären. Abschließend wird, wo nötig, die Etymologie des
erläuterten Wortes erklärt, was beim Leser zu einem Aha-Erlebnis führen
kann.
Am Ende des hochwertig verarbeitenden Buches gibt es einen farbigen Anhang
mit 32 Karten, die zeigen, wie die "Fußbank" in verschiedenen Teilen Frankens
genannt wird oder wie das "Brautpaar-Aufhalten" in den unterschiedlichen
Gegenden bezeichnet wird.
Das "Handwörterbuch von Bayerisch-Franken" ist ein gültiges, wissenschaftlich
fundiertes Werk zur Mundart in den drei fränkischen Regierungsbezirken
und ein Muss für jeden fränkischen Haushalt!

Das Handwörterbuch von Bayerisch-Franken ist vorrätig
in allen FT-Geschäftsstellen sowie im gut sortierten Buchhandel und direkt
zu beziehen über:
Fränkischer Tag,
Buchverlag,
Gutenbergstraße 1,
96050 Bamberg,
Bestell-Telefon (0951) 188-125,
Fax. 188-529

Warum heißt unser Wörterbuch
"Handwörterbuch von Bayerisch Franken" ?
Zu unserer Freude hat das Wörterbuch, das im Herbst 2007 auf den Markt
kam, großen Anklang in der Öffentlichkeit gefunden. Das zeigen schon die
Verkaufszahlen: innerhalb von nur sechs Monaten wurden drei Auflagen erreicht.
Es gab viel Lob, aber auch hin und wieder kritische Bemerkungen.
Immer wieder bekommen wir Fragen nach Begriffen, die nicht in unserem
Wörterbuch verzeichnet sind. Die meisten der Personen, die vergeblich
nach ihnen geläufigen Wörtern gesucht haben, zeigen aber Verständnis dafür,
dass in einem populär und vor allem bezahlbar gehaltenen Band nicht alle
der uns vorliegenden Belege aufgenommen werden konnten. Dies muss einer
späteren Herausgabe im Internet vorbehalten bleiben, an der bereits gearbeitet
wird. Weil eben nicht alle der schätzungsweise 150.000 Wörter der fränkischen
Dialekte, sondern nur 1.400 gedruckt veröffentlicht wurden, heißt das
Buch "Handwörterbuch". Vollständige Dialektwörterbücher, z.B. das "Schweizerdeutsche
Idiotikon" oder das "Bayerische Wörterbuch" erscheinen nach und nach in
Lieferungen, bis sich nach Jahrzehnten regalfüllende Bände ansammeln.
Im Fall des Schweizerdeutschen Idiotikons sind es 16 Bände, die zwischen
1881 und 1990, also im Verlauf von 109 Jahren gedruckt wurden.
Schärfer, zum Teil recht aufgeregt kritisiert wurde der Begriff "Bayerisch
Franken" im Titel. Dahinter vermuten manche eine Liebedienerei an der
altbayerischen Staatsmacht. Franken solle als "Kolonie" Bayerns, als untergeordnete
und unterworfene Region herabgewürdigt werden. Diese Äußerungen haben
uns etwas überrascht. Jedem fränkischen Patrioten sollte es doch klar
sein, dass Franken größer ist als die Regierungsbezirke Ober- Mittel-
und Unterfranken. Im Mittelalter gehörten auch der Norden des heutigen
Baden-Württemberg, das ganze heutige Rheinland-Pfalz und Teile von Nordrhein-Westfalen,
von Hessen und Thüringen zum Herzogtum Franken. Und gerade im Hohenlohischen
Norden von Baden-Württemberg gibt es noch heute ein fränkisches "Stammesbewußtsein".
Die Arbeitsgebiete der verschiedenen Dialektforschungs-Unternehmen sind
aber aus administrativen Gründen an die modernen politischen Grenzen gebunden.
So deckt das Gebiet des Projekts "Ostfränkisches Wörterbuch" auch einen
Teil des zum Westfränkischen zählenden hessischen Dialektgebiets ab, während
das Hohenloher Ostfränkisch vom Schwäbischen Wörterbuch mit erfasst wird.
Ein alternativer Name für unser Wörterbuch wäre: "Kurzes Auswahlwörterbuch
der Dialekte, die in den Regierungsbezirken Oberfranken, Mittelfranken
und Unterfranken des deutschen Bundeslandes Bayern gesprochen werden".
Aber das wäre wohl zu umständlich.
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