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Die Siedlungsgeschichte aus sprachwissenschaftlicher Sicht.
Die sprachgeographische Perspektive.
(erschienen unter dem Titel
"Missionierung und Christianisierung im Regnitz- und Obermaingebiet",
Historischer Verein Bamberg,
Schriftenreihe Band 41,
Bamberg 2007,
ISBN 978-3-87735-193-2,
Herausgegeben von Rolf Bergmann, Günter Dippold, Jochen Haberstroh, Christian
Lange
und Wolfgang Weiß)
Das Untersuchungsgebiet gehört sprachgeographisch dem Regnitz- und Obermaingebiet
an, zwei Mundarträumen innerhalb des Ostfränkischen Dialektareals (vgl.
Karte 2).
Der Vergleich mit Karte1: Die Ausbreitung des Germanischen/Deutschen
im Mittelalter führt unmittelbar in die Problematik ein. Zunächst einmal
kann für diese frühmittelalterliche Zeit nicht einfach von Deutsch gesprochen
werden, weil es noch keine übergreifende deutsche Sprache gab, sondern
nur die miteinander verwandten kontinentalgermanischen Stammessprachen.
Darüber hinaus zeigt die Karte aber auch, dass es anders als bei Alemannen,
Sachsen usw. keinen Stamm 'Ostfranken' gegeben hat, dessen Sprache das
heutige Ostfränkische ergeben hätte, so wie es in gewisser Weise für die
heutigen alemannischen und (nieder)sächsischen Dialekte gilt. Das heutige
ostfränkische Gebiet ist auf dieser Karte noch gar nicht zu erkennen;
seine östliche Hälfte ist nach der Karte um 800 slawisches Sprachgebiet,
wobei die eingzeichnete Linie gewiss nicht 'wörtlich' genommen werden
darf. So stellt sich also zunächst die Frage nach der Entstehung des Ostfränkischen
und nach den Grundlagen seiner Raumbildung. Ausgehend von den gegenwärtigen
mundartlichen Verhältnissen wird im Folgenden zunächst die Stellung des
Ostfränkischen innerhalb der benachbarten hochdeutschen Dialekte besprochen,
im zweiten Abschnitt dessen Binnengliederung und die Entstehungsgeschichte
der einzelnen Teilräume.
Außengrenzen des Ostfränkischen
"Die als Ostfränkisch zusammengefassten Dialektgruppen besitzen zwar einige
gemeinsame Erscheinungen, doch sind diese räumlich so verbreitet, dass
sie entweder nicht überall gelten oder in die Nachbarräume hineinreichen".
Noch poinierter gesagt: Es gibt keine innersprachlichen Kriterien, anhand
derer eine Abgrenzung des Ostfränkischen gegenüber allen Nachbardialekten
gelingen kann. Das Ostfränkische zählt zu den oberdeutschen Dialekten,
wie Alemannisch und Bairisch, weil hier die Zweite Lautverschiebung in
allen Positionen durchgeführt ist. Somit würde sich, als südlichste Isoglosse
des Rheinischen Fächers, die Grenze zwischen unverschobenem appel gegen
apfel als Kriterium für die Abgrenzung des Ostfränkischen gegen die mitteldeutschen
Dialekte Thüringisch und Rheinfränkisch anbieten. In der Praxis und in
der Tradition der Dialektologie wird dies aber nur in einem kurzen Abschnitt
der rheinfränkischen Grenze so gehandhabt (vgl. Karte
2).

Lautverschobenes apfel reicht im Westen Thüringens nämlich weit nach
Norden, bis nördlich Eisenach, während mehrere andere Sprachmerkmale,
die das Ostfränkische vom Thüringischen unterscheiden weiter südlich,
entlang den Höhen der Mittelgebirge Rhön und Thüringer Wald verlaufen,
z.B. thüringischer Diminutiv –chen versus ostfränkisch –lein, Erhaltung
von auslautend –n im Thüringischen, z.B. mån 'Mann' versus Schwund im
Ostfränkischen, z.B. moo.
Schärfer ist der Kontrast zwischen Ostfränkisch und Ostmitteldeutsch
im Grenzgebiet zwischen dem ostfränkischen Vogtland und dem Obersächsischen
zwischen Plauen und Graslitz. Hier vereinigt sich die Lautverschiebungsgrenze
mit den Grenzen vokalischer Erscheinungen wie z.B. die ostfränkisch-vogtländische
Diphthongierung von mhd. ô zu ua: šdrua 'Stroh', duad 'tot' gegenüber
sächsischen Monophthongen: šdruu, duud. Auch gegenüber den oberdeutschen
Nachbardialekten ist die Abgrenzung nicht unproblematisch. In etwa parallel
zur modernen administrativen Grenze zwischen den Regierungsbezirken Ober-
und Mittelfranken auf der einen, der Oberpfalz auf der anderen Seite verlaufen
in Richtung Nordost-Südwest parallel sprachliche Grenzlinien, die typisch
ostfränkische von typisch (nord)bairischen Merkmalen trennen. Diese Merkmale
betreffen alle grammatikalischen Beschreibungsebenen: Auf der Ebene der
Lexik sind es die "Bairischen Kennwörter", insbesondere die Namen der
Wochentage Ertag 'Dienstag' und Pfinztag 'Donnerstag'. Für die Morphologie
sind als spezifisch bairisch hervorzuheben: die Wortbildung der Richtungs-
und Lageadverbien oder der Formenschatz der Verben und Pronomina, insbesondere
bei der 2. Person Plural. Im Bairischen lautet die Endung auf –s aus,
das alte Dualpronomen ess blieb erhalten und wird im Bairischen heute
für die 2. Pers. Pl. 'ihr' verwendet: ess habds 'ihr habt'. Für die Phonologie
bedeutend sind die besonderen Lenis- und Fortisverhältnisse im Bairischen
sowie zahlreiche vokalische Entwicklungen, die das Ostfränkische vom Nordbairischen
unterscheiden. Auf Karte 2 wurde die mdal. Entsprechung
von mhd. ei in Mehrsilbern als Abgrenzungskriterium verwendet. Sie lautet
im Oberostfänkischen monophthongisch aa, z.B. glaader 'Kleider', im Bairischen
oi, z.B. gloider.
Gegenüber dem Schwäbischen, das der Dialektgruppe des Alemannischen oder
Westoberdeutschen angehört, kann ebenfalls eine Vielfalt morphologischer
und lautlicher Grenzlinien, die in Ost-West-Richtung parallel verlaufen
zur Abgrenzung herangezogen werden. Hierzu gehört der spezifisch alemannische
Einheitsplural mr sedset / dir sedset 'wir setzen, ihr setzt', helles
aa an Stelle von gedehntem mhd. a im Schwäbischen, z.B. raad 'Rad', verdumpftes
åå oder oo im Ostfränkischen, z.B. rood. Auf der Karte
2 wurde für den ostfränkisch-schwäbischen Grenzabschnitt in Mittelfranken
eine der am nördlichsten verlaufenden Isoglossen verwendet, nämlich abermals
die Grenze der ostfränkischen Monophthongierung von mhd. ei, z.B. ostfränkisch
glaader 'Kleider', schwäbisch gloader. Die noch weiter nördlich verlaufende
Grenze zwischen germanisch s als š vor Verschlusslaut im Inlaut, z.B.
du hašd vs. du hasd ist zwar populär - du hašd wird als das schwäbische
Kennzeichen schlechthin empfunden - eignet sich aber innerhalb Frankens
nicht als Kriterium. Die Grenzlinie verläuft in Ost-Westrichtung zwischen
Hilpoltstein und Rothenburg und verläuft zum Großteil durch Dialektgebiete,
die ansonsten ausschließlich ostfränkische Sprachmerkmale aufweisen.

Am schwierigsten zu definieren ist die Außengrenze des Ostfränkischen
im Südwesten. Auf Karte 2 sind zwei als "Südostfränkisch"
bezeichnete Gebiete eingetragen, die sich im nördlichen Baden-Württemberg
fortsetzen und vereinigen. Das Südostfränkische grenzt im Süden gemäß
oben genannter Kriterien an das Schwäbische und im Westen an das Rheinfränkische.
Probleme bereitet die Definition der rheinfänkischen Grenze. Bereits innerhalb
Frankens beginnen sich die relevanten Isoglossen nach Süden hin aufzufächern
und sich stellenweise zu überkreuzen (vgl. Karte 2,
Verlauf der glaader/glääder - Linie und der appel/apfel – Linie). Zwischen
Odenwald und unterem Neckar streuen die Nordost-Südwest verlaufenden Grenzlinien
über einen Bereich von über 50 Kilometern. Daher stellen manche Autoren
den südlichsten Abschnitt, etwa von Karlsruhe bis Heilbronn, zum Rheinfränkischen,
andere zum Ostfränkischen.
Binnengliederung des Ostfränkischen
In diesem Abschnitt wird insbesondere auf die Gliederung der ostfränkischen
Mundarten in Nordbayern eingegangen. Dies wegen der Lage des Untersuchungsgebiets,
andererseits auch, weil hier durch den Bayerischen Sprachatlas und durch
das Material des Ostfränkischen Wörterbuchs reichhaltigeres und genaueres
Belegmaterial vorliegt, als z.B. aus dem nördlichen Baden-Württemberg,
wo lediglich die Karten des Digitalen Wenkeratlas eigenständige Recherchen
erlauben.
Abgesehen von den beiden Randgebieten des Hennebergischen und des Südostfränkischen,
deren Abgrenzung gegenüber anderen Dialekten, wie erwähnt, problematisch
ist, kann das Ostfränkische in drei große Teildialekte gegliedert werden,
nämlich in Unterostfränkisch, Oberostfränkisch und den Nürnberger Raum
(vgl. Karte 2).
Das Unterostfränkische grenzt im Westen an der Spessartbarriere an das
Rheinfränkische, im Süden, etwa entlang der bayerischen Landesgrenze,
an das Südostfränkische und im Osten entlang einer seit Steger als "Steigerwaldschranke"
bezeichneten Linie, die im Süden nahezu mit der oberfränkisch-unterfränkischen
Bezirksgrenze übereinstimmt, im Norden aber noch den Raum Coburg mit zum
Unterostfränkischen einbezieht. Als wichtigste Unterschiede des Unterostfränkischen
zu den anderen ostfränkischen Mundarten seien genannt:
a) Senkung von germanisch ë zu mdal. a, z.B. barch 'Berg', racht 'recht'.
Nur in der Position vor –r ist diese Erscheinung verstreut auch noch östlich
der Steigerwaldschranke anzutreffen.
b) Monophthongierung von mhd. ei zu mdal. ää, z.B. hääs 'heiß', glääder
'Kleider'. Diese Erscheinung wurde auf Karte 2 zur
Abgrenzung des Unterostfränkischen verwendet.
c) Fehlen der Endung des Infinitivs nach Modalverb, z.B. ar muas blach
'er muss blechen (viel bezahlen)'. Solche endungslosen Infinitive sind
auch noch aus einem kleinen Gebiet im Norden des Oberostfränkischen belegt,
das in etwa dem heutigen Landkreis Kronach entspricht, vor allem aber
im nordöstlichen Hessen und im westlichen Thüringen.
Die unter a) und b) genannten Erscheinungen stimmen mit dem gesamten
Ostmitteldeutschen überein, wobei dort die Entsprechung von mhd. ei aber
nicht offenes ää, sondern geschlossenes ee ist. Aufgrund dieser mundartgeographischen
Befunde, außerdem der Verbreitung von Ortsnamen auf –ungen und –leben
in Unterfranken schloss die sprachwissenschaftliche und historische Forschung
auf eine ursprünglich thüringische Besiedelung Unterfrankens.

Steger setzt sich mit dieser Vermutung auseinander. Er kommt zu dem Schluss,
dass die Entstehung der genannten Sprachmerkmale aus sprachhistorischen
Gründen erst in die Zeit zwischen dem 8. und dem 12. Jh. fallen kann.
Die historische Zugehörigkeit Unterfankens zu dem 531 von den Franken
niedergeworfenen Thüringerreich könne daher nicht als Erklärung für die
genannten unterfränkisch-thüringischen Gemeinsamkeiten herangezogen werden.
Sie seien vielmehr in der Zeit des thüringischen Amtsherzogtums im 7.
Jh. entstanden und konnten sich – wohl wegen der damals noch bestehenden
politisch-sozialen Einheit sowohl über das westliche Thüringen als auch
über Unterfranken verbreiten.
Die zusätzlichen Sprachmerkmale, wie die Hebung und Diphthongierung von
mhd. ô (bzw. ahd. o) zu ua, z.B. šdrua 'Stroh' (vgl. Karte 3), die die
Sonderstellung des Coburger Raums innerhalb des Unterostfränkischen bewirken,
sind in ihrer Entstehung jünger und durch Sprach- oder Sprecherbewegung
bei der Aufsiedlung des Gebiets im 9. bis 11. Jh. in diesem Gebiet entstanden.
Steger sieht einen Zusammenhang mit den Grenzen des Archidiakonats Mellrichstadt
in der Zeit vor dem 14. Jh. Dieser kirchliche Organistationsbezirk mit
den Kapitelorten Geisa, Mellrichstadt und Coburg habe räumlich mit dem
weltlichen Komitat Grabfeld übereingestimmt. Sowohl Adel als auch Kirche
lenkten Siedler aus Thüringen und aus Unterfranken hierher, wodurch das
Entstehen eines thüringisch-unterfränkischen Mischdialekts begünstigt
wurde.
Unterfranken war bereits vor der Völkerwanderung germanisch besiedelt,
also Altsiedelland. Ober- und Mittelfranken waren vor dem Beginn des älteren
Landesausbaus im 9. Jh. weitgehend menschenleer oder von Slawen besiedelt.
Diejenigen Merkmale des Oberostfränkischen, die nicht mit dem Unterostfränkischen
übereinstimmen, wurden durch Sprecherbewegung im Rahmen des Landesausbaus
hereingetragen. Charakteristisch ist einerseits die Monophthongierung
von mhd. ei zu aa, z.B. haas 'heiß', die mit dem Rheinfränkischen übereinstimmt.
Andererseits die Bewahrung der Endung –en als sonantischer Nasal sowohl
bei den Verben als auch bei schwach flektierten Substantiven, z.B. raidn
'reiten', hoofm 'Hafen (Topf)' und die in weiten Teilen des Oberostfränkischen
durchgeführte Monophthongierung von mhd. uo zu uu, z.B. šuu 'Schuh', die
beide mit dem Ostmitteldeutschen übereinstimmen. Während die thüringischen
Elemente zum größten Teil auf den Norden des Oberostfränkischen beschränkt
blieben, haben sich die mit dem Rheinfränkischen übereinstimmenden über
das ganze Gebiet ausbreiten können. Steger führt auch lexikalische Belege
aus dem Material des Ostfränkischen Wörterbuchs an, die stets das gleiche
Verbreitungsmuster zeigen: es handelt sich um Elemente, die sowohl im
Südostfränkischen als auch im Oberostfränkischen existieren, nicht aber
im Unterostfränkischen. Wie in einem riesigen Halbkreis legen sich also
südostfränkische Sprachmerkmale um das Gebiet des Unterostfränkischen.
Das Südostfränkische als Übergangsdialekt zwischen Alemannisch und Rheinfränkisch
sei bereits sehr früh entstanden, frühestens im 6., spätestens im 8. Jh.
Die Monophthongierung von ahd. ei zu mdal. aa ist aus Lorsch am Rhein
bereits aus dem 8. Jh. belegt. Siedler aus dem Gebiet des Südostfränkischen
seien zunächst in den oberen Aischgrund vorgedrungen und anschließend
von dort in das Tal der Regnitz und schließlich bis zum Obermain. Die
neue, vorwiegend südostfränkische Mundart konnte sich dann durch Sprachbewegung
in bereits besiedelte Gebiete westlich der Regnitz ausbreiten, wo es heute
noch verstreut unterostfränkische Reliktformen gibt, z.B. Senkung von
germanisch ë zu a vor r: barch 'Berg' im Raum Neustadt/Scheinfeld/Höchstadt.

Im Osten geht das Ostfränkische stufenweise in das Nordbairische über.
Hier entstanden im Rahmen der aus Südwesten vordringenden Siedlungsbewegung
dort, wo bereits eine, wenn auch sehr dünne, bairischsprachige Vorbevölkerung
lebte, nordbairisch-ostfränkische Mischmundarten, von denen diejenige
des Nürnberger Raums die bedeutendste ist. Die Westgrenze dieses Gebiets
wird durch die nordbairische Diphthongierung der mhd. Langvokale mittlerer
Zungenhöhe, z.B. šdrou 'Stroh' (vgl. Karte 3) und die "gestürzten" nordbairischen
Steigdiphthonge aus mhd. fallenden Diphthongen, z.B. šou 'Schuh' gebildet.
Östlich der Stadt Nürnberg verlaufen dicht gestaffelt zahlreiche nordbairisch-ostfränkische
Isoglossen. Die Ostgrenze wird auf Karte 2 definiert
durch die Grenze der ostfränkischen Monophthongierung von mhd. ei, z.B.
Nürnbergisch braad vs. nordbairisch broad. Dass das andernorts viel geschlossenere
Isoglossenbündel im Nürnberger Raum so weit aufgefächert ist, beruht auf
zwei historischen Fakten:
a) Im Gebiet westlich und südwestlich von Nürnberg gab es seit dem 7.
bis 9. Jahrhundert bereits eine lockere Besiedlung aus dem bairischen
Nordgau. Das landwirtschaftlich eher unattraktive Gebiet mit seinen Sandböden
blieb jedoch weitgehend ungerodet. Im 12. und 13. Jh. versuchten die Staufer
in diesem Gebiet ein "Reichsland" zu schaffen, indem sie die noch herrenlosen
und nicht verlehnten Flächen in eigenem Auftrag roden und besiedeln ließen.
Die Siedler kamen aus dem oberostfränkischen Westen. Es entstand im Kontakt
mit der ansässigen nordbairischen Bevölkerung eine ostfränkisch-bairische
Mischmundart. Die Westgrenze dieser Mundart vergleicht Steger sehr überzeugend
mit den Grenzen der mittelalterlichen Kirchsprengel in diesem Bereich.
Die Mundartgrenze verläuft noch heute da, wo eine östliche Mutterkirche
mit ihren Filialen an die Filialen einer westlichen traf.
b) Die Ausbreitung ostfränkischer Sprachmerkmale in den Osten des Nürnberger
Raums kann hingegen nicht durch die Siedlungsgeschichte erklärt werden.
Sie ist vielmehr Folge der jahrhundertelangen Herrschaft der Reichsstadt
Nürnberg in diesem Gebiet. Seit dem 18. Jh. lässt sich die immer noch
anhaltende Ostwärtsverlagerung ostfränkisch-nordbairischer Isoglossen
direkt belegen.
Zusammenfassung Die "Grobstruktur" der Dialektlandschaft in Franken entstand
noch im Frühmittelalter durch regionalen Sprachwandel einer ursprünglich
wohl weitgehend einheitlichen alt-oberdeutschen germanischen Sprache.
Östlich der Regnitz entstanden ab dem 9. Jh. in der Phase des älteren
Landesausbaus Mundarträume, deren Unterschiede sich durch die regional
unterschiedliche Herkunft der Siedler aus dem mundartlich bereits differenzierten
Hinterland erklären. Im Hochmittelalter bis in die frühe Neuzeit entstand
die "Feinstruktur" durch die herrschaftliche, später auch konfessionelle
Vielkammrigkeit des Landes. Seit dem 19. Jh. löst sich diese Feinstruktur
durch Mobilität und den Einfluss der Medien wieder auf. Dieser Prozess
schreitet in den verstädterten Gebieten rascher voran als auf dem Land.
Auf Karte 3 werden Sprachdaten, die 1887 erhoben wurden verglichen mit
solchen, die vom Ende des 20. Jhs. stammen. Deutlich ist die rasche Ausbreitung
des standardnahen Monophthongs oo, z.B. dood 'tot' in das historische
Areal von Diphthonglautungen.
Anmerkungen und Literaturangaben finden Sie in der gedruckten Fassung


Karte 1

Karte 2
Karte 3 in Bearbeitung

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