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Die Karte des Piri Reis
Am 9. Oktober 1929 entdeckte der deutsche Theologe Adolf Deissmann im Topkapi-Palast in Istanbul ein Bündel verschollener Seekarten. Die ältesten der im Topkapi-Palast gefundenen Karten stammen aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Wahrscheinlich aber sind sie von noch älteren Karten abgezeichnet worden.
Unter anderem auch die
sensationelle und zugleich umstrittene Seekarte des türkischen Kapitäns Piri
Reis, die weltweit größte Beachtung fand. Der Seefahrer Reis lebte in der
Türkei und kommandierte dort die ottomanische Flotte.
Er war in seiner Zeit sehr bekannt, da er einige Seeschlachten für das Osmanische Reich gewinnen konnte. So hatte er durch seine herausragende Stellung Zugang zur Bibliothek des Sultans im Palast Topkapi in Konstantinopel (heute Istanbul). Er nutzte dieses Privileg, um aus den unterschiedlichsten Quellen seine berühmte Weltkarte (eigentlich eine Kartenserie) zu erstellen. Die Karte ist mit arabischen Schriftzeichen in Türkischer Sprache beschriftet, und ist mit dem islamischen Jahr 919 (entspricht 1513 in der christlichen Zeitrechnung) datiert. Nach dieser Datierung ist die Karte nur 21 Jahre nach der Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahre 1492 entstanden.
Diese erstaunliche Karte,
die das Datum 1513 trägt, zeigt Mittel- und Südamerika, Teile von Afrika,
Europa und: die Antarktis in derartiger Genauigkeit, dass die Karte
eigentlich nicht existieren dürfte – sie war 1513 ihrer Zeit weit voraus.
Obwohl der mittelamerikanische Raum heute anders aussieht, ist die Exaktheit
insgesamt mehr als erstaunlich. Zu dieser Zeit war Amerika noch unerforscht
- zum großen Teil sogar noch unentdeckt. Selbst in der Antarktis, die erst
1952 mit Hilfe moderner Technik genau kartographiert wurde, da sie unter Eis
und Schnee verborgen liegt, sind nicht nur die Umrisse zu erkennen, sondern
auch das Landesinnere : Höhen und Tiefen, Flüsse, Hochebenen, Berggipfel
und Gebirgsketten. Die geographischen Details des unteren Kartenbereiches
entsprechen erstaunlich genau dem seismischen Profil, das die schwedisch –
britische Antarktis Expedition im Jahre 1949 durch die Eisschicht hindurch
anfertigte.
Sonderbar auch, warum
Piri Reis eine Landbrücke zwischen Feuerland und der Antarktis eingezeichnet
hat, die zu Lebzeiten des Admiral seit über 10.000 Jahren nicht mehr
existierte.
Das Rätsel der Karte
besteht in erster Linie nicht darin, dass auf ihr bereits 1513 ein Kontinent
zu sehen ist, der erst 1818 entdeckt wurde, sondern darin, dass auf ihr ein
Küstenabschnitt dargestellt wird, in dem er sich seit 6000 Jahren nicht mehr
befindet. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?
Einige alte Völker müssen Navigationsinstrumente zur Berechnung der Längengrade verfügt haben, die in der Genauigkeit alle Vergleichbaren Geräte des Altertums und des Mittelalters bei weitem übertrafen. Die Indizien für die Existenz eines Volkes mit einer hoch entwickelten Technologie werfen ein neues Licht auf die Zahlreichen Hypothesen von einer uralten, untergegangenen Kultur.
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