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Das Rätsel von Nazca

Südamerika ist ein Kontinent der Extreme. Hochgebirge, weite Ebenen, Wüsten und Dschungel wechseln sich ab, Reichtum und Wohlstand für wenige bilden einen unübersehbaren Kontrast zur Armut der Massen. Europäische Kolonialkultur vermischt sich mit den Bräuchen der Urbevölkerung. Und eine geheimnisvolle Vergangenheit wartet immer noch auf ihre Enträtselung...

 

Peru - Kernland des alten Inka-Reiches

Peru war das Zentrum des Inka-Reiches mit der alten Hauptstadt Cuzco,  vom Himmel betrachtet sieht es exakt aus wie ein Puma, - bis die spanischen Eroberer kamen. Für die Inka hatten die Sternbilder und die Sonnwendtage eine herausragende Bedeutung. An diesen seien die Welten dort oben und hier unten durch eine Brücke verbunden. Ihre Riten und Bräuche waren nach den Sternen und ihre Konstellationen ausgerichtet. Die Junisonnenwende war ein Tag heiligen Rituals, denn genau an diesem Tag ging die Sonne in der Milchstraße auf und schuf eine Brücke zum Land der Götter. Von Cuzco führten kreisförmig angelegt 40 Pfade. Die Inkas waren in genau 40 Stämme unterteilt. Das Siebengestirn, die Plejaden, waren neben dem Orion und dem Stier von Bedeutung. So zeigt sich aus den Mythen der Inkas detailliertes Wissen über die Astronomie.

 

 

Nazca

60 km Luftlinie von Cusco entfernt liegt die sich über 500 km² erstreckende wüstenähnliche Hochebene von Nazca, Peru.

In der "Pampa von Nazca", verbirgt sich eines der Rätsel unserer Erde. Riesige Erdzeichnungen (Geoglyphen), kilometerlange Linien und zahlreiche Flächen in Trapez- und Dreiecksformen zeugen von einer längst vergangenen Kultur. 40 Geoglyphen, Abbildungen von Tieren, Pflanzen und geometrischen Figuren, insbesondere Spiralen in den unterschiedlichsten Formen, übersähen die Wüstenebene.
Nicht weniger beeindruckend sind die weit über tausend Linien, die die Hochebene überziehen. Die Längste erstreckt sich über ca. 9 Kilometer. Sie überspringen ohne Abweichung trockene Wasserrinnen, steigen Bergflanken empor und setzen sich auf der anderen Seite der Berge in gleicher Richtung fort. Die Anordnung ist scheinbar chaotisch und doch bilden die Linien offensichtlich ein geordnetes Netzwerk mit Knotenpunkten, sogenannten Linienzentren.



 

Die riesigen steinfreien Flächen sind die dritte Merkwürdigkeit. Vom Flugzeug aus gesehen, erscheinen sie wie riesenhafte Landebahnen. Viele dieser Flächen haben die Form von Dreiecken, andere sind fast rechteckig oder trapezförmig.

 

Entstanden sind die Zeichnungen in der Kulturperiode der Inka-Zeit (etwa 200 v.Chr. bis 800 n.Chr.)

     

 

Die Herstellung dieser Gebilde ist einfach und durch die Bodenbeschaffenheit schnell erklärt. Die Oberfläche der Pampa besteht aus erzhaltigem braunem Steingeröll. Wenige Zentimeter darunter befinden sich helle Sedimente alten Meeresbodens (Ton, Sand und Gips). Entfernt man das oben liegende dunkle Geröll, so kommt der helle Untergrund deutlich zum Vorschein. Auf diese Weise entsteht eine Spur, die, verstärkt durch den Schattenwurf der Begrenzungssteine, noch aus hunderten Metern Höhe sehr deutlich zu sehen ist.

 

In den dreißiger Jahren entdeckt sorgte sie bei Forschern und Wissenschaftlern schon bald für Verwirrung. 1939 wurde die Anlage noch für ein Bewässerungssystem gehalten. Viele Wissenschaftler sprachen sich auch dafür aus, dass der ganze Komplex einen astronomischen Kalender darstellt. Maria Reiche, die beinahe ein halbes Jahrhundert sich der Erforschung dieses Rätsels verschrieb, vermutete, dass es sich um eine Kalenderanlage handelte. Einige der Linien sind vermutlich als astronomische Beobachtungslinien geschaffen worden. Die Zeichnungen könnten Symbole des Sternenhimmels darstellen, z.B. der Affe als Großer Wagen oder die Spinne als Symbol des Orion. Andere Linien und Zeichnungen wie Spiralen, Dämonen, vier- und fünffingrige Tiere usw. hatten wahrscheinlich kultische Bedeutung.

Kritiker bemängeln, daß nur sehr wenige Linien mit astronomischen Punkten übereinstimmen und vor allem dieser Kalender nur aus großer Höhe betrachtet werden könne. Dennoch könnten die Figuren Sternzeichen darstellen und die über ihnen abweichenden Linien stellen die Bewegungen derselben am Horizont dar, gemessen über größere Zeitabstände. Hierfür spricht auch die Synchronizität der Zahl 40, die im Zusammenhang mit den Inkas entsteht.  Die 40 Stämme der Inkas waren den 40 Sternbildern Ihrer Kultur zugeordnet.40 Jupiter-Saturn Konstellationen gab es,alle 20 Jahre eine, bis selbige wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrte. Dies war den Inkas bekannt und ein wichtiger Bestandteil ihrer Religion, bedeutend für das Schicksal ihres Volkes. So wurden ganz bewusst die 40 Wege von Cuszco angelegt.

Und sind es nicht auch 40 Geoglyphen in der Wüste von Nazca ?

Ist Nazca also ein riesiges Sternenobservatorium?

Manche dachten auch es handele sich um von Indianern erbaute Straßen, dies erwies sich allerdings als nicht wirklich wahrscheinlich, denn die Anordnung wäre komplett planlos und unsinnig.

Erich von Däniken hat dazu seine eigene Meinung: Er hält die Linien für von den Indianern nachgezogene Spuren von Landeplätzen.

Da in Indianersagen von leuchtenden Gestalten gesprochen wurde, die vom Himmel kamen, dachte er, hierbei handele es sich nicht um Götter sondern um Außerirdische. Die Indianer waren begeistert von den Besuchern, so dass sie nach deren Verschwinden versuchten, die Spuren die die Raumschiffe beim Landen hinterlassen hatten, nachzubilden. Sie hofften, dadurch die Götter zur Rückkehr bewegen zu können.

Dabei spricht Däniken so gut wie nie von Außerirdischen, meist benutzt er die Umschreibung "fremde Intelligenzen".

 

Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die Person:

Maria Reiche

15. Mai 1903
Maria Reiche wird in Dresden geboren, als Tochter eines Gerichtsrates und einer Theologin. Maria Reiche war ein Kind ihrer Zeit. Ihr Vater fiel als Offizier im Ersten Weltkrieg an der Front. Wie viele andere Menschen in Deutschland litt auch sie in ihrer Jugend Hunger und Not.

1928
Staatsexamen in Dresden nach absolviertem Studium der Mathematik, Geografie, Physik, Philosophie und Pädagogik in Dresden und Hamburg

1932
Aufgrund der politischen Situation verläßt sie Deutschland, um eine Hauslehrerstelle in Cusco/Peru anzunehmen.

1934 bis 1946
Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt mit Sprachunterricht, gibt Gymnastikstunden und übersetzt wissenschaftliche Arbeiten.

1941
Der amerikanische Professor Dr. Paul Kossok zeigt ihr zum ersten Mal die rätselhaften Linien und Figuren in der vegetationslosen Hochfläche bei Nazca.

Juni 1946
Sie beginnt mit der wissenschaftlichen Arbeit in Nazca. Von Anfang an vertritt sie die These, daß es sich bei den Linien und Geoglyphen um eine frühe Kalenderanlage der Nazcaindianer (ca. 500 v.Chr. bis 1000 n.Chr.) handelt. Von nun an lebt sie die meiste Zeit in einer kleinen Hütte am Rande der Pampa. Von einem bescheidenen Zuschuß einer amerikanischen Stiftung finanziert sie Geräte, Zeichenmaterial und einen gelegentlichen Helfer. Ihre Lebensbedürfnisse beschränkt sie auf ein absolutes Minimum. Sie arbeitet unter denkbar schlechten Bedingungen. In der Hochebene herrscht heißes Wüstenklima, häufig erschweren ihr Staubstürme die Arbeit. Sie erforschte und vermaß in 40 Jahren 150 Quadratkilometer und arbeitete am Beweis ihrer Theorie einer astronomischen Kalanderanlage.

1983
Ehrendoktorwürde der Universität Ica / Peru Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland

1984/85
Sie erblindet fast vollständig und beendet ihre Forschungsarbeit.

1986
Ehrendoktorwürde der Universität San Marco / Peru ,Höchster Orden Perus, Orden der "Weisen des Inka-Reiches"("Las Palmas magisteriales en el Grade de Amautas") 1987
Frau des Jahres in Peru. Ihr zu Ehren erscheint eine Briefmarke mit ihrem Porträt. 1989
Ehrendoktorwürde der technischen Universität Lima / Peru 1992
Ehrendoktorwürde der Universität San Martin Lima / Peru. Als erste Ausländerin erhält sie, vom Präsidanten Perus persönlich, die Peruanische Staatsbürgerschaft.

1993
Sie erhält den peruanischen "Sonnenorden", die höchste peruanische Auszeichnung. Ihre gesammelten Aufsätze und Ausarbeitungen erscheinen in einem Buch. Dr. Maria Reiche besaß bis zu ihrem Tod die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie behielt sie aus Dankbarkeit gegenüber ihrer ehemaligen Schule, der Städtischen Studienanstalt für Mädchen (heute "Romain-Rolland-Gymnasium")

Am 8. Juni 1998 verstarb Frau Maria Reiche

 

Ihre Arbeit

Nachdem Dr. Maria Reiche die ersten Gebiete in der Pampa de Nazca untersucht hatte, vermutete sie, daß es sich bei den Linien und Figuren um eine sehr alte, vorgeschichtliche Kalenderanlage handeln könnte. An dieser These arbeitete sie fortan 40 Jahre lang mit außergewöhnlichem Fleiß und ohne Rücksicht auf widrige Lebensumstände. Um nahe bei ihrem Arbeitsgebiet zu sein, zog sie in eine primitive Hütte am Rande der Pampa, in der es weder fließendes Wasser noch elektrischen Strom gab. Dort erarbeitet sie den größten Teil ihrer Aufzeichnungen, u.a. 52 Tagebücher, Zeitungsartikel, Aufsätze und Publikationen. Folgende Ziele hatte sie sich gesetzt: Vermessung der weit über 1000 Linien und geometrischen Flächen, die es auf der Wüstenoberfläche gibt, mit Theodolit und Meßband Herstellung präziser Karten, in die sie ihre Meßwerte eintragen konnte Berechnung von astronomischen Auf- und Untergangspunkten der wichtigsten Himmelskörper am Horizont, immer unter der Berücksichtigung der durch die Jahrhunderte sich verändernden Zeit- und Lagepunkte der Gestirne Sie hoffte, durch diese Arbeit die Übereinstimmung von Linien mit bestimmten astronomischen Daten finden zu können, und damit ihre Theorie zu beweisen, daß die Anlage vor ca. 2000 Jahren den Menschen der Nazca-Kultur als eine Art Kalender gedient haben könnte (Berechnung der Regenzeit, Pflanz- und Ernteperioden, religiöse Zeremonien etc.). Mit zunehmendem Alter ließ ihre Sehkraft immer mehr nach, und sie konnte die Arbeiten mit dem Theodoliten nicht mehr durchführen. Deshalb begann sie nun mit ihrer zweiten Forschungsarbeit. Seit Jahren beschäftigte sie sich mit der Frage, wie die teilweise gigantischen Bilder von Vögeln, Fischen, Fabelwesen, geometrischen Figuren und die exakt geraden, oft kilometerlangen Linien erschaffen worden waren. Sie begann die Zeichnungen zu vermessen. Besonders in den kurvenreichen Geoglyphen forschte sie nach der Maßeinheit der Nazca-Künstler. Dabei entwickelte sie eine Triangulationsmethode, die möglicherweise die Konstruktionsmethode für die Figuren gewesen sein kann. Sie fand ein Maß, eine "Elle" von 38-40 cm, welches das Konstruktionsmaß gewesen sein könnte, und sie erkannte, daß die Konstruktion bei kurvigen Stücken durch Aneinanderreihen von verschiedenen Winkeln und deren Kreisbögen entstanden sein mußten. Diese Arbeit beschäftigte sie fast 20 Jahre, bis sie ihre Forschungen wegen vollständiger Erblindung einstellen mußte.

 

   
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