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Sphinx Die Sphinx von Gizeh ist der wohl berühmteste und größte Sphinx. Sie liegt in Gizeh in unmittelbarer Nähe der Pyramiden und stellt einen sitzenden Löwen mit einem Menschenkopf dar. Die Figur ist ca. 73,5 m lang, 6 m breit und ca. 20 m hoch. Allein die Vorderpfoten haben eine Länge von etwa 15 m. Farbreste am Ohr lassen darauf schließen, dass die Figur ursprünglich bunt bemalt war. Die Figur wurde aus dem Rest eines Kalksteinhügels gehauen, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente. Neben der Sphinx wurde ein Tempel errichtet, der mit dem Taltempel der Chephren-Pyramide fast exakt in einer Linie liegt. Wozu der Sphinx diente ist unbekannt, möglicherweise sollte er das Plateau von Gizeh bewachen. Der deutsche Ägyptologe Herbert Ricke meint, dass die Statue zum Sonnenkult gehörte und Harmachis, einen Aspekt des Sonnengotts Horus, darstellt. Möglicherweise ist die Statue aber auch ein Bild des Pharaos Chephren, dargestellt als Horus. Der Kopf wurde wohl mehrmals überarbeitet. Verantwortlich für die zerstörte Nase sind wohl nach türkische Truppen, die den Sphinx zu Artillerieübungen benutzten.
Mit versteinertem Blick starrt die große ägyptische Sphinx seit (angenommenen) rund 4500 Jahren gen Osten. Sollte sie jemals blinzeln, so wäre es wohl im März oder September, wenn die Sonne zur Tag-und-Nacht-Gleiche aufgeht und die Strahlen direkt in ihre steinernen Augen fallen. Eine Deutung ihres zwitterhaften Charakters wird beim Blick auf die Sternkarte des Monats März deutlich. Das Fabelwesen soll die symbolische Verschmelzung der Sternbilder Löwen und Jungfrau darstellen, die beide im Frühjahr am Osthimmel aufgehen. Dank überlieferter Texte aus dieser Zeit wissen wir, dass die Sphinx Haremachet (Horus im Horizont) die göttliche Personifizierung der aufgehenden Sonnenscheibe am Osthorizont repräsentiert.
Die Sphinx steht also für die rituelle Bedeutung der Haupthimmelsrichtungen
denn sie ist bewusst entlang der östlichen Hauptachse ausgerichtet. Diese
Richtungen haben ihren Ursprung in der täglichen Drehung des Himmels um den
Himmelspol, ein Ort von entscheidendem Interesse für die alten Ägypter. Die
Anlage von Gizeh folgt dabei der Ausrichtung eines exakten Gitters
(Kardinalnetz).
Eine weitere astronomische Interpretation wird von Graham Hancock und Robert
Bauval vertreten. Sie beharren darauf, die Landschaft von Gizeh spiegelt den
Himmel wider. Dabei setzen sie die Sphinx mit dem Löwen gleich und
vergleichen den Nil mit der Milchstraße am Himmel. Aus dem Wissen der
Verbundenheit der Gürtelsterne des Orion mit den Pyramiden, verkünden sie,
diese Abbildung des ägyptischen Himmels am Boden kann nicht aus dem Jahr
2500 v. Chr. stammen. Da die Sphinx zum Aufgang der Sonne gen Frühlingspunkt
blicken soll, besitzen sowohl der Löwe als auch der Himmelsjäger Orion die
falsche Orientierung. Sie spiegelten also nicht die himmlischen Verhältnisse
jener Epoche wider, die mit der Schöpfungszeit der ägyptischen Mythen
zusammenfielen.
Eine amerikanische Expedition ist der Sphinx vor fast 30 Jahren mit gewaltigen Bohrmaschinen zu Leibe gerückt. Zwischen den Pranken drangen sie sieben Meter tief in das Gestein. Seismische Messungen deuteten auf Kammern tief unter dem Leib der Sphinx hin. Doch sie erwiesen sich als natürliche Hohlräume. Weitere Sprengungen und Bohrungen hat die Ägyptische Altertümerverwaltung untersagt - für die Verfechter von Cayces Theorie eine gezielte Verschwörung der traditionellen Archäologie. Forscher widmen sich bis heute der Frage, ob die Sphinx in grauer Vorzeit von einer gewaltigen Flut heimgesucht wurde. Einst waren die Pyramiden von einem Meerbusen umgeben, berichtet bereits Herodot. Manche sehen in den auffälligen Erosionsmustern im Kalkstein ein Indiz für sintflutartige Regenfälle. Der Mathematiker René Schwaller de Lubicz fahndete vor 70 Jahren nach geologischen Spuren der Flutkatastrophe. Vertikale Rillen in den Kalkstein-Schichten führte er auf Auswaschungen durch Wasser zurück. Für ihn ließ das nur einen Schluss zu: Die Sphinx muss ein Relikt eines versunkenen Volkes sein. Die Debatte über die Ursachen der Erosion schlug hohe Wellen. Heftige Regenfälle gab es in Ägypten zuletzt vor etwa 7000 Jahren. Zu früh für eine Hochkultur? |
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