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Im Tempel der Vimaanas
Die Vorstellung, daß unsere Erde von Wesen aus dem All besucht wurde, deren Heimat fremde Planeten in anderen Sonnensytemen, manchmal sogar andere Galaxien sind, ist den gläubigen Hindus seit Jahrtausenden geläufig. Die indischen Wissenschaftler beziehen heute diese Erkenntnisse in ihre Forschungen mit ein. Es ist in Indien schon lange nicht mehr die Frage, ob solche Vimanas tatsächlich existiert haben. Natürlich existierten sie. Vielmehr gilt es den Forschern dort nun zu differenzieren, welche Vimanas von wem gebaut und benutzt worden sind und was aus den Beschreibungen in den alten Manuskripten für heutige Entwicklungen verwendet werden kann. Im Vimana-Veda werden die verschiedensten Flugschiffe beschrieben. Manche dieser Maschinen stammten mit Sicherheit nicht von der Erde. In den Texten ist die Rede von Rakshasas, den Wesen der Finsternis und Gewalt, die mit ihren Vimanas aus den Tiefen des Alls kamen. Doch andere fliegende Maschinen wurden von irdischen Konstrukteuren erschaffen - den Rishis. Es waren keine Menschen, aber auch keine Götter. Wir können sagen, daß die Rishis eine eigene Art, eine ganz besondere Rasse von Wesen bildeten, die schon lange auf dieser Welt weilten, bevor die Menschen anfingen, nach dem Sinn ihrer Existenz auf der Erde zu suchen. Nach menschlichen Maßstäben waren sie seit Anbeginn der Zeit hier und durchschritten die verschiedenen Yugas, die Weltzeitalter, an der Seite der Götter und Menschen. Sie waren die Mittler zwischen der Welt des Göttlichen und der Welt der Menschen, die Hüter einer universellen Weisheit und ihrer allumfassenden Gesetzmäßigkeiten. Die Rishis sind allgegenwärtig in der heiligen Tempelstadt. Der Besucher begegnet ihren Spuren auch im Sri Ekambaranatha Tempel. Dieses Heiligtum gehört zu den größten sakralen Bauten in Kanchipuram. Allein seine Grundfläche bedeckt neun Hektar Land. Der Tempel wird von einer gewaltigen Außenmauer aus Granit umgeben. Auch sein Gopuram, der Torturm, ist äußerst beeindruckend. Mit einer Höhe von mehr als sechzig Metern gehört der aus Granit erbaute, über und über mit Abbildern von Göttinnen, Göttern und Helden der indischen Mythologie bedeckte Koloß zu den größten Tempeltürmen von Kanchipuram. Der aus einem einzigen Granitblock geschnittene, wohl mindestens ein halbes Dutzend Tonnen schwere Schlußstein des Gopuram mit seinen charakteristischen, an überdimensionale Spulen oder Kondensatoren erinnernden Verzierungen, wird nach den Fahrzeugen der indischen Gottheiten Vimana genannt Im Innern des Tempels umgeben fünf weitere Einfriedungen den Zentralbau des Heiligtums und eine Tausend-Säulen-Halle, wie man sie in allen südindischen Hindu-Tempeln findet. In Wirklichkeit besteht diese Halle allerdings nur aus 540 mit überaus filigranen Steinmetzarbeiten geschmückten Granitsäulen, die allesamt Szenen aus dem Mahabharata, dem Ramajana und einigen weiteren indischen Epen darstellen. Von den Säulen und Erkern lächeln die hinduistischen Götter herab, aus Ecken und Winkeln grinsen fratzengesichtige Dämonen. In diesem Tempel existiert ein Archiv, in dem heilige Texte verwahrt werden. Dazu gehören neben historischen Überlieferungen auch yogische Lebensregeln und geheime Manuskripte, die magische Rituale beschreiben. Fremden sind diese Bibliotheken verschlossen, ebenso wie Nicht-Hindus der Zutritt zum zentralen Heiligtum des Tempels untersagt ist. Vor gut einhundert Jahren kam ein Mann aus den USA auf seiner Reise durch Indien auch nach Kanchipuram. Er freundete sich mit einem Priester der Tempelschule an, den er während einer der damals recht häufigen Hungersnöte in seinen Bemühungen unterstützte, das schlimmste Leid der Bevölkerung zu lindern. Dieser Amerikaner suchte nach den Spuren einer versunkenen Hochkultur, von der er glaubte, daß sie einstmals im Gebiet des heutigen Pazifik existiert hätte. Als der Priester das überaus große Interesse des Fremden an der Vergangenheit erkannte, lehrte er ihn die alten Sprachen und machte ihm schließlich auch einen Teil jener uralten steinernen Platten zugänglich, deren eingemeißelte Texte vom Untergang jenes Landes berichteten, das der Amerikaner Mu nannte. Dieser Fremde, von dem die Priester des Tempels noch heute gern erzählen, war der Forscher und Schriftsteller James Churchward.
Ein merkwürdiges
Gebilde steht inmitten des Tempelgeländes. Es handelt sich um einen
mindestens fünf Meter hohen, mit Messingblech verkleideten Mast, der in
seiner Form stark an den Trägermast einer Elektrizitäts- oder
Telegrafenleitung erinnert. Selbst stilisierte Kondensatoren an den
waagerecht verlaufenden Querträgern sind ohne weiteres erkennbar. Lediglich
die Leitungen fehlen, ansonsten ist die Illusion eines technischen Bauwerkes
perfekt. Doch winzige Glöckchen imitieren täuschend ähnlich das Klingen von
Telegrafendrähten im Wind. Dies ist ein Victory Pillar, eine sogenannte
Siegessäule. Sie findet sich in der einen oder anderen Form in jedem Tempel,
der Shiva geweiht ist. Diese Victory Pillars erinnern an den Sieg der Göttin
Durga über die Dämonen. Durga ist im hinduistischen Glauben die Verkörperung
der furchterregenden Seite von Parvati, der schönen und gütigen Tochter des
Himalaja. Während Parvati als Gefährtin Shivas verehrt wird, handelt Durga
selbständig und bekämpft die Dämonen der Unwissenheit und Falschheit mit
ihrer ungezügelten Stärke. Die Legende, welche zu Durgas Verehrung führte,
wird auch im Durga Charitra - zu Deutsch "Durgas Taten" -, einer der
berühmtesten Mythen des Hinduismus, überliefert. Zur Zeit der Götter und
Rishis übte der gewaltige Dämon Mahishasura so strenge Askese, daß die
Götter ihm fast unbegrenzte Macht verleihen mußten. Diesen Umstand gedachte
der Dämon für seine Zwecke zu nutzen, denn er wollte den Göttern die
Herrschaft über die Welt entreißen. So nahm er Büffelgestalt an und stürmte
gegen die Tore des Himmels. Von seiner schrecklichen Macht und dem
nachfolgenden Chaos waren die erzürnten Götter dermaßen überwältigt, daß sie
Durga schufen, womit sie all ihre Kraft in einer einzigen Göttin
vereinigten. Durga besiegte die Dämonenheere und vernichtete nach
mörderischem Kampf schließlich auch Mahishasura. Es heißt in der Legende,
daß Durga und ihre Verbündeten nur deshalb siegten, weil sie sich über weite
Strecken verständigen konnten, ohne daß die Dämonen in der Lage waren, diese
Gespräche mitzuhören. Überall im Land standen damals diese Masten, die heute
Siegessäulen genannt werden. Sie waren der Überlieferung nach durch
metallene Drähte miteinander verbunden. Diese Konstruktion nutzen Durga und
ihre Verbündeten - die Götter und Rishis -, um sich zu verständigen. So
blieben ihre Pläne vor den Feinden geheim, und sie vermochten die
entfesselten Dämonen zu schlagen. Die Konstruktion der Siegessäulen und die
Idee der Verständigung durch die metallenen Drähte stammte von den Rishis,
welche schließlich auch die Siegessäulen schufen. So hatten sie einen
wesentlichen Anteil am Sieg über die Dämonen. Betrachtet man die
Konstruktion am oberen Ende des Mastes aus der Nähe, so ist die Ähnlichkeit
mit einem modernen Telegrafenmast noch größer. Die beschriebene Legende paßt
dazu. Was heute als Symbol des Sieges über einen bedrohlichen und
möglicherweise nicht menschlichen Gegner der Menschheit verehrt wird, war
einstmals Bestandteil einer technischen Anlage - eines umfangreichen
Kommunikationssystemes, das in den Tagen der Vorzeit zumindest ganz
Südindien und vielleicht noch weitere Teile des Subkontinentes umspannte. Am
Sockel der "Siegessäule" sind in steinernen Reliefs Bildnisse der Gottheiten
Shiva und Durga sowie Episoden des Kampfes gegen die Dämonenheere
eingemeißelt. Wenige Meter davon entfernt findet sich die Darstellung des
Dämonenherrschers Mahishasura. In der sakralen indischen Kunst ist die
Abbildung Durgas auf ihrem mythischen Reittier, dem Löwen, im Kampf gegen
den Büffeldämonen ein recht beliebtes Motiv. Meist erscheint Mahishasura als
aggressiver, waffenschwingender Angreifer mit einem wilden, tierartigen
Kopf. Auf moderneren Bildern führt der Dämon dann schon einmal ein Gewehr
oder gar eine Kanone mit sich. Doch in Kanchipuram ist nichts von all dem zu
sehen. Die Darstellung Mahishasuras im Sri Ekambaranatha Tempel ist eher
abstrakter, um nicht zu sagen, technischer Natur. Gegenüber der
"Siegessäule" steht ein etwa ein Meter hoher granitener Sockel, auf dem der
Dämon plastisch in der Form einer Flugscheibe, so wie sie sich auch in den
bildlichen Darstellungen des Kailasanatha-Tempels findet, aus dem harten
Stein modelliert ist. Bis heute erinnert ein zehntägiges Tempelfest, das
jedes Jahr im März abgehalten wird, an die Schlacht Durgas gegen die
Dämonen. Während des Festes werden die Statuen von Durga und Mahishasura in
einer rituellen Prozession durch den Tempel und die umgebenden Straßen
getragen. Zum Abschluß dieses farbenprächtigen Umzuges plazieren die
Priester dann die Abbilder des Dämonen und seiner Bezwingerin vis-à-vis im
Abstand von mehreren Dutzend Metern an einem exponierten Platz auf dem
Tempelhof, ganz in der Nähe des Victory Pillar. Anschließend wird die
Schlacht zwischen Durga und den Dämonenheeren in Tänzen und Gesängen sowie
durch das Abbrennen zahlloser Feuerwerkskörper dargestellt. Die farbigen
Raketen werden solange auf das aus relativ leicht brennbaren Materialien
hergestellte Abbild Mahishasuras abgefeuert, bis der Dämon in Flammen
aufgeht. Dann feiert die Menge den Sieg Durgas über die Mächte der
Finsternis. Besondere Beachtung bei diesem Geschehen verdient die Tatsache,
daß jene bei der symbolischen Schlachtdarstellung verwendeten
Feuerwerkskörper die mächtigen "Himmelspfeile" darstellen sollen, welche
Durga einst auf ihren Widersacher abfeuerte. In Anbetracht der Darstellung
Mahishasuras in Form seiner Vimana fällt es nicht schwer, diese
"Himmelspfeile" als Raketengeschosse zu identifizieren, welche einst jenes
Wesen vernichteten, das in die indische Mythologie als "Büffeldämon"
einging.
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