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Die Zeitrechnung

Eines der interessantesten Kapitel der Menschheit ist die Entstehung der Kalender.

Schon die alten Chinesen oder auch die Azteken beobachteten die Bahn des Mondes und der Sonne genau und entwickelten eigene Kalender. Dadurch konnten sie sogar Mondfinsternisse vorhersagen.

Die ersten Kalender entstanden durch Zwang. Wer den Boden bestellen will und den Zeitpunkt der besten Aussaat nicht verpassen wollte, der musste eine Richtlinie haben, einen Kalender. Wann und wo der erste Kalender erstellt wurde ist nicht nachvollziehbar, sicher aber ist, dass diese Kalender von besonders gestellten Personen erarbeitet wurden. Heute würde man sie als Medizinmänner, Schamanen, Heilige, Druiden, Priester oder als Gelehrte bezeichnen. Sie hatten ein hohes Ansehen innerhalb der Gruppe und einen besonders schutzwürdigen Status. Ohne Sie war eine gute Ernte nicht garantiert und somit der Fortbestand der Gruppe in Frage gestellt. Sie sind die Urheber unserer modernen Zeitrechnung.

Die Berechnung eines Kalenders erfordert besondere Kenntnisse in der Mathematik. Man kann heute davon ausgehen, dass die Mathematik ihren Ursprung in der Kalenderberechnung hat. Auch Heute, im Zeitalter der EDV, ist die Kalenderberechnung eine "Kunst" für sich. Sieht man die Komplexität eines Kalenders einmal mit den Augen eines Menschen von vor über 7000 Jahren, so kann man die Ehrfurcht vor den Erstellern verstehen. Es hat zur damaligen Zeit Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte gedauert bis ein Kalender feststand, fertig wurde er ja nie. Immer weiter wurde er perfektioniert und diente dabei auch der Weissagung und Prophezeiung. Eine Mond oder Sonnenfinsternis vorherzusagen war, und ist, eine herausragende Leistung. Wer dies konnte hatte Macht. Die Macht über Leben und Tot.

Aztekischer Kalender

Maya Kalender

 

Eine Uhr ist für uns etwas Alltägliches. Das war nicht immer so. Vor 100 Jahren war noch die Kirchturmuhr das Maß der Zeit. Davor gab es nur den Sonnenauf- und Untergang. Der Tag war zum Arbeiten und die Nacht zum Schlafen da. Die Kirche gab das Datum vor mit dem Gregorianischen Kalender und bestimmte den Monatsablauf. Das Datum gaben den Menschen vor wann sie was zu tun hatten.

Die Regeln des Kalenders waren eng gesetzt und unumstößlich.

 

Doch was ist ein Kalender und wie entstand er. Zuerst einmal, es gibt drei Haupttypen von Kalender:

·         Den Mondkalender oder lunare Kalender
Dieser Typ von Kalender dürfte der älteste von allen sein. Er richtet sich nach den Mondphasen und geht von Neumond zu Neumond. Die Mondphasen sind einfach zu zählen und für jeden nachvollziehbar.

·         Den Sonnenkalender oder solare Kalender
Er richtet sich nach jährlich wiederkehrenden Sonnenständen und ist nur durch eine Langzeitbeobachtung möglich.

·         Den Mischkalender oder lunisolare Kalender
(siehe unten: Griechen)

 Ein grundsätzliches Problem bei einem Kalender liegt in der ungleichen Länge von mondbasiertem und sonnenbasiertem Jahr.
Das hat seine Ursache darin, dass das Tropische Jahr, die Umlaufzeit der Erde um die Sonne, eine Länge von 365,2422 Tagen hat, während ein Lunares Jahr, das nach den Synodischen Monaten, also der Umlaufzeit des Mondes um die Erde von Neumond zu Neumond, berechnet wurde, 12 X 29,5306 = 354,3672 Tage hat und damit deutlich kürzer ist.

Würde man dies nicht korrigieren, so verschiebt sich der Jahresanfang immer weiter, läuft durch alle Jahreszeiten hindurch, um nach 33 Jahren wieder dem ursprünglichen Anfangspunkt zu entsprechen. Da dies nicht gewollt ist, bestand das Problem, diesen Zeitunterschied zu korrigieren. Die frühen Kalender mussten also- trotz Zählung nach Monden/Monaten - einen Ausgleich zum Sonnenjahr schaffen.

 

Die Ägypter rechneten zunächst mit dem Mond, stellten dann aber fest, dass der Stern Sirius alle 365 Tage neben der Sonne zu beobachten war, zu der Zeit als die Nilschwemme begann. Auf diesen Beobachtungen erstellten sie den ersten Sonnenkalender mit 365 Tagen, der entweder 4241 oder 2773 vor unserer Zeitrechnung begann.

Die Griechen haben das Modell des Gebundenen Mondjahres entwickelt. Um 500 v.u.Z. wechselten bei ihnen Perioden von fünfjähriger Dauer, die aus je 12 Monaten bestehen, mit solchen von dreijähriger Dauer, die aus 13 Monats-Jahre haben. Der Metonische Zyklus (von Meton um 432 v.u.Z. entwickelt) umfasst 19 Jahre, wobei 12 Jahre 12 Monate haben und 7 Jahre 13 Monate. Dabei rechneten sie für die Gesamtperiode mit 125 30-tägigen und 110 29-tägigen Monaten.Nach diesem 19-jährigen Zyklus fallen die Mondphasen genau auf die gleichen Tage im Jahr.

Die alten Römer haben recht willkürlich Tage "zwischengeschaltet", um im Jahreslauf zu bleiben. Der Jahresanfang lag zunächst beim 1. 3., wovon die Monatsnamen September (der Siebte) bis Dezember (der Zehnte) noch heute zeugen.

Der Julianische Kalender wurde auf Anraten des Astronoms Sosigenes von Julius Cäsar eingeführt (45 v.u.Z.). Dabei wird in den durch 4 teilbaren Jahren ein zusätzlicher Tag eingeführt (Schaltjahr). Die Jahre haben eine durchschnittliche Länge von 365,25 Tagen, was aber noch immer 0,0078 Tage länger als das Tropische Jahr ist !
Die "Monate" erfüllen nur noch eine jahresteilende Funktion und sind nicht mehr an den Synodischen Monat und damit an die Mondphasen gebunden. Der Jahresanfang wurde auf den 1. 1. verlegt, die dabei neu eingeführten Monate Juli und August wurden erst später nach Julius Cäsar und Kaiser Augustus benannt.
(Die beiden Monate Juli und August haben aufeinanderfolgend 31 Tage. Dies wird damit begründet, dass beide Monate Namen von einem Kaiser tragen und beide gleich sein sollten. )

Der Julianische Kalender (und mit ihm Monatsnamen, der Februar als Monat des Schalttages usw.) wurden im Mittelalter zum abendländischen Standard. Doch schon Beba Venerabilis (673-735) stellte fest, dass sich die Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche um 3 Tage verschoben hatte, d.h. laut Kalender zu früh stattfand.
Am Ende des 16. Jahrhunderts machten sich die 0,0078 Tage Differenz in der Weise bemerkbar, dass sich 10 "überschüssige" Tage angesammelt hatten und sich die festgesetzten Zeitpunkte immer mehr verschoben.

Abhilfe schaffte der Gregorianische Kalender, der 1582 von Papst Gregor XII. eingeführt wurde. In diesem Jahr folgte auf den 4.10. sofort der 15.10.
Gleichzeitig wurde festgelegt, das von den jeweils ersten Jahren eines neuen Jahrhunderts (1600, 1700 usw.) nur diejenigen Schaltjahre sind, die sich durch 400 teilen lassen. Somit wurde erreicht, dass die durchschnittliche Jahreslänge 365,2425 Tage beträgt und der Gregorianische Kalender erst nach 3000 Jahren um knapp einen Tag vom Tropischen Jahr abweicht.

Von allen alten Kalendern, die uns bekannt sind, ist der Kalender der Maya in Mittelamerika der rätselhafteste. Einerseits bestätigt er unsere heutigen astronomischen Messungen am genauesten, andererseits beginnt die Kalenderrechnung dieses Volkes mit einem "Anfangsdatum", das in die Vorgeschichte hineinreicht.
Seit vielen Jahrzehnten bemüht sich die Forschung darum, diesen Kalender zu erhellen. Das ist besonders für die Kulturgeschichte sehr wichtig, weil die religiösen Vorstellungen und Kulte der Maya aufs Engste mit einer fast "neurotisch" zu nennenden Beobachtung der Gestirne verbunden sind.
Dieser mehr als 5000 Jahre währende, angsterfüllte Blick auf den Himmel kann nur die Reaktion auf ein Ereignis sein, das aus dem Kosmos kam.
Wenn also irgendwo über die Möglichkeit von kosmischen Katastrophen nachgedacht wird, muss man die Mayavölker Mittelamerikas zu den wichtigsten "Zeugen" machen. Das hat die orthodoxe Wissenschaft aber bis in unsere Tage nicht getan, weil man kosmische Katastrophen mit globalen Auswirkungen für historische Zeiten völlig ausgeschlossen hat.
So beruhen alle bisherigen Untersuchungen des Maya-Kalenders auf der Annahme, dass sich das Himmelsbild nicht verändert habe. Diese Prämisse stimmt nicht.

Allein schon die Tatsache, dass die Maya ihre gesamte Religion mit wahrem Fanatismus auf die Himmelsbeobachtung ausgerichtet haben, beweist ein besonderes, prägendes und zutiefst erschütterndes kosmisches Erlebnis.
Da die Schulwissenschaft diese Möglichkeit ausgeklammert hat, sind viele Aussagen, die in der Spezialliteratur über den Maya-Kalender gemacht werden effektiv falsch.

Die bewundernswert genaue Tageszählung der Maya, die eine sehr lange und konstante Himmelsbeobachtung voraussetzt, muss etwa um 3000 v.Chr. begonnen haben. Und ganz ohne Zweifel war der Anlass für den Beginn der Mayazeitrechnung kosmisch-katastrophischer Art.

Anhand von astronomischen Ereignissen, wie Sonnen- oder Mondfinsternissen, wird in der Maya-Forschung versucht, eine Korrelation zum heutigen Kalender zu finden. Dabei gehen die Meinungen aber auseinander und so gibt es zwei gängige Synchronisationen, die um zwei Tage differieren. Bei der hier verwendeten Berechnung ist der 23.Dezember 2012 (Tag nach der Wintersonnenwende) als 0.13.0.0.0.0 festgelegt. Dieser Zusammenhang ist auch Anlass zu vielen Spekulationen über den Weltuntergang im Jahr 2013. Bei der Synchronisation des Tzolkin wird der Tag 0.0.0.0.0.0 als 4 Ahau festgelegt. Der Tzolkin ist der heilige Kalender der Mayas. Er besteht aus 13 Tönen und 20 Siegel, die in einem doppelt synchron laufenden Muster zu allen möglichen, also 260, Kombinationen vereinigt werden.

Der Maya Kalender endet am 22.12.2012 …
Diese ungefähre Zeitbestimmung haben die Maya uns selbst hinterlassen. Es war ihr Anfangsdatum 13 baktun, 4 ahau, 8 cumku. Die Maya waren sogar so sorgfältig, dass sie auch die astronomischen Koordinaten angaben.

Der Jüdische Kalender

Die jüdische Zeitrechnung bezieht sich auf die Schöpfungsgeschichte der Welt. Sie wird seit dem zehnten Jahrhundert (neuer Zeitrechnung) auf das Jahr 3761 vor dem Beginn der neuen Zeitrechnung datiert.
Der jüdische Kalender orientiert sich - lunisolar - an den Sonnen- und Mondphasen. Die Monate werden nach dem Mond, die Jahre nach der Sonne berechnet. Der Tag beginnt am vorangehenden Abend mit dem Hereinbrechen der Nacht. Der siebte Tag - samstags -, der Ruhetag, wird Schabbat genannt. Die jüdische Woche beginnt folglich mit dem Sonntag.

Das jüdische Jahr unterteilt sich in zwölf Monate; einige sind mit 29 Tagen "mangelhaft", andere werden mit 30 Tagen als "volle" Monate gezählt. Die Monatsnamen sind aus dem Babylonischen entlehnt: Tischri (1. Monat), Cheschwan, Kislew, Tewet, Schwat, Adar, Nissan, Ijar, Siwan, Tamus, Aw und Elul (letzter Monat des Jahres).

Um die Ungenauigkeiten auszugleichen, wird in Abständen dem Jüdischen Kalender ein weiterer Monat, Adar II, hinzugefügt. Für die Berechnung des Jahresanfangs ist der Zeitpunkt wichtig, an dem der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht, die so genannte "mittlere Konjunktion". Das jüdische Jahr beginnt in den Monaten September oder Oktober. Der Jahresbeginn wird "Kopf des Jahres", im Hebräischen Rosch Haschana genannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Monat war ursprünglich die Zeit, die zwischen zwei Neumonden verging - also etwa 29,5 Tage. Damit ergab sich die Schwierigkeit, Monate und Sonnenjahr in Einklang zu bringen. Ein Sonnenjahr ist der Zeitraum, den die Erde benötigt, um die Sonne einmal zu umkreisen, und dauert 365,25 Tage. Ein Jahr mit 12 Mondmonaten (354 Tage) ist kürzer, ein Jahr mit 13 Mondmonaten (383,5 Tage) jedoch länger als ein Sonnenjahr. Viele Völker wie zum Beispiel die Griechen ließen dazu Jahre mit 12 und 13 Monaten in verschiedenen Folgen wechseln.

Der römische Kaiser Julius Cäsar führte 46 v. Chr. den später nach ihm benannten Kalender ein. Dabei ließ er sich von einem ägyptischen Gelehrten beraten. Cäsar führte unser Schaltjahr ein und legte den Jahresbeginn auf den ersten Januar - bis zu diesem Zeitpunkt begann das Jahr im März.

Seit 1582 gibt es den Gregorianischen Kalender, der heute fast überall auf der Welt im täglichen Leben verwendet wird. Er wurde vom Papst Gregor XIII. eingeführt und hat den Vorteil, dass er vom tatsächlichen Lauf der Sonne weniger abweicht. Erst in 3000 Jahren ergibt sich eine Differenz von einem Tag - eine bisher unerreichte Präzision.

 

Gregorianischer KalenderBriefmarke

Der arabische Kalender dagegen basiert auf dem Mondjahr. Daher fallen muslimische Feiertage nach unserem Gregorianischen Kalender jedes Jahr auf einen anderen Tag.

 

 
 
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