Tagebuch über
Patch Adams in Deutschland.

Die Vorbereitung (1):

"Pass` auf, wenn Du
Till Eulenspiegel triffst ...."


Wir sitzen in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln in deren Ratskeller.
Wilfried und ich haben drei Tage frei und sind durch die Gegend gefahren.
Irgendwann wurde mir innerlich gesagt, wir sollen nach Mölln,
und dort einen Teil von Wilfrieds Vergangenheit klären.

Nachdem wir das erledigt haben, geniessen wir unser Essen.
Irgendwie sieht die Kellnerin aus wie eine Ur-ur-ur-ur-Enkelin
von Till Eulenspiegel.
Genau das Gesicht, die Augen, den Schalk dahinter.

Doch sie findet das gar nicht lustig.

Wilfried bringt einen Prospekt, und dort steht:
Nächstes Jahr, im Mai 2000, wird der
Till Eulenspiegel vergeben.

Ich lese es durch.
"Das kennt doch keiner !", sage ich zu Wilfried.
"Wollen wir das der Stadt nicht mal als ein
internationales Medien-Ereignis gestalten ?"

Was ich an Wilfried liebe, ist,
daß er in solchen Momenten nicht "NEIN !" sagt.

Wir fahren nach Hause, und plötzlich klickt es in mir.
Wir machen eine internationale Veranstaltung, und bringen
Patch Adams als den
Internationalen Till Eulenspiegel nach Mölln.
Bei Patch Adams lacht Wilfried auf.

Als der Film im April 99 in Deutschland lief, hat ihn niemand beachtet.
Ich habe Faxe an alle mir bekannten Ärzte und Heilpraktiker versandt,
und sie gebeten, doch unbedingt diesen Film zu schauen  

Wilfried war einer davon.
Und er hat das Fax gleich an andere Ärzte weitergeschickt.
Hätte diese Fax-Kette geklappt, wären jetzt wohl die meisten Ärzte kuriert.
Aber der Film "Patch Adams" war in Deutschland nur knapp 2 Wochen
in den Kinos, und wurde seltsamerweise nicht groß bekannt gemacht.
Keine Vorankündigung, keine Stars, die in den Talkshows auftauchten,
keine Artikel über den wahren Arzt Patch Adams, nichts.

"Das beste für mich an diesem Film", sagt Wilfried, war der Beginn,
die Zeile "this is based on a true story".

[Vorbereitung,
die II.]
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