Markus Roth
The Depths Of Space
Die Maus riecht den Käse
Prolog :
Wieder einmal trat das Rollokabinett zusammen. Die nunmehr schon 480. Sitzung des Kabinetts fand unter guten Bedingungen statt. Auf dem Planeten der Rollos, Rivania, war es wohl vergleichsweise ca. 8:30 Uhr morgens. Die Zeitangabe konnte man allerdings nicht in der normalen Erdenzeit machen, weil ein Tag auf dem Heimatplaneten der Rollos 28 Stunden und 34 Minuten dauerte. Die einhundert Abgeordneten, die alle eine andere Interessengruppe vertraten, betraten die Halle des Gesetzes. Früher war diese Halle das Thronzimmer des Imperators aber der hatte vom Gefängnis aus, wenig zu sagen. Dort wo früher der Thron des Imperators stand, befand sich nun eine steinerne Waage. In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch an dem die hundert Abgeordneten Platz hatten.
Der Thronsaal befand sich in der Hauptstadt des Heimatplaneten der Rollos. Die Hauptstadt, Galom, war schon vor vielen hundert Jahren erbaut worden. Die Stadt stand in der Nähe des Südpools. Auf vielen anderen Planeten war dort Eis anzutreffen aber auf Rivania befanden sich an den Polen, Meere. Die Pole waren die einzigen Stellen auf dem Planeten auf denen es Wasser gab. Der Rest des Rollo Heimatplaneten bestand völlig aus Wüste. In der Nähe des äquators gab es zwar auch einige Siedlungen aber hauptsächlich lebten die Rollos um die beiden Meere herum. Sogar in den Meeren befanden sich Unterwassersiedlungen.
Die Abgeordneten hatten ihre Plätze eingenommen und begannen ihre Unterlagen vorzubereiten. Das Thema dieser Sitzung waren die diplomatischen Beziehungen des Imperiums. Das folgende Gespräch war überall im Rollo Imperium zu hören, weil das Volk letztlich abstimmen mußte, was getan werden sollte. Die Abgeordneten waren eigentlich nur dazu da, Vorschläge zu unterbreiten und diese durch Argumente zu untermauern. Der am Ende die besten Argumente hatte, konnte damit rechnen, daß er die Wahl gewinnen würde.
Der oberste Sprecher, Korritz van Geldor, ließ die Sitzung beginnen. Ihn hatte man zum sogenannten Gesprächwächter gewählt. Das bedeutete, er verhinderte Zwischenrufen und der Gleichen, außerdem hatte er das Recht die Sitzung zu beginnen und wenn alle ihre Vorschläge und Argumente vorgebracht hatten auch wieder zu beenden. Die Position des Gesprächsverwalters galt im Imperium als die höchste, obwohl ein solcher auch nicht viel mehr Macht hatte als die anderen Abgeordneten und er mußte immer völlig neutral sein. Also waren es eigentlich bloß 99 Abgeordnete, die Meinungen vertraten.
Van Geldor sah sich seinen Datenblock an.
"So meine Herren. Wir diskutieren heute unsere diplomatischen Beziehungen. Wie Sie ja wissen, hat das alte Rollo Imperium, unter dem Imperator, die Zarabiten jahrelang angegriffen und ausgebeutet. Und auch die Föderation traut uns nicht wirklich. Wir müssen unser Ansehen unbedingt verbessern, sonst können wir in dieser friedlichen Welt nicht mehr überleben."
Admiral Gorr’k, der Abgeordnete, der die militärische Interessen vertrat, antwortete darauf:
"Genau, da hat van Geldor völlig Recht. Die Zarabiten haben allen Grund auf die Rollos sauer zu sein. Und sie machen langsam technische Fortschritte." Gorr’k sah in die Runde. "Ich brauche ihnen ja wohl nicht zu erklären, daß wir eine verschwindend kleine Militärstreitkraft haben. Das liegt vor allem daran, daß wir so ziemlich alle Soldaten, der Imperatorarme, vor Gericht gestellt und verurteilt haben. Nur die aller unwichtigsten Soldaten, der alten Arme, die unter dem Befehl des Imperators standen, führen heute noch ihre Arbeit aus. Unsere Raumschiffe sind chronisch unterbesetzt und über unsere Bodentruppen können wir ganz vergessen."
Van Ilgor, ein Abgeordneter, der den wirtschaftlichen Aspekt vertrat, brachte Folgendes hervor.
"Die Rasse der Rollos hat über 20% ihrer Population verloren. Ich meine die Erst- und Zweitklässler machten einen großen Teil unserer Bevölkerung aus und einige von ihnen sitzen jetzt im Gefängnis."
"Das haben Sie auch verdient!" warf der Vertreter der Arbeit ein.
"Bitte, bitte!" unterbrach van Geldor, der Gesprächswächter. "Solche Kommentare bringen uns nicht weiter."
Van Geldor blieb gerne sachlich.
Der Abgeordnete van Serrus sprach:
"Also wir sollten einen ständigen Dialog mit der Föderation führen. Genauso bei den Zarabiten."
"Dabei dürfen wir nicht vergessen, daß wir, oder besser unsere Vorgänger, unheimlich viel Schaden in der Konföderation der Zarabiten verursacht haben. In der Technik hinken sie ein viertel Jahrhundert hinterher und das ist alles die Schuld des Imperators", erklärte Admiral Gorr’k.
"Nein, nein. Das sehen Sie falsch. Die Zarabiten sehen in allen Rollos die Verursacher ihrer Probleme", warf ihm van Serrus entgegen.
"Und gerade deswegen sollten wir darauf achten, daß sich das ändert", konterte Admiral Gorr’k.
Ein weiterer Abgeordneter bestätigte das:
"Exakt! Ich mache daher den Vorschlag, ein diplomatisches Treffen mit der Föderation und den Zarabiten zu arrangieren, mit dem Argument, daß wir unser Ansehen verbessern müssen, um wieder einen Platz in diesem Quadranten zu haben."
Van Geldor notierte sich den Vorschlag auf seinem Datenblock.
Van Erish, ein alter Skeptiker, äußerte noch etwas:
"Zwei Dinge stören mich noch an diesem Vorschlag. Erstens würde ich sagen, daß wir zwei Treffen arrangieren sollten. Eines allein mit der Föderation und das andere alleine mit den Zarabiten. So können sich die Abgesandten besser auf die einzelnen Rassen konzentrieren. Und zweitens möchte ich noch ein Problem ansprechen, und zwar sind wir Rollos nicht die geborenen Diplomaten. Unsere Diplomaten werden sicherlich Schwierigkeiten kriegen."
Van Geldor nickte. Dann sah er zu Admiral Gorr’k und fragte ihn:
"Sie haben doch schon mal ein Treffen mit der Föderation gehabt. Was denken Sie zur Föderation?"
"Die Föderation ist sozial sehr komplex. Sie besteht aus vielen verschiedenen Spezies. Ich habe bemerkt, daß sie sich in Sachen Diplomatie sehr gut verstehen. Aber sie sind bereit Kompromisse einzugehen und hier geht es ja nicht um ein bestimmtes Problem, sondern wir wollen ihnen unseren guten Willen beweisen."
Der Skeptiker van Erish nickte dazu.
"Dann schlage ich vor, daß wir das Treffen mit der Föderation im Raumgebiet der Sternenflotte starten. Auf diese Weise fühlen sie sich sicher und es fällt ihnen leichter uns zu vertrauen. Selbiges empfehle ich auch für unser Treffen mit den Zarabiten."
Van Geldor nickte und schrieb sich alles auf.
"Ich hätte eine Idee, welche Welt der Föderation für ein solches Treffen geeignet wäre."
Alle wurden hellhörig über die Aussage des jungen van Hiz.
"Es ist eine Welt die in Nahe der Grenze zur Föderation liegt. Sie heißt Aquarius. Eine optisch sehr interessante Welt, die moderat besiedelt ist."
Van Geldor notierte sich auch diesen Vorschlag.
"Also wenn ich jetzt den Vorschlag zur Föderation vervollständigen dürfte", erklärte Admiral Gorr’k. "Ich bin für folgenden Ablauf. Erst bringt eine Corvette eine kleine Truppe von Diplomaten nach Aquarius und fliegt dann wieder ab. Wenn das Treffen vorbei ist bringt ein Föderationsschiff die Diplomaten wieder nach Hause zurück."
Van Geldor notierte sich alles und fing an, die Vorschläge zusammen zu fassen.
Van Erish sagte darauf:
"Da ich das Treffen mit den Zarabiten für gleich wichtig halte, schlage ich vor dazu eine extra Sitzung zu berufen."
Van Geldor nickte und schrieb den Antrag auf. Dann begann er zu reden:
"Also ich fasse mal zusammen. Der heutige Vorschlag zur Abstimmung ist es ein Treffen mit der Föderation auf Aquarius zu arrangieren. Dann haben wir noch den Antrag eine extra Sitzung für das Treffen mit den Zarabiten einzuberufen. Kann man das so stehen lassen?"
Die Abgeordneten nickten.
"Gut", sagte van Geldor. "Möchte noch jemand einen Vorschlag machen oder einen Antrag stellen.? Oder möchte noch jemand gegen die bestehenden Punkte Protest einlegen oder Verbesserungen vorschlagen?"
Die Abgeordneten machten eine Handbewegung die bei den Menschen Kopfschütteln bedeutete.
Van Geldor tippte zufrieden die Punkte zur Wahl in eine Konsole ein. Dann sagte er:
"Ich bitte nun das Volk über die beiden Punkte abzustimmen gemäß dem zweiten Teil unseres Basisregelbuches."
überall im Imperium hatten sich die Rollos zu sogenannten Demokratieplätzen versammelt. Das waren Räume, mit einer Konsole über die man mit ‚ja’ oder ‚nein’ abstimmen konnte.
Das Gesetz für eine solche Abstimmung besagte, daß eine halbe Stunde gewartet werden mußte bis die Ergebnisse bekannt gegeben wurden und zwar ab dem Moment, an die letzte Stimme eingegangen war. Auf diese Weise hatte jeder Nachzügler genug Zeit seine Stimme abzugeben.
Es dauerte etwas 3 Stunden bis die Wahl vollendet war. Die Abgeordneten hatten in dieser Zeit eine kleine Mahlzeit eingenommen.
Der Gesprächswächter van Geldor gab danach die Ergebnisse bekannt. Auch das konnten alle Rollos mitverfolgen.
"Ich teile nun dem Volk die Ergebnisse über Punkt eins uns zwei mit und zwar gemäß den Absätzen acht und neun des zweiten Teils unseres Basisregelbuches. Dem Vorschlag zu einem Treffen mit der Föderation wird mit 92 zu acht Stimmeinheiten stattgegeben und dem Antrag für eine Extratagung zum Thema Zarabiten wird mit 98 zu zwei Stimmeinheiten ebenfalls zugestimmt."
Keiner war über die Festlegung einer Extratagung überrascht. Es diente sehr der Klarheit immer nur ein Thema zu besprechen.
Alle Abgeordneten nickten zufrieden und standen auf. Jetzt kam der Moment an dem der Gesprächswächter die Tagung schloß.
"Also meine sehr geachteten Kollegen und Kolleginnen. Ich setze den Zeitpunkt der nächsten Sitzung in zwei Tagen fest und erkläre die Abstimmung für gültig und authentisch. Sie können gehen."
Die Abgeordneten verließen den Saal.
Kapitel 1 :
Die Shefield befand sich auf einem Standard Patrouillenflug. Die Crew war erholt und zufrieden, denn sie konnte vor kurzem einen kleinen Weihnachtsurlaub einlegen und zwar auf Thay'le. Die Sternenflotte hatte eine kleine Pause gestattet. Die Crew konnte in Ruhe das Weihnachtsfest feiern, obwohl das einige lieber auf der Erde getan hätten.
Captain Riecan saß etwas gelangweilt in seinem Sessel. Der Patrouillenflug dauerte nun schon zwei Wochen und bislang waren keine Vorkommnisse passiert. Trotzdem verstanden alle die Wichtigkeit solcher Flüge, denn die Orion Piraten schlugen mit zunehmender Häufigkeit los. Ihre Ziele waren hauptsächlich Frachter, daher war es wichtig die Frachtrouten immer und immer wieder abzusuchen. Trotzdem war die Vernichtung eines Munitionsdepots ein großer Rückschlag für die Piraten gewesen.
"Scan des Sektors ist abgeschlossen, Captain. Keine feindlichen Schiffe zu sehen", meldete Carter erleichtert.
Captain Riecan entspannte sich wieder. Mit großem Bangen hatte er auf das Ergebnis des Scans gewartet. Plötzlich sagte Lieutenant Walker laut:
"Der Frachter Evryl meldet einen Angriff durch die Orion Piraten."
Alle schauten auf.
"Aber die Farragut ist bereits auf dem Weg und wird wahrscheinlich rechtzeitig ankommen."
Captain Riecan atmete auf.
"Alles in Ordnung. Die Farragut reicht aus, um den Frachter zu retten. Kurs beibehalten."
Commander Freeman sah verärgert zu Captain Riecan.
"Diese verdammten Piraten. Sie ziehen sich an einer Stelle zurück und schlagen wo ganz anders wieder zu."
Captain Riecan nickte zustimmend.
"Das stimmt und wir wissen nicht im geringsten, wo ihre Operationsbasis liegt. Solange wir das nicht wissen, können wir auch nichts Größeres gegen sie unternehmen."
Wieder meldete sich Lieutenant Walker:
"Captain, wir erhalten eine Nachricht vom Kommando der Sternenflotte."
"Auf den Schirm", befahl Captain Riecan erstaunt.
Admiral Hayes erschien. Im Hintergrund erkannte man einen Raum im Kommandogebäude der Sternenflotte.
"Guten Tag, Captain. Wie gefällt ihnen der Patrouillendienst?"
Captain Riecan seufzte.
"Es ist etwas eintönig aber wenn etwas passieren würde, wäre es wahrscheinlich eine Attacke durch die Orion Piraten und auf so was kann ich verzichten."
Admiral Hayes redete weiter:
"Vor einer Woche erhielten wir ein Communique von den Rollos. Die baten um ein diplomatisches Treffen, bei dem sie uns ihre friedlichen Absichten erörtern wollten. Wir haben eingewilligt. Die Besprechung soll auf Aquarius stattfinden. Wir haben Sie ausgewählt, um die Rollos zu empfangen weil Sie ja zu genüge mit den Rollos zu tun hatten. Eigentlich wollten wir den Botschafter Riva schicken aber er beschäftigt sich gerade mit einem anderen Problem. Ich glaube Sie sind die beste Wahl für den Auftrag."
Captain Riecan seufzte erneut.
"Also ich will ja nicht direkt sagen, daß ich die Rollos nicht leiden kann aber ich will auch nicht das Gegenteil behaupten."
Admiral Hayes senkte sein Gesicht.
"Das dachte ich mir fast. Aber dieser Auftrag könnte wirklich sehr wichtig sein. Wir haben eben leider nur diese eine Galaxie und die Rollos sind eben auch hier und sollten nicht sehr bald irgendwelche bösartigen Aliens kommen und sie auslöschen werden wir mit ihnen auskommen müssen."
"Das sehe ich ja ein. aber meinen Sie wirklich, daß wir die Richtigen sind?"
"Ja das tue ich. Sie haben doch schon ein Treffen mit den Rollos hinter sich. Außerdem bitte ich Sie ja nicht um diesen Auftrag sondern ich befehle ihn."
Captain Riecan nickte.
"Natürlich, eine Befehlsverweigerung liegt mir fern."
"Gut. Ich übermittle ihnen nun die Daten über das Treffen, damit Sie sich darauf vorbereiten können. Hayes Ende."
Captain Riecan seufzte zum dritten Mal. Commander Freeman meldete sich.
"Noch ein Treffen mit den Rollos. Beim letzten wäre fast das Schiff explodiert."
"Ja aber das war ja nicht die Schuld der Rollos", gestand Captain Riecan ein. "In einer halben Stunde halten wir eine Besprechung ab. Wir sind schließlich die Gastgeber. wenn ich Admiral Hayes richtig verstanden habe. Sie haben die Brücke, Commander."
Captain Riecan stand auf und ging in den Bereitschaftsraum.
Wenig später befanden sich die Stabsoffiziere der Shefield im Konferenzraum. Captain Riecan sah sich den Bericht über Aquarius an. Es war ein schöner Planet mit vielen natürlichen Attraktionen.
"Hier steht, daß es auf dem Planeten eine Hovertrainbahn gibt, die über viele Kilometer in die Hauptstadt fährt. Ein Großteil der Strecke führt vorbei an einer Gebirgswand und diese geht senkrecht runter. Der Zug fährt auf Schienen, die an dieser senkrechten Felswand befestigt sind und zwar in einer Höhe von über 2.5 Kilometern", erklärte Captain Riecan.
Lieutenant Walker äußerte sich:
"Es ist zwar nicht nötig, die Rollos durch so etwas zu beeindrucken aber ich würde die Bahn gerne mal erleben."
Captain Riecan nickte.
"Ja genau, das wäre sicherlich interessant."
Commander Freeman sagte etwas zur eigentlichen Konferenz:
"Also so wie ich den Bericht verstehe, wollen hauptsächlich die Rollos die Initiative ergreifen. Das heißt, wir brauchen uns bloß hinzusetzen und zuzuhören."
"Na ja, so einfach ist das nun auch wieder nicht. Wir müssen uns diplomatisch verhalten und immerhin die Beziehungen zwischen der Föderation und den Rollos fördern", entgegnete Carter.
"Ja das stimmt. Aber es könnte vielleicht tatsächlich etwas leichter werden wenn die Rollos uns ihre Freundschaft beweisen wollen", meinte Captain Riecan.
Commander Freeman faßte noch mal zusammen:
"Also wir beamen zusammen mit den Rollos auf den Bahnhof und fahren dann mit der Bahn in die Hauptstadt, wo wir dann diplomatische Gespräche im Zentralgebäude durchführen. Habe ich das richtig verstanden?"
Captain Riecan nickte.
"Genau, so ist es. Ich schlage vor das wir uns in den zehn Stunden Flugzeit die Daten über die Rollos ansehen. Es sind einige Fakten dazu gekommen, seitdem wir die letzten Berichte erhielten."
"Also ich muß sagen, die Sternenflotte überliefert uns normalerweise immer zu wenige Daten aber diesmal haben wir mehr als genug", erklärte Carter.
Doktor Rogers nickte.
"Da haben Sie Recht. Mir wurden sogar Daten über die Rolloanatomie übergeben. Die Daten sind sehr interessant. Ein durchschnittlicher Rollo ist ungefähr 1,8 Fach so kräftig wie ein Mensch. Was ich auch beachtlich finde ist, daß die Rechtshänder an der rechten Hand fünf und an der linken Hand nur vier Finger haben. Im umgekehrten Fall ist das genauso."
"Ich habe auch einige Daten zu Gesicht bekommen", erwähnte Lieutenant Walker. " Die Waffen der Rollos sind beachtlich. Die Kompressorstrahler basieren zwar auf der Grundlage der Phasertechnologie funktionieren aber komplett anders. Und ihre Tarntechnologie hinterläßt weniger Spuren wie die romulanische Version."
Natürlich ließ sich auch Chefingenieur Logan die Chance zu einer äußerung nicht entgehen:
"Also ich muß schon sagen, die Rollos bauen ihre Schiffe richtig. Sie haben zum Beispiel getrennte Energiequellen für Warptriebwerke, Impulsantrieb und die anderen Schiffsysteme. Das bedeutet sie verwenden drei verschiedene Energiequellen und wenn eine ausfällt, übernimmt sofort der Warpkern deren Aufgabe. Aber auch die Rollos haben Fehler gemacht. Sie setzen auf Masse statt Klasse und da fast alle ehemaligen Soldaten verurteilt und entlassen sind, haben sie nicht mehr genug Leute um, ihre vielen Schiffe zu bemannen."
"Soviel ich weiß war das aber schon ein Problem als die Imperatoren noch herrschten", bemerkte Carter.
Captain Riecan sagte dazu.
"Ich habe gelesen, die Rollos hätten auch wenige gute Offiziere an der Hand, eben weil sie so viele Imperatorsoldaten entlassen haben. Trotzdem mußte, zu Zeiten des Imperators, jeder, auch die Drittklässler, eine militärische Ausbildung machen."
Captain Riecan sah sich noch einmal den Plan an.
"Also, ich werde nun den Plan des Treffens an das Kommando schicken. Ich denke die werden unsere Pläne an die Rollos senden. Sie können jetzt wegtreten."
Kapitel 2 :
Die Shefield schwenkte in den Orbit von Aquarius. Die beiden Monde bildeten eine bemerkenswerte Konstellation. Anders als viele andere Monde, hatte dieser eher eine türkise Farbe. In der Ferne war eine Rollokorvette der Tarelash Klasse zu sehen. Sie befand sich ebenfalls im Orbit.
Captain Riecan betrat die Brücke. Er hielt immer noch das P.A.D.D. über die Rollos in der Hand. Schnell setzte sich auf seinen Sessel, denn er rechnete jeden Moment mit der Nachricht vom Schiff der Rollos. Diese ließ auch nicht lange auf sich warten.
"Captain, die Rollos melden sich jetzt", erklärte Lieutenant Walker.
"Auf den Schirm!" befahl Captain Riecan nervös.
Die Brücke eines Rolloschiffs war zu sehen. Im Vordergrund stand der Captain des Schiffes. Es war ein mittelgroßer Rollo mit einem auffällig geschnittenen Bart. Der Rollo begann zu reden:
"Hier spricht Captain van Gronk. Ich kommandiere die Corvette Grishni."
Captain Riecan stand auf und antwortete:
"Ich bin Captain Marces Riecan, vom Föderationsschiff Shefield. Ich grüße Sie."
Der Rollo nickte.
"Die Abgeordneten im Rollokabinett baten mich, Ihnen, unsere Hochachtung zu überbringen."
"Ulnar' kenok." Captain Riecan bedankte sich mit einigen wenigen Rollowörtern die er gelernt hatte.
Der Rollocaptain hob die Augenbrauen.
"Wir könnten in einer halben Stunde mit dem Transport beginnen. Ihr Vorgesetzter, Admiral Hayes, hat mir die Koordinaten bereits übermittelt."
Captain Riecan nahm die Hände hinter den Rücken und sagte:
"Einverstanden. Wir beamen in einer halben Stunde runter. Ich freue mich schon auf das Treffen. Riecan Ende."
Der Bildschirm zeigte wieder das Weltall und die weit entfernte Corvette.
Captain Riecan blieb stehen und drehte sich in um.
"Carter, Walker und ich beamen runter. Commander Freeman, Sie haben die Brücke."
Commander Freeman nickte. Er war froh, daß er nicht mit runter sollte. Obwohl die guten Absichten der Rollos nun mehr in den Vordergrund kamen, war keiner besonders wild darauf, ein diplomatisches Treffen mit ihnen abzuhalten.
Wenig später hatten sich schon alle drei im Transporterraum versammelt. Captain Riecan wollte nicht unhöflich oder mißtrauisch erscheinen. Deshalb hatte nur Lieutenant Walker einen Phaser bei sich. Aber alle drei hatten Tricorder dabei. Mit gemischten Gefühlen betraten Sie die Transporterplattform.
"Viel Glück", sagte Lieutenant Zanto, der die Konsole bediente.
Captain Riecan nickte und gab dann den Befehl zum Runterbeamen. Captain Riecan, Lieutenant Walker und Lieutenant Commander Carter materialisierten sich auf der Oberfläche des Planeten in einer großen Halle. Die Halle hatte nur einen Ausgang. Deutlich war der Hovertrain zu erkennen. Ein Verkehrsmittel, das auf den meisten Planeten der Föderation präsent war aber nicht in einer solchen Höhe. Er schwebte über den Magnetschienen die in die Unendlichkeit hinaus führten.
Die Gruppe der Rollos stand einige Meter weiter. Es waren sechs Personen. Zwei kamen Captain Riecan sehr bekannt vor. Die Rollos kamen näher. Die drei Vertreter der Föderation erkannten sie schnell wieder. Es waren Admiral Gorr’k und Lieutenant Commander Argu van Zarrax. Die anderen vier waren wahrscheinlich Sicherheitsleute.
Admiral Gorr’k streckte Captain Riecan die Hand entgegen. Captain Riecan schüttelte sie.
"Diesmal wende ich mit Freude den Gruß der Menschen an", sagte Admiral Gorr’k.
Captain Riecan nickte.
"Ich freue mich, daß wir uns treffen können."
Admiral Gorr’k zeigte auf seine Begleiter.
"Also Mr. van Zarrax kennen sie ja bereits und wir kennen uns ja auch. Das letzte Mal, als wir zu einem Treffen zusammenkamen, wären wir zwar fast alle explodiert aber das war ja nicht Ihre Schuld. Die vier anderen Personen gehören zu Mr. van Zarrax Sicherheitsmannschaft."
Admiral Gorr’k musterte Captain Riecan.
"Sie hätten ruhig auch ein Sicherheitsteam mitbringen können. Wir haben nichts gegen Vorsichtsmaßnahmen."
Captain Riecan lächelte.
"Na ja, Ihre Ankündigungen betreffend Ihrer Absichten lassen eigentlich kein Sicherheitsteam nötig werden."
Admiral Gorr’k schien sich zu freuen, obwohl bei den Rollos nie so genau klar wurde, was sie gerade dachten.
"Ich freue mich, daß sie uns vertrauen. Und ich bin auch bei diesem Treffen guter Hoffnung, daß wir uns verstehen werden. Beim letzten Treffen gab es zwar einige Behinderungen aber wir haben dann doch alle Ziele erreicht."
Captain Riecan dachte an das letzte Treffen zurück. Da fiel ihm ein, daß er einen Rollocaptain unschuldig unter Arrest gestellt hatte.
"äh, wie geht es eigentlich Captain van Kelln?"
"Also eine Woche lang war er etwas mürrisch aber mittlerweile hat er sich eingestanden, daß er wahrscheinlich dasselbe getan hätte, wenn er an ihrer Stelle gewesen wäre."
Captain Riecan nickte erleichtert.
"Wenn Sie ihn das nächste Mal sehen, können Sie ihm dann sagen, daß ich mich offiziell entschuldige?"
"Aber natürlich", versicherte Admiral Gorr’k.
Einen kurzen Moment darauf ertönte eine Stimme aus einem Gerät an Admiral Gorr’ks Arm, das wie eine Uhr aussah.
"Admiral, wir wären nun bereit zum Abflug."
"Sehr gut, Captain. Wir geben Ihnen das Signal wenn Sie uns wieder abholen sollen. Admiral Gorr’k, Ende."
Die Corvette verließ kurz darauf das System und sprang auf Warp.
Aus einer Tür in der Hovertrainstation kamen mehrere Männer. Das Kommando der Sternenflotte hatte Captain Riecan bereits mitgeteilt, daß die Leiter der Kolonie auf Aquarius gerne mit dabei wären. Die Gruppe aus fünf Personen traf auf die beiden anderen Gruppen im sonst völlig leeren Bahnhof.
"Willkommen auf Aquarius meine Herren. Wir fühlen uns geehrt, von den Rollos als Verhandlungsort ausgewählt worden zu sein."
Captain Riecan und Admiral Gorr’k schüttelten dem Gouverneur von Aquarius die Hand, während er weitersprach:
"Ich bin Gouverneur Ray. Ich werde sie bei der Zugfahrt begleiten und die Besprechung ausrichten."
Die Rollos verbeugten sich vor dem Gouverneur und seinen Helfern. Dieser zeigte auf den Magnetzug.
"Ich darf Sie jetzt bitten an Bord zu gehen. Wir haben den Zug für andere Fahrgäste gesperrt und extra für Sie hergerichtet. Meine vier Helfer werden sich während der Fahrt um sie kümmern."
Etwas erleichtert betrat Captain Riecan den Zug. Die Anwesenheit von Admiral Gorr’k war der Grund für seine Erleichterung. Er hatte von ihm eine hohe Meinung. Der Admiral war einer der wenigen Rollos, die etwas von Diplomatie verstanden.
Wenig später fuhr der Zug in einer beachtlichen Geschwindigkeit los. Der Zug bestand aus sechs Passagierwagen, einem Speisewagen und dem Antriebswagen, wo auch die Geschwindigkeit kontrolliert wurde. Captain Riecan setzte sich in den letzten Passagierwagen. Er betrachtete die Innenausstattung. So mußte es in einem Zug des 20. Jahrhunderts auch ausgesehen haben. Ein Wagen bestand aus mehreren Abteilen und über den Plätzen waren Schränke zum Verstauen der Gepäckstücke angebracht. Zwischen den Gegenüberstehenden Sitzgruppen stand ein Tisch.
Admiral Gorr’k gesellte sich zu Captain Riecan. Als er sich Captain Riecan gegenübersetzen wollte, bemerkte er, daß ihn sein Schwert störte, das er auf dem Rücken trug.
"Wie ungeschickt", sagte er ärgerlich.
Admiral Gorr’k nahm das Schwert samt Hülle ab. Er wollte es gerade irgendwo unterbringen als Captain Riecan ihn fragte:
"Könnte ich mir das Schwert mal ansehen?"
Admiral Gorr’k sah ihn überrascht an. Dann gab er ihm die Waffe. Captain Riecan zog sie aus der Hülle heraus. Die Klinge blitzte im Licht. Das Schwert war sehr leicht und schien ungeheuer scharf zu sein.
"Eine sehr beeindruckende Konstruktion. Es ist so leicht."
Admiral Gorr’k setzte sich hin.
"Die Föderation erbeutete einige Sicheln, die waren ebenfalls sehr leicht."
"Wir stellen unsere Klingen aus einem sehr harten und leichten Material her. Ich fragte mich allerdings, ob das nicht Verschwendung ist. Wir verwenden unsere Klingenwaffen nur sehr selten und selbst dann nur auf Außenmissionen oder bei größeren Anlässen", erwiderte Admiral Gorr’k.
Captain Riecan fuhr mit dem Schwert noch etwas in der Luft herum und stecken es dann wieder in die Hülle zurück. Admiral Gorr’k legte es neben sich.
"Prinz Eisenherz hätte sich gefreut wenn er so ein vorteilhaftes Schwert gehabt hätte", sagte Captain Riecan leise.
Admiral Gorr’k sah ihn verwirrt an.
"Wer ist Prinz Eisenherz? Ich dachte die Föderation hätte keine Monarchie mehr."
Captain Riecan grinste kurz.
"Eine Heldengestalt aus grauer Vorzeit. Es war ein Ritter. Weil es in der Ritterzeit keine Schußwaffen gab haben diese Ritter ebenfalls mit Schwertern gekämpft, aber die waren unhandlich und schwer."
Admiral Gorr’k verstand es.
"Es gab in der Kultur der Erde aber auch sogenannte Samurai Kämpfer. Diese hatten auch sehr scharfe, wenn auch nicht immer leichte Schwerter und konnten behende mit ihnen umgehen", fuhr Captain Riecan fort.
"Ich wäre gerne einem dieser Samurai Kämpfer begegnet. Meine Meinung ist, daß man von anderen Kulturen viel lernen kann."
Captain Riecan stimmte ihm zu. Wenig später kam auch schon der Gouverneur ins Abteil.
"Meine Herren, ich wünsche Ihnen eine angenehmen Fahrt. Wir fahren jetzt in Richtung Hauptstadt."
Die Insassen nickten.
Kapitel 3 :
Der Zug war inzwischen schon eine halbe Stunde am Fahren. Captain Riecan und Admiral Gorr’k unterhielten sich über die Demokratie und Lieutenant Walker sprach mit Lieutenant Commander van Zarrax, der ebenfalls Sicherheitschef war. Lieutenant Commander Carter sah sich interessiert das Schwert der Rollos an. Sie scannte es auch einige Male.
Ein Helfer von Gouverneur Ray betrat den Wagen.
"Im Speisewagen sind nun eine Mahlzeiten vorbereitet. Wir haben auch an Muschelschalen für die Rollos gedacht."
Carter und Walker standen auf. und folgten dem Helfer. Admiral Gorr’k nahm sein Schwert wieder von Carter entgegen als er sich plötzlich an den Kopf schlug.
"Ich muß mich unbedingt bei Gouverneur Ray für seine Gastfreundschaft bedanken", sagte er hastig.
"Wie konnte ich das vergessen. Mr. van Zarrax, kommen Sie bitte. Gehen Sie ruhig schon mal vor."
Captain Riecan zuckte mit den Schultern.
"Die Wachen sollen Sie begleiten Captain", befahl Admiral Gorr’k und verschwand mit Argu van Zarrax nach vorne.
Alle Weiteren betraten den Speisewagen des Zuges, der mittlerweile über den Wolken fuhr. Man konnte praktisch weit auf sie herab sehen. Die drei Vertreter der Föderation setzten sich an einen kleinen Tisch in der Nähe der Bar des Speisewagens. Die vier Rollowachen nahmen den Tisch daneben. Die Helfer brachten einige interessant aussehende Gerichte. alle begannen zu essen.
Während dessen saß Commander Freeman im Sessel des Captains und las einige Berichte. Plötzlich meldete Edward Mason, der Vertreter von Carter.
"Sir, ich habe hier ein nicht identifiziertes Schiff auf dem Radar. Es hat die Warpsignatur der Föderation."
"Gelber Alarm", sagte Commander Freeman laut und stand auf.
Er lief zur wissenschaftlichen Station. Die Daten zeigten ein Schiff, daß sich mit hoher Warpgeschwindigkeit dem Aquarius System nährte. Es kam von der anderen Seite auf den Planeten zu.
"Rufen Sie das Schiff", befahl Commander Freeman.
Edward Mason blickte verwundert auf die Anzeigen.
"Keine Antwort."
Die Anzeigen deuteten darauf hin, daß das Schiff unter Warp ging.
"Einen Abfangkurs programmieren. Voller Impuls, Mr. Edisson", befahl Commander Freeman nervös.
Die Shefield verließ den Orbit und bewegte sich schnell um den Planeten herum. Zum unbekannten Schiff gab es keinen Sichtkontakt.
"Das Schiff fliegt jetzt in die Atmosphäre ein. Ich habe jetzt genauere Daten über das Schiff. Es ist ein mittelgroßer Transporter. 40 Meter lang und 20 Meter breit. Die Konfiguration weißt auf ein Schiff der Orion Piraten hin", erklärte Edward Mason
Commander Freeman zuckte zusammen. Schnell sagte er:
"Erfassen Sie das Schiff und feuern Die mit den Phasern. Die sind hinter dem Hovertrain her!"
Der Vertreter von Lieutenant Walker meldete erschrocken:
"Keine Erfassung möglich. Die Krümmung des Planeten steht uns im Weg."
"Wann werden wir in Schußweite sein, Mr. Edisson?" fragte Commander Freeman angespannt.
Dieser sah auf eine Anzeige.
"Ungefähr 20 Sekunden, Sir."
"Oh mein Gott!" fing Edward Mason an zu reden. "Das Schiff der Orion Piraten hat am Hovertraindach angedockt."
Admiral Gorr’k und Lieutenant Commander van Zarrax hatten sich gerade förmlich beim Gouverneur bedankt als plötzlich ein heftiger Ruck zu spüren war. Admiral Gorr’k fuhr zusammen.
"Was war das?" fragte er den Steuermann des Zuges.
Dieser sah gerade angestrengt auf seine hochmodernen Steuerungsanzeigen.
"Das weiß ich nicht. Die Fahrt sollte eigentlich ganz ruhig verlaufen."
Das Transportshuttle, das auf dem Dach des Hovertrains stand konnten sie von ihrer Lage aus nicht sehen. Dieses Schiff hielt sich mit seinen Manövrierdüsen leicht, damit der Zug nicht unter dem hohen Gewicht in die Tiefe stürzte.
Plötzlich wurde eine Luke in der Decke des Hovertrains aufgetreten. Drei bewaffnete Männer standen plötzlich vor den vier Personen und bedrohten diese mit ihren Strahlern. Es waren drei Menschen und einer mit einer grünen Hautfarbe. Den Rollos wurde erst etwas später klar, daß es ein Orioner war.
"Erfassen Sie die Rollos, die Zivillisten und unser Außenteam und beamen Sie alle rauf", befahl Commander Freeman dem ersten Transporterraum angestrengt.
Schnell ertönte Zantos Stimme aus dem Intercom.
"Es geht nicht. Das Orionerschiff lenkt unseren Transporterstrahl mit einem Tranktoremitter ab."
Commander Freeman setzte sich auf den Sessel des Captains.
"Rufen Sie das Außenteam, Mr. Oboil."
Der Mann an der Taktik sah hilflos aus.
"Sie blockieren auch unsere Kommunikation, Commander."
"Dann haben wir nur eine Wahl", begann Commander Freeman zu reden. "Wir müssen abwarten, bis die Angreifer Kontakt mit uns aufnehmen."
**
Captain Riecan stand am Fenster. Wage erkannte er ein Transportschiff, das auf der Lok des Zuges zu docken schien.
"Ich fürchte es sind Orion Piraten", sagte er schließlich beängstigt.
Carter scannte die Gegend mit ihrem Tricorder. Einer der Rollowachen wandte sich an Captain Riecan.
"Ich und die drei anderen werden uns zu Admiral Gorr’k und Lieutenant Commander Freeman durchkämpfen. Ich schlage vor Sie kommen mit, immerhin sind wahrscheinlich auch zwei Menschen in der Gewalt der Angreifer."
"Davon rate ich ab", sagte Carter. "Der Tricorder zeigt mindestens 30 unbekannte Lebensformen an. Außerdem ist unsere Kommunikation zur Shefield gestört und das diese uns nicht rauf gebeamt hat, kommt mir auch spanisch vor."
"Außerdem wissen wir nicht ob die Angreifer überhaupt Geiselnehmer sind. Sie könnten die anderen auch bereits getötet haben", ergänzte Captain Riecan.
Carter widersprach ihm:
"Das glaube ich nicht. Der Gouverneur und die beide Rollooffiziere sind lebend viel mehr wert."
Captain Riecan setzte sich hin und begann nachzudenken.
"Wieso ruft uns die Sheffield nicht oder beamt uns einfach rauf?"
Carter schaltete abermals ihren Tricorder an.
"Wie ich schon sagte, das Transportschiff stört alle Transporterstrahlen mit dem Traktorstrahl. Außerdem haben sie ein Feld generiert, daß unsere Kommunikation stört."
Captain Riecan stand auf und ging zu den Helfern des Gouverneurs rüber.
"Bleiben sie dicht hinter uns und gehen sie keine Risiken ein. Wenn wir getötet werden, ergeben sie sich besser, die Orioner fackeln nicht lange."
Einer der Helfer fragte:
"Was wird aus dem Gouverneur, den Rollos und dem Steuermann des Zuges?"
"Wir lassen uns etwas einfallen. Außerdem ist immer noch unser Raumschiff im Orbit und wie ich meinen ersten Offizier kenne, übermittelt er gerade eine Nachricht ans Kommando. Und jetzt gehen sie!"
Ein großer, kräftig aussehender, Orioner lief vor den Geiseln hin und her. Er hatte sie in den vordersten Wagen, direkt hinter der Lok geschleppt. Plötzlich begann er zu reden.
"Sie sind also ein Rollo. Ich nehme an Sie üben in ihrer Heimat viel Macht aus, wenn ich mir ihre Uniform so ansehe."
"Und Sie sind wahrscheinlich ein Orion Pirat, wenn ich Ihren Gestank so rieche", antwortete Admiral Gorr’k.
Der Pirat schlug den Admiral. Dieser zeigte aber auf den Schlag keinerlei Reaktion.
"Sie schlagen wie ein kleines Kind. Beweisen Sie doch wenigstens ein kleines bißchen Stärke und lassen uns, oder wenigstens die Menschen gehen."
"Sie scheinen den Sinn unserer Entführung wohl noch nicht verstanden zu haben", antwortete der Orioner.
Ein Mensch kam mit einem Scanner in der Hand zum Orioner und sagte:
"Wir haben den Zug vollständig gescannt. Im hintersten Wagen scheinen noch vier Rollos und sieben Menschen zu sein."
"Das muß der Speisewagen sein", sprach der Orioner. "Gehen Sie da hin und bringen Sie mir diese Kerle her. Ich brauche sie unbedingt lebend!"
Der Mensch nickte und ging. Einige weitere Piraten liefen ihm nach. Der Orioner wandte sich an den Steuermann des Zuges.
"Ich gebe Ihnen jetzt eine einmalige Chance. Gehen Sie in den Maschinenwagen und stellen Sie die Weichen so, daß wir auf die Alternativstrecke fahren."
Der Steuermann sah ihn verwundert an.
"Jetzt glotzen Sie doch nicht so! Ich weiß genau, daß man die Weichen auch vom Zug aus verstellen kann."
Der Steuermann lachte.
"Ja schon aber das bringt ihnen gar nichts. Die Leute von der Zentrale wissen wahrscheinlich schon von der Entführung, durch das Schiff im Orbit. Sie werden die Weichen wieder zurückstellen."
"Nein werden sie nicht. Ich weiß, daß dieser Befehl ebenfalls über den Zug hier läuft und zwar per Funk und gegen Kommunikation haben wir hier ein Dämpfungsfeld aufgebaut", sagte der Orioner, hämisch grinsend.
Gouverneur Ray schlug sich gegen den Kopf.
"Ich dachte mir gleich, daß es besser wäre an jeder Weiche einen extra Empfänger für die Funkbefehle des Kommandos einzubauen aber die Konstrukteure waren zu faul."
Der Orioner lachte.
"Also gehen sie, sonst muß ich Sie leider erschießen!"
"Nein!" sagte der Steuermann entschlossen.
IFY">"Ich werde die Weiche auch ohne Ihre Hilfe verstellt bekommen aber mit Ihrer Hilfe ginge es schneller", warnte der Orioner.
Admiral Gorr’k wandte sich an ihn.
"Tun Sie lieber was er sagt. Ihr Tod würde an der Sache nichts ändern."
"Halt die klappe, Schweinezinken!" brüllte der Orioner wütend.
Lieutenant Commander van Zarrax hätte in diesem Moment gerne seinem Chef geholfen aber hatte keine Waffe...
Der Steuermann stand auf und ging mit einem Pirat ins Steuerzentrum des Zuges. Dort änderte eine Weichenstellung. Der Zug würde sich dadurch auf eine andere Strecke bewegen, die nicht in die Hauptstadt führte.
Der Orioner, der Anscheinend der Anführer war, sprach leise mit einem anderen Piraten. Dieser nickte und ging zu den Geiseln. Ein anderer Pirat brachte den Zugführer zurück in zu den anderen. Der Orioner ging einen Wagen weiter nach hinten, und dort eine Treppe hinauf. Diese führte in den zweiten Stock des Wagens. Es war eine Art Aussichtsdeck, das kein anderer Wagen hatte. Er sah, wie sein Transportschiff auf dem ersten Wagen hinter der Lok stand und die Steuerdüsen gezündet hatte. Einer der menschlichen Piraten aktivierte einen Com Bildschirm.
"Deaktiviere für kurze Zeit das Com-Dämpfungsfeld. Ich werde jetzt unsere Forderungen an das Föderationsschiff schicken", befahl er.
Der Pirat, der sein direkter Helfer zu sein schien, betätigte einige Tasten auf einer aufgestellten Konsole.
**
"Wir erhalten eine Nachricht, Commander Freeman. Sie kommt vom Hovertrain."
Maxwell Freeman schnellte hoch.
"Auf den Schirm", befahl er.
Auf dem Bildschirm erschien der Anführer der Piraten.
"Hier spricht Tolan Kur. Wie Sie vielleicht schon ahnen, gehöre ich zu den Orion Piraten. Wie Sie ebenfalls bemerkt haben, ist der Zug vollständig unter unserer Kontrolle und die Insassen als Geiseln genommen. Ich habe die Kommunikationssperre, von der Sie sicherlich auch schon wissen, abgeschaltet. Aber nur für kurze Zeit. Ich schlage daher vor, daß Sie mich nicht unterbrechen während ich die Forderungen durchgebe."
Commander Freeman horchte auf.
"Wir verlangen von der Föderation 1000 Phasergewehre und 500 Photonentorpedos, sowie 300 Phaseremitter. Für die Rollos haben wir eine einfache Forderung. Wir wollen eine voll funktionstüchtige Tarnvorrichtung. All diese Güter soll ein unbewaffneter Frachter ins Brigel System bringen und auf die Oberfläche von Brigel fünf beamen. Mit jeder Stunde, in der diese Forderungen nicht erfüllt sind, werden wir zwei Geiseln töten."
Commander Freeman stand auf und lief auf den Bildschirm zu.
"Selbst wenn wir alle Ihre Forderungen erfüllen, werden wir das nicht in einer Stunde schaffen."
"Ich weiß und es ist mir völlig egal", erwiderte der Orioner. "Damit Sie sehen, daß wir es ernst meinen, werden wir nun zwei Geiseln eliminieren."
Commander Freeman hielt seine Hand warnend hoch.
"Nein, warten Sie! Lassen Sie die Geiseln am Leben und ich werde sehen, was sich machen läßt. Darauf haben Sie mein Wort."
Der Orioner verschwand vom Bildschirm.
"Verdammt!" Schrie Commander Freeman. "Wir müssen etwas unternehmen."
**
Einer der drei Orion Piraten die, die Geiseln bewachten, hörte über einen Knopf im Ohr Anweisungen von Tolan Kur. Daraufhin packte er den Gouverneur und Lieutenant Commander van Zarrax am Arm. und zog sie mit sich. Er betrat ein anderes Abteil indem ebenfalls drei Orion Piraten standen. Er öffnete die Tür indem er den Türöffnungsschalter kurz schloß. Schnell drängte der Pirat den Gouverneur zur Tür und zog seinen Strahler. Die anderen drei Wachen bedrängten van Zarrax.
Dieser sagte schnell:
"Ermorden Sie den Mann nicht. Ich bitte Sie!"
Der Orioner schüttelte den Kopf.
"Tut mir leid. Anweisung von oben."
"Sie müssen Ihn nicht töten. Ich kann ihnen zeigen wie man Lebenszeichen maskiert", argumentierte van Zarrax.
"Ich traue dir nicht, du wandelnder Schinken."
Van Zarrax drängte nach vorne und sagte:
"Wenn sie diesen Menschen töten, dann verspreche ich ihnen, daß Sie den nächsten Tag nicht mehr erleben!"
Der Orion Pirat lachte und erschoß Gouverneur Ray mit seinem Phaser. Van Zarrax wollte im ersten Moment angreifen aber er mußte einsehen, daß er gegen vier Gegner keine Chance hatte.
"Jetzt bist du dran", sagte der Orion Pirat, der den Gouverneur getötet hatte. "Ich denke, daß wir dich Schweinshaxe einfach aus dem Zug rauswerfen werden."
Van Zarrax ging zur Tür. Der Orion Pirat stellte sich hinter ihn und wollte ihn gerade aus dem Zug stoßen, als dieser sich plötzlich umdrehte und hochsprang. Er hielt sich an einer Stange fest, die außerhalb des Zuges an der Außenwand angebracht war. Schnell schlang er seine Füße um den Hals des Orion Piraten. Hastig zog van Zarrax einen Gegenstand, den der Orioner nicht genau erkannte und stach zu. Die drei Wachen schossen los aber sie trafen van Zarrax nicht, denn dieser hatte sich bereits auf das Dach des Wagens gezogen.
"Ich hab’s dir doch gesagt. Idiot!" sagte er.
Plötzlich sah er wie das Orionertransportschiff abhob. Schnell sah er nach vorne. Der Zug steuerte direkt auf einen Tunnel zu. Dieser war ziemlich eng. Van Zarrax legte sich flach auf das Dach des Hovertrains und hoffte, daß er noch durch passen würde.
**
Während dessen verfolgte Commander Freeman den Fortgang der Lage an den Sensoren.
"Es tut mir leid, Sir. Ich glaube der Gouverneur ist getötet worden", meldete Edward Mason: "Aber ich habe festgestellt, daß Captain Riecan, Carter und Walker immer noch im letzten Wagen sind. Es befinden sich dort auch vier Lebenszeichen der Rollos und vier menschliche. Wahrscheinlich hat der Orioner bloß geblufft und noch gar nicht alle geschnappt."
Commander Freeman nickte.
"Wenigstens etwas. aber sie werden dort nicht lange durchhalten. Wir müssen irgendwie zu ihnen kommen."
Edward Mason erkannte plötzlich etwas.
"Oh, ich sehe gerade, das Transportschiff ist gestartet und versteckt sich jetzt wohl irgendwo, wo es die Sensoren nicht finden können."
"Großartig!" begann Commander Freeman. "Beamen sie unsere Leute rauf."
Edward Mason schüttelte den Kopf.
"Es geht leider immer noch nicht. Ich glaube die Piraten haben in jedem zweiten Wagen Transportblockierungen aufgestellt. Die reichen aus, um den Zug zu sichern. Außerdem haben sie wohl den Dämpfungsfeldgenerator in den Zug überstellt. Wir stehen immer noch genauso blöd da."
Commander Freeman schüttelte den Kopf, dann kam ihm eine Idee. Er betätigte seinen Kommunikator.
"Freeman an Logan. Kommen Sie bitte schnellstens auf die Brücke."
Logan bestätigte und machte sich auf den Weg.
Kapitel 4 :
Einer der Helfer des Gouverneurs schaute auf.
"Ich glaube, bei der letzten Weiche sind wir falsch abgebogen. Der Zug fährt jetzt auf einer Strecke, die ich nicht kenne."
Captain Riecan nickte.
"Logisch, sonst wären wir bald in der Hauptstadt und das wäre schlecht für die Piraten. Dann müßten sie nämlich anhalten und Enterkommandos könnten den Zug zurückerobern."
Carter sah sich die Daten auf ihrem Tricorder an.
"Sir, es scheint mir als wäre das Schiff der Orion Piraten gestartet. Es ist verschwunden, wahrscheinlich versteckt es sich in einer Felsformation die unsere Scanner nicht durchdringen können."
"Wieso beamt uns Ihr Schiff nicht hoch?" fragte einer der vier Rollos.
"Die Piraten haben in jedem zweiten Wagen Transportblockierungen aufgestellt. Das reicht leider um den Zug zu sichern und dummerweise scheinen sie die Kommunikationsblockade immer noch aufrecht zu erhalten", antwortete Carter.
Einer der Rollos trat hervor.
"Also, wenn wir es schaffen könnten die Transportblockierung im nächsten Wagen zu vernichten, könnte ihr Schiff Hilfe runterbeamen, oder?"
Captain Riecan nickte. Plötzlich meldete Carter:
"Mir werden mehrere Lebenszeichen, sowohl menschlich als auch orionisch, angezeigt. Sie kommen auf uns zu."
Lieutenant Walker zog seinen Phaser. Captain Riecan bereute, daß er keinen mitgenommen hatte und Carter ebenfalls. Zwei Rollos reichten ihnen Kompressorpistolen. Captain Riecan wußte noch aus dem Konflikt mit den Rollos, wie man so eine Waffe abfeuerte. Lieutenant Walker betätigte einen Schalter neben der Tür zum nächsten Wagen.
"Ich habe die Tür gesichert aber ich kann nicht sagen wie lange das halten wird."
Captain Riecan ging in die Deckung. Die vier Helfer versteckten sich hinter der kleinen Bar des Wagens. Die Rollos und die Föderierten hatten sich nahe der Tür verschanzt.
Mindestens zwanzig Sekunden lang hörte man gar nichts. Eine Totenstille. Plötzlich explodierte die Tür. Aus dem Rauch kamen kurz darauf die Orion Piraten rausgerannt. Captain Riecan und einer der Rollos schossen als erste los. Einer der Orion Piraten wurde getroffen und fiel zu Boden. Zwei weitere Orion Piraten sprangen hinter einen Tisch und feuerten mit ihren selbstgebauten Phasergewehren blaue Strahlen ab. Lieutenant Walker schoß auf einen Piraten, der gerade zur Tür herein gerannt kam. Die Rollos benutzten ihre Kompressorgewehre. Sie trafen zwei Piraten. die durch die Tür gerannt waren und Captain Riecan im Visier hatten. Dieser hatte einen Tisch umgeworfen und versteckte sich nun hinter diesem. Carter saß ebenfalls dahinter und behielt die Tür im Auge. Einer der Rollos wurde von einem blauen Phaserstrahl getroffen und fiel um. Sein Partner schoß mit seinem Gewehr schnell eine Granate in den nächsten Wagen ab. Sie explodierte und zerriß eine kleine fahrbare Kommode. Zwei Piraten wurde von der Explosionsdruckwelle getroffen. Leider wurde kurz darauf auch der Rollo, der die Granate geschossen hatte getroffen. Lieutenant Walker stürmte plötzlich los und verschanzte sich bei Riecan und Carter.
"Es sind zu viele Captain", sagte er laut.
Captain Riecan zuckte mit den Achseln.
"Was sollen wir machen, wir können uns nicht zurückziehen. Wir sind im letzten Wagen."
Ein mutiger Helfer rannte schnell nach vorne wo die beiden toten Rollos lagen. Er nahm die beiden Gewehre und warf sie zu Captain Riecan und den anderen vor. Captain Riecan und Lieutenant Walker schnappten sich die Gewehre und schossen los. Sie trafen einige Piraten, die sich verschanzt hatte. Aus dem Rauch zeichnete sich ab, daß keine weiteren Piraten auf dem Weg waren aber hinter einem Tisch verschanzten sich immer noch die zwei, die zwei Rollos erschossen hatten. Die beiden anderen Rollos zogen komische Metallstäbchen aus einer Tasche. Plötzlich warfen sie zwei davon an die Decke. Sie prallten ab und trafen, wohl mehr aus Zufall, die beiden Piraten.
Captain Riecan atmete auf. Er ging zu den beiden, noch lebenden, Rollos.
"Was haben Sie da eben geworfen?" fragte er neugierig.
Die Rollos erhoben sich aus ihrer Deckung.
"Das waren Giftstäbchen. Sie sind sehr scharf und prallen auch gut ab. Wenn sie jemand treffen wird er durch das Gift betäubt. Weil sie an Wänden abprallen eignen sie sich gut um Gegner anzugreifen, die in Deckung sind."
Captain Riecan nickte, dann sah er zu den beiden anderen Rollos rüber.
"Es tut mir leid um Ihre Kameraden."
"Da konnten Sie nichts tun. Jetzt sollten wir uns darauf konzentrieren die anderen zu retten."
Captain Riecan nickte, da fiel ihm auf, daß die meisten Piraten nur betäubt waren. Er besprach sich mit Lieutenant Walker. Schnell beschlossen sie, ihnen die Waffen abzunehmen und sie in einen Schrank einzusperren.
Als das erledigt war sah sich Captain Riecan die erbeuteten Waffen an. Es waren sogar Phasergewehre und normale Handphaser der Sternenflotte dabei. Die drei Föderierten deckten sich mit Waffen ein.
Anschließend wandte sich Captain Riecan an die beiden Rollos:
"Ich schlage vor, Sie passen hier auf die Helfer auf, während wir versuchen die Transportblockierung auszuschalten."
Widerwillig stimmten die Rollos zu. Captain Riecan und die anderen verließen den Wagen und stiegen über die Verbindung in den nächsten.
Commander Freeman wandte sich an Logan, der gerade auf die Brücke gekommen war. Er wollte ihm seine Idee erklären.
"Mr. Logan", fing er an. "Wir müssen dem Außenteam zu Hilfe kommen."
Logan nickte.
"Fragen Sie mich bitte nicht, ob ich die Transportblockierung umgehen kann. Das dürfte kaum möglich sein."
Freeman schüttelte den Kopf.
"Das hatte ich nicht im Sinn. Es ist ja theoretisch möglich, eine Sonde zu konfigurieren, daß ein Lebewesen darin überleben kann. Wie viele Sonden könnten sie in 40 Minuten modifizieren?"
"Vielleicht vier ... aber Sie haben doch nicht ernsthaft vor, sich mit einer Sonde auf den Planeten schießen zu lassen?" fragte Logan geschockt.
"Was für eine Wahl haben wir denn? Die Piraten haben gedroht jede Stunde zwei Geiseln zu töten, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden und das Kommando denkt gar nicht daran ihren Forderungen statt zu geben. Ich habe vorhin einen Felsvorsprung gesehen, vor dem der Zug direkt vorbeifährt und zwar sehr langsam."
"Warum beamen Sie sich dann nicht einfach auf diesen Felsvorsprung?"
Commander Freeman erklärte.
"Weil die Piraten die Transportersignatur sehen würden und dann vielleicht alle Geiseln töten, also machen Sie schon."
"Logan nickte. Er tippte auf seinen Kommunikator.
"Logan an Zanto."
"Zanto hier", kam es zurück.
"Mr. Zanto, bringen sie bitte vier Sondengehülse in den Maschinenraum."
"Aye, Sir", antwortete Zanto deutlich verwirrt.
Edward Mason machte sich bemerkbar.
"Commander, ein weiteres Schiff kommt ins System."
"Orionisch?" fragte Commander Freeman schnell.
Edward Mason schüttelte den Kopf.
"Nein, Sir. Es ist ein Rolloschlachtschiff der Shytan Klasse."
Commander Freeman dachte an die Kämpfe mit den Rollos. Die Schiffe der Shytan Klasse hatte man im Konflikt mit den Rollos als mittlere Kreuzer bezeichnet.
"öffnen sie einen Kanal, Mr. Oboil."
Dieser nickte und tippte die Befehle in die taktische Station ein.
"Sie antworten."
Die Brücke eines Rolloschiffs erschien auf dem Hauptbildschirm. Der Captain kam Commander Freeman sofort bekannt vor. Es war van Kelln.
"So sehen wir uns also wieder, Commander."
Commander Freeman strich sich durch den Bart und sah auf den Boden.
"äh, also, na ja. Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, mich bei Ihnen zu entschuldigen. Es tut mir leid, daß ich und Captain Riecan Sie unter Arrest gestellt haben."
Captain van Kelln lachte auf.
"Vergeben und vergessen, Commander. Jetzt sollten wir uns darauf konzentrieren, die Geiseln zu retten. Wir sind sofort losgeflogen als wir die Sachverhalt von ihrem Kommando erfahren hatten. Wie sieht die Situation aus?"
"Orion Piraten haben einen Hovertrain gekapert und von der regulären Strecke umgeleitet. Sie unterbinden Kommunikation und Beamen durch irgendwelche Störfelder. Die Piraten fordern Waffen von der Sternenflotte und eine Tarnvorrichtung von den Rollos. Sie drohen, jede Stunde zwei Geiseln zu töten wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Ein Gouverneur der Föderation ist bereits getötet worden. Einer ihrer Offiziere konnte fliehen und lebt hoffentlich noch."
Captain van Kelln machte ein angestrengtes Gesicht.
"Das sieht aber gar nicht gut aus. Eine Entermannschaft kann in fünfzehn Minuten mit einem Shuttle runterfliegen aber die Piraten würden sie wahrscheinlich sehen."
"Gut, dann schlage ich vor, daß wir erst unseren Plan ausführen. Wenn der nicht funktioniert führen Sie ihren aus. Wir können nicht zulassen, daß diese Piraten eine Tarnvorrichtung in die Hände bekommen oder so viele Waffen wie sie fordern", erklärte Commander Freeman.
"Was ist ihr Plan?" fragte van Kelln.
"Beten Sie, daß er funktioniert. Nur dann werden Sie es erfahren."
Van Kelln nickte und meldete sich ab.
Während dessen betraten Captain Riecan, Lieutenant Walker und Lieutenant Commander Carter das zweite Abteil des Zuges. Im ersten Abteil war der Transportblockierer nicht zu finden gewesen. Die Abteils der Wägen waren nur durch eine Plexiglastür abgetrennt.
Lieutenant Walker sah als erster den Transportblockierer. Es war eigentlich ein solider Zylinder mit Antennen.
"Ok, schalten wir ihn aus", befahl er.
Die drei zielten mit ihren erbeuteten Phasergewehren, schossen und stellten enttäuscht fest, daß die Vorrichtung von einem Kraftfeld umgeben war. Captain Riecan ächzte verärgert. Carter aktivierte ihren Tricorder und begann zu scannen.
"Der Feldgenerator für das Kraftfeld befindet sich dummerweise dahinter."
Captain Riecan grübelte ein wenig. Plötzlich kam ihm eine halsbrecherische Idee. Er begann zu reden:
"Die Transportblockierung steht direkt vor einem Fenster. Möglicherweise befindet sich im Fensterrahmen kein Kraftfeld."
Carter fragte:
"Worauf wollen Sie hinaus? Der Tricorder kann nicht so genau sagen ob im Fensterrahmen ein Kraftfeld ist, diese ganzen Störfelder wirken sich auch auf kleinere Scannergeräte aus. Ich würde sagen, die Chance steht 50 zu 50."
"Ich werden mich jetzt gleich in Lebensgefahr begeben", erklärte der Captain. "öffnen Sie bitte den Ausgang, indem Sie diese Konsole kurzschließen."
Carter machte große Augen, dann sah sie ein, daß sie den Captain sowieso nicht umstimmen hätte können, weil es keine andere Möglichkeit gab und begann die Tür zu öffnen.
Der Ausgang öffnete sich. Ein unglaublich starker Fahrtwind strömte in den Wagen. Captain Riecan kämpfte gegen den starken Fahrwind an und bewegte sich aus der Tür heraus. Am Rand des Zuges hatte er schon vor der Abfahrt eine Gehleiste entdeckt. Er versuchte sich darauf fortzubewegen. Plötzlich riß es ihn fast von der Leiste. Im letzten Moment griff er nach einer Röhre und hielt sich fest. Lieutenant Walker sah schief aus der Tür heraus.
"Captain, ich rate dringend davon ab weiterzugehen!"
Captain Riecan sah zu ihm rüber. Er war ungefähr fünf Meter weiter gekommen. Die steile Felswand kam plötzlich beängstigend nah. Captain Riecan preßte sich gegen die Wand des Zuges. Nur noch 30 Zentimeter lagen zwischen ihm und der Felswand. Nach, unendlichen, 40 Sekunden entfernten sich die Schienen wieder von der riesigen Felswand. Captain Riecan tastete sich langsam vorwärts, immer im Kampf mit dem starken Fahrtwind. Er kam dem Fenster immer näher. Kopfschüttelnd sah Lieutenant Walker zur Tür heraus. Captain Riecan erreichte schließlich das Fenster. Er schlug dagegen, um zu testen ob ein Kraftfeld aktiviert war. Leider befand sich dort ebenfalls ein Kraftfeld. Verärgert begann Captain Riecan zu rufen.
"Es war alles für die Katz. Hier ist auch ein Kraftfeld."
Lieutenant Walker erschrak plötzlich.
"Vorsicht!" brüllte er.
Captain Riecan sah in Fahrtrichtung. Gerade noch rechtzeitig duckte er sich. Eine Felsnase raste über seinen Kopf hinweg. Schnell tastete sich Captain Riecan wieder zu Tür zurück. Als er sie fast erreicht hatte rutschte er ab. Lieutenant Walker packte schnell seinen Arm und zog ihn rein.
"Sie haben Recht gehabt Mr. Walker. Es ist tatsächlich davon abzuraten da draußen rum zu gaukeln. Dieser Felsen hätte mit Fast den Hals geliftet", sagte Captain Riecan, während Carter die Tür wieder schloß.
"Hier scheinen wir nicht weiter zu kommen. Wir müssen es anders angehen", sagte sie.
Plötzlich stürmten vier Orion Piraten ins Abteil und griffen im Nahkampf an. Lieutenant Walker wehrte einen Angreifer ab und warf ihn mit einem Schulterwurf zu Boden. Einen anderen trat er mit einem gekonnten Karate Kick in die Ecke. Captain Riecan und Lieutenant Commander Carter kämpften ebenfalls im Nahkampf gegen zwei Gegner. Captain Riecan wehrte einige Schläge ab und konterte mit einem Kinnhaken. Der Orion Pirat fiel bewußtlos zu Boden. Carter rang mit ihrem Gegner. Schließlich drückte sie ihren Gegner mit einem Fuß Weg und betäubte ihn mit ihrem Phaser. Lieutenant Walker hatte seine zwei Gegner auch abgewehrt.
"Schnell, Mrs. Carter, öffnen sie noch mal die Tür", befahl Captain Riecan und sammelte die Waffen der Orion Piraten ein.
Als Carter die Tür geöffnet hatte, warf Captain Riecan die gesammelten Waffen raus. Unter ihnen waren sogar zwei Ferengiphaser gewesen.
"Ohne ihre Waffen werden sie kaum etwas ausrichten können", gab Captain Riecan zufrieden von sich.
Plötzlich kamen zwei Piraten durch die Tür. Beide hatten ihre Strahler im Anschlag. Kurz bevor sie schießen konnten wurde ein Fenster neben ihnen eingetreten. Ein Rollos sprang herein und boxte die Piraten. Einer fiel in eine Ecke und blieb ohnmächtig liegen. Dem anderen hielt der Rollo ein kleines Messer an die Kehle. Captain Riecan erkannte Argu van Zarrax. Dieser hatte das Messer in einer Geheimtasche seiner Uniform versteckt.
"Laß deine Waffe fallen oder du bist gleich deinen Kopf los", sagte van Zarrax mit einer bedrohlichen Stimme.
Der Pirat ließ seinen Strahler fallen.
"Also auf deinen Kopf hättest du doch verzichten können. Da du ein Pirat bist nehme ich an, daß du ihn sowieso nie benutzt."
Kapitel 5 :
Commander Freeman wartete geduldig auf die nächste Meldung der Orion Piraten. Diese ließ nicht lange auf sich warten. Auf dem Bildschirm erschien wieder des Orioner.
"Sternenflottler, ich darf Sie daran erinnern, daß eine Stunde bald vorbei ist und die Lieferung noch immer nicht aufgetaucht. Wenn die Forderungen nicht bald erfüllt sind werfen wir den Rolloadmiral aus dem Zug raus."
Commander Freeman begann zu grinsen.
"Ich habe Ihnen schon mal gesagt, das geht nicht so schnell und bald dürften ihnen die Geiseln ausgehen."
"Wir werden die anderen Fahrgäste auch bald schnappen. Jetzt hören Sie mir mal zu..."
Commander Freeman unterbrach den gerade redenden Orioner:
"Nein Sie hören mir jetzt mal zu. Wenn Sie sich nicht sofort ergeben, dann feuern wir Torpedos auf den Zug ab! Shefield Ende"
Der Orioner wirkte sehr überrascht als er vom Bildschirm verschwand. Chefingenieur Logan betrat die Brücke. Ungeduldig fragte Commander Freeman:
"Wie viele haben Sie?"
"Wir haben so schnell gearbeitet wie wir konnten. Wir haben drei Sonden fertig modifiziert."
Commander Freeman nickte nachdenklich.
"Mr. Oboil, trommeln Sie mir zwei Freiwillige zusammen. Es sollten aber keine klaustrophobisch Veranlagten sein."
Fähnrich Edisson stand auf.
"Ich melde mich freiwillig, Sir."
"Tut mir leid, Mr. Edisson", antwortete Commander Freeman. "Wenn Sie nun auch noch mitkommen haben wir bald gar keine Offiziere mehr, hier oben."
Commander Freeman wandte sich erneut an Logan.
"Sie müssen mir unbedingt noch diese Dinge besorgen."
Freeman hielt Logan ein P.A.D.D. unter die Nase. Oboil mischte sich ein.
"Sir, es ist enorm schwierig ein bemanntes Torpedo so abzuschießen, daß es unbeschadet durch die Atmosphäre kommt."
Commander Freeman sagte darauf:
"Dann strengen Sie sich an, sonst braucht Captain Riecan bald einen neuen ersten Offizier."
Wenig später stand Commander Freeman zusammen mit zwei Freiwilligen aus dem Sicherheitsteam im Torpedoraum. Freeman stieg mißtrauisch in die Torpedohülse. Logan stand daneben und reichte ihm einen kleinen Koffer.
"Hier sind die Utensilien die Sie angefordert haben, Commander. Viel Glück."
Commander Freeman atmete tief durch.
"Also los. Ich glaube so unbequem bin ich noch nie gereist."
Logan nickte und schloß die Klappe der Torpedohülse. Das Torpedo bewegte sich langsam in die Ladevorrichtung.
"Hoffentlich klappt’s", murmelte Logan und verließ den Torpedoraum.
Als er auf der Brücke ankam erstattete ihm Oboil Meldung.
"Die Pakete sind fertig, Sir."
Logan ließ sich in den Stuhl des Captains sinken.
"Also dann. Feuer", befahl er.
Die Torpedos rasten los. Sie zogen diesmal einen Schweif. Commander Freeman und die Anderen wurden in den Torpedos stark durchgeschüttelt. Plötzlich wurde es merklich wärmer. Die Torpedos traten in die Atmosphäre ein. Theoretisch waren sie so gebaut, daß sie die Belastungen des übergangs standhalten konnten. Commander Freeman hoffte nur, daß diese Daten auch auf die Praxis zutreffen würden. Die Torpedohülse kühlte sich wieder ab. Eine Zeit lang passierte nichts aber dann erfolgte plötzlich ein heftiger Ruck. Das Torpedo schien still zu stehen. Der Ruck des Aufpralls war nicht so heftig gewesen wie Commander Freeman vermutet hatte. Trotzdem war ihm kotzübel und schwindlig.
Schnell trat er die Klappe auf und stieg aus. Er sah wie die anderen beiden das gleiche taten. Erst torkelte er etwas durch die Gegend, dann rannte er hinter einen Felsen und übergab sich.
Als er wieder hervortrat sah er immer noch recht blaß aus. Er zückte seinen Tricorder und begann zu scannen.
"Der Zug kommt demnächst hier vorbei. Wir müssen versuchen auf einen der letzten Wagen zu springen. Dort dürften noch keine Piraten sein. Wir müssen ungefähr drei Meter in die Tiefe springen, das wird sicher nicht leicht also konzentrieren Sie sich."
Die zwei Freiwilligen nickten. Gerade hatten die drei Offiziere ihren Schwindelanfall überstanden, da ertönte auch schon der seltsame, eiserne Ton des Hovertrains. Er war zu sehen. Noch bewegte er sich recht schnell auf der Magnetschiene. Commander Freeman wies die anderen an sich zu ducken. Der Zug war recht lang, er bestand ja schließlich auch aus acht langen Wägen. Der Zug rauschte am Team vorbei. Commander Freeman schrie laut:
"Jetzt!"
Die drei sprangen los. Sie landeten unsanft auf dem drittletzten Wagen. Commander Freeman orientierte sich. Sofort wurde der Zug wieder schneller. Commander Freeman versuchte sich gut festzuhalten. Er und die drei anderen tasteten vorwärts. Der Zug entfernte sich vom Berg. Die Schienen waren nun nicht mehr waagerecht, sondern senkrecht befestigt. Auf was sie standen war nicht zu sehen weil unten eine Menge Wolken waren.
Commander Freeman öffnete eine Dachluke. Sie schwang nach innen und schlug einem Orion Piraten auf den Hinterkopf. Der fiel sofort in Ohnmacht. Commander sprang in den Zug. überrascht sah er, daß er bereits unabsichtlich einen Gegner ausgeschaltet hatte. Die anderen beiden sprangen ebenfalls in den Zug. Plötzlich zuckte ein blauer Phaserstrahl durch den Wagen. Geistesgegenwärtig zog einer der beiden Freiwilligen einen Phaser und schoß auf den Angreifer.
"Hauen wir lieber in den zweitletzten Wagen ab. Dort ist die letzte bekannte Position des Captains."
Das Rettungsteam rannte los.
Als sie den zweitletzten Wagen erreichten schauten sie verdutzt in einige Gewehrläufe. Schnell erkannten sie aber, daß es Captain Riecan, Lieutenant Walker und Lieutenant Commander Carter waren. Außerdem bemerkten sie einen Rollo, der aus dem hinteren Abteil mit Waffen umgehängt hergerannt kam.
"Commander!?! Was machen Sie denn hier?" fragte Captain Riecan verwundert.
"Wir haben uns zu einer last Minute Reise in einem Torpedo entschlossen", antwortete Commander Freeman.
Captain Riecan verließ die Hockestellung.
"Ich hätte nicht gedacht, daß es sich einer traut mit einem Torpedo durch die Atmosphäre zu rasen."
"Das größte Problem war eigentlich die Landung. Mr. Logan hat die Torpedos mit einer Antigravitationseinheit ausgerüstet", erwiderte Commander Freeman. "Wir müssen versuchen eine dieser verflixten Transportblockierungen auszuschalten", fuhr er fort.
Captain Riecan sagte:
"Das haben wir bereits versucht aber sie haben ein Kraftfeld um sich herum."
Commander Freeman öffnete den Koffer, den er sich mitgenommen hatte. Er holte eine Scheibe heraus.
"Das habe ich befürchtet, deswegen habe ich diese Sprengladung mitgenommen."
Carter mischte sich ein.
"Ich würde nicht empfehlen, die einzusetzen. Der Wagen könnte durch die Explosion entgleisen."
Captain Riecan nickte.
"Wir müssen aber schnell etwas tun. In zehn Minuten werden sonst die nächsten Geiseln getötet."
Captain Riecan warf einen Blick in Commander Freemans Koffer, dann nickte er.
**
Das Gesicht von Tolan Kur erschien wieder auf dem Bildschirm.
"Ich wußte gleich, die Torpedos waren nur ein Bluff. Sie haben nichts erreicht und in acht Minuten werden wir dem Rolloadmiral eine Flugstunde spendieren, wenn Sie nicht bald unsere Forderungen erfüllen."
Logan lehnte sich zurück.
"Wer sind Sie eigentlich? Wo ist der andere Depp?" fragte der Orioner ärgerlich.
"Ich bin, äh, der erste Offizier dieses Schiffes. Wir können ihre Forderungen nicht in so kurzer Zeit erfüllen. Wir müssen ja erst mal alle Waffen zusammentragen."
Der Orioner wirkte verärgert.
"Ich habe Ihnen ein Zeitlimit gesetzt und wenn Sie es eben nicht schaffen ist es Ihre Schuld. Kur, Ende."
**
Captain Riecan verließ den Wagen und bewegte weiter vorwärts. Er kam bis in den dritten Wagen als plötzlich zwei Piraten auftauchten. Sie schossen sofort. Captain Riecan sprang in Deckung. Er schnellte wieder hervor und betäubte einen der beiden Piraten. Der andere kam näher und zückte ein Messer. Geschickt schlug der Pirat Captain Riecan den Phaser aus der Hand. Dieser suchte nach einer Nahkampfwaffe. Lieder fand er nur ein Schöpflöffel, der gerade auf einem beweglichen Speisetisch lag. Schnell wehrte Riecan die erste Messerattacke mit dem Löffel ab. Der Pirat tänzelte herum. Captain Riecan wich nach rechts und links aus. Wieder stach der Pirat zu. Captain Riecan schlug mit dem Löffel auf das Messer und wehrte so den tödlichen Stich ab. Der Pirat trat Riecan und dieser flog in eine Ecke. Der Pirat warf das Messer. Wieder setzte Captain Riecan den Löffel ein und schützte sich so vor dem Wurf. Jetzt griff Captain Riecan an und schlug dem Piraten mit dem Löffel auf den Kopf. Der Pirat wurde ohnmächtig.
Captain Riecan betrat den Wagen mit den Geiseln. Sofort umzingelten ihn einige Wachen. Auch der anwesende Orioner Tolan Kur zückte seinen Strahler.
"Wer sind Sie?" fragte er empört.
Captain Riecan hielt die Hände hoch und sagte:
"Captain Marces Riecan von dem Schiff im Orbit."
Der Orioner schien verwirrt.
"Aber wenn der Typ, der im Moment das Kommando hat, Ihr erster Offizier ist wer war dann der andere... ach egal. Kommen Sie hier rüber."
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Tut mir leid aber ich habe andere Pläne. Nehmen Sie mich als Geisel, lassen Sie den Rollo frei und töten Sie vorerst mal niemanden."
"Und warum sollte ich das tun?" fragte der Orioner und lachte.
Captain Riecan holte die Sprengladung raus.
"Weil wir sonst alle Bestandteil der hiesigen Atmosphäre werden", erwiderte Captain Riecan.
Der Orioner schien im ersten Moment zu erschrecken. Dann fing er an zu grinsen.
"Wir machen Folgendes. Ich nehme Sie und behalte den Rollo als Geisel, töte aber erst mal niemanden."
Captain Riecan nickte mit widerwilligem Geschichtsausdruck. Anschließend deaktivierte er die Bombe und legte sie auf eine Kommode in der Nähe. Darauf setzte er sich neben die anderen Geiseln.
"Ich sage nun dem Föderationsschiff, daß wir ihren Captain haben", erklärte der Orioner und verschwand in den dritten Wagen.
Captain Riecan wartete erst gemütlich. Dann fragte er eine der drei Wachen:
"Ist die Bombe ausgeschaltet?"
Erschrocken drehte sich die Wachen und sahen die Bombe an. Während der Verwirrung gab Captain Riecan Admiral Gorr’k zwei kleine Röhren. Dieser sah ihn verwundert an. Captain Riecan sah auf den Lokführer und nickte. Geistesgegenwärtig gab Gorr’k ihm auch eine Röhre. Die Wachen drehten sich wieder um. Einer sagte:
"Sie wollten uns wohl reinlegen. Die Bombe ist aus!"
"Gut", sagte Captain Riecan.
**
Während dessen meldete Edward Mason.
"Wir empfangen die Signale von drei isolinearen Markierungen."
Logan fuhr hoch.
"Unsere Transporter können doch isolineare Markierungen erfassen, oder?"
Mason nickte. Darauf drückte Logan schnell den Knopf für das Intercom.
"Brücke an Transporterraum eins, erfassen Sie die Signale von drei isolinearen Markierungen und beamen Sie es rauf!"
Nach kurzer Zeit erklang die Antwort aus dem Transporterraum:
"Wir haben einen Rollo, den Captain und einen Zivillisten raufgebeamt."
Logan atmete auf.
Tolan Kur kam in den zweiten Wagen gestürmt.
"Wo sind die Geiseln!?!" schrie er.
Die Wachen waren ratlos.
"Wissen wir nichts. Sie wurden einfach weggebeamt."
Auch Tolan Kur schien ratlos, dann rannte er wieder ins Kommunikationsabteil. Er öffnete einen Kanal zur Shefield. Captain Riecan saß bereits wieder in seinem Sessel.
"Sie haben mich reingelegt!" brüllte Tolan.
" Genau", begann Captain "Jetzt geben Sie lieber auf. Sie haben nichts in der Hand."
"Oh doch. Ich habe diesen Zug und ich werde ihn so stark beschleunigen, daß er entgleisen wird. Dann sterben wir alle und es ist Ihre Schuld."
Captain Riecan schreckte hoch.
"Nein tun Sie das nicht. Es muß niemand mehr sterben."
Der Kontakt brach ab.
**
Commander Freeman bemerkte, daß der Zug beschleunigte. Mr. Van Zarrax, der gerade die Waffen der toten Rollos aufgenommen hatte, hielt sich an einem Stab fest.
"Das bedeutet, die Piraten wollen den Zug ins Verderben stürzen", sprach Carter.
Commander Freeman reagierte sofort.
"Wir müssen zur Lok. Ich weiß, es wird sehr gefährlich aber sonst wird der Zug wahrscheinlich entgleisen."
Alle nickten und rannten los. Die beiden anderen Rollowachen kamen ebenfalls mit.
Währenddessen schrie der Orioner Tolan Kur.
"Unser Transportschiff kann uns nicht abholen, das Sternenflottenschiff würde es sonst abschießen. Wir müssen uns für die Sache der Orion Piraten opfern. Verteidigt die Lok."
Commander Freeman und die anderen rannten die Wägen entlang. Als sie im drittletzten Wagen ankamen, tauchten plötzlich mehrere Orion Piraten auf und begannen zu feuern. Alle sprangen in Deckung. Van Zarrax schoß eine Granate ab. Diese explodierte im Gang, leider ohne Wirkung auf die Gegner. Zwei Feinde rannten hinter eine Nische in der Wand und schossen von dort aus. Van Zarrax zog daraufhin sofort sein Giftmesser und warf es los. An der Wand prallte es ab und betäubte die beiden Gegner.
Carter zielte auf einen Orioner. Dieser wich aus und schoß los. Carter zuckte zurück. Commander Freeman trat gegen einen fahrbaren Serviertisch. Dieser rammte einen Piraten, der kurze Zeit später von van Zarrax getroffen wurde. Plötzlich traf ein Strahl Commander Freeman am Arm. Er hielt die Verletzung fest und zog sich tief in seine Deckung zurück.
Ein Pirat zielte auf Carter. Er drückte ab aber Lieutenant Walker hatte ihn bereits getroffen und der Strahl verfehlte Carter um ein Paar Zentimeter.
Van Zarrax befand sich im Zweikampf mit einem Orioner. Er drückte ihn zur Seite und verpaßte ihm einen heftigen Kinnhaken. Einen anderen trat er von hinten. Er stürzte und wurde wenig später von Lieutenant Walker getroffen. Die zwei letzten Piraten wurden gezielt von den beiden Rollo Wachen getroffen.
Commander Freeman stand mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf.
"Gehen wir", befahl er.
Lieutenant Walker sah ihn fragend an.
"In Ihrem Zustand?"
"Ich schaffe es schon", erklärte Commander Freeman zuversichtlich.
Die Truppe rannte weiter. Sie kamen in dem Wagen an, in dem die Geiseln festgehalten wurden. Lieutenant Commander Carter zog ihren Tricorder.
"In der Steuerzentrale befinden sich noch vier Piraten aber das müßten dann die letzten sein."
Mr. Van Zarrax winkte seinen Leuten zu. Die drei Rollos setzten sich an die Spitze der Truppe. Schnell erreichten sie die Tür der Steuerzentrale.
"Wir werden sie ablenken", schlug van Zarrax vor. "Sie greifen dann aus dem Hinterhalt an."
Commander Freeman nickte. Er, Carter und Walker versteckten sich hinter einer Nische. Van Zarrax öffnete die Tür. Zwei Orion Piraten stürmten sofort heraus. Carter und Walker sprangen gleichzeitig aus der Deckung und betäubten die beiden Angreifer. Van Zarrax und seine beiden Helfer stürmten ins Steuerzentrum und betäubten Tolan Kur und einen weiteren Piraten. Commander Freeman kam sofort nach. Er setzte sich auf den Stuhl des Steuermanns und begann die Konsole zu bedienen, wenn auch nur mit einer Hand. Schnell machte er ein erschrockenes Gesicht.
"Die Bremsen des Zugs sind zerstört. Wir können gar nicht langsamer machen."
Alle schienen geschockt.
Lieutenant Walker hatte plötzlich eine Idee.
"Wir müssen schnellstens in den Wagen zurück, wo früher die Geiseln waren. Dann schießen wir auf die Verbindung zur Lok und hängen uns so ab."
Commander Freeman stimmte zu und stand auf.
"Mr. van Zarrax, nehmen Sie und Ihre Freunde bitte die Piraten mit. Wir brauchen sie vor Gericht. Lebendig sind sie mehr wert."
Van Zarrax nickte. Er und die anderen brachten die Piraten in zwei Fuhren zurück in den zweiten Wagen, dort wo früher die Geiseln waren. Commander Freeman , Lieutenant Walker und Lieutenant Commander Carter befanden sich mittlerweile auch dort.
Walker lehnte sich zur geöffneten Tür heraus und hob sein Phasergewehr. Der Zug war bereits auf maximaler Geschwindigkeit. Der Fahrtwind, der nun noch stärker war, riß Lieutenant Walker das Gewehr aus der Hand. Er zog seinen Phaser und drückte ihn mit aller Kraft nach vorne. Er schoß und die Verbindung des zweiten Wagens und der Lok begann zu schmelzen. Schließlich riß sie ab und die Lok begann sich nach vorne abzusetzen.
Alle atmeten auf als die Wagen des Zugs langsamer wurde. Wenig später beobachteten sie, wie die Lok aus der Kurve flog und in die schier unendliche Tiefe stürzte.
**
Captain Riecan sah auf die Scanneranzeigen. Es zeigte sich, daß das Transportschiff der Orion Piraten aus seinem Versteck kam und aus der Atmosphäre verschwand.
"Traktorstrahl", befahl Captain Riecan gefaßt.
Mr. Oboil nicke. Der Traktorstrahl erfaßte das feindliche Schiff. Schnell waren Resultate zu spüren.
Mr. Oboil meldete:
"Sir, das Piratenschiff deaktiviert seine Waffen. Sie haben uns eine Nachricht geschickt. Sie wollen sich ergeben."
Captain Riecan freute sich über diese, zu Abwechslung mal leichte, Festnahme und begann sich zu entspannen.
Epilog :
Alle Lebewesen im Zug waren mittlerweile von einigen Shuttles abgeholt worden. Captain Riecan stand im Transporterraum Admiral Gorr’k gegenüber.
"Also ich würde mal sagen wir brechen unser Treffen hier ab Admiral."
Gorr’k stimmte dem Captain zu.
"Der Verlust des Gouverneurs tut mir wirklich sehr leid. Diese verfluchten, niederträchtigen Piraten werden für seinen Tod mehr bezahlen, als sie vertragen können."
"Ja. Diese verdammten Piraten. Aber auf jeden Fall haben Sie eines Ihrer Ziele erreicht. Sie haben uns wirklich ihren guten Willen bewiesen. Sie haben Ihr Leben riskiert um uns zu unterstützen, dafür danke ich Ihnen. Der Einsatz der Rollos wird sicherlich überall positive Resonanzen erzeugen."
Admiral Gorr’k nickte.
"Das hoffe ich. Ich hoffe auch, daß beim geplanten Treffen mit den Zarabiten nicht auch eine Geiselname stattfindet."
"Gut ist, daß die Orion Piraten keine Tarnvorrichtung in die Hände bekommen konnten. Das hätte ihr Terrornetzwerk nur sehr stark erweitert."
Captain Riecan machte das Rollo Zeichen zur Verabschiedung.
"Ich hoffe wir sehen uns wieder, Admiral."
Admiral Gorr’k nickte und stand mit van Zarrax und den beiden Wachen auf die Transportplattform. Er sprach in sein Kommunikator.
"Energie."
Captain Riecan trat nach hinten. Commander Freeman stellte sich neben ihn. Er machte ein besorgtes Gesicht.
"Stimmt etwas nicht, Commander?" fragte Captain Riecan.
"In der Tat", begann Commander Freeman zu reden. "Die Gefangenen haben zwar noch keine Aussage gemacht aber der überfall schien mir etwas zu genau geplant. Die Piraten wußten genau, daß wir im Hovertrain unterwegs waren und hatten sich auch technisch dafür ausgerüstet. Möglicherweise hat irgend jemand Informationen weitergegeben."