Markus Roth
The Depths Of Space
In der Falle
Kapitel 1 :
Fähnrich Edisson wachte auf. Er rieb sich die Augen. 6:20 Uhr, zeigte sein Wecker an. Edisson war heute etwas früher aufgestanden. Er suchte sich seine Gala Uniform aus dem Schrank und zog sie an. Die anderen Offiziere erwarteten ihn gegen 6:30 Uhr in der Lounge, daher trank er noch ein Glas Wasser und holte sich ein P.A.D.D. von einem Schrank und begann zu lesen. Es beinhaltete Verhaltensweisen bei offiziellen Anlässen der Sternenflotte. Er hatte es am Tag zuvor auch schon mal gelesen, jetzt ging er es noch mal schnell durch. Edisson hatte heute keine Zeit für die Sachen, die er sonst noch morgens machte. Er pflegte zum Beispiel immer noch eine taktische Karte der Gegend zu betrachten. Als Steuermann war es immer sehr nützlich, die Gegend zu kennen in der sich das Schiff gerade befand. Er konnte auch nicht mehr die Neuigkeiten über das Subraumradio anhören, wie er es sonst jeden Morgen tat. Schließlich atmete er tief durch und machte sich auf den Weg zur Lounge. Auf dem Weg dorthin begegnete er einigen Crewmitgliedern, die ihn beglückwünschten. Wenig später kam er in der Lounge der Shefield an. Captain Riecan und die anderen Stabsoffiziere befanden sich ebenfalls dort. Der Captain nickte Edisson zu und dieser trat näher.
Captain Riecan stand Fähnrich Edisson gegenüber. Er reichte ihm eine Schatulle. Fähnrich Edisson nahm sie entgegen.
"Da sie sich in letzter Zeit sowohl dienstlich, als auch sozial sehr angestrengt und verbessert haben, ist es mir eine Ehre sie in den Rang eines Lieutenants zu befördern", sprach Captain Riecan.
Lieutenant Edisson öffnete mit strahlenden Augen die Schatulle. Darin befanden sich die neuen Rangabzeichen. Die anwesenden Stabsoffiziere nickten Edisson zu, welcher sich darauf die neuen Abzeichen ansteckte. Schließlich reichte er Captain Riecan die Hand.
"Danke, Sir. Ich werden mich dem neuen Rang als würdig erweisen."
"Das hoffe ich", kommentierte Captain Riecan unsicher.
Lieutenant Edisson sah ihn verwundert an. Dann fragte er.
"Wann soll ich, mit neuem Rang, den Dienst antreten?"
"Eigentlich schon vor einer halben Stunde, Lieutenant", sagte Captain Riecan und blickte auf die Uhr die neuerdings in der Bar hing.
"Worauf warten sie? Die Shefield fliegt nicht von alleine gegen Asteroiden."
Lieutenant Edisson nickte und lief durch die Tür in Richtung Turbolift.
"Ich werde dann auch mal meinen Dienst antreten", sagte Commander Freeman und gähnte.
Captain Riecan nickte und machte sich auf den Weg zur Brücke. Auf dem Weg unterhielt er sich mit Carter.
"Ich hörte, die Crew der Enterprise hat ein eigenes Ritual bei Beförderungen. Der Beförderte muß, im Holodeck, auf die Planke eines Segelschiffes stehen, hochspringen und eine Kappe von einem Seil reißen." Erklärte Carter.
"So etwas müßten wir auch mal einführen. Wir wär’s mit einer alten Brücke, von der sich der Beförderte mit einem Bungeeseil runterfallen lassen und eine Kappe aus dem Wasser fischen muß", erwiderte Captain Riecan.
Carter überlegte.
"Wenn die Holosicherungen halten. Es könnte sonst etwas gefährlich werden."
Captain Riecan stimmte zu.
Wenig später erreichten alle die Brücke. Lieutenant Edisson saß bereits an seiner Konsole und überprüfte den Kurs, noch genauer als sonst.
"Der Kurs stimmt, Sir", meldete er stolz.
"Gut", bestätigte Captain Riecan nickend.
Commander Freeman wandte sich an Captain Riecan.
"Wo war eigentlich Cator Canulis heute Morgen?"
"Ich weiß auch nicht. Er ist leider kein Offizier, sonst könnten wir ihm befehlen in der Bar anzutreten."
Captain Riecan sah auf die Sensorenanzeigen.
"Also bringen wir diesen Patrouillenflug hinter uns. Lieutenant Edisson, mit gegebenem Kurs auf Warp 7 beschleunigen."
"Aye, Sir", bestätigte Edisson und führte den Befehl aus.
Die Sheffield hatte kurz wegen einer unbestätigten Anomalie angehalten, die sich als Müllteil entpuppt hatte, die irgend jemand aus der Luftschleuse geworfen hatte. Captain Riecan hatte die Pause genutzt um Fähnrich Edisson zu befördern. Jetzt startete die Sheffield wieder auf Warp.
"Wann werden wir den Flug abgeschlossen haben?" fragte Commander Freeman den die ewigen Patrouillen langsam anödeten.
Carter blickte auf ihre Anzeigen.
"In acht Stunden werden wir das Goren System erreicht haben. Dort erhalten wir dann neue Befehle."
"Ich weiß", begann Lieutenant Walker. "Bestimmt wieder eine Patrouille. Als wir den Hovertrain gerettet haben, durften wir ja auch gleich wieder auf Patrouille gehen."
Captain Riecan nickte zustimmend.
"Aber diesmal nicht. Gerüchten zu Folge dürfen wir einen Stern untersuchen", sagte Captain Riecan.
Lieutenant Walker lachte.
"Während wir das tun, müssen wir sicherlich einen Patrouillenflug absolvieren."
Eine ganze Weile lang geschah nichts. Captain Riecan trank seinen morgendlichen Kaffe, Commander Freeman seinen Vitaminmix und Lieutenant Commander Carter ihren Tee.
Logan betrat die Brücke. Er hielt, wie immer ein großes P.A.D.D. in der Hand. Langsam ging er zu Captain Riecan runter.
"Hier, der Warp Antrieb funktioniert jetzt endlich perfekt."
Captain Riecan machte große Augen. Der Warpkern hatte seit dem Start der Sheffield nur immer mit 99,89 prozentiger Leistung funktioniert.
"Gut, Mr. Logan. Ich dachte schon das verdammte Ding würde sich nie in unser System integrieren."
Eigentlich machte es keinen Unterschied ob der Warpkern nun 99,89 oder mit 100% Leistung lief aber für Mr. Logan war es ein moralischer Sieg.
"Wie haben sie’s hingekriegt?" fragte Captain Riecan.
"Wir haben den Plasmaverteiler 14 modifiziert, dadurch konnten die Reiniger besser funktionieren was sich auf die Funktionalität des Warpkerns auswirkte."
Captain Riecan nickte zufrieden. Logan verschwand wieder.
Zwei weitere Stunden vergingen, ohne das etwas geschah.
Kapitel 2 :
Lieutenant Walker meldete mit verwundertem Gesichtsausdruck.
"Sir, wir erhalten einen Notruf. Nur Audio."
"Auf die Lautsprecher", befahl Captain Riecan mißtrauisch.
Die Orion Piraten sendeten oft falsche Notrufe um Föderationsschiffe in einen Hinterhalt zu locken. Aus den Lautsprechern erklang.
"Hier spricht der Frachter S.S. Verona. Wir werden von den Orion Piraten angegriffen. Unsere Position ist das Vergara System. Bitte helfen sie uns, die Schilde geben langsam nach."
Captain Riecan befahl Carter.
"Scannen sie bitte das Vergara System mit den Langstreckenscannern."
Carter führte den Befehl aus.
"Ich bekomme leider keine Daten. Im Vergara System befindet sich eine verzeichnete Subraumsingularität. Durch diese werden Scans verhindert."
Captain Riecan glaubte langsam an eine Falle. Er wandte sich zu Commander Freeman.
"Was denken sie Commander, es könnte gut eine Falle sein."
"Ja, Sir. Aber was wenn es keine ist? Die Piraten könnten die Singularität ebenso gut als Tarnung für ihre Angriffe verwenden."
Captain Riecan nickte.
"Da haben sie Recht." Er sah sich die Computerdatenbank durch. Durch das Vergara System führte tatsächlich die Route eines Frachters der Verona hieß.
Riecan sah nach vorne.
"Lieutenant Edisson, setzten sie Kurs auf das Vergara System, Maximum Warp."
Schnell sah Captain Riecan nach hinten.
"Und sie, Mr. Walker, versuchen ein anderes Schiff der Sternenflotte zu finden, daß mit uns kommt."
Die Sheffield raste mit ihrer maximalen Warpfähigkeit in Richtung Vergara. Leider ließ sich kein anderes Schiff auftreiben, das mitkommen konnte. Die Sheffield mußte sich dem Problem selbst stellen. Captain Riecan wurde zunehmend nervös.
"Wenn werden wir das Vergara System erreicht haben?" fragte er unruhig.
"Noch eine Minute, Sir. Wir waren nicht weit von Vergara entfernt als der Notruf einging", antwortete ihm Lieutenant Edisson.
Captain Riecan faßte alle Fakten zusammen, kam aber trotzdem auf keinen grünen Zweig.
Schließlich erreichte die Sheffield das Vergara System.
"Voller Scan, bitte", befahl Captain Riecan ungeduldig.
Carter führte den Befehl durch.
"Es ist nichts zu finden." Carter sah plötzlich verwundert aus. "Seltsam um die Singularität ist immer noch kein Scan möglich. Nur die Singularität selbst ist zu scannen."
"Den Bereich mit der Singularität vergrößern", befahl Captain Riecan.
Der Bildschirm zeigte jetzt nicht mehr das tote Vergara System mit seiner grünen Sonne und seinen braunen Planeten, sondern in Bild in dem nichts erschien außer ein Teil des dritten Planeten und drei metallisch wirkenden Punkte.
"Wo ist denn diese Singularität? ich sehe sie nicht", sprach Lieutenant Walker.
Carter erwiderte.
"Sie ist optisch nicht sichtbar. Nur auf den Sensoren ist sie zu erkennen."
Captain Riecans Augenmerk richtete sich eher auf die drei Punkte. Es war unmöglich zu erkennen ob es Piratenschiffe waren oder vielleicht sogar Trümmer des Frachters.
Schließlich fragte Captain Riecan.
"Kriegen wir das Bild noch größer. Wir müssen rauskriegen was das für Punkte sind."
"Nein, Sir. Wir sind bereits auf der maximalen Vergrößerungsstufe. Wenn wir mehr sehen wollen, müssen wir näher ran."
Captain Riecan überlegte. Commander Freeman wandte sich an ihn.
"Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte. Wir könnten den Frachter rufen. Wenn er antwortet wissen wir mehr."
Captain Riecan überlegte genau.
"Ich weiß nicht, wenn es Piraten sind, wissen die, daß wir hier sind."
Der Captain überlegte lange, dann befahl er.
"Wir müssen es riskieren. Mr. Walker rufen sie auf allen Frequenzen."
Lieutenant Walker bestätigte und führte die Befehle aus.
"Keine Antwort, Sir. Ich glaube es sind wirklich die Piraten."
Captain Riecan stimmte zu. Er wandte sich erneut an Lieutenant Walker.
"Senden sie der Sternenflotte diese Erkenntnisse. Fordern sie außerdem Verstärkung an. Wenn das Piraten sind, haben wir es wahrscheinlich mit drei Schiffen zu tun."
Lieutenant Walker nickte und tippte die Nachricht ein.
Captain Riecan sagte zu Mr. Edisson.
" Fliegen sie uns bis auf 3.000 Kilometer an den äußeren Rand der Singularität heran, ein viertel Impuls."
Lieutenant Edisson nickte und führte den Befehl aus. Die Punkte wurden langsam größer, trotzdem konnte man noch nichts über die Schiffsklasse sagen.
Captain Riecan sah angestrengt auf den Bildschirm. Die Punkte schwollen an. Die Endposition war erreicht aber die Punkte wurden immer größer.
"Sie kommen wahrscheinlich auf uns zu", bemerkte Lieutenant Commander Carter.
"Gelber Alarm. Schilde und Waffen in Bereitschaft", befahl Captain Riecan.
Schließlich war es deutlich zu erkennen. Es waren drei Raumkreuzer der Orion Piraten. Captain Riecan trommelte mit seinen Fingern auf die Armlehne. Die Schiffe der Orion Piraten waren zwar taktisch um einiges schwächer als die Föderationsschiffe, aber konnte es die Shefield gegen drei Feinde aufnehmen. Captain Riecan war sich unschlüssig.
"Sir", fing Carter verwundert an. "Die Piraten fliegen direkt durch die Anomalie."
"Die Orioner waren schon immer ein wenig unvorsichtig gewesen", kommentierte das Commander Freeman.
Captain Riecan sah zu Lieutenant Edisson.
"Wie dem auch sei, wir treten jetzt lieber den Rückzug an. Gegen drei Raumkreuzer haben wir keine Chance. Fliegen sie uns aus dem System, voller Impuls."
Lieutenant Edisson nickte und setzte den Kurs. Die Sheffield war eigentlich im Stande die Feinde abzuhängen.
"Ich nehme an der Frachter ist nie hier gewesen", sagte Commander Freeman.
Captain Riecan pflichtete ihm bei.
Die Shefield hatte mittlerweile abgedreht und beschleunigte nun auf vollen Impuls. Der Bildschirm zeigte die Sicht nach hinten an. Die Schiffe der Orion Piraten wurden wieder kleiner. Captain Riecan wartetet darauf den Befehl für Warp zu geben.
Plötzlich geschah etwas Seltsames. Ein kleiner roter Punkt entstand an der Stelle, an der die Singularität sein mußte. Die Brückenbesatzung sah angestrengt auf den Bildschirm. Der rote Punkt wuchs schnell an. Er bildete langsam eine Trichterform.
"Was tut sich da?" fragte Commander Freeman.
"Womöglich eine Falle der Orioner", bemerkte Lieutenant Walker.
Carter schüttelte den Kopf.
"Nein, irgend etwas tut sich im Inneren der Singularität."
Captain Riecan fragte neugierig was er schon die ganze Zeit fragen wollte aber wegen der Piraten zurückgestellt hatte.
"Was ist das eigentlich genau für eine Anomalie?"
"Eine Subraumsingularität der Kategorie drei. Erzeugt durch eine unbekannte Energieart. Die Sternenflotte weiß leider kaum etwas über die Energie oder die Singularität."
Captain Riecan sah gebannt auf den Bildschirm. Der Trichter bildete sich aus. Plötzlich schienen die Schiffe der Orion Piraten davon angezogen zu werden. Sie rückten der Trichteröffnung immer näher.
"Was geschieht mit den Piraten", fragte Commander Freeman.
Carter überlegte nicht lange.
"Ich fürchte sie werden von der Gravitation des Loches angezogen und durch die Anziehungskraft, die im Inneren des Trichters herrschen, in Stücke gerissen."
Die Schiffe der Orion Piraten wurden tatsächlich vom Trichter angezogen. Ihre Impulsantriebe schienen auf voller Kraft zu laufen aber es brachte ihnen nichts. Die wurden schließlich ins Innere der Anomalie gerissen. Sie explodierten eins nach dem anderen.
Carter meldete plötzlich verwundert.
"Sir, jetzt wo die Anomalie zu wachsen beginnt, scheint sie keine trübende Wirkung auf unsere Scanner und Sensoren mehr zu haben."
Captain Riecan war das im Moment egal. Er sagte zu Lieutenant Edisson.
"Wir müssen schleunigst hier weg. Gehen sie jetzt auf Warp."
Lieutenant Edisson wollte den Befehl ausführen aber etwas stimmte nicht. Verzweifelt drückte er die Tasten. Captain Riecan wurde langsam ungeduldig. Die Anomalie schwoll ständig an.
"Was ist denn, Lieutenant?"
"Der Warpantrieb hat eine Störung. Ich glaube es liegt am Einfluß der Anomalie."
Carter bestätigte das.
"Mr. Edisson hat Recht. Ein 600.000 Kilometer großes, kreisförmiges Energiefeld, ausgehend von der Singularität, verursacht eine Unregelmäßige im Subraum. Warpflüge sind unmöglich."
Captain Riecan durchfuhr ein Schock.
"Schnell, Mr. Edisson. Fliegen sie uns aus dem Energiefeld heraus. Wir müssen schnellstens hier Weg."
Lieutenant Edisson gab sich so viel Mühe wie er konnte. Die Shefield bewegte sich weiter.
Captain Riecan lehnte sich zurück und versuchte zu entspannen.
"Sir es gibt ein Problem", meldete Edisson nervös. "Wir entfernen uns nicht von der Singularität. Im Gegenteil. Ich habe Schwierigkeiten unsere Position zu halten, selbst mit vollem Impuls.
Captain Riecan strich sich durch den Bart. Schließlich rief er den Maschinenraum über das Intercom.
"Brücke an Maschinenraum. Wir brauchen dringend mehr Saft für den Impulsantrieb, sonst werden wir von der Singularität aufgesaugt und werden zerbersten."
Logans Stimme erklang.
"Verstanden, Captain. Wir fahren alle nicht lebenswichtigen Systeme runter."
Auf der Brücke gingen alle Hauptlichter aus. Nur die Notbeleuchtung erhellte noch den Raum. Lieutenant Edisson gab sich alle Mühe wegzukommen. Schließlich gab er es auf.
"Es geht nicht, Sir. Wir kommen hier nicht weg, die Gravitation ist einfach zu stark und sie wächst weiter."
Captain Riecan dachte scharf nach, dann fragte er.
"Carter, wie lange kann sich die Shefield noch auf dieser Position halten?"
"Wenn die Geschwindigkeit, mit der die Anomalie wächst, konstant bleibt, halten wir uns hier noch ungefähr zwei Stunden", antwortete Carter.
Captain Riecan war klar, daß die Shefield nicht mit konventionellen Mitteln entkommen konnte. Er wollte alle Fakten zusammentragen.
"In fünf Minuten halten wir eine Besprechung im Konferenzsaal ab."
Kapitel 3 :
Die Stabsoffiziere der Shefield hatten sich im Konferenzraum der Shefield getroffen. Carter hatte ein Diagramm der Singularität auf einem Bildschirm erzeugt. Captain Riecan begutachtete es genau. Als alle Platz genommen hatten, fragte Captain Riecan.
"Also, mit was haben wir es hier eigentlich zu tun, Mrs. Carter?"
Lieutenant Commander Carter war sichtlich unsicher.
"Ich habe die gesammelten Daten mit allen bekannten Anomalien verglichen. Es ist nichts was wir bislang kennen."
Alle sahen Carter enttäuscht an.
"Aber wie sie wissen war ich vor Weihnachten letzten Jahrs bei der Anhörung eines berühmten Forschers. Wir diskutierten auch über eine nicht bewiesene Anomalie. Diese stellt einen Riß in der Substanz des Weltalls da."
Jeder machte ein überfragtes Gesicht.
"Das muß man sich so vorstellen. Ein schwarzes Loch zum Beispiel, ist wie eine Kugel, die man auf ein Tuch legt. Die Kugel formt eine Kuhle im Tuch. Diese Anomalie bewirkt das gleiche, nur das Tuch bekommt ein Loch an der tiefsten Stelle. Die Maschen des Tuches beginnen sich aufzulösen und das Loch im Weltraum wird größer und größer."
Auf dem Bildschirm war der Vorgang anhand des Diagrams zu erkennen.
"Viele Forscher sind überzeugt, daß ein solches Gebilde niemals existieren könne. Ich bin da anderer Meinung."
Die Crew lauschte gespannt.
"Wenn man von der Existenz von votronischen Energiepartikeln ausgeht, wäre eine Existenz möglich. Die Anomalie war ja schon immer da, aber ich glaube, daß eines der Orionschiffe eine Kettenreaktion auslösten, was den Vorgang in Gang setzte. Es könnte ja sein, daß die Orioner ein Leck im Plasmatank hatten, durch ein Gefecht beispielsweise. Das Plasma hätte dann die Votronen aktiviert."
Captain Riecan nickte.
"Gehen wir mal davon aus, alles was sie sagen stimmt. Wie kommen wir aus dieser Falle wieder heraus."
Carter machte einen hilflosen Eindruck.
"Das kann ich so nicht ganz sagen, aber wir haben vielleicht noch ein anderes Problem."
"Noch eins!" gab Commander Freeman erschrocken von sich.
Carter zeigte auf das Diagramm.
"Wie ich ja bereits erwähnte. Die Singularität weitet sich aus, daß heißt, das Weltall wird weiterhin ‚aufreißen’."
Lieutenant Walker streckte seine Hand hoch und fragte.
"Wo wird die Singularität aufhören zu wachsen und wie groß wird sie dann sein?"
"Mr. Edisson, ich weiß nicht mal ob die Singularität überhaupt aufhört zu wachsen. Im schlimmsten Fall könnte sie, na ja, das ganze Universum verschlingen."
"Was!?!" Gab Commander Freeman von sich. "Das kann ich nicht glauben."
Carter atmete tief durch.
"Mir fällt nichts ein was den Vorgang stoppen könnte."
Captain Riecan ging dazwischen, ehe eine endlose Diskussion zwischen den beiden Streithammeln losbrach.
"Als erstes müssen wir die Shefield aus dieser Singularität retten. Was können wir tun?"
Carter überlegte.
"Ich hatte schon während der Anhörung des Wissenschaftlers eine Idee. Wenn wir uns das Universum wieder als Tuch vorstellen, könnte man doch Spannung auf das Tuch ausüben. Die Kugel würde dann keine Kuhle erzeugen. Wir müßten unser Warpfeld so modifizieren, daß es an zwei Stellen neben der Singularität eine Gravitationsquelle darstellt. Damit würden wir die Kuhle im Weltraum wieder, wie drücke ich es am besten aus..." Carter überlegte einen Moment. "glatt bügeln. Wir würden die Kuhle glatt bügeln."
Captain Riecan leuchtete das ein. Er sah zu Chefingenieur Logan.
"Würden sie das hinkriegen, Mr. Logan?" fragte ihn Captain Riecan.
"Denkbar wäre es, aber es könnte wirklich schwierig werden."
Captain Riecan nickte, er hatte auch nichts anderes erwartet. Schließlich drückte er einen Knopf auf der Konsole vor ihm. Der Bildschirm verschwand.
"Dann machen wir uns am besten schnellstens an die Arbeit, meine Damen und Herren", befahl Captain Riecan.
Lieutenant Commander Logan befand sich mittlerweile im Maschinenraum. Er und Lieutenant Zanto bereiteten das Warpfeld vor. Logan ließ eine Simulation durchlaufen. Zwei Diagramme, die Warpfelder darstellten, erschienen auf der Konsole.
"Sie sind zu schwach", sagte Zanto unsicher. "Ihre Gravitationskraft wird nicht ausreichen um die Anomalie zu glätten."
Logan nickte. Er sagte.
"Das Problem ist, daß wir normalerweise mit beiden Warpgondeln ein Warpfeld aufbauen und nicht zwei. Da ist es kein Wunder, wenn sie ihre Intensität verlieren. Wir müssen ihnen mehr Energie zuführen."
Zanto überlegte kurz.
"Ich fürchte, daß können wir nicht. Wir brauchen schon die ganze Energie um uns auf unserer Position zu halten."
Logan ging zu einer anderen Konsole, welche die Energieverteilung regulierte. Er sprach.
"Was wäre, wenn wir für kurze Zeit die Lebenserhaltung runterfahren würden. Das Lebenserhaltungssystem frißt eine Menge Energie."
Zanto testete die Simulation mit der Zusatzenergie der Lebenserhaltung.
"Theoretisch hätten die Warpfelder dann genug Energie, aber wir müßten dann einen Kaltstart der Lebenserhaltung durchführen, wenn die Gefahr gebannt ist. Das könnte schief gehen und dann sind wir erledigt", erklärte er.
Logan überlegte, dann kam er auf ein eindeutiges Ergebnis.
"Wir haben leider keine Wahl. Nur das Lebenserhaltungssystem könnte genug Energie liefern."
"Da haben sie Recht", stimmte Zanto zu.
Logan ging zum Intercom. Er rief die Brücke.
"Captain, wir haben die Spezifikationen ausgerechnet. Die Simulation zeigt an, daß es funktionieren könnte, aber wir müssen das Lebenserhaltungssystem abschalten um genug Energie zu kriegen."
Kurze Zeit war vom Captain nicht viel zu hören.
"Haben wir keine andere Wahl, Mr. Logan?" fragte Captain Riecan unsicher.
Logan schüttelte den Kopf.
"Nein leider nicht, Sir."
Captain Riecan schien sich noch mit Carter zu unterhalten, dann antwortete er.
"Na schön, nehmen sie die Modifikationen vor."
Logan machte sich mit Zanto an die Arbeit. Sie hatten die Modifikationen schnell abgeschlossen. Carter versuchte während dessen weitere Daten über das Phänomen zu erhalten. Es deutete alles auf die Richtigkeit ihrer Theorie hin.
Captain Riecan hatte eine weitere unangenehme Entdeckung gemacht als er die Sternenflotte um Hilfe bitten wollte. Das Kommunikationsrelais war wegen den Interferenzen der Singularität nicht mehr einsatzfähig und eine Sonde würde die Gravitation der Singularität nicht überwinden können. Die Shefield war also ganz auf sich alleine gestellt, es sei denn ein anderes Schiff würde sie zufällig finden.
Schließlich war alles bereit für den Versuch. Logan hatte eben die Nachricht auf die Brücke übermittelt. Captain Riecan sah zu Carter.
"Hoffentlich funktioniert es auch."
Carter sah unsicher aus. Commander Freeman fragte sie.
"Haben wir eigentlich einen Ausweichplan?"
"Leider nein", antwortete Carter schlicht.
Captain Riecan sah zu Lieutenant Edisson herüber.
"Mr. Edisson, aktivieren sie den Warpantrieb."
"Warpantrieb ist aktiviert, Warpfelder stehen bereit", bestätigte Edisson.
Die Shefield begann zu rütteln. Captain Riecan beugte sich über das Intercom.
"Mr. Logan, es ist jetzt an der Zeit die Lebenserhaltung abzustellen."
Logan bestätigte.
"Warnung, die Lebenserhaltung ist nicht mehr online." Die Computerstimme erklang aus allen Lautsprechern.
Sofort wurde es merklich kälter. Nach einer Minute war auch zu bemerken, daß die Luft dünner wurde.
"Wie weit sind wir, Mrs. Carter", fragte Captain Riecan.
Die Sheffield wankte immer stärker.
"Die Anomalie beginnt sich zu glätten. Zehn Prozent sind bereits geschafft."
Captain Riecan nickte. Die Brücke war schon ziemlich dunkel. Jede unnötige Energiequelle war abgeschaltet worden. Weder die Schilde noch die Waffen waren mehr online. Auch die Trägheitsdämpfer mußten abgeschaltet werden, entweder um den Impulsantrieb so zu stärken, daß er die Position halten konnte oder um die Warpfelder stabil zu halten.
"Die Anomalie ist nun zu 25% zerstört, Sir", meldete Carter.
Captain Riecan sah auf die Anzeigen seiner Sensoren.
"Ein Glück das wir den Warpantrieb noch aktivieren können", gab Lieutenant Edisson von sich.
"Leider können wir, wegen der Störzone, trotzdem nicht auf Warp", sagte Commander Freeman dazu.
"Die Anomalie ist nun zu 50% eliminiert", meldete Carter. Plötzlich sah sie verwundert auf die Anzeigen. "Sie beginnt wieder zu wachsen."
"Was ist da los?" fragte Captain Riecan schnell.
"Ich weiß es nicht, Sir. Eben hat alles noch funktioniert."
Plötzlich gab es einen heftigen Ruck. Leitungen platzten. Die Sheffield begann zu driften. Zudem wurde es immer kälter und die Luft immer dünner.
"Der Warpantrieb ist kollabiert, Captain", meldete Lieutenant Edisson verzweifelt.
Commander Freeman drehte sich zu Captain Riecan.
"Wir driften in die Anomalie."
Captain Riecan lehnte sich wieder über das Intercom.
"Logan was ist passiert?" fragte er hektisch.
Logans Stimme ertönte aus dem Intercom.
"Ein verdammter Kurzschluß, Sir. Er hat uns die Energie für die Impulsdüsen abgedreht."
Auf dem Bildschirm war zu erkennen wie die Anomalie gefährlich nah kam. Das Schiff rüttelte immer stärker.
"Die strukturelle Integrität liegt nur noch bei 80%, Captain", meldete Lieutenant Walker.
Jetzt kam auch noch eine weitere Warnung vom Computer.
"Warnung, die Atmosphäre im Schiff kommt in 30 Sekunden ins lebensgefährliche Niveau."
"Drehen sie dieses verdammte System wieder an, Mr. Logan", befahl Captain Riecan übers Intercom.
Logan antwortete.
"Ich will’s versuchen, Sir."
"Nein, nein, sie versuchen gar nichts. Sie tun es einfach, verstanden", sagte Captain Riecan nervös.
"Ich habe wieder Impulsenergie, Sir", meldete Lieutenant Edisson schnell.
Captain Riecan atmete auf.
"Gut, alle Maschinen volle Kraft zurück."
Das Rütteln wurde unerträglich. Captain Riecan und der Rest der Mannschaft fielen von ihren Sesseln. Langsam erklommen sie diese wieder. Captain Riecan sprach erneut ins Intercom.
"Logan, schalten sie die Trägheitsdämpfer und die Schilde an."
Der Befehl wurde ausgeführt. Das Rütteln nahm etwas ab.
"Warnung, die Atmosphäre erreicht ein kritisches Niveau in 10 Sekunden", vermeldete der Computer.
"9 – 8 – 7 – 6 – 5" Der Computer hörte auf zu zählen.
"Die Lebenserhaltung ist wieder da", sagte Logan zufrieden.
Captain Riecan atmete auf. Die Situation war einigermaßen bereinigt.
Kapitel 4 :
Die Offiziere der Sheffield hatten sich auf der Brücke versammelt. Es blieb nicht viel Zeit. Captain Riecan begann zu fragen.
"Mrs. Carter. Was genau war eigentlich passiert?"
Carter sah etwas mitgenommen aus.
"Das Störfeld, das verhindert, daß wir auf Warp gehen, hat sich weiter ausgedehnt, obwohl die eigentliche Anomalie immer kleiner wurde. Als die Störung die beiden Warpfelder erreichte, fielen diese natürlich aus. Irgendwie hat das unseren Warpantrieb zum Kollaps gebracht. Die Anomalien hat ihre vorherige Größe bereits wieder erreicht und sie wächst weiter."
Captain Riecan holte tief Luft.
"Mr. Edisson, wie sieht es mit unserer Position?"
"Tja, da das Ausfallen des Warpantriebs leider einige Systeme einschließlich des Impulsantriebs, kurzzeitig lahmgelegt hat, ist die Entfernung zur Anomalie beträchtlich geringer geworden. Wir können uns in dieser Nähe überhaupt nicht fest auf einer Position halten. Wir rücken ihr ständig näher. Wenn meine Berechnungen korrekt sind, überschreiten wir in 45 Minuten den point of no return."
Commander Freeman fragte weiter.
"Können wir den Plan mit den Warpfeldern in größerer Entfernung wiederholen?"
Carter sah enttäuscht aus.
"Wohl kaum", sagte sie. "Die Warpfelder könnten in der nötigen Entfernung keinesfalls stabil bleiben."
"Ich denke jetzt brauchen wir dringend einen Ausweichplan", gab Commander Freeman von sich.
Carter sah hilflos aus.
"Also, das Einzige was mir jetzt einfällt ist, Anti-Votronen in die Anomalie abzugeben. Leider ist es der Föderation nicht mal gelungen Votronen zu erzeugen, wie sollen wir dann Anti-Votronen herstellen?"
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Wir müssen es aber schaffen, sonst werden wir alle sterben und wer weiß wie weit sich diese Anomalie noch ausbreitet."
Carter ging los.
"Ich gehe ins Labor", sagte sie und verschwand.
Logan verließ ebenfalls die Brücke. Captain Riecan lehnte sich in seinen Sessel zurück und dachte angestrengt nach. Commander Freeman wandte sich an ihn.
"Sir, sie haben es eben schon gesagt. Keiner weiß wie weit sich diese Anomalie noch ausbreitet. Wir müssen verhindern, daß sie bewohnte Welten bedroht. Milliarden Leben hängen davon ab."
Captain Riecan fragte ihn.
"Worauf wollen sie hinaus?"
"Wenn wir den point of no return überschreiten, sollten wir die Selbstzerstörungssequenz einleiten. Ich bin kein Physiker aber ich weiß, daß eine Menge Materie mit Antimaterie zusammentreffen wird. Womöglich wird das die Anomalie aufhalten."
Captain Riecan hörte zu.
"Aber was ist mit dem Antriebsplasma? Das hat doch erst die Anomalie ausgelöst."
"Es wird sicherlich bei der Explosion verglühen" antwortete Commander Freeman.
Captain Riecan nickte.
"Wenn es so weit ist werden wir die Selbstzerstörung aktivieren aber erst wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt."
Commander Freeman stimmte zu.
Während dessen saß Carter im Labor und versuchte eine Lösung für das Problem zu finden. Neben ihr stand Doktor Rogers. Sie interessierte sich ebenfalls für den Ausgang der Krise.
"Geben sie mal bitte den Tricorder", bat Carter.
Doktor Rogers reichte ihn ihr. Carter scannte ein Gehäuse in dem sich einige experimentelle Stoffe befanden.
"Die Konzentration scheint zu stimmen. Lassen wir sie mal reagieren."
Carter erzeugte eine kleine Flamme innerhalb des Gehäuses. Die Materialien begannen zu reagieren.
"Ja, sehr gut", sprach Carter.
Schließlich platze das Gehäuse an der linken Seite. Lieutenant Commander Carter und Doktor Rogers erschraken. Die Gase strömten aus und verflüchtigten sich an der Luft.
"Scheiße!" rutschte Carter heraus.
Doktor Rogers seufzte und sagte dann.
"Ich fürchte hier sind wir auf dem Holzweg."
Während dessen begaben sich Captain Riecan und Commander Freeman ins Holodeck. Sie wollten einer anderen Theorie nachgehen.
Als das Programm voll aufgebaut war, betraten sie das Holodeck. Sie fanden sich auf der Brücke der Shefield wieder. Außer ihnen war allerdings niemand anwesend. Captain Riecan und Commander Freeman gingen zur taktischen Konsole.
"Ich weiß ja wirklich nicht ob diese Idee funktioniert", sagte Captain Riecan
Commander Freeman saß vor die Konsole.
"Ich habe eigentlich auch keine Hoffnung aber versuchen können wir es ja mal."
Auf dem Bildschirm war die seltsame Anomalie zu erkennen. Eigentlich war die Singularität ganz ansehnlich. Es war ein farbenprächtiger Trichter geworden. Leider war dieser ein gefährlicher Riß im Weltraum.
Commander Freeman war bereit, mit seinem Plan fertig. Er wollte versuchen eine starke Materie, Antimaterie Explosion durch zwei Salven Photonentorpedos zu schaffen.
"Ich werde die Torpedos jetzt abfeuern", sagte Commander Freeman.
Captain Riecan ging zur wissenschaftlichen Konsole. Das Holodeckprogramm basierte auf einer Simulation. Auf diese Weise konnten die Folgen einer Aktion genau dargestellt werden.
Auf dem Bildschirm erkannte man, wie zwei Breitseiten Photonentorpedos auf die Singularität zurasten. Sie wurden vom Trichter angezogen und explodierten. Das Resultat war jedoch lächerlich. Die Explosionen wirkten wie kleine Feuerwerkskörper gegenüber der gigantischen Anomalie.
"Es wurde nur eine leichte Phasenvarianz angezeigt. Die Anomalie wird dadurch aber leider nicht beeinträchtigt." Gab Captain Riecan enttäuscht von sich.
Commander Freeman biß die Zähne zusammen.
"Dann wird wahrscheinlich auch die Selbstzerstörung keine spürbare Wirkung haben. Es währe als würde man mit einem Fön in einen Orkan pusten."
Keiner von beiden bemerkte, daß die Shefield auf die Anomalie zusteuerte. Da Commander Freeman die Zeit zur Modifikation der Torpedos mitberechnet hatte, befand sich die Shefield schon bald innerhalb des Trichters. Sie explodierte in einem gleißenden Feuerball. Die Reste verschwanden ins Innere des Trichters.
Die Brücke blieb jedoch unbeschadet, dank der Holosicherungen.
"Computer, Programm anhalten und Ausgang anzeigen", befahl Captain Riecan.
Das Bild wurde eingefroren und der Bildschirm verschwand. Anstatt dessen kam der Ausgang zum Vorschein. Captain Riecan und Commander Freeman verschwanden aus dem Holodeck.
Auf dem Gang zur Brücke unterhielten sie sich weiter.
"Wenn uns kein anderes Schiff der Sternenflotte findet, könnte es gut sein, daß wir erledigt sind", bemerkte Captain Riecan.
Commander Freeman stimmte ihm zu, dann fragte er:
"Halten Sie es für denkbar, daß diese Anomalie ständig weiter wächst und vielleicht die ganze Galaxis verschluckt?"
Captain Riecan strich sich durch den Bart.
"Das kann ich nicht sagen. Vielleicht kommt es irgendwann in Berührung mit einer Substanz die es aufhält."
"Welche könnte das bloß sein?" fragte Commander Freeman.
"Auch das weiß ich nicht. Die Energieform aus der diese Singularität besteht ist eine Votronenenergie. Vielleicht probieren wir mal alle erzeugbaren Energiearten mit einer Simulation gegen die Anomalie aus. Von einer wissenschaftlichen Konsole der Brücke aus müßte das zu schaffen sein."
Commander Freeman nickte. Beide betraten den Turbolift. Als sie auf der Brücke angekommen waren, setzten sie sich an eine der oberen Konsolen.
Captain Riecan machte eine Testreihe mit der Warpkernenergie. Es hatte keine Wirkung aber die Antimaterie verursachte ständig eine Phasenvarianz innerhalb der Singularität, wie die Photonentorpedos auch.
"Ich sehe hier eine geringe Chance. Irgendwie scheint sich diese Antimaterie gegen die Wirkung der Anomalie anzugehen aber ich weiß nicht wie wir das ausnutzen könnten."
Commander Freeman wackelte aufgeregt mit dem linken Bein.
"Am besten wäre es, wir würden das Carter zeigen. Sie ist sowieso die Einzige, die das versteht."
Captain Riecan nickte. Beide sahen auf die Zeit, die sie noch hatten. Es war nur noch eine halbe Stunde. Schnell rannten sie zum Turbolift und von dort aus ins Labor.
Kapitel 5 :
Carter und Doktor Rogers schreckten hoch, als plötzlich Captain Riecan und Commander Freeman zur Tür herein gestürmt kamen.
"Was ist los?" fragte Carter etwas ärgerlich.
Captain Riecan begann zu erklären.
"Ich glaube, Antimaterie löst Phasenvarianzen in der Singularität aus."
Lieutenant Commander Carter kam ins Grübeln. Etwas später sagte sie dann:
">"Wir haben die ganze Zeit versucht Anti-Votronen herzustellen aber vielleicht müssen wir das gar nicht."
Alle horchten auf.
"Wir vermuten ja, daß die Anomalie durch verlorenes Antriebsplasma entstanden sein muß. Wenn wir jetzt einfach negatives Plasma in die Anomalie pumpen würden, könnte sie das vielleicht aufhalten. Es müßte allerdings noch eine Antimaterieexplosion geben, damit das Anti-Plasma seine Wirkung nicht verfehlt."
Captain Riecan nickte zustimmend. Er hatte zwar kaum Ahnung von Anomalien und der gleichen aber etwas störte ihn noch an dem Plan.
"Das könnte klappen aber wenn wir das Anti-Plasma einfach nur so ablassen, könnte es in der Anomalie verschwinden."
"Da haben sie Recht Captain, wir müßten es irgendwie bewerkstelligen, daß unser Plasma in die Ränder der Anomalie gerät", erklärte Carter.
Commander Freeman ging ein Licht auf.
"Wenn wir einen Anti-Plasma Container an einem Photonentorpedo befestigen und dann abfeuern, würde die Detonation das Anti-Plasma in die Ränder des Trichters verteilen."
Plötzlich warf Carter ein:
"Das ist der richtige Weg aber so geht es nicht. Erstens ist die Torpedorampe nicht ausgerüstet eine solche Vorrichtung abzufeuern. Zweitens wäre die Detonation nicht stark genug."
Alle dachten nach, was eine genügend starke Explosion auslösen könnte. Schnell wurde Captain Riecan klar, daß es nur eine Möglichkeit gab.
"Wir werden den Kern abstoßen müssen. An den können wir auch leicht einen Anti-Plasma Container befestigen. Wenn er an der richtigen Stelle ist, zerstören wir ihn mit einem Photonentorpedo."
Carter nickte und sagte:
"Das könnte gehen. Ich gehe dann mal in den Maschinenraum und stelle die geeignete Menge Anti-Plasma her."
"Das wird Logan sicherlich ziemlich stinken. Immerhin hat er den Kern gerade erst an unser Schiff angepaßt", bemerkte Commander Freeman.
Captain Riecan gab ihm Recht.
"Gehen wir wieder auf die Brücke, wir müssen noch Lieutenant Walker einweisen. Er hat die schwierigste Aufgabe. Einen Warpkern mit einem Photonentorpedo in hoher Entfernung zu treffen ist fast schon unmöglich."
Commander Freeman und Captain hatten sich bereits auf den Weg gemacht.
"Können wir nicht einfach die Phaser einsetzen", fragte Commander Freeman.
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Leider nicht, die Anomalie würde sogar den Phaserstrahl verkrümmen und ihn aufsaugen. Selbst das Torpedo wird eine verkrümmte Laufbahn fliegen, das macht das Zielen noch schwieriger."
Commander Freeman nickte. Captain Riecan und er betraten den Turbolift.
Während dessen blickte Captain Davis angestrengt auf den Bildschirm. Schließlich fragte er:
"Wie lange noch?"
Sein Steuermann blickte auf die Anzeigen seiner Konsole und antwortete dann:
"Noch zehn Minuten, Sir."
Captain Davis kommandierte die U.S.S. Banting, ein kleines Schiff der Oberth Klasse. Die Banting war, genau wie die Shefield auch, auf einem Patrouillenflug gewesen. Davis war gerade erst zum Captain befördert worden. Früher war er der erste Offizier der Banting. Er hatte vor knapp anderthalb Jahren von der überfälligkeit der Nizza berichtet. Diese war vom gigantischen Rollo Dreadnaught vernichtet worden. Nachdem er Admiral Hayes, berichtet hatte, daß die Nizza überfällig war, hatte Admiral Hayes die Sheffield zur Untersuchung geschickt. Wenig später traten dann die Rollos ins Geschehen und griffen die Föderation an.
Derzeit waren die Orion Piraten die größte Sorge von Captain Davis. Vor kurzem war aber eine Nachricht von der Shefield bei der Banting angekommen. Sie hatte um Verstärkung gebeten. Die Banting konnte allerdings nicht zu Hilfe kommen, da sie einen dringenden Routineflug absolvieren mußte.
Captain Davis wurde ungeduldig. Der Patrouillenflug mußte unbedingt beendet werden aber er wollte unbedingt wissen, wie es um die Shefield stand. Diese hatte sich nämlich nicht mehr gemeldet. Schließlich wandte er sich an den Steuermann.
"Beschleunigen sie auf Warp 8, Mr. Vandero."
Die Banting ging mit der Warpgeschwindigkeit hoch.
"Es dauert jetzt noch etwa sieben Minuten", meldete der Steuermann.
Captain Davis wurde zunehmend nervös. Die sieben Minuten kamen ihm wie sieben Stunden vor. Ungeduldig trommelte er mit seinen Fingern auf die Lehnen seines Stuhls.
Endlich kam die erlösende Nachricht vom wissenschaftlichen Offizier.
"Sir, wir haben jetzt die Patrouillenroute abgeflogen und keine anormalen Anzeigen erhalten."
Captain Davis atmete erleichtert auf. Er befahl:
"Steuermann, nehmen sie Kurs auf das Vergara System, Maximum Warp."
Die Banting brach den Warptransfer ab und ging auf den neuen Kurs.
Während dessen konfigurierte Lieutenant Walker die Zielerfassungssensoren der Photonentorpedos. Es mußte sehr genau vorgehen. Es war, als würde man auf einem Jahrmarkt mit einem Gewehr an einer Bude schießen wollen. Solche Gewehre hatte auch meistens eine Laufkrümmung. Er mußte jeden, auch noch so kleinen, Gravitationsfaktor mit einberechnen, der die Flugrichtung eines Photonentorpedos beeinträchtigte. Dazu kam noch, daß die Shefield selbst immer weiter in die Anomalie hereinrutschte.
Auch nicht leicht hatte es Chefingenieur Logan, der den Warpkern präparierte. Acht Crewmitglieder trugen einen großen Container durch die Tore des Maschinenraums. Der Container mußte mindestens 200 Tonnen Anti-Plasma fassen können. Dazu mußte das Anti-Plasma so sehr gepreßt werden, daß es sich verflüssigen würde um so überhaupt in den Container zu passen. Carter zapfte, von Logans Arbeitszimmer aus, die Plasmareserven der Shefield an. Die Prozedur zur Herstellung von Anti-Plasma war ihr zum Glück bekannt.
"Mr. Logan", begann sie zu rufen. "Ich wäre dann so weit."
Logan nickte und befestigte eine Leitung am Container, den die anderen bereits abgestellt hatten. Das vorbereitete Plasma trat in den Container ein. Logan überwachte den Druck im Container. Der Druck hielt sich in akzeptablen Grenzen. Das würde allerdings nicht so bleiben, denn der Container mußte bald unter Hochdruck stehen. Die Toleranzgrenze würde dabei deutlich überschritten werden.
Carter ließ eine gefährliche Chemikalie in den Container ein.
"Seltsam, Anti-Plasma hat man immer als nutzlos empfunden", sprach Lieutenant Commander Logan nebenbei.
Die beiden Stoffe begannen zu reagieren. Alles schien nach Plan zu verlaufen.
Auf der Brücke sprach Lieutenant Walker mit Captain Riecan.
"Es tut mir ja sehr leid, aber ich fürchte wir haben noch ein Problem bekommen."
Captain Riecan seufzte und fragte dann:
"Beim nächsten Problem gibt’s Prozente. Was ist denn jetzt schon wieder?"
"Wie Sie ja wissen sind durch den Fehlschlag des letzten Plans einige Systeme ausgefallen. Leider sind auch alle hinteren Torpedorampen im Eimer. Wir werden mit den vorderen Rampen schießen müssen", erklärte Lieutenant Walker.
Edisson zuckte zusammen. Er begann zu reden:
"Also ich weiß nicht, das heißt im Klartext wir müssen Rückwärts fliegen um den Warpkern zu treffen und dann werden wir uns nicht mehr lange halten können."
"Sehen Sie das Problem, Captain?" fragte Lieutenant Walker.
Riecan überlegte.
"Aber wenn der Plan aufgeht, brauchen wir uns auch nicht mehr lange zu halten. Wir sollten aber erst im allerletzten Moment umdrehen."
Lieutenant Walker nickte und führte erneut Berechnungen aus.
Während dessen war das Team im Maschinenraum fertig. Lieutenant Commander Carter sah den Randvollen Container schief an.
"Noch ein Molekül und der Container platzt", sagte sie.
Logan nickte und schraubte die Verbindung wieder ab. Mittlerweile hatten sich zwanzig Personen im Maschinenraum versammelt. Sie alle würden versuchen, den unheimlich schweren Container anzuheben. Die hatten sich eine Antigrav Einheit besorgt. Außerdem hatte Logan eine Art ultrastarken Wagenheber besorgt. Mit extremer Anstrengung hoben die Crewmitglieder den Container an. Schnell schob Logan den Heber unter die Vorrichtung. Es gelang ihm, mit dem Gerät, den Container anzuheben. Schnell schoben die anderen den Antigravwagen unter den Container. Der Rest war relativ einfach. Der Container mußte nur noch am Warpkern befestigt werden, was schnell erledigt war.
Captain Riecan horchte einer Nachricht zu. Logan meldete, daß der Plan fertig vorbereitet war.
"In Ordnung, jetzt warten wir noch, bis Carter auf der Brücke ist und dann starten wir den Plan", gab Captain Riecan von sich.
"Um so früher, desto besser" antwortete Commander Freeman.
Auf dem Bildschirm war zu sehen, wie die Anomalie anschwoll. Die Shefield rüttelte zwar schon die ganze Zeit ein wenig aber die Vibrationen wurden immer stärker. Zum ersten Mal konnte man wirklich tief in die Singularität einsehen. Am Ende des Trichters war absolut nichts zu sehen, keine Farbe, keine Objekte.
Wenig später betrat auch schon Carter die Brücke und setzte sich an ihre Station.
"Also gut, legen wir los", befahl Captain Riecan.
Lieutenant Edisson ahnte, daß jetzt sein Einsatz anstand.
Captain Riecan sprach:
"Mr. Edisson, wenden Sie das Schiff um 180°."
Edisson führte den Befehl aus. Die Singularität war jetzt nicht mehr in der Rücksicht zu sehen, sondern lag frontal vor der Shefield. Die Erschütterungen nahmen stark zu. Im Hintergrund war sogar ein Geräusch zu hören. Es war ein knirschendes, heulendes Geräusch und bedeutete, daß die Außenhülle langsam nachgab.
Captain Riecan befahl:
"Mr. Walker, deaktivieren Sie die Schilde, wir brauchen mehr Energie für die strukturelle Integrität."
Mr. Walker führte den Befehl aus.
Das Geräusch lies nach, verschwand aber nicht ganz. Plötzlich traf ein Strahlenausläufer der Anomalie auf die Shefield. Eine extreme Erschütterung durchfuhr das Schiff. Auf dem Bildschirm waren Metallteile zu sehen, die von der Shefield stammten.
"Schadensbericht", schrie Captain Riecan.
Lieutenant Walker raffte sich auf und sah sich die Anzeigen an.
"Die linke Warpgondel wurde getroffen, Sir. Kein Systemschaden."
Captain Riecan nickte unsicher.
Der Trichter der Anomalie erinnerte an einen Strudel. Die Shefield begann im Gegenuhrzeigersinn darin einzutauchen.
Captain gab wieder einen Befehl an Lieutenant Edisson.
"Wir müssen für ein paar Sekunden nach innen ausscheren um den Kern auszustoßen. Sonst kollidiert er vielleicht mit dem Rand des Trichters und explodiert."
Edisson nickte und steuerte hart Steuerbord. Captain Riecan betätigte das Intercom.
"Mr. Logan, wir müssen den Kern jetzt abstoßen."
Logans Stimme ertönte.
"Es dauert noch einen kleinen Moment. Die Abwurfmechanismus klemmt."
Captain Riecan schlug sich gegen die Stirn.
"Was. Na ja, machen Sie schnell. Sie wissen ja was mit den Orionern passiert ist, als sie zu tief in den Trichter gekommen sind."
"Aye, Sir", bestätigte Logan.
Plötzlich explodierte eine Konsole. Glassplitter flogen auf der Brücke umher. Captain Riecan schütze sein Gesicht.
"Wir wären dann so weit, Sir", sagte Logan über das Intercom.
Captain Riecan atmete auf. Er sagte ins Intercom:
"Werfen sie den Kern ab."
Ein grollendes Geräusch durchfuhr die Shefield. Auf dem Bildschirm war der Warpkern zu erkennen, wie er langsam in die Singularität absank. Carter begann zu rechnen, wann er in der richtigen Position sein würde. Wenig später sagte sie dann:
"Der Kern wird bald angekommen sein. Ich empfehle jetzt zu feuern."
Captain Riecan nickte und befahl:
"Feuer, Mr. Walker."
Auf dem Bildschirm war zu erkennen wie das Photonentorpedo auf den Warpkern zuraste. Das Torpedo würde den Kern jeden Moment erreichen. Plötzlich wurde es von einem Ausläufer der Singularität getroffen und explodierte viel zu früh.
Captain Riecan riß die Augen auf. Schnell drehte er sich um.
"Mr. Walker, feuern sie noch mal."
Dieser nickte und bereitete den nächsten Abschuß vor. Plötzlich wurde die Shefield aber frontal von einem Ausläufer getroffen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Shefield fast um 90° rumgerissen.
Als Lieutenant Walker sich hochgerappelt hatte begann er zu fluchen.
"Oh nein, die vorderen Torpedovorrichtungen sind jetzt ebenfalls zerstört. Wir können nicht mehr feuern."
Die U.S.S. Banting raste auf das Vergara System zu. Captain Davis saß ungeduldig in seinem Sessel. Er wollte unbedingt wissen was mit der Shefield los war.
Plötzlich meldete sein wissenschaftlicher Offizier:
"Captain, unsere Langstreckenscanner haben eine große Subraumanomalie im Vergara System geortet. Die Anzeigen sind nicht ganz eindeutig." Der Lieutenant machte eine Pause. "Es scheint, als befände sich ein Schiff der Sternenflotte in der Singularität und beginnt darin zu verschwinden."
Captain Davis zuckte zusammen. Er wandte sich an den Steuermann.
"Beschleunigen sie auf Warp 9,99."
Der Steuermann drehte sich um und sagte:
"Sir, wir sind ein Schiff der Oberth klasse. So eine hohe Warpgeschwindigkeit können wir nicht lange halten."
"Das ist mir egal. Führen Sie den Befehl aus", erklärte Captain Davis.
Die Banting wurde schneller. Auch auf ihrer Brücke begannen jetzt starke Vibrationen.
Auf der Shefield herrschte Sprachlosigkeit. Einige hatten schon angefangen zu beten. Captain Riecan und Commander Freeman besprachen sich. Sie sprachen verdächtig leise.
"Wir sollten jetzt die Selbstzerstörung aktivieren, Captain. Ich weiß, es bringt wahrscheinlich nichts aber ich denke wir sollten es versuchen.", sagte Commander Freeman.
Captain Riecan dachte nach. Eigentlich hatte Commander Freeman ja Recht.
"Wann wird die Sheffield den Point of no Return erreicht haben?" fragte Captain Riecan Lieutenant Commander Carter.
"In ungefähr fünf Minuten, Captain", antwortete sie.
Captain Riecan begann mit dem Computer zu sprechen.
"Selbstzerstörungssequenz: Sprengzerstörung Alpha drei aktivieren. Fünf Minuten und 30 Sekunden stiller Countdown. Autorisation: Riecan Pi Gamma 100100001."
Commander Freeman nickte und sagte dann:
"Selbstzerstörungssequenz bestätigen. Autorisation: Freeman Epsilon Triton 221100."
Carter seufzte und begann dann auch zu reden.
"Selbstzerstörungssequenz bestätigen. Autorisation: Carter Vega 747."
Der Computer meldete darauf:
"Selbstzerstörungssequenz aktiviert. Fünf Minuten dreißig Sekunden bis zur Zerstörung, es wird keine weitere Warnung geben."
Captain Riecan atmete tief durch. Commander Freeman machte ein enttäuschtes Gesicht.
"Irgendwie sind Weltraumanomalien das Verhängnis dieses Schiffes."
Freeman dachte dabei an die Katastrophe mit dem Nexus, bei dem James T. Kirk getötet wurde.
Plötzlich gab es wieder einen Ruck.
"Wurden wir etwa schon wieder getroffen?" fragte Captain Riecan genervt.
"Nein", antwortete Carter überraschend. "Es ist ein Traktorstrahl, ausgehend von einem Föderationsschiff."
Captain sah endlich wieder Hoffnung. Dann schoß ihm plötzlich ein Gedanke durch den Kopf.
"Wie ist der Status des Warpkerns?" fragte er hektisch.
Carter scannte die Situation.
"Der Warpkern ist noch immer in Takt. Er wird aber bald von den gravimetrischen Verzerrungen zerrissen."
Captain überlegte kurz. Irgendwie mußten sie dem anderen Schiff eine Nachricht zukommen lassen. Schließlich wandte sich Captain Riecan an Logan.
"Mr. Logan, stellen Sie bitte die Außenbeleuchtung des Schiffes auf mein Kommando und halten sie sich bereit, die Leuchte auf meine Kommandos ein und aus zu schalten."
Captain Davis blickte angestrengt auf den Bildschirm. Sie hatten geschafft die Sheffield für einige Minuten zu stabilisieren aber irgend etwas schien nicht zu stimmen. Captain Davis bemerkte, daß die Außenbeleuchtung der Shefield fluktuierte.
"Vergrößern sie bitte auf Maximum", befahl er dem wissenschaftlichen Offizier.
Der Bildschirm zeigte nun, daß die Außenbeleuchtung in einem bestimmten Muster zu blinken schien. Schnell wurde Captain Davis klar, daß es sich um einen Morsecode handelte. Er begann die Zeichen mit dem Computer zu entziffern. Schon bald war ein ganzer Satz entstanden.
"Warpkern mit Torpedo zerstören, schnell!" hieß es.
Captain Davis reagierte schnell. Er rannte selbst zur taktischen Konsole. Schnell hatte er den Warpkern gefunden und erfaßt. Er schoß eine ganze Salve Photonentorpedos ab. Aus dem Schußwinkel der Banting war das ein Kinderspiel. Die Photonentorpedos trafen den Warpkern, dieser explodierte in einem gigantischen Feuerball. Grüne Partikel traten in die Ränder der Singularität ein.
Nach kurzer Zeit begann die Singularität zu schrumpfen. Die Energie der Singularität begann sich in einem kleinen Punkt zu sammeln. Die Sheffield war zwar frei aber der Lichtpunkt schien irgendwie immer stärker zu leuchten. Plötzlich detonierte er und eine Schockwelle löste sich ab. Es handelte sich dabei um einen Ring, der sich sehr schnell ausdehnte. Die Banting flog mit hoher Geschwindigkeit nach oben und zog die Shefield mit sich. Leider reichte es nicht ganz. Ein kleines Stück der linken Warpgondel wurde von der heran rollenden Druckwelle weggerissen.
Die Druckwelle raste weiter. Schon bald traf sie auf den dritten Planeten des Systems. Sie traf ihn mit ganzer Wucht. Die Kruste des Planeten begann plötzlich auszureißen und im Kern entstand heißes Magma. Diese drang an die Oberfläche.
Die zwei Föderationsschiffe waren zum Stillstand gekommen. Aus der linken Warpgondel der Shefield drang eine Menge Qualm und Rauch.
Captain Riecan hatte sich eben erst wieder auf seinen Stuhl gesetzt. Er forderte einen vollständigen Schadensbericht an, der sehr umfangreich ausfiel.
"Eine Meldung von der Banting geht ein, Captain", meldete Lieutenant Walker.
Captain Riecan befahl:
"Auf den Schirm."
Captain Davis und die Brücke der Banting erschienen auf dem Bildschirm.
"Wie sieht es bei Ihnen aus, Captain?" fragte Davis.
Captain Riecan hustete.
"Der Status ist stabil aber wir haben eine Menge Schäden. Sie müßten uns zur nächsten Sternenbasis abschleppen."
Captain Davis nickte.
Epilog :
Die Banting und die Shefield im Schlepptau steuerten die Raumbasis zwölf an. Captain Riecan saß in seinem Quartier und sah sich die Schadenberichte an. Es war, außer dem Schaden, noch ein heilloses Durcheinander entstanden.
Es hatte aber interessante Nachrichten gegeben. Die Anomalie war immer noch nicht verschwunden, konnte aber als inaktiv angesehen werden. Carters Vermutung war voll und ganz richtig gewesen. Einige der führenden Subraumforscher hatten ihr großes Lob ausgesprochen. Es hatte sich gezeigt, daß der Planet Vergara drei aktiv geworden war. Die Pole des Planeten waren geschmolzen. Durch den Einschlag der Druckwelle hat sich der Kern des Planeten verflüssigt. Dadurch, daß die Pole geschmolzen waren, bildeten sich auf dem vorher toten Planeten, Meere. Es wäre sogar möglich, daß später einmal Leben auf dem Planeten entstehen könnte.
Da Lieutenant Commander Carter die Anomalie als Erste entdeckt hatte, konnte sie ihr einen Namen geben. Captain Riecan war davon ausgegangen, daß Carter einen hoch wissenschaftlichen Namen geben würde aber sie wurde eher poetisch. Sie hatte die Anomalie ‚Teufelsschlund’ genannt.
Captain Riecan legte sich hin, es war ein anomalienreicher Tag gewesen.