Prolog :
Der Leiter der Forschungsbasisstand ausgeschlafen auf. Er sah aus dem Fenster seiner kleinen Kabine. Der Schneesturm vom Vorabend hatte sich gelegt und nun konnte man einen wunderschönen Winterwald voller verschneiter Tannen und zugefrorenen Seen bewundern. Der Leiter hatte leider keine Zeit dazu, er mußte zur Arbeit. Schnell putzte er sich die Zähne, trank seinen Kaffe, zog sich um und schlüpfte schlußendlich in seinen Forscherkittel. Gut gelaunt rückte er sein Namensschild zurecht, auf dem 'Dr. Bruce Maddows' stand.
Nachdem er noch mal schnell gegähnt hatte, schritt er aus seiner Kabine und betrat den langen Korridor im fünften Stockwerk des ersten Turmes. Schnell lief er zur Verbindungsbrücke zwischen dem ersten und dem zweiten Turm. Diese war eine geschlossene Röhre aus Plexiglas und Stahlboden. Wenig später begegnete er seinem alt bekannten Kollegen, Doktor. Rogengcan.
Der alte Bollianer grüßte Doktor Maddows freundlich:
"Guten Morgen. Sind Sie schon fertig mit den Formelgleichungen?"
"Nein, noch nicht. Die Chemieabteilung wird sich schon etwas gedulden müssen", erwiderte der Leiter kopfschüttelnd.
"Ich muß schleunigst in die Beobachtungssektion", sagte schließlich der Bollianer: "Ich bin sowieso zu spät dran."
Doktor Maddows lächelte:
"Dann beeilen Sie sich besser."
Wenig später war der Leiter auch schon in der obersten Kuppel angelangt. Die anderen Forscher sahen gebannt auf die Bildschirme ihrer Konsolen. Die Kuppel war groß, rund und von einer Plexiglas Fensterwand umzogen. Die Station mit den Sensoren und Scannern war wie immer unbesetzt. Doktor Maddows entschloß sich, später dran zu gehen und zu testen, ob sie korrekt arbeitete. Das war wichtig. Sonst könnte ein Meteor unbemerkt auf Kollisionskurs mit dem Planeten geraten und die Forscher in der Basis würden ihr Ende gar nicht kommen sehen und hätten dann auch zu wenig Zeit evakuieren. Zunächst wollte der Leiter aber mit seinem Vize reden. Der Vulkanier erwartete das bereits.
"Wie fühlen Sie sich heute Morgen, Mr. Sorik?" fragte Doktor Maddows.
Sorik erhob eine Augenbraue.
"Wie Sie wissen, verstehe ich diese Frage als Vulkanier nicht."
"Natürlich, deshalb stelle ich sie ja", erwiderte Doktor Maddows: "Wie gehen die Forschungen voran? Wenn wir nur in langen Zeitintervallen Berichte an die Föderation schicken, will ich wenigstens alle Aufträge als beendet melden können."
Der Vulkanier Sorik antwortete schnell:
"Wir liegen weit vor dem Zeitplan. Wenn wir, wie letztes Jahr auch, zu früh fertig werden, könnten wir Projekten in eigener Sache nachgehen."
"Einverstanden. Mal sehen ob sich ihre Theorie der multiplen Lösung als wahr entpuppen sollte. Aber zunächst kümmern wir uns um die Aufträge. Ich glaube, ich muß nichts mehr zu den Leuten sagen. Besser ich checke die Sensoren und Scanner."
Der Vulkanier nickte und Doktor Maddows setzte sich an das entsprechende Terminal. Die Sensoren und Scanner arbeiteten normal. Auch das Satellitenabwehrnetz funktionierte noch. Zwar waren Meteoriteneinschläge nicht sehr wahrscheinlich aber der Planet, auf dem diese Basis stand, war trotzdem akuter gefährdet als andere Planeten.
Doktor Maddows wollte schon aufstehen, als ihm plötzlich mehrere Schiffe auffielen, die auf den Planeten zukamen. Sie waren schon recht nahe. Die Ortungsgeräte hatten sie nicht früher entdeckt, weil sie für die Ortung von Asteroiden gedacht waren und daher eine kürzere Reichweite hatten. Die Schiffe kamen in den Orbit. Mittlerweile hatte auch Sorik die Daten gesehen. Keiner wußte so genau was das sollte. Plötzlich sagte Doktor Maddows, der immer noch am Terminal saß:
"Sie aktivieren ihre Waffen. Schnell jemand muß einen Notruf absetzen."
Sorik, der sich darum kümmerte, meldete:
"Die Kommunikation ist blockiert. Ebenso die Satellitenverteidigung."
Kurz nachdem der Vulkanier dies gesagt hatte, schlug auch schon das erste Torpedo in der Nähe der Basis auf. Der Schnee stob auf und der Dreck aus dem Boden fetzte in alle Richtungen.
Kapitel 1 :
Captain Riecan saß zufrieden an einem Tisch in der Lounge der Shefield. Es war ein besonderer Tag. Die Shefield war auf den Tag genau vor zwei Jahren unter Riecans Befehl in Dienst getreten. Der Captain erinnerte sich noch genau, wie das Schiff majestätisch aus dem pilzartigen Raumdock der Sternenflotte geschwebt war. Er erinnerte sich auch, daß der Start sehr zügig, fast schon übereilt erfolgte, dennoch waren seine Erinnerungen hauptsächlich positiv.
Eines ging ihm aber nicht aus dem Kopf. Nur das Wohlwollen von Admiral Hayes hatte ihm den Posten als Captain erbracht. Er hatte damals sofort zugestimmt, als ihm ein Kommando angeboten wurde. Vielleicht hatte er nicht genug über seine Entscheidung nachgedacht. Schließlich verwarf er den Gedanken. Er dachte an eine Aussage, die er von einem Ferengi hatte.
Dieser hatte mal gesagt:
"Menschen sind furchtbar. Wenn sie keine Probleme haben, machen sie sich welche."
Genaugenommen hatte weder Riecan, noch jemand anderes aus der Besatzung ein Problem, es lief sogar alles hervorragend. Die Shefield würde das Dock bald verlassen. Sie mußte in den erdnahen Raum abgeschleppt werden, um dort einige Reparaturen durchzuführen. Die Votronenanomalie, die sie vor einigen Wochen entdeckte, hatte vehemente Schäden angerichtet. Nun lag die Shefield in einem Reparaturdock im Orbit um die Erde. Ein Großteil der Crew hatte Landurlaub. Captain Riecan natürlich nicht. Er nutzte die Zeit um Papierkram zu beseitigen. Die Sternenflotte fragte wegen jeder Kleinigkeit nach. In Riecans Hinterkopf bahnte sich aber eine größere Sorge an. Die Orionpiraten waren wieder auf dem Vormarsch. Sie überfielen häufig Konvois und zivile Einrichtungen. Außerdem hegten Captain Riecan und Commander Freeman langsam den Verdacht einer undichten Stelle. Es schien tatsächlich so, als würden die Orion Piraten von irgendwoher Informationen erhalten.
Gerade in diesem Moment tauchte Commander Freeman auf. Er sah sich um und gesellte sich dann zu Captain an den Tisch. Captain Riecan fragte sich, wieso er auf dem Schiff war. Normalerweise müßte selbst er Landurlaub haben.
"Was machen Sie hier oben? Ich dachte Sie haben Landurlaub.", fragte Captain Riecan schließlich.
Commander Freeman strich sich durch den Bart.
"Tja, ich wurde aus meiner Lieblingsgaststätte geworfen, wegen einer Schlägerei die ich nicht angefangen habe. Da verging mir die Lust am Landurlaub."
Captain Riecan fing an hämisch zu grinsen, dann sagte er:
"Dann sind sie ja rechtzeitig zum zweijährigen Bestehen wieder hier. Wie geht’s eigentlich Mr. Logan mit seinem neuen Warpkern?"
"Soweit ich weiß, ganz gut. Der neue Warpkern sieht leider genauso aus wie der alte aber wenigstens funktioniert er besser."
Captain Riecan nahm einen großen Schluck aus seiner Kaffe Tasse. Commander Freeman fielen erst jetzt Riecans Augenringe auf.
"Haben sie die Nacht durchgearbeitet?"
Captain Riecan nickte.
"Die ganze Arbeit macht sich nicht von alleine. Was denkt sich das Kommando eigentlich? Wenn ich nicht die Nächte durchgearbeitet hätte, wäre ich nicht mal annähernd so weit. Wie stellen die sich das eigentlich vor. So viele Anfragen auf Berichte kann einer allein doch gar nicht bewältigen."
Commander Freeman nickte und fing an zu reden:
"Sie sollten das Kommando warten lassen. Wenn sie eben so viele Berichte haben wollen, daß man diese nicht mehr in der regulären Dienstzeit bewältigen kann, dauert es eben."
"Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist", erwiderte Captain Riecan: " Einigen Admirälen sollte man nicht auf die Hühneraugen treten."
Commander Freeman winkte ab.
"Also bitte. Jeder Captain, den ich kenne, hat das so gemacht. Denken Sie vielleicht, Captain Kirk hätte sich wegen solchen Berichten schlaflose Nächte gemacht? Sie haben hier das Kommando und Sie haben Wichtigeres zu tun, als sich mit Berichten über Kernoutput zu beschäftigen."
"Was soll ich denn sonst zu tun haben?" fragte Captain Riecan verwundert.
"Gar nichts", erwiderte Commander Freeman: " Aber das wissen die Admiräle nicht."
Captain Riecan nickte. Er sah zu Cator Canulis. Der Barmann der Shefield war auch schon die ganze Zeit dabei. Seine Drinks waren unerläßlich. Captain Riecan entschloß sich, einen Pinacolada zu holen. Als er zurückkam fragte Commander Freeman:
"Wissen sie schon, was unser nächster Auftrag sein wird?"
Captain Riecan schüttelte den Kopf. Insgeheim hoffte er, daß es keine Patrouille werden würde.
"Leider weiß ich das nicht. Ich hoffe die Sternenflotte betreut uns mal mit etwas Wichtigem."
Commander Freeman stimmte zu.
"Wie geht’s eigentlich Captain Davis?" fragte er schließlich.
"Er freut sich, daß er uns gerettet hat."
Captain Riecan nahm wieder einen Schluck aus der Tasse. Schließlich sah er ins Weltall hinaus. Die Erde war zu sehen. Es war ein unglaublicher Anblick. Sie wirkte irgendwie total perfekt. Wahrscheinlich erweckte die genaue Rundung der Erde diesen Effekt. Der Mond war auch zu erkennen. Ein Ingenieur blickte gerade durch das Teleskop, das in der Bar aufgestellt war. Er sah wahrscheinlich gerade auf die Metropole New Berlin. Eine der größten Städte auf dem Mond neben Tyco City. Captain Riecan mußte plötzlich lachen. Er hatte an ein altes Sprichwort gedacht, das er in Dixon Hill gelesen hatte. Es hieß " Die leben wirklich hinter dem Mond!" und wurde angewendet, wenn jemand etwas weltfremd war. Riecan lachte nicht über das Sprichwort, sondern über die Tatsache, daß es früher einmal witzig war. Heute würde niemand mehr darüber lachen.
Commander Freeman sagte:
"Jetzt ist dieses Schiff schon zwei Jahre im Einsatz."
Captain Riecan nickte und antwortete:
"Die Crew hat sich hervorragend zusammengelebt. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft und natürlich auch mit dem Schiff. Ich bin ein großer Freund der Excelsior Klasse. Sie ist so flexibel."
"Also ich muß sagen, hier gefällt es mir auch ausgezeichnet. Ich glaube nicht, daß es auf einem anderen Schiff so gute Drinks gibt, wie die von Cator."
Captain Riecan stimmte lächelnd zu. Schließlich überwand er sich und trank den Pinacolada. Der Geschmack wurde durch den Synthehol manchmal stark beeinträchtigt. Deswegen waren Cators Drinks immer eine Überraschung. Der Pinacolada war eine angenehme.
Commander Freeman blickte auf die Uhr. Eilig stand er auf.
"Es ist halb Elf", begann er zu erklären: "Ich treffe mich jetzt mit Carter im Sportraum. Wir tragen ein Badminton Duell aus."
Captain Riecan sah den Commander mißtrauisch an.
"Wer von Ihnen hat den anderen herausgefordert?" fragte er.
"Ich hab sie herausgefordert, Sir", antwortete Commander Freeman.
"Das dachte ich mir", sagte Captain Riecan.
Er stand ebenfalls auf.
"Ich werde mich jetzt mal hinlegen und die verlorenen Schlafstunden gutmachen", erklärte Captain Riecan und ging.
Kapitel 2 :
Die wichtigsten Captains und Admirale der Sternenflotte hatten sich im Hauptquartier in Paris zusammengefunden. Sie wollten endlich eine Lösung gegen die Bedrohung der Orion Piraten finden. Die Herrschaften traten im Versammlungsraum des Kellers zusammen. Dort wurde bereits das erste Diplomatische Treffen mit den Klingonen geplant und verkündet.
Als alle Platz genommen hatten, trat Admiral Carter, der Vater von Rachel Carter, ans Rednerpult. Das Emblem der Sternenflotte Hing an der Wand hinter ihm.
"Guten Morgen, meine Herren", begann Admiral Carter zu sagen: " Sie alle kennen ja den Grund unseres heutigen Treffens. Admiral Doherty und Admiral Hugley sind leider nicht anwesend; sie befinden sich noch im Einsatz. Also ich denke wir fangen gleich an."
Alle begannen gespannt zuzuhören. Admiral Carter hatte nämlich angekündigt, neue Informationen zu besitzen.
"Die Orion Piraten terrorisieren uns nun schon seit etwa einem halben Jahr. Es ist klar, daß wir uns so was jetzt nicht mehr gefallen lassen können. Es wurden auch schon Alliierte und Bündnispartner der Föderation in Mitleidenschaft gezogen worden."
Während einer kurzen Redepause begann Admiral Hayes schnell das Wort zu ergreifen:
"Die Probleme durch die Piraterie sind mir auch bekannt, Admiral. Leider kennen wir nicht die Basis der Piraten und ohne diese Daten können wir nichts unternehmen."
Admiral Carter hob den Zeigefinger und antwortete:
"Nicht so eilig. Ich weiß, daß unsere bisherigen Suchmethoden, wie Langstreckenscans und Suchflüge von Raumschiffen, nichts gebracht haben. Deshalb habe ich eine etwas subtilere Methode ausgearbeitet. Ich habe jetzt zumindest einen Verdacht, wo die Operationsbasis sein könnte. Wir sollten ein Schiff hinschicken zur Überprüfung."
Der sichtlich verwirrte Admiral Hawk erhob die Hand und fragte:
"Was sagten sie? Sie wissen wo die Operationsbasis liegt. Wie haben sie denn das herausgefunden?"
"Die Daten wurden mir von einer", Admiral Carter machte eine kurze Pause: " einem Agenten zugespielt, der verdeckt für den Geheimdienst der Sternenflotte arbeitet. Aber wie gesagt, es ist eben nur ein starker Verdacht. Wir sollten ein Schiff hinschicken um das zu überprüfen."
Captain Davis, der bislang in ein P.A.D.D. vertieft war, bemerkte schnell:
"Also wenn an dem Standpunkt wirklich die Hauptbasis der Orioner ist, dann müßte es dort doch nur so von Feinden wimmeln."
"Das ist ein Fehldenken", entgegnete Admiral Carter: " Die Orion Piraten brauchen all ihre Schiffe für den Angriff. Es ist unwahrscheinlich, daß die Basis schwer bewacht sein wird. Außerdem haben die Orion Piraten keinen Bedarf für Verteidigung, da ihre Basis geheim ist. Außerdem wäre es ein Fehler, eine volle Kampfgruppe zu schicken. Wenn wir uns irren und die Basis gar nicht da ist, wird die Flotte den Piraten bereits aufgefallen sein und sie haben genug Zeit, ihre wahre Basis zu räumen."
Admiral Hayes erhob seinen Kopf und sagte darauf:
"Unter diesen Umständen würde ich auch dem Einsatz eines Schiffes zustimmen aber ich bitte sie dennoch, uns alle Materialien auszuhändigen."
Admiral Carter nickte zufrieden.
"Ist bereits veranlaßt worden", sagte er.
"Wenn ich mal fragen dürfte", begann Admiral Hawk: " Welches Schiff beabsichtigen sie denn zu schicken, Admiral?"
Admiral Carter sah in die Runde:
"Ich dachte zunächst an die Shefield. Sie ist eben im Orbit."
Admiral Hayes stimmte zu:
"Ja, das denke ich auch. Ich kenne den Captain der Shefield. Er hat bereits Erfahrung im Kampf gegen die Piraten. Die Shefield gehört zur Excelsior Klasse. Sie ist klein und wird kaum auffallen."
Admiral Carter nickte.
Etwa 17 Stunden nach dem Treffen der Admiräle betrat Captain Riecan ausgeruht und zufrieden die Brücke. Er war noch halbwegs in Gedanken versunken. Er dachte daran, wie alles angefangen hatte. Er hatte bemerkt, das er sich auf der Shefield wohler fühlte wie sonst wo. Die Crew hatte sich zusammengelebt und das Schiff funktionierte perfekt. Was könnte sich ein Captain mehr wünschen?
Mr. Walker riß Captain Riecan durch eine Frage aus seinen Gedanken:
"Was haben Sie im Holdeck so erlebt?"
Captain Riecan drehte sich um und antwortete:
"Also, ich hab mir die schönsten Strände der Erde angesehen. Und Sie?"
"Ich hab eine simulierte Klavierstunde mitgemacht", antwortete Lieutenant Walker.
Captain Riecan nickte und widmete sich der Tagesordnung. Der Start der Shefield war für 16 Uhr angesetzt.
Captain Riecan entschloß sich, bei Mr. Logan nach dem Fortschritt der Reparaturen nachzufragen:
"Brücke an Maschinenraum."
"Logan hier, sprechen Sie."
"Wie sieht’s aus? Können wir, wie geplant, um 16 Uhr starten?"
"Natürlich, Captain. Die Reparaturen nehmen nur noch etwa vier Stunden in Anspruch. Danach kommen natürlich noch die Routineuntersuchungen aber auf die könnten wir eigentlich sowieso verzichten."
Captain Riecan nickte zufrieden und lehnte sich zurück.
"Danke, Mr. Logan. Brücke Ende."
Der Bildschirm war abgeschaltet. Dahinter waren die Holoemitter zu erkennen. Carter saß an ihrer Station und berechnete mal wieder irgend etwas. Rechts daneben saß Lieutenant Edisson, der sich gerade in seinen Sitz zurücklehnte. Commander Freeman fehlte noch der Brückenbesatzung. Unerwartet betrat Doktor Rogers die Brücke. Sie hielt ein P.A.D.D. in der Hand. Sie ging zu Captain Riecan.
"Der Bericht über die Gesundheitsinspektionen", sagte sie und gab das P.A.D.D. an den Captain.
Captain Riecan sah ihn sich an. Er sah sehr positiv aus. Durch die Votronen Anomalie waren keine Strahlungsschäden zurückgeblieben. Etwas wunderte Captain Riecan jedoch noch.
"Sie haben den Bericht ja nur pünktlich und nicht überpünktlich abgegeben. Was soll das?"
Doktor Rogers lachte.
"Wie Sie wissen, läßt mich meine Arbeit sonst nicht los. Ich hatte geplant einen Tag weniger auf der Erde zu verbringen als der Landurlaub dauern würde aber mir gefiel es an der Adria so gut, da dachte ich, ich bleibe die ganze Zeit."
Captain Riecan nickte.
"Gute Entscheidung, Doktor. Weiter so."
Doktor Rogers verschwand wieder in Richtung Krankenstation. Captain Riecan wandte sich dem P.A.D.D. zu, das Doktor Rogers mitgebracht hatte. Vorher hatte er es nur überflogen.
Nach etwa einer halben Stunde hatte er alles durchgelesen. Er lehnte sich wieder zurück und überlegte, was er am Abend tun sollte. Vielleicht könnte er Commander Freeman und Lieutenant Commander Carter zusehen, wie sie sich in ‚Revolution’ duellieren würden. Ein neuartiges Brettspiel, in dem Commander Freeman bislang ungeschlagen war. Nachdem Commander Freeman schon im Badminton Match verloren hatte, wollte er versuchen, Carter wenigstens in Revolution zu schlagen. Captain Riecan tat sich schwer, zu verstehen, warum die beiden sich nicht einfach vertragen konnten.
"Sir, ich empfange eine, mit Föderationscode eins gesicherte, Übertragung von Admiral Hayes", sagte plötzlich Mr. Walker überrascht.
Captain Riecan schreckte auf.
"Stellen sie die Übertragung in den Bereitschaftsraum durch, Mr. Walker", befahl er schnell und stand auf.
Im Bereitschaftsraum setzte er sich vor das Kommunikationsterminal. Der Computer führte eine Retinaabtastung durch, um Captain Riecans Identität zu bestätigen. Dies war auch mit einer normalen Computerkonsole möglich. Die Kamera, die daran angebracht war, konnte das Bewältigen. Darauf erschien Admiral Hayes. Er stand in einem Zimmer des Hauptquartiers.
"Captain, ich habe einen neuen Auftrag für sie. Sie werden so früh starten müssen, wie sie können. Es geht um die Orion Piraten."
Captain Riecan seufzte.
"Lassen sie mich raten. Es geht um einen Patroullienflug."
Admiral Hayes schüttelte entschieden den Kopf.
"Nein, es ist wichtiger. Viel wichtiger. Sie müssen sich morgen um ein Uhr dreißig mit der Enterprise treffen. Dort werden sie die Offiziere Lieutenant Commander Data und Lieutenant Joanne Oris an Bord nehmen. Mrs. Oris ist Geheimagentin, sie wird die genauen Befehle weitergeben. Mr. Data hat eine Zeit lang mit ihr zusammengearbeitet, deshalb wird er auch weiterhin dabei sein."
Captain Riecan war für einen Moment ziemlich perplex.
Schließlich fragte er:
"Das kommt jetzt alles ziemlich plötzlich. Was sollen wir denn überhaupt machen?"
"Das wird ihnen Mrs. Oris erklären. Es ist sehr wichtig, das sie sich schleunigst auf den Weg machen."
Captain Riecan dachte nach. Die weiteren Reparaturen könnte Mr. Logan während des Fluges erledigen und die Routineuntersuchungen konnten warten.
"Na schön, wir fliegen sofort los. Ich hoffe das wird kein Himmelfahrtskommando."
Admiral Hayes nickte.
"Viel Glück, Hayes Ende."
Mit gemischten Gefühlen kehrte Captain Riecan auf die Brücke zurück. Commander Freeman trat gerade aus dem Turbolift.
"Na, Commander. Haben sie ihren Tennisarm auskuriert", fragte Carter provokant.
Commander Freeman sah sie durch böse Augen an. Captain Riecan setzte sich und holte tief Luft.
"Meine Herren, es scheint etwas faul zu sein. Wir müssen sofort starten. Der Befehl lautet, sich mit der Enterprise zu treffen wo wir dann genauer instruiert werden."
Alle sahen den Captain entgeistert an.
"Aber wir sind mit den Reparaturen noch gar nicht fertig", warf Commander Freeman ein.
Captain Riecan aktivierte das Intercom.
"Brücke an Maschinenraum."
"Logan hier, was gibt’s?"
"Mr. Logan wir müssen leider sofort starten. Können sie die restlichen Reparaturen auf dem Weg durchführen."
"Das könnte ich aber was ist mit den Routineuntersuchungen."
Captain Riecan seufzte.
"Die sind erledigt, Brücke Ende."
Commander Freeman sah den Captain immer noch verwundert an.
"Was ist denn los", fragte er unsicher.
Captain Riecan zuckte mit den Achseln.
"Ich weiß auch nicht. Der Admiral hatte es ziemlich eilig und er äußerte sich nicht gerade klar."
Commander Freeman lehnte sich zurück. Gerade meldete sich der Bildschirm zurück. Das weite Weltall kam ins Bild. Die käfigartige Umrandung des Raumdocks waren auch zu erkennen.
"Mr. Walker, erbitten sie Starterlaubnis beim Raumdock. Und Mr. Edisson, sie setzten den Kurs."
Beide bestätigten.
"Wir haben jetzt die Starterlaubnis erhalten", meldete Lieutenant Walker.
Captain Riecan nickte und sagte:
"Gut. Mr. Edisson sie wissen was sie zu tun haben. Volle Kraft."
Die Shefield aktivierte die Positionsleuchten. Stolz wurde der Name des Schiffes beleuchtet. U.S.S. Shefield, NCC – 1701 B. Die vier Impulsdüsen fingen an rot zu glühen. Schließlich begann die Shefield zunächst mit den Manövrierdüsen, dann mit dem Impulsantrieb vorwärts zu fliegen. Kurze Zeit später sprang sie mit dem neuen Warpkern auf Warp.
Kapitel 3 :
Die Shefield flog, mit Warp sieben, auf den Rendezvouspunkt mit der Enterprise zu. Das Schiff raste ruhig durch den Subraum. Die Erde war lag nun schon Lichtjahre zurück. Das Reisen mit Warp war bereits zum Alltag jedes Sternenflottenoffiziers geworden. Ein Leben ohne Warpantrieb konnte sich keiner mehr vorstellen. Die Shefield war nun schon etwa acht Stunden unterwegs und alle freuten sich, bald das berühmte Flaggschiff Enterprise zu sehen. Zwar hatte jeder, an Bord der Shefield, schon einmal ein Schiff der Galaxy-Klasse gesehen aber die Enterprise war sozusagen noch eine Nummer Größer.
Der junge Techniker Zanto kam aus dem Maschinenraum. In seiner Hand befand sich ein P.A.D.D. mit wichtigen Informationen. Commander Freeman kam ihm gerade entgegen.
"Commander, sehen sie sich bitte das an", rief Zanto zu ihm.
Commander Freeman kam zu Zanto gelaufen. Er sah, am Gesichtsausdruck des Ingenieurs, sofort, das etwas nicht stimmte. Zanto gab ihm das P.A.D.D. in die Hand. Commander Freeman überflog den Text, der darauf stand.
"Diese codierte Übertragung an Captain Riecan hat Mr. Logan gerade entschlüsselt", erklärte Zanto.
Commander Freeman unterdrückte seine Bestürzung und sagte:
"Das bringe ich besser gleich dem Captain."
Auf der Brücke angekommen übergab Commander Freeman das P.A.D.D. an Captain Riecan, der es sofort zu lesen begann. Das Communique war als unwichtige Botschaft getarnt auf der Shefield eingegangen.
"Oh Gott, die U.S.S. Saphire ist von den Orion Piraten zerstört worden, als sie ein Waffenlager bewachte", sagte Captain Riecan leise.
Commander Freeman nickte.
"Dabei war es eines der neuesten Schiffe der Sternenflotte. Die ganze Besatzung kam ums Leben. Unter ihnen war auch Admiral Hugley."
Jetzt glaubte Captain Riecan tatsächlich an eine Verschwörung innerhalb der Sternenflotte. Auch wenn sich die Saphire in einer aussichtslosen Situation befunden hätte, wäre eine Flucht immer noch möglich gewesen. Irgend jemand mußte dem Schiff eine Falle gestellt haben. Und jetzt war auch die Shefield auf dem Weg zu den Piraten. Hoffentlich würde alles gut gehen. Captain Riecan wurde immer nervöser. Er wußte noch nicht mal was er zu tun hatte.
Commander Freeman hatte inzwischen Platz genommen.
"Wann werden wir den Treffpunkt mit der Enterprise erreicht haben", fragte er.
Lieutenant Edisson sah auf seine Instrumente.
"In etwa neun Stunden, Commander."
"Haben wir schon etwas von der Enterprise zu hören bekommen", erkundigte sich Captain Riecan bei Mr. Walker.
Dieser schüttelte den Kopf.
"Nein, die halten wohl Funkstille."
Captain Riecan nickte und versuchte sich zu entspannen. Immer wieder kam ihm die Sache mit der Saphire in den Kopf. Ein so neues Schiff einfach zerstört? Dann dachte er an Admiral Hugley. Er hatte sich zwar nie mit ihm verstanden aber immerhin war er auch nur ein Mensch. Er, und zahlreiche weitere Menschen hatten den Tod gefunden. Was Captain Riecan auch zu schaffen machte war, daß eine große Streitmacht der Orion Piraten nötig war, um die Saphire zu zerstören. Eine solche hätte das Schiff bemerken müssen und zumindest noch zum abschicken einer Nachricht Zeit gehabt. Captain Riecan kam auch wieder das Treffen mit den Rollos auf Aquarius in den Sinn. Irgend jemand mußte den Piraten mitgeteilt haben, daß die Offiziere der Rollos und der Sternenflotte per Hovertrain zur Hauptstadt kommen würde. Wer könnte die Undichte Stelle sein? Captain Riecan fiel niemand ein, der so etwas tun hätte können. Er entschloß sich einfach wachsam zu sein und etwas zu entspannen.
Es hatte eine Zeit gedauert aber er hatte es schließlich geschafft. Captain Riecan hatte sich in seinen Bereitschaftsraum zurückgezogen und erledigte einigen Papierkram. Unter anderem hatte er auch die Dienstakte von dieser Joanne Oris durchgelesen. Sie schien schon seit geraumer Zeit für den Föderationsgeheimdienst zu arbeiten.
Jetzt kümmerte sich Captain Riecan wieder um die Berichte. Seltsam was einige Admiräle für Berichte anforderten. Einer wollte sogar wissen, wie der Status der Schiffstoiletten sei. Captain Riecan hatte sich lange Gedanken gemacht was dieser Bericht bezwecken sollte aber schließlich hatte er es aufgegeben. Alles in allem war Captain Riecan ziemlich zufrieden mit der Föderation aber hin und wieder erschien sie ihm zu bürokratisch.
Plötzlich piepte das Türsignal.
"Herein", forderte Captain Riecan auf.
Commander Freeman kam in den Raum. Er schien als beschäftigte ihn irgend etwas. Er hatte diesmal kein P.A.D.D. dabei.
Captain Riecan begann zu fragen:
"Was gibt es, Commander?"
Commander Freeman setzte sich an den Schreibtisch des Captain und begann zu erzählen:
"Sir, ich glaube nicht das die Zerstörung der Saphire ein Zufall war. Sie bewachte ein Waffenlager, das die Piraten völlig ausgeraubt haben. Meinen sie, unsere Theorie von einer Undichten Stelle in der Föderation stimmt tatsächlich?"
Captain Riecan dachte nach. Was sollte er sagen. Er durfte keine unnötigen Gerüchte in die Welt setzen.
Schließlich sagte er entschlossen:
"Also das glaube ich in der Tat."
Commander Freeman nickte.
"Haben sie schon den Kommandostab davon informiert?"
"Nein, ich kann es nicht riskieren unbestätigte Gerüchte in die Welt zu setzten – zumindest nicht mit meinem Rang", antwortete Captain Riecan.
Commander Freeman nickte erneut.
"Was schlagen sie vor zu tun?"
"Ich wollte schon mit Lieutenant Commander Carter reden und sie bitten alle Hinweise für diese Theorie zusammenzutragen. Im Moment ist es aber ungünstig. Wir alle müssen uns jetzt auf diese rätselhafte Mission konzentrieren", erklärte Captain Riecan.
Commander Freeman war neugierig geworden:
"Was meinen sie? Wer könnte die Undichte Stelle sein?"
"Ich hab wirklich keine Ahnung", erwiderte Captain Riecan: " Unsere zusammenhanglosen Indizien weisen auf niemanden hin."
"Meinen sie, es könnte ein hohes Tier sein", fragte Commander Freeman weiter.
Captain Riecan schüttelte entschlossen den Kopf uns fing an zu reden:
"Wohl kaum. Was könnte sich ein Admiral davon versprechen den Orion Piraten zu helfen?"
"Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, daß ein unwichtiger Offizier Informationen besitzt, welche die Zerstörung der Saphire bewirken könnten", argumentierte Commander Freeman.
Captain Riecan nickte.
"Commander, sowie wir diese Mission abgeschlossen haben, werden wir dieser Verschwörungstheorie auf den Grund gehen. Und sobald wir irgend etwas haben, melde ich es sofort dem Kommandostab. Noch besser, ich melde es persönlich Admiral Hayes, dem können wir sicher vertrauen. Jetzt allerdings müssen wir uns auf die Mission konzentrieren."
Commander Freeman stand auf und nickte.
"Wegtreten, Commander", befahl Captain Riecan.
Commander Freeman kehrte auf die Brücke zurück. Captain Riecan legte die Berichte zur Seite und nahm sich ein großes P.A.D.D., das einige Sektoren der Föderation darstellte. Er ging die Aktivitäten der Orion Piraten durch. Vom Zeitpunkt als die Shefield den Frachter Bounty beschützen mußte bis zum derzeitigen Tag. Der Operationsbereich der Piraten hatte sich stark ausgedehnt. Ihre Attacken waren unregelmäßig. Das dumme an den Piraten war, daß sie eine unbewußte Gefahr waren. Sie fielen einem erst auf, wenn sie bereits zum Angriff übergingen. Das die Piraten, bei der Geiselnahme auf Aquarius eine Tarnvorrichtung der Rollos forderten, beruhigte Captain Riecan. Es bedeutete, daß sie noch keine Tarnvorrichtung hatten. Sie mußten also andere Tricks haben, um den Schiffen der Föderation nicht aufzufallen. Es war nicht leicht, einer gründlichen Sensorensuche zu entgehen. Die Piraten mußten die Patrouillen der Föderation weiträumig umflogen haben.
Kapitel 4 :
"U.S.S. Shefield an U.S.S. Enterprise, hier spricht Captain Riecan. Bitte antworten sie."
"Keine Antwort, Sir", meldete Lieutenant Walker.
"Sind wir am Treffpunkt, Mr. Edisson", fragte Captain Riecan angespannt.
Dieser sah auf seine Instrumente.
"Ja natürlich, Sir. Ich werde ja wohl noch ein paar simple Koordinaten ansteuern können."
Captain Riecan setzte sich wieder hin. Er sah angestrengt auf den Bildschirm. Der Weltraum war leer. Die Shefield war mittlerweile wieder unter Warp. Der Treffpunkt lag mitten im freien Raum.
"Carter, führen sie einen vollen Scan durch."
Die Wissenschaftsoffizierin führte den Befehl aus.
"Ich hab sie", antwortete sie erleichtert: " Die Enterprise kommt mit Warp acht auf uns zu."
Captain Riecan atmete auf. Jetzt war ihm Captain Picard aber eine Erklärung schuldig. Wenig später kam die Enterprise unter Warp, was alle auf dem Bildschirm beobachteten. Das große Schiff der Galaxy-Klasse schwoll auf dem Bildschirm an. Captain Riecan war erleichtert als Lieutenant Walker meldete:
"Die Enterprise ruft uns."
"Auf den Schirm", befahl Captain Riecan.
Die legendäre Brücke der Enterprise-D war zu erkennen. Captain Riecan erkannte sofort die anwesenden Offiziere. Commander Riker saß persönlich am Steuer. Captain Riecan und Counselor Troi saßen nebeneinander auf ihren Sesseln. Mr. Worf, der einzige Klingone in der Raumflotte, stand hinter der taktischen Konsole. Mr. Data, der berühmte Androide, saß an der wissenschaftlichen Konsole. Captain Riecan bedauerte einen Moment, das wohl niemand die Besatzung der Shefield kannte. Nur Commander Freeman sah die Enterprise mit gemischten Gefühlen. Er wäre beinahe ihr erster Offizier geworden.
"Hier spricht Captain Picard, von der Enterprise. Wie geht es ihnen Captain?"
Captain Riecan nickte.
"Alles in Ordnung. Sie haben uns einen Schrecken eingejagt. Was ist vorgefallen, wir hatten sie schon früher erwartet."
Captain Picard begann zu erklären:
"Wir sind leider in einen Kampf mit den Orion Piraten geraten. Wir glauben allerdings, daß es nur ein zufälliges Treffen war."
Captain Riecan machte eine Geste des Verstehens.
Bevor er etwas sagen konnte, redete Captain Picard schon weiter:
"Ich freue mich, sie persönlich kennenzulernen, Captain. Schade, daß diese Treffen unter solch unangenehmen Bedingungen stattfindet."
Captain Riecan strich sich durch den Bart.
"Ich freue mich auch, endlich die Enterprise zu sehen. Eine echte Höllenmaschine."
Lieutenant Edisson nickte unauffällig. Captain Picard fing an zu lächeln.
"Ja, der Ausdruck ‚Höllenmaschine’ trifft vielleicht zu. Aber vergessen sie nicht, ihr Schiff ist auch eine Enterprise."
Captain Riecan wurde nachdenklich und antwortete:
"Ja, leider die, auf der Captain Kirk getötet wurde."
"Ich würde sagen, die Erfolge der Shefield sprechen für sich. Sie haben den Konflikt mit den Rollos beendet und sie haben eine neuartige Anomalie entdeckt und deren Ausbreitung verhindert", erwiderte Captain Picard, der die Shefield nicht in den Schatten der Enterprise stellen wollte.
Plötzlich ergriff der Androide Data das Wort:
"Lieutenant Commander Carter, ich habe ihr Schriftstück zu dieser Anomalie gelesen. Es ist sehr logisch und aufschlußreich."
Carter bedankte sich bei Mr. Data.
Captain Picard fing wieder mit reden an:
"Ich würde sich ja gerne auf die Enterprise einladen und dann vielleicht auch auf ihr Schiff kommen um einen von Mr. Canulis Drinks zu genießen aber leider haben wir keine Zeit dafür."
Captain Picard wandte sich an Commander Riker.
"Wo bleibt denn Mrs. Oris. Sie sollte sich auf der Brücke melden."
Commander Riker zuckte mit den Schultern.
Captain Riecan machte einen Vorschlag:
"Ich würde sagen, wir beamen Mr. Data und Mrs. Oris in etwa zehn Minuten an Bord. Wir werden sicherlich später noch die Gelegenheit haben, unsere Schiffe zu besuchen."
Captain Picard nickte einverständlich.
"Verstanden, ich freue mich schon. Enterprise Ende."
Captain Riecan stand auf. Er wollte schon losgehen, da sagte er noch zu Commander Freeman:
"Es gibt noch etwas, worüber ich mir Sorgen mache. Diese Joanne Oris scheint für die Mission verantwortlich zu sein. Sicherlich wird sie dann auch das Kommando übernehmen."
"Es ist immer noch ihr Schiff, Captain", erwiderte Commander Freeman.
"Hoffentlich", murmelte Commander Freeman und ging.
Wenig später kam er im Transporterraum an. Er war allein gegangen, weil er alle anderen Offiziere auf der Brücke haben wollte, falls etwas passiert.
"Wir sind jetzt bereits, sie an Bord zu beamen", meldete Mr. Zanto.
Captain Riecan zog sich seine Uniform zurecht.
"Energie", befahl er, als er fertig war.
Zwei Personen materialisierten sich auf der Transporterplattform. Captain Riecan erkannte sofort Mr. Data. Neben ihm materialisierte eine sehr hübsche Frau mit langen braunen, nach oben gesteckten Haaren und schönen blauen Augen. Ihr Gesicht schien sehr jung und freundlich. Es handelte sich wahrscheinlich um Mrs. Oris. Commander Freeman hätte jetzt wohl gesagt: " An ihr fehlt wirklich nichts." Captain Riecan hielt wenig von solchen Aussagen. Er hieß beide an Bord willkommen und erteilte ihnen Erlaubnis das Schiff zu betreten.
Lieutenant Commander Data sah sich um und sagte dann:
"Die Shefield scheint in wirklich gutem Zustand zu sein."
Captain Riecan grinste.
"Das haben wir unserm guten alten Mr. Logan zu verdanken."
Mr. Data machte einen verwunderten Gesichtsausdruck.
"Sir, ich verstehe nicht ganz. Mr. Logan ist mir bekannt, da er schon mal auf der Enterprise gedient hat aber er erschien mit nicht sonderlich alt zu sein."
Captain Riecan räusperte sich und lächelte.
"Das ist nur so eine Phrase, Mr. Data. Wenn man jemanden als einen ‚guten alten’ bedeutet es, daß man ihn gut kennt und schätzt. Ich bezweifle, daß sie diese Phrase zum ersten mal hören."
Mr. Data sah wieder nachdenklich aus.
"In der Tat ist mir diese Phrase schon einige Male begegnet aber entweder bezog sie sich auf Personen, die tatsächlich alt waren oder es war niemand zur Stelle um diesen Ausspruch zu erklären."
Mrs. Oris begann zu reden. Sie hatte eine schöne, weiche Stimme:
"Sir, ich würde sie und den restlichen Stab gerne über die Befehle aufklären. Am besten treffen wir uns heute Abend, gegen 20 Uhr, im Konferenzraum."
Captain Riecan nickte ihr zu. Er war froh, daß nun endlich klar wurde, worin der Auftrag bestand.
"Wir sind alle schon sehr neugierig. Lieutenant Commander", gab Captain Riecan von sich: " Wenn sie beide mir jetzt folgen würden. Wir Haben zwei Quartiere auf Deck acht für sie freigehalten."
Die beiden Offiziere folgten Captain Riecans Geste. Mr. Data sah sich sehr interessiert um als sich die drei auf dem Weg zu Turbolift befanden. Obwohl die Enterprise bereits abgeflogen sein mußte, fühlte sich Captain Riecan schon sehr viel wohler. Er konnte es sich selbst nicht erklären. Wahrscheinlich lag es daran, daß, bis jetzt, alles nach Plan verlief. Außer der kleinen Unpäßlichkeit der Enterprise. Um seine neu gewonnene Ruhe nicht gleich wieder zu verlieren, fragte Captain Riecan:
"Mr. Data, wie kam es zum Kampf mit den Orion Piraten?"
Der Androide antwortete sofort:
"Wir kreuzten unabsichtlich den Weg zweier Rayder der Orion Piraten, die sich auf dem Weg zu einer zivilen Transportroute befanden. Wir hätten die zwar die Chance gehabt, einem Gefecht aus dem Weg zu gehen aber Captain Picard hielt es für richtig, die Rayder zum Rückzug zu zwingen. So konnten sie keinen Überfall auf einen Konvoi durchführen, der möglicherweise auf dieser Route geflogen wäre."
"Was halten sie von dieser Entscheidung", fragte Captain ganz spontan, aus Interesse.
Data bekam wieder seinen denkenden Ausdruck, der aber, wie immer, nur von kurzer Dauer war.
"Ethisch und moralisch kann ich mich Captain Picards Entscheidung nur anschließen. Außerdem war auch der zeitlich Verlust nur sehr gering."
Captain Riecan nickte zustimmend.
"Wie war ihr Flug, Mrs. Oris", fragte Captain Riecan die attraktive Agentin.
Er wollte, aus Höflichkeit, auch mit ihr ins Gespräch kommen.
Sie antwortete mit freundlichem Ton.
"Also der Aufenthalt an Bord der Enterprise hat mir wirklich gut getan. Die anderen Unterbringungen sind für gewöhnlich nicht so gemütlich und geräumig."
Captain Riecan fiel erst in diesem Moment auf, daß er selbst größer war, wie Joanne. Dies verwunderte ihn, denn andere Menschen waren bestenfalls genauso klein wie Captain Riecan. Deshalb setzt er sich bei Besprechungen, mit anderen, immer gerne hinter seinen Schreibtisch, wo seine etwas geringe Größe nicht auffiel.
"Deck acht", befahl Captain Riecan dem Turbolift, als alle angekommen waren.
Die zylinderförmige Kabine versetzte sich in Bewegung. Captain Riecan konnte sich vorstellen, das sich das auf der Enterprise wesentlich leiser zutrug. Obwohl sich die Turbolifte der Shefield nicht übermäßig laut bewegten. Im Gegensatz zu Enterprise war die Shefield nur ein kleiner Fisch. Sie hatte nur ungefähr ein drittel der Länge der Enterprise und war auf Warp auch nicht so schnell. Trotzdem kam Captain Riecan gut mit seinem Schiff der Excelsior Klasse aus. Die Shefield war klein aber mobil. Außerdem hatte er auf einem kleinen Schiff weniger Mannschaft zu betreuen.
"Wir sind schon fast am Ziel", erklärte Captain Riecan, als er und die beiden anderen den Turbolift verließen: " Da hinten um die Ecke."
Die drei kamen bei zwei, nebeneinander liegenden, Quartieren in der Nähe der Schiffshülle an. Captain Riecan weiß auf das Quartier, das nicht an der Hülle lag.
"Dieses ist ihr Quartier, Mr. Data. Ich hörte, sie legen keinen Wert auf Blick ins All."
"Das ist korrekt", bemerkte der Androide und nickte.
Nachdem er kurz nachgedacht hatte, sprach Data:
"Als die Enterprise auf die Shefield traf, fielen mir kleinere Schäden auf. Ich nehme an, diese konnten sie noch nicht beseitigen, bevor sie das Raumdock verließen."
Captain Riecan nickte.
"Ihre Annahme ist korrekt, Mr. Data."
"Dann schlage ich vor, da ich bei der Reparatur der Schäden helfe, da ich als einziger keine Ruhepausen benötige", schlug Mr. Data vor.
Captain Riecan nickte abermals.
"Ich denke, Mr. Logan könnte ihre Hilfe brauchen. Der Maschinenraum ist auf Deck elf."
"Ich weiß", gab Mr. Data von sich und ging.
Captain Riecans Hoffnung, mit Mr. Data gut auszukommen, bewahrheitete sich. Allerdings war er sich noch nicht so sicher im Bezug auf Mrs. Oris.
"Ich bin über sie im Bilde aber ich fürchte ich kenne sie nicht", sagte Captain Riecan unverblümt, als er sah, daß Mr. Data fort war: " Ich hoffe, sie werden hier nicht versuchen, das Kommando an sich zu reißen. Das ist immer noch mein Schiff, auch wenn sie die Leitung über die Mission haben."
Joanne Oris lachte kurz auf und sagte dann amüsiert:
"Also ich bitte sie. Ich bin Agentin beim Geheimdienst der Sternenflotte, kein Admiral. Natürlich haben sie hier das Kommando. Ich werde ihnen die Missionsziele mitteilen und sie mit wichtigen Informationen versorgen."
"Aber sie werden auch alles versuchen, damit die Mission ein Erfolg wird", warf Captain ein.
Joanne fiel nicht auf seinen Trick rein.
"Aber ich werde niemals ihre Befehle in Frage stellen oder gar mißachten."
Captain Riecan nickte nachdenklich.
"Na dann, bis heute Abend."
"Wir sehen uns", sagte Joanne und verschwand in ihre zugewiesene Kabine.
Captain Riecan lief zum nächsten Chronometer und sah sich die Urzeit an. Es war genau 14 Uhr. Captain Riecan entschied sich, in sein Quartier zu gehen und sich etwas hinzulegen. Vielleicht würde ihm dann auch klar werden, ob ihm Mrs. Oris offene Art gefallen würde oder nicht.
Kapitel 5 :
Joanne ging vor den Anwesenden hin und her. So ziemlich alle wichtigen Offiziere der Shefield und auch Mr. Data waren versammelt. Captain Riecan hatte absichtlich alle zusammengerufen, denn jeder war neugierig und wollte wissen, worin dieser mysteriöse Auftrag denn überhaupt bestand. Es gab schon die wildesten Theorien. Cator Canulis meinte, die Shefield sollte eine ganze Orionerflotte im Alleingang zerstören – auch wenn diese Behauptung nicht ganz ernst gemeint war.
Mrs. Oris aktivierte den Bildschirm des länglichen Konferenzraums. Dieser zeigte eine taktische Karte des gesamten Sektors, die Position der Shefield inklusive. Zu Captain Riecans Verdruß war kein anderes Schiff der Sternenflotte zu sehen. Das ganze Gebiet, indem die Shefield gerade war, gehörte zu den zentraleren Gegenden des orionischen Operationssektors. Der Planet Orion selbst war gar nicht zu sehen. Natürlich hatten die Orion Piraten ihre Basis nicht in der Nähe ihres Heimatplaneten, zumal immer mehr Menschen in diese kriminelle Verbindung eintraten.
"Also ich will mich kurz fassen", begann Joanne Oris: " Der Auftrag lautet, die Operationsbasis der Orion Piraten zu finden."
Lieutenant Walker, Commander Freeman und Lieutenant Edisson horchten auf. Commander Freeman sah zu Mr. Edisson herüber. Dieser nickte ihm zu. Beide hatten insgeheim gehofft, daß die Shefield diesen Auftrag bekommt.
"Sehr gut", kommentierte Lieutenant Walker: " Endlich tun wir mal etwas gegen diese Kriminellen."
Captain Riecan sah Joanne etwas ungläubig an.
"Wir sollen die Basis finden; und dann", fragte er mißtrauisch.
Joanne Oris ergriff wartete bis alle still waren und ergriff dann wieder das Wort:
"Unser Auftrag lautet nur die Basis ausfindig zu machen. Wir sollen sie nicht zerstören oder so. Der Auftrag ist ganz simpel – Admiral Carter hat einen Verdacht wo die Basis sein könnte. Wir sollen einfach nur hinfliegen und das überprüfen."
Doktor Rogers mischte sich ein, als Mrs. Oris fertig war zu reden:
"Was soll das heißen? Einfach nur hinfliegen. Ich meine wenn das System, das wir überprüfen sollen, wirklich das Zentralsystem der Piraten ist, dann müßte es dort doch nur so an Feinden wimmeln."
"Das ist in der Tat nicht so. Die Piratenflotte bewegt sich nämlich ständig. Jede Woche findet irgendwo ein, auch noch so kleiner, Überfall statt. Die Piraten brauchen ihre ganzen Schiffe für ihre Aktionen. Sie haben gar nicht die Ressourcen eine größere Bewachungsflotte aufzustellen. Abgesehen davon fällt eine große Ansammlung von Schiffen doch auf. Deshalb setzen die Piraten auf Geheimhaltung", erklärte Lieutenant Commander Oris.
Captain Riecan ergriff das Wort:
"Also langsam würde ich gerne wissen wo die Basis denn eigentlich sein soll."
"Das System in dem wir die Basis vermuten heißt ‚Cernetz’. Wir denken, daß sich die Basis auf dem vierten Planeten befindet." Joliene sah die, immer noch, mißtrauischen Gesichter von Captain Riecan, Doktor Rogers, Mr. Logan und Lieutenant Commander Carter.
"Denken sie mal an die Chance die wir haben. Wenn wir die Basis finden, kann eine starke Kampfeinheit einen angriff starten, womöglich noch bevor die Piraten ihre Schiffe zur Verteidigung zurückgezogen haben. Außerdem befinden sich in diesem System wahrscheinlich auch die Schiffswerften. Wenn wir die Basis und die Schiffswerften endlich ausschalten könnten, sind wir die Piraten los."
"Also meines Wissens ist auf Cernetz vier ein Forschungskomplex. Wenn auf dem Planeten Orioner aufgetaucht wären, müßte es doch jemand bemerkt haben", warf Carter plötzlich ein.
Joanne nickte und begann zu erklären:
"Die Piraten bedienten sich dieser Annahme. Die Basis sendet nur jedes halbe Jahr eine Botschaft an die Föderation. Die letzte kam kurz vor dem Wiederauftauchen der Piraten rein. Die Basis hat auch nur Sensoren, mit geringer Reichweite. Sie hätten eine Flotte der Piraten erst sehr spät bemerkt. Diese hätten dann nur noch die Kommunikation der Basis blockieren müssen, dann hätte keiner etwas vom Angriff erfahren. Die Satellitenverteidigung ist darauf ausgelegt Asteroiden auf Kollisionskurs abzuschießen. Sie ist vielleicht für ein Schiff eine Gefahr aber eine kleine Kampfgruppe reicht schon aus, um sie zu überwinden."
Lieutenant Walker sah sich den taktischen Plan an, denn fragte er:
"Was ist mit den Schiffswerften? Sind die bereits errichtet?"
"Wahrscheinlich sind bereits einige Werftenkomplexe gebaut aber die meisten wollen die Piraten wahrscheinlich noch bauen."
"Was ist, wenn ein halbes Jahr vorbei gewesen wäre. Die Sternenflotte hätte dann einen Bericht erwartet", erkundigte sich Mr. Walker weiter.
Joanne hatte auch auf diese Frage eine Antwort:
"Die Forschungsarbeiten dieser Basis lagen im praktischen Bereich. Die Piraten hätten dann einfach den Computer die Ausgänge der Experimente berechnen lassen. Selbst wenn die Ergebnisse unbefriedigend gewesen wären, hätte die Sternenflotte deswegen noch lange kein Schiff geschickt."
Lieutenant Walker nickte. Für ihm klang das logisch.
"Wie kamen sie auf den Standort", fragte Captain Riecan interessiert.
"Ich und Mr. Data haben etliche Flugdaten von Piratenschiffen durchgesehen. Wir haben die Zeitspannen zwischen den Angriffen unter die Lupe genommen und dann einige Systeme aus einer langen List, von Verdächtigungen, angeschaut. Schließlich kamen wir auf den Schluß, daß es wahrscheinlich das Cernetz System ist."
Captain Riecan war klar, daß so eine Arbeit sehr viel Zeit beanspruchte. Eigentlich war er mit dem Einsatzziel zufrieden. Der Plan war gut. Es blieb nichts weiter zu tun, als nachzusehen ob im Cernetz System wirklich Piraten waren.
"Gut, ich denke, damit hätte wir’s dann", gab Captain Riecan von sich. Er wandte sich an Lieutenant Edisson: " Setzen sie bitte umgehend einen Kurs auf das Cernetz System."
Dieser nickte. Alle standen auf. Mr. Data ergriff schließlich das Wort:
"Ich habe Lieutenant Commander Oris bereits darauf hingewiesen, daß ein willkürlicher Anflugplan einen taktischen Vorteil erbringt. Wir bräuchten dann etwas länger aber die Sensoren der Piraten könnten nicht einwandfrei feststellen ob wir wirklich auf ihr System zufliegen."
Captain Riecan stimmte zu. Er wandte sich abermals an Lieutenant Edisson.
"Fliegen sie ein paar ‚crazy ivans’."
Mr. Edisson nickte. Er kannte die Bedeutung dieses Ausdrucks. Ein ‚verrückter Ivan’ war ein sinnloses Manöver, wie zum Beispiel ein plötzlicher Kurswechsel, der den Feind verwirren sollte.
"Ich lasse es so aussehen, als würden wir irgendwelche Subrauminterferenzen verfolgen würden", erklärte Lieutenant Edisson abschließend.
Die Mannschaft betrat die Brücke. Captain Riecan und Commander Freeman nahmen wieder auf ihren Sitzen Platz. Mr. Data begab sich in den Turbolift und fuhr in Richtung Maschinenraum. Er hatte Mr. Logan bereits wesentlich geholfen. Die Schäden waren repariert. Data wollte noch einige Systemanalysen durchführen. Wegen seinen meisterhaften Fähigkeiten im Umgang mit Computern, würde das nur einige Stunden in Anspruch nehmen. Mr. Logan war über seine neue Hilfe sehr erfreut.
Später am selben Abend hatte sich einige Offiziere der Brückenbesatzung in der Lounge zusammengefunden. Captain Riecan, Commander Freeman, Doktor Rogers, Joanne Oris, Lieutenant Commander Data und Lieutenant Commander Carter saßen an Cators Bar zusammen. Jeder hatte ein einfaches Getränk vor sich stehen. Durch die Fenster konnte man erkennen, daß die Shefield mit Warpgeschwindigkeit flog. Die Offiziere unterhielten sich über alle möglichen Themen.
"Sagen sie uns doch mal, wo sie her kommen, Captain", bat Lieutenant Commander Carter.
Captain Riecan nahm einen kleinen Schluck aus seinem Glas und antwortete dann:
"Von der Erde aber das habe ich schon des öfteren erwähnt."
"Nein, ich meinte aus welchem Land", fragte Carter weiter.
Captain Riecan schüttelte entschieden den Kopf, während er seinen Barhocker in ihr Richtung drehte.
"Also ich lege keinen Wert auf Nationalität. Ich sehe mich einfach nur als Mensch."
Carter fragte trotzdem weiter:
"Das mag ja sein aber in welchem Land wurden sie geboren?"
"Wenn sie es unbedingt wissen wollen; ich wurde vor nunmehr schon fast 33 Jahren in einem kleinen Fischerdorf in Neuseeland geboren. Später zog meine Familie dann nach Deutschland."
Commander Freeman hatte gerade seine Konversation mit Joanne Oris abgeschlossen und wandte sich nun an Carter:
"Sie haben nicht vergessen, daß wir ein Revolution Match austragen wollten, wenn diese Mission vorbei ist?"
Die Wissenschaftsoffizieren antwortete mit einer Stimme, die fast schon eitel klang:
"Wozu denn noch. In jeder Art der Auseinandersetzung habe ich sie bislang geschlagen. Wieso sollte es bei diesem Spiel anders sein."
Commander Freeman schüttelte abweisend den Kopf:
"Weil ich zwei Jahre lang Akademiemeister war."
"Also das Spielprinzip von Revolution ist ja so einfach. Man muß nur etwas logisch denken, um zu gewinnen."
Captain Riecan mischte sich plötzlich in das Gespräch ein:
"Also, Mrs. Carter, sie sollten sich nicht darauf verlassen, immer zu gewinnen."
Sie sah Captain Riecan plötzlich verwundert an.
"Geben sie mir doch bitte drei undurchsichtige Gläser mit der selben Farbe. Und eine Murmel aus dieser verzierten Schale, Cator.", bat Captain Riecan und wies mit seiner Hand auf eine Verzierung, in Form einer Glasschale voller Wasser und Murmeln.
Cator sah zwar etwas überrascht aus aber er gab Captain Riecan die gewünschten Ding. Carter ahnte, was das für ein Spiel werden würde. Siegesgewiß blickte sie den Captain an, der ein Pokerface aufsetzte.
"Ich werde nun diese Murmeln unter einen dieser Becher legen. Dann drehe ich sie und wenn ich fertig bin müssen sie mir sagen, wo die Murmel ist", erklärte Captain Riecan und begann die Becher aufzustellen und die Murmel unter den ganz rechts zu legen.
Carter sprach siegesgewiß:
"Ich will ja nicht angeben aber ich glaube nicht, daß sie mich mit so einem Spiel besiegen können."
"Wir werden sehen", gab Captain Riecan von sich, der immer noch sein nichtssagendes Gesicht zeigte.
Schnell begann er die Becher zu drehen. Alle folgten mit ihren Augen dem Becher, der anfangs rechts außen stand. Cator glaubte das Spiel zu begreifen. Mr. Data saß aufmerksam auf seinem Hocker und versuchte das ganze Geschehen zu überblicken.
Schließlich stoppte Captain Riecan die Drehung und sah zu Carter.
"Also, jetzt sagen sie mir wo die Murmel ist", forderte Captain Riecan.
Carter zeigte auf dem mittleren Becher.
"Ich hab alles genau gesehen. Die Murmel muß unter dem Becher in der Mitte sein."
Captain Riecan sagte:
"Wie könne sie so etwas behaupten, wenn die Murmel in ihrem Drink liegt."
Alle achteten sofort auf Carters Glas, indem eine Murmel lag. Mr. Data sah absolut überrascht aus.
"Also Captain, ich muß schon sagen. Das war ein toller Trick", kommentierte Carter.
Captain Riecan nickte. Plötzlich äußerte sich Data:
"Wenn sie mir die Frage gestatten. Wie haben sie diese Illusion erzeugt? Wie sie wissen, bin ich in der Lage, das ganze Aktionsfeld zu überblicken. Aber ihr Trick gleicht keinem der 15.000 mir bekannten Illusionsmöglichkeiten."
Captain Riecan begann zu erklären:
"Tricks sollte man besser für sich behalten."
Mr. Data nickte. Er hatte bereits von dieser Regel gehört.
"Würden sie und Mr. LaForge gestatten, im Holodeck der Enterprise, diese Bar nachzustellen, um den Trick nachempfinden zu können", fragte er schließlich.
Captain Riecan nickte.
"Von mir aus. Lassen sie’s mich wissen, wenn sie den Trick herausgefunden haben."
Carter sah immer noch verwundert und skeptisch in ihr Glas. Sie konnte sich es nicht erklären. Vorher war sie noch nie auf so einen Trick reingefallen.
"Also, ich werde mich noch etwas ausruhen, bevor’s los geht", sprach Captain Riecan und gähnte.
Er stand auf und ging auf den Ausgang der Bar zu. Commander Freeman kam auch mit, weil er auf die Brücke wollte und Captain Riecans Quartier auf dem Weg lag.
Captain Riecan und Commander Freeman stiegen in den Turbolift ein. Schnell fuhr dieser los.
"Commander, ich hätte gerne, daß sie sich mit Carter zusammentun und alles über Cernetz vier und die Umgebung zusammenstellen, was sie finden können."
Commander Freeman sah etwas ungehalten aus:
"Sir, ich würde lieber mit Mr. Data zusammenarbeiten."
"Wieso? Wo liegt eigentlich die Ursache für die ständigen Streitereien, zwischen ihnen und Mrs. Carter", fragte Captain Riecan, dem diese Frage schon länger auf den Nägeln brannte.
Commander Freeman gab sich etwas zurückhaltend über diese Frage:
"Na ja, die Antipathie geht eher von ihr aus. Sie läßt immer ihr breites Wissen raus hängen. Außerdem meint sie, sie gewinnt immer aber das stimmt nicht! Ich ..."
Captain Riecan unterbrach seinen ersten Offizier:
"Also Commander, ich bitte sie. Liegt es vielleicht nicht eher daran, daß Carter sie abblitzen hat lassen."
Commander Freeman schwieg einen Moment still.
"Captain, das halte ich kaum für authentisch."
"Wie dem auch sei. Also ich will ja nicht den Captain rauskehren aber das war ein Befehl. Und solange sie nicht zum Admiral befördert werden oder dieses Schiff durch eine Meuterei an sich reißen, werden sie meine Befehle auch ausführen."
Commander Freeman nickte einsichtig.
"Selbstverständlich, Sir."
"Gut, dann sehen wir uns in ein paar Stunden", sagte Captain Riecan und verließ den mittlerweile angekommenen Turbolift. Commander Freeman fuhr zur Brücke weiter.
Tatsächlich hatte der Captain, die Zusammenarbeit von Carter und Freeman, aus rein objektiven Gründen befohlen. Er schätzte Lieutenant Commander Carters Fähigkeit Daten zu sammeln genauso, wie er Commander Freemans Fähigkeit, sie zusammenzufassen.
Voller gemischter Gefühle betrat Captain Riecan sein Quartier. Er sah sich um. Sein Quartier gefiel ihm. Es erinnerte irgendwie an eine Suite in einem guten Hotel. Auf dem kleinen Tisch im Hauptzimmer war eine geschmackvolle Decke ausgebreitet und eine frische Kerze stand darauf. Der Blick ins All zeigte, daß die Shefield nicht mehr auf Warp war. Sie war auf Impulsgeschwindigkeit runtergegangen um eine weite Kursänderung vorzunehmen. Lieutenant Edisson mußte nichts dafür tun. Er hatte den Kurs vorher programmiert. Die Shefield zog einen Bogen und sprang dann wieder auf Warp. Captain Riecan ging in sein Schlafzimmer. Auf dem Nachttisch lag noch immer sein ‚Dixon Hill’. An der Wand hingen zwei Bilder. Eines zeigte eine bewaldete Naturwelt, daß andere ein Schiff der Miranda Klasse.
Plötzlich ertönte das Türsignal. Captain Riecan wandte sich von den Bildern ab und lief zurück ins Hauptzimmer. Auf dem Weg stellte er seine Bibel ins Regal zurück.
"Herein", bat er.
Joanne Oris stand vor der Tür.
"Sir, es ist sehr wichtig. Es könnte möglicherweise ein Problem bestehen."
Captain Riecan horchte auf.
"Darf ich reinkommen", fragte Joanne.
Captain Riecan nickte.
Kapitel 6 :
Captain Riecan und Lieutenant Commander Oris verließen das Quartier. Captain Riecan war leider doch nicht zum schlafen gekommen.
"Wie gesagt. Sie brauchen sich wirklich keine Sorgen zu machen. Für meine Crew halte ich die Hand ins Feuer", sprach Captain Riecan. Er versuchte seine Stimme überzeugend klingen zu lassen.
"Ich hoffe sie haben Recht", gab Joanne mißtrauisch von sich.
Beide machten sich auf den Weg zur Brücke. Sie stiegen in den Turbolift. Wenig später kamen sie auf der Brücke an. Mr. Data war auch anwesend. Er streckte Captain Riecan gleich den Untersuchungsbericht über das Schiff entgegen.
"Scheint alles okay zu sein. Gute Arbeit", sprach Captain Riecan, der das P.A.D.D. schnell überflogen hatte.
Data bedankte sich. Captain Riecan wies mit seiner Hand auf eine unbesetzte wissenschaftliche Konsole an der hinteren Wand der Brücke.
"Wenn sie wollen können sie die Station übernehmen."
"Jawohl, Sir", antwortete Data und setzte sich an die Konsole.
Schnell setzte sich Captain Riecan auf seinen Sessel. Joanne sah sich passiv die taktische Station an. Lieutenant Walker saß aufmerksam auf seinem Sessel.
"Zeit bis zum Ankommen ins Cernetz System", fragte Captain Riecan schnell.
Lieutenant Edisson sah auf seine Anzeigen.
"Noch etwa zehn Minuten."
"Zehn Minuten, zweiunddreißig Sekunden", meldete Mr. Data.
Captain Riecan nickte.
"Irgendwelche Schiffe der Orioner", fragte Riecan weiter.
Lieutenant Commander Carter sah sich ihre Konsole an.
"Nein, keine Anzeichen auf feindliche Schiffe."
Captain Riecan sah hinter sich zu Mr. Walker.
"Vorsichtshalber, gelber Alarm."
Mr. Walker nickte und
Betätigte den Auslöser. Das Licht veränderte sich nicht aber die Bildschirme zeigten den Alarmstatus an. Er wurde auch durch den obligatorischen Ton angekündigt.
Commander Freeman und Lieutenant Commander Carter wandten sich an Captain Riecan.
Carter begann zu erklären:
"Wir haben alle relevanten Daten zusammengetragen. Der Planet Cernetz vier ist ein einziger Eisplanet. Er hat eine ungünstige Stellung zur Sonne des Systems, deshalb ist immer Winter. Der weiße Zwergstern gibt weit weniger Wärme ab wie die Sonne der Erde. Auf dem Planeten wurden regelmäßig Tiefsttemperaturen von unter Minus 30° erreicht. Der Planet steht zudem noch ungünstig einem Asteroidenfeld gegenüber. Es kann gut sein, daß hin und wieder Splitter aus diesem Cluster kommen und auf den Planeten zurasen. Deshalb sind um den Planeten herum Satelliten angeordnet, die automatisch auf jeden Felsbrocken feuern, der sich dem Planeten nähert."
Commander Freeman fuhr fort:
"Die Satelliten sind mit einem Photonentorpedovorrat von 50 und zwei Phaserphalanxen bewaffnet. Trotzdem reichen sie nur aus um ein Schiff zu bedrohen. Das Sensorennetzwerk der Basis reicht weit genug, um herannahende Asteroiden frühzeitig zu entdecken aber nicht weit genug um die Basis vor einer Flotte zu warnen. Mrs. Oris könnte also recht haben. Die Basis selbst besteht aus drei turmartigen Komplexen. Im ersten Turm befinden sich die Crewquartiere, im zweiten der Forschungstrakt und die Energieversorgung und im dritten das Lager und die Müllverarbeitung. Die Basis selbst steht auf einem kleinen Hügel, in der nähe des Äquators. Die Standardtemperatur in diesem Gebiet liegt bei –32 Grad Celsius."
Captain Riecan fror schon bei dem Gedanken, an eine dermaßen kalte Welt.
"Das hört sich ziemlich unwirtlich an", sagte er schließlich mit einem skeptischen Unterton.
Carter nickte und schloß den Bericht ab:
"Die Erbauer wollten mit der Lage der Basis vor allem etwas Abgeschiedenheit erreichen. Die Forschergruppe, die dort Dienst tun sollte, arbeitet unabhängig von der Sternenflotte und die Föderation. Allerdings nehmen sie immer wieder Aufträge von der Föderation an, wenn es darum geht, Theorien und Hypothesen praktisch nachzuweisen. Die Föderation spendete ihnen darum die das Satellitenverteidigungssystem und einige Baumaterialien."
Captain Riecan bekam langsam ein Bild von dieser Basis.
"Ist der Komplex groß genug um darin eine Kommandobasis der Orion Piraten zu errichten", fragte er zielstrebig.
Commander Freeman nickte.
"Auf jeden Fall."
Captain Riecan nickte.
"Danke, der Bericht war eine Hilfe."
Carter kehrte wieder an ihr Station zurück.
Wenig später hatte die Shefield das Cernetz System erreicht. Ein Gasriese mit Ringen erschien groß in der linken oberen Ecke des Bildschirms. Es war Cernetz sieben. Der gesuchte Planet war noch nicht zu sehen. Der weiße Zwergstern strahlte aus der Mitte des Systems wie ein gleißender Lichtpunkt.
"Mr. Edisson, fliegen sie mit einem achtel Impuls auf Cernetz vier zu. Lieutenant Commander Carter, sie führen einen vollen Scan aus. Achten sie auf metallische Signaturen, die auf Schiffswerften hinweisen."
Beide Offizier führten gespannt ihre Befehle aus. Alle achteten entweder auf den Bildschirm oder auf irgendwelche Anzeigen.
Während dessen zog die Shefield langsam an dem Gasriesen vorbei. Die Ringe aus gefrorenen Eispartikeln und Steinbrocken waren jetzt deutlich zu erkennen. In der Mitte des Bildschirms formierte sich ein kleiner weißer Punkt – Cernetz vier.
Carter blickte ungläubig auf ihre Instrumente.
"Sir, es gibt weder Anzeichen von Schiffswerften oder anderen Aktivitäten der Orion Piraten."
"Was", entfuhr es dem erschrockenen Captain.
Hatte sich Joanne vielleicht doch geirrt. Hier stimmte doch irgend etwas nicht. Commander Freeman war auch sehr verwundert. Er war aber noch wegen etwas anderem verwirrt.
"Sir, sie und Mrs. Oris kamen zur selben Zeit auf die Brücke. Wieso?"
Captain Riecan sah zum ersten Offizier. Er wußte nicht, ob dieser irgendwelche Hintergedanken hatte.
"Wir haben noch etwas beredet, was sehr wichtig war."
"Und das wäre", bohrte Commander Freeman nach.
Captain Riecan fühlte sich direkt etwas bedrängt. Nicht nur, weil er einen Hintergedanken bei Commander Freeman vermutete, sondern auch wegen des Inhalts des Gesprächs. Sollte er es ihm sagen?
"Mrs. Oris hatte den selben Verdacht wie wir. Sie befürchtete, jemand aus dieser Crew könnte der Verräter sein. Sie hatte keinen konkreten Verdacht ob es überhaupt in Frage käme. Ich versicherte ihr, daß es unmöglich sei", beichtete Captain Riecan.
Commander Freeman schüttelte den Kopf.
"Diese Geheimagenten", sagte er leise zu sich selbst.
Cernetz vier kam auf dem Bildschirm näher.
"Optimale Vergrößerung", befahl Captain Riecan, Lieutenant Commander Carter.
Diese drückte einige Tasten, bis der Planet den ganzen Bildschirm ausfüllte. Alle hatten einen weißen Planeten erwartet aber Cernetz vier war grau. Nur einige weiße Wolken waren zu erkennen. Trotzdem zeichnete sich nichts Verdächtiges ab.
Eine beklemmende Stille umhüllte die Brücke der Shefield. Sie endete erst, als die Shefield in den Orbit eintrat und Captain Riecan befahl:
" Mrs. Carter, scannen sie die Basis auf Lebenszeichen."
Die Wissenschaftsoffizierin führte den Befehl aus. Erstaunt und ungläubig sah sie sich das Ergebnis an.
"Mir werden keinerlei Lebenszeichen angezeigt."
Commander Freeman fragte, nach kurzer Zeit.
"Wäre es möglich, daß die Forscher die Basis aus irgendeinem Grund verlassen haben?"
Carter führte einen weiteren Scan durch. Sie sah sich alle Daten genau an, die auf ihrer Konsole erschienen.
"Ich glaube nicht. Alle Shuttles sind an ihrem Platz", meldete sie.
Auf dem Bildschirm waren jetzt auch ein paar der kleinen Satelliten zu erkennen. Die Phaserphalanxen sahen schon etwas älter aus.
"Die Verteidigungssatelliten scheinen deaktiviert zu sein", berichtete Mr. Data.
Captain Riecan nickte. Er hatte ein ziemlich unangenehmes Gefühl und da ging es den anderen nicht besser. Was war hier los? Er hatte damit gerechnet, daß entweder Piraten im System Fuß gefaßt hätten oder daß die Forscher noch da wären aber er hatte nicht gedacht, daß keines von beiden Zutraf.
Eine Meldung von Doktor Rogers riß ihn aus seinen Gedanken.
"Die Krankenstation ist auf einen Ernstfall vorbereitet. Zusätzliche Betten stehen in Lagerraum drei bereit."
Captain Riecan betätigte die Taste am Intercom für den Rückruf.
"Gute Arbeit, Doktor. Im Moment gibt es noch keine Probleme aber halten sie sich bereit."
Was war zu tun? Captain Riecan ging alle Möglichkeiten durch. Vielleicht könnte ein Außenteam ein paar Fragen klären. Oder war das zu gefährlich? Was könnte dort unten sein? Carter hatte doch alles gescannt und es waren keine Lebensformen zu erkennen gewesen.
"Ich schlage vor, daß ein bewaffnetes Außenteam runterbeamt und die Situation aufklärt", brachte Joanne Oris ein.
Captain Riecan sah unschlüssig und skeptisch aus. Commander Freeman bemerkte dies uns sagte zu ihm:
"Es ist unsere Pflicht herauszufinden was mit der Basis und den Forschern passiert ist. Wir haben keine Wahl. Von hier oben erkennen wir nicht, ein Außenteam ist die einzige Möglichkeit."
Captain Riecan nickte schließlich zustimmend.
"Sie haben recht", sagte er: " Ich werde selbst mit runter kommen. Außerdem hätte ich noch gerne Doktor Rogers dabei, vier Sicherheitsoffiziere, Lieutenant Commander Oris und Mr. Data dabei."
Carter sah Captain Riecan mit einem Gesichtsausdruck an, der eine Mischung aus Verwunderung und Belustigung darstellte.
"Vertrauen sie meinem Tricorder nicht mehr, Captain", fragte Carter. Allerdings so, daß es nicht wie ein Vorwurf.
Captain Riecan sah zu ihr.
"Doch, selbstverständlich. Aber ich brauche sie hier an Bord. Wenn gegen alle Daten feindliche Schiffe auftauchen melden sie es sofort. Halten sie die Augen offen."
Captain Riecan stand von seinem Sessel auf. Joanne Oris und Data folgten ihm in Richtung Turbolift.
Mr. Walker fragte Captain Riecan, bevor dieser in den Turbolift eintreten konnte:
"Wäre es nicht besser, wenn ich auch mitkommen würde."
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Nein, auch auf sie werden wir nicht verzichten können, wenn Gegner eintreffen."
Lieutenant Walker nickte und stellte sich wieder an seine Konsole. Schnell checkte er die Photonentorpedorampen.
Riecan betrat den Turbolift. Bevor dieser sich schloß sagte er zum ersten Offizier.
"Nummer ein, sie haben die Brücke."
Captain Riecan und die anderen Offiziere des Außenteams sammelten sich im Transporterraum. Der junge Bajoraner Zanto stand hinter er Transporterkonsole. Die vier Sicherheitsoffiziere hatten sich mit Phasergewehren bewaffnet. Captain Riecan, Joanne Oris und Mr. Data hatten Typ zwei Handphaser und Tricorder bei sich. Doktor Rogers hatte zusätzlich noch einen Erste Hilfe Kasten bei sich. Das ganze Team versammelte trat in Stellung und machte sich fertig zum Beamen.
Captain Riecan wollte noch etwas sagen, bevor es losging:
"Wir sollten besser keine unnötigen Risiken eingehen. Die Sensoren zeigen dort unten zwar nicht das Geringste an aber hier sollte angeblich die geheime Basis der Orioner stehen."
Alle nickte dem Captain zu.
"Koordinaten sind eingestellt, Sir. Sind sie sicher, daß sie nicht gleich in die Basis beamen wollen. Dort unten hat es im Moment, -29°"
"Nein, lieber nicht. Ich möchte mir das ganze erst mal von außen ansehen. Also dann, Energie", befahl er.
Mr. Zanto bewegte die drei Sensorregler ganz nach oben. Das acht Mann starke Außenteam begann zu dematerialisieren. Kurze Zeit später war das Außenteam verschwunden.
Die acht Personen materialisierten sich auf dem feindlichen Planeten Cernetz vier. Captain Riecan und die anderen sahen sich um. Die Mitglieder des Außenteams hatten zwar die normalen Überhangjacken der Sternenflotte aber trotzdem fror jeder sofort bis auf die Knochen. Mr. Data zückte seinen Tricorder und klappte ihn auf. Alle sahen sich um. Es schneite sehr stark aber zum Glück ging kein starker Wind. Die Sichtweite war ziemlich eingetrübt. Man konnte nur die Umrisse der drei Türme sehen. Tatsächlich war der Planet selbst gar nicht so unschön. Hinter dem Hügel, auf dem die Basis stand, zog sich eine riesige Bergkette in die Höhe, hinter der langsam schwarze Wolken hervorkamen. Rechts und links vom Hügel zogen sich gigantische schneebedeckte Wälder in die Länge.
Mr. Data hatte seinen Scan abgeschlossen. Er klappte den Tricorder wieder zu und steckte ihn an Gürteltasche.
"Captain, der Scan zeigte keine ungewöhnlichen Anzeigen innerhalb des Komplexes. Er scheint völlig menschenleer zu sein."
Captain Riecan begann sich langsam wirklich sorgen zu machen. Wo war die Besatzung der Basis? Es konnte doch nicht sein, daß sie den Komplex aus eigener Energie verlassen hatten. Dafür hatten sie kein Motiv. Außerdem waren tatsächlich noch alle Shuttles innerhalb der Basis.
"Gehen wir lieber rein", befahl Captain Riecan und zeigte aus die herannahenden Wolken: " Ich glaube ein Schneesturm bahnt sich an."
Mr. Data sah, daß sich Captain Riecan an ihn wandte.
"Wo sollten wir die Basis am besten betreten, Mr. Data", fragte ihn der Captain.
Mr. Data erinnerte sich an die Pläne der Basis.
"Genaugenommen dürfte es keinen Unterschied machen, wo wir die Basis betreten. Jeder der drei Türme ist durch eine Brücke und einem unterirdischen Gang mit dem nächsten verbunden. Daher schlage ich vor den Eingang zu nehmen, der am nächsten liegt."
Captain Riecan nickte zustimmend. Er spürte die Kälte. Sie schien nur ständig zuzunehmen. Vor seinem Gesicht formten sich Wolken aus Wasserkristallen, die er ausatmete. Ein Anblick, den er zuletzt im Holodeck gesehen hatte. Er konnte sich nicht erinnern jemals eine solche Kälte erlebt zu haben.
Mit einer winkenden Handbewegung bat er seine Offiziere ihm zu folgen. Diese taten das sofort. Keiner von ihnen hatte Lust, einen Moment länger, als nötig, in der unerträglichen Kälte herumzustehen. Der einzige, dem das nichts ausmachte, war Mr. Data. Er trotzte dem Frost mit Gelassenheit. Sein Gesichtsausdruck zeigte keinerlei Anzeichen von einer Reaktion auf die Kälte.
Die Basis nahm langsam Gestalt an. Die drei zylinderförmigen Türme wiesen eine graue Farbe auf. Hinter den zahlreichen Fenstern brannte kein Licht. Nach einem Zeit des Laufens, die bei Zimmertemperatur weniger als halb solange gedauert hätte, erreichte das Außenteam den ersten Turm, indem sich die Quartiere befinden mußten. Captain Riecans Blick glitt am Turm herunter und blieb dann bei einem Tor stehen. Captain Riecan zögerte einen Moment lang; dann schritt er an das Tor heran. Unbewußte bewegte sich seine Hand in Richtung Phaser. Captain Riecan betätigte eine Schalttafel neben dem Tor. Auch die Sicherheitsoffiziere erhoben unbewußte ihre Phasergewehre. Die Tür öffnete sich. Dahinter zeigte sich – nichts. Nur ein kleiner Raum mit einem Tor an der anderen Seite, daß von der selben Bauart wie das äußere war. An den Wänden des Raumes stand in großen Buchstaben " Luftschleuse". Das Außenteam betrat den Raum nur zögernd.
Captain Riecan blickte auf die zweite Tür. Er sträubte sich gegen einen Gedanken, der in ihm aufkam. War diese zweite Tür eine Art zweite Chance, das Vorhaben doch noch abzubrechen? Captain Riecan verbannte diesen Gedanken. Alle zuckten zusammen, als plötzlich die Außentür der Luftschleuse zuging. Zum zweiten mal zögerte Captain Riecan aber schließlich öffnete er auch die nächste Tür. Hinter dieser erkannte man zunächst gar nichts. Der Raum war dunkel, nur das Licht der Lampen in der Luftschleuse erhellte ihn ein klein wenig. Keiner, außer Data, erkannte irgend etwas. Die Augen der Menschen mußten sich erst von dem blendenden Helle des Schnees an die Dunkelheit gewöhnen. Captain Riecan griff nach seiner Taschenleuchte. Der helle Halogenstrahl brachte etwas Licht ins dunkel. Nach und nach folgten die anderen Captain Riecans Beispiel und aktivierten ihre Lampen. Langsam wurde klar, was das für ein Raum war, der sich jenseits der Luftschleuse befand. Es war eine Art kleine Empfangshalle. An ihrem Ende befand sich ein großer Schreibtisch, auf dem P.A.D.D.S. lagen und eine Computerkonsole stand.
Mr. Data stand mittlerweile neben Captain Riecan. Beide sahen sich an, ohne etwas zu sagen.
Plötzlich meldete sich Doktor Rogers zu Wort, die bislang nichts gesagt hatte:
"Das scheint eine richtige Geisterstation zu sein."
"Nur auf welcher Seite stehen diese Geister", fragte Captain Riecan rhetorisch: "Auf unserer oder auf der Seite des Feinds, den wir nicht kennen."
Der Captain näherte sich dem Schreibtisch. Er achtete auf die P.A.D.D.S., die darauf lagen. Zunächst wollte er Mr. Data darum bitten, sie durchzulesen, weil dies schneller gehen würde aber dann spürte er einen Drang, sie selbst lesen zu müssen. Er nahm das oberste und sah es an. Es war wahrscheinlich von der Sternenflotte gestiftet worden. Darauf standen Dienstpläne. Captain Riecan las Namen der verschiedensten Rassen.
Als plötzlich eine Stimme ertönte, lies er das P.A.D.D. vor Schreck fallen.
"Captain, ist alles bei ihnen in Ordnung."
Commander Freemans Stimme klang gelassen. Captain Riecan antwortete.
"Ja. Wir sind jetzt innerhalb der Basis. Wir haben noch nicht viel gesehen aber alles sieht hier sehr adrett und sauber aus. Wenn die Forscher die Basis verlassen haben, war es ihnen nicht sehr eilig. Zumindest hatte sie dann noch Zeit zum aufräumen."
Captain Riecan sah auf einen Kittel, der zusammengelegt auf dem Stuhl hinter dem Schreibtisch lag.
"Bleiben sie auf Empfang, Commander. Riecan Ende", sprach Captain Riecan in seinen Kommunikator.
Langsam hob er den Kittel vom Stuhl. Das Außenteam hatte sich bereits im ganzen Raum verstreut. Captain Riecan las den Namen auf dem Schild des Kittels " Dr. B. Maddows". Er hatte keine Ahnung wer das sein sollte. Mr. Data sah sich den Kittel ebenfalls an. Er bemerkte verwundert:
"Meinen Daten zufolge, ist dieser Doktor Maddows der Leiter der Einrichtung gewesen."
Captain Riecan überlegte.
"Wieso sitzt der Leiter am Empfangsschreibtisch", fragte er mißtrauisch.
Doktor Rogers trat an Captain Riecan heran.
"Es gibt noch etwas, was mir Sorgen macht. Die Luft riecht gar nicht abgestanden."
"Sie haben recht, Doktor. Die Luft zeigte keine Anzeichen von Abnutzung", bemerkte Data: " Anscheinend ist das Luftaufbereitungssystem noch immer aktiv."
"Wenn die Forscher die Basis verlassen haben, wieso lassen sie dann die Luftaufbereitung an", fragte Captain Riecan erstaunt.
Mr. Data ging diese Frage im Geiste durch.
"Ich hab ein schlechtes Gefühl, was diese Basis betrifft", gab Doktor Rogers halblaut von sich.
Einer der Sicherheitsoffiziere kam zu Captain Riecan und sagte:
"Vielleicht sollten wir besser zum Kommandozentrum gehen. Dort laufen alle Daten dieser Basis zusammen."
Captain Riecan nickte. Er ließ den Strahl seiner Lampe durch den Raum huschen. Endlich hatte er die Tür zum Lift gefunden. Gab allen ein Zeichen mitzukommen. Vorsichtig drückte er eine Taste des Sensorfelds neben der Lifttür. Diese öffnete sich, sehr viel schneller als die Luftschleuse. Die Liftkabine war nicht von der Föderation, das erkannte man bereits daran, daß sie quaderförmig und nicht zylindrisch war. Licht drang aus ihr heraus. Aus Sicherheitsgründen ließen sich die Lichter in Luftschleusen und Liften nicht abschalten – ein weiterer Hinweis dafür, daß irgend etwas nicht stimmte. Die Forscher hätten sicherlich die Energie der Basis deaktiviert, bevor sie gegangen wären.
Schließlich hatten alle den Lift betreten. Captain Riecan sah zu Joanne Oris. Diese hatte sich bislang so zurückgehalten, daß sie kaum jemanden aufgefallen. Sie nickte ihm zu, worauf Captain Riecan die manuelle Steuerung des Lifts betätigte. Er versetzte sich ächzend in Bewegung. Captain Riecan sah in die Gesichter des Außenteams. Alle, sogar Mr. Data, sahen skeptisch aus. Es dauerte recht lange, bis der Lift das Zieldeck erreicht hatte. Die Tür öffnete sich. Auch in diesem Raum war alles recht dunkel. Nur ein ferner Lichtpunkt, wahrscheinlich ein Fenster, spendete ein wenig Licht. Der Raum schien achteckig Aufgebaut. An jeder Wandfläche befand sich eine Tür. An der hintersten Wand der Eingang in den Turbolift, an der forderten eine größere Tür, die wahrscheinlich in einen anderen Raum führte. Die anderen sechs Türen schienen Eingänge zu den Quartieren zu sein. Doktor Rogers und Joanne Oris öffneten eine dieser Türen. Licht brach herein. Durch die Tür konnte man jetzt ein kleines Quartier sehen. Durch ein Fenster drang eine Menge Licht. Es war zu sehen, daß sich der Schneefall noch verstärkt hatte. Joanne betrat das Zimmer. Es war spartanisch aber gemütlich ausgerüstet. Im Hauptraum befand sich ein Bett, ein Tisch mit drei Stühlen und ein Schreibtisch der sauber aufgeräumt war. Joanne öffnete eine Schublade des Schreibtisches. Es lagen nur unbespielte P.A.D.D.S. darin. Schnell öffnete sie die nächste. Sie fand gar nichts.
Captain Riecan und Mr. Data standen vor dem Quartier. Mr. Data fiel als erster das Namensschild links oben neben der Türe auf.
"Dieses Quartier scheint Dr. Maddows zu gehören", meldete Data.
Captain Riecan nickte. Er betrat es ebenfalls. Mr. Data folgte ihm. Der Androide sah sich zunächst den Schreibtisch an. Captain Riecan und Joanne Oris sahen aus dem Fenster. Der Turm war groß und draußen hatte es starken Nebel. Der Boden war nur noch schemenhaft zu erkennen. Mr. Data schritt in einen kleinen Nebenraum. Es handelte sich um ein Badezimmer. Die Einrichtung bestand aus einem Waschbecken mit Spiegel, einer Schalldusche und einer Toilette. Alles war an seinem Platz.
Captain Riecan verließ das Quartier wieder. Er schritt gerade aus der Tür da sah er etwas auf dem Boden liegen. Es war so dunkel, er hätte es fast übersehen. Schnell hob er es auf. Es stellte sich als eine Plakette heraus. Sie war etwa 30 Zentimeter breit und 20 hoch. Captain Riecan richtete den Schein seiner Lampe darauf. Es schien ein Emblem zu sein. Eindeutig erkannte Captain Riecan das Zeichen der Sternenflotte, doch es war verfremdet. Anstatt ein ovaler Kreis erkannte er nun eine Raute hinter dem Dreieck mit Einschnitt. Das Zeichen hatte feindlich wirkende Farben. Rot und Orange herrschten vor. Joanne Oris und Mr. Data hatten das Quartier bereits wieder verlassen. Mr. Data sah sich das Emblem an.
"Was halten sie davon", fragte Captain Riecan und gab es dem Androiden.
Mr. Data sah es sich an.
"Es scheint eindeutig eine abgewandelte Version des Sternenflottenemblems zu sein. Vielleicht handelt es sich hierbei um eine Art Kunstwerk."
Captain Riecan nahm das Zeichen wieder an sich.
"Wenn hier nicht einiges sehr merkwürdig wäre, würde ich das auch denken aber so..."
Einer der Sicherheitsoffiziere wandte sich an Captain Riecan.
"Wenn sie mich fragen, riecht’s hier gewaltig nach Ärger."
Mr. Data horchte auf. Er überlegte kurz und sagte dann:
"Mir war nicht bewußt, daß der Umstand ‚Ärger’ Gerüche auslösen kann."
"Wieder nur so eine Phrase, Mr. Data", erklärte Captain Riecan: " Ich denke wir gehen jetzt besser ins Kommandozentrum."
Das Außenteam durchschritt die röhrenartige Brücke zwischen dem ersten und dem zweiten Turm. Auch diese war aus Sicherheitsgründen beleuchtet. Die Sonne neigte schon dazu unterzugehen und der Schneefall entwickelte sich nun zu einem handfesten Sturm. Die schwarzen Wolken waren über den Berg hinweg gezogen und hingen jetzt genau über dem Hügel. Als das Außenteam den zweiten Turm erreichte, stand eine Tür zu einem Turbolift bereits offen – Als wäre es eine Einladung einzutreten. Mr. Data sah sich die Tür an. Er testete sie mit seinen Händen.
"Die Tür scheint zu klemmen."
Captain Riecan kam zum Turbolift.
"Können wir trotzdem mit ihm fahren", fragte er.
Mr. Data dachte kurz nach.
"Ich denke es besteht keine Gefahr."
Das Außenteam betrat den Lift. Captain Riecan drückte den Knopf für das Kommandozentrum. Der Lift fuhr los. Anscheinend versuchte der Computer die Türe zu schließen. Da dies nicht möglich war kam es zu einem beunruhigenden knarrenden Geräusch.
"Sie haben recht, Doktor", gab Captain Riecan zu: " Das ist tatsächlich ein Geisterhaus."
Der Lift fuhr an 15 Stockwerken vorbei. Alle waren stockdunkel. Der Lift hielt am Kommandozentrum. Captain Riecan und die anderen stiegen aus. Mr. Data sah sich um. Er setzte sich an die nächstbeste Computerkonsole.
"Captain," fing er an: " Ich werde versuchen mit Hilfe des Computers etwas Licht ins dunkel zu bringen."
Captain Riecan nickte. Data aktivierte die Konsole. Etwas Licht fiel in ein. Mr. Datas Hände rasten nur so über die Konsole. Die Daten auf dem Bildschirm wechselten so schnell, das niemand mitkam.
"Ich checke die Sensorenlogbücher", meldete Mr. Data.
Plötzlich stocke er. Schlagartig hörten seine Hände auf zu tippen.
"Stimmt was nicht?" fragte Captain Riecan.
Mr. Data drehte sich um. Er begann zu berichten:
"In der Tat. Hier sind einige Dateien, die man amateurhaft versuchte zu löschen. Sie sind noch im Backupspeicher enthalten. Es dürfte kein Problem sein sie wiederherzustellen."
Mr. Data tippte wieder in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Es waren Sensorenabschnitte. Reste einer Routineüberprüfung der Sensoren. Anscheinend hatte irgendein Forscher die Sensoren prüfen wollen.
"Sehen sie da", bemerkte Doktor Rogers aufgeregt: " Sieht aus als würden Schiffe auf die Basis zusteuern."
Captain Riecan nickte.
"Mr. Data, können sie erkennen was für Schiffe das sind?"
Der Androide schüttelte den Kopf.
"Leider nicht. Die Daten sind zu beschädigt."
Die Anzeige sah so aus, als würden die Schiffe in die Nähe der Basis feuern. Dann brach die Aufzeichnung ab.
"Oh Gott", entfuhr es Captain Riecan: "Die Basis wurde doch überfallen. Wir müssen das sofort der Shefield melden."
Commander Freeman saß nervös auf dem Stuhl des Captains. Er blickte auf den Bildschirm, der immer noch den Planeten zeigte. Captain Riecan war nun dort unten. Commander Freeman fragte sich, ob er nicht lieber runter gehen hätte sollen. Aber dann fiel ihm ein, daß Captain Riecan gerne die Außeneinsätze selbst erledigte.
Plötzlich schreckte Carter auf, die ständig auf ihre Instrumente achtete.
"Ich bekomme plötzlich Lebenszeichen herein. Da unten gibt es plötzlich ein Störfeld, deswegen kann ich nicht genau sagen, wie viele oder wo sie sind."
Commander Freeman betätigte sofort seinen Kommunikator.
"Brücke an Außenteam."
Nichts.
"Freeman an Riecan", Commander Freeman wartete: " Bitte melden sie sich."
Keine Antwort. Carter begann zu erklären:
"Das Störfeld verhindert genaue Sensorendaten, Kommunikation und das Beamen."
Commander Freeman lief es kalt den Rücken runter. Das Außenteam war in höchster Gefahr. Er hatte zwar gehört was Carter gesagt hatte aber trotzdem sprach er ins Intercom:
"Brücke an Transporterraum eins. Das Außenteam sofort raufbeamen."
Mr. Zantos Stimme erklang aus dem Lautsprecher des Intercoms:
"Es geht nicht. Ich kann sie nicht erfassen."
Commander Freeman dachte nach. Was mußte er jetzt tun?
"Mr. Walker. Stellen sie eine Verbindung zu Sternenflottenkommando her. Melden sie, was passiert ist."
Der junge Lieutenant gab die Befehle in seine Konsole ein. Plötzlich meldete er:
"Die Nachricht wurde bei der Ausstrahlung gestört."
Commander Freeman drehte sich um.
"Was", entfuhr es ihm: " Von was?"
"Unbekannt", berichtete der Lieutenant.
Captain Riecan sah sich um. Die ruhige und stille Atmosphäre der Basis war in eine feindliche umgeschlagen. Plötzlich sah Captain Riecan den Turbolift verschwinden.
Es ging alles sehr schnell. Plötzlich ging das Licht der Basis wieder an. Zwei Türen öffneten und einige Gestalten traten heraus. Die Leute vom Außenteam brauchten nicht lange, um zu erkennen, wer diese Gestalten waren – eindeutig Piraten.
Mr. Data hatte in der Spiegelung des Bildschirms gesehen, wie hinter ihm eine der beiden Türen aufging. Sofort zog er seinen Phaser und begann zu feuern. Problemlos traf er die beiden Piraten. Es kamen jedoch mehr. Die Leute des Außenteams suchten hinter den Konsolen Schutz. Die Orioner begann zu feuern. Ihre grünen Strahler trafen sofort einige Konsolen, sie sofort explodierten. Captain Riecan, Doktor Rogers und Joanne Oris kauerten hinter der selben Konsolenreihe.
"Auf drei", befahl Captain Riecan.
Alle nickte. Captain Riecan erhob seine Finger und zeigte dadurch den Countdown. Innerhalb von Sekundenbruchteilen schnellten die drei Offiziere hoch und feuerten. Mit der ersten Salven trafen sie zwei Piraten. Diese begannen langsam die Truppe zu umstellen. Einer der Piraten rannte in eine Position von der aus er auf die drei feuern konnte. Joanne erhob ihren Phaser und feuerte. Sofort hatte sie ihn getroffen. Betäubt stürzte er zu Boden, doch das Netz schlang sich enger. Es kamen noch mehr Piraten. Mr. Data behielten die linke Tür im Auge und bedeckten sie mit Sperrfeuer.
Plötzlich kam der Turbolift wieder auf dem Kommandozentrum an. Captain Riecan wollte in auf die Insassen feuern aber ein Strahl traf direkt neben seinem Kopf und er mußte sich ducken. Sofort fiel ihm einer der Insassen des Lifts auf. Er trug lasch die Uniform der Sternenflotte.
Der Raum war jetzt voll von Piraten. Alle feuerten auf das Außenteam, daß hinter den Konsolenreihen kauerte. Joanne traf wieder einen Piraten, der in eine Feuerposition gerannt war.
Plötzlich erklang eine Stimme, die Captain Riecan irgendwie bekannt vorkam:
"Geben sie auf, sie haben keine Chance!"
Captain Riecan dachte nicht daran. Er schnellte hinter der Konsole hervor und feuerte. Ein Pirat sank getroffen zu Boden. Plötzlich streifte Ein Phaserstrahl Captain Riecans Arm. Er stürzte zu Boden. Doktor Rogers sprang zu ihm. Dadurch konnten einige Piraten zwischen die Konsolen kommen. Sie bedrohten Joanne Oris und Doktor Rogers mit ihren Strahlern. Captain Riecan lehnte seinen Kopf zurück. Das andere Team hatte es auch erwischt. Einer der Sicherheitsoffiziere lag tot am Boden. Als Mr. Data zu ihm geeilt war, wurden sie umstellt.
"Was machen wir jetzt", fragte Commander Freeman ärgerlich.
Ihm fiel wirklich nicht ein. Carter machte ein verzweifelt angestrengtes Gesicht.
"Ich weiß es nicht."
Commander Freeman dachte nach. Vielleicht sollte er ein Shuttle starten um das Außenteam zu retten. Aber das war leider zu gefährlich. Es könnten zahllose Piraten auf dem Planeten sein.
"Aber wir können doch nicht einfach nur so rumsitzen und Däumchen drehen", gab Commander Freeman von sich und lief an die taktische Station: " Versuchen sie weiter das Sternenflottekommando zu erreichen, Mr. Walker."
Die gefangenen Mitglieder des Außenteams waren in eine Ecke getrieben worden. Mr. Data hatte den angeschossenen Sicherheitsoffizier mitgenommen. Doktor Rogers fühlte seinen Puls. Wenig später sah sie zu Captain Riecan rüber, der sie schon fragend ansah. Sie schüttelte den Kopf und hörte Captain Riecan leise " Verdammt", murmeln.
Der unbekannte Mann trat ins Licht. Captain Riecan durchfuhr ein Schock. Da hatte er wohl seinen Verräter. Er hätte es nie geglaubt aber es war Admiral Hugley. Captain Riecan konnte vor Überraschung erst gar nichts sagen. Er sah den Admiral an. Jetzt erst fiel ihm auf, daß seine Uniform auf. Es war eine abgewandelte Form einer Galauniform. Die Schulterpartie ähnelte militärischen Uniformen aus dem 19. und 20. Jahrhundert der Erde. Dies sagte viel über den Charakter des Admirals aus, den Captain Riecan nur allzu gut kannte. Er war egozentrisch und hielt seine Meinung immer für die richtige. Er konnte es nicht ausstehen, wenn jemand ihm widersprach und schon gar nicht wenn jemand anderer Recht hatte und er nicht. Er sah außer sich selbst jeden als Untergebenen an.
Captain Riecan betrachtete sein Äußeres, daß sich seit er ihn kannte, nicht wesentlich verändert hatte. Er war recht groß, hatte einen halb kahlen Kopf und einen ausgeprägten weißen Bart.
Doktor Rogers fing an Captain Riecans Arm zu behandeln. Es schmerzte sehr. Riecans Uniform hatte ein großes, schwarzes Loch unter dem seine verbrannte Haut zu sehen war. Wahrlich kein schöner Anblick aber Doktor Rogers sah nicht zum ersten mal Phaserverbrennungen.
Admiral Hugley ging vor den Geiseln hin und her.
"Wie ich sehe, haben sie unsere Basis gefunden, Captain. Eine Leistung, die ich ihnen nicht zugetraut hätte."
Captain Riecan lachte kurz auf.
"Das ist nicht mein verdienst – zum Glück. Mittlerweile weiß jeder im Kommando, daß sich hier die Basis befindet."
"Dazu kommen wir noch", sprach Admiral Hugley.
Captain Riecan richtete sich auf. Mit stark verärgertem Ton begann er zu fragen:
"Was ist hier passiert? Wo sind die Forscher, die sich hier aufhielten?"
Admiral Hugley freute sich schon, dem Admiral seine ‚genialen’ Aktionen zu erklären. Er brüstete sich auf und fing an zu erzählen:
"Vor etwa einem dreiviertel Jahr rückten die Orion Piraten, wie sie ja wissen, wieder ins Rampenlicht. Dies geschah unter meiner Führung. Klar war, daß wir eine Basis brauchten. Als unbescholtener Admiral, der viel für die Föderation getan hat, war es kein Problem alle Daten über Föderationseinrichtungen einzusehen. Ich fand diese Welt, einsam, abgeschieden und verlassen. Außerdem noch perfekt gelegen. Da sie nur jedes Jahr ein Abschlußbericht sendet, war sie das ideale Ziel. Wir überfielen die Basis aus dem Hinterhalt. Ihre Kommunikation und die Satellitenverteidigung waren leicht zu blockieren – zumindest für jemanden, der alle Codes aufrufen kann."
Captain Riecan war verwirrt. Er befürchtete schlimmes, als er fragte:
"Und, was ist jetzt mit den Forschern?"
"Wir haben leider keinen Platz um Gefangene zu nehmen. Sie mußten alle exekutiert werden."
Captain Riecan wurde schlecht bei dem Gedanken. Seine schlimmsten Befürchtungen hatten sich bewahrheitet. Eine unglaubliche Wut bäumte sich in Captain Riecan auf.
"Als ich erfuhr, daß die Admiräle einen Verdacht hatten, wo sich die Basis befinden könnte", redete Admiral Hugley weiter: " Dachte ich mir, ich wende das zum positiven. Ich entwickelte einen Plan, auf den sie niemals gekommen wären und auch nicht gekommen sind, wie man sieht. Ich entschloß mich sie und ihr Schiff in die Falle zu locken. Ich befahl meinen Leuten, die Basis zu verlassen und sich in die Höhlen in der Nähe zurückzuziehen. Diese verhüllen alle Lebenszeichen vor Scans und Sensoren. Dann täuschte ich meinen Tod und die Zerstörung der Saphire vor. Mir war klar, daß sie ein Außenteam runterschicken würden, wenn sie keine Lebenszeichen auf diesem Planeten finden würden. Ich wußte, daß sie aufs Kommandodeck kommen würden und dort die Computer nach Hinweisen durchsuchen würden. Deshalb präparierte ich eine Sensoraufzeichnung, von dem Tag, an dem wir die Basis angegriffen hatten. Die Systeme der Basis waren so programmiert, daß sie meine Männer und mich wieder in die Basis zurückbeamen würden, sobald sie die Aufzeichnung ansehen würden. Des weiteren aktivierte sich ein Störfeld, daß Beamen, Kommunikation und Scans der Region hier unterbindet. Ihr Schiff wird sie also nicht retten, wenn sie das hoffen. Danach war es ein Kinderspiel, sie gefangen zu nehmen, Captain. Die kleinen Löcher in unserer Charade, wie zum Beispiel das aktivierte Luftaufbereitungssystem tun mir leid aber sie sind ja trotzdem drauf reingefallen, sie Idiot."
Captain Riecan dachte noch immer an die toten Männer und Frauen, die wegen des Admirals sterben mußten. Sicherlich waren auch Familienväter und Mütter darunter gewesen. Plötzlich stellte sich Captain Riecan die Frage, warum der Admiral diese Aktionen durchgeführt hatte.
"Was soll das ganze hier", fragte Captain Riecan voller Wut und Empörung: " Wieso haben sie die Shefield in eine Falle gelockt und die Föderation so böswillig verraten?"
Admiral Hugley, der bislang immer auf und ab gegangen war, blieb stehen. Er schien irgendwie verärgert zu sein.
"Ich habe die Föderation nicht verraten, ich versuche sie zu retten! Die Orion Piraten haben versprochen mir dabei zu helfen wenn ich ihnen detaillierte Berichte über Flug- und Patrouillenrouten überlasse und ihre Überfälle fördere. Wir hatten vor mit einem gestohlenen Schiff ins Sol System zu fliegen und dort in einer Blitzschnellen Aktion alle wichtigen Posten auf der Erde zu zerstören. Dazu brauchten wir ihr Schiff, weil die Saphire als zerstört gilt und auffallen würde, wenn sie ins Sol System fliegen würde."
"Wieso haben sie dann überhaupt die Zerstörung der Saphire vorgetäuscht. Wenn sie das Schiff einfach nur übernommen hätten und damit ins Sol System geflogen wären, hätten sie viel Zeit gespart", bemerkte Doktor Rogers.
Admiral Hugley begann ihr zu antworten und gleichzeitig weiterzuerklären:
"Wie gesagt, daß die Shefield den Auftrag erhielt unsere Basis zu finden war eine große Chance für mich. Ich konnte durch die bevorstehende Übernahme ihres Schiffes auch noch verhindern, daß unsere Basis gefunden wird. Wenn ich erst mal das Hauptquartier vernichtet habe, wird die Föderation in ein gigantisches Chaos gestürzt und die Piraten werden mit einer Vielzahl von Überfällen beginnen. Mit der Zeit werden ich die Föderation zersplittern und die einzelnen Teile unter mir neu vereinigen. Die jetzigen Generationen werden mich dafür hassen aber die darauffolgenden werden mich bereits als den Helden ansehen, der ich auch bin."
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Aber wieso wollen sie die Föderation übernehmen? Was ist ihre Motivation hinter diesem ganzen Wahnsinn", fragte Captain Riecan vorwurfsvoll.
"Die Föderation ist krank und ich muß ihr wieder auf die Beine helfen. Sehen sie es denn nicht? Wir haben Bündnisse mit den Klingonen, Romulanern und den Rollos. Wir vertrauen diesem Abschaum blindlings. Nein, in dieser Föderation stimmt etwas nicht. Wo ist unsere Stärke geblieben? Unser Stolz? Eigentlich sind sie eine der wahren Verräter, Captain. Sie waren mitverantwortlich, daß diverse Bündnisse mit den Rollos entstanden."
Captain Riecan schüttelte abweisend den Kopf:
"Ich war selbst dabei, als die Rollos angriffen. Ich habe den Prozeß miterlebt, den ihre Rasse durchgemacht hat. Die Zivilisation der Rollos hat sich um 180° gedreht. Sie sind nicht mehr wie früher. Neue Leute haben jetzt das sagen und..."
Admiral Hugley unterbrach den Captain:
"Da sehen sie es! Sie fallen selbst auf dir Propaganda der Rollos rein. Idioten sitzen im Parlament der Föderation. Die werden uns ins Verderben stürzen!"
Captain Riecan mußte plötzlich lachen. Nachdem er fertig war, sagte er:
"Also bisher habe ich eher den Eindruck, daß sie die Föderation ins Verderben stürzen wollen. Im Übrigen, was ist besser? Mit anderen, vielleicht kriegerischen, Rassen Friedensverträge auszuhandeln oder sich mit mörderischen Piraten einzulassen, die sie umbringen würden, wenn sie ihnen keine Belohnung versprechen würden."
Admiral Hugley schnaubte auf.
"Halten sie ihr dummes Maul. Sie widern mich an. Ich kenne sie schon seit der Akademie und sie sind noch immer der selbe naive Vollidiot."
In Captain Riecan tauchte wieder die Wut auf. Er dachte an die vielen Opfer, die wegen Hugleys Idee ihr Leben lassen mußten. Er erinnerte sich auch an den Guvaneur von Aquarius. Er war brutal getötet worden und das nur, weil die Orion Piraten ein paar Waffen erpressen wollten.
"Das Kommando überwacht unsere Mission persönlich", erklärte Captain Riecan verärgert: "Die wissen, daß wir mittlerweile hier sein müßten. Sicherlich erwarten sie einen Bericht von mir."
Admiral Hugley grinste. Es war ein arrogantes, siegessicheres Grinsen.
"Die werden einen Bericht von ihnen erhalten, Captain. Aber sie werden die Nachricht nicht selbst aufgenommen haben, sondern ich. Wir haben einen Plan vorbereitet. Eine, mit Hologrammen, gefälschte Nachricht steht bereit. Sie besagt, daß alles falscher Alarm war und sich auf Cernetz vier keine Basis befindet."
"Ich hoffe ich sehe auf der Nachricht gut aus", spottete Captain Riecan, der befürchtete, daß Hugley Plan vielleicht funktionieren könnte.
"Jetzt benötige ich ihre Mithilfe, Captain", kündigte Admiral Hugley an: " Sie werden, unter meiner Aufsicht versteht sich, Kontakt zur Shefield aufnehmen, sie auffordern die Schilde runterzulassen und sie hochzubeamen, weil hier unten alles in Ordnung ist. Sie werden behaupten das Störfeld wäre eine Fehlfunktion der Basis und sie würden sich bald aus dessen Einflußbereich entziehen und dann hochgebeamt werden wollen."
Captain Riecans Gesicht zeigte große Wut. Seine Stirn bildete bereits Ritzen des Zorns.
"In Wirklichkeit werden aber nicht sie, sonder ein Angriffstrupp mit ihren Kommunikatoren raufgebeamt. Diese werden dann schnellstens den Transporterraum einnehmen und einen vierhundert Mann starken Angriffstrupp aus dieser Basis heraufbeamen, der das Schiff dann übernimmt", erklärte der verräterische Admiral.
"Ich werde gar nichts tun", sprach Captain Riecan voller Trotz.
Admiral Hugley nickte, als hätte er diese Antwort erwartet.
"Wie sie wollen. Dann werde ich sie allerdings hinrichten lassen."
"Wie sie wollen", wiederholte Captain Riecan: "Aber dann werden sie wenigstens die Shefield nicht bekommen."
Admiral Hugley sah zu den anderen des Außenteams und fragte:
"Will vielleicht jemand von ihnen das tun, was ich dem Captain gesagt habe?"
Einige der anderen verschränkten die Arme und alle sahen an Admiral vorbei.
"Also nicht", bemerkte dieser: "Dann werden sie eben alle sterben – in der Müllpresse!"
Einige vom Außenteam zuckten zusammen aber trotzdem wollte keiner den Admiral unterstützen. Die Offiziere der Sternenflotte blickten den Admiral voller Trotz an.
Joanne plusterte sich auf und sagte:
"Aber sie werden die Shefield trotzdem nicht bekommen, sie Dummkopf."
Admiral Hugley schüttelte den Kopf und grinste hämisch.
"Da irren sie sich ganz gewaltig. Wie ich bereits erwähnte gilt die Saphire als zerstört aber in Wirklichkeit ist sie bloß von uns übernommen worden. Sie befindet sich bereits auf dem Weg hier her. Die Shefield wird bald unser sein. Ich habe ihnen nur aus reiner Bequemlichkeit angeboten mir zu helfen." Der Admiral blickte voller Unmut auf das Außenteam: "Die haben für mich jetzt keinen Wert mehr. Bringt sie in die Müllpresse und tötet sie!"
Captain Riecan sah sich in einer ausweglosen Situation. Zudem war sein bevorstehender Tod und der seiner Leute vergeblich. Er würde die Eroberung der Shefield nicht verhindern.
Captain Riecan stand auf. Kurz darauf erfuhr er den nächsten Schock. Vier Piraten, darunter zwei Orioner, traten vor, um das Außenteam wegzubringen. Einer von ihnen war der Kadett Edwardson, der auf der Shefield den Kobayashimaru Test abgelegt hatte . Captain Riecan zuckte zusammen. Die vier Piraten führten das Außenteam in den Turbolift, ihre improvisierten Phasergewehre immer im Anschlag. Der Lift fuhr los.
Als Admiral Hugley außer Hörreichweite war, fragte Captain Riecan den Kadetten:
"Wieso helfen sie diesem verrückten? Glauben sie etwa, was er sagt?"
"Halten sie die Klappe", kam es von Edwardson zurück: " Sie sind der wahre Verräter."
Captain Riecan sah die Sturheit in Edwardsons Augen.
"Haben sie denn gar nichts gelernt, als sie auf der Shefield waren", fragte Captain Riecan: " ich sagte ihnen, daß eine diplomatische Lösung immer die beste ist."
Edwardson sah dem Captain in die Augen. Seine Stimme klang wütend.
"Ein Glück, daß ich ihre Lügen nicht geglaubt habe."
Captain Riecan lächelte.
"An Lügen zu glauben haben sie nicht aufgehört, wie ich sehe."
Einer der Orioner drehte sich zu Captain Riecan um, hielt ihm seinen Strahler an den Kopf und sagte:
"Belasten sie den Jungen nicht mit ihrer widerlichen Propaganda!"
Der Lift kam an. Das Außenteam wurde über eine der röhrenartigen Brücken in den dritten Turm gebracht. Mittlerweile war es nach geworden. Nur nahe Schneeflocken waren zu sehen, die gerade am Plexiglas vorbeiflogen. Im dritten Turm wurde klar, daß die Basis zu neuem leben erwacht war. Überall liefen Orioner und Menschen umher, welche die Mitglieder des Außenteams verächtlich ansahen.
"Ich glaube die Aussagen des Admirals nicht", sagte Mr. Data: " Es gab keinerlei Anzeichen, das ein Bündnis mit den drei genannten Rassen ein Fehler war."
"Ruhe", zischte einer der Wächter.
Das Außenteam wurde erneut in einen Turbolift gepfercht. Die Wärter waren gut. Sie ließen einem niemals die Gelegenheit, ihnen die Waffe zu entreißen.
Der Turbolift hielt auf einem schäbig wirkenden Stockwerk. Die Wände rosteten bereits und überall roch es unangenehm. Captain Riecan führte es auf Admiral Hugley, daß nicht die ganze Basis so aussah. Das Team wurde in einen Raum voller Müll gebracht. An dessen Ende befand sich eine Tür mit einem kleinen Plexiglasfenster. Dahinter war die Müllpresse. Einer der Wärter öffnete die Tür und die Mitglieder des Außenteams wurden einzeln hineingedrängt. Bevor Captain Riecan und Data losstürmen konnten, schloß sie sich wieder. Beide beobachteten die Wärter, die sich unterhielten.
"Müssen wir die Presse jetzt einschalten oder so", fragte einer der Orioner.
Edwardson antwortete ihm, mit gelangweilter Stimme:
"Nein, die geht jede viertel Stunde automatisch los."
Ein Orioner und der andere Mensch, außer Edwardson, gingen langsam aus dem Raum heraus.
"Schade, daß wir jetzt Dienst haben. Ich würde gerne sehen, wie die zerquetscht werden", sagte der Mensch amüsiert.
"Ich bin sicher Edwardson macht uns ein Photo von dem Matsch", erwiderte der Orioner.
Captain Riecan und die anderen sahen sich um. Sie befanden sich in einem hohen Raum, mit zwei beweglichen Wänden. Überall lag Schrott herum. Auch standen einige Bürodinge und Kisten herum, welche die Orioner anscheinend nicht mehr brauchen konnten. Joanne begann sofort nach etwas brauchbarem zu suchen, während sich Captain Riecan niedergeschlagen auf eine Kiste setzte und sein Gesicht in seinen Händen vergrub.
"Da hab ich uns ja in was schönes reingeritten", murmelte er verzweifelt.
Kapitel 7 :
Commander Freeman und sie anderen verbleibenden Stabsoffiziere saßen im Konferenzraum zusammen. Alle waren ratlos und leicht verzweifelt.
Commander Freeman fing mit der Besprechung an:
"Wir befinden uns in einer sehr prekären Lage. Das Außenteam wurde wahrscheinlich in Gefangenschaft genommen und wir bekommen keinen Kontakt zum Sternenflottenkommando."
Logan meldete sich zu Wort:
"Also ich will ja nicht herzlos erscheinen aber ich finde, wir sollten es in Betracht ziehen, kurzzeitig das System zu verlassen um aus dem Störbereich zu entkommen. Vielleicht bekommen wir dann eine Verbindung zum Hauptquartier. Diese werden uns dann sicher Verstärkung schicken mit deren Hilfe wir das Außenteam retten können."
Commander Freeman nickte und erwiderte:
"Ich verstehe, was sie meinen aber ich würde zunächst erst Vorschläge entgegennehmen, die wir gleich her versuchen könnten."
"Vielleicht könnte eine modifizierte Sonde das Störfeld durchdringen, daß die Basis umgibt", schlug Carter vor: " Leider kann ich nichts versprechen, denn ich weiß nicht wie stark die Interferenz ist."
"Wenigstens etwas", kommentierte Lieutenant Edwardson: " Wir könnten allerdings auch ein Shuttle los schicken mit einem Einsatzteam an Bord. Wir würden Signalverstärker mitnehmen und dann wäre es ein Kinderspiel, alle rauszubeamen."
Lieutenant Walker schloß sich dieser Meinung an.
"Das denke ich auch. Ich habe eine Außenteam zusammengestellt, sagen wir in", Walker überlegte kurz, " 15 Minuten."
Commander Freeman schüttelte den Kopf:
"Nein, es ist zu gefährlich. Wenn da unten die Piraten sind, dann könnten die sonst was aufgebaut haben. Ich will nicht noch ein Außenteam verlieren."
Mr. Edisson wollte etwas sagen aber Commander Freeman erhob den Finger, worauf dieser still blieb.
"Carter", begann Commander Freeman von neuem: " Bereiten sie eine Sonde vor."
Commander Freeman sah in die Runde. Die Meinungen schienen auseinander zugehen. Aber er hatte das Kommando und Captain Riecan hätte wahrscheinlich das selbe getan. Commander Freeman wollte ihn keinesfalls enttäuschen.
Plötzlich meldete sich Edward Maso, Carter Vertretung, von der Brücke:
"Commander, die Scanner erfassen ein Schiff, daß rasch näher kommt."
"Was sehen sie, Mr. Mason", fragte der Commander.
Der Offizier klang unschlüssig:
"Es ist eines der Föderation. Korolev Klasse. Das kann nicht stimmen..."
"Was ist los", fragte Commander Freeman. Seit Mason das Wort ‚Korolev’ in den Mund genommen hatte, bekam er eine üble Vorahnung.
"Die Scanner sagen es sein die U.S.S. Saphire aber die sollte doch eigentlich zerstört sein."
Commander Freeman stand auf, die anderen kurz danach ebenfalls.
"Das sieht nicht gut aus", erklärte der erste Offizier: " Gehen wir besser auf die Brücke."
Die Offiziere kamen auf die Brücke. Alle bemannten ihre Stationen.
"Ich denke ich sollte in den Maschinenraum gehen", sprach der Chefingenieur Logan.
Commander Freeman nickte. Logan verschwand im Turbolift. Das Schiff befand sich seit dem Zwischenfall auf Alarmstufe Rot. Die Brücke lag in tiefrotem Licht. Dieser Effekt war besonders bei älteren Schiffen ausgeprägt. Die neueren Schiffe hatten keine speziellen Lampen mehr für die Alarmanzeige. Bei Schiffen der Galaxy-Klasse zum Beispiel begannen nur Komponenten der Konsolen rot zu leuchten und kleine Leuchtstreifen in der Wand begannen rotes Licht abzugeben. Bei der Shefield gab es extra zwei Lampen auf der Brücke, die rotes Licht abgaben.
Commander Freeman rückte sich den Sessel des Captains zurecht. Er blickte auf den Bildschirm. Noch war nichts von der Saphire zu sehen. Carter setzte sich gerade an die wissenschaftliche Station.
"Wo ist die Saphire jetzt", fragte sie Commander Freeman.
Lieutenant Commander Carter führte eine Erfassung mit den Sensoren durch und antwortete dann:
"Sie ist soeben im System angekommen und hat von Warpgeschwindigkeit auf volle Impulskraft verlangsamt."
"Was ist da bloß los", fragte sich Commander Freeman selbst. Schließlich befahl er: " Rufen sie die Saphire, Lieutenant Walker."
"Sie antworten nicht", meldete Lieutenant Walker, deutlich beunruhigt.
Commander Freeman blickte vorsichtshalber hinter sich. Das Diagramm der Shefield zeigte, daß die Schilde aktiviert waren und mit 100% Leistung arbeiteten.
Commander Freeman drehte sich wieder nach vorne. Es sah zu Carter.
"Führen sie bitte einen vollständigen Scan der Saphire durch, Lieutenant Commander."
Die Offizierin tat ihr Bestes. Schnell hatte sie Scanner auf das heran eilende Schiff ausgerichtet.
"Das Schiff hält direkt auf und zu. Es fliegt mit voller Impulskraft", Carter wirkte verwundert als sie ihren Bericht fortsetzte: "Ich registriere keine Schäden."
Commander Freeman war durch den Bericht noch verwirrter. Die Saphire schien von den Toten auferstanden zu sein. Er der Umstand, daß sie überhaupt noch existierte und nun hatte sie überhaupt keine Schäden. Auf dem Schirm war nun schon deutlicher etwas zu erkennen. Es war ein weißgrauer Lichtpunkt, der sich rasch nährte.
"Die Saphire ist jetzt schon auf 400.000 Kilometer herangekommen und sie nährt sich sehr schnell", meldete Carter.
"Kampfstationen", befahl Commander Freeman.
Auf dem kleinen Bildschirm seiner Armlehne sah er, wie die Decks nach und nach Gefechtsbereitschaft meldeten. Nachdem der Kontakt zum Außenteam abgebrochen war, hatte Commander Freeman zwar schon mal befohlen, auf die Kampfstationen zu gehen aber als dem Schiff keine direkte Gefahr mehr drohte, waren sie wieder verlassen worden.
Auf dem Bildschirm nahm die Saphire bereits Form an. Man erkannte, wie sie Cernetz vier, der rechts im Bild lag, schnell umflog.
"Verlassen sie den Orbit, Mr. Edisson", befahl Commander Freeman eilig.
Der Steuermann nickte und beschleunigte das Schiff. Der Planet rückte aus dem Sichtfeld.
Commander Freeman wandte sich an Carter:
"Was denken sie?"
"Möglicherweise ist ihr Kommunikationssystem defekt aber das glaube ich nicht. Kein Schiff der Flotte würde sich dann so auffällig benehmen", antwortete die Wissenschaftsoffizierin, die zum Commander zurücksah.
Lieutenant Walker blickte auf seine breite taktische Konsole und meldete dann:
"Die Saphire erreicht jetzt die Feuerreichweite."
Commander Freemans Stimme wurde mißtrauisch.
"Im Bericht stand, die Piraten hätten die Saphire zerstört. Wäre es möglich, daß die Orioner das Schiff geentert haben, Mrs. Carter?"
"Ich glaube nicht", erwiderte die Offizierin: " Das Schiff hat über 800 Mann Besatzung. Die hätten einen Eroberungsversuch zurückschlagen können."
"Wer weiß, vielleicht hat ihnen ja jemand geholfen", sagte Commander Freeman leise.
Lieutenant Commander Carter erkannte eine neue Anzeige auf ihrer Konsole.
"Die Saphire hat gestoppt."
"Wieso halten die jetzt an", fragte Commander Freeman kurz darauf. Er bekam keine Antwort.
"Auf den Schirm", befahl er.
Die Saphire rückte jetzt ins Bild. Sie zeigte frontal in Richtung Shefield. Die Crew hielt den Atem an. Eine ganze Zeitlang geschah nichts, bis Lieutenant Walker plötzlich sagte:
"Sir, unsere Schirme schalten sich ab!"
"Reaktivieren", befahl Commander Freeman schnell.
Carter sah auf ihre Anzeige. Schnell berichtete sie:
"Die Saphire kennt unseren Kombinationscode. Sie benutzen ihr Pult um unsere Schilde abzuschalten."
Commander Freeman sah hektisch nach hinten. Plötzlich begann die Saphire zu feuern. Eine Salve von Phasern und Photonentorpedos traf die Shefield am sekundären Rumpf. Eine Explosion umhüllte sofort die Region um die Trefferzone. Teile der äußeren Hülle brachen ab.
"Sofort Feuer erwidern, Mr. Walker alles was sie haben", befahl Commander Freeman.
Die Shefield war in einer ungünstigen Position zum feuern. Vier Phaserstrahlen trafen nacheinander die Untertassensektion der Saphire. Ihre Schilde glühten auf. Auf der Brücke der Shefield explodierte eine Konsole. Rauf quoll heraus. Commander Freeman warf sich förmlich über das Intercom.
"Brücke an Maschinenraum. Logan, einer von ihnen muß sofort den Kombinationscode außer Kraft setzen."
Vom Maschinenraum kam keine Antwort. Auf dem Bildschirm war zu sehen, wie die Saphire erneut zu feuern begann. Diesmal trafen die vier Photonentorpedos und der Phaserstrahl den unteren Teil der Untertassensektion. Auch hier fehlten die schützenden Schilde. Die Shefield bekam Schlagseite und fing an zu driften.
"Halten sie das Schiff gerade, verdammt", schrie Commander Freeman ans Navigationspult vor.
Lieutenant Edisson drehte sich zu Commander Freeman vor.
"Ich versuche es ja aber wir haben starken Energieabfall. Ich fürchte eine der Plasmaleitungen wurde zerstört."
Commander Freeman aktivierte erneut das Intercom.
"Freeman an Logan, was zu Hölle ist da unten los."
Carter sprach plötzlich entsetzt:
"Eindringlingsalarm Deck elf – der Maschinenraum."
Commander Freeman sah sofort nach hinten.
"Lieutenant Walker, schicken sie sofort ein Sicherheitsteam los. Und Mr. Edisson, sie bringen uns hier mit höchstmöglicher Kraft wieder raus!"
"Aye, Sir", bestätigte der Steuermann.
Die normale Sicht nach vorne kehrte auf den Bildschirm zurück. Es war deutlich zu erkennen, wie die Shefield vorwärts flog. Commander Freeman stürmte zu Carters Konsole.
"Können sie den Kombinationscode auch von hier aus außer Kraft setzen, Lieutenant Commander?"
Carter begann nachzudenken. Schnell öffnete sie ein Menü in ihrer Konsole.
"Ich werde es versuchen aber ich brauche ihren Autorisationscode."
Commander Freeman nickte. Schnell begannen er und Carter zu tippen. Während er noch zugange war, drehte er sich zu Walker um. Schnell befahl er:
"Sicht nach hinten!"
Der Bildschirm zeigte nun, wie die Saphire schnell zur fliehenden Shefield aufschloß.
"Hintere Torpedorampen, Feuer frei", schrie Commander Freeman angespannt.
Auf dem Bildschirm war zu erkennen, wie nacheinander vier Photonentorpedos aus dem zwei Abschußrampen rasten und die Saphire trafen. Ihre Schilde glühten stärker auf und Explosionen zeichneten sich ab.
"Ihre Schilde sind um zehn Prozent gefallen", meldete Lieutenant Walker.
Ein glühender Phaserstrahl ging von der Saphire aus und traf die Shefield genau in der Verbindung zwischen Untertassensektion und sekundärem Rumpf. Einige wenige Hüllenteile lösten sich ab und blieben auf dem Weg zurück.
Das Sicherheitsteam spürte den Aufschlag des Phasers. Der Boden bebte kurzzeitig unter ihren Füßen. Das Team hatte den Maschinenraum bald erreicht. Das Team sammelte sich vor der Tür.
"Schießt auf alles was sich bewegt", befahl Mr. Oboil, der Anführer des Teams.
Als alle nickte drückte er das Sensortastenfeld neben der Tür. Die Tür öffnete sich und das neun Mann starke Team stürmte in den Maschinenraum. Sofort erkannten sie, daß sich mehrere Gegner in den einstöckigen Raum gebeamt hatten. Auf einer höheren Eben, die sich um den Warpkern herum anordnete, standen mindestens zwei Orion Piraten. Beide feuerten auf die Techniker, die eine Ebene tiefer in Deckung gegangen waren. Ein Sicherheitsoffizier begann sofort zu schießen. Er traf einen der Piraten. Der große und stämmige Orioner stürzte betäubt auf die erste Ebene herab. Ein Pirat, der direkt vor dem Warpkern stand fing an zu ballern. Der grüne Strahlenblitz verfehlte nur knapp einen Sicherheitsmann. Das Team suchte hinter Konsolen und Stühlen im breiten Hauptgang Schutz. Oboil sprang seitlich hinter einer Konsole hervor und betäubte den ballernden Piraten mit Phasergewehr. Die Techniker hatten sich mittlerweile auch Phaser beschafft. Logan feuerte mit seinem Handphaser auf den zweiten Piraten. Mit dem zweiten Schuß traf er ihn. Betäubt blieb der Pirat auf einer Konsole liegen.
"Schilde wieder in Betrieb, Sir", meldete Lieutenant Walker erleichtert.
Commander Freeman lächelte Carter an.
"Gute Arbeit."
Kurz darauf ertönte Mr. Logans angestrengte Stimme aus dem Intercom.
"Hier ist der Maschinenraum. Wir hatten einige ungebetene Besucher aber jetzt haben wir alles unter Kontrolle."
Commander Freeman setzte sich wieder auf seinen Sessel. Der Bildschirm zeigte immer noch die Saphire, die schnell aufschloß.
"Schadensbericht", forderte Commander Freeman.
Mr. Logan hustete erst kurz und berichtete dann:
"Schutzschilde arbeiten nur mit 40 % Leistung, weil der Generator was abbekommen hat. Strukturelle Integrität bei 85 % stabil. Wir mußten eine Plasmaleitung abschalten, da sie sonst explodiert wäre und dann hätten das halbe zehnte Deck vergessen können. Dadurch kam es zu Energieverlusten im Impuls-, Warp- und den Waffensystemen. Eine Reparatur ist in 15 Minuten abgeschlossen. Außerdem haben wir drei klaffende Hüllenbrüche. Notkraftfelder halten."
Commander Freeman nickte. Die Situation sah gar nicht rosig aus. Ein weiterer Phasertreffer brachte die Schilde zu glühen und das Schiff zum wanken. Etliche Konsolen waren zerstört und Qualm strömte aus ihnen aus. Ein Bildschirm begann zu brennen und keiner hatte Gelegenheit ihn zu löschen. Zwei Crewmitglieder lagen leicht verletzt am Boden und mußten medizinisch behandelt werden.
"Wir können die Saphire im Moment nicht besiegen und der Impulsantrieb ist beschädigt, deswegen können nicht mit ihm entkommen", faßte Commander Freeman vor.
Carter sah zu ihm hin. Sie vermutete, daß er eine Idee hatte und fragte deshalb:
"Was schlagen sie vor, Commander."
Der erste Offizier sprang auf und lief zu Edissons Konsole. Er sah ihm über die Schulter.
"Könnten sie einen kurzen Warpflug programmieren, der uns aus der Feuerreichweite der Saphire bringt aber nachdem wir noch nah genug dran sind, als das sie uns ebenfalls mit Warp verfolgen können?"
Mr. Edisson nickte.
"Ja, da sie sich mit vollem Impuls bewegen müßte das möglich sein", sagte der Steuermann, dem gerade ein Licht aufgegangen war.
Commander Freeman setzte sich zurück auf seinen Stuhl.
"Gut, dann tun sie es. Wir müssen solange Katz und Maus mit ihnen spielen, bis wir die schwersten Schäden behoben haben."
Mr. Edisson war gut auf seinem Gebiet. Er betätigte einige Steuerungselemente seiner Konsole. Kurze Zeit später hechtete die Shefield auf Warp. Die Saphire wollte ihr zunächst folgen, doch wenn sie ebenfalls auf Warp gegangen wären, hätte die Shefield ihnen in den Rücken fallen können, weil sie dann über ihr Ziel hinausgeschossen wären.
Ein Offizier der Orion Piraten ging auf den Admiral zu. Er machte sich große Sorgen, weil er nichts gutes zu berichten hatte. Admiral Hugley saß gemütlich auf seinem Sessel im Kommandodeck der Basis. Er beobachtete, wie die Piraten die verlassenen Station nach und nach wieder besetzten.
"Was gibt es, Jeff", fragte Hugley seinen alten bekannten bei den Piraten.
Jeff Qiun, ein Offizier, der schon sein Leben lang Pirat war und als erster mit dem verräterischen Hugley Kontakt aufgenommen hatte, wippte auf den Füßen hin und her.
"Sir, die Saphire hat die Shefield angegriffen..."
"Großartig", unterbrach in der Admiral.
Jeff redete weiter:
"Leider gelang es ihr nicht, sie bereits zu kapern."
Admiral Hugley schoß aus seinem Sessel hoch.
"Was soll das heißen", fragte er wütend.
"Die Shefield konnte das erste Enterkommando abwehren und mit Hilfe eines geschickten Warpmanövers flüchten. Aber die Saphire hat die Verfolgung längst..."
Admiral Hugley trommelte mit seinen Fingern auf einem nahen Tisch herum. Er begann, mit einem Unterton, als würde er gleich platzen, wieder zu sprechen:
"Sie sind dafür verantwortlich, daß diese Mission ein Erfolg wird, also enttäuschen sie mich nicht. Sie wissen ja, was Versager in der ‚neuen Föderation’ erwartet."
Admiral Hugley stieß Jeff zur Seite und aktivierte hastig ein Terminal. Zuerst erschien das Emblem von Hugleys ‚neuer Föderation’. Es war das selbe Zeichen, daß Captain Riecan auf dem Flur gefunden hatte und Data zunächst für ein Kunstwerk gehalten hatte. Eine taktische Abbildung zeigte, daß die Saphire der Shefield nachjagte, diese aber weit in Führung lag. Beide Schiff befanden sich nicht mehr in der Nähe des Planeten.
Doktor Rogers kam auf Captain Riecan zu. Sie wollte sich seine Verletzung ansehen. Captain Riecan wehrte ihre Hand ab, als sie an die Wunde wollte.
"Sie brauchen diese Wunde jetzt wirklich nicht zu behandeln. In wenigen Minuten werden alle platt wie Flundern sein."
"Captain, aber, aber. Von einem Kommandanten der Föderation hätte ich so eine negative Sicht der Dinge aber nicht erwartet."
"Tut mir leid aber bald zerquetscht zu werden drückt irgendwie die Stimmung."
"Aber der Captain eines Schiffes sollte doch normalerweise als letzter die Hoffnung aufgeben."
"Natürlich. Ich hole uns jetzt hier raus. Ich brauche nichts weiter als einen dünnen Eisenstab und einen elastischen Gummi. Diese Vorrichtung wird dann die Tür aufbrechen und wir können entkommen."
"Mit einem Metallstück und einem Gummi zu fliehen gelingt nur Mr. Logan, Scotty von der Enterprise und McGyver."
"Wer ist McGyver?"
Doktor Rogers stand auf. Sie hatte die Behandlung abgeschlossen. Captain Riecans Phaserverletzung war notdürftig behandelt. Die zerfetzte Stelle seiner Uniform blieb allerdings bestehen.
"So das hätten wir", sagte Doktor Rogers zufrieden.
Captain Riecan erhob sich. Irgendwo hatte sie ja recht, er mußte seinen Leuten immer ein Beispiel sein. Deswegen setzte er sich in Bewegung. Er ging zu einem Müllberg und fing an, darin nach etwas brauchbarem zu suchen. Er wühlte eine Zeitlang darin herum und sagte dann enttäuscht:
"Verdammt, hier gibt’s nicht mal einen dünnen Eisenstab und einen elastischen Gummi schon gar nicht."
Mr. Data hatte Captain Riecans Satz zwar gehört, befragte ihn allerdings nicht danach. In Notsituationen mußten unnötige Gespräche vermieden werden.
"Ich habe versucht, die Türe zu öffnen aber sie ist zu stark gesichert. Was die Wachen anbelangt, sie scheinen gerade nicht aufmerksam zu sein."
Captain Riecan wandte sich von dem Müllberg ab und sah unauffällig durch das kleine Fenster der Tür. Edwardson und der Orioner redeten angeregt miteinander.
Captain Riecan dachte mehrere Pläne durch. Schließlich sagte er:
"Vielleicht könnten wir das Plexiglas mit einer Eisenstange durchschlagen."
Mr. Data verarbeitete den Vorschlag.
"Ich denke, es könnte möglich sein, daß Glas zu durchbrechen aber dann würden uns die Wachen eliminieren", bemerkte Mr. Data.
Captain Riecan nickte.
"So ein Mist", sagte er gebrochen und ließ seinen Blick sinken: " Ich habe uns in diese Situation geritten."
Joanne kam heran uns antwortete:
"Nein, das stimmt nicht. Wir konnten alle selbst entscheiden, ob wir lieber diesem Verräter helfen wollten."
Captain Riecan schüttelte verzweifelt den Kopf.
"Das meine ich nicht", sagte er: " Ich hätte diesen Einsatz abbrechen müssen, als die ersten merkwürdigen Anzeichen aufgetaucht sind. Sich überhaupt hier runterzubeamen war viel zu riskant."
Mr. Data legte seinen Kopf schief und begann wieder nachzudenken. Schließlich kam er zu einem Ergebnis.
"Sie haben strikt an die Vorschriften gehalten, Captain. Um herauszufinden, was mit den Forschern passiert war, mußten sie einen Außeneinsatz befehlen. Mit den Daten, die uns damals zur Verfügung standen blieb gar keine andere Möglichkeit offen. Sie leiden anscheinend an einem, bei Menschen sehr häufigen, psychischen Syndrom. Sie brauchen die Schuld wirklich nicht bei sich zu suchen."
Captain Riecan hatte keine derart präzise Antwort erwartet.
"Na schön, vielleicht haben sie recht aber wie kommen wir hier raus?"
Kapitel 8 :
Aufmerksam betrachtet Commander Freeman den Bildschirm. Er präsentierte eine Sicht nach hinten. Die Saphire war deutlich zu erkennen. Sie befand sich in der Mitte des Bildschirms. Weit dahinter war Cernetz vier zu sehen. Der graue Planet wirkte winzig. Da unten waren jetzt Captain Riecan und die anderen und Commander Freeman konnte ihnen nicht helfen.
"Wir müssen wohl davon ausgehen, daß die Saphire von den Piraten gekapert wurde", spekulierte Carter: " Auch wenn ich auf ihr keine Orioner finden kann."
Lieutenant Edisson sah nach links zu Carter und erwiderte:
"Natürlich nicht. Wir haben die Saphire gescannt, bevor sie angriff und die Piraten wußten, daß wir das tun würden, deshalb haben sie nur Menschen auf ihr stationiert."
Lieutenant Walker sah zu Commander Freeman runter.
"Es dürfte recht schwierig sein, ein Schiff der Korolev Klasse einfach so zu übernehmen. Meinen sie, jemand aus der Mannschaft hat die Übernahme begünstigt."
Commander Freeman nickte und antwortete:
"Ja, da bin ich mir sogar sicher. Die Saphire verwendete unseren Kombinationscode gegen uns. Die Leitziffern sind zwar in den Computerarchiven aber sie können nur mit einem Autorisationscode eingesehen werden. Die Orion Piraten können nicht an unseren Kombinationscode gekommen sein, ohne von einem Verräter unterstützt worden zu sein."
Carter begriff diese Logik. Sie drehte sich um und fragte:
"Haben sie jemanden in Verdacht?"
"In dem Bericht, den wir über die vermeintliche Zerstörung der Saphire erhielten, stand, daß Admiral Hugley dabei ums Leben kam. Zusammen, mit den anderen Hinweisen, die noch auf einen Verräter deuten, ist er die logische Antwort", gab Commander Freeman von sich.
Carter sah ihn etwas ungläubig an.
"Der Admiral war doch bei uns an Bord. Ich hatte den Eindruck, daß er die Föderation sehr liebt. Wieso sollte gerade er sie verraten."
Commander Freeman zuckte mit den Schultern.
"Ich weiß nicht. Aber alles deutet auf ihn hin. Er hatte die Möglichkeit, die Zerstörung der Saphire vorzutäuschen, an unseren Kombinationscode zu kommen und nicht zu vergessen; er war vielleicht im Sternenflottenkommando, als wir zum Treffen mit den Rollos auf Aquarius beordert wurden. Captain Riecan hatte vor der Ankunft, dem Kommando mitgeteilt, daß wir die Rollos in eine Fahrt mit dem Hovertrain einladen würden. Die Orion Piraten haben gezielt den Zug angegriffen, als sie uns überfielen."
Carter fand Commander Freemans Argumente sehr einleuchtend, auch wenn sie nicht so recht glauben konnte, daß ein Admiral der Föderation ein Verräter sein sollte.
"Ich muß sagen, Commander, ihre Fähigkeit zu kombinieren überrascht mich", lobte Carter.
Commander Freeman offerierte eine Geste mit seiner Hand, die bedeutete, ich habe es ja gleich gesagt. Sofort achtete er wieder auf den Bildschirm. Die Saphire kam immer näher.
Plötzlich quäkte Chefingenieur Logans Stimme aus dem Intercom:
"Maschinenraum an Brücke, wir haben die Hüllenbrüche notdürftig versiegelt und beginnen mit der Reparatur der anderen Schäden."
Commander Freeman betätigte die Rücksprechfunktion des Intercoms:
"Konzentrieren sie sich bitte zunächst auf die Energieversorgung zum Impulsantrieb. Dieses System ist das einzige, das mit dem Gegensystem der Saphire konkurrieren kann."
"Aye, Sir", bestätigte Logan und machte sich an die Arbeit.
Die Brücke sah immer noch schlimm aus. Überall lagen Trümmerteile und zerstörte Konsolen qualmten.
Captain Andrew Denner bemannte mit sieben weiteren Piraten die Brücke der Saphire. Hätte ihn Commander Freeman oder jemand anderes von der Shefield gesehen, wäre er sofort erkannt worden. Er war es, der das erste diplomatische Treffen mit den Rollos sabotieren wollte. Er hatte damals zwei Bomben angebracht, von aber glücklicherweise nur eine hochgegangen war. Nach dem Vorfall hatte sich Captain Riecan lange Zeit Gedanken gemacht, wieso der junge Fähnrich solche Taten begehen sollte. Wahrscheinlich hatte Admiral Hugley schon zu dieser Zeit seine Finger im Spiel. Er war es auch, der den Fähnrich aus dem Gefängnislager der Föderation befreit hatte.
"Der Admiral ist verdammt sauer. Was ist passiert? Wieso konnte die Shefield fliehen?" Fragte Jeff, über die Kommunikationsfrequenz.
Die Antwort des, notdürftig zum Captain gekürten, Andrew Denner erklang, nicht nur auf der Basis der Orion Piraten, sondern auch aus den Lautsprechern der Shefield.
"Haben sie Admiral Hugley etwa nicht darüber informiert mit welchem Manöver die Shefield flüchten konnte?"
"Und ob ich das habe und es ist ihm egal. Er will die Shefield und zwar jetzt!"
"Wir verfolgen sie ja bereits. Die wird uns nicht mehr lange entkommen können. Vertrau mir! Wir werden sie bald kapern."
Die Stimme von Jeff entschärfte sich etwas.
"Das will ich auch hoffen. Basis eins, Ende."
Commander Freeman lehnte sich in seinen Sessel zurück und entspannte sich. Er sah vor zu Lieutenant Commander Carter.
"Ah", gab er zufrieden von sich. " gute Arbeit, Lieutenant Commander. Eine tolle Idee die Satelliten anzuzapfen."
Carter sah nach hinten.
"Danke Commander. Mir war sofort klar: Wenn Piraten auf der Saphire und auf der Basis sind, werden sie auch kommunizieren müssen. Da stünde ihnen ihre eigene Kommunikationsblockade im Weg – es seihe denn sie leiten ihr Signal durch die Satellitenverteidigung. Es war keine Schwierigkeit einen Satelliten anzuzapfen, der gar nicht zu Kommunikation gedacht ist."
"Sie hatten also Recht. Admiral Hugley ist der Verräter und ‚Andrew Denner’ sagt mir auch etwas. Der hat doch diese beiden Bomben installiert. Sicherlich hat ihn Admiral Hugley irgendwie befreit", mutmaßte Lieutenant Walker.
Commander Freeman nickte zustimmend. Ihm huschte eine Idee durch den Kopf.
"Carter, können sie die Satellitenverteidigung nutzen, um eine Nachricht an das Außenteam zu schicken."
Lieutenant Commander Carter nickte.
"Das wäre zwar möglich aber ich muß davon abraten."
"Warum?"
"Wenn sie in Gefangenschaft geraten sind, hat man ihnen sicherlich die Kommunikatoren weggenommen. Die würden die Nachricht abspielen. Dann würden die Piraten merken, daß wir ihr Satellitensystem abhören können."
Commander Freeman wog Vorteile und Nachteile gegeneinander ab. Es hatte den Anschein, als wäre das Abhören wichtiger.
"Sie haben Recht", sagte er schließlich, worauf er sich zu Lieutenant Walker umdrehte und ihn fragte: " Haben wir wieder Kontakt zu Sternenflotte?"
Dieser schüttelte den Kopf und berichtete:
"Die Saphire blockiert nach wie vor unsere Kanäle."
Im Kommandodeck der Basis trat Jeff erneut vor Admiral Hugley. Er blickte kurzzeitig aus dem Fenster. Draußen war alles Stockdunkel. Das Sternenlicht drang nicht durch die dichte Wolkendecke. Nur die entfernten Leuchten der externen Shuttlerampe waren noch zu sehen. Sie erschienen unerreichbar. Der Admiral fragte den herumschauenden Pirat:
"Was ist los. Ich hoffe sie haben gute Nachrichten."
"Leider nein. Aber ich habe auch keine schlechten. Die Shefield wurde bereits von der Saphire attackiert, das heißt, sie ahnen bereits etwas. Wir haben den Gefangenen die Kommunikatoren abgenommen und sie werden bald tot sein. Wir könnten also das Störfeld abschalten, es nimmt sowieso nur unnötig Energie weg."
Admiral Hugley dachte darüber nach. Es würde der Shefield tatsächlich keine Vorteile mehr bringen. Er wollte, daß sie bald gekapert werden sollte – also würde sie das auch bald sein.
"Na schön. Deaktivieren sie das Feld."
Jeff nickte und schaltete das Störfeld aus.
Captain Riecan und die anderen vom Außenteam fanden sich in ihrer Todesfalle wieder. Sie hatten noch immer keinen Weg aus der Müllpresse gefunden. Captain Riecan stieg über einen Berg aus Kisten. Er stolperte unglücklich und fiel herunter, als er über die Kisten gestiegen war. Joanne sah es und folgte ihm sofort.
"Ist alles in Ordnung", fragte sie den Captain, der sich gerade wieder aufstellte.
Riecan antwortete nicht. Er bemerkte, daß die Kisten den gesamten Preßraum ausfüllten. Edwardson und der Orioner konnten nicht darüber hinwegsehen. Captain Riecan begann dort umherzulaufen.
"Ich glaube hinter den Kisten sehen sie uns nicht", sagte er in Gedanken versunken.
Mr. Data kam kurze Zeit später auch über die Kisten rüber. Er bemerkte als erster die Tür zum Wartungsschacht. Captain Riecan sah sie auch und stürzte hoffnungsvoll hin.
"Verdammt, sie ist versiegelt", gab er enttäuscht von sich.
Mr. Data sah ihn an.
"Ich weiß aber ich kann sie öffnen und die Orioner werden uns hier hinten nicht beobachten können."
Captain Riecan riß die Augen auf – Data hatte Recht. Vielleicht würden sie entfliehen können und was noch besser war: Die Orioner würden sie für tot halten.
Im selbem Augenblick begannen sich die Wände der Müllpresse zu bewegen. Captain Riecan fuhr zusammen. Er kletterte wieder über die Kisten und ging unauffällig zu den anderen.
Leise begann er Doktor Rogers zuzuflüstern:
"Wir haben einen Weg hier raus gefunden, Es ist hinter den Kisten. Kommen sie bitte mit."
Doktor Rogers nickte unauffällig. Die drei Sicherheitsoffiziere hatten alles mitgehört. Sie und Doktor Rogers folgten Captain Riecan über die Kisten zu Joanne und Data.
Plötzlich ertönte die Stimme des Orioners, der vor der Tür Wache hielt:
"Hey, kommt zurück. Wir wollen sehen, wie ihr zerquetscht werdet."
Captain Riecan brüllte zurück:
"Kann man den nicht mal beim Sterben seine Ruhe haben?"
Der Orioner blieb still. Captain Riecan wandte sich an Mr. Data.
"Beeilen sie sich."
Die Wände zerdrückten die ersten Kisten. Mr. Data versuchte seine Hände zwischen den Schlitz der beiden Teile der Wartungstür zu bekommen. Er hatte damit keinen Erfolg. Die Wände der Müllpresse begannen jetzt ein unangenehmes, quietschendes Geräusch zu machen. Unter starkem Druck zerbarsten die ersten Kisten. Mr. Data entschied sich für eine unsubtilere Vorgehensweise. Er trat heftig gegen das kleine Schott. Eine große Delle war entstanden.
"Noch mal", forderte Joanne.
Data trat diesmal noch heftiger gegen das Schott. Beide Teile des Schotts brachen ab und fielen weg. Das laute Geräusch von Mr. Datas Tritten ging im lauten und kreischenden Geräusch der Müllpresse unter. Der Raum war jetzt weniger als halb so breit. Die Wände preßten den Berg von Kisten zusammen.
"Wissen sie wohin dieser Wartungstunnel führt", fragte Doktor Rogers.
Captain Riecan antwortete hastig:
"Irgendwohin, wo sich die Wände nicht bewegen also gehen sie."
Skeptisch begann die Ärztin in den Wartungstunnel zu kriechen. Die Wände waren bereits schon so nah, das man die zerdrückten Abfallreste, die an ihnen hingen bereits riechen konnte.
"Jetzt sie, Mrs. Oris", forderte Captain Riecan.
Widerwillig stieg die Geheimagentin in den Wartungstunnel. Die Wände rückten ständig näher. Mr. Data sah Captain Riecan an. Dieser nickte, worauf der Androide in den Schacht zu krabbeln begann. Zwei der Sicherheitsoffiziere folgten ihm schnell. Der dritte sah sich die immer näher kommenden Wände an und sagte:
"Sie gehen zuerst, Captain. Sie sind wichtiger."
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Nein, der Captain geht immer zuletzt", erwiderte er.
Doch der Sicherheitsoffizier begann bereits Captain Riecan in den Tunnel zu drängen. Der Captain wehrte sich vehement aber der Sicherheitsoffizier war hatte ihn bereits in den Schacht gedrängt. Die Wände berührten den Sicherheitsoffizier bereits. Er zwängte sich bis zum Eingang des Schachtes. Die wände bewegten sich zwar langsamer, durch die vielen Hindernisse aber der Mann konnte sich kaum noch rühren.
"Machen sie schon", schrie Captain Riecan.
Der Sicherheitsoffizier hatte nicht genug Platz in die Hocke zu gehen. Captain Riecan packte seine Hand und zerrte ihn in eine liegende Position. Mit, vor Anstrengung, verzerrtem Gesicht zog Captain Riecan den Sicherheitsmann vorwärts. Die Wände drückte ihn von beiden Seiten. Captain Riecan zog so fest er konnte. Und tatsächlich gelang es ihm, den Sicherheitsoffizier aus der Presse zu ziehen. Der Mann hatte dabei lediglich seinen Schuh verloren.
Captain Riecan sah die anderen an. Alle sahen aufgeregt und angestrengt aus. Keuchen fragte er die anderen:
"Ist alles in Ordnung?"
Die anderen nickte.
"Also mir geht’s besser als vorher", sagte der Sicherheitsmann, den Captain Riecan gerade gerettet hatte.
Kapitel 9 :
Carter atmete plötzlich auf. Sie sah sich die neuen Werte noch mal genau an, um sicher zu gehen, daß sie auch stimmten. Mit freudigen Lächeln wandte sie sich an Commander Freeman.
"Sie, das Störfeld im Bereich der Basis ist soeben verschwunden."
Commander Freeman sah kam zu ihrer Station gerannt und sah sich die Anzeigen an.
Sofort wandte er sich an Lieutenant Edisson:
"Bereiten sie sich vor auf Warp zu gehen. Setzten sie Kurs auf Cernetz vier. Wir müssen in Transporterreichweite."
Der Steuermann nickte. Er wirkte sehr gestreßt, weil er in letzter Zeit kaum Zeit zum ausruhen gehabt hatte.
Carter sah auf ihre Anzeigen und spekulierte dann:
"Ich habe die Signale der Kommunikatoren entdeckt aber sie bewegen sich nicht. Ich denke sie wurden dem Außenteam irgendwie abgenommen. Allerdings habe ich sieben Personen gefunden, die um einen Androiden versammelt sind."
"Data", entfuhr es Commander Freeman.
"Genau. Wenn wir bis auf Transporterreichweite herankämen könnte ich sie problemlos erfassen."
Commander Freeman setzte sich auf seinen Sessel zurück.
"Gehen sie auf Warp, Mr. Edisson", befahl er.
Die Shefield gab ihren Verfolgungsvorsprung vor der Saphire auf und ging auf Warp. Die Saphire gewann dadurch die Möglichkeit der Shefield mit Warp zu folgen, was sie auch tat. Die Shefield würde aber auf jeden Fall schneller beim Planeten sein. Der graue Planet schwoll auf dem Bildschirm schnell an. Bald füllte er den ganzen Bildschirm aus. Die Shefield beendete den Warptransfer.
"Mr. Walker, auf meinen Befehl hin die Schilde zu deaktivieren", befahl Commander Freeman.
Der taktische Offizier nickte und sah angestrengt die Konsole an. Commander Freeman wollte gerade den Befehl geben die Schilde zu deaktivieren, als die Shefield plötzlich durch einen heftigen Ruck herumgerissen wurde.
"Ist die Saphire schon da?" Fragte Commander Freeman.
Carter schüttelte den Kopf und antwortete:
"Das Satellitenverteidigungssystem hat plötzlich das Feuer eröffnet."
Commander Freeman wurde plötzlich bewußt, daß die Piraten die automatische Verteidigung umprogrammiert haben mußten. Sicherlich hatten sie die Satelliten absichtlich deaktiviert, als die Shefield ins System eingedrungen war um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
"Mr. Edisson, bringen sie uns mit Warp sofort hier raus", befahl Commander Freeman eilig.
Auf dem Bildschirm war zu erkennen, wie die Satelliten auf die Shefield schossen, und zwar mit Phasern und Photonentorpedos.
Kurz darauf kam die Saphire in die Nähe der Shefield und eröffnete ebenfalls das Feuer.
"Die Schutzschilde brechen zusammen", meldete Lieutenant Walker aufgeregt.
Commander Freeman schrie zu Edisson vor:
"Gehen sie auf Warp, schnell!"
Der Steuermann verzichtete auf eine Antwort und startete statt dessen den Warpantrieb der Shefield. Die Saphire folgte ihr auf dem Fuß.
"Deswegen haben es die Piraten riskiert, das Störfeld zu deaktivieren. Sie wußten, daß wir der Satellitenverteidigung weichen mußten."
Die Shefield raste mit Warpgeschwindigkeit an einen andere Stelle des Systems. Commander Freeman wäre am liebsten mit Warp ganz geflüchtet – zumindest kurzweilig, bis die Reparaturen abgeschlossen waren aber die Saphire war nun mal auf Warp schneller und hätte die Shefield auf jeden Fall eingeholt.
Der Steuermann Edisson sah auf seine Instrumente und sagte dann:
"Ich kann die Saphire vielleicht noch für zwei kurze Zeit ausmanövrieren aber dann werden sie uns doch kriegen."
Commander Freeman dachte angestrengt nach. So wie er die Situation sah, hatte die Shefield vielleicht noch zehn Minuten, bis die Saphire wieder in Feuerreichweite käme. Ihm mußte irgend etwas einfallen.
Währenddessen krabbelte das Außenteam durch den Wartungsschacht. Nur gelegentliche Lichter erhellten die Umgebung. Der Gang war noch enger als eine Röhre der Shefield. Captain Riecan krabbelte voran. Mr. Data spekulierte plötzlich:
"Ich glaube dieser Gang wird zum ableiten von Flüssigkeiten aus der Müllpresse verwendet."
Captain Riecan nickte und erwiderte:
"Man riecht es."
Das Außenteam kroch an einer Abzweigung vorbei.
"Vielleicht sollten wir da lang", meinte Doktor Rogers.
Joanne Oris schüttelte den Kopf.
"Aus alter Spionageerfahrung weiß ich, daß man in unbekannten Röhren am besten zunächst immer geradeaus geht. Wenn man dann nicht mehr weiterkommt, fällt es einem leichter wieder zurückzukommen."
Die Stimmen hallten in dem engen Gang. Die acht Leute krochen weiter. Es war nie so recht klar, was auf einem zukam, da die Sicht schon nach ein paar Metern aufhörte. Plötzlich stieß Captain Riecan auf ein Gitter. Dahinter befand sich ein vertikaler Schacht, der sehr tief zu sein schien.
"Hier werden die überflüssigen Flüssigkeiten also abgeleitet", sagte Mr. Data, der direkt hinter Captain Riecan war, fasziniert.
Dieser konnte sich einen kurzen Lacher nicht verkneifen. Doktor Rogers sah den leicht erheiterten Captain kritisch an.
"Was ist denn so komisch", fragte sie.
Captain Riecan antwortete:
"Haben sie schon mal etwas von überflüssigen Flüssigkeiten gehört?"
Joanne kam auch um einen kleinen Witz nicht herum:
"Also bitte, diese Diskussion ist wirklich überflüssig."
Alle lachten kurz, außer Mr. Data.
"Ich sollte meine Artikulation nochmals überdenken", sprach der Androide verwirrt.
Captain Riecan schüttelte lächelnd den Kopf und erwiderte:
"Nein, das ist nicht nötig. Aber vielleicht sollten sie mal darüber nachdenken Komiker zu werden."
"In der Tat habe ich schon ein Versuch auf dem Holodeck unternommen."
Captain Riecan sah ihn an.
"Und, was ist passiert?"
"Leider verlief der Test ungewiß. Das holographische Publikum lachte bei allen Aktionen, die ich unternahm. Ich werde also nie herausfinden, ob ich jemals jemanden amüsieren kann."
"Also im Moment gelingt ihnen das Prima", erwiderte Captain Riecan. " Wir sollten die andere Abzweigung nehmen. Es bleibt uns ja nicht mehr viel übrig."
Alle nickte und folgten dem Captain.
Wenig später waren alle an der Abzweigung angekommen und krochen in den anderen Gang. Es dauerte nicht lange, bis sie an einem Schott angekommen waren. Mr. Data drängte sich an Captain Riecan vorbei.
"Ich werde nun dieses Schott eintreten", kündigte Mr. Data an.
Er trat mit der maximalen Krafteinstellung dagegen. Das Schott flog weit in den Raum dahinter. Captain Riecan streckte seinen Kopf aus dem Ausgang. Sofort packte ihn eine grüne Hand. Captain Riecan wurde aus dem Gang herausgezogen. Erst jetzt realisierte er es – das Schott führte in den Raum vor der Müllpresse, wo Mr. Edwardson und der Orioner wache hielten. Der Orioner warf Captain Riecan in eine Ecke. Edwardson bedrohte ihn mit seinem Strahler. Der Orioner zwang auch die anderen aus dem Schacht herauszukommen. Er stellte alle nebeneinander an die Wand.
"Jetzt reicht’s, wir erschießen sie gleich hier."
Captain Riecan sah, wie Joanne ihre Augen zukniff. Der Orioner nahm seinen Strahler in die Hand und zielte. Er schien sich zu überlegen, wen er als erstes erschießen wollte. Mr. Edwardson stand hinter ihm, legte seinen Gewehr beiseite und verschränkte die Arme. Plötzlich sah Captain Riecan, wie Edwardson einen zweiten Strahler aus einem Halfter seines Gürtels zog. Captain Riecan legte, um nicht aufzufallen, sein Pokerface auf. Der Orioner zielte auf Joanne. Sein Finger begann den Auslöser zu drücken, als plötzlich Mr. Edwardson auf ihn zielte und schoß. Der Orioner bekam einen entsetzten Gesichtsausdruck und stürzte zu Boden. Captain Riecan sah den vermeintlichen Verräter fragend und dankend an.
"Weshalb helfen sie uns?" Wollte Captain Riecan schließlich wissen.
Mr. Edwardson gab den Strahler, den er vorher zu Seite gelegt hatte, dem Captain und begann zu erklären:
"Ich gestehe, ich war anfangs auf Hugleys Seite aber noch bevor sie hier auftauchten, habe ich mich wieder der Föderation zugetan. Ich werde ihnen später gerne alles erklären aber nun müssen wir zunächst hier weg."
Captain Riecan nickte und gab Joanne die zweite Waffe des Orioners.
Commander Freeman und Lieutenant Walker sahen sich die taktische Konsole an. Angezeigt wurden die Datenkarten der Saphire. Die zweidimensionale Darstellung des Schiffes zeigte alle bekannten Einzelheiten.
"Ich bin mir sicher, Hugley hat Denner das Kommando über die Saphire gegeben, weil er schon mal auf der Shefield stationiert war und unsere Schwächen kennt", sprach Lieutenant Walker überzeugt. " Mir fiel aber auch eine Schwäche der Saphire auf."
Der Lieutenant wies auf eine kleine Sektion der Saphire hin.
"Die Saphire ist ein Schiff der Korolev klasse. Diese ist im wesentlichen nichts weiter, als eine Abwandlung der Galaxy-Klasse mit weniger Luxus um größere Effektivität im Kampfbereich zu gewährleisten. Wenn es darauf ankommt, ist sie ein hervorragendes Schlachtschiff aber hier hat sie einen Fehler. Weil einige Sektionen der Galaxy entfernt wurden, ist diese Stelle der Schilde sehr anfällig."
Commander Freeman nickte, als er alles verstanden hatte.
"Ich denke ein direkter Treffer mit einer Salve Photonentorpedos könnte ihre Schilde zum kollabieren könnte. Wenn das geschafft ist, können sie für etwa fünf bis sieben Sekunden keine Schilde aktivieren. In dieser Zeit feuern wir mit gezielten Phaserschüssen auf wichtige Subsysteme uns schalten diese aus", erklärte der taktische Offizier Jeb Walker.
Commander Freeman fragte:
"Was schlagen sie vor."
Mr. Walker begann wieder zu erklären:
"Wir können in dieser Zeit drei Subsysteme beschädigen – zwar nicht zerstören aber sie werden Zeit für die Reparatur brauchen. Wenn wir die Sensoren, die Scanner und den Impulsantrieb ausschalten, könnten wir uns zurückziehen und sie würden unsere Spur verlieren, weil sie keine Scanner und Sensoren mehr haben. Auch hinterher fliegen dürfte ohne Impulsantrieb schwer werden. Bis sie ihre Subsysteme repariert haben, können wir die wichtigsten Schäden reparieren und etwas Distanz zur Saphire schaffen."
Edisson rief von vorne hinauf:
"Warum legen wir nicht ihre Waffenphalanx lahm. Dann können wir sie einfach fertig machen!"
Commander Freeman sah Lieutenant Walker an, der den Kopf schüttelte.
"Das System ist gut plaziert. Wenn wir uns darauf konzentrieren ballern die uns weg, bevor wir es ernsthaft beschädigt haben."
Commander Freeman nickte und sagte:
"Der ursprüngliche Vorschlag hört sich aber auch nicht schlecht an."
Lieutenant Walker bereitete eine Salve Photonentorpedos vor.
"Da gibt es leider noch ein Problem", sagte Lieutenant Edisson. " Ein nur halbwegs guter Steuermann schafft es, diese Stelle zu schonen. Wenn sie uns kommen sehen, bereiten sie sich sicherlich darauf vor und pusten uns dann weg."
Commander Freeman hörte sich den Einwand von Lieutenant Edisson an. Er blickte auf den Bildschirm, der wieder die Rückansicht zeigte. Die Saphire rückte näher. Commander Freeman setzte sich auf den Sessel des Captains und dachte an etwas, das vielleicht helfen könnte.
Er fragte Carter:
"Der Mond Cernetz vier B ist nicht gerade sehr groß oder."
Carter schüttelte den Kopf.
"Nein, eigentlich ist es nur ein zu groß geratener, runder Asteroid in einer Umlaufbahn."
"Sehr gut", murmelte Commander Freeman.
Er begann seine neue Idee zu artikulieren:
"Wir werden kurzzeitig auf Warp springen, dicht am zweiten Mond von Cernetz vier vorbei. Das läßt den Eindruck entstehen, wir wollten fliehen. Die Saphire wird auf Langstreckenscanner schalten um uns zu verfolgen. In Wirklichkeit gehen wir aber kurz hinter dem besagten Mond unter Warp. Da er nur sehr klein ist, werden wir ihn mit voller Impulskraft innerhalb von wenigen Sekunden umflogen haben. Dann gehen wir wieder auf Warp, mit direktem Kurs auf die Saphire. Da diese noch immer mit den Langstreckensensoren suchen werden sie uns erst kommen sehen, wenn es bereits zu spät ist."
Mr. Edisson sah zu Commander Freeman und nickte zustimmend. Carter tat das selbe.
"Wollen sie mir jetzt nicht widersprechen?" Fragte Commander Freeman, anspielend auf seine alte Feindschaft mit der wissenschaftlichen Offizierin.
Diese schüttelte den Kopf und sagte:
"Nein, der Plan hört sich hervorragend an."
Commander Freeman riß überrascht die Augenbrauen hoch, dann sah er zum Steuermann.
"Sie kennen meinen Plan", sagte Freeman. " Bereiten sie alles vor."
Die Shefield schwenkte plötzlich ab und steuerte auf Cernetz vier B zu. Ihre Warpgondeln begannen zu glühen und das Schiff sprang auf Warp.
Andrew Denner sprang von seinem Stuhl auf. Auf dem Bildschirm wurde deutlich, wie die Shefield die Lichtmauer durchbrochen hatte und jetzt auf Warp war.
"Da war sie", sagte der Pirat laut und zeigte mit seinem Finger auf die Stelle, wo sie Shefield die Lichtmauer durchbrochen hatte. " Ah, sie flüchtet mit Warp. Scannen sie nach ihr und finden sie die Richtung raus, in die sie fliegt. Dann verflogen wir sie, mit unserem schnelleren Warpantrieb; knallen ihr eins vor den Latz und nehmen sie dann ein."
Der Offizier an der Con der Saphire ging auf Langstreckenscanner um sie zu finden.
Die Shefield ging wieder unter Warp und drehte schnell nach rechts ab. Auf dem Bildschirm sahen Commander Freeman und die anderen die vereiste Oberfläche des Mondes vorbeiziehen. Die Shefield flog mit vollem Impuls also ein Viertel Lichtgeschwindigkeit. Schließlich hatte die Shefield den perfekten Winkel erreicht.
"Jetzt, Mr. Edisson!" Befahl Commander Freeman.
Wieder sprang die Shefield auf Warp.
"Wo ist sie?" Fragte Andrew Denner auf der Brücke der Saphire. Die Langsteckensensoren zeigten kein Schiff auf Warp an. Auf dem Bildschirm war nichts zu erkennen, nur der kleine, weit entfernte Mond. Aber da! Ein kleiner Lichtpunkt schwoll schnell an. Es schien ein Schiff auf Warp zu sein.
"Umschalten auf normale Scannerreichweite!" Befahl Andrew Denner wieder.
Als der Pirat an der Con dies tat, war es bereits zu spät. Die Shefield erschien wieder direkt vor der Saphire. Ohne Vorwarnung lösten sich mehrere Photonentorpedos aus ihren Abschußrampen.
"Torpedos abgefeuert", meldete Lieutenant. " Ihre Schilde sind unten."
Commander Freeman stand wieder neben dem taktischen Offizier. Er sah zufrieden wie die Anzeigen aufzeigten, daß die Saphire keine Schilde mehr hatte.
"Beginnen sie damit, auf die Subsysteme zu feuern", befahl Commander Freeman.
Der taktische Offizier betätigte mehrere Tasten. Auf dem Bildschirm war zu sehen, wie Phaserstrahlen losschossen und die Saphire trafen. Die Shefield stand der Saphire direkt frontal gegenüber. Die Phaserstrahlen bohrten sich in die Hülle der Saphire. Kleine Explosionen entstanden auf der Hülle der Saphire. Die Shefield beschleunigte auf vollen Impuls und zog über das feindliche Schiff hinweg. Diese feuerten blind und trafen die Shefield leider mit einer vollen Salve Photonentorpedos. Durch die vielen Strapazen gaben die Schilde der Shefield nach. Ein weiteres Torpedos von dreien traf die linke Warpgondel. Rauch und Antriebsplasma traten aus der Gondel aus. Die Shefield rette sich vor weiterem Beschuß indem sie mit vollem Impuls floh.
Die Saphire lag gelähmt wie ein Fisch auf dem trockenen. Die Shefield konnte, trotz ihrer neuen Schäden unbehelligt fliehen.
Commander Freeman atmete auf, als die Saphire in ungefährliche Entfernung geriet. Gelassen betätigte er den Knopf für das Intercom:
"Brücke an Maschinenraum."
"Logan hier, sprechen sie."
"Wie schlimm sind wir getroffen worden?"
Logans Stimme wurde schwermütig.
"Die Warpgondel ist massiv getroffen. Ich glaube nicht, daß wir sobald wieder Warpantrieb bekommen. Der ganze Beschuß der Satelliten und dann noch die Torpedosalve – das hat der angeschlagene Schildgenerator nicht verkraftet."
"Verstanden", sagte Commander Freeman etwas enttäuscht von der Lage: " Trotzdem sind wir die Saphire jetzt eine ganze Weile los. Beginnen sie so schnell wie möglich mit der Reparatur der schlimmsten Schäden. Brücke Ende."
Captain Riecan folgte dem bekehrten Verräter Edwardson. Dieser wirkte trotz seines Verrates selbstsicher und ruhig. Captain Riecan nahm das allerdings schon nicht mehr als Arroganz war. Mr. Edwardson führte das Außenteam durch das unterste Stockwerk des zweiten Turmes. Alles sah heruntergekommen und dreckig aus. Nirgendwo schien es ein Fenster zu geben.
"Also, sie wollen sicherlich wissen, wieso ich sie gerettet habe", vermutete Edwardson.
Captain Riecan nickte und sprach:
"Jeder, der mein Leben rettet, ist mir eine Erklärung schuldig."
"kurz nachdem ich bei ihnen auf der Shefield den Kobayashimaru Test gemacht hatte, erzählte mir Hugley von seinen Plänen. Ich, als junger idealistischer Offizier, war dumm genug ihm zu glauben. Um von der Sternenflotte zu entrinnen täuschte ich meinen Tod während einer Außenmission in einem Shuttle vor, die ich alleine Flog. Ich freute mich, wie ich zu meiner Schande gestehen muß, bei den Piraten und bei Hugley mitzumachen. Als ich sah, wie es bei diesen niederträchtigen Piraten zugeht und was Hugley eigentlich für einen Mist verzapft. Ich, als sein Lieblingsschüler, hab von seinem Plan, die Shefield zu entführen, mitbekommen. Leider gab es keine Möglichkeit sie zu warnen, deshalb dachte ich, ich helfe ihnen so am besten."
Captain Riecan sah fröhlich und zufrieden aus, dann am ihm plötzlich ein komischer Gedanke.
"Was wäre gewesen, wenn wir die Luke zum Abwassergang nicht gefunden hätten?"
"Was wäre wenn, das Wörtchen wenn nicht wäre", zitierte Edwardson darauf. " Jetzt müssen wir rechts lang. Da kommen wir in einen Raum, wo man ihre Ausrüstung aufbewahrt."
Captain Riecan und Joanne folgten Mr. Edwardson auf den Fuß. Die anderen sicherten nach hinten. Es schien keiner in diesem Gebiet unterwegs zu sein.
Schließlich kamen alle an der Tür zum besagten Raum an. Captain Riecan justierte seinen Strahler auf Betäubung und nickte Mr. Edwardson zu. Dieser betätigte ein Sensorfeld. Die Tür öffnete sich mit einem Zischen. Ein Raum in T Form wurde sichtbar. Die Tür befand sich am unteren Ende dieses T. Die oberen beiden Enden blieben verdeckt. Sekundenbruchteile nachdem sich die Tür geöffnet hatte, sprang ein Pirat von seinem Sessel und zog seinen Strahler. Captain Riecan war aber schneller. Er drückte ab und ein grüner Energiestrahl drang aus seiner Waffe. Der Pirat wurde in die Brust getroffen und sank betäubt zu Boden. Aus einem Teil des Raums, den man nicht sehen konnte, kamen plötzlich zwei weitere Piraten herbeigeeilt. Joanne und Mr. Edwardson schossen auf die beiden. Joanne traf sofort. Mr. Edwardson schoß etwas daneben. Der Pirat hechtete zu Seite. Sofort schoß Captain Riecan auf ihn. Auch dieser Pirat blieb betäubt liegen. Zögernd betraten die nun neun Personen den Raum. Edwardson sah sich die ganzen Schränke an. Er ging an den einzelnen Fächern vorbei und suchte nach einer bestimmten Nummer. Schließlich fand er sie. Darauf zog er eine Chipkarte aus einer Manteltasche und schob sie in einen Steckplatz. Der Schrank öffnete sich. Darin lagen vier Phasergewehre und die anderen Ausrüstungsgegenstände des Außenteams willkürlich auf einem Haufen zusammengeworfen. Die Personen rüsteten sich mit Waffen und Ausrüstungsgegenständen aus. Captain Riecan ergriff das Wort:
"Nun, da wir alle wieder mit Waffen ausgerüstet sind, sollten wir uns überlegen, wie wir hier raus kommen."
Joanne Oris erwiderte:
"Am besten ist es, wir stehlen ein Shuttle. Die Transporterräume können die Piraten sperren, außerdem wissen wir nicht, ob die Shefield gerade die Schilde aktiviert hat."
Captain Riecan nickte. Mr. Edwardson begann aufgeregt zu erklären:
"Auf jeden Fall sollten wir raus aus diesem Stockwerk. Die Wachleute in diesem Raum sollen alle 15 Minuten Meldung machen. Die Piraten werden sehr bald bemerken, daß hier was nicht stimmt."
"Wie erreichen wir das?" Fragte Doktor Rogers.
Joanne Oris kannte die Pläne der Basis einigermaßen und sagte deshalb:
"Ein Turbolift und einige Lüftungsschächte führen von hier weg."
"Nein", sagte Mr. Edwardson entschieden: "Wenn wir auf einem Stockwerk voller Piraten aus einem Turbolift marschieren sind wir Grillwurst. Und wenn wir durch die Lüftungsschächte kriechen müßten wir durch das zweite Stockwerk laufen, um in den nächsten Schacht zu kommen. Dieses Stockwerk ist voller Gegner."
"Was machen wir dann", fragte Joanne.
Mr. Edwardson zeigte auf eine Tür, die sich im Korridor, außerhalb des Raumes mit den Schränken, befand.
"Diese Tür ist ein Notausgang nach draußen. Ich weiß nicht ob sie es gesehen haben, als sie auf die Basis zugelaufen sind aber es gibt ein Gerüst, das bis zum fünften Stockwerk führt. Bis zu diesem Stock gibt es, wegen Lawinengefahr, keine Fenster. Es wird uns also keiner sehen, wenn wir an diesem Gerüst heraufklettern."
Captain Riecan stand dieser Idee mit Mißtrauen gegenüber. Was war mit der entsetzlichen Kälte, die Nachts sicherlich noch schlimmer war? Und was, wenn Edwardson sie anlog und noch für die Piraten arbeitete. Aber das war eher unwahrscheinlich, nach all dem, was er für das Außenteam getan hatte.
"Es hat derzeit minus 40 Grad Celsius außerhalb der Basis", berichtete Data, der gerade den Tricorder wieder schloß: " Für mich stellt diese Temperatur kein ernsthaftes Problem da aber die menschliche Physiologie könnte den widrigen Umständen vielleicht nicht standhalten."
Einer der Sicherheitsoffiziere sprach darauf:
"Wir können leider nichts anderes tun. Ich habe keine Lust durch ein Stockwerk voller Gegner zu laufen."
"Im fünften Stockwerk sind nur wenige Piraten", meinte Mr. Edwardson.
Captain Riecan nickte etwas widerwillig.
"Na schön, dann klettern wir eben an diesen Gerüst hoch."
Er winkte allen, ihm zu folgen. Die anderen gingen ihm nach. Vor der Tür ins Freie blieb Captain Riecan stehen.
Der Sicherheitsmann, den Captain Riecan gerettet hatte, meldete sich zu Wort:
"Also ich will ihnen ja nicht die Stimmung vermiesen aber ich habe meinen Schuh verloren und ich will mir nicht sämtliche Krankheiten der Galaxis holen."
Mr. Data reagierte sofort. Schnell zog er sich einen Schuh und einen Strumpf aus und reichte beides dem Sicherheitsmann.
"Mir fiel auf, daß wir fast die selbe Größe haben und ich kann problemlos ohne diese Schuhe auskommen."
Der Sicherheitsmann nickte und zog sich beides an.
Captain Riecan öffnete den Notausgang. Sofort pfiff ein eisiger Wind in die Basis. Nach kurzer Zeit lagerten sich erste Schneevorkommnisse auf dem Boden des Korridors ab.
Captain Riecan blickte in die eisige Nacht und sprach:
"Meine Mutter hat mir im Winter immer gesagt ich soll einen Schal mitnehmen. Langsam bereue ich, daß ich nie auf sie gehört habe."
Schließlich kniff er die Augen zu und begann aus der Basis zu laufen. Als erstes wollte Captain Riecan wieder umdrehen, denn die Kälte war derart überwältigend gewesen.
Commander Freeman betrat den Maschinenraum. Er wollte sich unbedingt selbst ein Bild von der Lage machen. Dort sah es genauso schlimm aus, wie auf der Brücke. Überall waren große schwarze Rußflecken an der Wand, die auf Explosionen hindeuteten. Zahlreiche Konsolen waren entweder offline oder zerstört. Ein junger Fähnrich trug gerade einen neuen Bildschirm durch die Gegend und montierte ihn dann auf eine leere Stelle in der rechten Konsolenwand. Der Chefingenieur Thomas Logan kam auf Commander Freeman zu.
"Wie schlimm ist es?" Fragte Commander Freeman.
Logan wies mit seiner Hand auf den Zustand des Maschinenraums hin.
"Sie sehen es ja selbst. Die letzten Treffer waren einfach..."
"Einfach unvermeidbar", unterbrach Commander Freeman. " Sagen sie mir bitte etwas neues."
"Na ja, ich denke nicht das wir in nächster Zeit wieder mit Warp fliegen können. Die Gondel ist einfach zu schwer getroffen. Wir mußten die Zufuhr mit Plasma stoppen."
Commander Freeman nickte. Er sah sich erneut um. Der Warpkern pulsierte höchstens mit halber Geschwindigkeit."
Logans Gesicht wurde fröhlicher.
"Ich habe aber auch gute Nachrichten", sagte er. " Der Impulsantrieb wird demnächst wieder in Aktion sein und die Waffen haben nichts abbekommen."
"Sehr schön. Kümmern sie sich um die Hüllenintegrität, die Schilde und vor allem den Impulsantrieb. Die Lahmlegung der Saphire war zwar eine gute Gelegenheit mit Warp zu fliehen aber wenn es eben nicht möglich ist, dann sollten wir zum Kampf bereit sein", sprach Commander Freeman.
Der Chefingenieur Logan nickte zufrieden und machte sich sofort wieder an die Arbeit.
Während dessen betrat Hugleys Berater Jeff wieder die Kommandozentrale der Basis. Er fürchtete sich, denn er hatte wieder schlechte Nachrichten für den Admiral. Dieser hockte bequem in seinem Sessel. Er erwartete, daß Jeff ihm die Nachricht über die erfolgreiche Kaperung der Shefield überbrachte. Er hatte einen Befehl erteilt und durfte davon ausgehen, daß dieser auch erfüllt würde. Wer war er denn? Alle hatten ihm zu gehorchen!
Jeff stellte sich vor Admiral Hugley. Er räusperte sich und begann dann zu reden:
"Sir, ich habe leider schlechte Nachrichten. Die Shefield konnte die Saphire mit einem cleveren Manöver kurzzeitig lahm legen. Außerdem scheinen die Gefangenen irgendwie...", Jeff stockte, als er sah, wie sich die Wut in Hugleys Gesicht zusammenbraute: " Die Gefangenen scheinen irgendwie durch die Wartungstunnel der Müllpresse entkommen zu sein."
Admiral Hugley blieb zunächst ruhig in seinem Stuhl sitzen. Er begann Jeff mit einem stechenden Blick voller Haß anzusehen. Schlagartig stand er auf und schrie den Pirat an:
"Die Shefield ist entkommen! Du bist wirklich der unfähigste Vollidiot, der jemals meinem Kommando unterstand."
"Aber Sir", wimmerte Jeff.
Hugley schrie noch lauter:
"Nichts aber! Du hattest den Befehl, die Shefield zu kapern und du hast versagt. Ich habe dich gewarnt, jetzt hast du deine Chance verspielt."
Hugley sah zu einem Orioner, der unter den Piraten als Snakeeye bekannt war. Dieser nickte und zog seinen Strahler. Er packte Jeff am Arm und zerrte ihn in eine Nebenkabine. Jeff versuchte zu entkommen aber er schaffte es nicht. Kurze Zeit später kam Snakeeye wieder aus dem Raum heraus und rieb sich die Hände. Er kam auf Admiral Hugley zu. Dieser sagte sofort:
"Ich übernehme die Shefield jetzt selbst. Instruiere die Saphire, daß sie ihre Schilde deaktivieren soll. Ich werde mich in kürze raufbeamen."
Snakeeye nickte. Hugley wollte schon gehen aber er hielt ihn am Arm fest.
"Zwei Dinge, Admiral", begann Snakeeye: " Erstens, wann bekommen wir unsere Belohnung. Zweitens glaube ich nicht, daß die Gefangenen durch die Wartungsschächte entkommen konnten, denn es gibt nur einen Ausgang und der führt in den Raum mit den Wächtern. Das bedeutet jemand muß ihnen geholfen haben."
Hugley durchfuhr ein Schock. Sofort kam ihm ein Name in den Sinn – Edwardson!
"Welcher der beiden Wächter wurde tot gefunden?" Fragte Hugley schnell.
Der Orioner Snakeeye sah auf eine Konsole rechts neben ihm.
"Der Orioner, Sir."
"Edwardson", murmelte Hugley zu sich selbst.
Er drehte sich zum Orioner, straffte seine verfälschte Sternenflottenuniform und sagte dann:
"Was ihre Belohnung angeht. Wenn sie daß Außenteam töten und mir Edwardson ausliefern, Mr. Snakeeye, dann bekommen sie das Doppelte."
Der Orioner begann schadenfroh zu grinsen und stand auf. Er ergriff ein Phasergewehr und machte sich auf den Weg.
Das Außenteam hatte bereits das Gerüst erreicht. Captain Riecan fühlte einen stechenden Schmerz, als er das eiskalte Metall der Feuerleiter berührte. Er stieß einen kurzen Schrei aus.
"Alles in Ordnung?" Fragte Data mit seiner typischen freundlichen Stimme.
Captain Riecan sah zu dem Androiden hoch. Schnell zog er seine Hände unter die Ärmel seiner Jacke und begann wieder zu klettern.
"Es ist alles klar", erklärte er. "Das Metall war nur so kalt."
Data sah wieder nach oben und kletterte weiter. Schon bald hatte das Außenteam den zweiten Stock erreicht. Captain Riecan sah zu Mr. Data. Es war reine Ironie. Der Androide ging, mit nur einem Schuh und mit völlig unbekümmertem Gesichtsausdruck, mitten durch einen starken Schneesturm. Der Androide mußte noch nicht mal zwinkern, als eine neue Ladung Schnee und Wind auf ihn zukam.
Data, Riecan und die anderen erreichten die zweite Leiter. Captain Riecan sah sich während des Kletterns um. Eiszapfen hingen überall herunter. Aus einem Rohr kam ein eingefrorener Wasserstrahl.
Schließlich erreichten alle die Plattform vor dem dritten Stockwerk. Spätestens jetzt, spürten alle außer Data die beißende Kälte. Sie bohrte sich selbst durch die Kleider der Sternenflotte. Die Temperatur wurde unerträglich für die Mitglieder des Außenteams. Schnee setzte sich bereits in den Haaren der Leute ab. Captain Riecan bekam Schnee in seinen Kragen. Es war zwar Eiskalt aber Captain Riecan kam es vor als ob es wie Feuer brannte. Vor wenigen Minuten hatte Riecan sich über Data amüsiert aber nun beneidete er ihn. Für diesem Moment hätte er lieber ein Paar elektronische Verstrebungen als Muskeln, die langsam zu ermüden drohten.
Bei dieser Gelegenheit erinnerte sich Captain Riecan an seine Akademiezeit. Er hatte damals Admiral Hugley als Lehrer. Ihn hatte Hugley immer speziell auf dem Kicker gehabt. Bei sportlichen Aktivitäten hatte ihn der Admiral immer absichtlich belastet und seine Muskeln hatten sich ähnlich angefühlt. Admiral Hugley hatte den jungen Marces Riecan niemals leiden können. Der Grund war einfach. Riecan hatte seine Anordnungen bezweifelt und kritisiert. Deshalb hatte Hugley immer das ganze Team für Riecans Fehler bestraft – solange, bis er keine Freunde mehr hatte. Außer einer gewissen Joliene Estefan. In Captain Riecan kamen alte Rachegefühle wieder hoch.
Wenn Hugley unbedingt Rache üben will, soll er es nur versuchen, dachte sich Captain Riecan und kletterte mit noch mehr Energie weiter.
Nach einer langen und beschwerlichen Kletterpartie erreichte das Außenteam die Plattform vor dem fünften Stockwerk. Es mußten nur noch alle über eine kurze Verbindung zu einer Tür, die ins innere führte. Sicherlich war diese verschlossen aber Data würde sie bestimmt öffnen können. Die Leute überquerten vorsichtig die Verbindung. Joanne war als letzte dran. Die anderen standen bereits vor der Tür, an der sich Mr. Data zu schaffen machte. Vorsichtig tastete sich Joanne vorwärts. Captain Riecan sah ihr ungeduldig zu. Plötzlich rutschte sie ab. Nur noch mit einer Hand konnte sie sich am Gerüst festhalten. Captain Riecan und Mr. Data stürmten zu ihr. Captain Riecan nahm ihre Hand. Er schaffte es kaum sie heraufzuziehen. Aber als Mr. Data dazukam war es ein Kinderspiel. Der starke Androide zog sie mit einer Hand und ohne sich irgendwo festhalten zu müssen herauf.
Alle atmeten auf. Mr. Data ging zur Tür zurück und machte sich wieder an ihr zu schaffen.
"Wie lange brauchen sie noch, Mr. Data?" Fragte Captain Riecan, der noch immer, vor Anstrengung, schnaufen mußte.
Der Androide antwortete ohne seine Arbeit unterbrechen zu müssen:
"Ich müßte die Sperre jeden Moment aufgehoben haben, Captain."
Riecan nickte zufrieden. Kurz darauf öffnete sich die Tür und die Mitglieder des Außenteams traten ein.
Kapitel 10 :
Carter blickte angestrengt auf ihre Anzeigen. Irgend etwas schien mit der Saphire im Gange zu sein. Sie ließ ihre Schilde herunter. Schnell checkte Carter die Aufzeichnungen, der abgehörten Kommunikation. Sie sah sich erstaunt die neuen Werte an.
"Commander, es scheint als würde die Saphire Admiral Hugley persönlich raufbeamen. Zumindest besagt das eine Textnachricht, die vor kurzem übermittelt wurde."
Commander Freeman zuckte zusammen. Jetzt hatten sie es mit einem renommierten Flak Offizier der Sternenflotte zu tun. Der würde sicherlich auf keine Tricks reinfallen – da mußten echte Kunststücke her.
Admiral Hugley betrat die Brücke der Saphire. Sie sah lange nicht so schlimm aus, wie die der Shefield. Auf der Saphire hatten die Piraten die selbe abgeänderte Uniform, wie der verräterische Admiral.
Die Brücke sah der Brücke der Enterprise recht ähnlich, außer daß sie einen stufenartigen Übergang in die untere Sektion hatte. Die taktische Konsole, der Bildschirm und die Farbe der Türen waren ebenfalls etwas anders. Außerdem bildeten die wissenschaftliche Konsole und die Con ein großes Schaltpult, hinter dem zwei Piraten saßen.
Das Außenteam betrat wieder das innere der Basis. Captain Riecan und die anderen fühlten sich gleich wohler, als die Wärme auf sie zukam. Wie Edwardson gesagt hatte, war die Sektion leer. Niemand war zu sehen und nichts war zu hören.
Captain Riecan sah die anderen an und begann zu sagen:
"Es wird jetzt langsam Zeit, daß wir von diesem stinkenden, kalten Loch verschwinden. Wir können uns aber leider kaum bis zu einem Transporterraum oder einer Shuttlerampe durchkämpfen. Hat jemand einen Vorschlag?"
Alle begannen intensiv nachzudenken. Plötzlich meldete sich Mr. Edwardson zu Wort:
"Ich hätte eine Idee. Kommen sie bitte mit."
Edwardson begann zu laufen und die anderen folgten ihm. Schließlich kamen alle an einem kleinen Raum heraus.
"Wir müssen da rein", erklärte Edwardson leise.
Captain Riecan nickte und hielt seinen Phaser bereit. Die beide Türhälften glitten zischend zur Seite, als Mr. Edwardson das Sensorfeld berührte. Sofort schnellte Captain Riecan in Schußposition, doch es war niemand zu sehen. Der Raum war klein und es gab kaum Möglichkeiten sich zu verstecken. Als Captain Riecan und die anderen den Sinn des Raumes erkannten, begriffen sie den Plan des jungen Ex-Verräters. Es handelte sich um eine Art Waschraum. Klamotten der Piraten fielen von Förderbändern in Kisten.
Mr. Edwardson kramte ein Paar Sachen heraus und warf sie dem Außenteam zu. Captain Riecan begann zu grinsen. Plötzlich fiel ihm etwas ein und er sagte:
"Warten sie bitte kurz. Mich und Mr. Data wird man leicht erkennen. Wir bleiben in unserer alten Kleidung. Die anderen ziehen sich wie Piraten an und tun so, als ob sie uns abführen würden."
Alle nickten und begannen sich umzuziehen. Es blieb kein Platz für Privatsphäre aber die Männer des Außenteams hatten besseres zu tun, als den Frauen beim Umziehen zuzusehen. Doktor Rogers verwirrte absichtlich ihre Haare, um ihr Aussehen realistischer zu gestalten.
"Jetzt macht sich ihre Erfahrung vom Kostümball doch bezahlt, Doktor", argumentierte Captain Riecan, der sich erinnerte, wie sich Doktor Rogers gesträubt hatte zu dieser Veranstaltung zu kommen. Sie war damals als Krankenschwester des 20. Jahrhunderts gegangen. Captain Riecan hatte den größenwahnsinnigen Napoleon gespielt – eine Rolle, sie er jetzt sofort an Admiral Hugley abgeben würde.
"Wo wollen wir eigentlich hin?" Fragte Joanne berechtigt.
Captain Riecan dachte nach.
"Nicht weit außerhalb der Basis gibt es eine Shuttlerampe, die nicht so gut bewacht sein wird wie die im Hauptturm", schlug Mr. Edwardson vor.
Doktor Rogers schien genervt zu sein.
"Dann müssen wir ja wieder raus in diese Kälte."
Captain Riecan nickte.
"Ja aber wir brauchen wenigstens nicht wieder zu klettern."
"Am einfachsten ist es, wenn wir uns durch die Plexiglasbrücke zum Hauptturm bringen und von dort aus dann mit dem Turbolift zum unteren Notausgangs des Turms fahren", erläuterte Mr. Data.
Captain Riecan nickte abermals.
"Also los", spornte er an: "Wir dürfen keine Zeit verlieren!"
Das Team verließ den Raum und begab sich zum Hauptturbolift. Wieder mußten sich alle in den engen Lift zwängen.
"14. Stockwerk", befahl Mr. Edwardson, dessen Stimme vom Computer akzeptiert wurde.
Der Lift versetzte sich in Bewegung und fuhr eine Zeit lang. Captain Riecan machte sich Gedanken, ob der Plan nicht zu übereilt war. Was, wenn die Charade aufflog? Der Lift kam an und die Tür öffnete sich. Captain Riecan schüttelte schnell alle Zweifel ab. Sofort standen Piraten im Gang, die das Außenteam komisch beäugten. Trotzdem begannen alle zu Laufen. Captain Riecan tat so, als wäre er über seine ‚Gefangennahme’ entrüstet. Die acht Personen gingen sofort den Gang entlang. Bevor der Korridor durchquert war, waren sie mehr als 15 Piraten begegnet. Alle sahen sie komisch an und schienen zu überlegen.
Schließlich kamen die acht an der Plexiglasbrücke an. Ein Pirat, der scheinbar eine höhere Funktion ausführte, kam auf das Team zu. Er hielt seinen Strahler schußbereit in der Hand.
"Was geht hier vor, Mr. Edwardson", fragte er scharf.
Der vermeintliche Pirat sah dem Offizier direkt in die Augen und sagte:
"Die anderen Gefangenen sind bereits tot aber diese beiden will der Admiral persönlich ermorden."
"Hugley ist aber nicht mehr auf der Basis. Er hat sich auf die Saphire gebeamt", sprach der Pirat skeptisch.
"Ich weiß", begann Edwardson erneut: "Wir bringen diese zwei Drecksäue zum Transporterraum."
Captain Riecan fühlte sich direkt etwas beleidigt aber er sah ein, daß dieser Ausdruck vielleicht nötig gewesen war.
Der Pirat überlegte eine halbe Minute lang aber Captain Riecan, der vor Nervosität zu schwitzen begann, kam es wie eine halbe Ewigkeit vor.
"Na schön, sie können passieren", erlaubte der Pirat.
Ein Glück, daß er noch nichts von dem Ausbruch wußte. Sonst wäre das Team erledigt gewesen. Sie acht Personen begann die Brücke zu überqueren. Plötzlich sagte der Pirat wieder etwas und Edwardson drehte sich schlagartig um.
"Ein Fehler, Edwardson und ich nehme deinen Platz an Hugleys Seite ein!"
"Träum weiter", sagte Edwardson falsch und verschlagen.
Das Team ging weiter. Jeder Schritt viel Captain Riecan schwer. Nicht weil er erschöpft und müde war, sondern weil er sich fast wie auf der Akademie fühlte. Wenn er wieder etwas ausgefressen hatte.
Schnell erreichten die acht Personen den nächsten Turbolift. Wieder zwängten sie sich hinein.
"Erdgeschoß", befahl Edwardson.
Der Lift setzte sich knirschend in Bewegung. Es war der Lift, bei dem die Tür klemmte.
Es dauerte wieder seine Zeit, bis der Lift angekommen. Als der Lift stoppte, zuckte sofort ein Phaserstrahl los und traf einen Sicherheitsoffizier ins Bein. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht stürzte dieser zu Boden. Captain Riecan und Mr. Data feuerten sofort. Er hatte gar nicht realisiert, auf wen er geschossen hatte. Erst als der Angreifer betäubt am Boden lag, erkannte Riecan, daß es ein Orioner war.
"Wir wurden entlarvt", schrie Captain Riecan. "Alle in Deckung."
Alle stürzten sich hinter die nächstbeste Deckungsmöglichkeit. Der Korridor indem sie sich befanden war spärlich beleuchtet. Aus den Wänden ragten Kabel und Rohrleitungen heraus. Captain Riecan lag hinter einem Bestandteil der Wand in Deckung. Er sah, wie Doktor Rogers den verletzten hinter eine ähnliche Deckungsmöglichkeit zog. Mr. Data kauerte hinter einer abgestellten Kiste und klappte seinen Tricorder auf.
"Mehrere Piraten auf dem Weg, Sir", meldete er, wie immer gelassen.
Captain Riecan nickte ihm zu. Plötzlich kamen drei Piraten hinter einer Abzweigung hervor. Alle hatten improvisierte Phasergewehre. Sofort zuckten die grünen Strahlen durch den Korridor. Joanne und Mr. Data schnellten aus der Deckung hervor und feuerten. Beide trafen auf Anhieb. Captain Riecan versuchte an das Phasergewehr des Verwundeten heranzukommen. Der dritte Pirat sprang hinter einer verbogenen Metallplatte in Deckung. Mr. Edwardson sprang aus seiner Deckung und feuerte mit seinem Phaser. Der Pirat wich zur Seite aus. Der Strahl traf eine Konsole in einer Wand, die sofort explodierte. Teile flogen in alle Richtungen. Captain Riecan griff nach dem Phasergewehr. Plötzlich traf ein grüner Strahl das Gewehr. Captain Riecan sah Energieblitze auf dem beschädigten Gewehr zucken. Er begriff, daß die Waffe demnächst explodieren würde. Beherzt griff er nach dem Schultergurt und schleuderte das Gewehr in den Gang. Der Pirat rannte weg. Kurz darauf explodierte das Gewehr und durch die Druckwelle wurde der Pirat heftig auf den Boden geschleudert. Ohnmächtig blieb er liegen.
Captain Riecan wollte seine Deckung verlassen, doch Mr. Data schüttelte den Kopf.
"Weitere Angreifer sind auf dem Weg", warnte der Androide.
Captain Riecan konnte sich gerade noch in seine Deckung zurückretten, da strömte plötzlich eine Feuerwalze durch den Korridor. Als die Flammen erloschen wagte Edwardson einen Blick. Drei Orioner standen im Gang. Unter ihnen auch Snakeeye. Er hatte einen seltsamen Schlauch in der Hand und zwei Kanister auf dem Rücken.
"Die haben Flammenwerfer", meldete Edwardson entsetzt.
Captain Riecan sah zu ihm rüber und erwiderte:
"Ich sehe, höre und spüre es."
Schnell schlug er sich das Feuer auf seinem Ärmel aus. Erst so eine Schweinekälte und jetzt auch noch Flammenwerfer! Dies war wieder so ein Tag, den hätte Captain Riecan am liebsten übersprungen.
Eine weitere Feuerwalze quoll durch den Gang. Captain Riecan preßte sich gegen die Wand. Er sah wie Plötzlich der Fuß des angeschossenen Sicherheitsoffiziers Feuer fing. Der Captain mußte ihm irgendwie helfen. Schnell sah er sich um. Über seinem Kopf hing ein Feuerlöscher. Schnell griff Riecan nach ihm. Ein grüner Phaserblitz traf die Stelle, an der dieser Feuerlöscher gehangen hatte, kurz nachdem Riecan ihn an sich genommen hatte. Hastig sprühte er den Verwundeten an. Sein Bein hörte auf zu brennen. Plötzlich kam Riecan eine Idee. Er wartete, bis die nächste Feuerwalze durch den Korridor kam. Plötzlich rannte er aus seiner Deckungsmöglichkeit und sprühte mit dem Feuerlöscher ziellos herum. Die drei Piraten hielten sich die Hände vor ihr Gesicht. Snakeeye wollte seinen Flammenwerfer erneut zünden aber irgendwie schien er durch den Feuerlöscher blockiert. Als sich das Löschgas verzog stand Captain Riecan direkt vor Snakeeye. Dieser wollte nach seinem Strahler greifen aber Captain Riecan zog ihm den Feuerlöscher über den Kopf. Überwältigt von dem Schlag fiel Snakeeye bewußtlos zu Boden. Die beiden anderen Piraten zielten auf Captain Riecan aber bevor sie schießen konnten wurden sie von Mr. Data und Lieutenant Commander Oris betäubt.
"Den Kater hast du dir verdient", sagte Captain Riecan und blickte auf den Bewußtlosen Snakeeye herab.
Die anderen erhoben sich aus ihrer Deckung und kamen angerannt.
"Wir sollten hier weg, bevor noch mehr kommen", schlug Mr. Edwardson hastig vor. "Der Ausgang ist nicht weit von hier."
Captain Riecan nickte. Er hatte allerdings noch einen Hintergedanken.
"Sie verschwinden so schnell sie können. Ich, Mrs. Oris und Mr. Data bleiben noch hier und versuchen vom Maschinenraum aus diese Basis zu zerstören."
Alle sahen den Captain entgeistert an.
"Machen sie schon. Gehen sie schon mal zur Shuttlerampe. Wir kommen gleich nach", befahl Captain Riecan.
Die anderen begriffen, daß jetzt nicht die Zeit für Diskussionen war und gingen – außer Edwardson.
"Wenn sie das so machen wollen, dann werden sie mich brauchen."
Captain Riecan überlegte kurz. Er vertraute dem Ex-Verräter immer noch nicht 100 prozentig.
"Na schön. Bringen sie uns bitte zum Maschinenraum."
Kapitel 11 :
Die zwei Sicherheitsmänner hatten ihren verwundeten Kollegen auf die Schultern genommen und trugen ihn jetzt aus der Basis. Doktor Rogers ging allen voran. Sie hatte den Fuß des Mannes notdürftig zusammengeflickt. Die vier hatten den Hauptturm verlassen und bewegten sich nun schnell auf die externe Shuttlerampe zu. Ihre Lichter glitzerten in der Ferne.
Während dessen standen Riecan, Joanne, Data und Edwardson vor dem Maschinenraum. Mr. Edwardson tippte auf einer Sensortafel herum.
"Erwarten sie bitte keinen freundlichen Empfang, Captain", warnte Mr. Edwardson vor.
Captain Riecan nickte. Er hielt seinen Phaser in Bereitschaft. Die Tür öffnete sich. Hinter ihr kam ein langer Raum zum Vorschein. An dessen Ende stand eine große waagrechte Röhre – der Energiekern der Basis. Captain Riecan und die anderen stürmten in den Raum. Sofort feuerten zwei Piraten von einem der zwei oberen Laufstege. Überrascht sah Captain Riecan, wie Mr. Data, ohne Probleme, auf den Laufsteg sprang und die beiden Piraten mit seinem Phaser betäubte. Captain Riecan, Joanne und Edwardson rannten weiter. Riecan warf sich hinter einer, quer im Gang stehenden, Konsole in Deckung, als ein grüner Phaserstrahl über seinen Kopf zog. Joanne betäubte den Angreifer. Edwardson feuerte mit seinem Phasergewehr sporadisch in die Richtung mehrere Gegner. Plötzlich sprang Data hinter ihnen herunter und betäubte sie. Captain Riecan bemerkte, wie zwei Orioner aus einem Nebenraum herausstürmten und begannen zu feuern. Mr. Edwardson warf sich gekonnt auf den Boden. Data und Captain Riecan feuerten mit ihren Phasern auf die beiden Angreifer. Ein Orioner sprang hinter einer Konsole hervor und wurde von Joanne Oris betäubt.
"Schnell, Mr. Data. Sichern sie die Tür zum Maschinenraum", befahl Captain Riecan, der sich gerade wieder aufsetzte.
Der Androide verstand sofort und rannte mit großer Geschwindigkeit zu Tür. Das große Schott schloß sich und Mr. Data vernichtete den Öffnungsmechanismus mit einem Phaserblitz.
Joanne kam zu Captain Riecan und fragte ihn:
"Wie hatten sie vor, die Basis zu zerstören?"
"Ich wollte den Hauptenergiekern auf eine zeitgesteuerte Überladung programmieren. So haben wir noch Zeit zu verschwinden."
Joanne nickte. Beide liefen zu einer Kontrollkonsole.
"Wir brauchen einen Code sieben Zugriffscode, Mr. Edwardson", rief Captain Riecan.
Der Ex-Verräter kam angerannt. Er sah sich die Konsole an. Dann sagte er kopfschüttelnd:
"Ich kenne diesen Code leider nicht."
Mr. Data erreichte die Konsole ebenfalls und begann in einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf ihr zu tippen. Plötzlich bemerkte Captain Riecan, wie sich Beulen im Schott des Maschinenraums bildeten.
"Die Piraten schießen sich durch", meldete Joanne. "Beeilen sie sich, Mr. Data."
Der Androide tippte unbekümmert weiter. Schließlich sah Data zu Captain Riecan und sagte:
"Ich habe die Sicherheitscodes überbrückt aber leider können wir den Energiekern nicht Zeit verschoben detonieren lassen."
Captain Riecan strich sich durch den Bart. Das war gar nicht gut. Jetzt saßen sie im Maschinenraum fest und das noch ohne Zweck.
Joanne ging los und betrat den kleinen Nebenraum.
"Ist es möglich eine Art Bombe zu basteln und den Kern auf diese Weise Zeit verschoben zu zerstören?" Fragte Captain Riecan wenig optimistisch.
Er und Mr. Data blickten an das große Tor des Maschinenraums. Es bildeten sich immer mehr Beulen.
"Wir haben leider nicht genug Zeit eine Bombe zu bauen", antwortete Mr. Data.
Captain Riecan nickte. Er sagte entschlossen zu Mr. Edwardson:
"Wir müssen hier raus. Gibt es noch einen zweiten Ausgang aus dem Maschinenraum?"
Edwardson mußte zunächst nachdenken. Plötzlich ertönte die Stimme von Joanne aus einem Nebenraum:
"Kommen sie bitte schnell. Hier ist etwas wichtiges."
Die drei machten sich auf und rannten in den Nebenraum. Es war ein kleiner, kastenförmiger Raum voller Monitore. Die meisten waren es Sensorenanzeigen und der Rest zeigte Bilder vom Weltraum. Die Schaltkonsolen sahen unglaublich kompliziert aus. Sie waren übersät mit Tasten voller Zahlen.
Joanne begann zu erklären:
"Das hier ist der Kontrollraum für die Verteidigungssatelliten."
Captain Riecan verstand schlagartig was sie meinte.
"Mr. Data", begann er zu fragen: "Können sie anstatt Asteroiden, oder was auch immer, diese Basis als Ziel eingeben und zwar so, daß wir noch Zeit haben, zu verschwinden?"
Der Androide setzte sich an eine Konsole uns erwiderte:
"Das sollte mir möglich sein."
Er begann wieder in unglaublicher Geschwindigkeit Tasten zu betätigen. Während seine Hände sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit bewegten, blieb sein Kopf völlig ruhig.
Schließlich berichtete er:
"Ich habe es geschafft, diese Basis als Ziel für die Satelliten anzugeben. Die Photonentorpedos der Plattformen müßten in der Lage sein, die Atmosphäre zu durchdringen. Die Rekalibrierung sollte in sieben Minuten eintreten. Wenn wir uns beeilen, haben wir noch genug Zeit zur Shuttlerampe zu kommen."
Captain Riecan nickte.
"Aber wie kommen wir hier raus?"
Plötzlich fiel Mr. Edwardson ein kleiner Eingang zu einem Wartungsschacht auf.
"Ich war zwar noch nie hier, in diesem Raum", sagte er: "Und weiß folglich auch nicht, wohin dieser Tunnel führt. Aber es ist unsere einzige Chance."
Captain Riecan stimmte zu. Ohne eine Millisekunde zu verschwenden krochen Mr. Data, Edwardson und Joanne hinein. Captain Riecan blieb noch kurz stehen und vernichtete das Kontrollpanel für die Satelliten mit einem Phaserblitz. So war keiner in der Lage, die Rekalibrierung zu stoppen. Schnell kroch auch er in die Röhre.
Wenig später kamen die Piraten durch die Tür. Diese flog durch eine angebrachte Sprengladung in alle Richtungen. Blitzschnell kamen die Piraten hereingestürmt. Sie sicherten sofort alle Winkel. Es waren mindestens zehn. Snakeeye, der wieder aufgewacht war, kam ebenfalls herein. Er rieb sich seinen Kopf. Er wagte als erster einen Blick in den Kontrollraum für die Satelliten. Als er das zerstörte Kontrollpult sah, kam ihm sofort ein übler Gedanke. Er checkte einige Einstellungen. Seine Vorahnungen bestätigten sich.
"Wir müssen die Basis sofort evakuieren", sagte er hektisch zu einem seiner verbrecherischen Kollegen.
Während dessen verließen Captain Riecan und die anderen den Wartungstunnel. Edwardson übernahm die Führung. Alle vier rannten durch die Gänge, deren Wände unvollständig waren. Rohrleitungen lagen völlig blank. Wahrscheinlich waren es bloß Wasser- oder Heizrohre. Wären es aber Plasmaleitungen gewesen, könnte ein einziger Treffer mit einem Phaser das ganze Stockwerk vernichten. Captain Riecan konnte sich nur an wenige Gelegenheiten erinnern, an denen er so gerannt war. Mr. Data schien das Rennen keine Schwierigkeiten zu bereiten. Er trug immer noch nur einen Schuh. Captain Riecan wünschte sich eine Kamera um das festzuhalten.
Nach kurzer Zeit erreichten die vier die Luftschleuse. Mr. Data öffneten sie. Als sich die innere Tür geschlossen hatte und die vier innerhalb der Schleuse standen, öffnete Data auch die zweite Tür. Sofort kam allen wieder die stechende Kälte entgegen. Captain Riecan und die anderen ignorierten die Kälte und rannten weiter. Die Grenze zwischen Tag und Nacht mußte sich auf Cernetz vier anders verhalten. Die Sonne ging bereits wieder auf. In der Morgendämmerung erkannte die vier trotzdem noch die Lichter der externen Shuttlerampe. Captain Riecan sah sich um. Wenigstens der Schneesturm hatte sich gelegt. Eigentlich war es eine schöne Gegend. Captain Riecan wäre hier sicherlich gerne Schlitten gefahren. Dies war sein Haupthobby außer Musik, Schach und Wandern. Die vier Flüchtenden rannten sich die Seele aus dem Leib. Es waren noch knapp sechs Minuten bis die Satelliten anfangen würden zu feuern. Keiner wußte, wie weit sich die Zerstörung ausdehnen würde. Diesmal nahm Captain Riecan die Kälte gar nicht so wahr. Er hatte ein Ziel vor Augen. Geschwind sah er zu den anderen. Er beneidete kurzzeitig Joanne. Sie trug, der Tarnung wegen, immer noch eine Jacke der Orion Piraten. Diese sah wesentlich dicker aus.
Es dauerte noch etwas zwei Minuten, bis die vier die Shuttlerampe erreicht hatten. Es war ein großes Segment, daß auf vier großen und etlichen kleinen Stahlträgern stand. Das Segment hatte ein großes, momentan noch geschlossenes Tor. Captain Riecan und die anderen bewegten sich auf einen großen Lastenaufzug zu. Als alle darauf standen betätigte Data einige Tasten und der Aufzug bewegte sich nach oben.
Kurze Zeit später fanden sich alle in einer großen, dunklen Halle wieder.
"So dunkel hat doch dieser ganze Mist angefangen", sprach Captain Riecan leicht gereizt.
Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Lampen angingen. Die vier sahen sich um. Es war ein großer Innenraum, mit einem Startkontrollraum und vielen herumstehenden Shuttles. Diese waren von der Sternenflotte, wahrscheinlich auch eine Leihgabe an die Forscher. Überall lagen Kisten herum. Captain Riecan vernahm Doktor Rogers Stimme:
"Hierher!" Rief die Ärztin.
Sie und die drei Sicherheitsmänner saßen schon startbereit in einem Shuttle. Captain Riecan, Joanne, Data und Edwardson rannten so schnell sie konnten zu diesem Shuttleschiff. Es war ein Standardshuttle. Die hintere Luke schloß sich, als alle innen waren.
"Wieso war hier das Licht aus?" Fragte Joanne und zog sich den dicken, orionischen Mantel aus.
Doktor Rogers antwortete:
"Wir wußten nicht, ob sie Orioner waren. Wir wollten sicher gehen." Die Ärztin wandte sich an den Captain: "Hatten sie Erfolg mit ihrem Plan?"
"Ja", antwortete dieser. "Wenn auch nicht ganz wie geplant. Wir haben weniger als vier Minuten, dann fliegt hier alles in die Luft."
Mr. Edwardson meldete sich.
"Wir sollten besser starten. Ich kann fliegen, lassen sie mich das machen."
Captain Riecan nickte zustimmend. Der junge Lieutenant nahm an vorne im Shuttle Platz. Es war ein ziemliches Gedränge. Immerhin waren acht Leute in so einem kleinen Shuttle. Plötzlich schlug Mr. Edwardson wütend auf die Konsole vor ihm.
"Ich kann das Tor nicht von hier aus öffnen und wir haben nicht genug Zeit, ins Startkontrollzentrum zu gelangen."
Captain Riecan setzte sich neben ihn und sagte leicht wütend:
"Wir haben keine Zeit für so etwas. Starten sie."
Mr. Edwardson ließ das Shuttle abheben. Alle sahen gespannt auf Captain Riecan. Dieser aktivierte die Phaser des Shuttles und feuerte auf das Tor. Teile davon platzten davon. Ein großes Loch, durch das Tageslicht in die zwielichtige Umgebung fiel, war entstanden. Mr. Edwardson gab einfach Vollgas. Das Shuttle riß noch einige Fetzen vom Rand des Risses weg. Mit hoher Geschwindigkeit zischte es über die Basistürme hinweg. Mr. Edwardson zog hoch. Das Shuttle neigte sich dem Himmel entgegen, der durch die Dämmerung rot war.
"Wie lange noch?" Fragte Joanne in die Runde.
Mr. Data antwortete, gewohnt präzise:
"Drei Minuten, 20 Sekunden, 91..."
Captain Riecan unterbrach den Androiden.
"So genau muß ich es gar nicht wissen."
Das Shuttle stieg schnell auf und gewann rasch an Höhe. Nichtsdestotrotz war es immer noch innerhalb der Schußlinie. Captain Riecan stellte einen Monitor so ein, daß dieser die Sicht nach hinten zeigte. Die Basis war nur noch als kleiner Punkt zu erkennen. Schnell blickte Captain Riecan wieder nach vorne. Das Shuttle flog durch die dünne Wolkendecke. Der Eintritt ins Weltall stand unmittelbar bevor.
Das Shuttle erlitt einen Ruck. Rote Flammen zeigten sich außerhalb des Shuttles. Alle hofften, daß keine allzu großen Schäden an der Hülle des Shuttles vorhanden waren. Diese konnten bei einem solchen Übergang den Tod bedeuten. Ein erlösender zweiter Ruck durchfuhr das Shuttle – der Übergang war geschafft.
Captain Riecan blickte auf die Sensorenanzeigen. Er sagte verwundert:
"Es steigen mehrere Piratenschiffe aus der Atmosphäre auf."
"Verfolgen sie uns?" Fragte Joanne mit entsetztem Gesicht.
Captain Riecan schüttelte den Kopf:
"Sie wollen anscheinend die Basis evakuieren. Das Fassungsvermögen dieser ganzen Transporter entspricht ungefähr der Besatzung dieser Basis."
Joanne nickte. Sie sah auf einem, Terminal, wie Truppentransporter aus der Atmosphäre aufstiegen und plötzlich mit Warp aus dem System verschwanden.
Kurze Zeit später war es so weit. Das Shuttle hatte gerade die Sphäre aus Verteidigungssatelliten durchflogen, da wendeten drehten einige Plattformen, die in Feuerposition waren, plötzlich und feuerten mit den Photonentorpedos auf die Basis. Erbarmungslos schlugen die Torpedos auf der Basis ein. Die drei Türme und die Shuttlerampe gingen in Flammen auf und explodierten dann. Für einen Moment tat es Captain Riecan sogar leid, die Basis zerstört zu haben. Sie gehörten Forschern, die durch Admiral Hugley alle den Tod gefunden hatten. Zumindest dürfte die Zerstörung des Hauptquartiers die Piraten demoralisieren.
"Versuchen sie am besten ihr Schiff zu orten, Captain", schlug Mr. Edwardson vor.
Captain Riecan scannte das Gebiet. Die Shefield erschien bald. Dicht gefolgt von der Saphire. Beide kreisten um den ersten Mond von Cernetz vier.
"Ich hab die Shefield gefunden, bei eins Punkt sieben Komma vier. Setzen sie einen Kurs."
Mr. Edwardson bestätigte und programmierte einen Kurs. Das Shuttle beschleunigte jetzt auf Impulskraft.
Kapitel 12 :
Admiral Hugley betrat die Brücke der Saphire. Er war im Maschinenraum gewesen. Die Nachricht, von der Zerstörung der Basis, hatte ihn wie ein Schlag getroffen. Doch noch war nichts verloren. Sein Plan war doch perfekt. Er mußte einfach funktionieren!
Hugley setzte sich auf seinen Stuhl. Er spürte die allgemeine Beklommenheit. Andrew Denner, der nun sein erster Offizier war, stellte sich neben ihn. Er sagte:
"Ich weiß nicht, vielleicht sollten wir lieber abbrechen. Was sollen wir denn ohne Basis machen?"
Hugleys Blick schnellte zu dem jungen Pirat.
"Was?" Fragte er wütend. "Wir stehen kurz vor dem Sieg und du willst abhauen, du Feigling!"
Voller Trotz sah der verräterische Admiral wieder auf den Bildschirm.
"Dieses Schiff kann unsere Basis für kurze Zeit ersetzen. Solange, bis wir unser Attentat auf die Erde abgeschlossen haben. Wenn das geschafft ist, brauchen wir keine Basis mehr."
Admiral Hugley kam eine neue Idee. Er aktivierte das Intercom. Die Nachricht wurde auf alle Decks übertragen.
"Hier spricht der Captain", begann Admiral Hugley seine Ansprache: "Wer bei der Eroberung der Shefield spezielle Tapferkeit beweist, erhält das doppelte der ausgemachten Belohnung. Und wer mir Captain Riecan lebend ausliefert, erhält noch einen Bonus."
Andrew Denner setzte sich an die Steuerung und sagte:
"Ein Shuttle landet auf der Shefield. Es ist sicherlich Captain Riecan", der Pirat stockte: "Also ich muß sagen, anfangs hielt ich diesen Föderierten für einen Trottel und leichte Beute aber er scheint ein würdiger Gegenspieler."
"Das ist er nicht!" Gab Admiral Hugley wütend von sich: "Er ist nur ein kleiner Mistkäfer."
Das geklaute Shuttle war soeben auf der Shefield gelandet. Captain Riecan stieg aus. Er ließ sich von einem Fähnrich eine neue Uniform geben. Diesmal das normale Standardmodel. Die anderen taten es ihm gleich.
Doktor Rogers und ein Sicherheitsmann trugen den Verwundeten aus dem Shuttle.
"Wir bringen ihn sofort auf die Krankenstation. Er wird sicher durchkommen", sagte die Ärztin optimistisch.
Als sie die Shuttlerampe verließ, kam gerade Commander Freeman herein. Er gab den Mitgliedern des Außenteams als erstes neue Kommunikatoren.
"Bitte um Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen", sagte Captain Riecan.
Commander Freeman lächelte und erwiderte:
"Erlaubnis erteilt, Captain. Kommen sie bitte, sie werden auf der Brücke gebraucht."
Captain Riecan, Lieutenant Commander Joanne Oris, Lieutenant Commander Data und Mr. Edwardson setzten sich in Bewegung. Sie verließen rasch die Shuttlerampe. Captain Riecan erinnerte sich, daß er den Gang von der Shuttlerampe zur Brücke bereits einmal gegangen war und zwar, als er das erste mal das Kommando über die Shefield übernommen hatte.
"Was ist da unten passiert?" Fragte Commander Freeman während er durch einen Korridor ging.
Captain Riecan erklärte die ganze Geschichte. Er wunderte sich, wieso Commander Freeman nicht überrascht war, von Hugley zu hören.
"Admiral Hugley ist also unser Verräter. Überrascht sie das nicht, Commander?" Fragte Captain Riecan verwundert.
Commander Freeman schüttelte den Kopf und erwiderte:
"Wir haben Funkverkehr abhören können und wissen ungefähr soviel wie sie, Captain."
Die fünf Personen bogen in einen abzweigenden Korridor ein. Er würde irgendwann zu einem Turbolift führen.
"Klasse, wie sie die Basis zerstört haben", lobte Commander Freeman.
Captain Riecan nahm keine Notiz und fragte statt dessen:
"Wie sehr haben sie denen zugesetzt, Commander?"
"Leider nicht halb so schlimm wie die uns, Sir."
"Wie schlimm ist der Schaden?"
"Wir haben die Hauptschäden repariert. Der Warpkern funktioniert jetzt wieder mit voller Kraft aber weil eine Gondel ein Leck hat, werden wir trotzdem kein Warp fliegen können. Die Hüllenschäden sind abgedichtet. Leider mußten wir Sektion drei von Deck acht völlig abschotten."
"Brauchen wir im Moment eh nicht", sagte Captain Riecan.
"Der Schildgenerator war eine Weile lang ziemlich angeschlagen aber jetzt hat ihn Logan wieder auf Vordermann gebracht. Außerdem läuft der Impulsantrieb wieder fast mit maximaler Leistung. Wir hatten anfangs größere Probleme mit dem Antrieb gehabt, weil uns die Saphire einen ziemlich gezielten Treffer verpaßt hat aber das dürfte jetzt wieder gehen."
Captain Riecan, Commander Freeman und die anderen Bogen um eine weitere Ecke.
"Wie ist der Zustand der Saphire?" Fragte Captain Riecan gespannt.
Commander Freeman seufzte.
"Leider besser als unserer. Wir haben einige Schlüsselsystem zerstört aber sicherlich haben sie diese mittlerweile wiederhergestellt."
Die fünf Personen betraten den einen Turbolift.
"Brücke", gab Commander Freeman an.
Wesentlich angenehmer als die Lifte der Basis, setzte sich der Turbolift in Marsch. Es dauerte nicht lange, bis er auf der Brücke hielt. Captain Riecan und die anderen traten heraus.
Mr. Data meldete sich zu Wort:
"In Anbetracht der Schäden, würde ich im Maschinenraum von größerem Nutzen sein, als auf der Brücke."
Captain Riecan nickte. Der Androide kehrte in den Turbolift zurück. Captain Riecan sah zu Mr. Edwardson. Was sollte er jetzt mit ihm machen? Er entschloß sich, dem Ex-Verräter zu vertrauen.
"Mr. Edwardson, setzen sie sich an eine technische Konsole, und fassen sie nichts an."
Der Mann nickte und ging los. Captain Riecan wandte sich wieder an Commander Freeman.
"Ihre Loyalität in allen Ehren aber wieso sind sie nicht mit Warp geflohen, als sie noch konnten?"
Commander Freeman antwortete:
"Die Saphire hat einen schnelleren Warpantrieb als wir. Sie hätte uns mit Leichtigkeit erwischt. Wir müssen uns wohl oder übel zum Kampf stellen."
Captain Riecan nickte und setzte sich auf seinen Stuhl.
"Sei’s drum. Dann beenden wir Hugleys Wahnsinn eben hier und jetzt."
Captain Riecan blickte auf den Bildschirm.
"Taktisch", befahl er schlicht.
Carter berührte eine Taste. Der Bildschirm wechselte zu einer dreidimensionalen Ansicht, des Schlachtfelds. Die Saphire jagte die Shefield um den ersten Mond von Cernetz vier. Cernetz vier erschien unten links als vereinfachte Drahtgitterfigur.
"Die Saphire ist schneller als wir, Sir", meldete Lieutenant Edisson. "Wenn auch nicht sehr viel."
Captain Riecan betrachtete die Sensoren, die auf der Armlehne seines Sessels angebracht waren. Er sah sich den Kurs an.
"Wir kreisen weiterhin um den Mond aber wir ändern die Richtung. Gehen sie auf eins sechs drei Punkt neun, Mr. Edisson."
"Aye Sir", bestätigte der Lieutenant.
"Gestatten sie mir eine frage, Mr. Edwardson", begann Carter. "Wenn sie für die Piraten gearbeitete haben, wovon ich ausgehe, dann müßten sie doch wissen, wo deren geheime Schiffswerften liegen."
Der Ex-Verräter schüttelte den Kopf.
"Leider nicht. Hugley hat dies nur seinem Lieblingsschüler Denner und seinem Adjutanten Jeff erzählt. Außer den dreien und natürlich den Dockarbeitern, weiß keiner wo die Werften sind."
Captain Riecan fühlte direkt Mitleid mit dem Ex-Verräter. Er war nur ein Mistkerl, der Pech gehabt hatte und jetzt wollte er unbedingt noch mal die Kurve kratzen. Ohne Edwardsons Hilfe hätte es das Außenteam nicht geschafft. Riecan beschloß bei Admiral Hayes ein gutes Wort für Edwardson einzulegen, wenn das alles vorüber wäre – und es alle überleben würden.
Der Bildschirm zeigte wieder das normale Bild vom All. Der Mond war rechts im Bild zu sehen. Er war kahl und sah unfreundlich aus. Captain Riecan wandte sich an Carter:
"Ich brauche eine vollständige Scanneranalyse des Mondes und zwar so schnell es geht."
Die Offizierin tat ihr Bestes. Commander Freeman sah den Captain fragend an.
"Was interessiert uns dieser Felsbrocken?"
"Ich habe gelesen, es ist wichtig die Umwelt in Raumkämpfen für sich zu nutzen."
Carter begann mit dem Vortragen ihrer Ergebnisse:
"Der Mond ähnelt von der Größe dem Erdenmond. Er besteht zum größten Teil aus Stahl und Eisenpherit. Im inneren gibt es winzige Diliziumvorkommen aber die sind nicht der Rede wert. Auffallend ist, daß sich unterhalb der Kruste des Mondes eine Art von Tunnelsystem gebildet hat. Dieses System erstreckt sich unter dem ganzen Mond."
Captain Riecan wurde hellhörig.
"Sind diese Tunnels groß genug, daß ein Raumschiff darin manövrieren könnte?" Fragte er.
"Also die Tunnels haben unterschiedliche Größen. Ich denke aber sowohl die Shefield als auch die Saphire könnten sich hineinzwängen."
Captain Riecans Gesicht wurde fröhlich. Er begann zu erklären.
"Die Saphire ist wesentlich größer als die Shefield. Das heißt, wir können in den Mond flüchten und durch Tunnels fliegen, durch welche die Saphire niemals durchpassen würde. Jetzt haben wir die Chance die Größe der Saphire gegen sie auszunutzen."
Commander Freeman nickte als er den Plan verstanden hatte.
"Carter scannen sie bitte nach dem nächsten Eingang."
Die Offizierin tat es. Lieutenant Edisson meldete sich jedoch zu Wort:
"Carter sagte, es ist möglich darin zu manövrieren. Sie hat nicht gesagt, daß es ziemlich schwierig ist."
Captain Riecan sah den Steuermann mitleidig an uns antwortete:
"Das lasse ich mal ihre Sorge sein."
Genervt und kopfschüttelnd drehte sich der Lieutenant wieder seiner Arbeit zu.
"Es gibt eine Einflugmöglichkeit, bei eins vier drei null Punkt neun", meldete Carter.
"Ich setze einen Kurs und verlangsame nach dem Eintritt auf ein achtel Impuls", sprach Lieutenant Edisson.
Die Shefield zog um etwa 16° nach oben und drehte sich so, daß sie zur Mondoberfläche parallel stand. Plötzlich kam Cator Canulis auf die Brücke. Captain Riecan sah ihn erstaunt an.
"Bitte um Erlaubnis die Brücke betreten zu dürfen. Es stinkt mir nämlich immer nur raten zu müssen, was hier abgeht. Ich will den Untergang der Shefield von der Ehrenloge aus beobachten", sagte der Barmann und Ex-Offizier.
Captain Riecan nickte. Er hatte keine Lust, jetzt mit dem Barmann zu diskutieren. Dieser nahm, auf dem Sessel, der eigentlich für den Counselor gedacht war Platz. Da die Shefield aber noch immer keinen hatte, war der Platz frei.
Lieutenant Walker meldete plötzlich überrascht:
"Captain, wir werden von der Saphire gerufen."
"Auf den Schirm", befahl Captain Riecan schnell.
Die blanke und unbeschädigte Brücke der Saphire erschien. Admiral Hugley saß mitten darin auf seinem Sessel. Sitze für den ersten Offizier oder den Counselor hatte er entfernen lassen, so daß nur er in Bild kam.
"Sie haben mir ganz schönen Ärger gemacht, Captain. Doch nun sind sie schon fast erledigt. Ihr Schiff ist dem meinen nicht gewachsen. Genauso wenig wie sie mir gewachsen sind."
Captain Riecan unterbrach den Admiral schnell, um sich vor einem weiteren Redeschwall zu bewahren:
"Jetzt hören sie mal auf zu plappern und quatschen sie keine Opern. Sie ergeben sich besser, sonst werden wir sie zerstören müssen. Es hat doch keinen Zweck mehr. Sie haben ihre Basis verloren."
Der Admiral wollte sich diesen Argumenten nicht stellen. Um Captain Riecan auszuweichen, was er immer tat, wenn er nicht mehr weiter wußte, sah er zu Cator Canulis.
"Ein Zivillist auf der Brücke. Ihr Schiff ist wirklich in miserablem Zustand."
Cator Canulis sah den verräterischen Admiral empört an und sagte:
"Was hast du alter Trottel eigentlich für Probleme? Du hast in der Sternenflotte doch alles erreicht und jetzt ziehst du so eine Aktion ab. Das kann doch keiner bringen. Also was du hier machst ist absoluter Schwachsinn und wie ich die Fähigkeiten meines Captains einschätze auch noch Selbstmord."
Captain Riecan wollte den aufgebrachten Barmann stoppen. Er sagte:
"Danke, Mr. Canulis."
Der Admiral konzentrierte sich nun aber auf den Barmann. Er hatte es gewagt ihn krumm anzuplappern. Diesem Rüpel mußte er eine Lektion erteilen. Der Admiral entschloß sich Cator Canulis etwas runter zu machen.
"Was hast du überhaupt für Klamotten an. Wenn ich so wie du rumlaufen würde, würde ich mich schämen."
Der Admiral hatte jedoch keine Chance gegen den schlagfertigen Barmann.
"Wenn deine Klamotten gewaschen sind, können wir weiterreden."
Der Admiral lehnte sich in seinen Sessel zurück. Er wollte es mit Großkotzigkeit versuchen.
"Solche Typen wie du hab ich früher reihenweise umgehauen."
Cator begann zu lachen. Noch nie hatte es ihm jemand so leicht gemacht.
"Sie haben Typen wie mich früher umgehauen. Aber wie viele Jahrtausende ist das her?"
Hugley sah den Barmann empört an. Er war jetzt wirklich wütend.
"Ich könnte dich heute noch fertig machen du kleiner Witzbold."
Cators Rache kam sofort.
"Das glaub ich nicht. Hat jemand von euch schon mal ein Fossil aus der Vorzeit kämpfen sehen."
Die ganze Brückenbesatzung konnte sich einen kleinen Lacher nicht verkneifen. Plötzlich fiel Admiral Hugley Edwardson auf.
"Wie konntest du mich nur verraten?" Fragte er wütend.
Edwardson sah den Admiral an und antwortete prompt:
"Also das war ganz einfach."
Der Admiral beendete die Verbindung. Der sichtlich amüsierte Captain Riecan sah zu Cator Canulis.
"Also ich denke nicht, daß dieses Gespräch noch etwas gebracht hätte aber in Zukunft lassen sie bitte mich reden!"
Der Barmann sagte: "Jawohl" und salutierte.
Die Shefield schien den Eingang erreicht zu haben. Auf dem Bildschirm war deutlich eine Öffnung in der Mondoberfläche zu sehen. Die Shefield kam dem Eingang näher. Während dessen rückte die Saphire immer schneller heran. Plötzlich überkam alle Anwesenden, auf der Shefield Brücke, ein Schock. Metallene Verstrebungen und komplexe Gittersysteme zeigten sich in dem Krater.
"Voller Scan", befahl Captain Riecan unverzüglich.
Carter aktivierte die Scanner und tastete das seltsame Gebilde ab. Schließlich kam sie zu einer überraschenden Erkenntnis.
"Sir, das sind eindeutig die Schiffswerften der Orion Piraten. Die Bauteile bestehen aus den selben Metallen, wie der Mond selbst. Für Sensoren ist es unmöglich die Struktur vom Rest des Mondes zu unterscheiden."
Commander Freeman sah angestrengt auf den Schirm. Schließlich fragte er:
"Sind Lebensformen an Bord?"
"Nein", antwortete Carter, wenig überrascht. "Das ist logisch. Wenn Lebensformen dort gewesen wären, hätten wir diese schon beim ersten Scan des Systems finden müssen. Um nicht entdeckt zu werden wurde diese Einrichtung deaktiviert. Alle Energiesysteme sind derzeit offline."
Captain Riecan sah hinter sich, zu Lieutenant Walker.
"Können wir die Werft zerstören?"
"Theoretisch müßte das mit Photonentorpedos auf voller Streuung möglich sein aber dann würden wir uns den Eingang verschließen."
Captain Riecan schüttelte den Kopf.
"Dann lassen wir es lieber. Die Saphire ist sowieso schon gefährlich nahe."
Der Bildschirm zeigte nun eindeutig eine Werft, die anscheinend im Mond integriert war. Es war ein, fast schon, absurder Anblick.
"Jetzt oder nie", gab Lieutenant Edisson von sich. "Wir sind im perfekten Winkel um in den Mond einzutreten."
Captain Riecan richtete zeigte mit seinem Finger auf den Eingang und befahl:
"Machen sie es so."
Er imitierte damit eine Geste von Captain Picard, den er sehr schätzte.
Die Shefield befand sich schon fast über dem Krater, der ins Innere des Mondes führte. Das 470 Meter lange Schiff zog hoch, machte einen Looping und flog dann in den Mond ein. Auf dem Schirm zeigten sich den Metallverstrebungen der inaktiven Schiffswerft. Am unteren Ende des ausgeprägten Kraters zeigte sich eine Art felsiger Gang. Dieser war der Eingang zum gigantischen Tunnelsystem unterhalb der Mondkruste. Außenlampen, die in der Nähe der Deflektorscheibe angebracht waren, erhellten die felsige Umgebung. Graue, schwarze und braune Farben herrschten vor. Mit einem Bruchteil an Impulsgeschwindigkeit tastete sich die Shefield vor.
Captain Riecan ging zu taktischen Konsolen und befahl etwas leise Lieutenant Walker. Dieser nickte nur ein klein wenig und führte den Befehl dann aus.
Schließlich begann sie den Tunnel zu durchfliegen. Im selben Moment trat auch die Saphire in den Krater ein. Sie flog schneller als die Shefield – Hugley wollte diese unbedingt haben. Die Saphire holte auf. Captain Riecan sah auf dem Bildschirm, wie sich die Tunnels langsam verzweigten. Sie nahmen höchst unterschiedliche Größen und Formen an.
Captain Riecan sah vor zu Mr. Edisson.
"Vorerst nur gerade aus, weiterhin ein achtel Impuls."
Der Steuermann nickte und nahm gelegentlich kleinere Kurskorrekturen vor. Captain Riecan sah sich das Tunnelsystem an. Er suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit die Saphire auszutricksen. Er erkannte einen engen Tunnel, der zu dünn für die Saphire war.
"Steuermann", begann Captain Riecan zu befehlen: "Es gibt einen Tunnel auf acht Grad Steuerbord. Da fliegen wir rein."
Edisson sah fast schon erschreckt zu Captain Riecan zurück.
"Der ist gerade man 180 Meter breit."
Captain Riecan nickte und erwiderte:
"Deswegen wir die Saphire niemals durchpassen."
Lieutenant Edisson änderte, voller Skepsis, den Kurs. Die Shefield änderte den Kurs. Sie steuerte direkt auf einen kleinen Durchgang zu. Die Saphire trat jetzt ebenfalls in den Tunnel ein. Noch hatte sie die Shefield vor sich. Admiral Hugley betrachtete den Vorgang auf seinem Bildschirm. Die Shefield tauchte langsam in den Seitentunnel ein.
Plötzlich feuerte den Saphire zwei Photonentorpedos ab. Sie trafen etwa 20 Meter links von dem Durchgang auf. Eine gigantische Explosion, begünstigt durch die enge der Tunnels, entstand. Felsbrocken stoben in alle Richtungen. Die Shefield befand sich nun aber bereits innerhalb des Tunnels und nur eine lichte Erschütterung, durch die Explosion behelligte das Schiff.
Admiral Hugley befahl streng und konzentriert:
"Verfolgen sie die Shefield!"
"Es geht nicht", argumentierte der Steuermann: "Der Spalt ist weniger breit als wir."
"Dann berechnen sie einen Umweg", sagte Admiral Hugley laut.
Die Saphire flog weiter. Sie zwängte sich durch einen ebenfalls recht engen Tunnel in einen anderen, größeren Spalt. Nach kurzer Zeit kam auch die Shefield wieder dort heraus. Captain Riecan hatte allerdings bereits damit gerechnet.
"Hintere Phaser und Photonentorpedos abfeuern", sagte er bereits bevor die Saphire reagieren konnte.
Vier Photonentorpedos und zwei gut gezielte Phaserschüsse trafen den Bug der Saphire. Noch nahmen deren Schilde keinen ernsthaften Schaden aber sie geriet leicht ins Driften und schrammte an der Wand des Tunnels.
Wenig später eröffnete auch die Saphire wieder das Feuer. Zwei Photonentorpedos verfehlten den rechten Warpgondelpylon nur knapp und explodierten etwa einen Kilometer weiter an der felsigen Wand. Auch diesmal entstand eine große Explosion. Auf dem Bildschirm der Shefield war sie deutlich zu erkennen.
"Das war knapp", bemerkte Carter.
Um sich nicht weiterem Beschuß der Saphire aussetzen zu müssen, befahl Captain Riecan:
"Ich habe einen weiteren Tunnel bei zwei Grad Backbord entdeckt. Er ist ebenfalls zu eng für die Shefield."
Mr. Edisson, der momentan eine größere Anstrengung durchlebte, wie je zuvor, nickt nur halbherzig. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Doch er machte seine Arbeit gut. Die Shefield flog kontrolliert und sicher in den neuen Seitentunnel ein. Die Saphire feuerte zwar einen Phaserstrahl ab. Jedoch verfehlte dieser sein Ziel weit und schnitt einen rot glühenden Lavastreifen in eine nahe Felswand.
"Meinen sie, wir stöbern ein paar Erdmännchen oder Maulwürde auf?" Fragte Commander Freeman zur Auflockerung.
Captain Riecan schüttelte den Kopf und grinste. Plötzlich kam ihm eine gute Idee. Er sah sich wieder die Sensoren an, auf denen das komplexe Tunnelsystem abgebildet war. Schnell nahm er nach dem nächsten Ausgang Ausschau und fand auch prompt was er suchte.
Schließlich sagte er zu Mr. Edisson:
"In Kürze geraten wir an eine Abzweigung. Fliegen sie bitte in den Tunnel, der nach Steuerbord verläuft."
"Aye, Sir", bestätigte der Lieutenant.
Er sah sich seine Instrumente an und stellte erleichtert fest, daß dieser Weg zurück zur Oberfläche führte.
"Wollen wir das Tunnelsystem verlassen?" Fragte er mit Hoffnung in seiner Stimme.
Captain Riecan nickte. Er überlegte kurz und sagte dann:
"Machen sie noch etwas langsamer. Wir wollen hinter der Saphire herauskommen, die sicherlich auch diesen Kurs verfolgt, um uns zu erwischen."
Edisson nickte und verlangsamte auf eine Geschwindigkeit, die er über den Daumen gepeilt hatte. Die roten Impulsantriebe der Shefield glühten. Sie war eines der wenigen Schiffe mit vier Impulsdüsen. Die meisten Schiffe hatten nur zwei. Die Enterprise-D hatte drei. Langsam schlich sich das Schiff der Excelsior Klasse vorwärts. Eine Salve von vier Photonentorpedos ruhte in den vorderen Rampen. Auch die vorderen Phaserbänke waren voll aufgeladen.
Captain Riecan sah zu Mr. Walker zurück und fragte:
"Wie ist der Status der Schilde?"
"Bei 90 % stabil. Der Generator gibt im Moment leider nicht mehr her", lautete die Antwort.
"Das muß reichen", murmelte Captain Riecan, der seine Hände in eine vulkanische Meditationshaltung brachte.
Wenig später endete der Seitentunnel und mündete wieder in den Hauptschacht, indem die Saphire soeben vorbeiflog.
"Sehr gut", gab Captain Riecan zufrieden und hoffend von sich.
Er schlang seine Hände fest um die Armlehnen seines Sessels. Die Shefield flog aus dem Seitentunnel heraus. Direkt vor ihr befand sich die Saphire und einen Kilometer weiter der Ausgang ins freie All. Es verlief endlich mal alles, wie es Captain Riecan geplant hatte.
Auf einmal feuerte die Saphire ein Torpedo auf die Shefield ab. Es explodierte am vorderen Schildbereich. Auf der Brücke wankte es stark. Einige Crewmen verloren das Gleichgewicht und fielen zu Boden.
"Schildstatus?" Fragte Captain Riecan aufgeregt.
Lieutenant Walker rappelte sich wieder auf seinen Stuhl und sagte dann:
"Auf 85 % gesunken aber sie halten."
Captain Riecan nickte und befahl dann eilig:
"Bereiten sie sich darauf vor, alle vier Torpedos abzufeuern."
Der Lieutenant gab sofort Befehle in seine Konsole ein. Captain Riecan sagte aber noch schnell dazu:
"Zielen sie aber nicht direkt auf die Saphire, sondern auf die Felswand über ihr."
Lieutenant Walker schien zu verstehen und tat dies. Plötzlich wurde die Shefield von einem Phaserstrahl der Saphire getroffen. Für kurze Zeit fielen die Lichter aus aber es entstand zum Glück kein ernsthafter Schaden.
"Feuer", befahl Captain Riecan schnell.
Vier Photonentorpedos rasten aus ihren Abschußrampen und flogen, rot glühend, auf ihr Ziel zu. Kurze Zeit Später detonierten sie direkt über der Saphire. Teile der Felswand fetzten auseinander. Felsbrocken prasselten, vergleichbar mit Munition einer Schrotflinte, erbarmungslos auf die Schilde der Saphire ein. Diese nahmen großflächigen Schaden.
"Ja", gab Lieutenant Walker laut von sich und schlug mit seiner Hand auf den Rand seiner Konsole: "Wir haben sie erwischt. Ihre Schilde sind durch diese extreme Kollision runter auf zehn Prozent."
Captain Riecan schlug die Hände zusammen und rieb sie, fast schon etwas schadenfroh.
"Phaser ausrichten und abfeuern. Zielen sie auf die schwächste Stelle ihrer Schilde."
Der Lieutenant nickte und feuerte unverzüglich die Phaser ab. Vier Strahlen trafen nacheinander auf die Saphire. Bei den beiden ersten Treffern versagten ihre Schilde, die zwei darauffolgenden beschädigten ihre Hülle. Ein großer Hüllenbruch tat sich auf.
"Photonentorpedos sind wieder bereit", meldete Lieutenant Walker.
Captain Riecan blickte auf die Saphire. Er mußte diese Chance nutzen.
"Feuer", befahl er.
Weitere vier Photonentorpedos rasten auf ihr Ziel zu. Die Saphire beschleunigte auf vollen Impuls, weswegen nur drei trafen. Eine große Explosion formte sich auf der Hülle der Saphire.
"Bringen sie diese verdammten Schilde wieder rauf", brüllte Admiral Hugley.
Große Ärgergefühle brodelten in ihm zusammen. Jetzt hatte dieser verfluchte, kleine Wicht ihn schon wieder reingelegt. Aber noch mal sollte er keine Gelegenheit dazu bekommen. Er würde ihn zermalmen. Wie konnte es dieser Witzbold wagen, gegen ihn anzukommen. Er mußte einfach gewinnen!
Andre Denner meldete fast etwas verzweifelt:
"Das ist sehr schwierig. Wir haben zwei große Rumpfrisse. Die sollten wir zunächst abdichten."
Admiral Hugley schüttelte den Kopf.
"Nein, dazu müßten wir uns zurückziehen."
"Das sollten wir in Betracht ziehen", sprach der junge Offizier kleinlaut.
Doch Admiral Hugley unterbrach ihn sofort. Er hörte sich seltsam ruhig an. Das deutete darauf hin, daß er sehr wütend war:
"Ich werde ihre Feigheit im Logbuch vermerken. Es wird sich negativ auf ihre Karriere auswirken."
Der Orion Pirat, Denner, erwiderte darauf:
"Das ist keine Feigheit. Wir gehen hier noch alle drauf. Ich weiß, daß es sie furchtbar sauer macht, daß dieser Riecan sie schon wieder erledigt hat aber..."
Plötzlich zog Hugley seinen Strahler und feuerte auf Denners Arm. Sofort stürzte dieser zu Boden und drückte seine Hand an die Phaserverbrennung.
"Wer nicht hören will, muß fühlen. Sie unterstehen meinem Kommando und sie haben zu tun, was ich ihnen sage."
Andrew Denner stand auf und nickte gebrochen. Er fing an, auf den Turbolift zuzugehen.
Sofort fragte Hugley:
"Wo wollen sie hin?"
"Zur Krankenstation natürlich."
Hugley sah ihn böse an und sagte:
"Sie bleiben hier und bringen die Schirme wieder in Aktion."
Captain Riecan sah angestrengt auf den Schirm. Die Saphire floh. Irgend etwas schien mit ihrer Waffenphalanx nicht zu stimmen, denn sie feuerte nicht mehr. Captain Riecan überlegte, was als nächstens zu tun wäre. Beide Schiffe befanden sich wieder im freien Raum. Sicherlich war die Saphire schwer beschädigt. Captain Riecan hoffte auf etwas mehr Chancengleichung.
Er entschloß sich, Admiral Hugley noch eine Chance zu geben. Trotz all seinen Taten.
"Mr. Walker, öffnen sie einen Kanal an die Saphire."
Der Bildschirm blieb kurze Zeit so wie er war, dann erschien Plötzlich Admiral Hugley. Er war in Großaufnahme zu sehen. Wahrscheinlich nicht um sich zu brüsten, sondern, weil die Brücke der Saphire ebenso schlimm aussah, wie die der Shefield. Das wollte der Admiral sicherlich verbergen.
Captain Riecan begann in einem ruhigen Tonfall zu reden:
"Ergeben sie sich. Es hat doch keinen Zweck. Ihr Schiff hat im Moment weder Schilde noch Waffen."
"Ja. Im Moment", erwiderter Admiral Hugley. "Aber wir sind hier noch nicht fertig. Wenn wir wieder Schilde haben sind sie dran."
Captain Riecan schüttelte den Kopf und stand auf:
"Wir können auch ihr Schiff kapern, wenn sie es unbedingt wollen. Denken sie doch mal an ihre Mannschaft."
Commander Freeman stand ebenfalls auf. Er warf leise ein:
"Leider nein. Sie werden ihre Waffen bald wieder online haben. Wenn wir dann die Schilde zum beamen senken, feuern sie uns zu Schrott."
Captain Riecan nickte unauffällig.
"Sie haben schon genug Schaden angerichtet, Captain. Ich ergebe mich nicht", sprach Admiral Hugley.
Captain Riecans Stimme wurde sehr viel ernster.
"Wie sie sich schon denken können, wissen wir von ihren Werften. Wir haben die Möglichkeit sie zu vernichten, wenn sie sich nicht ergeben."
Admiral Hugley schnaubte auf:
"Sie bluffen. Bald werden sie ihre Gerechte Strafe erhalten."
Captain Riecan wollte dem Admiral erläutern, wieso er nicht bluffte aber dieser beendete die Verbindung. Die Saphire steuerte wieder auf die Shefield zu.
"Ihre Schilde und Waffen funktionieren jetzt wieder", meldete Lieutenant Commander Carter aufgeregt.
Captain Riecan zögerte einen Augenblick; dann wandte er sich an Lieutenant Walker:
"Zünden sie die Photonentorpedos, die wir zurückgelassen haben."
Der Lieutenant nickte und betätigte drei Tasten. Wie aus dem Nichts explodierte acht Photonentorpedos, welche die Shefield im Krater mit der Shefield abgeworfen hatte. Sie waren der Saphire in der Eile nicht aufgefallen. Durch die Enge des Kraters, explodierten die Sprengkörper mit unglaublicher Wucht. Die Explosion schoß noch aus dem Krater heraus. Die Metallträger und Komponenten der Werft verbogen und zerbarsten.
Die Saphire begann noch aggressiver zu feuern. Sie kam direkt auf die Shefield zu. Phaser und Photonentorpedos wurden von der Saphire aus abgefeuert. Sie schlugen hart auf der Shefield ein.
"Schilde bei 50 %", meldete Lieutenant Walker.
Captain Riecan erteilte dem Steuermann einen Befehl:
"Ausweichmanöver Gamma drei. Halten sie sich außerdem noch für ein weiteres, taktisches Manöver bereit."
Die Shefield begann mit dem Ausweichmanöver und feuerte während dessen mit den Phaser auf die Saphire. Gamma drei war ein berühmtes Korkenziehermanöver. Es hieß so, weil sich das Schiff, daß es ausführte, wie der Lauf eines Korkenziehers zu bewegen begann. Dadurch kamen unterschiedliche Phaserbänke abwechselnd in Feuerposition.
Die Shefield befand sich jetzt hinter der Saphire. Aus der hinteren Torpedorampe von Hugleys Schiff kam ein Photonentorpedo. Es traf die Shefield am Heck. Captain Riecan plante im Kopf ein taktisches Manöver.
"Mr. Edisson, bereiten sie sich darauf vor, erst um 180° zu wenden, dann gerade auf die Saphire zuzufliegen und bei meiner Anweisung eine Fassrolle um ebenfalls 180° zu drehen", erklärte Captain Riecan.
"Aye, Sir", bestätigte der Steuermann.
Captain Riecan stand auf und ging zu Mr. Walker.
"Sie feuern erst die Phaser, dann die Photonentorpedos auf diese Stelle ab, wenn ich es ihnen sage."
Riecan deutete auf eine Stelle des sekundären Rumpfes der Saphire. Dann kehrte er auf seinen Sessel zurück.
"Mr. Edisson, fange sie an."
Die Shefield drehte sich wieder in Richtung der Saphire. Diese kam auch wieder auf die Shefield zu. Die Saphire feuerte ihre Torpedos ab. Sie trafen die Shefield. Deren Schilde kollabierten erneut. Ein Phasertreffer verursachte einen Schnitt in der Hülle. Als die Shefield der Saphire näher kam, begann sie plötzlich sich zu drehen. Kopfüber tauchte sie unter der Saphire weg. Während dessen feuerte sie ihre Waffen auf die geplante Stelle ab. Die Schilde der Saphire begannen zu fluktuieren.
Captain Riecan hoffte auf ein baldiges Ende des Kampfes, denn die Shefield war ohne Schilde leichte Beute. Plötzlich machte Carter eine schockierende Meldung.
"Captain, soeben sind drei Raumkreuzer und zwei Rayder der Orion Piraten in das System eingetreten. Sie kommen mit Warp eins auf uns zu."
"Dann kann die Party ja richtig losgehen", sagte Captain Riecan erschüttert.
Schnell lehnte er sich über das Intercom und rief den Maschinenraum:
"Brücke an Maschinenraum. Mr. Logan, wir brauchen jetzt Warpgeschwindigkeit oder wir sind erledigt."
Die angespannt Stimme des Ingenieurs erklang aus dem Lautsprecher:
"Tut mir leid, Captain. Die Gondel ist einfach nicht einsatzfähig."
Captain Riecan erinnerte sich schlagartig an den Kobayashimaru Test. Jetzt war er in einer solchen, aussichtslosen Lage. Was war jetzt zu tun?
"Wir müssen hier weg", sagte er schließlich, etwas entmutigt. "Voller Impuls, Mr. Edisson."
Die Shefield setzte sich in Bewegung. Captain Riecan rieb sich angestrengt die Stirn. War jetzt alles aus?
Kapitel 13 :
Ein Photonentorpedos verfehlte die Shefield nur knapp. Die Unterstützung der Piraten war eingetroffen und machte der Shefield zu schaffen. Plötzlich meldete Carter:
"Sir, ich orte vier weitere Schiffe, die jeden Moment hier sein müßten."
Captain Riecan hielt sich die Hand vors Gesicht.
"Bitte nicht noch mehr", murmelte er.
Carters Stimme wurde plötzlich fröhlich und überrascht. Captain Riecan sah auf.
"Ich habe die Schiffe identifiziert. Es sind Föderationsschiffe. Eines davon ist die Enterprise."
"Auf den Schirm", befahl Captain Riecan, der den Raum, angefüllt mit Raumern der Piraten, nicht mehr sehen wollte.
Ein kleiner Verband war zu erkennen, der mit Warpgeschwindigkeit ins System raste. Als die Schiffe näher kamen, wurde klar, daß Carter sich nicht geirrt hatte. Die Enterprise, ein Schiff der Ambassador Klasse, eines der Miranda Klasse und ein Schiff der Oberth Klasse waren eindeutig zu sehen.
"Taktisch", befahl Captain Riecan voller Hoffnung.
Der Bildschirm wechselte wieder in die dreidimensionale Darstellung. Die vier Schiffe der Sternenflotte kamen auf den Verband der Orioner zu und mischten ihn auf. Die Schiffe stoben auseinander. Der Mond war nur noch am oberen Rand des Bildschirmes. Nach kurzer Zeit explodierte ein Rayder der Piraten.
Mr. Data betrat die Brücke und sagte kurz und bündig:
"Das Intercom im Maschinenraum ist zerstört. Da ich sowieso auf die Brücke wollte, bat mich Mr. Logan ihnen auszurichten, daß der Warpantrieb vielleicht in einer viertel Stunde wieder online sein kann."
"Ist nicht mehr so eilig", sagte Captain Riecan.
Lieutenant Walker erklärte plötzlich:
"Die Enterprise ruft uns."
Captain Riecan sah zu ihm und sagte:
"Auf den Schirm."
Sofort erschien die Brücke der Enterprise. Sie war in rotes Licht getaucht aber ihr Status war mehr als gut. Das Schiff der Galaxy-Klasse war bereits für den Kampf. Sofort erkannte Captain Riecan, daß der Steuermann alle Hände voll zu tun hatte.
"Captain Riecan, schön sie wiederzusehen. Wie ist ihr Zustand?" Fragte Captain Picard.
Captain Riecan sah etwas betrübt aus.
"Leider nicht so toll. Wir haben die Schilde verloren und haben schon den ganzen Tag Treffer einstecken müssen."
Captain Picard nickte betroffen und beteuerte dann:
"Wir nehmen eine Flankenposition zu ihrem Schiff ein. Die Enterprise wird ihnen Deckung geben, bis ihre Schilde wieder in Aktion sind."
Captain Riecan nickte uns begann zu lächeln.
"Es ist schön, die Enterprise endlich mal in Aktion zu erleben aber wie haben sie uns gefunden?"
Captain Picard machte es kurz:
"Wir fanden einen Konvoi von Truppentransportern, die vor irgend etwas flüchteten. Wir zwangen sie sich zu ergeben und fanden heraus, daß sie aus dem Cernetz System kamen. Daraufhin flogen wir sofort dort hin."
Riecan begann soeben wieder an Glück zu glauben. Er verabschiedete sich von Captain Picard und das Bild vom All war auf dem Schirm zu sehen. Deutlich war zu erkennen, wie die Schiffe der Föderation in die Menge der Orioner stoben. Das Schiff der Miranda Klasse feuerte mit den beiden oberen Phaserkanonen auf einen Rayder der Orion Piraten, der daraufhin explodierte.
Die Enterprise positionierte sich vor der Shefield. Plötzlich unternahm die Saphire einen letzten Angriffsversuch. Sie flog an der Enterprise vorbei, die sie stark beschoß. Dadurch verlor sie ihre Schilde. Die Enterprise und die Shefield beschossen sie dann gleichzeitig. In einer großen Explosion platzte die Untertassensektion der Saphire auseinander. Der Rest des Schiffes verbrannte in der Explosion. Captain Riecan schüttelte den Kopf. Er lehnte sich zurück und atmete auf. Die restlichen Schiffe der Orion Piraten flüchteten aus dem System. Sicherlich würden auch sie bald erwischt werden.
Die Lage hatte sich beruhigt. Der Kampf war gewonnen. Mr. Data stand neben Carter und half ihr, den Kurs der geflohenen Orioner zurückzuverfolgen. Plötzlich kamen aus beiden Turboliften mehrere Piraten – und Admiral Hugley. Sofort stellte er sich hinter Mr. Walker und hielt ihm seine Waffe an den Kopf. Die anderen Piraten hielten ebenfalls Geiseln fest.
"Lassen sie ihre Waffe fallen", forderte Admiral Hugley. "Sonst erschieße ich ihn."
Mr. Walker warf ein.
"Nein, Sir. Sie müssen schießen. Er darf die Shefield nicht bekommen."
Captain Riecan sah sich erneut in einer Zwangslage. Hugley mußte sich an Bord gebeamt haben, während die Shefield die Schilde verloren hatte und die Saphire nahe genug war. Was sollte er tun? Nein, er konnte Lieutenant Walker nicht opfern. Widerwillig legte der Captain seine Waffe weg und wies die anderen an, das selbe zu tun. Data legte seinen Tricorder auf Carters Konsole.
"So und jetzt kommen sie her und sagen sie der Enterprise, daß alles in Ordnung ist", befahl Admiral Hugley.
Captain Riecan setzte sich widerwillig in Marsch. Er mußte sich irgend etwas einfallen lassen – aber was? Als er etwa auf halbem Weg war, hörte Riecan einen Knall. Mr. Data schlug mit seiner Hand fest auf den Tricorder, den er auf Carters Konsole gelegt hatte. Das Gerät sauste durch den Schlag los und prallte Admiral Hugley mitten ins Gesicht. Ehe dieser reagieren konnte, verpaßte ihm Lieutenant Walker einen Stoß in die Rippen und warf sich auf den Boden. In dieser Zeit, hatten sich alle Offiziere eine Waffe organisiert. Mindestens vier Personen feuerten auf Hugley und seine verwirrten Helfer.
Jetzt war die Gefahr wirklich vorüber. Die Geiseln rappelten sich wieder auf. Hugley und seine Kumpanen blieben betäubt liegen. Einer von denen war Andrew Denner, der jetzt wohl zum zweiten mal in den Knast kommen würde.
Epilog :
Die Enterprise und die Shefield flogen nebeneinander im Warptransit. Der Shefield würde ein erneuter Besuch eines Raumdocks wohl nicht erspart bleiben. Das Schiff hatte wirklich extensiven Schaden erlitten. Doch Admiral Hayes hatte Captain Riecan versichert, daß sich die nicht zu einem Nachteil entwickeln sollten. Die Shefield sollte während der Umrüstung neuere Komponenten erhalten um mit den neuesten Schiffen mithalten zu können. Es würden wohl nur einige kleinere Modifikationen sein aber Captain Riecan freute sich trotzdem. Er war glücklich, daß die Lebensdauer von Schiffen der Excelsior Klasse so hoch war. Die Shefield würde ihm wohl noch lange erhalten bleiben.
Mr. Logan hatte sich inzwischen wieder mit dem Chefingenieur der Enterprise, Geordi LaForge, versöhnt und arbeitete mit ihm an den Reparaturen der Shefield.
Captain Riecan saß derweil im Zehn Vorne der Enterprise. Er war zu einer kleinen Schachparty mit Captain Picard verabredet. Allerdings war Riecan schon etwas früher gekommen. Er wollte sich die Enterprise ansehen. Nachdem ihn, der Klingone, Worf, durch das Schiff geführt hatte, war er in die Bar gegangen um auf Picard zu warten. Er war ins Denken geraten. Er dachte viel über die geschlagene Schlacht nach. Die Piraten waren besiegt. Admiral Hugley erwartete eine hohe Strafe. Dennoch fühlte er sich schlecht. Mr. Data kam in die Bar und erkannte Captain Riecans nachdenkliches Gesicht. Schnell gesellte er sich zu ihm.
"Die Crew der Shefield wurde für einen Orden vorgeschlagen", sagte Mr. Data stolz.
Captain Riecan nippte an seinem Drink und antwortete:
"Ich weiß."
"Sie sehen nachdenklich aus, Sir. Die Erfahrung, die mir über Menschen zur Verfügung steht, läßt mich darauf schließen, daß Sie etwas beschäftigt."
Captain Riecan nickte und begann zu erzählen.
"Als Hugley auf die Brücke stürmte und Walker als Geisel nahm, sagte mir dieser, ich solle schießen. In Anbetracht der Leben, die auf dem Spiel standen, hätte ich das vielleicht tun sollen. Verstehen sie mich nicht falsch aber wenn Hugley wirklich mit der geklauten Shefield das Föderationshauptquartier zerstört hätte, wäre das eine totale Katastrophe gewesen."
Data bekam wieder seinen denkenden Ausdruck.
"Wenn sie geschossen hätten, wäre Mr. Walker mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit gestorben. Wenn sie das in Kauf genommen hätten, hätten sie genau wie Admiral Hugley gehandelt. Und seine Aktionen deuten nicht darauf hin, daß er sehr menschlich ist. Dies zu sein, ist meiner Meinung nach jedoch höchst anstrebenswert."
Captain Riecan sah sich den roten Drink an. Im Gegensatz zu Cator Canulis Drinks war dieser recht mild – eine gelungene Abwechslung.
"Wahrscheinlich haben sie Recht", gab Captain Riecan zu. "Es war eine große Freude mit ihnen zusammenzuarbeiten."
Mr. Data bedankte sich.
"Sie hätten sich wahrscheinlich auch einen Orden verdient. Wer weiß, vielleicht schlägt sie Captain Picard ja sogar vor, wenn er meinen Bericht erhält."
Captain Riecan dachte nach. Ein Glück, daß die Enterprise den flüchtenden Konvoi der Orion Piraten entdeckt hatte. Daraufhin hatte Captain Picard alle Schiffe zusammengetrommelt, die in der Umgebung waren. Captain Riecan wußte, daß er noch etwas Zeit hatte, bis zu seinem Schachspiel, deswegen entschloß er sich, auf das Holodeck zu gehen. Bevor er jedoch aufstehen konnte, sprach Mr. Data:
"Sir, wäre es ihnen möglich, mir jetzt den Trick mit der Murmel zu erläutern?"
Captain Riecan dachte nach.
"Also gut", sagte er. "Aber sie dürfen ihn nicht weitererzählen."
Mr. Data nickte einwilligend. Captain Riecan begann zu erklären. Während dessen flog die beiden Schiffe dem nächsten Reparaturdock entgegen, daß ausgerechnet im Thay’le lag. Ein ausgedehnter Landurlaub winkte.
Später flog die Shefield weiter,
um neue Kulturen zu entdecken,
neue Welten zu erkunden
und mutig dahin vorzustoßen,
wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.