Mein Aquarium

Hallo Leute,
auf dieser Seite möchte ich euch mein Aquarium vorstellen und auf das eine oder andere Problem eingehen.
Mein Aquarium ist 100 x 50 x 40 cm groß mit einem Volumen von 200 l (ach was!). Ich habe es zusammen mit dem Unterschrank nach längerer Beratung von der Firma aquadesign gekauft.

guckst du...

Wenn ihr Zeit und Lust habt, dann schaut doch mal in der Amalienstraße in Oldenburg vorbei. Lohnt sich. Und die Verkäuferinnen und Verkäufer (besser gesagt “Berater”) sind echt kompetent und vor allen Dingen sehr nett und geduldig.
Das Aquarium und der Unterschrank waren das Einzige am Equipment, was ich neu gekauft habe und welches mir vom Chef der Firma netterweise ins Haus geliefert wurde.
Die anderen Dinge wie Bodenfluter, Filter und CO2-Anlage hatte ich vorher über eBay billig erstanden. Würde ich euch auch empfehlen, wenn ihr wie ich immer knapp bei Kasse seid.

Mein Ziel war ein pflegeleichtes Pflanzenaquarium, welches ein Paradies für meine neuen Familienmitglieder werden sollte, Dementsprechend legte ich sehr viel Wert darauf, dass nicht nur meine Fische, sondern auch die Pflanzen optimale Bedingungen vorfinden.

Bodenfluter
Viele Aquarianer halten einen Bodenfluter für überflüssig. Das Schlimme an der Sache ist, das die meisten dieser Aquarianer einen vorzüglichen Pflanzenwuchs haben und somit meine folgenden Worte etwas relativieren. Sei es ´drum, wenn man keinen zu starken Bodenfluter einsetzt, schadet er auf jeden Fall nicht.
Ein Bodenfluter ist ja eigentlich nur eine flexible Heizschlange, die auf dem Aquarienboden vor dem Befüllen mit Kies in Spiralen verlegt wird. Er bewirkt später, dass an den Stellen, wo die Heizschlange liegt, dass Wasser etwas wärmer ist als “nebenan”. Dadurch steigt das Wasser langsam durch den Kies auf. Aus der “Umgebung” strömt etwas kälteres Wasser nach, so dass permanent der gesamte Bodengrund langsam durchströmt wird. Die Bakterien im Bodengrund sind sehr dankbar dafür, das sie frische Nährstoffe und vor allen Dingen etwas Sauerstoff erhalten. Letzteres ist sehr wichtig, da anaerobe Bakterienkulturen in manchen Filtern erwünscht sind, sicherlich aber nicht im Aquarienboden. Sehen echt nicht gut aus, diese schwarzen Flecken im Boden. Der Geruch ist auch nicht so prickelnd. Und warum morsen die Fische mit ihren Blasen eigentlich immer “SOS”?
Also, ich rate jedem zu einem Bodenfluter. Neu kosten die ungefähr 110 Euro, bei Ebay bekommt man sie ab 20 Euro. Wichtig ist, dass ihr auf gar keinen Fall einen zu starken Bodenfluter benutzt. Und zwar nicht, weil die Wasser- temperatur zu hoch wird, sondern weil die Strömung im Kies zu stark wird. Da wird auch die liebste Bakterie renitent, wenn ihr sie niagaramäßig aus ihrer vertrauten Umgebung reißt und sie so ganz alleine im riesigen Ocean des freien Aquarienwassers zukünftig vor sich hinstoffwechseln muss. Denkt dran: Green- peace sieht alles!
Nun ja, und was ist nun die perfekte Bodenfluterstärke? Höchstens 1 Watt pro 10 Liter Wasser. Wenn ihr das Aquarium voll befüllt mit Wasser (soll in 99,7 Prozent aller Fälle der Fall sein), nehmt ihr natürlich das Fassungsvolumen. In meinem Fall wäre ein Bodenfluter von 20 Watt also die äußerste Schmerz- grenze. Ich benutze daher einen Fluter mit 15 Watt... 10 Watt wären auch gegangen. 

Filter
Es gibt tolle Aquarien, die keinen Filter haben. Die Aquarien haben aber auch einen sehr geringen Besatz... die Fische sind praktisch Nebensache, auf den ersten Blick. Solche auf Jahre tadellos “laufende” Aquarien sind in sich praktisch ein natürlicher Filter und ihre Gestaltung, ihr Einlaufen sowie die Pflege bedarf sehr viel Erfahrung. Sie sind Spezialisten vorbehalten.
Sind wir aber nicht... Spezialisten. Vielleicht werden wir das noch, aber im mom wollen wir doch ein tolles Aquarium, was keine Probleme macht, oder?
Hmmm... und was für einen Filter nehmen wir blutigen Anfänger dann? Es gibt viele Sorten, die alle auf ihre Art sehr gut funktionieren, aber auch ihre Tücken haben. Ich möchte hier nicht auf jede Filterart eingehen und die Vorteile und insbesondere die Nachteile beschreiben, sondern euch beschreiben, was bei mir funktioniert:
Ein ganz normaler Topffilter von Eheim. Die markantesten Vorteile: Billig (Kauf und Unterhalt), effektiv, schont die lebenswichtigen Mikroorganismen, Filterbedienung sehr einfach durch Abklemmen der Versorgungsschläuche (das mündliche Ansaugen beim Filterwechsel und der Stress mit Luft im Filter entfällt) und der Filter ist praktisch unkaputtbar. Eigentlich auch eBay- geeignet, oder? Schaut einfach mal ´rein, das Angebot ist toll.
Welche Filterleistung solltet ihr nehmen? In der Fachliteratur gibt es da sehr extreme Vorstellungen, lasst euch bloß nicht davon irritieren. Bei manchen Vorschlägen stell ich mir als Besatz einen Neon in einem gut bepflanzten 1000-Liter-Aquarium vor, wo du den Filter auch gut verschenken könntest. Andere Vorschläge lassen mich an ein 200-Liter-Aquarium mit an Durchmarsch leidenden Buntbarschen denken (30 an der Zahl), die alle volle Stunde mit ca. 200 g blutiger Schweineleber gefüttert werden.
Wir lassen die Fachliteratur also links liegen und nehmen bei einem normalen Besatz einen Filter, der in einer halben Stunde das Aquarienvolumen filtert! Hugh, ich habe gesprochen!

Yep, ich höre schon den Aufschrei von manchen selbsternannten Experten beim Lesen dieser Zeilen:
“Setzt die Fische nicht diesem Strömungsstress aus!”
“Alle Nährstoffe werden herausgespült!”
“Eine Temperaturschichtung wird auch bei niedrigerem Durchfluss verhindert!”
“Eine zu starke Strömung reichert das Wasser mit zuviel Sauerstoff an und spült das Kohlendioxid aus!”
“Meine Fische stehn´auf ZZ-Top und nicht auf Durchfluss!”

Und hier meine Meinung zu oben genannten Aussagen:

zu 1: Es herrscht auch bei einer Durchflussmenge von 2 Aquarienvolumen pro Stunde nicht überall im Aquarium eine permanente Gegenströmung. Bei entsprechender Einrichtung (Moorkienwurzeln, evtl. Steine und vor allen Dingen Pflanzen) gibt es für alle Fische die geeignete Zone: Strömung im Freiwasser (lieben meine wunderschönen Regenbogenfische) , sehr ruhige Zonen und auch “Gebiete” mit Kreiselströmung, wo schon meine Welse am Boden warten, dass sich Pflanzen- und Futterreste am Boden absetzen.   

zu 2: Ja... wo spülen sie dennnnnn...? (frei nach Dieter Hallervorden) Ist natürlich Nonsens. Sofern ihr keine Einsatzpumpe eurer freiwilligen Feuerwehr einsetzt, die den gesamten Inhalt eures Aquariums ins Wohnzimmer fetzt, bleiben innerhalb eines geschlossenen Raumes sämtliche Nährstoffe erhalten.

zu 3: Richtig! Ist aber kein Argument gegen einen vernünftigen Filter,

zu 4: Das ist nur dann richtig, wenn die Strömung falsch gewählt wurde. Ich empfehle meine Lösung: “Links-hinten” in meinem Aquarium ist der Einströmer des Filters. Der Auströmer ist 10 cm unter der Wasseroberfläche von hinten nach vorne an die rechte Wand des Aquariums leicht nach unten gerichtet. Das bewirkt im vorderen rechten Freiwasser eine schöne leichte Strömung. Ihr werdet bei eigenen Versuchen merken, dass gerade dieses Wasser gesucht wird von euren Fischen (in der Natur wird von den Fischen in der Strömung auf Nahrungspartikel gewartet... einige Fische warten um 90 Grad versetzt an der sogenannten Strömungskante... das sind Räuber wie z. B. der Zander, der auf vorbeischwimmende Fische wartet).
Wichtig ist selbstverständlich, dass die Wasseroberfläche ruhig bleibt. Bleibt sie ohnehin, wenn das Aquarium artgerecht mit vielen Pflanzen eingerichtet wird.  

zu 5: Jawoll, es gibt immer Leute, die von nix ´ne Ahnung haben, aber texten müssen. Ich sehe solche Leute als liebenswerte Bereicherung meines Lebens und schenke ihnen freundlich das nächste Bier ein.

CO2-Anlage
Bevor ich es im Eifer vergesse, das Wichtigste zuerst:
BENUTZT EIN RÜCKSCHLAGVENTIL !!! BENUTZT EIN RÜCKSCHLAGVENTIL !!! Ach ja... und übrigens... habe ich schon erwähnt, dass ihr ein Rückschlagventil benutzen solltet?

Wenn ihr ein Pflanzenaquarium wie ich einrichten möchtet, braucht ihr früher oder später eine CO2-Anlage. CO2 ist die hauptsächliche Nahrung der meisten Pflanzen. Man kann CO2 durch großzügigen und häufigen Wasserwechsel den Pflanzen zufügen, da CO2 dem Leitungswasser von den Wasserwerken zugeführt wird. Warum das so ist, weiß ich nicht.
Allerdings reicht der alleinige Wasserwechsel für ein voll bepflanztes Aquarium hinsichtlich des CO2-Bedarfs bei weitem nicht aus und muss zusätzlich zugeführt werden.
Die billigste Lösung ist die der alkoholischen Gärung. Ich habe am Anfang beim Einlaufen des Aquariums (also noch ohne Fischbesatz) ein bisschen herumexperimentiert: Mit Hilfe meiner lieben Martina habe ich eine schöne Flasche Rotwein geleert und anschließend ausgespült. In den Korken habe ich der Länge nach mit einem 6-mm-Holzbohrer ein Loch gebohrt und einen normalen Aquarienschlauch durchgesteckt. Den habe ich mit UHU fixiert und trocknen lassen. In die Flasche habe ich dann 2 Finger breit Zucker eingefüllt (macht euch am besten einen Trichter aus zusammengerolltem Papier). Zu dem Zucker gab ich eine Drittelpackung Trockenhefe und schüttelte das Ganze ein bisschen durch. Dann kommt noch eine Handbreit Wasser dazu. Der Korken wird wieder in den Flaschenhals gesteckt. Um Gasverlust durch den Korken zu vermeiden, umwickelte ich den Korken und den Flaschenhals mit Frischhaltefolie und fixierte diese mit Gummibändern.
Ca. 20 cm über der Flasche baute ich ein Rückschlagventil (Aquarienhandel) in den Schlauch. Das ist sehr, sehr wichtig. Wenn ihr das nicht macht, saugt früher oder später die Flasche das Aquarienwasser an und es kann geschehen, dass der Korken dem Druck nicht standhält und euer Aquariumwasser sich im Wohnzimmer verteilt.
Also: IMMER EIN RÜCKSCHLAGVENTIL VERWENDEN! (auch bei einer CO2-Anlage).
An das Ende des Aquarienschlauchs kommt ein Lindenholzausströmer. Nach kurzer Zeit kommen die ersten Perlen und eure Pflanzen bitten zu Tisch.
Allerdings schadet zuviel CO2 den Fischen. Verwendet daher auch eine dauerhafte CO2-Anzeige.
Nachts sollte die CO2-Zufuhr unterbunden werden, da dann die Pflanzen CO2 produzieren und die Fische Schaden nehmen können. Klemmt bloß nicht abends den Schlauch mit einer Schlauchklemme ab, da sich in der Flasche ein enormer Druck aufbaut, der jeden Korken knallen lässt. Nehmt statt dessen lieber den Ausströmer aus dem Aquarium oder entfernt den Korken von der Flasche.
Bald werdet ihr merken, dass die Hefebakterien in der Weinflasche eine Menge Schaum entwickeln, welcher früher oder später über den Schlauch in das Aquarium gelangt. Dies muss unbedingt vermieden werden. Man erreicht dies, in dem man das CO2 in einen zweiten Behälter leitet, der mit Wasser gefüllt ist. Über der Wasseroberfläche ist dann wieder ein Schlauch anzubringen, der das CO2 (über Rückschlagventil) in das Aquarium leitet.
Ein weiteres Problem ist die Dosierung des CO2. Mit Schlauchklemmen ist dass nicht machbar (s. o.). Es gibt Lösungsansätze mit Wackelpudding, wo der Zucker an die immer hungrigen Hefebakterien vermindert abgegeben wird und somit weniger CO2 produziert wird. Ist aber nach wie vor eine heikle Sache, daher gehe ich gar nicht näher darauf ein.
Die für mich beste Lösung ist die Verwendung einer CO2-Anlage. Sie besteht aus der eigentlichen CO2-Flasche (wiederauffüllbar), Druckminderer (mit 2 Anzeigen) und einem Nadelventil. Ein verwegener Blick von euch bei eBay erspart euch viel Geld! Wichtig beim Gebrauchtkauf ist, dass die CO2-Flasche noch den TÜV hat. Ansonsten könnt ihr es vergessen.
Wenn ihr dann alle Teile habt, testet den Druckminderer mit eurer eigenen Puste. So lernt ihr auch, in welcher Richtung eure Regler geschlossen bzw. auf sind.
Schließt alle Regler! Baut das Nadelventil, evtl. ein Nachtschaltventil und den Druckminderer zusammen. Alles zusammen kommt dann an die CO2-Flasche. Seid bei diesen Arbeiten bitte sehr sorgfältig. Meinereiner arbeitet an der CO2-Anlage nur, wenn ich alleine im Raum bin.
Stellt die Anlage dann an den für sie bestimmten Ort und klemmt einen CO2-Schlauch mit eingebautem... na was wohl... richtig... RÜCKSCHLAGVENTIL an das Nadelventil und befestigt den Lindenholzausströmer in eurem Aquarium.
Jetzt öffnet ihr ganz vorsichtig das Ventil der CO2-Flasche und beobachtet das obere Barometer des Druckminderers. Uuuiiiih.... was ist das denn? 52 Athmospären Druck? Das ist ´ne Menge Dampf! Und ist das nicht toll, dass ihr gerade jetzt eine vom TÜV geprüfte CO2-Flasche in der Hand haltet? Glaubt mir, das Hantieren mit einer defekten befüllten CO2-Flasche ist das beste Hausrezept gegen Alterskrebs.
Dann öffnet ihr vorsichtig das Ventil des Druckminderers, bis das zweite Barometer ca. 1 bar anzeigt. Das ist dann euer “Arbeitsdruck” (und auch der, den ich verwende). Wenn ihr jetzt vorsichtig das Nadelventil öffnet, müssten früher oder später die ersten Blasen aus eurem Ausströmer kommen.
Jetzt geht es an die Feinarbeit: Versucht das Nadelventil so einzustellen, dass nur ein paar ganz kleine Bläschen regelmäßig ausströmen. Dazu braucht man etwas Geduld.
Ich habe bei mir zwischen Nadelventil und Druckminderer ein Magnetventil eingebaut. Dieses kann man mit einer Schaltuhr verbinden und so erreichen, dass nachts kein CO2 ins Aquarium eingeführt wird. Praktische Sache, so was. Verwende ich aber nicht, da ich mein Nadelventil so eingestellt habe, dass wirklich nur allerfeinste Bläschen ab und zu ins Aquarium gelangen und ich beruhigt auch nachts CO2 einblasen kann. Der permanente CO2-Anzeiger gibt mir die Gewissheit, dass bei mir der CO2-Gehalt O.K. ist. Das Magnetventil wurde mir beim Ebay-Kauf kostenlos mitgegeben von dem Versteigerer. Und wer weiß, vielleicht brauche ich es ja noch einmal.
Früher oder später müsst ihr die CO2-Flasche wieder auffüllen lassen. Das erledigen für euch Aquarienhändler. Ich habe eine 1,5-Liter-Flasche und werde sie wohl ca. in einem halben Jahr wieder aufladen müssen. Kostet dann, glaube ich, ca. 11 Euro. Aber legt mich bitte nicht darauf fest. Es ist auf jeden Fall erschwinglich.
Hmmm... was gibt es noch zu sagen? Ach ja, man kann das CO2 auch in so genannte Reaktoren einblasen, wo das CO2 in großen Blasen langsam im Zick-Zack nach oben steigt. Sie gut aus, beruhigt die Nerven und ist leider nicht sehr effektiv: Das Volumen einer einzigen Blase (Tic-Tac-Größe) reicht bei mir schätzungsweise für ca. 1000 feinster Bläschen aus dem Lindenholzausströmer aus (und wieder einmal: Legt mich auf die Zahl bitte nicht fest). Das Ausströmen von 1000 Bläschen bei mir dauert ca. 20 Minuten. Selbstverständlich ist die Oberfläche meiner Bläschen ein Vielfaches der “Monsterblase” und dementsprechend locker diffundiert das CO2 in das Aquarienwasser.
“Einen hab ich noch”: Das CO2, welches beim Aufsteigen nicht direkt ins Wasser diffundiert, legt sich auf die Wasseroberfläche, da CO2 schwerer als das uns umgebende Luftgemisch ist. Wenn man Labyrinther pflegt wie z. B. den Zwergfadenfisch wird oft der Rat gegeben, einmal am Tag über die Wasseroberfläche zu pusten, um die “CO2-Schicht” zu zerstören (Labyrinther sind Oberflächenatmer und könnten entsprechend ersticken). Einige Aquarianer  verwenden auch einen kleinen PC-Lüfter vor einer Öffnung in der Aquarienbedeckung.
Ich finde den Aufwand liebenswert, aber überflüssig: Sofern ihr sparsam mit der CO2-Zufuhr umgeht, legt sich nur minimal CO2 auf die Wasseroberfläche. Und dort wird es weiterhin ins Wasser diffundieren. Also, ich puste nicht und verwende auch keine PC-Teile am Aquarium und meine Labyrinther sind echt gut ´drauf, haben eine frische Gesichtsfarbe und bauen um die Wette Schaum- nester. Aber schaden tun die o. g. Pflegemaßnahmen auch nicht, also entscheidet selber.
 
Heizung
Jawoll, es gibt viele Möglichkeiten, auf die ich nicht alle eingehen möchte. Wenn ihr eine einfache, zuverlässige und billige Aquarienheizung wollt, dann nehmt wie ich einen Stabheizer mit geregeltem Thermosthat. Ist so billig, dass man sich eigentlich auch eBay sparen kann: Ca. 10 - 20 Euro.
Welche Wattzahl braucht ihr? Dafür gibt es ausgeklügelte Tabellen, die sich nach der gewünschten Erwärmung gegenüber der Umgebungstemperatur richten. Da mir das Abschreiben von Tabellen nicht liegt (bin dem Grunde nach ein sehr fauler Mensch), empfehle ich euch einen 50 Watt-Heizstab bei einem 200-Liter-Aquarium. Habe ich auch. Perfekter wären zwei 20 oder 25 Watt- Heizstäbe. Hier solltet ihr aber euch wirklich von dem Aquarienhändler eures Vertrauens beraten lassen, da die perfekte Auswahl halt auch abhängig ist vom Standort des Aquariums, dem Bodenfluter, den Pflanzen (stimmt wirklich!), dem Kies, und... und... und...       
Ein letztes noch: Bringt den oder die Stabheizer so an, dass sie nicht in den Bodengrund ragen und bei einem Wasserwechsel oben nicht frei stehen.

Beleuchtung
Hier kann ich nur darauf hinweisen, dass die Aquarienleuchten die gesamte Länge des Aquariums abdecken sollten. Es empfiehlt sich auch, verschiedene Leuchten zu kombinieren.
Hinsichtlich der Lichtfarben und -spektren sollte man das referieren Physikern und Biologen überlassen.
Oder man fragt einfach seinen Aquarienhändler, was für das geplante Aquarium am besten ist und vertraut diesen Empfehlungen. Habe ich auch so gemacht und bin gut damit gefahren.

Bodengrund
Welche Anforderungen hat man an den Bodengrund? Meinereiner möchte einen Bodengrund, welcher die Pflanzen verankert, ein tolles Mikroklima für Bakterien hat und vor allen Dingen den Fischen nicht schadet.
Dafür habe ich nach der Installation des Bodenfluters Pflanzennährboden verteilt. Darüber kam eine 7 - 10 cm-Schicht feiner Kies mit gemischter Körnung (0,5 - 2 mm). Der Kies ist dunkel gehalten, da Fische bei diesem Bodengrund sich sicherer fühlen. Bei hellem Bodengrund sagt ihnen ihr Instinkt, dass sie sichtbar sind für Fressfeinde, die über ihnen stehen. Dadurch stehen die Fische permanent unter Stress. Für uns Beobachter erkennt man dies an einem sehr ängstlichem Verhalten der Fische sowie einem Verblassen der Körperfarben.
Zu feiner Kies, oder besser gesagt Sand, verhindert eine ausreichende Versorgung des Bodens mit Frischwasser und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Zu grober Kies bietet den Bodenbakterien keinen Halt und es kann kein gesundes Bodenklima entstehen. Darüber hinaus ist grober Kies keine Heimat für Welse oder Schmerle. Und wer möchte (und kann) auf sie verzichten?
Viele Aquarianer reinigen ihren Boden regelmäßig mit einem Mulmsauger. Ich mache das nicht, denn ich möchte das Mikroklima im Boden nicht zerstören. Die Reinigung des Bodens erfolgt eigentlich ganz natürlich, wenn man den richtigen Kies sowie einen Bodenfluter verwendet. Ach ja, und natürlich sollte das Aquarium voll bepflanzt sein. Wenn man dann noch eine wilde Horde von Turmdeckelschnecken hat, die den Boden durchpflügt, sollte man eigentlich alles richtig gemacht haben.

Pflanzen
Ich wollte einen richtigen Dschungel in meinem Aquarium haben mit verschie- denen Pflanzen, so dass auch kleinere Fische genügend Verstecke haben. Außerdem sind die Pflanzen der Sauerstofflieferant für eure Fische, also solltet das Aquarium auch großzügig bepflanzt werden. Früher hatte man ja immer Sauerstoff ins Aquariumwasser geblasen, damit die Fische nicht ersticken. Leider wäscht der Sauerstoff das CO2 schnell aus und die Pflanzen verhungern und sterben. Also überlassen wir die Sauerstoffproduktion lieber den Pflanzen.
Wenn ihr euch die Preise der Pflanzen im Aquarienhandel anschaut, dann seht ihr, dass die ganze Angelegenheit sehr teuer werden kann. Achtet daher auf Sonderangebote und auch so genannte “Nonames”. Auch bei eBay und dem Versandhandel lassen sich Schnäppchen machen. Das beste ist natürlich, wenn euch erfahrene Aquarianer Pflanzenableger schenken.
Am Anfang empfehlen sich schnellwachsende Pflanzen wie z. B. das Hornkraut und die Wasserpest. Beide Pflanzen vernichten auch das für Lebewesen giftige Nitrit, welches sich durch Ausscheidungen der Fische bilden kann. Im Vordergrund meines Aquariums habe ich eine kleine Graspflanze kultiviert. Sie ist relativ teuer (ca. 6 Euro!), jedoch der ideale Bodendecker. Wichtig ist, dass ihr die “brasilianische Art” nehmt, da diese kleinwüchsiger ist. Ich habe die Pflanze ganz vorsichtig auseinandergenommen (pikiert sagt der Gärtner) und immer drei Stengel zusammen eingepflanzt. Dann 2 cm weiter die nächsten Stengel einpflanzen usw. Ein paar hundert Stengel weiter habt ihr die Grundlage für einen schicken Pflanzenteppich gelegt. Nach 4 - 5 Monaten ist der Teppich dicht. An seinen Rändern werdet ihr bald Ausläufer erkennen, die bald jeden freien Raum im Vordergrund für sich in Anspruch nehmen.
Tja, ansonsten lasst doch der Phantasie freien Lauf. Das Angebot ist ja sehr umfangreich und überwiegend problemlos zu pflegen.

Fische
5 Zwergwelse, 10 Glühlichtsalmler, 5 Regenbogenfische und ein Pärchen Zwergfadenfisch sind bei mir beheimatet. Ach ja, und jede Menge Tigerschnecken und Turmdeckelschnecken. Ich habe diese Auswahl genommen, da diese Fische (und Schnecken) sehr robust und relativ anspruchslos sind. Alle fühlen sich bei 25o Celsius sehr wohl und sind auch mit Trockenfutter zufrieden.
Bei dem Fischbesatz ist weniger eher mehr. Es gibt zwar Faustformeln hinsichtlich der höchsten sinnvollen Besatzdichte, doch sollte man sich zusammen mit dem Aquarienhändler überlegen, welche Kombinationen am besten harmonieren.


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