Navigation:






Letzte Änderung : 12.06.2001

Geschichtliche Übersicht

Entstehungsgeschichte
Von Wilhem Weil im Jahre 1959 erstellt


Satzung des Posaunenchores
aus dem Jahre 1910




Geschichtliche Übersicht
  • Etwa 1880,
    Ein Posaunenchor erstmals in Bergen-Enkheim erwähnt
  • Etwa 1893,
    löste er sich wieder auf
  • 1910,
    Johannes Weihl gründet neuen Posaunenchor
  • 1910,
    zweiter Adventssonntag, erster öffentlicher Auftritt unter Friedrich Klumb
  • 1914, Krieg
    5 von 16 Bläsern liesen ihr Leben in Frankreich
  • 1919, Sommer
    Posaunenchortätigkeit wird wieder aufgenommen
  • 1925, Ostersonntag
    12 neu Instrumente werden geweiht
  • 1926,
    Dirigent H. Boller legt Amt nieder
  • 1926,
    neuer Dirigent ist H. Gaartz aus Frankfurt
  • 1935,
    Feier des 25 jährigen Bestehens
  • 1945, Weihnachten
    erster Auftritt nach dem zweiten Weltkrieg mit 6 Mann
  • 1950,
    16 aktive Bläser
  • 24.09.1950,
    Feier des 40 jährigen Bestehens
  • 1954,
    ca. 20 aktive Bläser, 11 passive
  • 1956,
    7. Kirchentag in Frankfurt
  • ca 1957,
    Rundfunkauftritt "Evangelischer Sender Hamburg"
  • 13 Juli 1958,
    Grundsteinlegung Gemeindehaus, in dem der Posaunenchor üben durfte
  • 27. - 28. September 1958
    Teilnahme am 4. Landesposaunentag


>> Seitenanfang









Die Enstehungsgeschichte des Posaunenchores

Zusammenfassung einer Schrift von W. Weil aus dem Jahre 1959




...Hier in Bergen-Enkheim existierte in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein ev. Posauenchor, in dem unsere Väter nach harter Bauernarbeit mit den schönen alten Chorälen Gottesdienste und Feste veschönerten. Aber schon ums Jahr 1893 löste sich der Chor auf.

...20 Jahre später - im Jahre 1910 - gründete Johannes Weihl einen neuen Posaunenchor.

...Unter der Leitung von Friedrich Klumb konnte der neue Posaunenchor erstmals am zweiten Adventssonntag 1910 in der Kirche zu Bergen vor die Öffentlichkeit treten.

...Das Jahr 1914 kam und mit ihm der Weltkrieg und mit ihm die schicksalsschweren, weltumstürzenden Begleiterscheinungen.

Auch für unseren Posaunenchor bedeutete dies einen harten und schweren Schlag, der uns sehr schmerzlich traf. Wir mußten unsere Tätigkeit einstellen, voneinander Abschied nehmen, da von unsern 16 aktiven Bläsern 13 Brüder die Posaune mit dem Gewehr vertauschen mußten. ...Fünf liebe treue Brüder mußten ihr Leben hingeben und liegen in Frankreichs und Rußlands kalter Erde.

...8 von den übriggebliebenen Kriegsteilnehmern kamen verwundet und krank zurück.

...Doch der Herr, in dessen Auftrag und Dienst wir stehen und spielen, schickte uns bald Nachwuchs, und so konnten wir im Sommer des Jahres 1919 bald wieder unsere Tätigkeit als Posaunenchor aufnehmen.

...und allmählich reifte bei uns der Wunsch zur Neuanschaffung 16 stimmreiner, von einem Instrumentenmacher gebauter Instrumente. Es war in finanzieller Hinsicht ein gewagtes Unternehmen, zumal sich der Gesamtkaufpreis auf ca. 600,- Mark belief. ...Am Ostersonntag des Jahres 1925 wurden in einem Festgottesdienst in der Kirche zu Bergen 12 neue Instrumente geweiht und zu ihrem hohen heiligen Dienst dem Posaunenchor übergeben.

...Unser Dirigent H.Boller mußte im Jahre 1926 sein Amt niederlegen. Nun übernahm ein älterer, ein ehemaliger Militärmusiker, H.Gaartz, aus Ffm. die musikalische Leitung des Chors.

...So kamen nun die 30er Jahre, die braune Zeit mit ihren zwiespältigen Gefahren für den Chor sowie für jeden einzelnen Bläser.

...Das Jahr 1935 nahte und mit ihm unser 25jähriges Bestehen.

...Nun nahte der verhängnisvolle August 1939, und - wie vorauszusehen - stand der zweite Weltkrieg vor der Tür.

...Keine Zeit blieb, um den treuen Brüdern noch einmal die Hand zu drücken, denn der Ruf des "Führers" traf viele Bläser von unserem Chor so unerwartet, schon am ersten Tag, am 26. August. Wäre unser Chor der politischen Partei zur Verfügung gestanden oder SA-Kapelle geworden, wäre vielleicht manches Mitglied vom Kriege verschont geblieben.

...Allmählich sammelten wir uns wieder, holten unsere verstaubten und bombengeschädigten Instrumente wieder hervor und konnten Weihnachten 1945 mit 6 Mann das erste Mal wieder unter dem brennenden Weihnachtsbaum in der Kirche zu Enkheim spielen.

...Es kamen neue Bläser dazu, und so ist nun unser Chor 5 Jahre nach Kriegsende wieder auf 16 aktive Bläser angewachsen. ...Zu unserem 40jährigen Bestehen fand am Sonntagmorgen, dem 24.09.1950, in der Kirche zu Enkheim ein Festgottesdienst unter Mitwirkung der beiden hiesigen Kirchenchöre statt.

...Nun schreiben wir Anfang 1954. Es sind fast 10 Jahre seit der Beendigung des 2. Weltkrieges vergangen.

...Allmählich verlieren wir die Hoffnung, daß unsere 3 lieben Mitglieder des Chores und vermißten Kriegsteilnehmer jemals wieder aus Rußland zurückkehren werden.

...So dürfen wir wieder auf einen Mitgliederbestand von ca. 20 Bläsern und 11 Passiven blicken. Durch Selbsthilfe und durch die fachmännische Arbeit unseres derzeitigen Kassierers Karl Klug wurde ein 24röhriges Glockenspiel angefertigt und unserem Klangkörper eingeführt.

...Zu unserem großen Leidwesen und so wenig erfreulich der listige Zustand ist, mußte auch 1954 festgehalten werden, daß das Fehlen eines Gemeindehauses sich immer dringender bemerkbar macht.

...Ein überwältigendes kirchliches Ereignis im Jahr 1956 war der 7. Deutsche Evangelische Kirchentag in Frankfurt am Main, bei dem es auch unserem Chor vergönnt war, mit allen Bläsern 5 Tage lang mitzuwirken. ...Die Anwesenheit von Regierungsvertretern der Deutschen Demokratischen Republik war ein entscheidender und sehr beachtlicher Schritt zur Wiedervereinigung unseres geteilten Vaterlandes. ...Bei einem von dem Posaunenwerk Bezirk Hessen-Nassau auf der Burg Hohensolms veranstalteten Lehrgang im Frühjahr 1957 für Chorleiter und fortgeschrittene Bläser durften 5 Brüder von unserem Chor teilnehmen.

...Auch war es für unseren Chor ein großes Vorrecht und eine große Ehre, beim Evangelischen Sender Hamburg (Stimme von Tanger) unsere Noten und Choräle zu spielen, auf Band aufgenommen und mittels Schallplatten in allen Ländern der Erde gehört zu werden.

...Ein denkwürdiger Tag für unsere Gemeinde war der 13. Juli 1958. Es war der Tag der Grundsteinlegung des neu zu entstehenden Gemeindehauses, das unter anderem auch als Übungslokal für den Posaunenchor dienen soll.

...Noch zu erwähnen wäre die Teilnahme von 6 Bläsern unseren Chores am 4. Landesposaunentag am 27.und 28. Sept. 1958 in Worms. ...

 

Am 23.Februar 1959 von Wilhelm Weil geschrieben.
Von (Ralf)^2 für das 20jährige Posaunenchorjubiläums zusammengefaßt.

>> Seitenanfang





Satzung

für den

Posaunenchor der evangelischen Gemeinde Bergen- Enkheim

§1

Als Mitglieder werden in den Posaunenchor nur solche Personen aufgenommen, die ein warmes Herz für Reichs - Gottesarbeit an den Tag legen und zugleich in Ihrem Lebenswandel als Glieder Jesu Christi sich beweisen. Personen, die halb der Welt, halb Christi angehören wollen, werden nicht aufgenommen.

§2

Außer den aktiven können passive Mitglieder aufgenommen werden.
Aktive und passive Mitglieder haben den, von der Generalversammlung festgelegten, Beitrag zu zahlen.. Aktive Mitglieder, die Ihr Instrument selber stellen, aktive Mitglieder bis zum vollendeten 17. Jahre und passive Mitglieder zahlen die Hälfte.

§3

Die Aufgabe des Posaunenchores besteht darin :
Durch sein Wirken an der Erbauung des Reiches Gottes in der Gemeinde mitzuhelfen.

§4

Von den Mitgliedern des Posaunenchors wird erwartet, daß sie untereinander religiöse Gemeinschaft pflegen.

(laut Beschluß vom 17 Juli 1913 gestrichen)

§5

Jede Übungsstunde wird mit Gebet begonnen und geschlossen.

§6

Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem Dirigenten und 4 Bläsern. Die Glieder des Vorstandes werden durch die Mitglieder des Chors gewählt. Sie haben eine Amtsdauer von einem Jahre. Sie scheiden bei der Generalversammlung des Vereins aus, sind jedoch wieder wählbar.

§7

Pünktliches und regelmäßiges Erscheinen ist von allen Mitgliedern einzuhalten.
Zuspätkommen oder gänzliches Ausbleiben muß entweder vorher angezeigt oder spätesten in der nächsten Übungsstunde begründet werden.

§8

Den Weisungen des Dirigenten muß jeder Bläser unbedingt Folge leisten.

§9

Die Instrumente sind Eigentum des Posaunenchors soweit sie nicht von den einzelnen Mitgliedern gestellt werden. Instrumente, welche für die Mitglieder durch den Verein angeschafft sind, bleiben bis zu ihrer völligen Bezahlung Eigentum des Vereins. Rückzahlung von geleisteten Beiträgen oder von Abschlagszahlungen finden nicht statt.

§10

Jeder Bläser ist für das ihm übergebene Instrument haftbar; er hat es mit größter Sorgfalt zu behandeln, rein zu halten bzw. vor besonderen Festlichkeiten zu putzen.
Selbstverschuldete Beschädigungen der Instrumente werden auf Kosten des Bläsers repariert.

§11

Das Blasen bei weltlichen Gelegenheiten , einzeln oder gemeinsam, ist ausdrücklich verboten.

§12

Mitglieder, welche vorstehende Satzungen, besonders derjenigen des Paragraphen 1 , nicht entsprechen, werden ausgeschlossen.

§13

Diese Satzungen hat jedes Mitglied schriftlich anzuerkennen. Bei Mitgliedern unter 18 Jahren bedarf es auch der Unterschrift des Vaters bzw. dessen Stellvertreters.

§14

Der Austritt aus dem Chor muß mündlich oder schriftlich bei dem Vorsitzenden angemeldet werden. Der Beitrag ist in diesem Falle bis zum Ende des laufenden Monats zu entrichten.

Nachtrag zu Paragraph 6, festgesetzt am 17 Mai 1911

§6

Über die, vom Vorstand als Geheim bezeichneten Angelegenheiten dürfen dem Verein fernstehende keine Mitteilung davon gemacht werden.



Bergen, 23 August 1910
Vorstehende Satzungen erkennen wir hierdurch an.




>> Seitenanfang