[2] American Beauty [Sam Mendes]

Vorab die kleinen Anmerkungen - Ich kann mir immer ganz schlecht die Namen der Darsteller merken, von diesem Film blieb mir beispielsweise nur Kevin Spacey in Erinnerung. Um den Text trotzdem korrekt zu verfassen, suchte ich im Netz nach einer Seite zu dem Film. Es gibt mehrere. Tippt man allerdings nur ein 'AmericanBeauty' als URL ein landet man ... dort. ;-) Was mich sehr erheiterte.

Dann habe ich festgestellt, daß es bei diesem Film nur Befürworter oder Gegner findet. Als ich (noch vor der Oskarverleihung, also ziemlich am Anfang, als der Film in die Kinos kam) in einem selbigen war, bekamen wir gerade so noch Karten. Der Saal war ausverkauft. Links und rechts Popkorngeknusper, -geraschel und -geruch. (Ganz im Ernst, sowas kann mir einen Filmbesuch völlig verleiden.) Viele sehr junge Menschen fand ich versammelt. Und im Rausgehen nahm ich Gesprächsfetzen auf. Die reichten von 'total blöder Film' bis hin zu beeindrucktem Schweigen und Ergriffenheit. (u.a. auch mein Part). Wenn ich den Film empfahl, erntete ich so manches Mal ein enttäuschtes feedback. Ein Film, der solche Reaktionen hervorruft, über den sollte man sich wohl am besten selbst eine Meinung bilden. Denke ich. Übrigens mit meinen besten Empfehlungen. Immer noch.



Von der Handlung her geht es um eine Durchschnittsfamilie mit Reihenhäuschen. Mann (Lester Burnham D: Kevin Spacey), Frau Carolyn (Annette Benning), Tochter Jane (Thora Birch), amerikanische Kleinstadt Rosen, gepflegte Idylle. Läuft auch alles ganz prima, bis sich der Vater in eine Schulfreundin (Angela D: Mena Suvari) der Tochter verliebt. An der Stelle beginnt die Fassade zu bröckeln und kracht gegen Endes des Filmes endgültig zusammen. Auf sehr kreative Weise. Ich empfand den Film, so unter der Handlung, als unglaublich schön und philosophisch. Als so tiefgreifend ergreifend, daß ich ihn mir ein zweites Mal ansehen werde. Auf die Handlung, fand ich, kam es eher weniger an, Stoff und Konstellationen sind nichts Neues. Was mir der Film vermittelte, war ein Verständnis des Begriffes 'Schönheit'. Aus verschiedenen Blickwinkeln. Zum Beispiel diese junge, blonde, schlanke und gestylte Frau (Angela), die weiß, wie sie auf Männer wirkt und für die der verliebte alte Gockel ein weiteres Experiment auf dem Wege der Selbstbestätigung ist. Der Mann findet sie hinreißend schön. Und er fängt an, für sich etwas zu tun, um dieser Schönheit etwas Adäquates entgegensetzen zu können. Der verschlossene und sehr eigenartige Freund Ricky (Wes Bentley) seiner Tochter bezeichnete sie als 'nichtsagend'. Zwei völlig verschiedene Sichtweisen, jede auf ihre Art legitim. Oder diese rote Ziegelwand, vor der dieses Blatt Papier wehte (oder war es eine Tüte?). Dieser Tanz der Blätter, minutenlang im Bild und gar nicht langweilig. Rein von den Farben her. Dieses arrangierte Abendbrot in Familie, dieser lange Tisch kam ja öfter in Szene. Es hat soviel ausgesagt, mir von innerer Leere gesprochen und davon, daß Leute, die zusammen essen nicht unbedingt auch miteinander essen. Nein, es ging tatsächlich nicht darum, wer wen umgebracht hat. Aber dieses Lächeln in seinem Gesicht, als er starb. Dieses Rot des Blutes vor dem Weiß der Kacheln...
 

(c) by pecola

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