Wir kennen alle das Dilemma: mit den Originaltrafos ist eine Langsamfahrt nur schwer möglich, die Höchstgeschwindigkeit der Lokomotiven ist viel zu groß. Aber es gibt kaum Alternativen. Die elektronischen Regler im Handel sind meist für H0 konzipiert und deshalb für Z ohne Änderung nicht brauchbar. Andererseits gibt es Bauanleitungen, die hervorragendes Laufverhalten versprechen, die aber für den Nicht-Elektroniker nicht nachzubauen sind. Dazu zählt ganz sicher vorneweg mein eigenes Fahrpult.
Nun habe ich in den vergangenen Tagen in einem ganz anderen Zusammenhang an verschiedenen Thyristorschaltungen gearbeitet. Dabei entstand die Idee einen für Spur-Z optimierten Regler zu entwerfen, der folgenden Anforderungen genügen sollte:
minimaler Aufwand
geringste Kosten
auch von »Nicht-Elektronikern« leicht nachzubauen
aber trotzdem gute Fahreigenschaften, auch für die alten Dreipoler
Von dem Ergebnis war ich dann selbst überrascht! Es ist tatsächlich möglich mit insgesamt nur 8 (in Worten ACHT!) Bauteilen einen elektronischen Fahrregler zu bauen, der selbst die alten Loks sauber aus dem Stand anfahren lässt und sie bis zu einer vernünftigen Geschwindigkeit beschleunigen kann. Ich habe es auch nicht geglaubt, aber es geht! Diese acht Bauteile kann selbst jemand zusammenlöten, der von Elektronik keine Ahnung hat! Und der Preis für die Bauteile hält sich natürlich auch in Grenzen: Nach dem ELV-Katalog von 2002 komme ich inkl. Polwendeschalter auf einen Preis von nur ca. 4,- Euro für die Bauteile! Hinzu kommen dann noch eine Printplatte, ein Gehäuse und ein Knopf für das Poti. Hier ist der Schaltplan. Schaut ihn euch an, es lohnt sich!
Zunächst sowohl den 220k Fahrregler auf Linksanschlag bringen (Widerstand ist dann maximal 220k), als auch den 47k Trimmer auf maximalen Widerstand einstellen. Bei Verwendung des richtigen Thyristortyps läuft die Lok nun trotzdem. Anschließend den 47k Trimmer in seinem Wert so weit herunter drehen, dass die Lok sicher steht, d.h. der Thyristor gerade nicht mehr zündet. Das kann man sehr gut mit einem Oszi sehen, ein Analogmessgerät sollte eine Spannung von Null Volt anzeigen
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Was kann diese einfache Schaltung nicht?
Lastregelung,
Massensimulation
Was könnte man ergänzen?
elektronische Sicherung und
Rangierbetrieb. Der Aufwand steigt dann allerdings... Wilhelm
Scharrenberg gab den Tipp, eine Sicherung in Form einer starken 12V
Glühbirne, wie sie im Auto anzutreffen sind, einzusetzen. Dieser
Tipp ist unbedingt empfehlenswert!
Was ist kritisch an der Schaltung?
Der Thyristor! Ich habe
einige Zeit damit herumexperimentiert. Der TIC106D hat einen extrem
kleinen Zündstrom, und darauf kommt es hier an. Man kann nicht
irgendeinen Thyristor verwenden, sondern bestenfalls einen Ersatztyp,
der sehr ähnliche Daten für das Gate aufweist. Der TIC106D
sollte aber sehr leicht zu beschaffen sein.
Welches Prinzip steckt dahinter?
50Hz Halbwellenspannung mit
Phasenanschnittssteuerung. Das kommt einer Pulsbreitenmodulation sehr
nahe. Das Prinzip ähnelt sehr dem eines Dimmers für
Glühlampen
Ich bin von diesem Regler aufgrund seiner Einfachheit und gleichzeitiger Leistungsfähigkeit begeistert. Es lohnt sich bestimmt, dieser Schaltung eine Chance zu geben. Er ist kein Ersatz für ein vernünftiges, aufwändiges Fahrpult, aber die Schaltung ist einem Original-Trafo überlegen und von jedermann leicht nachzubauen, zur Not auch ohne Platine, einfach fliegend verdrahtet. Und nur darauf kam es mir an! Klar, dass es bessere Regler gibt!
Für Fragen und Unterstützung bei der Bastelei stehe ich gerne zur Verfügung.