Der Osser-Riese

Urlaub im Bayerischen Wald in Lam
vom 12. - 19.03.2011
In diesem Urlaub wollten wir uns noch ein wenig im Schnee bewegen und bei klarer Bergluft die ersten bräunenden Sonnenstrahlen genießen.

Und so sah unser Urlaub tatsächlich aus:

"In einer Woche durch die vier Jahreszeiten"

Am ersten Tag war der Himmel stark bewölkt, trotzdem machten wir uns auf zum Großen Arber. Und siehe da, ein paar Sonnenstrahlen drängelten sich durch die dichte Wolkenfront. Mit der Arbergondel fuhren wir bis zum Gipfel ca. 1445 m ü.N. Oben angekommen, hatte die Sonne leider ihren Kampf gegen die Wolken aufgegeben. Eine Wanderung auf dem Arber war auch nicht möglich, da dieser Rundweg völlig vereist und für Wanderer nicht zu empfehlen war. Skifahrer und Skater waren aber an den 3 verschiedenen Pisten überaus aktiv. Von Klein bis Groß rasten alle in Höchstgeschwindigkeit den teilweise künstlich beschneiten Hang hinunter. Dieses Treiben müssen die Skifreunde auch ausnutzen , denn für die nächsten Tage werden zweistellige Plusgrade angesagt und der Schnee ist jetzt schon pappig und rutschig. Auf der Terrasse der Bergbaude haben wir bei einem leckeren Glühwein den herrlichen Blick über das Berggelände genossen.

Da es noch früh am Tag war und wir echt Lust auf eine Wanderung hatten, fuhren wir zum Großen Arbersee, der noch völlig zugefroren war. An einem Wegweiser stand, dass der Wanderweg ca. 1 Stunde dauern sollte. Also machten wir unsere Trekking-Wanderstöcke bereit und schon gings los. Ein Wanderweg war nicht geschoben. Wir haben uns lediglich an einem hügeligen und verharrschten Trampelpfad durch den Wald um den See orientiert. Der Altschnee war sehr feucht und rutschig. Da war es doch gut, dass wir an manchen Stellen Halt an unseren Wanderstöcken fanden. An den Felswänden haben sich vereiste Wasserfälle gebildet. Teilweise waren die gesamten Felsen in verschiedenen Farben mit Eis bedeckt. Ein wunderschönes Bild, das uns aber dennoch nicht von der Aufmerksamkeit des gefährlichen Wanderweges ablenken konnte. Nach ca. 1,5 Std. am Ziel angekommen fühlten wir uns doch sehr wohl und bereuten keinesfalls, diese Wanderung unternommen zu haben. Hungrig und müde wurden wir mit leckeren typisch bayerischen Gerichten in einer ganz besonderen Bergbaude, der Arber-Alm verwöhnt.
Na sieh mal einer an, so ist aus einem trüben - doch noch ein gelungener
Winter-Urlaubstag geworden.

Heute Morgen blinzelte die Sonne ins Zimmer - es war ein schöner Frühlingstag - Also nichts wie raus aus den Federn und auf zum wahrscheinblich längsten Baumwipfelpfad der Welt nach Neuschönau im Nationalpark Bayerischer Wald.
Auf einem Holzweg mit ein paar akrobatischen Hindernissen führte uns der Pfad durch einen Teil des Nationalparks im Bayerischen Wald mit einer Höhe von 8 bis 25 Meter durch einen Mischwald von Buchen, Tannen und Fichten. Auf 6 Stationen wurden uns Informationen über Flora und Faune dieser Gegend in Bild und Schrift übermittelt. Sehr viele Dinge waren uns bisher noch nicht bekannt, deshalb ist es immer wieder interessant und wichtig, solche naturverbundenen Aktionen mitzuerleben. Besonders anspechend war der Baumturm (ein hölzernes Ei) am Ende des Weges. Mit einer Höhe von 44 m auf serpentinenartig angelegten Wegen erreichten wir den höchsten Punkt dieses Bauwerkes und hatten einen ausgezeichneten Blick über das Gebiet des Nationalparkes. Den Rückweg legten wir nach einer Kaffeepause im Hans-Eisenmann-Haus auf dem Boden zurück. Unterwegs machten wir einen kleinen Abstecher zu einer Holz-Skulpturen-Werkstatt.

Es war ja noch früh am Tag und so ging`s weiter zum Museumsdorf Bayerischer Wald. In diesem Dorf sind über 100 Gebäude von 1580 bis 1850 im Original vorhanden bzw. an diesen Ort umgesetzt. Leider konnten wir das Dorf zu dieser Jahreszeit nur von Außen erkunden. Die Gebäude selbst sind von April bis Oktober geöffnet. Naja, dann haben wir eben ein paar Schnappschüsse durch die kleinen Fenster erhascht. Ein Besuch im Sommer lohnt sich aber auf alle Fälle, denn in diesem Dörfchen, herrscht dann reges Treiben durch Führungen, Handwerkervorführungen und mit Tieren, die den Sommer über dort leben.

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Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zur Burgruine Weissenstein, Auch hier war die Möglichkeit einer vollständigen Besichtigung aufgrund der Jahreszeit stark eingegrenzt. Toll funkelte in der Abendsonne der "Gläserne Wald" gleich neben der Burgruine.

Am Abend erwartete uns im Hotel ein Kinofilm. "Das Konzert" - ein Titel, der uns gar nichts sagte und da wir keine Kinogänger sind, hatten wir auch keine besonderen Erwartungen an diese Vorführung. Um so mehr waren wir überrascht, wie diese Komödie voller Humor, Gefühl, bewegender Handlung und Musik unser Gemüt erweichte. Klassische Musik ist sonst gar nicht unser Fall, aber die Handlung des Filmes in Verbindung mit der Harmonie und dem Einklang der Musik besonders beim Violinkonzert D-Dur op. 35 von Tschaikowski haben uns emotional so ergriffen, dass wir vor dem Schlafengehen in der Hotelbar noch einen Schlummertrunk zur Beruhigung zu uns nehmen mussten.

Unseren nächsten Urlaubstag konnten wir zu unserer Freude als Sommertag bezeichnen. Die Sonne weckte uns bereits am frühen Morgen und der Wetterbericht hat für diesen Tag eine Temperatur zwischen 18 bis 20 grd. angekündigt. Und so wollten wir diesen schönen Tag in vollen Zügen genießen. Eine kleine Wanderung vom Hotel aus durch das Himmelreich (ein Wohn- und Waldgebiet oberhalb von Lam), sollte uns so richtig in Schwung bringen und die frühen Sonnenstrahlen machten gute Laune für die heutigen Aktivitäten.

Danach fuhren wir nach Straubing, dem Tor zum Bayerischen Wald und niederbayerischen Herzogsstadt an der Donau. Hier hatte es uns besonders die Altstadt mit dem Stadtturm, Dreifaltigkeitssäule, Rathaus, dem ehemaligen Herzogsschloss, den zahlreichen Kirchen sowie den perfekt sanierten Bürgerhäusern angetan. Die Sonne hat nicht nur unsere Stimmung auf den Höhepunkt getrieben, sondern die Menschen in den Freiluftkaffees und Biergärten waren ausgelassen und voller Lebensfreude. Da schmeckte auch für uns eine typisch bayerische Mahlzeit noch `mal so gut :-) Die Zeit verging wie im Flug und schon ging die Sonne langsam unter, Zeit für uns den kurvenreichen und bergigen Rückweg zu unserer Unterkunft anzutreten.

Heute Abend gings in den wundervollen Wellnessbereich des Hotels. Ein Innenschwimmbecken, ein riesiges Luftsprudelbecken, ein beheiztes Außenbecken mit weitläufigem Panoramablick zu den schneebedeckten Bergen, sowie Kräuter- und Soledampfbad, Softsauna und Salzsteinsauna und zur Abkühlung ein Eisbrunnen haben uns entspannt. Wir mussten echt aufpassen, dass wir die Zeit im Asia-Ruhebereich nicht zu lange verträumen. Die Saunagänger konnten sich außerdem noch in der finnischen Blocksauna erholen. Natürlich haben wir die Intimbereiche nicht fotografiert.

Am Mittwoch hatten wir wieder vor, eine mittelgroße Wanderung nach Lambach zu unternehmen. Der Himmel war bewölkt und es wurden auch keine besseren Aussichten gem. Wetterdienst vorhergesagt - Das war der Vorbote für einen bevorstehenden Herbsttag. Also fuhren wir mit dem Auto zum Märchen- und Gespensterschloss. In diesem Tal unter dem Osser lag teilweise noch Schnee und zum anderen Teil war der Weg mit Schlamm überzogen, sodass wir von einer Wanderung Abstand nahmen, obwohl der Wanderschuh des Osser-Riesen Lust auf fröhliches Wandern machen sollte. Das Schloss war von außen sehr hübsch und die Prospekte versprachen viele märchenhafte und gruselige Überraschungen. Aber leider, wie sollte es zu dieser Jahreszeit anders sein, war das Schloss geschlossen. - Schade!

Eine kleine Stadtbesichtigung der Alstadt in Deggendorf endete mit einer erfolgreichen Shoppingtour.

Und der Tag insgesamt schloss mit einem Nachtwächter-Rundgang in Lam. Der Nachtwächter erzählte die uralte Geschichte der Menschen und Traditionen aus früheren Zeiten. Eine Geschichte der Lamer Hexen wurde uns am späten Abend auf dem Friedhof in schauriger Athomosphäre vorgetragen. Beendet wurde dieser nächstliche Rundgang mit einem kräftigen Glühwein und Kuchen im Hof des "Kirchenwirt" um den wärmenden Feuerkorb.

Am nächsten Tag sollte das Wetter morgens nieselig und ab mittags regnerisch werden. Ein typischer Herbsttag -
Da war es doch gut, dass wir eine Busfahrt nach Tschechien über das Hotel gebucht haben. 11.00 Uhr gings los ins böhmische Land. Während der Fahrt haben wir allerhand über das Leben und die Menschen im Bayerisch-Böhmischen Grenzland erfahren. In Domazlica besichtigten wir das unter Denkmalschutz stehende Zentrum des Chodenlandes. Das hohe kulturelle Niveau der mittelalterlichen Stadt zeigen vor allem ihre Baudenkmäler. In der Königsstadt, die mit Schanzen, Schutzgräben und Verteidigungstürmen befestigt war, wurden eine Burg, ein Kloster und eine Pfarrkirche gebaut. Zu den ältesten Baudenkmälern gehören gerade der Burgkern mit dem Turm, das Untere Tor mit seinem frühgotischen Portal und die Kirche. Von den ursprünglichen Stadttoren blieben nur das Untere Tor und südliches Pförtchen erhalten. Nach der äußeren Sanierung der alten Bürgerhäuser, sieht das Stadtzentrum fast perfekt aus. Viel zu tun bleibt allerdings noch für die Instandsetzung der Gebäude hinter den Fassaden und Gässchen.
Danach gings weiter zu einem neuen "Gewerbe-Fun-Gebiet" . In Folmava sind jede Menge von Casinos, Spielhallen und Bordelle entstanden. Ein paar Meter weiter kamen wir zu einem riesigen Markt. Hier boten Asiaten jede Menge Textilien, Schmuck, Lederwaren, Zigaretten und Imitationen von Markwaren feil. Mal ansehen konnte man sich dieses Flohmarkttreiben, richtige Lust zum Einkaufen hatten wir aber nicht bekommen. In einem hübschen Restaurant konnten wir uns dann mit böhmischen Spezialitäten stärken, die sehr lecker und preiswert waren. Natürlich dorfte ein tschechisches Bier nicht fehlen.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster am Freitag traf uns unerwartet - es war wieder Winter. Ca. 6 cm Schnee waren in der Nacht gefallen.
Nun ja, dann werden wir zum Abschluss eben gleich nach dem Frühstück eine
Winterwanderung unter-nehmen. Unser Wanderweg ging durch den "sagenhaften Rundweg". Bergauf und berghab stapften wir angestrengt durch den Schnee, der sich mittlerweile nach und nach wieder in klebrigen Matsch verwandelte. Deshalb machten wir uns um die Mittagszeit auf zu einer Besichtigungs- und Shoppingtour.

Bereits an den vergangenen Tagen hatten wir einen Tripp in das Glasdorf - Weinfurtner in Arnbruck unternommen. Die Außenanlage wurde gerade für die Besucher der kommenden Saison hergerichtet. Jede Menge gläserne Figuren um künstliche Bäche und Seen glänzten im Tageslicht in dem parkähnlichen Gelände. Mehrere Gebäude waren mit Glaskunst für jede Gelegenheit ausgestattet. Fotografieren durfte man innerhalb der Gebäude nicht.

Nach der Tschechienfahrt machten wir noch einen Abstecher in einer Obst-brennerei in Eschlkam. Nach einer ausgiebigen Verkostung von Blut-, Bärwurt und Obstbränden haben wir auch gleich unsere Mitbringsel für die Daheimgebliebenen eingekauft.
Und am letzten Tag gings auf nach Arrach zu einem Komplex mit einer Bärwurzwerei und Obstbrennerei sowie "
Whisky-Destillerie Drexler". Danach besuchten wir das Handwerksmuseum mit uriger Gaststätte.

Nach der Winterwanderung fuhren wir nach Bodenmais zu Joska-Kristall an der Glasstraße im Bayerischen Wald. Von Tisch- und Zimmerdekos über Weihnachtswelt, Gartendekos und Wanduhren konnte man sich Anregungen vom weltweit führenden Hersteller von Siegerpokalen holen. Durch die handwerkliche Vorführung der Glasbläserkunst wurde uns die Bedeutung der ersten Herstellung von durchsichtigem Glas mittels Einsatz von Pottasche für diese Region nahe gebracht. Für viele Produkte wurde Joska-Kristall ins Guinnesbuch der Rekorde aufgenommen - wie hier z.B. mit der weltweit größten mundgeblasenen und handbemalten Weihnachtskugel.

Nicht nur in diesen Einrichtungen haben wir festgestellt, dass die Handwerker ihre Produkte feil preisen und zusätzlichin diesem Zusammenhang ebenfalls Unterhaltseinrichtungen und Versorgungseinrichtungen auf den weitläufigen Geländen den Besuchern zur Verfügung stehen.

Dieser Tag war für den Erwerb von dekorativen Einrichtungsgegenständen und leckeren Spezialitäten sehr erfolgreich und hat natürlich auch die Geldbörse erheblich entlastet.


Und so verabschieden wir uns vom interessanten und gastfreundlichen Bayerischen Wald mit einem kräftigen Schluck und Tschüß!