Stolberg - Eine idyllische Stadt im Südharz
Durch einen Werbeprospekt für eine Kurzreise nach Stolberg sind wir auf diesen Ort neugierig gworden. Der Herbst zeigt sich in diesem Jahr von seiner schönsten Seite. Strahlender Sonnenschein und glasklare Luft locken auch uns jede freie Minute hinaus, dorthin wo man sich in Gegenden mit Ausblick auf bunte Landschaften bewegen und architektonische Schönheiten bewundern kann. Die Beschreibung dieses Ortes als "Perle des Südharzes" und umgeben von einer Bilderbuchlandschaft war da sehr verlockend. Sonntag, der 16.10.2011 war noch nicht verplant und so machten wir uns an diesem Tag auf - in den Harz.

Nach etwas über einer Stunde Autofahrt sahen wir den Ortseingang von Stolberg. Eine enge Straße, gesäumt von Fachwerkhäuschen führte ca. 2 km bis zum Marktplatz. Der Parkplatz, den wir ansteuerten lag am nördlichen Ende der Stadt, so dass wir mit Tempo 30 schon einmal einen Überblick über die unsagbar vielen Gebäude aus Fachwerk im Renaissancestil bekamen. Vom Parkplatz aus marschierten wir zurück zum Südende der Stadt, von wo aus wir intensiv die Highlights an Architektur und die kilometerlangen Fachwerkstraßen und -gassen bestaunten. Mit der Sonne im Rücken thronte das Stolberger Schloss majestätisch über den sanierten und mit Blumenkästen bestückten Fachwerkhäuschen.

Bevor wir den Marktplatz erreichten stand im vollen Sonnenlicht der Seigerturm, ein mittelalterlicher Rundturm aus dem 13. Jahrhundert.
Vorbei am Turm lag vor uns der prachtvolle Marktplatz und unser Blick traf direkt das wunderschöne 3-stöckige Rathaus. Vor dem Rathaus steht das Denkmal Thomas-Müntzers, welches als Denkmal zu seinem 500. Geburtstag 1989 geschaffen wurde.
Rechts neben dem Rathaus führt eine Treppe hinauf zum Schloss.

Unser Weg führte aber erst einmal weiter durch das Städtchen, in dem es noch viel zu erkunden gab.
Da war die Rittergasse mit ihren vielen und unterschiedlichen Bürgerhäusern. Auf dem Weg Zum Kaffee-Museum durchquerten wir ein gepflegtes kleines Wohngebiet in dem besonders die sehr kleinen Fachwerkhäuschen auffielen.
Am Ortsausgang stand das Rittertor, einer der ältesten Baudenkmäler Stolbergs aus dem 12. Jahrhundert und das einzige ursprüngliche der sechs Stadttore, welches die Jahrhunderte überdauert hat.
Das Kaffeemuseum hatte leider erst ab 14.00 Uhr geöffnet. Schade ein frischer Kaffee hätte nach dem Marsch sicher gut getan. Also gingen wir zurück ins Zentrum, um dort ein leckeres Mittagessen einzunehmen.

Nach der Mittagspause machten wir uns auf den Weg zum Schloss. Unterweg haben wir uns sehr über die herbstlich bunt geschmückten Straßen und Häuschen gefreut.

Die Treppe zum Schloss haben wir nicht genommen, unser Weg führte eine lange und steile Straße hinauf zum Ziel. Etwas abgekämpft blickten wir über die Schlossmauer und der Blick auf die Rittergasse bis zum Rittertor hat für die Anstrengungen entschädigt.

Das Schloss Stolberg aus dem 13. Jahrhundert steht auf einem nach drei Seiten abfallenden Berg oberhalb der Stadt. Seit 2003 wird es mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz komplett restauriert und saniert. Seit März 2008 ist das Schloss zu Teilen wieder der Öffentlichkeit zugänglich und wird als touristisches Zentrum und „Haus des Gastes“ genutzt.
Die sanierten Räume wurden sehr prunkvoll ausgestattet und besonders ansprechend war die Schlosskapelle. Eine Augenweide und der richtige Platz für ein Spaziergang war der geschmackvoll angelegte Schlosspark, in dem sich auch die Statue der Juliana von Stolberg befindet. Juliana wurde im Feburar 1506 auf dem Schloss geboren und schenkte ihrem ersten Mann 5 Kinder und dem zweiten Ehegatten weitere 12 Kinder. Als sie im Juni 1580 starb hinterließ sie 160 Enkel und Urenkel.

Unser letztes Ziel war das Josephskreuz, welches auf dem 579 m hohen Großen Auerberg steht. Dieser Aussichtsturm ist das größte eiserne Doppelkreuz der Welt. Mit dem Auto gings zum Großen Auerberg. Vom Parkplatz aus wanderten wir ca. 2-3 km leicht bergauf durch den herbstlichen Wald. Unterweg standen in regelmäßigen Abständen Schilder mit bekannten Volksliedern und dem Aufruf "Sing mit". Eine hübsche Idee, aber auf diesem anstrengenden Hinweg war uns wirklich nicht zum Singen zu Mute. Nach über eine halben Stunde war die Freude groß, denn zwischen den Baumwipfeln leuchtete unser Ziel im hellen Sonnenschein. Um aber die versprochene schöne Aussicht genießen zu können, waren noch 196 Metallstufen zu erklimmen. Für uns kein Thema - jedoch erst nach einer verdienten Kaffeepause. Der Aufstieg war nun doch nicht so anstrengend wie gedacht und der Blick über die wunderschöne herbstliche Landschaft bis hin zum Kyffhäuser die schönste Belohnung. Der Rückweg war nun doch sehr leicht, denn es ging ja bergab. Unter diesen Bedingungen hatten wir auch Lust, singenderweise zu unserem Auto zu gelangen. Wir glaubten es kaum, wie schnell uns die Texte der empfohlenen Volklieder wieder einfielen. Für kleine Gedächtniclücken gabs ja dann doch die Texttafeln am Wegesrand :-)