Badeurlaub auf Mallorca

Cala Mesquida

vom 16.09. bis 30.09.2006

Bis kurz vor Buchung unserer Reise hatten wir uns überhaupt nicht für Mallorca interessiert. Für uns war dieses Urlaubsziel durch das ewige Ballermann-Gerede der Leute und die Informationen aus Funk und Fernsehen eine Horrorvorstellung. Aber natürlich wurden wir durch Reiseberichte aus dem Bekannten- und Kollegenkreis schon darüber aufgeklärt, dass dies ja nicht auf alle Gebiete der Insel zutrifft und die Insel weitaus mehr zu bieten hat als Arenal, Lärm und viel Alkohol. Nunja, davon konnten wir uns nun selbst überzeugen. Nun können wir sagen, gleich vom ersten Tag an haben wir uns rundum wohl gefühlt. Ein Super Hotel, eine traumhaft schöne Badebucht, glasklares warmes Wasser, eine herrliche und abwechslungsreiche Landschaft, schönes Wetter und ausgezeichnetes Essen haben uns die 14 Urlaubstage versüßt.
Mallorca ist eine spanische Insel im Mittelmeer und die größte Insel der Balearen. Die Insel weist sehr verschiedene Landschaften auf. Eine Gebirgskette, Steilküsten, fruchtbare Täler, steinige und feinsandige Strände und Buchten, endlose Terrassen und Wälder. Die Insel ist keine Vulkaninsel sondern ein Ausläufer der Alpen. Mallorca verfügt über keine eigenen Wasserquellen mehr. Noch vor Jahren wurde Grundwasser aus bis zu 30 m Tiefe mittels Windradenergie zu Tage gepumpt. Aus diesem Grund ist das Wahrzeichen Mallorcas "Das Windrad". Heute befindet sich das Grundwasser bis zu 100 m tief, so dass eine Förderung unwirtschaftlich oder nicht mehr möglich ist. Das Süßwasser wird nunmehr durch Entsalzung des Meerwasser gewonnen.

Cala Mesquida ist ein ruhiger, beschaulicher Ort und liegt im äußersten Nordosten Mallorcas, abseits vom Trubel der großen Ferienzentren. Die ca. 300 Meter lange Bucht ist eine der schönsten auf ganz Mallorca. Der Strand ist feinsandig und sehr sauber, Das Wasser ist glasklar und schimmert je nach Sonneneinstrahlung von hellblau bis türkis. Cala Mesquida heißt übersetzt - die romatische Bucht - und romantisch war das Panorama wirklich.
Gebucht hatten wir ein Appartement im Viva Mesquida Resort. Geräumig, oberhalb des Strandes und ein herrlicher Meerblick, bei dem uns einige bezaubernde Sonnenaufgänge garantiert waren.

Aber auch in der Anlage wurde viel geboten. 3 schöne Poolanlagen, Restaurants, Bars und Einrichtungen zum Faulenzen, Minigolf und andere Sporteinrichtungen sowie jeden Abend ein Unterhaltungsprogramm.

Einen virtueller Rundgang durch die Bucht gibts hier: Strand

Der nächtgelegene Ort ist Cala Ratjada. Der Ort ist ein beliebtes Urlaubszentrum der Deutschen. Eine Menge Hotels und Bars drängen sich dicht an dicht. Im Hafen wimmelt es von Fischerbooten und entlang der Uferpromenade kann man herrlich flanieren und das Panorama genießen.

Aber natürlich wollten wir nicht 14 Tage nur auf der faulen Haut liegen. Nein ein wenig zog es uns doch hinaus, um Land und Leute kennen zu lernen. Und was bietet sich da besser an, als eine Inselrundfahrt. Auf dieser Rundfahrt konnten wir die landschaftliche Vielfalt Mallorcas mit Bus, Bahn, Bimmelbahn und Schiff kennen lernen.

Mit der nostalgischen Eisenbahn, dem "Roten Blitz" gings durch das goldene Tal von Soller.

Sóller ist eine süße kleine Stadt, in der noch kein so großer Tourismus zu herrschen scheint. Berühmt ist dieser Ort durch seine nostalgische Straßenbahn aus dem Jahre 1912. Mit dieser Straßenbahn sind wir nach ca. 5 km zum Hafen Port de Sóller gelangt. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Es ruckelte und tuckelte, wir machten einen Streifzug durch die Stadt. sahen tolle Fincas, Mandarinen- und Zitronenhaine - wirklich herrlich.

Vom Hafen aus gings mit dem Schiff entlang der Steilküste zu einer wirklich schönen Bucht - Sa Calobra. Hier konnte man baden, in den Restaurants Rast machen oder die einmal ganz andere Natur bewundern.

Auf der Busfahrt hinauf zum Gebirgskloster Lluc vorbei an einem alten Viaduct, fuhren wir auf einer der Attraktionen Mallorcas, der waghalsigen Serpentinen-Strecke im Norden der Insel. Wie eine Schlange (Calobra = Natter) windet sie sich über viele Schleifen. Oben endet die Strasse mit dem berühmten Krawattenknoten. Für uns war das ein spaßiges Erlebnis. Unten wieder angekommen fuhren wir durch Arta, wo uns das prachtvolle Bauwerk des Klosters auffiel.

Unbedingt gesehen haben sollte man die Hauptstadt Palma. Die Altstadt von Palma ist ein großes Boulevardgebiet. Sie ist durch viele enge malerische Gässchen geprägt. In der Nähe des Hafens ragt gewaltisch und malerisch die Kathedrale La Seu, Basilika Sant Francesc wie dazugehörig steht neben ihr das Castell de Bellver, eine runde Festung. Die Kathedrale La Seu zählt zu den fünf schönsten Kirchen Spaniens. Das 110 m lange Mittelschiff wird von 14 Stück und ca. 20 m hohen, schlanken Säulen getragen.

Parkanlagen, der Innenhof der Festung, einer der schönsten Innenhöfe der Stadt oder auch Plätze, Gaukler und Künster, die Stadt ist voller Leben.

Auch die Hafenpromenade ist einen Besuch wert, denn hier stehen wunderschöne Schiffe! Bei einer kleinen Erfrischung am Hafen, kann man die Aussicht auf die Kathedrale in vollen Zügen genießen. Eindrucksvoll wirkt die Fassade des Rathauses und erholsam ist ein Spaziergang entlang der palmengesäumten Wege und Straßen.

Ein schöner Kontrast zur quirligen Hauptstadt war der Ausflug in das idyllische Bergdorf Valldemossa.
Die Kartause von Valldemosa ist ein ehemaliges Kloster und ein grandioses Bauwerk. Im Winter 1838/39 verweilten hier der Komponist Frédéric Chopin und eine bekannte französische Schriftstellerin für zwei Monate. Eine tragisch-romantische und gleichzeitig skandalöse Beziehung, deren Einzelheiten dank des von Madame Sand später veröffentlichten Buches "Ein Winter auf Mallorca" der Nachwelt erhalten blieben. Auch Chopins Piano kann heute noch von den Besuchern bewundert werden.
Das von Bergen umgebene Valldemossa am Fuße des Teix Gipfels ist auch ohne die Chopin-Story sehenswert. Kartause, Klosterkirche und Gärten bilden eine in sich geschlossene gepflegte Anlage, die in der heutigen Form im wesentlichen aus dem 17./18. Jahrhundert stammt, wiewohl die baulichen Vorläufer bis auf das 13. Jahrhundert zurückgehen.

Durch ein kleines Kulturprogramm und einen letzter Blick zurück auf das ruhig gelegene Bergdörfchen wurde die bezaubernde Stimmung abgrundet.

Bauernmarkt in Sineu
Im Zentrum der Insel liegt die kleine Stadt Sineu. An jedem Mittwochmorgen findet hier ein Spektakel statt, das man sich nicht entgehen lassen sollte, der älteste und größte Bauernmarkt. Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner, Enten, Tauben, Hunde und viele andere Haustiere kann man auf dem Viehmarkt käuflich erwerben. Recht entsetzt waren wir über die Kaufhandlung, denn hier ging es nicht gerade zimperlich zu. Neben dem Viehmarkt gibt es auch Obst, Gemüse, Fisch, Gewürze und vieles andere in großer Vielfalt zu günstigen Preisen. Aber auch Kunsthandwerk, Stickereien und Lederwaren kann man hier erwerben. Ein impsantes Treiben und viele viele Touristen. Dennoch ist der Markt in Sineu noch ein funktionierender Bauernmarkt, der nicht nur als Touristenattraktion dient, sondern seine Ursprünglichkeit bewahrt hat, was ihn so besonders macht.


Unter anderem wurden auch scharze Schweine gehandelt, aus denen der berühmte Seranoschinken hergestellt wird.


Von einer Treppe aus, die von der Kirche zum Marktplatz führt, blickt stolz der bronzene "Löwe von Sineu"über die Stadt. Er wurde dem Schutzpatron des Ortes gewidmet und hat unter anderem den Ort Sineu bekannt gemacht.

Und schließlich noch der Besuch des Landgutes Els Calderers. Seit 1993 ist das Landgut samt Herrenhaus als "Museum" für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist ein prachtvolles dreistöckiges Herrenhaus aus hellen Kalksteinquadern. Der Eingang besteht aus einem Rundbogen, der von 2 Löwen bewacht wird. Beim Rundgang durch die prachtvollen Räume des Herrenhauses bekamen wir einen authentischen Eindruck über das Leben des reichen (Land)Adels auf Mallorca.
Auf dem Gelände gibt es - in angemessener Entfernung zum Herrenhaus - Stallungen mit Haustieren (Schweine, Ziegen etc.) und Hundezwinger. In den großen Weinkellern konnten wir Kostproben des edlen Gutes und in den gepflegten parkähnlichen Anlagen eine kleine Erfrischung zu uns nehmen.

Auch hier gibts eine virtuelle Führung durch das Gut -- Els Calderers

Alles in allem ist Mallorca wirklich eine Reise wert. Über diese Insel habe wir unsere Meinung wirklich geändert. Während unseres Urlaubs konnen wir nicht alles sehen was uns interessiert. Aber das ist ja ein guter Grund, wiederzukommen.