Malta und Gozo
vom 26. September bis 10. Oktober 2007

Eigentlich war für den Herbsturlaub eine Reise nach Sizilien mit Vulkanrundreise geplant. Kurzfristig mussten wir uns aber umentscheiden und so war nun Malta unser Reiseziel. - Wir können aber jetzt schon verraten - wir haben diese Reise auf keinen Fall bereut :-)
Nun noch kurz zu Malta allgemein und dann gehts los!
Die Republik Malta ist ein kleiner Inselstaat, der sich im Herzen des Mittelmeeres befindet. Zu ihm gehören die Inseln Gozo und Comino sowie die unbewohnten Inseln Cominotto , Filfla , St. Paul's Islands und Fungus Rock.
Das maltesische Volk wurde in seiner Geschichte von mehreren Herrschern besetzt. (Phönizische, Römische, Byzantinische, arabische Herrschaft, Herrschaft der Ritter, türkische Belagerung und britische Herrschaft) Malta wurde am 21. September 1964 vom Vereinigten Königreich unabhängig. Die unterschiedlichen Belagerungen haben natürlich auch ihre Spuren hinterlassen. Das erkennt man an Maltas Vielseitigkeit: Die kleinere Orte weisen eine arabische Architektur mit eingeschossigen Häusern auf, denen zum Teil riesigen Barockkirchen gegenber stehen. Festungen stehen neben den roten englischen Telefonzellen. Arabische Wurzeln kann man auch in der Landessprache wiederfinden.

Unser Urlaubsort war Marfa, das Hotel Ramla Bay im Norden von Malta an einer kleinen Bucht gelegen. Der Ort Marfa ist ein stilles kleines Dörfchen. Besonders schön anzusehen waren die kleinen weißen Häuschen, wenn sie in der aufgehenden Morgensonne golden leuchteten.

Nach einem ca. 10minütigen Spaziergang durch das Örtchen Marfa gelangten wir an einen wunderschönen Sandstrand - die Armier Bay.

Für uns ist Urlaub aber nicht nur Faulenzen und Baden, sondern wir wollen auch gern etwas von dem Land bzw. der Region erfahren. Und so haben wir eine 5-tägige Standort-Rundreise gebucht.

Unser erstes Ziel war der Süden von Malta. Hier besuchten wir Qrendi. Der Ort mit seinen schmalen, gewundenen Straßen, die Häuser mit Innenhöfen war für uns Einstimmung auf die in Malta typischen Städte und Dörfer. Sehenswert war die Kapelle der hl. Anna.


Verzaubert waren wir von Marsaxlokk einem
schönen, idyllischen, unver-bauten, aber auch verschlafenen Fischerdorf. Im Hafen lagen zahlreiche bunte Fischerboote mit dem berühmten phönizischen Auge am Bug. An der Uferpromenade gab es einen kleinen Markt und mehrere Restaurants, in denen man gut und preiswert Fischgerichte essen konnte.Von jeder Stelle des Ortes aus kann man die Kirche in ihrer vollen Pracht erblicken.


Die Blaue Grotte konnten wir leider nur von Land aus sehen. Eine Bootsfahrt war wegen des starken Wellenganges nicht möglich.

Dann gings nach Marsascalaeinem Ort im Süden von Malta. Marsascala hat ca. 3.000 Einwohner und zählt damit zu den größeren Orten der Insel.


Die zweitlängste maltesische Höhle ist die Ghar Dalam Höhle der Finsternis, eine richtig schöne Tropfsteinhöhle.

Eine der ältestenTempelanlagen ist in Tarxien mit den eindrucksvollen Überresten der grössten maltesischen Tempelanlage. Sie besteht aus sechs Einzeltempeln. Drei davon sind gut erhalten und teilweise rekonstruiert.

Die 3 Städte Senglea, Cospicua und Vittoriosa liegen gegenüber von Valletta und werden als die "Three Cities" bezeichnet. Sie liegen übergangslos aneinander. Die Städte ragen als Halbinseln in den Grand Harbour, den größten Naturhafen der Welt. Von hier aus kann man direkt die Hafenanlagen und Werften sehen.
Die 3 Städte sind älter als Valletta und weisen eine Mischung aus mittelalterlicher Festungsbebauung, engen Altstadtgassen, Kirchen und wie schon gesagt den Hafenanlagen auf. Bei einer Bootsfahrt konnten wir bereits einen äußeren Blick auf Vallette, die Hauptstadt von Malta werfen.

Valletta ist die Hauptstadt Maltas mit ca. 12.000 Einwohnern. Sie steht weitgehend unter Denkmalschutz und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Hier fiel uns vor allem die Topografie der Stadt ins Auge: enge, steile Strassen, die im Schachbrettmuster angeordnet sind. Bei unserem Spaziergang empfanden wir es als sehr angenehm, dass die engen Strassen Schatten spendeten. Die steilen Straßen und Treppen sind von bunten Balkonen gesäumt und machen den Reiz der Stadt aus. Quirlige Plätze mit ihren Cafés luden zum Rasten ein.

Prunkvolle Gebäude (Großmeisterpalast, Law Courts, der Gerichtshof mit seiner klassizistischen Tempelfassade, die Alte Hauptwache mit Säulenhalle oder Auberge de Castile Leon e Pörtugal, nun Amtssitz des Premierministers), aber auch prachtvolle Innenhäufen geben heute noch Zeugnis der Herrschaft von Rittern und Großmächten ab.

Die schönste Kirche Vallettas, die St. John´s Co-Kathedrale , stammt aus der Anfangszeit Vallettas. Am beeindruckendsten ist der Boden der Kirche, der von prunkvollen Grabplatten bedeckt ist, unter denen die Ordensritter beigesetzt waren.
Nach so vielen Eindrücken und Informationen war eine kleine Treppenrast notwendig.

Unvergleichlich sind die Festungsanlagen die als Bollwerk gegen die Osmanen dienten und tatsächlich nie erobert wurden. Im 2. Weltkrieg wurden diese vollständig zerstört und wieder originalgetreu aufgebaut

Sehr schöne Ausblicke boten sich uns vor allem von den Upper Barraca Gardens auf das weite
Meer und auf den Naturhafen Grand Harbour mit den alten Festungsstädten gegenüber von Valletta. Der Terrassengarten bietet eine beeindruckende Pflanzenwelt und zahlreiche Statuen.

Auf dem Weg nach Mdina machten wir einen Halt und besichtigten den
St. Antons Garten,
eine bezaubernden Oase in der reizvollen felsigen Landschaft Maltas.

Mdina, die alte Hauptstadt Maltas wird auch "die stille Stadt" genannt. Mdina liegt im Süd-Westen Maltas auf einem knapp 200 Meter hohen Hügel, was für maltesische Verhältnisse schon Hochgebirge ist. In dieser mittelalterlichen Stadt wohnen noch ca. 400 Menschen.

Mdina wird von hohen Mauern und einem tiefen Graben umgeben. Von der Stadtmauer aus bietet sich ein schöner Blick über die Terrassen-landschaft der Insel.

Schon das Eingangtor mit seinen kunstvollen Verzierungen ist eine Augenweide. Die Stadt kann man per Pferdekutsche oder auch zu Fuß erkunden. Hier gibt es mehrere Museen, Kirchen und wunderschöne Gebäude. In den engen Gassen findet man die schönsten Balkone und Hauseingänge Maltas. Und typisch für Malta sind auch hier die Innenhöfe besonders prachtvoll.

Nicht verpassen sollte man einen Ausflug zu den Dingli Cliffs. Die Dingli Cliffs sind eine Klippenformation an der Küste der Insel Malta im Mittelmeer. Oberhalb der Dingli Cliffs liegt außerdem eine ehemalige Radarstation der Royal Air Force. Diese kuppelförmige Anlage wird heute von der maltesischen Flugsicherung genutzt.

Krönender Abschluss unserer Rundreise war ein Tagesausflug zur Nachbarinsel Gozo. Frühmorgens ging es mit der Autofähre von Cirkewwa aus los. Die Überfahrt dauerte ca. 20 min. und führte vorbei an der kleinen Nachbarinsel Comino. Gozo ist die grüne Insel von Malta. Da es aber seit ca. 1 1/2 Jahr nicht geregnet hatte, war die Vegetation nun nicht mehr so üppig. Dies tat dem Flair der Insel aber keinen Abbruch.

Unser erste Station war eine Besichtigung der
Ggantija Tempelanlage bei Xaghra. Diese Tempel entstanden zwischen 3.600 v. Chr. und sollen damit das älteste freistehende Bauwerk der Menschheitsgeschichte sein. Von hier oben aus hatte man (auch zwischen den Palmen hindurch) einen herrlichen Blick über die Insel und zur Basilika, die wir bereits von der Fähre aus sehen konnten.

Auf unserer Weiterfahrt machten wir eine Rast in Xlendi. Die Xlendi-Bay gehört mit seinem grün-blauen Wasser zu den beliebtesten Badeplätzen der Insel. An der kleinen Promenade mit seinen gemütlichen Restaurants und Bars konnten wir den herrlichen Blick auf die Xlendi Bay mit seinen bunten Fischerbooten genießen.



Und schon gings weiter zum Azure Window, (das blaue Fenster). Es ist ein natürlich entstandener Felsbogen im Meer.

Die Felsformation ist eines der beliebtesten Fotomotive und auf fast jeder Postkarte zu finden.

Mit einem kleinen Fischerboot fuhren wir entlang der hohen Felswände durch enge Spalten zur Blauen Grotte.
Beeindruckend, wie sich an den verschiedenen Standorten die Farbe des Wasser von türkis bis zu einem unbeschreiblichen leuchtenden Blau spiegelte. Ein Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

Auf dem Weg nach Victoria machten wir Halt in Dwejra Bay an der wichtigsten Wallfahrtskirche der Malteser Ta´Pinu bei
Gharb. Sie ist eine relativ junge und beindruckende Basilika.
Ein auffälliger Kontrast zu dem prunkvollen Gebäude war die kleine und einfache Kirche in der näheren Umgebung der Ta `Pinu, die für uns ihren eigenen Reiz hatte.

Unser letztes Ziel war Victoria, die Hauptstadt Gozos. Auch hier gibt es viel Historisches und ein interessantes Stadtbild zu sehen. Die Stadt wird überragt von der mit Mauern umgebenen Zitadelle. Die Zitadelle liegt auf einem Hügel. Von der Zitadelle aus bietet sich ein weiter Blick über den Großteil der Insel.

Der Stadtkern besteht aus kleinen engen Straßen und Gassen - natürlich wieder mit landestypischen Balkonen, Museen und Kirchen. Unterhalb der Zitadelle liegt die Kathedrale. Ein Spaziergang von der Kirche über die Freitreppe, führt direkt zur Hauptstraße Republic Street, wo sich auf einem Markt das quirlige Leben der Besucher abspielt.

Wir haben Malta als eine historisch interessante Insel mit einer Vielzahl einzigartiger Sehenswürdigkeiten und besonders freundlichen und aufgeschlossenen Menschen erlebt. Der Urlaub auf Malta entsprach ganz und gar unseren Bedürfnissen nach Ruhe, Badefreuden aber auch nach Wissenshunger auf die Geschichte und Kultur eines besonders interessanten Landes. Wir haben in diesen 2 Wochen unsere Liebe zu diesem Inselstaat entdeckt.
hier ein Kurzvideo von Malta