"Lofoten und Nordkap 2005"

war die Beschreibung der Route unserer Rundreise nach Nord-Norwegen vom 18.-26.06.2005 mit dem Flugzeug, Bus, Fähre und Postschiff.

Per Charterflug reisten wir in Tromsö an und dort ging unsere 1-wöchige Rundreise auch wieder zu Ende.

Viel sehen und vom Alltag Abstand gewinnen, hier in der rauen und dünn besiedelten Landschaft Norwegens fanden wir zahlreiche Möglichkeiten. Die norwegische Landschaft ist atemberaubend. Ausgedehnte Wälder, machtvolle Wasserfälle,
herrliche Fjorde und beeindruckende Gletscher.
Doch nicht nur Norwegens Natur sondern auch die Naturerscheinung "die Mitternachtssonne" (Midnattssol) waren Grund uns für diese Reise zu entscheiden. Wir konnten zu dieser Zeit im Norden des Landes, nördlich des Polarkreises, erleben, dass die Sonne nicht untergeht. Uns zog es zur Midnattssol natürlich an Europas nördlichsten Straßenpunkt, das Nordkap.

Tromsö (auch Hauptstadt des Nordens genannt) gehört zu unseren persönlichen Favoriten. Die Stadt mit ihrer Lage, ihren Sehenswürdigkeiten und ihrem Flair können einen wirklich fesseln. Mit seiner nördlichen Lage liegt die Stadt im Reich der Mitternachtssonne. Der Stadtkern liegt auf der gleichnamigen Insel und ist durch die Tromsöbrücke (1016m) mit dem Festland verbunden. Zwischen 1850 und 1930 starteten von hier aus viele Expeditionen ins Eismeer, was der Stadt den Namen 'Tor zum Eismeer' einbrachte.
Zahlreiche kulturelle Einrichtungen und vor allem eine sehenswerte Innenstadt mit vielen Geschäften und Restaurants locken zum Schauen und Verweilen. Ausgeprägt ist das Nachtleben mit seinen vielen Kneipen. Grund hierfür ist, dass seit 1972 hier auch Norwegens nördlichste Universität angesiedelt ist.

Harstad ist eine Stadt in der Provinz Troms.
Harstad liegt auf der Insel Hinnøya und auf der Nachbarinsel Grytøya in Nord-Norwegen und hat ca. 23.000 Einwohner. Die höchste Erhebung ist der Saetertind mit 1094 m. Harstad lebt vom Handel, den örtlichen Werften, Militär und Verwaltung. Heute hat ist die Stadt Zentrum der Erdölföderung in der Gegend. Harstad hat seit 1904 Stadtrecht.
Das älteste Gebäude ist die nördlichste Steinkirche der Welt. In der Kirche finden sich ein geschnitztes Altarbilder aus der gleichen Zeit aus dem Norden Deutschlands. Die Kirche von Harstad ist aus dem Jahre 1958. Interessant ist die Architektur und die Glasmalerei der Kirche.

Und weiter gings nach Sortland, gelegen auf den Vesteralen-Inseln. Am naturschönen Sortlandsundet entlang nach Melbu zur Fähr- überfahrt nach Fiskebel auf die Lofoten.

Die Lofoten liegen etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises im Atlantik, vom Festland getrennt durch den Vestfjord. Die wichtigsten Inseln sind durch Brücken bzw. Tunnels miteinander verbunden. Hauptort ist Svolvaer. Die Lofoten haben ca. 27.000 Einwohner. Grandiose Fjorde, unendlich weite Fjelle, atemberaubende Gletscher, respekteinflößende Hochgebirege, unzählige Inseln, tosende Wasserfälle, tief eingeschnittene Täler sind nur einige Merkmale der faszinierenden und abwechslungsreichen norwegischen Landschaft. Eine spezielle Art Algen, die in den Fjorden vorhanden sind, lassen das glasklare Wasser in dem berühmten Lofotengrün erleuchten.

Svolvaer wird auch als Hauptstadt der Lofoten bezeichnet. Die Stadt liegt zu Füßen mehrerer rund 700 m hoher Berge auf der Insel Austvägby. Die Stadt besteht aus mehreren kleinen Inseln, die durch Brücken verbunden sind. Svolvaer ist ein lebendiger Fischerort. Wahrzeichen der Stadt ist der Berg Svolvaergeita mit seinen "Ziegenhörnern". Im Hafen von Svolvaer legte auch unsere Fähre zur Überfahrt nach Skutvik ab.

Ein besonders interessanter Ort auf den Lofoten ist Hennigsväg. Der Ort ähnelt einer gemütlichen Kleinstadt, hat jedoch keine Stadtrechte. Hier ist einer der größten Häfen Nordnorwegens. Die Einwohner der Gemeinde leben hauptsächlich vom Fischfang, der Fischverarbeitung und dem Tourismus. Hier konnten wir auch noch einige Reste der Stockfischbereitung (Lufttrocknung von Dorsch) sehen.

Die Lofoten verlassend, gings nun nach Narvik. Hier befindet sich ein wichtiger Hafen für die Verschiffung schwedischen Eisenerzes. Um Narvik aus der Luft zu sehen, unternahmen wir eine Fahrt mit der Seilbahn bis auf eine Höhe von 770 m auf das Fagernerfjell. Leider konnten wir wegen Nebel das Panorama nicht genießen. Aber auf der Bergkuppe lag noch viel Schnee. Und in einem gemütlichen Restaurant konnten wir den berühmten Aquavit "Linie" genießen.

Und weiter ging die Fahrt nach Riksgränsen, wo wir die Grenze zu Schweden überquerten. Im Abisko-Nationalpark konnten wir die großartige Natur genießen. Und in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens haben wir die berühmte Holzkirche und das attraktive Rathaus besichtigt. Nunmehr befanden wir uns im Land der Lappen.

Rund 200 km nördlich des Polarkreises, konnten wir das Icehotel in Jukkasjärvi bewundern. Viel zu sehen war nicht mehr, da das Hotel bereits getaut war. Aber einen kurzen Einblick über die Größe und den Standort konnten wir uns holen.

Die Eisausstellung von Bauer haben wir besucht. Sehr beeindruckend waren die aus Eis gebildeten Figuten. An einer Eistheke haben wir dann auch einen Preiselbeesaft aus Eisgläsern getrunken. Ein tolles Erlebnis.

Auch einen Abstecher nach Finnland über Enontekiö nach Kautokeino haben wir gemacht. Dort besuchten wir die international anerkannte Galerie Juhls. Auf dem Weg durch das kulturelle und administrative Zentrum der Samen (Lappen) bekamen wir einen kleinen Einblick in das Leben und Wirken dieses Volkes.

Durch den Nordkaptunnel erreichten wir die Nordkapinsel. Auf dem Weg zum Nordkap begegneten wir einer ganzen Menge Rentierherden. Die Samen mit ihren Rentieren ziehen im Sommer vom Süden über die Gebirge zum Nordkap.

Und nun zu einem unserer Höhepunkte dieser Reise - dem Nordkap und der Mitternachtssonne - am Tag der Sonnenwende.

Das Nordkap ist ein steil aus dem Eismeer emporragendes Schieferplateau auf der norwegischen Insel Magerøya. Es liegt auf 71° (Grad), 10' (Minuten), 21" (Sekunden) nördlicher Breite, 2.100 km vom Nordpol entfernt und ist im Sommer einer der bedeutendsten norwegischen Anziehungspunkt für Touristen. Dementsprechend ist es mittlerweile ausgebaut: Ein Informationszentrum befindet sich auf dem Hochplateau, in dem neben Restaurants und Souvenirläden sogar Hochzeits-Kapellen für Christen und Buddhisten gebaut wurden. Genau genommen ist das Nordkap - entgegen der weit verbreiteten Auffassung und den Behauptungen der Tourismusbranche - nicht der nördlichste Punkt Europas, sondern die Landzunge Nordkinn.

Im Sommer scheint nördlich des Nordpolarkreises die Mitternachtssonne. Zur Sonnenwende, am Sommeranfang geht am Polarkreis für eine Nacht die Sonne nicht unter den Horizont. Am Nordkap scheint die Sonne (wenn nicht wie oft von Wolken oder Dunst verdeckt) bereits ab dem 13.Mai ununterbrochen bis zum 30.Juli. Wir hatten viel Glück und konnten dieses Schauspiel in vollen Zügen genießen. - Aber seht selbst! -

Hammerfest ist nördlichste Stadt des europäischen Festlandes (70°39'48" N, 23°40'40" O) und liegt im Norden Norwegens auf der Insel Kvalöy. Nur Honningsvag liegt noch nördlicher; jedoch ist Honningsvag auf der Insel Magerøy zu finden, auf der sich auch das Nordkap befindet. Die Stadt wurde 1789 gegründet
Da die Stadt nördlich des Polarkreises liegt, geht zwischen Mitte Mai bis Ende Juli die Sonne nicht unter, im Winter dagegen monatelang nicht auf. Dafür erhellt dann der Mond die Stadt fast taghell. Nicht zuletzt wegen der langen Winternacht bekam die Stadt 1891 als erste in Europa eine elektrische Straßenbeleuchtung.

Hier einige Panoramabilder der zauberhaften Landschaft. Und immer wieder begebneten wir den Samen mit ihren Rentierherden. Eisberge, Gletscher und gewaltige Wasserfälle säumten den Weg bis zum Postschiff.

Hammerfest ist Anlegestelle der Hurtigrutenschiffe. Die Hurtigruten wurde von einer privaten Reederei gegründet und fuhr erstmalig 1893 zwischen Trondheim und Hammerfest. Die erste regelmäßige Postverbindung zwischen Süd- und Nord-Norwegen war dem Einsatz des erfahrenen Kapitäns Richard With zu verdanken. Heute hat die Hurtigroute leldiglich nur noch große Bedeutung für den Tourismus. Unser Postschiff hieß "Kong Harald", ein schwimmendes Hotel, das uns über ca. 3 Stunden zur nächsten Anlegestelle brachte.

Wieder zurück in Tromsö ging ein anstrengender aber erlebnisreicher Urlaub zu Ende. Norwegen, dessen Schönheit der Natur und die Ruhe und Gelassenheit der Menschen hat uns für immer in seinen Bann gezogen.