Wien vom 12.05. bis 16.05.2005

Kaiser, Kirchen, Kaffeehäuser - Donaumetropole mit glorreicher Vergangenheit und moderner Gegenwart

In diesem Jahr gings zur typisch jährlichen Kulturreise mit dem Bus nach Wien. Untergebracht waren wir in einem sehr guten Hotel im Außenbezirk von Wien, direkt an einem idyllischen See.

Nach einem kräftigem Frühstück am nächsten Morgen haben wir uns auf einer Stadtrundfahrt erst einmal über die Glanzpunkte der Kaiserstadt informiert. Die Tour führte über die berühmte Ringstraße, zu den Belvederegärten und zum Stephansdom.

Wien gehört zu den schönsten Städten auf der Welt. In Wien haben nicht nur viele Herrscher und ihre Familien residiert, sondern auch viele Berühmtheiten aus Kultur, Geschichte und Wissenschaft gelebt. Die Stadt Wien wird meist mit der Donau in Verbindung gebracht. Das Erholungsgebiet an der Donau, macht es zu einem der attraktivsten Plätze in Wien.

Wien ist recht untypisch für eine Großstadt. Hier findet man kaum Wohnsilos. Altbauten prägen das Stadtbild. Auch moderne Bauvorhaben stören dieses Flair nicht. Die Stadt macht einen gepflegte und sauberen Eindruck.

Kurz zur Geschichte Wiens: "Wien entstand auf den römischen Vindobona. Im Mittelalter beeinflußten die Babenberger die Stadt. Von 1282 bis 1918 herrschten dann die Habsburger.
Zweimal(1529 und 1683) konnte sich die Stadt gegen die Türken erfolgreich verteidigen. Nach dem endgültigen Sieg über die Türken, wurde sie zur großen Zeit des Barocks. Die Vorstädte wurden wieder aufgebaut und der Adel errichtete Paläste.
Nach 1857 begann die Ringstraßenära, die auch heute noch das Stadtbild prägt.
Im Industriezeitalter wurde Wien zu einer modernen Großstadt. Hier gab es so viele Völker, Rassen und Konfessionen wie sonst nirgends auf der Welt.
Nach dem Ersten Weltkrieg begann der Abstieg der Weltmetropole. Der Zweite Weltkrieg und die Besatzungszeit hinterließen tiefe Wunden. Seit dieser Zeit sinkt die Einwohnerzahl, was der Lebensqualität aber sehr gut tut."

Eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen hat eine tiefe Verbundenheit zur dieser Stadt bei uns hinterlassen. Sicherlich können wir nur einen winzigen Teil auf dieser Seite weitergeben.

Das Hundertwasserhaus ist eines der eindruckvollsten Gebäude in Wien. Es stellt fast alle Baurichtlinien auf den Kopf.
Es gibt keine geraden Linien, wenig ebene Flächen und kaum Symmetrie. Es wachsen Bäume aus den Fenstern und Gras auf dem Dach. Es fehlt die Ordnung, das Gleichmaß und die Regelmäßigkeit.
Der österreichische Maler und Öko-Apostel Friedensreich Hundertwasser, dem gerade Linien ein Greuel sind, durfte sich zwischen grauen Mietskasernen mit diesem Wohnhaus selbstverwirklichen. Gegenüber des Hundertwasserhauses befindet sich die Hundertwasser-Galerie. Touristentrubel und dazwischen stilgerechte Architektur, so z.B. die Jugendstil-Toiletten

Prachtvolle Kirchen (z.B. Karlskirche, Augustinerkirche, Jesuitenkirche,Votivkirche) egal ob von Innen oder von Außen, Fürstliche Gebäude und ein prunkvolles Innenstadtflair ließen uns auf keinem Fall pflastermüde werden.

Der Stephansdom ist eine der schönsten gotischen Kathedralen der Welt mit einem prachtvollen Kircheninneren und das Wahrzeichen Wiens.
Mit einem Schnellaufzug konnten wir von ganz oben einen schönen Ausblick über ganz Wien genießen. Die Pummerin (Kirchturmglocke) läutet heute nur noch bei besonderen Anlässen, z.B. zum Jahreswechsel

Ein prachtvolles Rathaus mit Rathauspark, Das kunsthistorische Museum auf der Museumsinsel oder das zum Teil im Bau befindliche Wiener Staatsoper oder das Burgtheater, nichts von allem hätten wir auf unserer Erkundungstour übergehen oder übersehen mögen. Eine kurze Rast im Volkspark oder einen Imbißabstecher auf dem Naschmarkt, so konnten wir wenigstens kurzzeitig neue Energie tanken.

Geschafft und hungrig haben wir dieses in Wien berühmteste Schnitzelhaus "Figlmüller" entdeckt. Trotz Hören-Sagen waren wir dann doch über die Größe des Wiener Schnitzel überrascht. Das typische Landesgericht und natürlich auch die Sacher-Torte sollte man sich auf keinem Fall entgehen lassen.

Nach der Stärkung gings per Fiaker nochmals 20 min. durch die barocke Innenstadt. Ein absolutes Muss ist auch die Besichtigung der Hofburg.

Die Hofburg ist ein riesiger, im Lauf von sieben Jahrhunderten entstandener, Komplex mit 18 Trakten, 19 Höfen und über 2500 Räumen. Architektonisch sind so gut wie alle Stilrichtungen von der Gotik bis zum Jugendstil vertreten. Es ist allerdingt nur ein geringer Teil zur Besichtigung freigegeben.

Auch eine Führung in der Spanischen Hofreitschule durfte nicht fehlen.
Die seit Jahrhunderten gezüchteten Lipizzanerhengste sind Erbe und letztes lebende Relikt der Prunk- und Festkultur der Donaumonarchie.
1572 erstmals urkundlich erwähnt, geht sie bis in die Zeit Kaiser Maximilian II. zurück, der 1562 mit der Zucht spanischer Pferde begann. Eine Lipizzanervorführung ist die Vollendung höfischer Reitkunst. Leider war dieser Höhepunkt in unserer Führung nicht enthalten.

Eine kurze Besichtung des Schloss Belvedere war eine weitere Station unserer Reise. Das Belvedere ist das ehemalige Gartenpalais des Prinzen Eugen von Savoyen, Feldherr dreier Habsburger Kaiser und Türkenbezwinger. Es diente ihm als Sommersitz vor den Toren von Wien.
Es ist eines der größten Palastanlagen aus der Zeit des Barocks.

Das österreichische Versailles "Schloss Schönbrunn" wurde 1695-1713 erbaut. 1745-60 wurde der Bau aufgestockt und im Innern im Rokokostil eingerichtet. 1766 folgte das Schloßtheater und 1771-77 die Gloriette auf der Höhe des Hügels.
Das Schloß besteht aus über 1700 Räumen. Hier residierte nicht nur Maria Theresia, sondern auch Napoleon und Kaiser Franz Joseph I. Die hervorragende Innenausstattung des Schlosses zählt zum Großartigsten und Aufwendigsten der Epoche.
Neben dem Schloß befindet sich der Schloßpark mit den vielen Brunnen, Wasserspielen und Skulpturen, sowie den im französischen Stil geschnittenen Hecken und Baumreihen.
Im Schloßpark befindet sich der Tiergarten aus dem Jahr 1752. Er ist die älteste Menagerie der Welt. Heute sind die Tieranlagen artgerecht umgebaut worden.

Auch ein Besuch im Palmen- und Kakteenhaus lohnt sich. Der große moderne Glasbau verbirgt die herrlichsten tropischen und exotischen Pflanzen. Nicht nur die Schönheit und Farbenpracht, sondern auch das Urwaldflair versetzten uns als Besucher in fantasievolles Schwärmen.

Natürlich durfte auch ein Besuch im Wiener Prater nicht fehlen. Der Prater ist einer der bekanntesten Orte in Wien. Er ist heute ein Jahrmarkt, Volksfest und Vergnügungspark, der das ganze Jahr über geöffnet hat.
Am Praterstern wurde der Wurstlprater, oder auch Volksprater genannt, eingerichtet.
Das Riesenrad, eines der Wahrzeichen Wiens, wurde von dem englischen Ingenieur Walter Basset 1896/97 erschaffen. Es ist 430 Tonnen schwer, 65 Meter hoch und hat 15 Waggons. Der Durchmesser der gesamten Eisenkonstruktion beträt 61 Meter. Eine Fahrt mit dem Riesenrad kann selbst der Ängstlichste wagen.

Am Abend gings nach Grinzing zum Heurigen-Abend. Hier wurde in gemütlicher Athmosphäre deftig zu einem guten Glas Wein mit typischer handgemachter Wiener Musik geschlemmt. Grinzing ein bekannter Heurigenort, deren Berufswinzer den Tourismus täglich anlockt.

Fakultativ gings am letzten Tag mit einem Besuch zum berühmten Benediktinerstift Melk weiter, einem der großartigsten Barockbauten Europas. Zu besichtigen waren hier das neue Stiftsmuseum „Unterwegs vom Gestern ins Heute - Stift Melk in Geschichte und Gegenwart“ in den ehemaligen Kaiserzimmern, der Marmorsaal, die Altane (Terrasse) mit Blick über die Donau, die Bibliothek (mit wertvollen Handschriften) sowie die Stiftskirche, Stiftspark Melk und der Barocker Gartenpavillon. Ein Picknick unerhalb des Stifts mit herrlichem Panorama gab uns für die nächste Aktivität wieder Kraft.

Dies war ein Ausflug, auf dem wir wirklich nicht hätten verzichten wollen.

Und zuguterletzt gings nach Krems an der Donau. Ein Besuch lohnt sich hier zu jeder Jahreszeit.
Es gibt nicht viele Städte in Österreich, die eine derartige Vielfalt an kulturellen, historischen und auch kulinarischen Angeboten zu bieten haben, wie die Doppelstadt Krems-Stein. Am östlichsten Ausgangspunkt der Wachau gelegen, besticht die mehr als 1.000 Jahre alte Stadt unter anderem durch historische Bauten in der Altstadt - diese wurden übrigens im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Uns offenbarte die Stadt ihre verschiedenen Gesichter, als wir durch die Altstadt, umgeben von Geschäften, Restaurants und Kaffeehäusern, spazierten und das pulsierende Leben genossen. Kaffetrinken natürlich auch Sachertorte essen auf der Gozzoburg, sich mit einem Glas Wein im Arkadenhof erfrischen oder dem Glockenspiel der Kirchturmuhr lauschen. Dieser Tag war ein würdiger Abschluss unserer unvergesslichen Wienreise.