Mit dem Rad

durch den Ober-Spreewald

vom 24. April bis 01. Mai 2004

Urlaub im Frühling, sich an frischer Luft bewegen, schöne Landschaften sehen, herrlich schlemmen und dabei so richtig abschalten. Das hatten wir uns von unserem Urlaub im Spreewald - natürlich mit den Rädern - versprochen. Und genau so war auch diese wunderbare Woche.

Der Spreewald

Als eine der romantischsten Landschaften in Deutschland, mit seinen über 15.000 Pflanzen und Tierarten, ist der Spreewald in Mitteleuropa wohl einzigartig. Hier ist richtig, wer Ruhe und Entspannung sucht.

Seltene Tiere und Pflanzen finden hier ihren Lebensraum. Typisches Transportmittel auf den etwa 600 km schiffbaren Fließen und Kanälen ist seit jeher der flache Holzkahn, der per Hand mit einem sogenannten Holzruder fortbewegt wird. Von zahlreichen Kahnfährhäfen konnten wir die schönsten Fahrtrouten unternehmen. Zahlreiche Spreewälder Gasthäuser, meist direkt an den Spreewaldfließen gelegen, bieten typisch regionale Gerichte an. Dazu gehören neben der berühmten Spreewälder Gurke auch einheimische Fischgerichte, Wild oder Kartoffeln mit Quark und Leinöl.
Ein weitverzweigtes Netz von Rad- und Wanderwegen umfaßt inzwischen mehr als 800 km und führt vor allem über Wald- und Feldwege in die landschaftlich schönsten Bereiche.

Die traditionelle wendische Tracht - jetzt, im allgemeinen Sprachgebrauch, seit vielen Jahrzehnten  auch nur Spreewaldtracht genannt, ist so wie sie jetzt in Erscheinung tritt, eine Festtagstracht. Entstanden ist sie einst wahrscheinlich aus der Arbeitstracht. Diese Arbeitstracht wird nur noch von einigen wenigen älteren Frauen aus den Ortsteilen Kauper und Kolonie und in einigen anderen Spreewaldorten getragen. In der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen. Die Festtagstracht ist hingegen im zunehmenden Maße bei vielen Anlässen wieder zu bewundern.
In früheren Jahren wurde sie oft ohne die aufwendige “Haube•, die eigentlich ein Kopftuch ist, getragen. Das hat sich aber in den letzten Jahren grundlegend geändert. Heute gehört sie einfach wieder dazu. Sie besteht aus einigen großen, bestickten Tüchern die mit zur Hilfe von  vielen Stecknadeln und gut gestärkten grober Leinwand zu diesen kunstvollen Gebilden aufgesteckt werden.

Burg ist eine der flächenmäßig größten Gemeinden in Deutschland. Hübsch saniert sind die Gebäude. Modernes und Historisches wurden geschmackvoll aufeinander abgestimmt.

Untergebraucht waren wir in einem sehr hübschen Gasthof "Hafeneck" in Burg, direkt am Fährhafen.

Besonders sehenswert ist der Bismarkturm, der ein Aus- sichtsturm ist und einen weiten Blick über die einmalige Landschaft des Burger Spreewaldes gestattet.

In Ruhe bummeln und schlendern kann man im Sagenpark.

Aber auch das Zentrum des Ortes hat eine Menge zu bieten, z.B. eine moderne Freilichtbühne oder das

Hotel Kräutermühle und

typische Blockhäuschen

Unbedingt besuchen mussten wir die anliegenden Ortsteile Burg-Kauper und Burg-Kolonie, wowie

den Spreewaldhof Lucas mit seinem Irrgarten. Hier war auf ca. 500 qm Fläche Geschicklichkeit und Ausdauer bis zum Ziel verlangt. In der Mitte auf einem Podest hatte man einen überwältigenden Rundblick.

Für uns die besondere Attraktion in Burg..... der Spreewaldbahnhof

Zentral in Burg-Dorf gelegen befindet sich der alte Bahnhof von Burg. Von 1898 bis 1970 verkehrte hier regelmäßig die Spreewaldbahn auf einem Schmalspurgleisbett. Obwohl es sie nicht mehr gibt, wird sei heute immer noch liebevoll Bimmelguste oder Spreewaldguste genannt. Seit der Einstellung des Eisenbahnverkehrs wird das historische Bahnhofsgebäude als Gaststätte genutzt. Seit den letzten Jahren kann man hier zusätzlich eine recht stattliche Sammlung von restaurierten Eisenbahnwaggons, Draisinen und weiteren Ausstellungsstücken bewundern. Besonders lustig war das Essen im "Schuppen". Unsere Getränke, sowie Eisbecher oder der Kaffee wurden von einer Modellbahn serviert. Hier fuhr diese Bahn an jeden Tisch. Wirklich: Nostalgie zum Anfassen

Auch bei Regen lohnt sich ein Besuch von Cottbus - einer Stadt mit vielen guterhaltenen historischen Denkmalen wie z.B.:

Der Marktplatz mit seinen hübschen Brunnen.

Das Wahrzeichen der Stadt Cottbus ist der im 13. Jahrhundert erbaute Spremberger Turm.

Die Stadtmauer, ein Teil der früheren Verteidigungsanlage der Stadt.

Die älteste Gaststätte von Cottbus, das Restaurant "Bäckerbörse". Hier konnten wir leckere Spreewälder Spezialitäten erhalten.

Ein asiatischer Pavillion außerhalb der Stadtmauer zwischen saftigem Grün einer Parkanlage

Hübscher Schmuck auf dem Frühjahresmarkt anlässlich des 1. Mai.

Hier konnten wir frisches Brot und verschiedene Pizzen naschen.

Südöstlich von Cottbus liegt einer der schönsten Landschaftsgärten Deutschlands, der denkmalgeschützte Branitzer Park. Hermann Fürst von Pückler ließ dieses Meisterwerk der Gartenkunst zwischen den Jahren 1846 und 1871 anlegen. Noch nach dem Tode Pücklers wurde die Parkanlage bis 1888 fertig gestellt!

Zu bestaunen waren die in Europa einzigartigen Pyramiden! Die größere der Pyramiden, inmitten eines künstlich angelegten Teiches, bewachsen mit Uferrebe und nordamerikanischem Wein, ist die Grabstätte des Fürsten.

Der Park zeigt sich in allen Jahreszeiten in vielen Farben. Im Frühling das frische Grün der Wiesen, im Sommer die Farben der blühenden Bäume, im Herbst das Rotbraun des Laubes und im Winter die weiße Pracht der Wiesen und der zugefrorenen Teiche. (TIPP: Hier können Sie im Winter hervorragend Schlittschuh laufen und im Sommer auf den weiten Wiesen herrlich Sonnenbaden.)

Bei unserem Parkbummel machten wir einen Abstecher in das Schloß, ehemaliger Wohnsitz des Fürsten, heute beherbergt es ein Museum. Auch das Oberhaus, Orangerie genannt, war einen Abstecher wert.

Natürlich mit dem Rad nach Straupitz und Raddusch

Schon am Ortseingang leuchtete uns die Schinkel-Kirche entgegen.

Und sehr beeindruckt hat uns die Dreifachmühle, die nach einer eingehenden Sanierung noch in Betrieb ist.

Ein Blck aus dem Fenster im oberen Bereich der Mühle eröffnete uns einen herrlichen Blick zwischen den drehenden Mühlenarmen.

Die Slawenburg Raddusch ist eine Befestigungsanlage des slawischen Stammes der Lusizi und nach aufwendiger Rekonstruktion von Innen und Außen für Besucher zu besichtigen.

Lübbenau, Lehde und Leipe waren auch Ziel unserer Erkundungen.

In Leipe befand sich das Gurkenmuseum. Natürlich haben wir hier die Spezialitäten gekostet.

Lübbenau das bekannteste Urlaubszentrum des Oberspreewaldes besticht durch seinen Hafen, die Altstadt und das Schloss mit dem dazugehörigen Park.

Das Freilandmuseum Lehde bietet ein denkmalgeschütztes Museumsdorf mit 3 typischen Bauernhöfen aus allen Teilen des Spreewaldes, historische Trachtenausstellungen und Webstube, Kahnbauerei und Meeerettichreiberei, Heilpflanzen- und Kräutergarten, Naturkunde und historiisches Handwerk

Aber auch Lübben war eine Reise wert. Hier haben wir wieder einmal das Auto in Gang gebracht und einen Halbtagsausflug in diese Stadt unternommen. Eine hübsche Altstadt, ein sehenswertes Landratsamt und ein neu errichtetes Rathaus, das Schloss sowie der romantische Hafen waren Mittelpunkt unseres Interesses.

Und hier noch einige Impressionen von unseren Rad- und Kahntouren.