Rundreise in Sri Lanka (Ceylon)
vom 16.04. - 23.04.1997

Eine Reise in die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka (bis 1972 Ceylon) in den Inselstaat im Indischen Ozean sollte es sein. Nach einem ca. 11-stündigem Flug kamen wir in der Hauptstadt Colombo an. Viel gesehen hatten wir hier nicht, denn unser Hotel lag außerhalb und für eine Stadtrundfahrt war keine Zeit mehr. Am nächsten Morgen ging die Reise dann erst richtig los. Wir waren 4 deutsche Touristen und wurden mit einem Kleinbus kreuz und quer durchs Land gefahren. Das hatte auch was für sich, denn so gab es an allen Orten keine größeren Wartezeiten und unser Reiseleiter konnte viel intensiver auf unsere Wünsche eingehen. Wir fuhren nach Sigiriya . Schon von Weitem haben wir den hohen Sigiriya-Felsen gesehen. Uns erwarten 1202 Stufen. Auf halber Höhe des Felsens waren ein paar der früheren 500 barbusigen Wolkenmädchen zu besichtigen. Diese sollten Bildnisse königlicher Damen gewesen sein. Wer die Kraft und Ausdauer hatte, konnte vom obersten Teil des Felsens einen traumhafter Blick über das Land genießen. Peter war tapfer, denn bis ihm das vergönnt war, musste er erst einmal den 427 m hohe Felsen bezwungen haben. Für ihn hatte sich das Ergebnis aber gelohnt.

Unser nächstes Ziel waren die Höhlentempel von Dambulla. In den Felsen von Dambulla befinden sich zahlreiche Höhlen unterschiedlicher Größe, in denen Tempel errichtet wurden und deren Wände man bemalt hat. Insgesamt gibt es in der Umgebung ca. 80 Höhlen. Die 5 größten können besichtigt werden. Innerhalb der Tempelhöhlen sind 153 Buddha-Statuen zu sehen. Außerdem gibt es hier vier Götter-statuen und drei Königsstatuen.

Die Buddhastatue von Aukana befindet sich nahe dem Kalawewa-Stausee.
Sie ist 14 m hoch und gilt als Meisterleistung singalesischer Steinmetzkunst. Sie ist
aus einem Stein gehauen und eines der bedeutendsten buddhistischen Heiligtümer in Sri Lanka. Die rechte Hand ist zur Segensgewährung erhoben und auf dem Haupt erhebt sich die Flamme der Erleuchtung.

Weiter gings entlang des Kalawewa-Stausee nach Anaradhapura der ersten Hauptstadt und heutigen heiligen Stadt im Landesinneren. Zuerst besichtigten wir den Felstempel.
Er gehörte zu einem großen Klosterkomplex und ist berühmt für seine historischen Relief-Skulpturen. Uns gefiel besonders die Elefantengruppe am Eingang.

Die Ruvanveli Dagoba gehört zu den ältesten Dagobas - buddhistischer Tempel Sri Lankas. Das 50 m hohe Monument, wurde mehrfach bei Tamilenangriffen beschädigt wurde aber immer wieder renoviert. Die zahlreichen Elefantenköpfe, rund um die Dagoba scheinen diese zu tragen.

Eine weitere Dagoba in den Anlage war noch von Moos und Gras bewachsen und noch nicht restauriert. So konnen wir im Vergleich sehen, welche Schätze sich unter dem Bewuchs verbargen.

Polonaruwa war die zweite große historische Königshauptstadt Sri Lankas im 10. bis 12 Jahrhundert. -Weiter konnten wir nicht in den Nordosten, da dort der Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen tobte.
Die historischen Bauten wurden 1982 zum Weltkulturerbe erklärt welche wir natürlich besichtigten. Sie liegen in einer parkähnlichen Landschaft.

Nun führte uns unsere Reise nach Kandy und hier zuerst in den Gewürzgarten. Aufgrund des tropischen Klimas gedeihen in Sri Lanka viele Pflanzen, deren Bestandteile als Gewürze eingesetzt werden oder die schmackhafte Früchte bilden. Außerdem werden Pflanzenteile und -extrakte seit vielen Jahrtausenden zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Nicht nur die herrlichen bunten Pflanzen und der vielseitige Kräuterduft in der Luft haben uns an diesem Ort begeistert. Das besondere Highlight war eine Kräuter-Kopfmassage, die entspannend und gleichzeitig stimulierend auf unser Gemüt wirkte.

Besonders gefreut haben wir uns auf einen Besuch des Elefanten Waisenhaus , eine Auffangstation für mutterlose Elefanten. 1975 wurde diese Einrichtung vom Department of Wildlife auf einer ehemaligen Kokosplantage gegründet. Wie die Tiere in Pinnawela untergebracht sind, konnten wir hautnah miterleben. Wir waren bei der Fütterung der Jungtiere mit Milch aus der Flasche dabei. Am Nachmittag brachten die Mahouts die Herde zum etwa 400 Meter entfernt gelegenen Fluss Maha Oya, wo die Elefanten ein ausgiebiges Bad nahmen. Das war der Höhepunkt für uns und wir konnten uns an dem feucht-fröhliche Naturschauspiel nicht sattsehen.

Nach einer Stadtrundfahrt in Kany besuchten wir den Zahntempel. Die Stadt Kandy ist das hinduistische Zentrum Sri Lankas. Ein Grund dafür ist auch der Zahntempel, in dem der Zahn Buddas aufbewahrt wird. Die große Buddastatue im Tempel besteht aus reinem Gold. Eine weitere Attraktion war der goldene Elefant, der mit echten Edelsteinen besetzt war. Besonders einladend erscheint der Tempel in der Dunkelheit mit seiner festlichen Beleuchtung.

Und am Abend erfreuten uns Kandy-Tänzer zu einem temperamentvollen Folkloreabend

Am nächsten Morgen besuchten wir den botanischen Garten. Der Garten lag etwas außerhalb von Kandy und war fast genauso groß wie die Stadt selbst. Wir waren begeistert von der Vielfalt tropischer Pflanzen und staunten nicht schlecht über den riesigen Ficusbaum, dessen Äste sich der Erde entgegen neigten und vielerorts abgestützt werden mussten . Der Baum bedeckte so eine Fläche von etwa 2400 Quadratmetern. Es war eine sehr gepflegte Anlage und ein Genuß, hier zu flanieren. Beim Besuch einer Edelsteinschleiferei konnten wir der Verlockung zum günstigen Kauf von tollem Schmuck nicht wiederstehen.

Bei unserer Weiterfahrt ins Hochland von Nuwara Eliya bewunderten wir die üppige Landschaft, die uns auch vorbei an Kautschukplantagen führte. Die Straße wurde immer steiler und enger.

Dann hatten wir schließlich Nuwara Eliya erreicht. Der anheimelnde Ort versetzt uns ein wenig zurück in die alte, englische Kolonialzeit.
Am nächsten Morgen fuhren wir durch die weiten
Teeplantagen und besuchten die Pflückerinnen bei ihrer täglichen Arbeit. Die Tätigkeit ist äußerst anstrengend, das konnten wir auf den steilen Plantagen bei einer Probepflückung selbst erleben. Dann gabs eine Führung durch eine Teefabrik und eine Verkostung des aromatischen Ceylontee - hmmmmmm lecker!

Hier im Grand Hotel, einem Gebäude im britischen Fachwerkstil, sollten wir unser Nachlager aufschlagen. Die Zimmer waren mit schweren langen Vorhängen und einem kunstvoll verkleideten Kamin ausgestattet.


Unterwegs sahen wir einen Hindu Tempel, kunst- und prachtvoll und für uns sehr interessant. Eine
Erläuterung zu diesem Bauwerk bekamen wir nicht, da dieser Tempel nicht der Glaubensrichtung unseres Reiseleiters entsprach. Sehr interessant war der Besuch einer Familie in einem kleinem
Dorf. Hier konnten wir einen Einblick in das ländliche Leben und Schaffen der Einheimischen nehmen.

Das ehemalige Ceylon bietet eine riesige Fülle an Sehenswürdigkeiten und unterschiedlichen Landschaften. Wir sahen prunkvolle Bauten, moderne Städte, aber auch Armut und zerfallene Örtchen. Aber überall wo wir waren begegneten uns Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Die Menschen machten auf uns einen glücklichen Eindruck und genau so ist uns die Zeit auf dieser Insel in Erinnerung geblieben.

Nach dieser beeindruckenden Rundreise gings dann weiter zu einem 14-tägigen Badeurlaub auf die Malediven.