Drehgestell eines Piko-Knickkesselwagens. Die farbliche Behandlung erfolgte mit Farbpigmenten von Kremer. |
Realistische Nachbauten erfordern auch, mit Farben "Betriebsspuren"
bei Fahrzeugen, Verschmutzungen an Hausdächern usw. nachzubilden.
Hier einige Tipps und Bilder dazu aus meiner Werkstatt. |
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| Vorbild | |||
| Alles, was auf der Modellbahn zu sehen ist, ist beim Vorbild ständig
der Witterung ausgesetzt.
Dabei entstehen Schmutzablagerungen von aussen (Regen, Wind, Verladevorgänge usw) und innen (Rost, Ausblühungen, Auswaschungen, auslaufende Flüssigkeiten etc). |
Tipp:
Die besten Vorlagen liefert, wie so oft, natürlich das Vorbild. Offene Augen, ein Fotoapparat, Bilder aus Büchern und Zeitschriften und natürlich aus dem Internet können herangezogen werden. Eine reichhaltige Quelle für solche Bilder ist z.B. unter dieser Adresse zu finden: http://mercurio.iet.unipi.it/pix/pix.html |
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| Was sind Farbpigmente? | |||
| Farben - egal welcher Art - sind ja in der Regel nicht einfach
"bunte Flüssigkeiten", sondern ein Gemisch aus feinst vermahlenen
Farbstoffen, Binde- und Lösemitteln.
Unterschieden werden "fertige" Farben i.d.R. durch das Bindemittel - gebräuchlich sind hier Kunst- und Naturharze oder Leime, handelsüblich sind z.B. Kunstharzlacke, Nitro-Lacke, Ölfarben, Leimfarben, Acrylfarben u.v.m. Die verschiedenen Bindemittel erfordern jeweils das passende Lösungsmittel - hier kommen u.a. Wasser, Alkohole und Kohlenwasserstoffe vor. Daneben gibt es auch "Dispersionsfarben", bei denen das Bindemittel nicht gelöst, sondern als Dispersion vorliegt, also in Form kleinster Tröpfchen in Wasser eingerührt ist. |
Pigmente können aus den verschiedensten Stoffen gewonnen werden,
wobei es natürliche (also in der Natur vorkommende Stoffe bis hin
zu Edelsteinen!) und künstlich erzeugte Farbstoffe gibt. Diese Materialien
werden feinst gemahlen und, um streichfähige Farben herzustellen,
mit Binde- und Lösungsmitteln vermischt.
Ein Problem
ist leider die fotografische Reproduktion der Farbe - diese hängt,
wie hier zu sehen, auch stark von der Beleuchtung ab. Es handelt sich um
den gleichen Farbton wie oben rechts, allerdings hier mit Blitzlicht, oben
bei Tageslicht fotografiert. |
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| Welche Farbtöne sind nun geeignet?
"Schmutz" ist kein bestimmter Farbton, sondern eine Mischung verschiedenster Töne und Körnungen. Je nachdem, was die Ursache bzw. die verschmutzte Fläche ist (s.o.), treten schwerpunktmäßig bestimmte Töne auf. Häufigster "Alterungsgrund" bei Modelleisenbahnen ist Rost (Fahrgestelle, Schienen). Während man sonst alles tut, um Rost zu vermeiden, wollen wir ihn erzeugen.
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Für die Darstellung von Rost eignen sich natürlich am besten
Eisenoxide, wobei auch hier wieder verschiedene Töne von hellem Ocker
über braun, rot bis hin zu schwarz zu finden ist.
Ich habe mir - sozusagen als Erstausstattung - diese Pigmente (Bestellnummern beziehen sich auf Kremer-Pigmente) beschafft:
Für helle Verschmutzungen kann ich noch
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| Vorgehensweise | |||
| Im Gegensatz zur üblichen "Bemalung" mit fertiger Farbe
werden hier nur die Pigmente verwendet. Natürlich wird damit keine
abriebfeste, fest haftende Schicht erzeugt; dafür lassen sich dünnste
pulvrige und matte Ablagerungen, wie sie eben durch Schmutz und Rost beim
Vorbild entstehen, nachbilden.
Auch die Entfernung dieser Farbschichten ist dadurch kein Problem, z.B. wenn etwas schief gegangen ist. Wie bei allen Arbeiten mit Farben muss der Untergrund sauber, trocken und fettfrei sein - wer nicht aufpasst, lernt schnell, wie Fingerabdrücke genommen werden ;-). Zur Verbesserung der Haftfähigkeit auf dem glatten Kunststoff kann
zunächst etwas "Eisenoxid-schwarz (blaustichig)" mit ein paar Tropfen
Acryldispersion K6 matt angerührt und das Drehgestell gestrichen werden.
Nach dem Trocknen oder ohne diese Vorbereitung wird etwas "Eisenoxid braun"
mit einem mittleren, weichen Pinsel ("Malkastenqualität") aufgenommen,
auf das Drehgestell aufgetupft (im Bild rechts etwas großzügig
dargestellt) - so dass die Vertiefungen mit dem Pigment gefüllt sind
- und anschliessend mit raschen Pinselstrichen das Pulver verteilt. Ein
paar Mal kräftig draufgeblasen entfernt zu dicke Schichten.
Das Ergebnis ist im Bild ganz oben zu sehen. |
Dieses Lokdrehgestell wurde mit Eisenoxid schwarz + rot eingefärbt, wobei hier die Pigmente mit Acryldispersion angerührt und "schlampig" vermischt (um die verschiedenen Tönungen darzustellen) sind.
mehr Bilder dazu:
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| Hier eine kleine Diesel-Rangierlok, eine
214 der FS (Modell: Roco). Mit Rostbraun wurde das ganze Fahrgestell eingepudert,
der Lokkasten zusätzlich mit "Bleistiftton".
Der Kamin muss noch etwas angerußt werden, dort haftet aber das Puder schlecht; wahrscheinlich muss ich da doch zu Farbe greifen. Anmerkung: die Aufnahme wurde stärker als nötig aufgehellt, da sonst alles schwarz zuläuft. |
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| Ein ganz anderes Beispiel zeigt dieser Kamin aus Polystyrol-Teilen und zwei gekürzten Adernendhülsen, auch hier wurde (schwarzes und braunes) Farbpigment zur Einfärbung verwendet. | ![]() |
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| Weitere Infos und schöne Beispiele zum Thema
finden sich u.a. bei diesen Modellbahnseiten: |
Alfred's
N-Welt
Peter Stöckli Helmut Riering |
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Homepage |
Peter.Popp@t-online.de |
http://www.der-moba.de |