Ein kurzes Vorwort:
Schon lange schlummerte tief in mir der Wunsch, einmal die Brenner-Bahn
zu befahren. Der Brenner ist nicht nur der verkehrsreichste Alpenpass,
sondern bietet auch landschaftlich vieles, das sich aus dem Zug wesentlich
besser betrachten lässt als am Steuer eines Autos.
Ein Angebot einer herbstlichen Tagesfahrt nach Meran am 16. Oktober 1999, veranstaltet von BTS (siehe Ende der Seite), kam mir da gerade recht. Natürlich habe ich versucht, möglichst viel von der Bahn selbst zu fotografieren - ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wenn man selbst im Zug sitzt!
Einige Bilder habe ich hier eingestellt, auch wenn ich mit der Scan-Qualität noch nicht so ganz zufrieden bin.
| Als erstes eine Übersicht über die Fahrtstrecke (Hinfahrt).
Die Fahrt ging von um 6.16 Uhr ab München Hauptbahnhof nach Südosten,
vorbei am Starnberger See, weiter über Murnau, Garmisch, Mittenwald,
Innsbruck (ca. 9.15 Uhr), Brenner( ca. 10.00 Uhr, längerer Aufenthalt
wegen des Lokwechsels), dann Bozen und schliesslich Meran, Ankunft ca.
12.45 Uhr.
Der Rückweg führte auf gleicher Strecke nach Innsbruck und ab da durch das Inntal über Kufstein und Rosenheim nach München Ost. |
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Vom deutschen
Teil der Strecke liegen kaum Fotos vor, auf der Hinfahrt war es sehr nebelig,
auf der Rückfahrt war es bereits dunkel. Hier nur ein Bild des Bahnhofs
Klais, Deutschlands höchstgelegenem IC-Bahnhof (zwischen Mittenwald
und Innsbruck).
Ich hoffe, diesen Streckenteil bei Gelegenheit (und natürlich schönem
Wetter) nachträglich dokumentieren zu können.
Eine 1044 - sofort aufgrund
der "Bullaugen" zu identifizieren - und zwei 1822 im Bahnhof Innsbruck
vor der Service-Halle.
| Die 1063 010-1 präsentiert sich dem Fotografen, im Hintergrund links wieder eine 1044. Zu erkennen auch die Mixtur an Beton- und Gittermasten bei der Oberleitung. | ![]() |
Die wohl häufigste
E-Lok der ÖBB ist die 1044. Sie wird sowohl im Reise- als auch im
Güterverkehr eingesetzt und kommt dabei auch häufig in den Raum
München. Diese - es ist die 1044 098-0 - trägt noch den alten
Anstrich.
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Ein Blick zwischen die Züge: Die bahnsteigabgewandte Seite zeigt Details, die auch auf einem Modellbahnhof zu finden sein sollten. |
| Wieder ein Blick aus dem fahrenden Zug. Solche Fotos sind eine gute
Grundlage für die Ausgestaltung von Modellbahnanlagen, sowohl bezüglich
der Landschaftsform um den Bahndamm als auch die Anordung von Kabelkanälen,
Fernsprechbuden usw.
Gut zu sehen ist auch die durch die Kurvenüberhöhung entstehende Schräglage der Lok und Wagen. |
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FS E 645, stärkere
Schwester der E 636. Hier aufgenommen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof
Brenner. Markant die Oberleitung der FS (sieht aus wie selbstgebastelt
;-) ), unten rechts ein FS-Sperrsignal. Im Hintergrund steht eine E 652,
wie sie auch unseren Sonderzug zwischen Brenner und Meran zog.
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Hier nochmals ein Blick zurück in den Bahnhof Brenner. Bei der FS-Oberleitung werden keine Tragwerke eingesetzt, sondern Masten mit langen Rohrauslegern nach beiden Seiten. |
| Kaum über dem Brenner, wandelte sich das Wetter und strahlend
blauer Himmel begrüsste uns in Südtirol. Vor uns im Süden
schneebedeckte Gipfel der Dolomiten....
Solche Bilder lassen Fernweh aufkommen, aber auch Zweifel an der Umsetzbarkeit im Modell... |
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Die Station Franzensfeste ist aus mehren Gründen erwähnenswert. Ursprünglich nur ein paar Häuser, wuchs Franzensfeste erst als militärische Befestigungsanlage und dann durch den Bau der Eisenbahn enorm. Wegen der Enge des Tales und der militärischen Anlagen (daher auch der Name des Ortes, die Festung wurde nach Kaiser Franz I. von Österreich benannt) mussten die Bahngleise verhältnismässig hoch über der Eisack errichtet werden, was aber für die Abzweigung der Pustertalbahn ein Vorteil war. Im Zusammenhang mit der Pustertallinie sind die Korridorzüge von Lienz in Osttirol nach Innsbruck zu nennen, die in Franzensfeste auf die Brennerbahnlinie stossen. Weiters steht in Franzensfeste das einzige hölzerne Bahnhofsgebäude der Brennerbahn auf italienischer Seite. Bild:
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| Ein besonders reizvolles Städchen ist für mich Klausen, fast
genau zwischen Brixen und Bozen gelegen.
Hoch über Klausen liegt die Burg Branzoll (Kibri!) und Kloster Säben. Zusammen mit diesen Bauwerken bietet Klausen eine klassische und oft festgehaltene Postkartenansicht. Schon Albrecht Dürer verewigte Klausen in einem Stich mit dem Titel "das kleine Glück". Dort, wo Dürer seine Skizzen dafür entwarf, steht heute ein Gedenkstein - dicht unter der Brenner-Autobahnstrecke. Für den Eisenbahnfreund bemerkenswert: Von Klausen zweigte früher eine Schmalspurbahn in das Grödner Tal ab. Eine der früher dort verkehrende Dampflok steht heute als Denkmal am Bahnhof von Klausen (Chiusa). Noch zu sehen ist das Viadukt, auf dem die Schmalspurbahn zum Grödner Tal hinaufschnaufte. Das nebenstehende Foto stammt noch aus meinem Altbestand und wurde um ca. 1985 aufgenommen. |
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| Im Bahnhof Bozen zweigt die Strecke in den Vinschgau - heute nur noch
bis Meran - von der Brennerbahn ab. Markant ist der Turm des Bahnhofs
Bozens, im Hintergrund der Ritten, Bozens Hausberg.
Die frühere Schmalspurstrecke auf den Ritten wurde nach einem schweren Unfall wegen Bremsversagens durch eine Seilbahn ersetzt, nur noch oben auf dem Ritten besteht ein Reststück dieser historischen Bahn. Nicht mehr existent ist auch die Bahnlinie nach Kaltern
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| Ein FS-Triebwagen überquert die Passer in Meran. Witziges Detail sind die Drehflügel auf den Schrankenanlagen (rechts im Bild), die wie kleine Windmühlen aussehen (wie bastelt man sowas im Modell?) | ![]() |
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Hier sieht man die 652 vor unserem Sonderzug im Bahnhof Meran. "Hinter" der Lok setzt sich die Bahnlinie in Richtung Mals fort, wie bereits erwähnt wird sie heute nicht mehr befahren. Es gibt jedoch Bestrebungen, die Bahnlinie wieder in Betrieb zu nehmen. Eine Besonderheit des Bahnhofs Mals war ein Gleisfünfeck zum Wenden der Dampfloks, wer sich dafür interessiert findet bei Moritz Gretschel näheres dazu. |
| Ein nettes Detail am Rande: Im meraner Bahnhof steht ein mit bunten Blumen bepflanzter Betonprellbock. Vielleicht auch eine Idee für einen Nachbau... | ![]() |
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...Nichts für Farbenblinde sind die FS- Lichtsignale. Ein
Lichtauslass lässt nur an der Farbe erkennen, was Sache ist. Ein Nachbau
dürfte nicht allzu schwierig sein und eine zweifarbige LED als Lichtquelle
liegt nahe...
Mittlerweile gibt es dazu auch einen Basteltip FS-Lichtsignal! |
Dank an dieser Stelle auch an die Firma BTS Bahntouristik Schiedermeier, die diese Fahrt sehr gut organisiert hatte. Schauen Sie doch mal auf deren Seite vorbei!
Für Eisenbahnfreunde interessant wäre natürlich auch
eine Rundfahrt wie z.B. München - Rosenheim - Salzburg - Villach -
Lienz - Franzensfeste - Brenner - Innsbruck - Garmisch - München.
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