Kleine Modellbahn-Basteleien

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Literaturhinweise

Einführung

Auf dieser Seite finden Sie Basteltipps basierend auf eigenen Erfahrungen

Nachdem ich H0er bin, beziehen sich auch meine Tips auf diese Baugrösse. Allerdings sind viele Arbeitstechniken unabhängig von der Baugrösse! Zu berücksichtigen sind auch die Probleme beim maßstabsgerechten Bauen.
 
 

Beachten Sie dazu auch die Tabelle Baumaterialien sowie das Literaturverzeichnis in diesem Dokument.
 

Ich danke auch allen, die durch Ihre Beiträge bzw. Anregungen geholfen haben - Kommentare, Vorschläge und Korrekturen  bitte an meine email-Adresse



Bäume:

Wie viele andere Modellbahner habe ich mit den Pfeifenreinigern angefangen, die von vielen Zubehörherstellern billig angeboten werden. Diese maschinell gefertigten Tannensurrogate zeichnen sich durch günstigen Preis, traumhaften Wuchs und ebenso nicht wirklichkeitsnahe Färbung aus - aber: es ist eben der Preis, der so viele Modellbahner danach greifen läßt.

Mittlerweile habe ich die ersten dieser noch in Mengen im Regal lagernden, teilweise aber auch schon verbauten "Bäume" mit gutem Ergebnis nachbehandelt, und zwar:

  • mit einer Schere auslichten, gut die Hälfte der Astbesen kann raus. Problematisch war dabei der Spitzenbereich, hier kann man statt der Schere einen Doppelschleifer nutzen um dem Baum eine Spitze zu geben. Mein regelmäßiger Hinweis: Vorbild beachten! Es gibt z.B. ganz verschiedene Formen von Nadelbäumen, manche schlank und spitz (konkav), manche dick und rund (konvex) geformt - beachten Sie, daß Form und Färbung eines Baumes artentypisch sind!
  • Einfärben, grau-braun-Töne sind geeignet.
  • Trocknen lassen.
  • Das gefärbte bzw. panierte Bäumchen nochmals mit Kleber einsprühen und in Beflockungsmaterial wenden bzw. bestreuen.In diesem Zusammenhang sei besonders auf die phantastischen Produkte von Woodland Scenics hingewiesen (in Deutschland teilweise durch Noch angeboten, viele Händler importieren die Produkte auch selbst aus USA).Das Material ist in verschiedenen Körnungen erhältlich, bei Fichten bzw. Tannen kann es nicht fein genug sein! Die Färbung richtet sich nach der Jahreszeit die auf der Anlage dargestellt wird .
Werden für einen Wald viele solche Bäume benötigt, ist zu Überlegen ob die Bäume nicht im Schnellverfahren bzw. nur im sichtbaren Bereich überarbeitet werden, so daß man an der relativ teueren Beflockung sparen kann.

Kleber:

 In der Regel wird Weißleim für die Beflockung von Bäumen empfohlen, aber ich hatte das Problem daß der bei mir (besser gesagt von den Bäumchen) immer abperlte. Ich probiere derzeit verschiedene Sprühkleber aus. Am besten ging es (nicht lachen) mit Flint Sprühverband aus der Apotheke, das ist ein Spray um kleine Wunden mit einem dünnen Film abzudecken. Da Flint farblos ist, kann man damit auch gut die fertigen Bäumchen dünn übersprühen (statt Haarspray).

Alternativen:
Meerschaum (auch Seemoos genannt) ist angeblich bei Floristen (Blumengeschäfte) zu Dekorationszwecken erhältlich (in der Praxis stellt sich das oft als schwierig heraus) und kann gefärbt und beflockt werden (Verfahren wie oben). Auch das Islandmoos, das schon vor Jahrzehnten im Modellbau eingesetzt wurde, läßt sich so zu Büschen bzw. Baumkronen formen. Problematisch scheint die Haltbarkeit dieser Bäume zu sein, eine Möglichkeit der Konservierung ist das Seemoos in Glycerin "einzuweichen".

Eine gute Quelle ist die Natur, es gibt (wilde) Gehölze und Stauden, die getrocknet als Grundmaterial für Bäume dienen können. Die Kronen können mit Islandmoos (beflocken wie oben) oder auch aus zu Ballen bzw. Kugeln geformtem Heki-Flor angefertigt werden.

Laubbäume lassen sich auch aus dünnem Draht (oder mehradrige Litze), der zu einem Stamm verdrillt, evtl. verlötet und unterschiedlich gebogen wird, anfertigen (Kronen ggf. wieder wie oben). Mit brauner Farbe und Sägemehlstreu erreicht man sehr gute Rindeneffekte. Nur: ich mache es nicht mehr, das ist mir zu aufwendig! Mittlerweile sind auch sehr gute Fertigprodukte auf dem Markt, für Solitäre kann man auch das Geld mal ausgeben...


Begrasung

Auch ein Dauerbrenner: Begrasung... Wenn ich an meine erste Modellbahn denke (vor fast 40 Jahren), es war ein Oval in Spur 0 mit Fleischmanngleisen, 2 Schlepptenderloks und eine Handvoll Waggons (nur noch wenige Relikte mit Aufschrift Fleischmann - Made in US-Zone sind vorhanden), packt mich die Wehmut. Das höchste der Gefühle war grün gefärbtes Sägemehl... Heute sieht es anders aus. Von Grasmatten über Silflor bis Woodland-Turf geht das Spektrum, nicht nur der Anfänger steht davor wie der berühmte Ochse vor dem Berg....

Viele meiner Geländeflächen, so z.B. ein aus 3 Modulen bestehendes Bahnhofsteil, habe ich mit Noch-Grasmatten begrünt. Von vielen abgelehnt, betrachte ich Grasmatten als ideale Basis: schnell sind große Flächen begrünt, und es gibt keine Probleme auf dieser Grundlage weiter zu verfeinern, z.B. partiell mit anderen Fasern oder feinen Schaumstoff-Flocken nachzuarbeiten. Die jetzt von Busch erscheinenden Grasmatten mit längeren Fasern führen zu Ergebnissen, die sonst nur mit hohem Aufwand zu erzielen sind. Grasmatten können entlang eines Lineals gerissen statt geschnitten werden, wodurch sich unregelmäßige (echtere) Kanten ergeben. Ein schmaler, wie beschrieben abgerissener Streifen einer Grasmatte kann als Mittelstreifen eines Feldwegs verwendet werden.

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die Produkte von Silflor. Hier handelt es sich um eine Abart der Matten, die ein grobes Kunststoff-Geflecht statt des Trägerpapiers und erheblich längere Fasern verwenden. Erstaunlich ist bei Silflor, daß die Matten in der Lieferform etwas seltsam anmuten (sehr lange Fasern, eigenartige bis zu kräftige Farben), aber nach dem Anbringen eine tolle Wirkung ergeben!

Elektrostatische Beflockungsgeräte sind zwar im Prinzip eine tolle Sache, aber das "Noch-Fläschchen" ist wesentlich preiswerter. Entscheidend ist dabei, daß nicht nur geschüttelt wird (maximal zur Hälfte füllen), sondern der richtige Sprühstoss, der kurz und heftig erfolgen muß (sozusagen eine trockene Rechte).

Fasern habe ich immer in verschiedenen Farbtönungen vorrätig, die ich abwechselnd bzw. gemischt einsetze. Zum Einfüllen in das Nochfläschchen habe ich einen Plastiktrichter der bei einem Baby-Milchpulver mitgeliefert wurde (auch fürs Fläschchen...). Wichtig ist für den richtigen Effekt (statische Aufladung der Fasern), daß die Flasche maximal halb gefüllt wird..


Wandbewuchs

Überwiegend werden auf Modelleisenbahnanlagen ältere Gebäude dargestellt - ob das nun ein Betriebs- (Bahnhof, Stellwerk) oder Wohngebäude ist, oft auch Mauern (Stützmauern usw.) Für den Bewuchs, der sich hier im Laufe der Zeit bildet, setze ich Heki-Flor ein (gerissen, nicht geschnitten) und als Kleber verwende ich dazu mittlerweile fast ausschließlich den dickflüssigen Sekundenkleber von Greven.
Trick: wenn man mit dem Finger andrückt, bleibt dieser oft Kleben. Gegenmittel ist die Verwendung eines Schnitzels vom Schutzpapier einer Klebefolie o.ä., mit dem man das Material andrückt! Außerdem kann man mit dem Mauerbewuchs z.B. zu groß geratene Fugen oder mißlungene Farbpartien des Bausatzes kaschieren.

Müllhalde:

Leider nicht selten in der Wirklichkeit und daher auch auf der Modellbahn nachzubilden ist eine Müllhalde. Eine optisch sehr gute Wirkung ergibt es, wenn Tetrapack-Tüten (leere!) in einer Küchenmaschine kleingehäckselt werden und mit Weißleim o.ä. auf einen Styroporkern als "Berg" geklebt werden, evtl. mit der Airbrush braungrau darübersprühen.....

Gewässer

Wer träumt nicht von einer Brücke am Fluß auf seiner Modellbahn... Witzig sind auch Modellbauten wie die Faller-Wassermühle, die mit richtigem Wasser betrieben werden. Allerdings ist echtes Wasser aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften im Maßstab 1:87 oder auch kleiner nicht originalgetreu, außerdem ist es schwierig ein richtiges Gewässer auf der Modellbahn anzulegen (Dichtigkeit, Gefälle, Verdunstung usw.)

Prinzipiell stehen folgende Alternativen zur Verfügung:

  • Glasplatte (antike Methode)
  • Seefolien von vielen Herstellern (Faller, Heki usw);
  • Imitation durch farbliche Gestaltung mit einer Klarlackschicht als "Wasser"-Oberfläche;
  • Kunstharz (2-Komponenten), neuerdings auch Acryl-Dispersionen
  • Kunststoffe die erhitzt (geschmolzen) werden (z.b. "Instant-Wasser" von Noch).
Seefolien führen zu sehr schnellen Ergebnissen. Wenn das Gewässer dreidimensional ausgestaltet wird (Seefolie liegt nur am Rand auf) sollte ab ca. 10 cm Spannweite (Durchmesser bzw. Flußbreite) eine ausreichend stabile Plexiglasplatte untergelegt werden, da sich das Material sonst durchbiegt (spätestens wenn die Anlage verstaubt ist und gereinigt werden soll).

Die Methode, durch rein farbliche Gestaltung und eine mehr oder weniger dicke Klarlackschicht Gewässer zu imitieren, führt zu erstaunlichen Ergebnissen wenn man sich an der Natur orientiert! Wichtig z.B. daß die Färbung um so dunkler ist, je tiefer das Gewässer ist.

2-Komponenten-Kunstharze lassen sich sehr gut verwenden, allerdings ist auf folgendes zu achten: Das Harz muß ganz klar sein (nicht vergilbend). Vorteilhaft ist auch, daß man z.B. Borsten als Schilf, Steinchen (Katzenstreu - unbenutzt!), Umweltschweinereien (Fässer, Reifen) usw. mit eingiessen kann.
Mögliche Probleme: die Kunstharze lösen Styropor an (achtung beim Untergrund!), erwärmen sich teilweise erheblich beim Aushärten und  schwinden auch. Diese Eigenschaften sind vom jeweiligen Produkt abhängig. Polyesterharze bleiben an der Oberfläche oft klebrig, diese sollten daher nach dem Aushärten mit einem Klarlack (ich habe einen Acryl-Glanzlack verwendet) gestrichen werden. Schwierig ist die Oberflächengestaltung, hier ist in dem (zu kurzen) Moment in dem das Harz geliert eine Wellenstruktur einzuarbeiten. Mir ist es bisher noch nicht zufriedenstellend gelungen aber: "Wir arbeiten daran....".

Noch einige Tips zur Gestaltung des Untergrundes / Ufers: Schilf erhält man am billigsten im Baumarkt in Form von Pinseln mit naturfarbenen Borsten, die dann passend abgeschnitten werden. Als Steine bzw. Felsbrocken kann Katzenstreu verwendet werden (wird in den verschiedensten Ausführungen angeboten, allerdings für den Modellbahner meist in zu großen Verpackungseinheiten). Wird Sand, Steinchen usw. verwendet, ist darauf zu achten daß die Farben des Gewässergrundes dazu passen.



 

Einschottern

Zu diesem Thema sind schon ganze Bibiliotheken verfaßt worden, trotzdem einige Bemerkungen:

Nachdem ich bereits einige Meter Märklin-Kunststoffgleis eingeschottert hatte, bin ich auf die fertigen Schaumstoffbettungen von Merkur gestoßen. Diese sind meines Erachtens optisch sehr ansprechend und bieten den Vorteil, daß das Gleis nur in die Bettung eingedrückt werden muß. Das Schotterbett wird mit Weißleim o.ä. auf den Untergrund (Trasse) geklebt. Schrauben bzw. Nägel sind nur nötig, wenn Flexgleise unter Spannung montiert werden und sollten nach dem Abbinden des Leims entfernt werden, so daß keine Schallbrücken bestehen. An den Stoßstellen kann mit passendem Schotter nachgearbeitet werden. Auch gezielt eingesetzte Unregelmäßigkeiten durch Nachschottern verbessern den Gesamteindruck. Auch für Bogengleise und Weichen sind passende Bettungen erhältlich.

Was mich an den Märklin-K-Gleisen störte, waren die Weichen mit dem umständlichen Hebelwerk (insbesondere bei den schlanken Weichen mit beweglichen Herzstücken). Ich habe die Hebel herausgebrochen und bewegliche Herzstücke durch feste (aus zugefeilten Schienenabfällen von Flexgleisen) ersetzt. zur Beschreibung geht es hier lang:


Gleisrost

Das beste Ergebnis liefert eine Airbrush, die seitlich entlang des Schienenprofils geführt wird (von der Seite bzw. max 45 Grad von schräg oben). So kann auch der Effekt nachgebildet werden, daß Schotterbett und Schwellen neben den Schienen Rostspuren tragen. Wichtig ist, die Schienen zu entfetten, da die Profile anscheinend auch im Neuzustand bereits leicht gefettet sind und so die Farbe teilweise abperlt. Als Farbton empfehle ich kein reines Rostbraun, da dies in der Regel zu knallig wirkt; es sollte zumindest eine Spur grau beigemischt werden. Erstaunlich ist wie so oft der Blick in die Wirklichkeit: Rost kann völlig verschiedene Farben haben, von Ocker über Orange bis hin zu Dunkelbraun.

In Anleitungen zum Gleisfärben wird oft empfohlen, die Oberkante (Lauffläche) der Schienen mit feinem Schmirgelpapier von der Farbe zu reinigen. Davon ist unbedingt abzuraten! Vielmehr sollte sofort nach dem Aufsprühen mit einem Kartonstreifen die Lauffläche wieder gesäubert werden, da Schmirgelpapier die Gleise aufrauht und so sich Verschmutzungen wieder schneller absetzen können.


Farben

Ich empfehle Airbrushfarben (meist auf Acrylbasis), zwar haben diese teilweise schlechte Deckkraft aber dies ist gerade beim Altern gewollt.
Glänzende Farben sind für Rostspuren ungeeignet. Plaka- und Abtönfarben haben nach meiner Erfahrung eine zu grobe Pigmentstruktur und können daher nicht dünn genug aufgetragen werden. Revell- und Humbrolfarben trocknen häufig nicht Matt auf (auch wenn es draufsteht). Dazu kann ich folgende Empfehlung bestätigen: nicht aufrühren, sondern mit einem Holzstäbchen o.ä. etwas Bodensatz des Farbdöschens auf eine Palette (ich verwende die Blechdeckel der Knack-und-Back-Croissants, guten Appetit!) geben und mit Verdünner (ich nehme den von Revell) anrühren.

Ansonsten habe ich gute Erfahrungen mit WACO-Bastelfarben (meines Wissens auf Acrylbasis) gemacht. Diese sind trocken wasserverdünnbar, was besonders das Pinselreinigen angenehm macht! Ich verwende die Farben mittlerweile auch für das Selbstbemalen von Preisermännchen und -weibchen. Noch besser geeignet und durch Zufall (wieder mal ein Sonderangebot) entdeckt sind Künstler-Acrylfarben in Tuben, die aufgrund ihrer pastösen Konsistenz die Entnahme kleiner Mengen ohne Umrühren erlauben, sehr gut decken und nicht verlaufen, andererseits bis auf  Spritzfähigkeit verdünnt werden können.

Größere Bedeutung haben in letzter Zeit auch "Puderfarben" erlangt, hierbei handelt es sich schlicht um die in Farben enthaltenen Farbpigmente (ohne Bindemittel). Siehe dazu Farbpigmente!


Gebäude supern

Soll ich oder soll ich nicht, das ist hier die Frage.... Wenn man sich die Inhaltsverzeichnisse von Modellbahnzeitschriften durchsieht, kommt das Thema doch jedes Jahr dutzendfach auf den Tisch....

Doch wenn ich Ihren gespannten Gesichtsausdruck sehe, will ich diesen Punkt nicht übergehen und versuche auf Dinge einzugehen, die ich bislang nicht oder nicht so gefunden habe:

Farbbehandlung Die farbliche Behandlung von Gebäuden verfolgt 2 Zwecke: Einmal soll der unnatürliche Eindruck der Bausätze, so wie sie aus der Schachtel kommen, einer echten Farbgebung weichen, andererseits sollen Gebäude Alterungsspuren erhalten, um wie ein altes Gebäude zu wirken. Der Aufwand für eine Farbbehandlung hängt stark vom Hersteller ab. Pola liefert viele Bausätze bereits gealtert, wobei die Alterung aus einer (sehr) dünnen schwarzen Farbe besteht, die vor allem in Vertiefungen hängen bleibt. Die Wirkung ist frappierend (zumindest für den, der sich noch nie mit dem Altern beschäftigt hat und nur die kunterbunten Produkte von Faller, Kibri oder Vollmer kennt). Besorgen Sie sich mal einen solchen vorgealterten Bausatz von Pola (Achtung, nicht alle Pola-Bausätze sind so vorbereitet). Wenn Sie es selber machen wollen: gaaaanz dünne schwarze Farbe, ich habe es mit Dispersions-Abtönfarbe versucht. Wichtig: Einen Eimer mit Wasser und einen Schwamm oder Lappen bereithalten! Wenn es zuviel Farbe war, das Teil sofort in den Eimer werfen und abwischen - kaum angetrocknet, bekommt man die Farbe nicht mehr weg und kann nur noch Übermalen.

Wichtig: bei diesem Verfahren erst mal Teile des Bausatzes altern und dann zusammenbauen! Beim Zusammenbau darauf achten, daß die Klebeflächen von Farbe gesäubert sind, da sonst der Kleber den Kunststoff nicht mehr verschweissen kan

Sehr gute Ergebnisse brachte auch folgendes Verfahren: mit der Airbrush ganz dünn dunkle (z.B. Sepia, Umbra, Oliv, Schwarz) Farbe mit viel Luft (Airbrush mit 2-Weg-Regelung) aufbringen, ruhig fleckig (ein echtes Haus ist nach 5 Jahren auch nicht mehr einheitlich gefärbt). Eventuell verschiedenfarbige Flecken aufbringen (aber ich wiederhole: ganz dünn, nur ein Schleier!).

Deckende Anstriche sind bei vielen Hausbausätzen ebenfalls durchaus angebracht, entsprechend abgetönte Dispersionsfarbe ist hier geeignet. Deckende Anstriche bringe ich auf den Rohbau auf, d.h. die Außenwände sind verklebt. So kann man auch die Fugen an den Ecken zuschmieren. Auch hier der Hinweis: die speziellen Polystyrol-Kleber haften auf Farbe nicht, ich habe das gemerkt als die Fensterläden immer am Boden lagen (mein Standardkleber auch für sowas: Greven Sekundenkleber dickflüssig...) . Deckende Farben ermöglichen es auch einen Bausatz so ganz anders aussehen zu lassen, z.B. Fachwerk verschwinden zu lassen.

Dächer fallen ebenfalls häufig durch unechtes Aussehen (Farbe, Glanz) auf - noch dazu, da diese ja dem Betrachter einer Anlage geradezu ins Auge springen. Entsprechende Farbe (Ziegelrot, Rotbraun, Grün, Grau - je nach Material das dargestellt werden soll) wird mit einem Läppchen auf den Teilen verrieben. Probieren Sie folgende Arbeitsweisen: Farbe dünn anrühren, mit weichem Pinsel auftragen und mit Läppchen abwischen; mit dicker Farbe und Läppchen Farbe direkt aufreiben bzw. abweichende Farben partiell aufwischen; für den Perfektionisten: Dachziegel einzeln in verschiedenen Farben bemalen (Wieder: Originale betrachten, eventuell von einem Kirchturm aus....) Dächer sind im Original häufig bemoost, dies kann man mit einem grünen Schleier aus der Airbrush aufsprühen oder auch mit der (alten) Zahnbürste auftupfen. Zu Farben siehe auch !

Mauerwerk wird wesentlich realistischer durch das Nachbehandeln der Fugen, dabei muß man sich überlegen welche Farbe die Mauersteine und welche die Fugen haben sollen. Mauersteine sind meist Ziegelrot oder grau, Fugen hellgrau bis dunkelgrau. Meine Methode: die Fugenfarbe (dünn) mit Pinsel in die Fugen einarbeiten, mit Lappen die Oberfläche des Mauerwerks zwischendrin immer abwischen, nach Trocknen der Fugen mit einem Läppchen die (dicke) Farbe dünn auf die Mauersteine aufwischen; je nach Mauerwerk kann es aber auch einfacher sein zuerst das Mauerwerk zu streichen und dann die Fugen nachzubehandeln. Auch hier: Ausprobieren, am Besten an einer Mauerplatte die es in allen möglichen Ausführungen von Faller, Kibri, Vollmer usw. gibt.

Alt wirkt ein Gebäude durch folgende Kleinigkeiten: Dunkler, fleckiger Anstrich (typisch ist auch: dunkle Spuren oberhalb von Fenstern, Türen), fehlende oder schief hängende Fensterläden, zerbrochene Fenster (mit einer Reißnadel o.ä. in das Fensterglas von hinten einritzen), abgebröckelter Putz (Mauerwerk mit Moltofill verspachtelt und teilweise abgekratzt), vernagelte Fenster/Türen (mit Bretterimitationen). Außerdem sind ältere Gebäude häufig bewachsen.


Aufstellung

Bodenplatten: Ich verwende die überstehenden Bodenplatten von Häuschen grundsätzlich nicht mehr, da diese kaum in die Landschaft zu integrieren sind. Eine Ausnahme sind natürlich Bodenteile wie bei der Faller Stadthausserie, die den Sockel darstellen.
Mit Erfolg habe ich bei den Faller-Stadthäusern jetzt folgende Befestigungsart eingesetzt: Die Bodenpartie (Sockel) besitzt einen durchgehenden Plastikstreifen mit einer Bohrung für den Lampensockel (der da unten nicht hingehört, sondern viel höher im Haus - aber das ist eine andere Geschichte...) In diesen Plastikstreifen habe ich ein Loch gebohrt und mit Heißkleber lange M3-Schrauben geklebt, die durch die Grundplatte der Anlage nach unten stehen und dort mit einer Mutter befestigt werden. So können die Häuser für Lampenwechsel oder Umbauten problemlos abgeschraubt werden und halten trotzdem sicher. Sind keine solchen Bodenplatten vorhanden bzw. sollen sie nicht eingesetzt werden, kann am Hausboden eine flache Holzleiste zwischen 2 gegenüberliegende Wände geklebt werden, in die die Schraube gesetzt wird.

Ein Fehler, der mir auf Fotos meiner eigenen Anlage aufgefallen ist, ist folgendes: Plaziert man ein Häuschen auf einer Straße, ist - vor allem wenn man von der Seite auf die Anlage blickt - ein Spalt zwischen der Strasse und dem Mauerwerk zu erkennen, während ein "echtes" Haus sozusagen aus dem Boden wächst. Solche Spalten sind mit Bewuchs (Heki-Flor) oder Sand (mit verdünntem Weißleim fixiert) zu kaschieren, wobei ggf. zu beachten ist daß das Haus wieder entfernt werden kann.

Bahnhöfe: Modellbahnhöfe waren für mich immer irgendwie "komisch anders" als die Wirklichkeit. Ich wußte nicht, warum - bis mir eines Tages bei der Durchsicht eines Buches mit Vorbildbahnhöfen die Erleuchtung kam: ein echter Bahnhof steht nie direkt am Gleis! Teilweise ist ein erheblicher Abstand festzustellen.


Kit-bashing

Darunter versteht man die Variation eines oder mehrerer Gebäudebausätze, d.h. der Bausatz wird nicht nach Beschreibung gebaut sondern z.B. um ein Stockwerk gekürzt, eine lange Lagerhalle aus 2 gleichen Bausätzen usw. Eine pauschale Anleitung ist dazu nicht möglich, nur einige Tips:

Beachten Sie die Stockwerkhöhen. Viele Bausätze sind mit verschiedenen Stockwerkhöhen (meist sowieso zu niedrig) konstruiert. Es lohnt sich, z.B. aus Karton ein "Muster" des gewünschten Gebäudes anzufertigen, bevor man die Teile zerschneidet! Auch bei Dachänderungen ist eine Kartonvorlage sinnvoll, vor allem bei verwinkelten Dachkonstruktionen.
Mischen Sie nie Bausätze verschiedener Hersteller, da bereits verschiedene Fensterformen zu einem unnatürlichen Aussehen von Gebäuden führen. Was mir aufgefallen ist: auch wenn es sich (fast) immer um Polystyrol handelt, so sind doch erhebliche Unterschiede in den Materialien vorhanden - manche Sorten sind extrem spröde, was zumindest das Schneiden mit Messern schwierig macht..
Arbeiten Sie langsam und sorgfältig und verwenden Sie zum Schneiden ein Stahllineal und ein scharfes Messer (von der Rückseite schneiden) oder eine Laubsäge (evtl. Dekupiersäge).
Sägen und Fräsen sollten Sie nur mit möglichst geringer Geschwindigkeit, evtl. Wasser oder Spiritus als Kühlmittel. Auch beim Bohren (Spiralbohrer) ist zu beachten, daß die Kunststoffe (in der Regel PS=Polystyrol) thermoplastisch sind, d.h. bei (Reibungs-)Hitze schmelzen.
Beim Schneiden/Bohren von PS entstehen oft Grate, daher Teile zu groß (bzw. Öffnungen zu klein) zuschneiden und nachfeilen. Wegfeilen können Sie immer, Hinzufügen selten! (Fugen in Mauern ggf. mit Bewuchs kaschieren).
Zum Verspachteln von Ritzen oder nicht benötigten Bohrungen ist Nitro-Spachtel (für Autos, in Tuben erhältlich) gut geeignet.
Zur Stabilisierung sind oft Stützkonstruktionen im Gebäude erforderlich.

Trauen Sie sich ruhig ran, wenn Sie einigermassen Routine aus dem Zusammenbau normaler Bausätze haben schaffen sie auch das! Vielleicht können Sie auf einem Flohmarkt einen preiswerten (alten) Gebäudebausatz erstehen, damit ein materieller Schaden nicht zu hoch ausfällt..



 

Holz

Holz ist als Baumaterial häufig zu finden, z.B. Zäune, Türen, Bänke, Masten, Wandverkleidungen, Bretterstapel und vieles mehr. Sehr gut läßt sich im Modell echtes Holz verwenden. Ich setze z.B. ein: Telegrafenmasten aus Schaschlikspiessen, Balsaholz für Bohlenübergänge, Furnierholzstreifen für Bretter. Von einem alten Bett-Seitenteil, das seit Jahren im Freien verwitterte, habe ich mir ein Stück Furnier abgemacht (stand schon ab, da sich der Leim gelöst hatte). Das mittlerweile grau gewordene Holz eignet sich perfekt für die Darstellung von verwitterten Holzteilen, einziger Nachteil: schwierig zuzuschneiden, da der Schnitt immer in Faserrichtung davonläuft.

Strassenbau


Dazu nur zwei kurze Tips: ich habe gute Ergebnisse mit graubeige gestrichenem, feinen Schleifpapier erzielt. Da Schleifpapier in der Regel nur in kleinen Bögen erhältlich ist, habe ich mir bei einem Schreiner eine gebrauchte Bahn von einer Furnierschleifmaschine besorgt. Auch recht gut gefällt mir folgendes: Faller - Straßenfarbe unverdünnt aufgetragen, in die noch feuchte Farbe gesiebte Asche aus dem Kachelofen aufgestreut und in Fahrtrichtung vorsichtig verwischt.
Gleisverbinderzange
Bei häufigem Auf- und Abbau von Modellbahngleisen ist häufig der Punkt erreicht, an dem die Gleisverbinder verbogen sind und weder Halt noch Kontakt sicherstellen. Mit gewöhnlichem Werkzeug ist es nicht einfach, die richtige Form wieder hinzubekommen.Zange
Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, nach Spezialwerkzeug zu suchen (das meistens eh zu teuer ist), sondern eine einfache Lösung dafür gefunden:
Bei einer kleinen Flachzange (möglichst kompakter, d.h. kurzer und breiter Kopf ist ideal) habe ich in die Backen innen ca. 1 mm von der Spitze mit der Mini-Trennscheibe Nuten eingeschliffen. Diese wurden nach Gefühl so tief angebracht, daß die Zange von oben um den Schienenkopf "herumfassen" und die Schienenverbinder wieder in Form bringen kann.

Bei verbogenen Schienenverbindern genügt jetzt ein Griff, und die Sache sitzt wieder. Ausserdem kann man damit sogar aus Weissblechstreifen selbst Schienenverbinder herstellen.



Literaturverzeichnis
Es gibt mittlerweile zahllose Bücher und Zeitschriften zur Modellbahn. Ich möchte hier einiges nennen, das man zumindest im Laden mal ansehen sollte. Eine Kaufempfehlung möchte ich nicht geben, da dies von der Zielsetzung des Einzelnen zu sehr abhängt. Gerade bei Zeitschriften ist mal was interessantes enthalten, das nächste Mal wieder nicht...Nicht zu vergessen die verschiedenen Specials von MIBA, Modellbahn-Journal usw. Wirklich schlecht ist keine Modellbahnzeitschrift, ich empfehle den Besuch von Bahnhofsbuchhandlungen die in der Regel viel Auswahl bieten, einfach mal reinsehen was interessant ist.

Zeitschriften:

MIBA(v/M), Modellbahnjournal(M), Eisenbahnjournal(V), eisenbahnmagazin (V/M). (Hinweis: V=Vorbild, M=Modell, Großschreibung: Schwerpunkt). Bezugsquelle: In gut sortierten Zeitschriftenläden bzw. Abteilungen, in Bahnhofsbuchhaltungen erfahrungsgemäß umfangreichstes Sortiment, auch Modellbahn-Händler, Abonnement.

MIBA, Eisenbahnjournal u.andere geben auch Sonderhefte zu bestimmten Themenkreisen heraus. Bezugsquelle: wie Zeitschriften


Bücher:

Ein Muß für jeden Modellbahner ist m.E. "Gruß aus Ferbach" von Jacques le Plat (MIBA), bei MIBA sind auch eine Reihe anderer Bücher zu finden (genauso wie bei vielen anderen Verlagen von Modellbahnzeitschriften). Bücher von Bernhard Stein gibt es von verschiedenen Verlagen, sie sind immer für eine Anregung gut und auch für den Anfänger nicht zu hochgestochen. Auch der Alba-Verlag bietet umfangreiche Literatur zu Modelleisenbahn. Bezugsquelle: Buchhandlungen (dort sollte auch ggf. eine Bestellung zur Ansicht möglich sein), Direktversand der Verlage (meist Anzeigen in Zeitschriften!), Modellbahn-Händler führen oft auch eine gewisse Auswahl.

Sonstige

Von verschiedenen Herstellern gibt es Broschüren und Anleitungsbücher. So wurde von Faller u.a. ein dickes Heft über Dioramenbau (...von Bernhard Stein...) herausgegeben, von Noch ist seit kurzem eine Beschreibung speziell zur Verarbeitung der Woodland Scenics-Produkte (die jetzt auch von Noch vertrieben werden) erhältlich. Zu beachten ist dabei, daß diese Anleitungen oft sehr herstellerspezifisch sind, wie z.B. die von Märklin. Daneben bieten die meisten Modellbahnhersteller Gleisplanhefte bzw. -bücher an.

 
Verfasser: Peter Popp 
Homepage
email: 
Peter.Popp@t-online.de
Modellbahnen im Internet: 
http://www.der-moba.de