Der Satz des Pythagoras umfasst 24 Worte, das Archimedische Prinzip 67, die 10 Gebote 179, die Amerikanische Unabhängigkeits-Erklärung besteht aus 300 Worten; nun bedenke man, dass allein der Paragraph 19a des Deutschen Einkommensteuergesetzes 1862 Worte umfasst.
Armes Deutschland !
Das deutsche Steuerecht ist schwierig und ungerecht. Besserverdiener und Firmen mit teuren Beratern sparen fleißig Steuern, nur der einfache Steuerzahler ist überfordert, hat nichts zum Absetzen. Dabei fordert das Bundesverfassungsgericht schon seit Jahren ein klares und verständliches Steuerrecht.
Tatsächlich gibt es bereits mehrere Konzepte für eine wesentlich einfachere Steuer. Eines gilt als besonders fair. Sein Grundprinzip: Jeder zahlt gleich viel. Ausgearbeitet von Prof. Manfred Rose und seinem Team an der Universität Heidelberg. Sie entwickelten ein komplett neues Steuergesetz für Deutschland: Eine Einfachsteuer.
Wie die Einfachsteuer funktioniert
Dass es einfacher wird, zeigt schon dieser Vergleich: Steht das heutige
Einkommensteuergesetz auf 254 Seiten, kommt die Alternative mit einem Zehntel
aus. Die Lösung: Weg mit Steuertabellen und unverständlichen Formularen. Und
auch die ganze Literatur über Abschreibungsmöglichkeiten und Steuervergünstigungen
könnte man einstampfen. Wie einfach sich die Steuer errechnen lässt, zeigt
dieses Beispiel. Ausgangspunkt ist der jährliche Arbeitslohn. In unserem Fall
15.000 Euro. Davon darf jeder die einheitliche Werbungskostenpauschale in Höhe
von 1200 Euro abziehen. Außerdem sämtliche Sozialversicherungsbeiträge - in
unserem Fall 3060 Euro. Und den Grundfreibetrag, der für jeden 10.000 Euro beträgt.
Das ist alles. Heraus kommt das zu versteuernde Einkommen, in unserem Fall 740
Euro. Auf diese Summe müssen nun 25 Prozent Steuern gezahlt werden. Ein
Steuersatz, der für jeden gilt. Hier wären185 Euro pro Jahr fällig.
Ein Beispiel für ein berufstätiges Ehepaar
Bei einem gemeinsamen Jahreseinkommen von 30.000 Euro wären nach heutigem Recht
etwa 1632 Euro im Jahr fällig, mit der Einfachsteuer nur noch 370 Euro. Und
auch bei höheren Einkommen zahlt sich die Einfachsteuer aus. Und nicht nur der
Steuerzahler hätte mehr in der Kasse, sondern auch der Fiskus. Wie kann das
sein? Prof. Manfred Rose: "Menschen mit hohem Einkommen zahlten aufgrund
der zahlreichen Steuerprivilegien keine oder wenig Steuern, das würde bei mit
der Einfachsteuer alles wegfallen, jeder muss Steuern zahlen, dadurch bekommt
der Staat auch mehr Geld in die Kasse und für die meisten verringert sich
dadurch auch die Steuerlast erheblich."
Kein Modell für Deutschland?
In Deutschland steht die Einführung der Einfachsteuer nach Angaben des
Bundesfinanzministeriums nicht zur Debatte. Zudem herrscht beim Fiskus die
Ansicht, es sei weder möglich noch notwendig, das Steuerrecht radikal zu
vereinfachen. Dr. Barbara Hendricks Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium:
"Die Welt ist nicht so einfach, wie sich mancher das erträumen mag. Ich
versteh immer nicht so recht, warum ausgerechnet das Steuerrecht alle
Anforderungen an Einfachheit erfüllen soll". Jedes andere Rechtsgebiet
sei auch komplex geregelt und ohne Erklärung nicht zu durchschauen.
Erfolg in Kroatien
Dass das Einfachsteuer-Modell auch funktioniert, zeigt das Beispiel Kroatien.
Das kroatische Finanzministerium hat das Einfachsteuermodell des deutschen
Professors aus Heidelberg eingeführt. Die Folgen: Eine effizient arbeitende
schlanke Finanzverwaltung und Bürger wie Unternehmen zahlen ihre Steuern
schneller als in allen anderen europäischen Ländern. Der kroatische
Finanzminister Kroatien: "Die Steuereinnahmen sind konstant gestiegen.
Im ersten Jahr um 25 Prozent. Doch das Wichtigste war, dass durch das
Steuersystem von Prof. Rose vor allem wirtschaftliche Investitionen und Firmengründungen
angeschoben wurden."
Fazit: Der Staat hat mehr im Steuersack, obwohl die meisten weniger zahlen.
Wir führen
mit Ihrer Hilfe diese
Einfachsteuer ein !