©2004/2006  Peter Ziegler / Klaus Wiegand

Canal du Midi


Hausbootfahrt
01.05. - 15.05.2004


  1. Tag   und  2. Tag Anfahrt von München / Augsburg  
  3. Tag Port Cassafières - Colombiers  
  4. Tag Colombiers - Capestang  
  5. Tag Capestang - Sallèles d'Aude  
  6. Tag Sallèles-d'Aude - Ventenac-en-Minervois  
  7. Tag Ventenac-en-Minervois - Jouarres  le Vieux  
  8. Tag Jouarres  le Vieux - Trèbes  
  9. Tag Trèbes- Carcassonne  
  10. Tag Carcassonne - Schleuse Beteille  
  11. Tag Schleuse Beteille - Castelnaudary  
  12. Tag Castelnaudary - Schleuse Emborrel  
  13.Tag Schleuse Emborrel - Donneville  
  14. Tag Donneville - NO-lich Port Lauragais  
  15. Tag NO-lich Port Lauragais - Castelnaudary  

16., 17. Tag Heimfahrt nach Augsburg / München
  Rechtliche Hinweise

 


 


Wieder einmal haben wir uns vorgenommen, eine Hausbootfahrt zu unternehmen. Diesmal fiel die Wahl auf Südfrankreich, den Canal du Midi . Nach Studium diverser Kataloge fiel die Entscheidung zu Gunsten von Crown Blue Line und der Buchung über "Ferien auf dem Wasser " Die Crew besteht aus Gabi und Klaus, Steffi und Peter. Wegen der langen Anreise beschliessen wir auf alle Fälle 2 Tage An- bzw. Abreise vorzusehen. Da somit etwas Zeit bleibt, auf der Fahrt liegende Sehenswürdigkeiten zu besuchen, machen wir auf der Hinfahrt in Pont-du-Gard Halt. Bei der Hinfahrt haben wir schönes Wetter und hoffen auf einen warmen südlichen Frühling. Doch leider herrscht in der Gegend um Narbonne leichtes Hochwasser und auch das gesamte Urlaubswetter ist kalt, stürmisch und fast immer, wenn man in den Schleusen im Freien arbeiten muß, gibt es Regenschauer. In einer Schleuse erwischt uns sogar ein kurzer Hagelschauer. In der ersten Woche ist es sehr stürmisch und es gibt an einem Tag bei Windstärken bis 7 Bft. einen "Segeltörn".
Höhepunkt der Reise ist der Besuch der Stadt Carcassonne. Schließlich muß man die Stadt besuchen, die dem Spiel "Carcassonne" den Namen gab und das wir  fast jeden Abend an Bord spielen.


1. Tag:  30.04.2004
Am Freitagmorgen treffen wir uns in Augsburg , um von dort aus gemeinsam in den Urlaub zu starten. Nach einem gemütlichen Frühstück geht es los Richtung Südfrankreich. Da die Welt so klein ist, trifft Peter einen Arbeitskollegen auf einem Rastplatz vor Stuttgart, der zu einem Oldtimermarkt unterwegs ist.


Am Abend, bevor wir uns einen Campingplatz für die Übernachtung suchen, besichtigen wir die Stadt Vienne (südl. Lyon).

http://www.antikefan.de/Bilder/vienne/vienne.html

 

Eine freundliche Dame in einer Fahrschule gibt uns den Hinweis, wo Campingplätze zu finden sind. Wir machen uns auf den Weg und schlagen unsere "Zelte" etwas östlich des Rhônetals bei Monsteroux-Milieu am Ufer der Varèze auf. Im Restaurant am Campingplatz nehmen wir ein ausführliches französisches Menü mit Aperitif, Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise und natürlich französischem Wein zu uns. Wir fühlen uns "wie Gott in Frankreich".

 

 

 

 

 

 

 

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 2. Tag: 01.05.2004

Heute liegt die kürzere Etappe vor uns. Es geht weiter Richtung Süden. Für diesen Abschnitt haben wir die Besichtigung der Pont du Gard geplant, die nordöstlich von Nîmes liegt. Zuvor bunkern wir in der Nähe des Aquäduktes natürlich erst mal Wein für die Hausbootfahrt. In einer Kelterei kaufen wir je eine 5  Liter - Packung Rosé- und Rotwein. Für einen Gourmet sind solche Großpackungen ein Graus, aber für eine Hausbootfahrt recht praktisch.

Der Aquädukt  Pont du Gard  wurde im 1. Jh n.Chr. erbaut und lieferte das Wasser von der Eure-Quelle bei Uzès 50 km lang nach Nîmes . Dieser ist 270m lang und ca.50m hoch. Pont du Gard zählt laut UNESCO zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Welt und gehört zu den meistbesuchtenSehenswürdigkeiten Frankreichs.

 

 

 

Ein Artikel über den Aquädukt ist in  Spektrum der Wissenschaft   Juni 2006  S.92 "Aquädukt der Superlative" erschienen.

Da der Ort Uzès mit dem HARIBO-Museum nicht weit entfernt ist, entschliessen wir uns, auch dort noch vorbei zu schauen. Da aber noch Vorsaison ist, hat das Museum über Mittag geschlossen und, da die Zeit nun doch recht fortgeschritten ist, warten wir nur noch bis der Laden öffnet und decken uns mit entsprechenden Süßigkeiten ein. Die weitere Fahrt führt uns durch die Mittelgebirgslandschaft des Bois de Coufines, bevor wir über die Autobahn unserem Ziel entgegen steuern. Die letzten Kilometer zur Basis von Crown Blue Line in Port Cassafières geht es über die Landstraße vorbei an überschwemmten Wiesen, auf denen die Pferde der Region mit den Hufen im Wasser stehen, sofern sie sich nicht auf kleine Inseln retten konnten. Ein Unwetter vor einigen Tagen hat hier in der Region zu Hochwasser geführt, das uns auch bei der Bootsfahrt noch beeinträchtigen wird.
Am Nachmittag übernehmen wir unser Boot "TASMAN 7" mit einer Probefahrt und richten uns anschliessend häuslich ein. Dem Boot sieht man das hohe Alter deutlich an. Laut Auskunft an der Basis soll es nach dieser Saison ausgemustert werden. Dafür war es auch billiger als die neuen "Luxusyachten".
Den Abend lassen wir im Restaurant der Basis gemütlich ausklingen.

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3. Tag:  02.05.2004 / 1. Fahrtag
Leider sind an diesem Sonntagmorgen die sanitären Anlagen verschlossen; keiner kennt sich aus, auf Befragen bekommen wir widersprüchliche CanalAussagen (von "gleich kommt einer" bis "Sonntags nie"). In der Hoffnung, noch einmal richtig duschen zu können, warten wir einige Zeit ab, bis wir dann  beschliessen müssen, ohne "Großreinigung" loszufahren. Wir gehen auf Kurs Richtung Agde und Etang de Thau. Wir hatten zwar in der Basis erfahren, dass z.Zt. die Passage in den Étang de Thau nicht möglich ist, weil der Fluss l'Hérault Hochwasser führt, hoffen aber, dass sich die Situation normalisiert hat, bis wir in Agde ankommen. Doch bereits bei der Querung des Flusses Libron ist erst mal Ende.
Als wir ankommen, wird die spezielle Flußquerung gerade geöffnet, um den Kanal wieder zu befahren.Als die ersten Boote passieren, ist ein grösserer Kahn dabei, der sich in der Durchfahrt verkeilt / auf Grund läuft. Da ein Weiterfahren anscheinend länger nicht möglich ist, beschliessen wir mit den Fahrrädern nach Agde zu fahren. Gesagt getan. Wir laden unsere Räder ab und strampeln los.

Agde:   http://www.frankreich-sued.de/agde-server/historie.htmAgde

 

 

 

Die Stadt liegt von der Mittelmeerküste etwas landeinwärts am Fluß l'Hérault. Ein markantes Bauwerk ist  die

Ancienne Cathedrale St-Etienne, die im 12. Jh aus Lavagestein errichtet wurde.

 

 


 

Nach der Besichtigung der Stadt und diversen Einkäufen radeln wir zurück zu unserem Boot.
Wie wir an Agde sahen, besteht immer noch nicht die Chance, den Hérault aufgrund des Hochwassers zu queren. So müssen wir enttäuscht umkehren und nehmen Kurs West.
Am Nachmittag erreichen wir Béziers.

Hier geht es die berühmte 7-stufige Schleusentreppe von Fonserannes hinauf, die wir als letztes Boot an diesem Tag passieren. Aufgrund des Aufwandes wird hier am Tag nur jeweils in 2 Zeitabschnitten auf- bzw. abwärts geschleust. Wir fahren noch weiter bis Colombiers, um von dort aus am nächsten Tag das Oppidum d'Ensérune zu besichtigen.


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4. Tag:  03.05.2004

Am Vormittag geht es zu Fuß etwa eine 1/2 Stunde auf einen Hügel, auf dem sich die Reste der alten Siedlung Oppidum d'Ensérune von 800 v. Chr. befinden; und es regnet wieder einmal. Hier sind Überreste der griechischen, keltischen und römischen Zivilisationen zu sehen.Von dort oben hat man auch einen herrlichen Blick auf das runde

 Feld von Montady

 

Nach dem Rundgang auf dem Hügel durch die römischen Ausgrabungen und Besichtigung des Museums geht es zurück zum Boot. Zuvor durchlaufen Klaus und Peter noch den Tunnel von Malpas Tunnel mit seiner Länge von 160m, der den Kanal durch diesen Hügel führt. Dabei legen wir fest, wie wir anschließend bei der Durchfahrt mit unserem Hausboot Foto- und Videoaufnahmen machen wollen.

 

 

 

 

 

 

Die Fahrt geht weiter nach Capestang. Direkt bei der alten Steinbrücke machen wir für diesen Tag fest. Nach der Besichtigung des Ortes (wieder mal bei Regen) gehen wir zum Abendessen in ein gutes Lokal gegenüber unseres Liegeplatzes.

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5. Tag:  04.05.2004

Bevor wir weiterfahren machen wir nochmal Foto- und Videoaufnahmen von unserem Boot bei der Durchfahrt der alten Steinbrücke. 
Als Tagesziel nehmen wir uns Narbonne vor. Wie wir aber bei der ersten Schleuse des Zweigkanals Canal de Jonction feststellen müssen, ist auch der Weg wegen Hochwassers ab Sallèles-d'Aude gesperrt. Dort muß der Fluß l'Aude gequert werden, der im Moment zu reißend ist. In der Hoffnung, es könnte am nächsten Tag möglich werden, fahren wir in den Kanal ein.
Ca. 3 km vor Sallèles-d'Aude legen wir an und besichtigen die alte römische Töpferei Amphoralis. In dieser Töpferei aus dem 1. - 3. Jh. sind 14 Brennöfen (Fundamente) mit den dazugehörigen Arbeitsflächen, ein Absetzbecken, Brunnen, Wohngebäude (Fundamente) und der Steinbruch, der im Tagebau abgebaut wurde, zu sehen. Nördlich des Museums ist ein vollständig erhaltener Aquädukt aus dem 2. Jh. freigelegt wurden.

In Sallèles-d'Aude ist für heute erst mal Schluß und es regnet wieder..

Capestang

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6. Tag:  05.05.2004

Die Basis von Crown Blue Line hat angerufen, dass Peters Auto, das man nach Castelnaudary überführen wollte, kaputt ist. Daher "darf" sich Peter erstmal um sein Auto kümmern. Der Vormittag ist futsch, aber wir lassen uns die Laune nicht vermiesen.
 
 Da der Kanal nach Narbonne immer noch gesperrt ist und keine Aussicht auf Öffnung besteht, fahren wir wieder zurück in Le Somailden Canal du Midi. Am Nachmittag besichtigen wir den malerischen Ort Le Somail

 


Im weiteren Verlauf passieren wir den beeindruckenden Aquädukt, Pont canal de Répudre (1676), der Repudre die Kreuzung des Kanals über das Flüsschen la Répudre bildet.

 

 

 

 

Da sich der Tag dem Ende zu neigt, fahren wir ein Stückchen zurück und machen fest in Ventenac-en-Minervois. Hier gibt's neben einem Weingut, wo wir nochmal Weißwein nachbunkern, auch ein gutes Grill-Restaurant, das uns empfohlen wurde und in dem wir abendessen

 

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7. Tag:  06.05.2004

Argens
Weiter geht's durch die "Kanal-Allee", die beidseitig kilometerlang mit Platanen bewachsen ist. In Argens-Minervois legen wir eine Pause ein.
Nach der Besichtigung des schönen Ortes fassen wird wieder Wasser und auch eine vernünftige Dusche steht zur Verfügung.

 

 

 

 

 


Abends liegen wir bei der Brücke von Jouarres le Vieux . Diese Ansiedlung besteht nur aus einem großen Weingut und einem kleinem Schloß, in dem heute ein Hotel untergebracht ist.

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8. Tag:  07.05.2004

Es wäre ja zu schön gewesen, ein Chartertörn ohne technische Probleme; diesmal ist es unsere Verbraucherbatterie. Schon am Vorabend saßen wir fast im Dunkeln. Nach dem Anruf in der Basis kommt gegen mittag ein Techniker vorbei und innerhalb einer 1/4 Stunde hat er eine neue Batterie eingebaut. Fazit: Der Schaden ist schnell behoben und wir können unsere Fahrt ohne große Verzögerung fortsetzen - super Service -.
Nach einer schleusenreichen Tour erreichen wir am Abend Trèbes. Dies ist ein größerer Ort mit guten Einkaufsmöglichkeiten und ein entsprechender Verkehrsknotenpunkt. Klaus hat den Film seiner Einwegkamera bereits voll und ist neugierig, wie die Bilder geworden sind und auch auf Peters Digitalkamera wird der Speicher langsam knapp. So lassen wir am Abend im Stundenservice die Fotos entwickeln und von dem Speicherchip eine CD brennen.
Nach einem einfachen aber guten Döner Kebab, denn wir uns gegenüber des Anlegers besorgen, gibt es den ersten Bilderabend. Auch die bis dahin gedrehten Videoaufnahmen werden begutachtet.



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9. Tag: 08.05.2004

8. MaiAls wir beim Frühstück sitzen, fallen uns im Ort Kriegsveteranen und Fahnenträger auf - die Franzosen feiern das Ende des 2. Weltkrieges. Wir erkunden den Ort Trèbes. Bei der Kirche sehen wir die Fahnenträger wieder stehen, die bald darauf ein Spalier für die herauskommenden Gottesdienstbesucher bilden.
Da nach dem Gottesdienst die Kirche noch offen ist, gehen wir zur Besichtigung hinein. Hier wurden durch Zufall aufgrund früherer Baufälligkeit beim Herabstürzen von Dachkonstruktionen bemalte "Kargsteine" entdeckt. Bevor der Pfarrer seine Kirche zusperrt kommt er auf uns zu und nach ein paar Fragen erzählt er ausführlich die Geschichte der Kirche. Klaus darf eifrig den Dolmetscher spielen.
Nach dem Ausflug in die Kirchengeschichte schlendern wir weiter durch den Ort. Als wir zum Anlegeplatz kommen, treffen wir wieder auf die Kriegsveteranen, die mit Begleitung alter kleiner Militärfahrzeuge zum Friedhof marschieren um dort der Gefallenen zu gedenken.

Am Nachmittag fahren noch die kurze Strecke nach Carcassonne. Diese Stadt ist der Höhepunkt unserer Reise, wir haben Glück und können sie bei strahlendem Sonnenschein besichtigen.

Carcassonne

Carcassonne

Nachdem wir am Kai bei der Pont de la Paix festgemacht und Liegeplatzgebühr bezahlt haben, ist unser Ziel die Altstadt La Cité. Zuerst geht es durch die "neue" Stadt mit ihrer Fußgängerzone und all den Geschäften. Beim Jacobinertor geht es Richtung "Alter Brücke" und dann hinauf zur Altstadt. Zum Glück ist noch Vorsaison und somit sind kaum Besucher unterwegs. Wie heute üblich, sind in den Häuser viele Läden und Restaurants untergebracht. Dennoch wohnen hier innerhalb des "Burgfriedens" noch etwa 120 Leute.
Selbstverständlich nehmen wir das Abendessen (natürlich das "Nationalgericht" der Gegend: Cassoulet ) hier in der Altstadt ein.


10. Tag:  09.05.2004

Am nächsten Tag gehen wir nochmal in die Altstadt. Diesmal mit einem Rundgang zwischen den beiden Stadtmauern, da auch hier an den  Mauern die interessante geschichtliche Entwicklung zu sehen ist. Nach einem kleinen Mittagessen geht es wieder zurück zum Boot.

 

Nachmittags fahren wir weiter.

11. Tag: 10.05.2004

BeteilleHeute steht uns ein "Schleusentag" bevor. 13 Schleusen, davon  je eine 2-, 3- und 4-fach Schleuse.

(Ein Tipp an den Leser: Wer nach diesem Abschnitt immer noch Probleme mit Schleusenmanövern hat, der wird es wohl nicht mehr lernen   :-)  )
Abends kommen wir in Castelnaudary, der Hauptbasis von Crown Blue Line, an.

Das uns empfohlene Lokal  - Le Petit Gazouillis,  5  Rue de l'Arcade - können wir weiterempfehlen.

 

 

 

 

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12. Tag:  11.05.2004
Nach dem Frühstück, einem Rundgang durch die Stadt und nochmals nachbunkern von Rotwein (sicherheitshaber 10 Liter, man weiss ja nie, wann's wieder welchen gibt) geht es weiter in westliche Richtung.
Diese Tour war ursprünglich nicht geplant. Aber da das Hochwasser am Beginn der Reise uns einige Ziele verwehrte, haben wir noch entsprechend Zeit.
Tags zuvor trafen wir in jeder Schleuse ein Segelboot, das von Arles zum Atlantik unterwegs ist.
Obwohl die Segler morgens schon an uns vorbei fahren und wir erst mittags ablegen, treffen wir sie vor der nächsten Schleuse. Wegen des großen Tiefganges (1,50 m) des Segelbootes (Kanal-Solltiefe: 1,60 m), haben sie Probleme aufgrund der Verschlammung vor der Schleuse und Schleppenlaufen immer wieder auf Grund. Nach Beratung mit dem Schleusenwärter beschliessen wir, die Mittagspause etwas vorzuverlegen. Währenddessen soll sich oberhalb der Schleuse Wasser aufstauen. Der Schleusenwärter plant, das Wasser mit Macht aus der Schleuse schiessen zu lassen, um einerseits den Wasserspiegel zu heben, andererseits den Schlamm etwas wegzuspülen. Da die Segler und wir skeptisch sind, ob das ausreicht,  befestigen wir eine Schleppleine am Vorschiff des Seglers und ziehen ihn schliesslich über die Barre in die Schleuse.
Manöver geglückt, die Reise kann weitergehen (die Jungs hätten sonst wieder umdrehen müssen, und das kurz vor dem Scheitelpunkt des Kanals!).
- Manöverschluck ! –
So eine Aktion sollten aber nur sehr erfahrene Freizeitkapitäne durchführen; in unserem Falle hat Klaus sogar das Kaptiänspatent für die "großen Pötte". Steffi und Peter haben Erfahrung auf Segeltörns im Mittelmeer gesammelt. Ausserdem haben wir alle einschließlich Gabi in der Vergangenheit schon einige Hausbootfahrten unternommen und sind eine eingespielte Crew.

Am Nachmittag erreichen wir Naurouze, den höchsten Punkt unserer Reise (190 m ü.NN). Hier wird der Kanal über ein eigenes Kanalsystem mit Wasser aus den nördlichen Bergen ("Montagne Noire") gespeist. An der Einmündung des Speisekanals legen wir an. Mir machen einen kleinen Spaziergang zum Obelisken, der zu Ehren des Kanalerbauers Pierre Paul Riquet errichtet wurde.

 

Bei der Rückkehr zum Schiff sehen wir an einem Baum, ca. einen Meter über dem Boden, eine FledermausFledermaus hängen. Das ist mal etwas ganz besonderes, wann hat man schon mal die Gelegenheit, einer Fledermaus ins Auge zu sehen.. Es juckt uns in den Fingern über ihr Fell zu streicheln, aber wir können uns gerade noch beherrschen  :-)

 

 

 


Die kommende Nacht verbringen wir unterhalb der Schleuse Emborrel in der Nähe des schönen Ortes Avignonet-Lauragais.

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13. Tag:  12.05.2004
Beim Einfahren in die Schleuse Aygues Vives haben wir schönes Wetter, doch unser Wetterfrosch Peter deutet die vor uns liegende Wolkenwand so, dass er und Steffi beschliessen, wetterfest, also mit Ölzeug und Südwester 'rauszugehen. Der Schleusenwärter, im T-Shirt und mit kurzen Hosen, kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Doch, kaum sind die Leinen an Land und es geht ans festmachen: Donner, Hagel - kurz es duscht, dass es sich nur so gewaschen hat.
Der Schleusenwärter ist verschwunden :-) .
Kurz darauf kommt er zurück; im bodenlagen Gummimantel ...   Man lächelt sich an; alles klar.

An diesem Tag erreichen wir den westlichsten Punkt unserer Reise: 
N 43° 28,676'  E 001° 33,125'
Vom Kanal aus, der hier fast parallel zur Autobahn verläuft, sehen wir den Wegweiser zur Abfahrt Toulouse - Süd. Die Stadt ist greifbar nahe, aber wir müssen zurück, wenn wir nicht riskieren wollen, zu spät in Castelnaudary zur Bootsrückgabe einzutreffen.
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Westpunkt14. Tag:  13.04.2004
Heute geht es nach dem Frühstück mit frischem Baguette endgültig zurück, diesmal ist der Generalkurs Ost.

 

Grillen

Zunächst übernachten wir noch kurz vor der Schleuse Océan, die die Scheitelstrecke westlich begrenzt. Da es heute der erste schöne trockene und milde Abend ist, grillen wir am Ufer (Darauf haben wir SEHNLICHST gewartet; wer will schon die Grillkohle und alles Drumrum wieder mit nach Hause nehmen?).

 

 

 

 

 

 

 

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15. Tag: 14.05.2004
Die letzte Fahrt dieses Urlaubs führt uns zurück nach Castelnaudary.

An der Tankstelle gegenüber der Basis füllen wir den Diesel wieder auf. Am Stützpunkt zurück schieben wir uns schliesslich rückwärts mit einem eleganten "Drängelmanöver" zwischen die vielen zurückgekommenen Boote.
Nun heißt es wieder Koffer packen. Mit einem "interessanten" Abendessen (d.h.: Spaghetti Bolognaise mit Bandnudeln, Saltimbocca ohne Salbei und eher so wie Rahmgeschnetzeltes)  im Restaurant "Le Gondolier" und einem gemütlichen Abend an Bord geht der Urlaub zu Ende. Wir spielen ein letztes Mal "Carcassonne".

Crew


16., 17. Tag:  15.05.2004
Wir übergeben das Boot ohne Probleme (natürlich hatten wir unseren Ehrgeiz daran gesetzt, keine Fender zu verlieren oder einen "Ramming zu bauen") und  treten unsere  Heimreise an.  
Auf einem kleinen schönen abgelegenen Campingplatz in Crotenots nördlich von Bourg en Bresse übernachten wir noch einmal, bevor wir am nächsten Tag wieder in Augsburg und München zuhause ankommen.

Fazit: 
14 Tage,    256 Kanalkilometer,   92 Schleusungen (gezählt jede Einzelkammer),   65 Motorbetriebsstunden,   viel Regen,    aber es hat trozdem Spass gemacht ...


Die nächste Fahrt ist angedacht im Raum Berlin zu unternehmen.
Ergänzung 11/2006:  Wir haben bei "Ferien auf dem Wasser"  unsere nächste Hausbootfahrt gebucht. Die vorgesehene Route ist: Potsdam - durch Berlin - Spree-Oder-Wasserstrasse - Eisenhüttenstadt - Frankfurt(Oder) - Oder abwärts - Hohensaaten - Schiffshebewerk Niederfinow - Havel-Oder-Wasserstrasse zurück nach Potsdam
... oder? 


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