©2004/2006 Peter Ziegler / Klaus
Wiegand
|
Canal du Midi
|
|||
|
|
|||
|
Hausbootfahrt |
|||
|
|
|||
| |
1. Tag
und 2. Tag |
Anfahrt von München / Augsburg |
|
| |
3.
Tag |
Port
Cassafières - Colombiers |
|
| |
4.
Tag |
Colombiers -
Capestang |
|
| |
5.
Tag |
Capestang -
Sallèles d'Aude |
|
| |
6.
Tag |
Sallèles-d'Aude - Ventenac-en-Minervois |
|
| |
7.
Tag |
Ventenac-en-Minervois
- Jouarres le Vieux |
|
| |
8.
Tag |
Jouarres le
Vieux - Trèbes |
|
| |
9.
Tag |
Trèbes-
Carcassonne |
|
| |
10. Tag |
Carcassonne - Schleuse Beteille | |
| |
11. Tag |
Schleuse Beteille - Castelnaudary | |
| |
12. Tag |
Castelnaudary - Schleuse Emborrel | |
| |
13.Tag |
Schleuse Emborrel -
Donneville |
|
| |
14.
Tag |
Donneville -
NO-lich Port Lauragais |
|
| |
15.
Tag |
NO-lich Port
Lauragais - Castelnaudary |
|
| 16., 17. Tag | Heimfahrt nach Augsburg / München | ||
| |
Rechtliche Hinweise | |
|
Wieder einmal haben
wir uns vorgenommen, eine Hausbootfahrt zu unternehmen. Diesmal
fiel die Wahl auf Südfrankreich, den Canal du Midi .
Nach Studium diverser Kataloge fiel die Entscheidung zu Gunsten
von Crown Blue Line und der Buchung über "Ferien auf dem Wasser
" Die Crew besteht aus Gabi und
Klaus, Steffi und Peter. Wegen der langen Anreise beschliessen
wir auf alle Fälle 2 Tage An- bzw. Abreise vorzusehen. Da somit
etwas Zeit bleibt, auf der Fahrt liegende Sehenswürdigkeiten zu
besuchen, machen wir auf der Hinfahrt in Pont-du-Gard Halt. Bei der
Hinfahrt haben wir schönes Wetter und
hoffen auf einen warmen südlichen Frühling. Doch leider
herrscht in der Gegend um Narbonne leichtes Hochwasser und auch
das gesamte Urlaubswetter ist kalt, stürmisch und fast immer,
wenn man in den Schleusen im Freien arbeiten muß, gibt es
Regenschauer. In einer Schleuse erwischt uns sogar ein kurzer
Hagelschauer. In der ersten Woche ist es sehr stürmisch und es
gibt an einem Tag bei Windstärken bis 7 Bft. einen
"Segeltörn".
Höhepunkt der Reise ist der Besuch der Stadt Carcassonne.
Schließlich muß man die Stadt besuchen, die dem Spiel
"Carcassonne" den Namen gab und das wir fast
jeden Abend an Bord spielen.
1. Tag: 30.04.2004
Am Freitagmorgen treffen wir uns in Augsburg , um von dort aus
gemeinsam in den Urlaub zu starten. Nach einem gemütlichen
Frühstück geht es los Richtung Südfrankreich. Da die
Welt so klein ist, trifft Peter einen Arbeitskollegen auf einem
Rastplatz vor Stuttgart, der zu einem Oldtimermarkt unterwegs ist.
Am Abend, bevor wir uns einen Campingplatz für die
Übernachtung suchen, besichtigen wir die Stadt Vienne (südl.
Lyon).

Eine freundliche Dame in einer Fahrschule gibt uns den Hinweis, wo Campingplätze zu finden sind. Wir machen uns auf den Weg und schlagen unsere "Zelte" etwas östlich des Rhônetals bei Monsteroux-Milieu am Ufer der Varèze auf. Im Restaurant am Campingplatz nehmen wir ein ausführliches französisches Menü mit Aperitif, Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise und natürlich französischem Wein zu uns. Wir fühlen uns "wie Gott in Frankreich".
2. Tag:
01.05.2004
Heute
liegt die kürzere Etappe vor uns. Es geht weiter Richtung
Süden. Für diesen Abschnitt haben wir die Besichtigung der Pont
du Gard geplant, die nordöstlich von Nîmes liegt. Zuvor
bunkern wir in der Nähe des Aquäduktes natürlich
erst mal Wein für die Hausbootfahrt. In einer Kelterei kaufen wir
je eine 5 Liter - Packung Rosé- und Rotwein.
Für einen Gourmet sind solche
Großpackungen ein Graus, aber für eine Hausbootfahrt recht
praktisch.
Der Aquädukt Pont du Gard wurde im 1. Jh n.Chr. erbaut und lieferte das Wasser von der Eure-Quelle bei Uzès 50 km lang nach Nîmes . Dieser ist 270m lang und ca.50m hoch. Pont du Gard zählt laut UNESCO zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Welt und gehört zu den meistbesuchtenSehenswürdigkeiten Frankreichs.
Ein Artikel über den Aquädukt ist in Spektrum der Wissenschaft Juni 2006 S.92 "Aquädukt der Superlative" erschienen.
Da der Ort Uzès mit dem
HARIBO-Museum nicht weit entfernt ist, entschliessen wir uns, auch dort
noch vorbei zu schauen. Da aber noch Vorsaison ist, hat das Museum
über
Mittag geschlossen und,
da die Zeit nun doch recht fortgeschritten ist, warten
wir nur noch bis der Laden öffnet und decken uns mit
entsprechenden Süßigkeiten ein. Die weitere Fahrt führt
uns
durch die Mittelgebirgslandschaft des Bois de Coufines, bevor
wir über die Autobahn unserem Ziel entgegen steuern. Die letzten
Kilometer zur Basis von Crown Blue Line in Port
Cassafières geht es über die Landstraße
vorbei an überschwemmten Wiesen, auf denen die Pferde der Region
mit den Hufen im Wasser stehen, sofern sie sich nicht
auf kleine Inseln retten konnten. Ein Unwetter vor
einigen Tagen hat hier in der Region zu Hochwasser geführt, das
uns auch bei der Bootsfahrt noch beeinträchtigen wird.
Am Nachmittag übernehmen wir unser Boot "TASMAN 7" mit einer
Probefahrt und richten uns anschliessend häuslich ein. Dem Boot
sieht man das hohe Alter deutlich an. Laut Auskunft an der Basis soll
es nach dieser Saison ausgemustert werden. Dafür
war es auch billiger als die neuen "Luxusyachten".
Den Abend lassen wir im Restaurant der Basis gemütlich
ausklingen.
3. Tag: 02.05.2004 / 1.
Fahrtag
Leider sind an diesem Sonntagmorgen die sanitären Anlagen
verschlossen; keiner kennt sich aus, auf Befragen bekommen wir
widersprüchliche
Aussagen (von
"gleich kommt einer" bis "Sonntags nie"). In
der Hoffnung, noch einmal richtig duschen zu können, warten wir
einige Zeit ab, bis wir dann beschliessen müssen, ohne
"Großreinigung" loszufahren. Wir gehen auf Kurs
Richtung Agde und Etang de Thau. Wir hatten zwar in der Basis
erfahren, dass z.Zt. die Passage in den Étang de Thau nicht
möglich ist, weil der Fluss l'Hérault Hochwasser
führt, hoffen
aber, dass sich die Situation normalisiert hat, bis wir in Agde
ankommen. Doch bereits bei der Querung des Flusses Libron ist
erst mal Ende.
Als wir ankommen, wird die spezielle Flußquerung gerade
geöffnet, um den Kanal wieder zu befahren.Als die ersten Boote
passieren, ist ein grösserer Kahn dabei, der sich in der
Durchfahrt verkeilt / auf Grund läuft. Da ein Weiterfahren
anscheinend länger nicht möglich ist, beschliessen wir mit
den
Fahrrädern nach Agde zu fahren. Gesagt getan. Wir laden unsere
Räder ab und strampeln los.
Agde: http://www.frankreich-sued.de/agde-server/historie.htm
Die Stadt liegt von der Mittelmeerküste etwas landeinwärts am Fluß l'Hérault. Ein markantes Bauwerk ist die
Ancienne Cathedrale St-Etienne, die im 12. Jh aus Lavagestein errichtet wurde.
Nach der
Besichtigung der Stadt und diversen Einkäufen radeln wir
zurück
zu unserem Boot.
Wie
wir an
Agde sahen, besteht immer noch nicht die Chance, den Hérault
aufgrund des Hochwassers zu queren. So müssen wir enttäuscht
umkehren und nehmen Kurs West.
Am Nachmittag erreichen wir Béziers.
Hier geht es die berühmte 7-stufige Schleusentreppe
von Fonserannes hinauf, die
wir als letztes Boot an diesem Tag passieren. Aufgrund des
Aufwandes wird hier am Tag nur jeweils in 2 Zeitabschnitten auf-
bzw. abwärts geschleust. Wir fahren noch weiter bis Colombiers,
um von dort aus am nächsten Tag das Oppidum d'Ensérune zu
besichtigen.
Am Vormittag geht es
zu Fuß etwa eine 1/2
Stunde auf einen Hügel, auf dem sich die Reste der alten
Siedlung Oppidum d'Ensérune von 800 v. Chr. befinden;
und es regnet wieder einmal. Hier sind Überreste der griechischen,
keltischen und römischen Zivilisationen zu sehen.Von dort oben hat
man auch einen herrlichen Blick auf das runde
Feld von Montady.

Nach dem Rundgang auf
dem Hügel durch
die römischen Ausgrabungen und Besichtigung des Museums geht
es zurück zum Boot. Zuvor durchlaufen Klaus und Peter noch den Tunnel
von Malpas
mit seiner Länge von 160m, der den
Kanal durch
diesen Hügel führt. Dabei legen wir fest, wie wir
anschließend
bei der Durchfahrt mit unserem Hausboot Foto- und Videoaufnahmen
machen wollen.
Die Fahrt geht weiter nach Capestang. Direkt bei der alten Steinbrücke machen wir für diesen Tag fest. Nach der Besichtigung des Ortes (wieder mal bei Regen) gehen wir zum Abendessen in ein gutes Lokal gegenüber unseres Liegeplatzes.
Bevor wir
weiterfahren machen wir nochmal Foto- und Videoaufnahmen von
unserem Boot bei der Durchfahrt der alten Steinbrücke.
Als Tagesziel nehmen wir uns Narbonne vor. Wie wir aber bei der ersten
Schleuse des Zweigkanals Canal de Jonction feststellen müssen, ist
auch der Weg wegen Hochwassers
ab Sallèles-d'Aude gesperrt. Dort muß der Fluß
l'Aude gequert
werden, der im Moment zu reißend ist. In der Hoffnung, es
könnte am nächsten Tag möglich werden, fahren wir in den
Kanal
ein.
Ca. 3 km vor Sallèles-d'Aude legen wir an und besichtigen die
alte römische Töpferei Amphoralis. In dieser
Töpferei aus dem 1. - 3. Jh. sind 14 Brennöfen (Fundamente)
mit den dazugehörigen Arbeitsflächen, ein Absetzbecken,
Brunnen, Wohngebäude (Fundamente) und der Steinbruch, der im
Tagebau abgebaut wurde, zu sehen. Nördlich des Museums ist ein
vollständig erhaltener Aquädukt aus dem 2. Jh. freigelegt
wurden.
In Sallèles-d'Aude ist für heute erst mal Schluß und es regnet wieder..
Capestang
Die Basis von Crown Blue Line hat
angerufen, dass Peters Auto, das man nach Castelnaudary
überführen wollte, kaputt ist. Daher "darf" sich
Peter erstmal um sein Auto kümmern. Der Vormittag ist futsch,
aber wir lassen uns die Laune nicht vermiesen.
Da der Kanal nach Narbonne immer noch gesperrt ist und keine
Aussicht auf Öffnung besteht, fahren wir wieder zurück in
den Canal du Midi. Am Nachmittag besichtigen
wir den malerischen Ort Le Somail
Im weiteren Verlauf passieren wir den beeindruckenden Aquädukt, Pont
canal de Répudre (1676), der
die Kreuzung des Kanals über das Flüsschen
la Répudre bildet.
Da sich der Tag dem Ende zu neigt, fahren wir ein Stückchen zurück und machen fest in Ventenac-en-Minervois. Hier gibt's neben einem Weingut, wo wir nochmal Weißwein nachbunkern, auch ein gutes Grill-Restaurant, das uns empfohlen wurde und in dem wir abendessen

Abends liegen wir bei der Brücke von Jouarres le Vieux . Diese
Ansiedlung besteht nur aus einem großen Weingut und einem
kleinem Schloß, in dem heute ein Hotel untergebracht ist.
8. Tag:
07.05.2004
Es wäre ja zu schön gewesen, ein Chartertörn ohne
technische
Probleme; diesmal ist es unsere Verbraucherbatterie. Schon am
Vorabend saßen wir fast im Dunkeln. Nach dem Anruf in der Basis
kommt gegen mittag ein Techniker vorbei und innerhalb einer 1/4
Stunde hat er eine neue Batterie eingebaut. Fazit: Der Schaden
ist schnell behoben und wir können unsere Fahrt ohne große
Verzögerung fortsetzen - super Service -.
Nach einer schleusenreichen Tour erreichen wir am
Abend Trèbes. Dies ist ein größerer Ort mit guten
Einkaufsmöglichkeiten und ein
entsprechender Verkehrsknotenpunkt. Klaus hat den Film
seiner Einwegkamera bereits voll und ist neugierig, wie die
Bilder geworden sind und auch auf Peters Digitalkamera wird der
Speicher
langsam knapp. So lassen wir am Abend im
Stundenservice die Fotos entwickeln und von dem Speicherchip eine CD
brennen.
Nach einem einfachen aber guten Döner Kebab, denn wir uns
gegenüber
des Anlegers besorgen, gibt es den ersten Bilderabend. Auch
die bis dahin gedrehten Videoaufnahmen werden begutachtet.
Als wir beim
Frühstück sitzen,
fallen uns im Ort Kriegsveteranen und Fahnenträger auf - die
Franzosen feiern das Ende des 2. Weltkrieges. Wir erkunden den
Ort Trèbes. Bei der Kirche sehen wir die Fahnenträger
wieder
stehen, die bald darauf ein Spalier für die herauskommenden
Gottesdienstbesucher bilden.
Da nach dem Gottesdienst die Kirche noch offen ist, gehen wir zur
Besichtigung hinein. Hier wurden durch
Zufall aufgrund früherer Baufälligkeit beim Herabstürzen
von Dachkonstruktionen
bemalte "Kargsteine" entdeckt. Bevor der Pfarrer
seine Kirche zusperrt kommt er auf
uns zu und nach ein paar Fragen erzählt er ausführlich
die Geschichte
der Kirche. Klaus darf eifrig den Dolmetscher spielen.
Nach dem Ausflug in die Kirchengeschichte schlendern wir weiter
durch den Ort. Als wir zum Anlegeplatz kommen, treffen wir wieder
auf die Kriegsveteranen, die mit Begleitung alter kleiner
Militärfahrzeuge zum Friedhof marschieren um dort der Gefallenen
zu gedenken.
Am Nachmittag fahren noch die kurze Strecke nach Carcassonne. Diese
Stadt ist der Höhepunkt unserer Reise, wir haben Glück
und können sie bei strahlendem Sonnenschein besichtigen.
Carcassonne

Nachdem wir am Kai bei der Pont de
la Paix festgemacht und Liegeplatzgebühr bezahlt haben, ist unser
Ziel die Altstadt La Cité. Zuerst geht es durch die "neue" Stadt
mit ihrer Fußgängerzone und all den Geschäften. Beim
Jacobinertor geht es Richtung "Alter Brücke" und dann hinauf zur
Altstadt. Zum Glück ist noch Vorsaison und somit sind kaum
Besucher unterwegs. Wie heute üblich, sind in den
Häuser viele
Läden und Restaurants untergebracht. Dennoch wohnen hier
innerhalb des "Burgfriedens" noch etwa 120 Leute.
Selbstverständlich nehmen wir das Abendessen (natürlich das
"Nationalgericht" der Gegend: Cassoulet ) hier in der Altstadt
ein.
Am nächsten Tag gehen wir nochmal in die Altstadt. Diesmal mit
einem Rundgang zwischen den beiden Stadtmauern, da auch hier an
den Mauern die interessante geschichtliche Entwicklung zu
sehen ist. Nach einem kleinen Mittagessen geht es wieder zurück
zum Boot.
Nachmittags fahren wir weiter.
11. Tag: 10.05.2004
Heute steht uns ein "Schleusentag" bevor. 13 Schleusen,
davon je eine 2-, 3- und 4-fach Schleuse.
(Ein Tipp an den
Leser: Wer nach diesem Abschnitt immer noch Probleme mit
Schleusenmanövern hat, der wird es wohl nicht mehr
lernen :-) )
Abends kommen wir in Castelnaudary, der Hauptbasis von Crown Blue
Line, an.
Das uns empfohlene
Lokal - Le Petit Gazouillis, 5 Rue de l'Arcade
- können wir weiterempfehlen.
12. Tag: 11.05.2004
Nach dem Frühstück, einem Rundgang durch die Stadt und
nochmals
nachbunkern von Rotwein (sicherheitshaber 10 Liter, man weiss ja
nie, wann's wieder welchen gibt) geht es weiter in westliche
Richtung.
Diese Tour war ursprünglich nicht geplant. Aber da das
Hochwasser am Beginn der Reise uns einige Ziele verwehrte, haben
wir noch entsprechend Zeit.
Tags zuvor trafen wir in jeder Schleuse ein Segelboot, das von
Arles zum Atlantik unterwegs ist.
Obwohl die Segler morgens schon an uns vorbei fahren und wir erst
mittags ablegen, treffen wir sie vor der nächsten Schleuse. Wegen
des großen Tiefganges (1,50 m) des Segelbootes (Kanal-Solltiefe:
1,60 m), haben sie Probleme aufgrund der Verschlammung vor der
Schleuse und
laufen immer wieder auf Grund.
Nach
Beratung mit dem Schleusenwärter beschliessen wir, die
Mittagspause etwas vorzuverlegen. Währenddessen soll sich
oberhalb der Schleuse Wasser aufstauen. Der Schleusenwärter
plant, das Wasser mit Macht aus der Schleuse schiessen zu lassen,
um einerseits den Wasserspiegel zu heben, andererseits den
Schlamm etwas wegzuspülen. Da die Segler und wir skeptisch sind,
ob das ausreicht, befestigen wir eine Schleppleine am
Vorschiff des Seglers und ziehen ihn schliesslich über die Barre
in die Schleuse.
Manöver geglückt, die Reise kann weitergehen (die Jungs
hätten
sonst wieder umdrehen müssen, und das kurz vor dem Scheitelpunkt
des Kanals!).
- Manöverschluck ! –
So eine Aktion sollten aber nur sehr erfahrene Freizeitkapitäne
durchführen; in unserem Falle hat Klaus sogar das
Kaptiänspatent für die "großen Pötte". Steffi und
Peter haben Erfahrung auf Segeltörns im Mittelmeer gesammelt.
Ausserdem haben wir alle einschließlich Gabi in
der Vergangenheit schon einige Hausbootfahrten unternommen und sind
eine eingespielte Crew.
Am Nachmittag erreichen wir Naurouze, den höchsten Punkt unserer Reise (190 m ü.NN). Hier wird der Kanal über ein eigenes Kanalsystem mit Wasser aus den nördlichen Bergen ("Montagne Noire") gespeist. An der Einmündung des Speisekanals legen wir an. Mir machen einen kleinen Spaziergang zum Obelisken, der zu Ehren des Kanalerbauers Pierre Paul Riquet errichtet wurde.
![]() |
![]() |
![]() |
Bei der Rückkehr zum Schiff sehen wir an
einem Baum, ca. einen Meter über dem Boden, eine Fledermaus
hängen. Das ist mal
etwas ganz besonderes, wann hat man schon mal die Gelegenheit, einer
Fledermaus ins Auge zu sehen.. Es juckt uns
in den Fingern über ihr Fell zu streicheln, aber wir
können uns gerade noch beherrschen :-)

Die kommende Nacht verbringen wir unterhalb der Schleuse Emborrel
in der Nähe des schönen Ortes Avignonet-Lauragais.
13.
Tag: 12.05.2004
Beim Einfahren in die Schleuse
Aygues Vives haben wir
schönes Wetter, doch unser Wetterfrosch Peter deutet die vor uns
liegende Wolkenwand so, dass er und Steffi beschliessen,
wetterfest, also mit Ölzeug und Südwester 'rauszugehen. Der
Schleusenwärter, im T-Shirt und mit kurzen Hosen, kann sich ein
Grinsen nicht verkneifen. Doch, kaum sind die Leinen an Land und
es geht ans festmachen: Donner, Hagel - kurz es duscht, dass es
sich nur so gewaschen hat.
Der Schleusenwärter ist verschwunden :-) .
Kurz darauf kommt er zurück; im bodenlagen Gummimantel
... Man lächelt sich an; alles klar.
An diesem Tag erreichen wir den westlichsten Punkt unserer
Reise:
N 43° 28,676' E 001° 33,125'
Vom Kanal aus, der hier fast parallel zur Autobahn verläuft,
sehen wir den Wegweiser zur Abfahrt Toulouse - Süd. Die Stadt
ist greifbar nahe, aber wir müssen zurück, wenn wir nicht
riskieren wollen, zu spät in Castelnaudary zur Bootsrückgabe
einzutreffen.
nach oben
14.
Tag: 13.04.2004
Heute geht es nach dem
Frühstück mit frischem Baguette endgültig zurück,
diesmal ist der Generalkurs Ost.

Zunächst übernachten wir noch
kurz vor der Schleuse Océan, die die Scheitelstrecke westlich
begrenzt. Da es heute der erste schöne trockene und milde Abend
ist, grillen wir am Ufer (Darauf haben wir SEHNLICHST gewartet;
wer will schon die Grillkohle und alles Drumrum wieder mit nach
Hause nehmen?).
15.
Tag:
14.05.2004
Die letzte Fahrt dieses Urlaubs
führt uns zurück nach Castelnaudary.
An der Tankstelle
gegenüber der Basis füllen wir den Diesel wieder auf.
Am Stützpunkt zurück schieben wir uns schliesslich
rückwärts mit einem eleganten "Drängelmanöver"
zwischen die vielen zurückgekommenen Boote.
Nun heißt es wieder Koffer packen. Mit einem "interessanten"
Abendessen (d.h.: Spaghetti Bolognaise mit Bandnudeln,
Saltimbocca ohne Salbei und eher so wie Rahmgeschnetzeltes)
im Restaurant "Le Gondolier" und einem gemütlichen
Abend an Bord geht der Urlaub zu Ende. Wir spielen ein letztes
Mal "Carcassonne".

16., 17. Tag: 15.05.2004
Wir übergeben das Boot ohne Probleme (natürlich hatten wir
unseren Ehrgeiz daran gesetzt, keine Fender zu verlieren oder einen
"Ramming zu bauen") und treten unsere Heimreise an.
Auf einem kleinen schönen abgelegenen Campingplatz in Crotenots
nördlich von Bourg en Bresse übernachten wir noch einmal,
bevor wir am nächsten Tag wieder in Augsburg und München
zuhause ankommen.
Fazit:
14 Tage, 256
Kanalkilometer, 92 Schleusungen (gezählt jede
Einzelkammer), 65 Motorbetriebsstunden, viel
Regen, aber es hat trozdem Spass gemacht ...
Die nächste Fahrt ist angedacht im Raum Berlin zu unternehmen.
Ergänzung 11/2006: Wir haben bei "Ferien auf dem Wasser" unsere
nächste Hausbootfahrt gebucht. Die vorgesehene Route ist: Potsdam
- durch Berlin - Spree-Oder-Wasserstrasse - Eisenhüttenstadt -
Frankfurt(Oder) - Oder abwärts - Hohensaaten -
Schiffshebewerk Niederfinow - Havel-Oder-Wasserstrasse zurück nach
Potsdam
... oder?
Dies ist gemäß Teledienstgesetz (§6 TDG) eine
private Internetseite von Peter Ziegler und Klaus Wiegand.
Copyright:
Das Copyright dieses Beitrages liegt bei uns, sofern nicht
ausdrücklich anders angegeben.
Haftungsausschluß:
Für Schäden, die aus der Nutzung dieser Informationen
entstehen, können wir keine Haftung übernehmen!
Hinweis zu Links:
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden,
daß man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der
gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG -
nur dadurch verhindert werden, daß man sich ausdrücklich von
diesen Inhalten distanziert.
Wir distanzieren uns daher von allen Inhalten, die sich hinter den
angegebenen Links, den dahinter stehenden Servern, weiterführenden
Links, Gästebüchern und sämtlichen anderen sichtbaren
und nicht sichtbaren Inhalten verbergen. Sollte eine der Seiten auf den
entsprechenden Servern gegen geltendes Recht verstoßen, so ist
mir dieses nicht bekannt. Auf entsprechende Benachrichtigung hin werde
ich selbstverständlich den Link zu dem entsprechenden Server
entfernen.