

Der Bund
Getragen von dem Gedanken auf die Geschichte des Staates und der Gesellschaft mehr Einfluss zu nehmen, als dies in den bisherigen Gruppierungen der Pfadfinderbewegung und Jugendbewegung der Fall war, gründeten 1926 mehrere Pfadfinder- und Wandervogelbünde einen Großbund. Dieser Bund nannte sich zunächst "Bund der Wandervögel und Pfadfinder" - später "Deutsche Freischar". Der Bund wuchs innerhalb kurzer Zeit auf mehrere zehntausend Mitglieder an. Die Deutsche Freischar wurde, wie viele andere Bünde der freien Jugendbewegung auch, in der NS-Zeit verboten. 1945 wurde sie neu gegründet. Sie ist heute ein kleiner Bund von einigen hundert Aktiven.
Die Deutsche Freischar steht weiterhin in der Tradition der Jugendbewegung. Diese ist eine der letzten noch bestehenden geistesgeschichtlichen Bewegungen in Deutschland. Die Mitglieder der Deutschen Freischar zählen sich heute zur sogenannten "Bündischen Jugend", d.h. ausdrücklich nicht zur Pfadfinderbewegung. Das Besondere an der Deutschen Freischar ist die Idee des Lebensbundes. D.h. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen können sich gleichberechtigt in gemeinsame Aktivitäten einbringen. Innerhalb des Bundes sind jedoch Junge und Alte getrennt voneinander organisiert. Im Zentrum der Aktivitäten steht die Wanderfahrt und das Zeltlager, die auch bis in entfernte Regionen der Erde unternommen werden. Durch die Pflege und Weiterentwicklung des traditionellen "Bündischen Liedgutes", das sind Lieder über Fahrten, Feste, Ferne, Abenteuer, leistet die Deutsche Freischar einen kulturellen Beitrag zur musikalischen Vielfalt.