Südschweden per Rad 2001 und 2004

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Lust auf Rad fahren für wenig Geld
und auf Zelten in der Natur, Abenteuer inklusive?

Diese Seite ist kein Bericht, in welchem eine exakte Routenbeschreibung von A nach B enthalten ist.  Wenn Sie aber wissen wollen, wie man z.B. als Radfahrer in Schweden an Trinkwasser gelangt und wo man sein Zelt aufschlagen darf, werden Sie hier (hoffentlich) fündig. 

Alle Infos: Stand August 2004

Anreise

Wir (meine Freundin und ich) sind mit dem Wochenendticket der Deutschen Bahn (für 28Euro bis zu 5 Personen) von Leipzig nach Rostock gefahren. Fahrradkarte kostet zusätzlich 3Euro pro Rad.

Bei der Planung an die Mitnahme der Räder denken und bei der DB nachfragen, ob am Zug ein Abteil oder gar Gepäckwagen für die Fahrradmitnahme vorhanden ist.

Am Bahnsteig stehend sind gute Augen und etwas Glück nötig, um beim einfahrenden Zug das entsprechende "Radzeichen" am Wagen zu entdecken. Es macht irre Spaß, über einen belebten Bahnsteig von einem zum anderen Ende des Zuges, mit dem vollbepackten Rad zum aus dem Fahrradabteil winkenden Zugbegleitpersonal zu fahren. 

Von Rostock Hbf geht`s per Rad oder S-Bahn zum Überseehafen.

Eine Stunde vor Abfahrt sollte man an der Fähre sein um vor den Autos / LKWs / Bussen als erster die Fähre befahren zu können.

Wir haben die Nachtfähre von Scandline (http://www.scandlines.de) genommen (24Euro pro Person/Fahrt inklusive Rad). Buchung vorher unbedingt empfehlenswert!

Kabinen gibt es an Bord, aber wir wollten sparen und suchten uns als erfahrene Touris gleich nach Betreten der Fähre einen ruhigen Platz und belegten diesen mit den Schlafsäcken.

In Schweden angekommen, haben wir uns im Turistbyro von Trelleborg   weitere Streckeninfos geholt. Diese Büros existieren in vielen größeren Städten. 

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Ausrüstung

Was braucht ein Mensch für eine 14tägige Radtour? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Es ist nach unserer Erfahrung aber viel weniger als man denkt.

Sachen 

  • Radtrikot, Radhose kurz & lang, Helm, Handschuhe, Windjacke, feste Schuhe, Sandalen

  • Regensachen

  • warme Pullover, lange Hose, Socken, 2 T-Shirt`s, Unterwäsche

 
 
Gatter einer Weide, zur Trockenanlage "umfunktioniert"
   

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Fahrrad (Hier Infos über mein Kalkhoff Fahrrad)

  • intakte Schaltung und Bremsen (Berge)

  • rundlaufende Räder (sonst schlenkert`s schön)

  • stabiler Gepäckträger, möglichst auch vorn (Verteilung)

  • nicht zu schmale Bereifung mit Profil (Sandwege)

  • stabiles Schloss

Sie wollen wissen, was es für ein Fahrrad sein "muss"?

Wir sind mit zwei 28er Trekking Rädern unterwegs gewesen.

Bei meinem Bike wurde das Hinterrad mit Edelstahlspeichen und einem sehr stabilen Gepäckträger von "Tubus" (bis 40kg) versehen.

Da die Bereifung vor Fahrtantritt erneuert werdern musste, wurde hinten gleich ein "Schwalbe Marathon Plus" mit Pannenschutzgürtel aufgezogen. Zwei Schlauchpannen traten auch promt am anderen Bike auf.

Beide Bikes haben eine 7-Gang Nabenschaltung (Shimano und Sachs). An einigen Bergen wünschten wir uns mehr Untersetzung. Jedoch machten die weitestgehende Wartungsfreiheit einer Nabenschaltung und unser fehlender Drang nach Rekorden die geringe "Spreizung der Gänge" wett.

Wir haben Leute mit Rennrädern gesehen und Mountainbikes im Wert von zig Tausend Mark. Unsere Räder haben zusammen 800Euro Neuwert gehabt und uns sicher die 650km über Asphalt, Sandwege und Wurzelknollen gebracht.

Wert sollte auf wasserdichte Verpackung/Gepäcktaschen gelegt werden. Wir nutzen BackRoller Classic von "Ortlieb". Das schnelle Ab- und Abhängen der Taschen, sowie ihre Dichtheit lernten wir im Regen kennen und schätzen.

Wer preiswerte Radtaschen sein Eigen nennt, kann seine Utensilien zusätzlich in viele kleine Plastiktüten verpacken. So findet man nach einigen Tagen Gewöhnung schneller das Gesuchte und trocken bleibt es auch.

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Werkzeug / Ersatzteile

Das Werkzeug haben wir auf unsere Räder "abgestimmt". Wohl überlegen sollte man dabei schon. Wir haben in 14 Tagen nur zwei Radläden gesehen!

  • 2 Schläuche, Flickzeug, Ventile, Luftpumpe

  • Seilzug für die Schaltung

  • Draht und "Isolierband"

  • Kettenschloss, Kettennieter

  • Abzieher für Tretkurbel

  • Gripzange

  • Universalringschlüssel bis 17

  • Tool mit Kreuzschlitz und Steckschlüssel 6 bis 10

  • Öl und Lappen (für Kettenreinigung)

 

Zelt / Schlafsäcke / Kocher / Essen

Schweden erstreckt sich weit nach Norden. In Südschweden kamen wir im August /September mit einem "Kaufhaus" Zelt aus. Empfehlen würden wir gute Isomatten und warme Schlafsäcke, da es nachts empfindlich kalt werden kann.

Mit einem Trangia- Kocher (Spiritus) haben wir uns abends die mit Wasser versetzten Tütensuppen zubereitet. Auch auf dem Feld gefundene Kartoffeln hat der Spirituskocher "geschafft".

Nahrung ist in Schweden recht teuer. Wir haben möglichst viele verschiedene Nudel- und Reisgerichte mitgenommen. Besonders Käse- und Weinliebhaber sollten ihre Lieblingssorte im Gepäck oder viel Geld einstecken haben. Das auf dem Campingplatz, von Privatpersonen oder an Tankstellen kostenlos erhaltene Wasser haben wir  in  4Liter Wasserbeuteln transportiert und in 2 Wasserflaschen mit Brause(Vitamin)tabletten versetzt.

Alkohol ist in Schweden mit einer sehr hohen Steuer belegt. Eine Dose "Lätol" Bier mit 2,8% kostet ab ca einen Euro. Die selbe Marke /Dose mit 3,5% kostet ab ca 1,30Euro.

Wer süßen Brotaufstrich mag, hinter "Nötkräm" verbirgt sich "Nusscreme" (siehe rechts).

Der schwedische Sirup (sirap) schmeckte uns auch sehr gut. Sirup fanden wir als Zutat aber auch in vielen schwedischen Brotsorten. Wer dies anfangs nicht weiß und auf eine süße Schwarzbrotschnitte Leberwurst schmiert, sollte sich auf ein ungeahntes Geschmackserlebnis gefasst machen.

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Karte

Wir sind mit zwei Stück der abgebildeten Karte im Maßstab 1:100000, welche wir uns in der Leipziger Reisefibel bestellt hatten, wunderbar zu recht gekommen. Sie ist in dem Maßstab sicher nichts für Kilometerfresser aber dafür sind jedes Haus und jeder begehbare Weg eingezeichnet. Dies hat uns bei der abendlichen Suche nach einem guten Lagerplatz sehr geholfen! Eine weitere Quelle für gute Karten ist: www.geobuchhandlung.de

 

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Strecke

Wir sind einen großen Teil der Strecke auf dem Sverigeleden, der sehr gut ausgeschildert ist, unterwegs gewesen. Der Belag war überwiegend Asphalt, manchmal holprig, selten sandig. Teilweise führt der Radweg auf Straßen lang, was aber bei der Rücksichtnahme der schwedischen Kraftfahrer nicht störend war. Meist haben die Straßen einen befahrbaren Seitenstreifen

 

Camping

In Schweden gilt das Jedermannsrecht. Dieses erlaubt es, unter Berücksichtigung bestimmter Punkte, sein Zelt für eine Nacht in der Natur aufzubauen (mehr Infos unter http://www.schwedenoutback.com/juni18.htm) Wer auf einem der sehr gut ausgestatteten Campingplätze sein Zelt aufschlagen möchte, findet Infos unter www.camping.se

 

Lager am menschenleeren Strand

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Menschen

Schweden sind sehr kontaktfreudig und hilfsbereit. Letzteres haben wir u.a. auf der Suche nach einem Zahnarzt erfahren. Der angesprochene ältere Herr setzte uns prompt in seinen Mazda und fuhr uns quer durch Ahus zur Praxis. Anschließend ließ er es sich nicht nehmen uns eine kleine Stadtführung zu geben...

Nahmen wir in einer Stadt unsere Straßenkarte in die Hand, wurden wir sehr oft angesprochen, ob Mann/Frau uns helfen könne.

Auf Englisch klappte die Kommunikation in jeder Situation, bis auf zwei Ausnahmen, immer.

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Geld / EC-Karte

Kurs im August 2004: ca 9,1SEK (schwedische Kronen) = 1 Euro

SEK sind am Bankschalter erhältlich oder an den in größeren Orten vorhandenen Geldautomaten (Bankomat).

Gebühr beim "Geldempfang" an einem Bankomat betrug 4 bis 4,50Euro bei 700SEK

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Handy und Telefon

Wir hatten ein Handy "Nokia 7650", ausgerüstet mit einer "LOOP" Prepaidkarte von O2 (ehemals ViagInterkom) dabei.
Netzkontakt hatten wir stets (in Skane und Blekinge). SMS, Direktruf und GPRS / E-Mailverkehr waren möglich.
Tipp: Mailbox unbedingt vor dem Verlassen des Heimatlandes deaktivieren!
Es gibt viele Telefonzellen. Diese funktionieren jedoch nur mit Telefonkarten. Diese gibt es u.a. an Kiosken und z.T. auf Campingplätzen.

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Radio

Ein kleiner einfachen PLL-Weltempfänger verband uns abends auf Kurzwelle mit der "Deutschen Welle".
Frequenzen der deutschen Welle finden Sie unter: http://www.dwelle.de
"Radio Schweden" sendet stundenweise in deutsch. Mehr Infos unter: Radio Schweden im Internet

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Sehenswürdigkeiten

Burg Glimmingehus - deutsche Führung jedoch nur Freitag um 13Uhr,

Ales Stenar - imposante Steinformation, wohl uralte Schiffslegung,

Sandhammaren - Schwedens schönster und größter Sandstrand

Kivik - sehenswertes Apfelmuseum

Stensvuhud - Nationalpark, zu Fuß erkundbar

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Fazit

Mit dem PKW schafft man in 14 Tagen sicher mehr touristische Highlights, mit denen sich im Bekanntenkreis Eindruck schinden lässt. Das unmittelbare Erleben der Natur und Menschen, ist von einer Blechhülle umgeben, jedoch schlecht möglich.

Wer keinen Pauschalurlaub und ausgetretene Touristenpfade mag, sondern eher das individuelle Erleben sucht, gern Rad fährt und Menschen kennen lernen möchte, dem würde ich Schweden unbedingt empfehlen.

Weitere Infos

http://www.schwedenoutback.com

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