Das Phantom...lauf...lauf...
Phantom490 Arcor
Donnerstag, Juli 31, 2003
 
Trink-Sagrotan
So ziemlich die bescheuertste Werbung, die im Moment ständig läuft ist ja die von diesem völlig überteuerten Trinkjogurt, in dem diese komische Mutter erklärt, es sei für Sie nur ein ganz grosses Risiko, wenn ihre Kinder im Freibad spielen und dieser Trinkjogurt würde diese ganzen fiesen Keime abtöten, denen die Kinder da "ausgesetzt" sind.
Klar, die Zielgruppe sind diese ganzen Mittdreissigerinnen, die jetzt anfangen, Kinder zu kriegen und denen man richtig klasse Angst vor allem machen kann, selbst vor vermeintlichen Risiken, wenn ihre Kinder so schlimme Sachen machen wie sich gegenseitig ohne antiseptische Handschuhe anzufassen. Sagrotan und Ajax und all die anderen Haushaltsputzmittel machen das ja auch schon seit Jahren mit grossem Erfolg: So gross, dass vor lauter fehlender Abhärtung die Kinder immer mehr Allergien und andere Dauerkrankheiten entwickeln.
Aber dass da Kinder verdammt nochmal beim ganz normalen miteinander Spielen gezeigt werden und genau das dieser ohnehin schon viel zu überbesorgten Sorte Eltern als "Risiko" verkauft wird, bringt mich jedesmal wenn ichs wieder sehe völlig auf die Palme! Nur um ihren Dreck, der absolut überhaupt keine besondere Wirkung hat, zu verkaufen versuchen diese Arschlöcher, Eltern ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn ihre Kinder das beste tun, was sie für eine gute soziale Entwicklung tun können: Miteinander zu spielen, zu raufen und ausgelassen zu sein.
Kauft bloss nicht dieses Mistgesöff! Lasst euch nicht einreden, Dreck ist giftig! Genau und absolut das, was diese Kackwerbung da als "Risiko" bezeichnet ist unbedingt notwendig für die Stärkung von Abwehrkräften! Nicht eine winzige Plastikflasche mit mit Joghurt versetztem Zuckerwasser! Ich reg mich auf, ich weiss! Aber deswegen, weil ich genau weiss, dass es diese Leute tatsächlich gibt, die so denken und ihre Kinder sind ganz, ganz arme Schweine.
von Jens Scholz



Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft, speziell was der Gesetzgeber und die Bürokraten, die Medien und die Informationsgesellschaft uns täglich vorbeten und verbieten, müssten wir alle, die in den Sechzigern bis Anfang der Achtziger aufgewachsen sind, längst tot sein.

(...)Wasser haben wir direkt aus dem Gartenschlauch getrunken und nicht aus einer Flasche. Wahnsinn! Wir aßen fettige Schmalznudeln und frischgebackenes Brot mit fingerdick Butter drauf, dazu gab es überzuckerte Limonaden oder künstlich gefärbtes Tri Top. Fett geworden sind wir deswegen nie, weil wir immer draußen waren. Wir haben zu fünft aus einer Limoflasche getrunken und es ist tatsächlich keiner daran gestorben.
Wir sind zu einem Freund geradelt, haben an der Tür geläutet und sind dort geblieben nur um mit ihm zu reden.
(...)Erinnere Dich daran, wie Du aufgewachsen bist und Du wirst sehen, was unseren Kindern heute fehlt. Als die Eltern einmal ein Auge zudrückten, anstatt die Kinder mit übergroßer Vorsicht zu erdrücken. Unsere Eltern trauten uns zu die richtigen Entscheidungen zu treffen. Meistens hat es geklappt. Die paar Mal, die daneben gingen zählen wir zu unseren Lebenserfahrungen.
Es war eine Zeit als Kinder noch Kinder waren und noch keine Anwälte mit Schadensersatzklagen und Regierungen mit kinderfeindlicher Politik unseren Alltag bestimmten.
rollinger hat da einen Text gefunden, der das zusammenfasst, worüber ich mich seit einiger Zeit (seit ich Kinder habe) immer wieder unterhalte. Unbedingt lesen und weitergeben! Vielleicht hilfts ja, damit hier und da ein Würmchen nicht zum Sagrotan-Kind werden muss.
von Jens Scholz   direct link     



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