Informationen über
die Vorfahren bezieht ein Ahnenforscher aus verschiedenen,
mehr oder weniger zuverlässigen Quellen. Begonngen
wird in der Regel mit amtlichen Urkunden, deren nachträgliche
Anforderung auch bei tschechischen Standesämtern
wegen der geltenden Datenschutzbestimmungen entsprechenden
Verwandtschaftsgrad voraussetzt. Glücklich kann sich
derjenige schätzen, der über einen eigenen Ahnenpass
verfügt. Aber auch darin sind nur wenige Generationen
vermerkt und so kommt der Tag, an dem sich der Ahnenforscher
in ein Archiv begibt, um endlich in die Kirchenbücher
zu schauen. Im Leitmeritzer
Gebietsarchiv
werden die nicht mehr unter Datenschutz stehenden Matrikeln
der gesamten Diözese aufbewahrt. Nach erfolgter Anmeldung
und Registrierung können hier kostenlos nicht nur
römisch-katholische, sondern auch altkatholische
und evangelische Kirchenbücher eingesehen werden.
Eine Besonderheit am Forschungsgebiet
liegt darin, dass zu den Pfarrgemeinden Warnsdorf, Georgenthal
und Kreibitz eine ganze Reihe kleinerer Ortschaften
mit dazu gehörte, für welche eigene Kirchenbücher
geführt wurden. Auch die Zuständigkeit der
Pfarrgemeinden änderte sich immer wieder, was nicht
ohne Einfluss auf die Führung der Matrikeln
geblieben ist. Einen Sonderfall bilden Teichstatt und
das Kreibitzer Neudörfel, die bis 1784 von der
zu Rumburg gehörenden Pfarrgemeinde Schönlinde
verwaltet wurden.
Ortschaften von
Warnsdorf bis 1869:
Alt-Warnsdorf, Floriansdorf, Neuwarnsdorf, Karlsdorf,
Altfranzenthal und Neufranzenthal. Zur Pfarrei gehörte
zeitlang auch Schönborn und Leutersdorf in Sachsen.
Zu Sankt
Georgenthaler Pfarrei gehörte Ober Grund,
Nieder Grund, Innozenzidorf, Tollenstein, Katharinaberg,
Neusorge, Tannenberg und Kreibitzer Neudörfel.
Ortschaften von
Kreibitz:
Stadt Kreibitz, Niederkreibitz, Ober Kreibitz, Schönfeld,
Neu Kreibitz und von 1785 bis 1946 Teichstatt. Zur Pfarrei
gehörte vor 1784 auch Daubitz, Irriberg, Kaltenbach
und Tannenberger Glashütte.
Wenn man mit den vorhandenen
Tauf-, Heirat- und Sterbematrikeln nicht weiter kommt,
kann man auch in den früheren Mannschaftsbüchern
der Herrschaft Liechtenstein suchen. Sie sind im Archiv
Děčín 4, Podmokly (Bodenbach), Zbrojnická
14 / 1 untergebracht.
Unterstützung bei der
Ahnensuche kann man bestimmt auch von Mitgliedern des
VSSF
(Verein Sudetendeutscher Familienforscher) bekommen,
die meist über langjährige Erfahrungen im
Umgang mit Archivpersonal und Behörden in Tschechien
verfügen.