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Am Seil 174 Seiten Preise: 2005 Ingeborg Bachmann Preis (für einen Ausschnitt aus diesem Buch) |
Thomas Lang Ein relativ kurzer aber sehr eindringlicher Roman über eine Vater-Sohn-Geschichte. Gert ist Berts Sohn. Nun ist Bert krank. Er hat einen Tremor, die Scheidung von seiner Frau vor ein paar Jahren durchlebt und lebt nun in einem Altersheim so vor sich hin. Nur Schwester Bubi ist ein Lichtblick. Gert dagegen hat seinen Fernsehmoderatorjob verloren. Er hatte einen Unfall und einen Skandal wegen sexueller Belästigung. Beide halten nicht mehr viel von ihrem Leben und schon gar nicht voneinander. Und nun macht Gert sich auf einmal auf, seinen Vater im Altersheim zu besuchen. Zunächst ist alles wie immer. Und doch sorgen der Egoismus und die Vorurteile, die beide hegen, bald für eine ungewohnte Entwicklung in ihrer Beziehung und stellt beide auf eine neue Prüfung. Ein Teil eines Tages auf 174 Seiten, der immer wieder Einblicke in die Vergangenheit und die Präsenz einer speziellen Vater-Sohn-Beziehung gibt. Voller Dramatik und Ernst. Lesenswert. |
Roman Verlag C.H. Beck oHG München 2006 |
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Amrita (OT:
Amurita, Tokyo 1997) 510
Seiten |
Banana Yoshimoto Saku-Chan hat vor zwei Jahren ihre geliebte Schwester Mayu verloren. Sie wächst in einer Art Patchworkfamilie mit ihrer Mutter, einem kleinen Bruder und verschiedenen anderen Personen im Haushalt auf. Und dann kommt sie dem Freund ihrer verstorbenen Schwester näher. Oder er ihr? Ryuichiu ist jedenfalls Schriftsteller und hat Probleme über den Tod seiner Freundin hinwegzukommen. Aber Saku-Chan ist ihr so ähnlich. |
Roman, aus dem Japanischen übersetzt von Annelie Ortmanns Diogenes Verlag AG Zürich 2000 |
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Angst Infos: 121
S. +
kurze Infos zum Werk (/->Wichtig:
diesen Teil erst lesen, nach dem Werk, da hier das Ende vorgegriffen wird) +
kurze Autoreninfos 1928
erstmalig verfilmt |
Stefan
Zweig Novelle.
Angst darum geht es, oder? Jedenfalls ist Irene Wagner, aus deren Sicht die
Geschichte erzählt wird, von Angst gepeinigt. Doch ist die Angst, die packend
und beeindruckend geschildert wird, auch ein Mittel zum Zweck. Irgendetwas
stimmt nicht. Irene wird von einer ominösen Person erpresst, die ihre Affäre
mit einem Pianisten zu kennen vorgibt. Doch warum überhaupt eine Affäre? Und
was ist am Verhältnis zu ihrem Mann und ihren Kindern und ihren Angestellten
nicht in Ordnung? Wer weiß was? So wird die Angst zu einem Mittel, die
Differenzen zwischen Schein und Sein zu bereinigen. Mit gutem Ende?
Jedenfalls treibt Irene immer weiter auf ihre eigene Existenzgefährdung zu
und kann sich doch nicht aus diesem Sog befreien. Das
Buch überzeugt mit seiner Intensität der Angst und Paranoia. Es überzeugt mit
einer durchaus guten Wendung gegen Ende, gleichwohl das tatsächliche Ende
durch Beliebigkeit eher enttäuscht. Dennoch lesenswert. |
14.Aufl.
2007 Fischer
Taschenbuchverlag, Frankfurt aM, 1991 |
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Beim Häuten der Zwiebel 479 Seiten „Also schreibe ich über Schande und die ihr nachinkende Scham. ..., derweil mein mal nachsichtiger, dann wieder strenger Blick auf einen Jungen gerichtet bleibt, der kniefreie Hosen trägt, allem, was sich verborgen hält hinterdreinschnüffelt und dennoch versäumt hat, >warum< zu sagen.“ (S.17) „So beflissen ich im Laub meiner Erinnerungen stochere, nichts findet sich, das mir günstig wäre.“ (S. 26) |
Günter Grass Ein Schriftsteller häutet sich. Er offenbart seine Vergangenheit als Schichten einer Zwiebel, die Haut für Haut abgezogen werden muss. Und denn etwas nicht klar ist, helfen die Bernsteine, die Vergangenes einschließen und bewahren weiter. So wird gezeigt, wie ein Junge, der auch ein Teil des heutigen Günter Grass ist, aufwächst und sich aus möglicherweise unerklärlichen, doch unentschuldbaren Gründen freiwillig mit 15 zum Arbeitsdienst und zum Dienst an der Waffe meldet. Gleichzeitig macht der Junge Erfahrungen, die in seine späteren Bücher mannigfaltigen Einfluss fanden und noch größeren Anstoß zu diesen Werken gaben. So wird diese Selbstoffenbarung und Autobiographie auch zu einer gewissen Erklärung für frühere Werke von Grass. (wie „Blechtrommel“, „Im Krebsgang“, „Katz und Maus“, „Schneckengang“, etc.) |
Steidl Verlag 2006 |
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Birthday
Stories (OT:
Basudei-sutoriizu, JP 2002) 187 Seiten Diese Ausgabe ist wie die Englische um eine Geschichte länger als die japanische Erstausgabe. |
Haruki Murakami u.a. In diesem Buch hat Murakami Geburtstagsgeschichten gesammelt. Wie er selbst festhält, scheinen Geburtstagsgeschichten doch immer traurige Geschichten zu sein. So spiegelt auch dieses Buch, das eine von Murakami extra verfasste Kurzgeschichte namens „Birthday Girl“ enthält, dieses Phänomen größtenteils wieder. Aber traurige Geschichten können auch schöne Geschichten sein. So kann man den Kurzgeschichten dieses Buches sehr schön mitleiden oder sich mitfreuen. Man steigt auf Springtürme, wird von Autos angefahren, muss Bekannte besuchen, darf Torten essen, kann mit Tanten Märchen erfinden, Pakete auspacken, darf sich als gute Fee etwas Wünschen. Man telefoniert mit Prostituierten oder toastet auf andere Geburtstagskinder. Krähen fliegen einem in die Küche. Mal ist man einsam, mal will man es sein und mal ist man in Gesellschaft und mal will man es gar nicht sein. Am beeindruckendsten wohl die Geschichten von Wallace, Lee, Canin, Keegan und HM (natürlich). Sehr lesenswerte, schöne kurze Geschichten. |
Auswahl der Geschichten + Einführung und einer eigenen Geschichte von Haruki Murakami (hrsg.) DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004 Tracklist: 1.) Einführung: Mein Geburtstag, dein Geburtstag (HM) 2.) Der
Mohr – Russel Banks (aus: The Moor, in: The Angel on the Roof) 3.) Dundun – Denis Johnson (aus: Jesus´ Sohn) 4.)
Timothys Geburtstag – Wiliam Trevor (Timothys Birthday, aus: After Rain) 5.) Die
Geburtstagstorte – Daniel Lyons (The Birthday cake, in: The last good Man) 6.) Wende
– Lynda Sexon (Turning, in: Sudden fiction) 7.) Für immer ganz oben – David Foster Wallace (Forever overhead, in: Kurze Interviews mit fiesen Männern) 8.) Engel der Gnade, Engel des Zorns – Ethan Canin (Angel of mercy, Angel of wrath) 9.) Das Geburtstagsgeschenk – Andrea Lee (The Birthday Present, aus: Vollmond über Mailand) 10.) Das
Bad – Raymond Carver (The Bath, in: Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden) 11.) Das
Würfelspiel – Paul Theroux (A Game of Dice, in: Hotel Honolulu) 12.) Am Rande des Meeres – Claire Keegan (Close to the water´s edge, aus: Wo das Wasser am tiefsten ist) 13.) Birthday Girl - HM |
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Blinde Weide, Schlafende Frau Erzählungen (Deutsche Sammlung, daher auch der deutsche, der Originaltitel) 411 Seiten |
Haruki Murakami Schöne KGs. Schon das Cover gefällt ungemein gut. Jagdmesser (über einen behinderten Jungen im Urlaub), Kängeruwetter (über einen der gerne in Zoos geht – gerade wenn der geschlossen ist oder Unwetter herrschen), Zwergtaucher (über eine besondere Jobbewerbung bei der Protagonist durch einen langen Gang muss und ein Passwort sagen soll das er nicht kennt – auch eine Geschichte über Zufälle und Eingebungen), Die Geschichte mit der armen Tante (meine LieblingsKG aus dieser Sammlung und handelt von einem Typen der über arme Tanten schreiben möchte obwohl er selbst keine hat. Und setzt sich doch plötzlich eine auf seinen Rücken und verschwindet erst nach einiger Zeit wieder) und Der nierenförmige Stein, der jeden Tag wanderte (Ebenfalls über einen Schriftsteller, der in einer Story festhängt und dann eine sonderbare Frau kennenlernt, die ihm neue Inspiration ist, aber doch anders ist als er sie kennt) |
aus dem Japanischen von Ursula Gräfe Dumont Literatur und Kunstverlag, Köln 2006 24 Kurzgeschichten + Vorwort sind am besten. Aber auch Birthday Girl, Tony Takitani (siehe Film und Bucharchiv) oder Glühwürmchen (aus Naokos Lächeln) sind zum nochmal lesen geeignet, nachdem sie schon andersher bekannt sind. Wo ich es vielleicht finde ist eine gute Krimisatire und der Affe von Shinagawa ist eine cool abgefahrene und surrealistische Bearbeitung eines Sysndroms (Namenvergessen) das wohl die meisten mal erleben. Der Eismann ist ähnlich surreal. Überhaupt eine gute Zusammenstellung. Auch die anderen nun ungenannten Stories haben ihren Charme. |
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Catcher
in the rye, The (1951) 214 Seiten |
Engl., Roman von J.D. Salinger New York in den 60ern. Holden Caulfield ist zum wiederholten Male von der Schule geflogen. Wegen mangelnder Leistungen. Damit beginnt seine ungewöhnliche Geschichte. Denn seine Eltern werden das erst in ein paar Tagen erfahren und vorher will er nicht nach Hause, zugleich hält ihn in den bereits begonnenen Weihnachtsferien aber auch nichts mehr im Campus. Also heisst es Zeit totschlagen. Boy, das sagt er gerne, wenn ihn etwas erstaunt. Old... nennt er gerne alle Menschen mit denen er verkehrt und komische Menschen oder Dinge sind Phonie oder Yellow oder Crap. Ausserdem mag er Schule und Konventionen nicht so recht. Jesus mag er, Religion nicht. |
Little
Brown Books and Company (4.Aufl.) Boston, Toronto, London 1992 Er hält sich für durchaus intelligent, derweil viele andere ihn mit durchschnittsunterhaltung nerven. Er hinterfragt seine Umwelt ständig und lässt dem Leser keine Geheimnisse, ob er etwas mag (seine Schwester Phoebe oder Kinder oder Catcher in the Rye zu sein) oder nicht (Schule, Phonies, und viele andere Dinge) und warum er das tut. Irgendwie ist er halt ein Sechzehnjähriger in der Endpubertät. Gleichwohl einer, der besonders 16 ist. Sehr authentisch geschrieben. |
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Chun Sue China
Girl (OT: Beijing Wawa, Yuanfang, Huhehot 2002) 282 Seiten „Mein drittes Jahr auf der Mittelschule war süß, rot, zerbrochen, merkwürdig und zugleich Schwindel erregend – es hatte den Charakter eines Theaterstücks.“ (S. 19) „Als er mich zum ersten Mal küsste, sagte ich leise: „Aber ich kenne dich gar nicht!“ „Mit diesem Kuss kennst du mich“, sagte er.“ (S. 58) „Fick deine Mutter! … Li, diese Worte schenke ich dir! (…) Eines Tages werde ich dich töten | Wart´s nur ab“ (S. 61) |
Lin Jiafu (alias Chun Sue) Roman Autobiographischer Roman über das Erwachsenwerden von Chun Sue. Sie ist intelligent aber rebellisch. Sie geht zur Schule und dann zur Berufsschule und will eigentlich nur zur Universität, deren Gelände sie vergöttert. Sie liebt Politik und Musik und schreibt Kritiken für Musikzeitschriften und Tagebuch und spielt Gitarre. Sie möchte geliebt werden und färbt sich ihre Haare und befindet sich in einem Dauerkonflikt mit ihren konservativen Eltern und Eltern ihrer Freunde. Wenn sie mit einem ins Bett will, geht sie halt. Sie kontaktiert und kennt viele Musiker und Musikkritiker. Sie ist ein moderner Medienteenie. Sie ist eine rebellierende Chinesin und liebt doch auch den unbekannten Westen und ist doch einfach ein Kind in einer überfordernden Umwelt. Sie ist direkt und unkontrolliert und dauernd zu spät und fragt sich pubertierend, warum sie keinen Erfolg hat und was sie eigentlich im und vom Leben will. Sie verbrennt die Erde und Gefühle anderer und Zukunftspläne wie Papier. Sie schreibt Gedichte und interessiert sich für Literatur, was schließlich dazu führt, dass sie beginnt ein Buch zu schreiben … Wird sie sich selbst finden oder sonstwie ändern? |
Aus dem Chinesischen von Karin Hasselblatt Verlagsgruppe Random House, 1. Auflage 2006 „Ha, Charakterlos, was für ein trauriges Urteil, so ein tragischer Mensch bin ich, verurteilt zur Rolle des namenlosen Opfers.“ (S. 118) „Damit verging alle Schöne Ich liebe den Wind im Winter Er sagt mir, ich brauche Stärke Jetzt geh ich, ich will geh´n Gegangen bin ich Es blieb eine weinende Menge Ihr sollt bereuen Ich gehe“ (S. 143 f.) |
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Dornröschenschlaf - Drei Erzählungen von der Nacht (OT: Shirakawa Yofune, Tokyo 1989) 167 Seiten „Das ist das Tolle an der Ehe, finde ich: Plötzlich kann
man mit netten Leuten verwandt sein, die bisher noch Fremde waren!“ (S.30) |
Banana Yoshimoto 1.) Dornröschenschlaf Teraka ist häufig müde. Sie verschläft ihr Leben. Nur ihr
Freund, der verheiratete Iwanaga kann sie mit seinen Anrufen wecken. Sie
bewundert ihn. Gleichzeitig wei0 sie nicht, wie sie ihm den Selbstmord von
ihrer besten Freundin Shiori erzählen soll. Sie schläft immer mehr. Bis sie
eines Tages ihrer Freundin wiederbegegnet und mit dem Knallen eines fernen
Feuerwerks, zu alter Stärke zurückfindet. 2.) Wanderer der Nacht Shabima hatte einen Bruder, der sehr große Wirkung bei
Frauen hatte. Bei der Amerikanerin Sarah ebenso, wie bei der Cousine Marie.
Nun ist er seit einem Jahr tot und Shabima geht zur Uni. Und doch sind
überall die Spuren. Auch in dieser Geschichte gibt es ein Wiedersehen. 3.) Eine geheimnisvolle Erfahrung (Gibt es auch als gekürztes Hörbuch von Pigalla, hab ich
aber noch nicht) Da war dieser Typ der irgendwann abgehauen ist. Und Haru,
die Frau, mit der die Erzählerin sich den Typen teilen mußte. Und nun besäuft
sich die Erzählerin dauernd und hört dann eine liebliche Melodie... als rufe
jemand nach ihr. Ihr aktueller Freund hilft ihr bei der Bewältigung und hat
auch eine Idee. Und dass, obwohl er doch immer so unterkühlt wirkt. Natürlich
gibt es ein Wiedersehen. Und natürlich passiert viel des Nachts. Das sind die
Dinge, die diese drei Geschichten verbinden. Lesenswert. Und nicht ganz so auf Jugendliche abzielend
wie Tsugumi/Tugumi (siehe unten), aber auch nicht ganz so gut wie Kitchen
(siehe Hoerarchiv) |
3 Erzählungen, übersetzt von 1.) + Nachwort = Annelie Ortmanns 2.) Gisela Ogasa 3.) Anita Brockmann Diogenes 1998 Banana Yoshimoto neigt dazu, Jugendliche zu schildern, die
in irgendeiner Verbindung zum Tod stehen, und von denen immer irgendwer gewisse
übernatürliche Fähigkeiten zu haben scheint. |
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Drachenläufer (OT: The
Kite Runner, New York 2003) 386 Seiten inkl. Karte von Afghanistan, kurzer Geschichtsabriss des
Landes, ein kurzes Interview mit Khaled Hosseini und Ideen für Lesekreise. |
Roman von Khaled Hosseini Der kleine Junge Amir wächst in Afghanistan auf. Sein Baba
(Vater) ist ein reicher und angesehener Mann in Kabul um 1970. Amir Mutter
ist bei seiner Geburt gestorben. Aber nicht nur um sie ranken sich Geheimnisse
und Mythen, sondern auch um Ali und Hassan, sowie um Baba und dessen Freund
Rahim Khan. Ali und Hassan sind Bedienstete von Baba und Amir und wohnen im
Hinterhof. Sie gehören der Minderheit der Hazara an, die von den Paschtunen
und anderen Afgahnen nicht gern gesehen sind und benachteiligt werden. Anders
bei Amir und Baba, die mit Hassan beziehungsweise Ali befreundet sind. Es
könnte also alles sehr schön sein, wenn da nicht Probleme auftauchen würden.
So scheint Baba Hassan mindestens die gleiche Liebe zukommen zu lassen wie
Amir, was diesen eifersüchtig macht. Und dann kommt ein Drachenwettbewerb,
bei dem es gilt, seinen Drachen am längsten in der Luft zu halten und die
anderen abstürzen zu lassen und zudem den letzten gegnerischen Drachen beim
Absturz zu erringen. Amir war schon immer gut und hat doch nie gewonnen.
Hassan ist sein Drachenläufer, der im Falle des Sieges den anderen Drachen
erlaufen soll. Ob sie es dieses Mal schaffen? Auf jeden Fall ist dieser
Wettkampf eine Wendemarke in vielerlei Hinsicht. Und dann kommen auch noch
die Russen und später die Taliban. Amir und und Baba fliehen nach Amerika.
Doch für Amir ist dies keine Flucht ohne Wiederkehr. Vielmehr gibt es nach
über 15 Jahre für ihn im Afghanistan der Taliban noch eine Schuld, die seit
dem besagten Drachenkampf und den folgenden Ereignissen bestand, zu tilgen -
Dazu drängt ihn Rahim Khan. |
aus dem Amerikanischen von Angelika Naujokat und Michael
Windgassen Berliner Taschenbuch Verlag GmbH (BVT), 12. Auflage, 2006 Bittere Erkenntnisse und noch härtere Erlebnisse erwarten
ihn. Die Vergangenheit holt ihn wieder ein und schlägt mit glänzendem Eisen und nahegehenden Schicksalen von Ali
und Hassan zu. Ob er seine Mission erfüllen und wieder nach Amerika zu seiner
Frau Soraya zurückkehren und ob er dabei wenigstens ein Schicksal zum
positiven wenden kann? Eine sehr bewegende, fiktive Geschichte, die sich an
realen Fakten Afghanistans entlanghangelt und die verschiedenen Perioden
eines freien (Monarchie), dann besetzten (SU) und dann irrsinnig
unterdrückten und niedergemachten (Taliban) und schließlich bombardierten
(USA und UN) Landes und das Leben der Bewohner zeigt. Man erleidet eine
tragische Geschichte mit den Protagonisten und hört Künstlernamen (Bspl.:
Ahmad Zahir) und afghanische Kultur und Eigenarten (wie Stolz und Ehre, die
der Wahrheit vorgehen oder den Hang zur Übertreibung) und die afghanische
Geschichte. Wegen der brutalen Schilderungen nicht für Kinder geeignet aber
damit umso intensiver und glaubwürdiger. |
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Der Elephant verschwindet |
Haruki Murakami Ein Band von Kurzgeschichten von Haruki Murakami. Viele davon zusammenhängend. Darunter Geschichten aus „Nach dem Beben“. Erinnerungen an Bäckereiüberfälle. Über Beziehungen eines Arztes und seiner Frau. Aber auch die Geschichte eines Elephanten, der aus dem Zoo verschwindet und einen ratlosen Erzähler und Beobachter zurücklässt. Der hat den Elephanten zuletzt gesehen. Und nun ist der nicht mehr da. |
Übersetzt von Ursula Gräfe |
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Der große Gatsby |
F.S. Fitzgerald Sehr gutes Buch, bei dem der Erzähler eine Rolle spielt,
und doch nicht die Hauptperson ist. Er ist Nachbar, bester Freund, Geliebter,
hat eine eigene Identität, ist aber vor allen Dingen Beobachter. Er
beobachtet seinen mysteriösen neuen Nachbarn und dessen Parties und seinen
unbestimmten Reichtum. Zufällig ist er hier anscheinend gelandet – ebenso wie
der Erzähler. Aber etwas verbirgt sich hinter Gatsby, dem Nachbarn. Kaum
etwas ist Zufall. Und sowohl bei ihm, als auch bei den anderen Menschen die
der Erzähler hier kennenlernt, haben neben ihren positiven auch ihre
Schattenseiten. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit. Und die war nicht
so, wie sie am Besten hätte sein sollen. Und das führt zu Verwicklungen und
scheiternden Annäherungsversuchen. Und letztlich geht das Ganze schlecht aus.
Für alle? Oder nur für den großen Gatsby? Warum ist er überhaupt der GROße
Gatsby? |
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Der
kleine Bruder 282
Seiten |
Sven
Regener Der
2. Teil der Lehmann-Trilogie. Der Besuch seines großen Bruders in Bremen
(Neue-Vahr Süd) ist gerade ein paar Wochen her. Nun ist Frank nicht mehr beim
Militär und statt dessen auf dem Weg nach Berlin. Zusammen mit seinem
Punkerfreund Wolli. Der war schon öfter da. Links und rechts lauert die DDR.
Aber in Berlin lauert scheinbar kein Manfred. Der kleine Bruder muss ihn
erstmal suchen und gleichzeitig versuchen, einerseits aus den Freunden seines
Bruders schlau zu werden, von denen er bis dahin nur Karl kennt. Und der ist
noch fast der Normalste neben dem Baldvater und Kneipenbetreiber Erwin
(Lieblingswort: Kerle), der störrischen Ausreißernichte Chrissie, oder Klaus,
dem Bierdosenwurfgefährdeten Erwinsklaven. Aber dabei soll es nicht bleiben.
Wo Verrückte sind, sind auch deren Freunde. Nur Freddie, wie seine neuen
Freunde Manfred nennen, nicht. Zwei Tage dauert die ganze Geschichte in der
man nun erfährt, wie es von Neue Vahr Süd nach Berlin ging. Witzig
zumeist kurzweilig und nur manchmal etwas langatmig. Wie man den Lehmann
kennt. Pragmatisch, manchmal trocken und manchmal ungeduldig, erkundet er
Berlin und seine Menschen Anfang der 80er und versucht seiner gescheiterten
Existenz neue Grundlage zu geben. Derweil alle anderen im das Leben
zumindestens nicht einfach machen, aber doch irgendwie auch liebenswert sind.
Also, für Lehmann-Fans und solche die es werden wollen absolut die Lektüre
wert. (Nur: vorher Neue-Vahr-Süd lesen!!!) |
Eichborn
AG Berlin, 2008 Wer
denn? (H.R. wer die Dose auf Klaus geworfen habe) Du
warst das, du Arsch! (Chrissies Antwort) Echt?
Stark! (H.R.s Reaktion) Nach
Amerika! (H.R. über Manfreds Pläne) Quatsch,
nach New York, das ist doch was ganz anderes. (Künstler Karl) New
York, lieber Herr Schmidt, liegt in Amerika. Man kann nicht nach Amerika fahren
ohne nach New York zu fahren. Nein, umgekehrt! (H.R.) |
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Die
Sehnsucht fährt schwarz – Geschichten aus der Fremde 154
Seiten |
Rafik
Schami Kurzgeschichten
über Eingewanderte in Deutschland Wie
fühlen sich Menschen, die nach Deutschland kommen. Was sind ihre Probleme und
wie kommen sie hier klar? Spannende
und tiefschürfende Geschichten. Schicksale und Personen treffen ebenso
aufeinander, wie verschiedene Kulturen und Heimaten. Wie Vorurteile und
Vorurteile. Das Leben ist nicht so einfach wie es scheint. Gerade wenn es
nicht so ist wie es scheint. Wie es aus der Fremde und Ferne schien. Alle
Menschen sind gleich. Aber das sehen nicht alle so. Manche wollen die
Zugereisten verteidigen, anderen vermuten Schmarotzer oder Unfähige hinter ihnen.
Andere vermuten bei Bränden ein langsameres Eingreifen. Ehemalige Freunde aus
der Fremde treffen sich wieder und sind sich irgendwie fremd. Aber es gibt
auch Geschichten die nicht viel mit Deutschen zu tun haben. So baut einer
eine Maschine die einen dahin bringt, wo man sich hinsieht. Und es ist fast
klar, dass das Begehrlichkeiten weckt und nicht gut gehen kann. Kein
Buch dass man gelesen haben muss, aber durchaus lesenswert. |
Dtv
1988 |
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Fever
Pitch Ballfieber
– Die Geschichte eines Fans 335
Seiten |
Fußballroman
von Nick Hornby. London,
1968-1992. Ein Selbstportrait über die Leidenschaft eines Fußballfans. Wie NH
dazu kam, Arsenalfan zu sein. Was das Gute und Schlechte daran ist. Was ihn
von noch verrückteren oder weniger Fußballbegeisterten unterscheidet. Wie ein
Dauerkarteninhaber und wie auch sein Umfeld und seine Familie das Phänomen
Fußball sieht, erleidet und erlebt. Wie er die Katastrophen (Heysel,
Highborough etc.) verarbeitet. Und wie er sich von unfeinen Fans und ihren
Unarten das Spiel fast verderben lässt. Ein durchaus interessantes Buch mit
Witz und Charme. Allerdings kein Muss und mit sehr viel Fußballdaten, so dass
es auf über Dreihundert Seiten vor allem für Fußballabgeneigte doch etwas
viel sein dürfte. Aber durchaus gute Unterhaltung und ein paar interessante
Ansichten über Fußball, Fans, Politik, Sport und das Leben von Verrückten
sowie über Katastrophen und ihre Folgen. |
Dt.
von Marcus Geiss und Henning Stegelmann Kiepenheuer & Witsch
1997 (Original: Victor Gollancz
Ltd., London 1992) |
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Gedichte 1967-1978 234 Seiten Der Kampf mit den Bullen: (53) „Geh nicht hin | Die Karten sind längst verteilt | der Kampf ist Schwindel. | Wenn die Bullen Tritt fassen | ist es für dich schon zu spät | du kommst ins Rennen und bist | in der Leberwurst | sie stechen dich an und quetschen | dich aus | der Allmächtige läßt die Sirenen heulen | Knüppel kommen vom Himmel | du kriegst eins auf den Kopf und machst | einen Diener | du kriegst eins in den Sack und rufst | Hosiannah | nimmst du die „Hände hoch“ hast du | Beamte gesteinigt | schreist du au | hast du skandiert | bumms da bist du über die eigenen | Beine gefallen | du wirst mit Mitteln | zum Schweigen gebracht | sie tun für dich was sie können | das ist alles was sie für dich | tun können. | Programmgerecht klappst du zusammen und siehst | Tante Maria und Onkel Josef am Rande | der Veranstaltung | du liegst im Dreck | unter den Tritten deiner unschuldigen Opfer | und singst nach dreimaliger Aufforderung | die dritte Strophe | Vater und Mutter sehen vom Café aus zu | sie sind irgendwie interessiert daran | daß du am Leben bleibst“
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Nicolas Born Beinhaltet die folgenden Gedichtbände: a.) Marktlage ((1965-) 1967) b.) Wo mir der Kopf steht (1970) c.) Das Auge des Entdeckers (1972) d.) Keiner für sich, alle für niemand (1978) Wahre Begebenheit I (S.170) „Da sitze ich im Suff am frühen Morgen | bei Kerzenlicht einer Tasse Kaffee | und einer alten Graubrotschnitte | den Kopf noch voller Leute von Gestern | Abend |“ (…) Interessante, einfache und doch lesenswerte Gedichte aus der etwas linkeren Ecke. Mit Humor und Satire und Selbstironie. |
Seitensprünge: (S. 11) (…) „Wie trete ich künftig Den Reichen unter die Augen? Von meinesgleichen gemieden von ihresgleichen bedauert – eines Tages werde ich euch aufgeben müssen“ Das Erscheinen eines jeden in der Menge: (S. 187) (…) „erreichen wir den großen Widerspruch: Das Erscheinen eines jeden in der Menge“ Rowohlt Verlag GmbH 1978 |
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Hard-boiled Hard Luck - Zwei Erzählungen (OT: Hadoboirudo/ Hadorakku, Tokyo 1999) 141 Seiten |
Banana Yoshimoto 1.) Hard-boiled Die erste der zwei Erzählungen dieses Buches beschreibt die vergangene Beziehung der Erzählerin zu einer Frau. Sie spielt sich in einer Nacht, und in einem mysteriösen Hotel ab. Am Todestag der Frau, wandelt die Erzählerin auf alten Spuren und trifft Chizuru, die sie zwar nicht geliebt, aber doch gebraucht hat, und die mit Geistern kommunizieren konnte, und zudem in sie verliebt gewesen ist, wieder. 2.) Hard Luck Die Erzählerin dieser Erzählung, ist die Schwester von Kuni-chan. Sie waren wie ein Herz und eine Seele, und nun wird Kuni-chan künstlich beatmet und stirbt langsam gegen jede Hoffnung ihrer Familie, es könne ein Wunder geschehen. Ganz nebenbei lernt die Erzählerin bei der Wache am Krankenbett, einen Mann kennen. Wie so oft, reflektiert auch diese Geschichte über Vergangenes, nämlich das wunderbare Verhältnis der Schwestern. Gleichwohl gibt es aber auch die Gegenwart, in der zwar die eine Schwester die Welt verlassen muss, doch zugleich auch eine Liebesgeschichte sich anbahnt und die Erzählerin sich über sich selbst klarer wird. Von T(s)ugumi, Kitchen, Dornröschenschlaf und diesen Kurzgeschichten, ist Hard Luck, noch vor Kitchen und den anderen Erzählungen Hard-boiled und denen in Dornröschenschlaf, die wohl beeindruckendste Geschichte Yoshimotos. |
übersetzt ins Deutsche von Annelie Ortmanns Diogenes Verlag AG Zürich 2004 Banana Yohimotos Geschichten weisen viele Parallelen auf: Personen haben mystische Fähigkeiten (Was ein bisschen nerven kann) Es gibt Todesfälle oder Todkranke Personen Die Geschichten enden eigentlich doch immer mit einem Happy End |
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Hard-boiled Wonderland 541 Seiten |
Haruki Murakami Zwei Geschichten laufen anscheinend parallel. Die eine ist das „Ende der Welt“, die andere handelt vom „Ende der Welt“. Es gibt aber noch mehr offensichtliche oder zu entlarvende Parallelen. Die Hauptperson ist die Gleiche. Es gibt Systeme oder Gruppem die einander bekämpfen. Und es gibt mysteriöse, undurchsichtige Personen, Mauern und Geschehnisse. Es gibt Wächter und Diebe und attraktive Frauen. Ein fiktionaler Roman von HM. Gewöhnungsbedürftig. Aber gewohnt spannend und mit tiefgehenden Charakteren sowie der gewohnten Rückgriffe auf andere Literaturklassiker und Allgemeinwissen. Ausserdem ist es spannend, mit der wichtigsten Person, die zugleich die Unwissendste ist, nachzuforschen, was es mit den beiden Welten, und vor allem: Was es mit dem „Ende der Welt“ auf sich hat. |
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Ich glaubte mein Vater sei Gott – Wahre Geschichten aus Amerika (OT: I
thought my father was God and other true tales of american life, Henry Holt
and Company, New York 2001) 408 Seiten “Dann fragte sie: “Michelle? Michelle Golden?“ – „Nein“, sagte ich. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen zweimal im Leben und an zwei verschiedenen Küsten derselbe Irrtum unterläuft?“ (Von Küste zu Küste, Beth Kivel, S. 148) „Ich weiß nicht mehr, ob ich unterwegs Menschen begegnete. Vermutlich, und wenn ja, bot ich bestimmt einen sonderbaren Anblick: ein kleines Mädchen, das leise Weihnachtslieder vor sich hin sang und einen Baum hinter sich herzog, der mehr als doppelt so groß war wie es selbst.“ (Eine Erinnerung, Mary Grace Dembeck, S. 143) „Der arme alte Pip – ein tragisches Leben.“, sagte die Stimme. Sie blickt auf und da stand er wieder.“ (Ein Tisch für zwei, Lori Peikoff, S. 286) „Und diese Flamme ist seitdem nie wieder erloschen. Obwohl es nur 24 Stunden waren.“ (Ein Tag am Meer, Tanya Collins, S. 381) |
Paul Auster (Hrsg.) Paul Auster hat Geschichten gesammelt. Von Radiohörern der USA. Aus dem alltäglichen Leben. In diesem Buch sind es einige Dutzend aus über 4.000 Einsendungen ausgewählte. Sortiert nach den Themen „Tiere“, „Gegenstände“, „Familien“, „Slapstick“, „Fremde“, „Krieg“, „Liebe“, „Tod“, „Träume“ und „Reflexionen“, wird das ganze Spektrum des Lebens abgebildet und schließt meist eine Geschichte an die andere an, indem irgendein Aspekt beide verbindet. Die Geschichten sind zumeist sehr kurz (zw. ½ und etwa 5-6 Seiten) und wirken sehr authentisch (angeblich unbearbeitet) und lassen sich sehr gut lesen. Menschen sind gestorben, die große Liebe wird verarbeitet, geliebte Utensilien werden wiedergefunden, Menschen begegnen sich geplant oder unverhofft mehrmals, Erinnerungen an die eigene Jugend tauchen auf, Kriegserlebnisse werden erzählt, tragische und witzige, teilweise peinliche, im Nachhinein lustige Erlebnisse geschildert. Als Beispiele mögen dienen: Ein Porzellan einer Großmutter, das nach einem Umzug jahrelang nur noch teilweise vorhanden ist, bis es bei einem Flohmarktbesuch wieder auftaucht. Ein Rotluchs, der bei einem Wasserinstallateurkunden weiß, wie er die Toilette zu benutzen hat. Eine Frau, die einfach mal ihren Geburtstag alleine feiert indem sie mit dem Auto an´s Meer fährt und sich danach wie ein neuer Mensch fühlt. Zwei Frauen bei denen alles schief läuft. Die eine badet am Strand, findet ihre Klamotten zunächst nicht und landet nackt in einem fremden Wohnzimmer. Die andere will zu einer Beerdigung fliegen und macht so |
Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg 2001 Übersetzt aus dem Amerikanischen ins Deutsche von: Marion Sattler Charnitzky Thomas Gunkel Kathrin Razum und Volker Oldenburg ziemlich alles verkehrt, was geht. Eine Frau wird an der Ostküste gefragt, ob sie nicht die und die sei, ist es nicht, und einige Zeit später wiederholt sich das Ganze mit den beiden gleichen Frauen an der Westküste. Ein kleines Mädchen ist traurig, weil sie nach dem Tod ihres Vaters kein Geld für einen Christbaum hat und dann setzt sie sich nach der Christmette heimlich von der Familie ab und kommt schließlich mit einem Baum nach Hause – was nicht ganz einfach ist und Fragen aufwirft. Und schließlich kommt das worauf man wartet ganz am Ende: Ein Mann, dem das Radio hilft, gescheiterte Beziehungen zu verarbeiten und zu sich selbst zu finden und der im Radio die Geschichte eines kleinen Mädchens gehört hat, das einen Tannenbaum nach Hause schleppt so wird der Kreis schließlich geschlossen, lässt aber nach allen Seiten Raum zum Lachen, nachdenken, Träumen und Selbstvergleichen. Gerechtes und Ungerechtes wird geschildert, die Beurteilung aber meist dem Leser überlassen. Auffallend viele, scheinbare Zufälle werden aufgedeckt. Sehr lesenswert und auch gut als Lektüre für zwischendurch, für die Couch, die Sbahnfahrt oder fürs große Geschäft geeignet. ;) |
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Killing
Rage (dt.:
Blinder Hass) 372
Seiten |
Engl. Eamon Collins und Mick McGovern. Die
Autobiographie eines Ex-IRA-Intelligence-OCs(Officiers). In diesem Buch
beschreibt er ausführlich und beindruckend, aber auch abschreckend, wie es
kam wie es kam. Wie ein junger katholischer, wenn auch eigentlich ungläubiger
Nordire dazu kommt, Morde an Protestanten plant. Derweil er zugleich in Newry
für die britische Krone arbeitet. Sein
Ziel ist es, per Revolution die Vereinigung Irlands zu erreichen.
Außerdem möchte er die britischen Imperialisten vertreiben und den
marxistischen Sozialismus einführen. Aber, je tiefer er in das Netzwerk der
IRA integriert wird, desto größer werden die Skrupellosigkeit aber auch die
Zweifel. Immer wieder kann er zu seinem Idealismus zurückfinden. Aber
schließlich summieren sich immer mehr Aspekte und Events, die auch die
negativen Aspekte des bewaffneten Kampfes offenbaren. Eine
extrem spannende und auch auf englisch relativ einfach zu lesende Biographie
über ein politisch brisantes Thema vor allem des 20. Jahrhunderts. Es ist
beängstigend zu erleben, wie man beim lesen (typisch für Autobiographien) von
den gleichen Elementen beeinflusst wird, wie der Autor einst. Man baut
Sympathien für einen asozialen Verbrecher auf. Weil er Idealismus als
Beweggrund angibt. Und, weil er zweifelt, weil er sehr präzise seine
Entwicklung beschreibt und weil er menschliche Reaktionen offenbart (wie
Freude über ein Kind etc.). Daher fiebert man mit ihm mit, wann immer er in
Gefahr geraten zu scheint, erwischt oder getötet zu werden. Und das, obwohl
er es doch eigentlich verdient hätte, wie er selbst immer wieder andeutet.
Sehr lesenswert. Nicht nur wegen der letztlichen Erkenntnisse am Ende des
Buches. Und, auch trotz des quasi „moralischen Zeigefingers“ gegenüber
ehemaligen Mitstreitern und Menschen mit ähnlichen Idealismen. |
1997 Info:
2 Jahre nach dem Erscheinen des Buches, wurde der „Informant“ Eamon Collins
am 27.1.1999 auf offener Straße erschossen. Möglicherweise durch die
Real-IRA. Nachdem er Jahrelang sich für den Waffenlosen Frieden einsetzte,
Artikel schrieb und den Medien sein Wissen weitergab. Grund für die
letztliche Hinrichtung könnte seine Identifizierung des Ira-Mitglieds Tom
'Slab' Murphy in einem Prozess gewesen sein. Es ging um Verleumdung. Aufgrund
der Aussage verlor Murphy gegen eine Zeitung wegen eines Artikels über ihn
als Ira-Mitglied. Die Folgen waren Kosten von angeblich 1 Mio. Pfund für
Murphy und der Tod von Collins. Siehe:
http://www.nuzhound.com/articles/ mal13-31.htm (Sunday
Tribune, 31.1.1999) auch: http://www.guardian.co.uk/ Northern_Ireland/Story/ 0,2763,209158,00.html |
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Mittelmäßiges Heimweh (=OT, D 2007) 189 Seiten Zitate Ihre (seine Frau) hervorstechendste Eigenschaft ist, dass sie sich ein Leben außerhalb des Schwarzwalds nicht vorstellen kann. (S.16) Verwendete Kreationen: festgeliebt Glücksdruck Liebesdruck(S.17) Notblödeln Einwurzeln (S.188) Inmitten der leuchtenden Natur liegt das Problempaket Frau und schläft. (S.32) Sie telefonierte so leise, dass ich Zärtlichkeit für sie empfand. Jetzt, (...), stelle ich mir vor, sie würde demnächst bei mir übernachten, ich würde ihre Bluse herunterwickeln und wir würden gemeinsam ihren Busen suchen und ihn dann auch finden und dabei viel Vergnügen haben. (S. 111) Das gewöhnliche Unglück tritt ein, wenn ein Mann und eine Maschine zueinanderfinden. Mann + Motor = Lärm. (S.119) |
Roman von Wilhelm Genazino Der 43 Jahre alte Rotmund findet alles ist Mittelmäßig. Er hasst den modernen Krach im Alltag und verliert deswegen Körperteile. Und am mittelmäßgsten empfindet er Scheidungen. Deswegen versucht er immer seine Ehe mit Edith zu etwas besonderem zu machen. Als Mitarbeiter eines kleinen mittelständigen Pharmazieunternehmens ist er ein solider Finanzprofi. Und doch, kommt ihm die Kontrolle immer mehr und emrklich abhanden. Warum ist Edith so abweisend, warum der viele Krach der Moderne? Warum haben die Menschen soviele Probleme? Am liebsten würde er allen helfen... Aber er kann nicht, und während er allen helfen möchte und allen tips geben möchte wie sies besser machen könnten, weiß er eigentlich sein eigenes Leben nicht zu händeln. Und doch wird er zum Finanzdirektor befördert und bekommt auch Chancen. Doch seine Versuche durch fehlende Körperteile und perfekte Ehe auf sich aufmerksam zu machen scheitern und so lernt er auch die Vorzüge des kleinbürgerlichen Lebens kennen... Zudem versucht er |
Carl Hanser Verlag, München 2007 seine eigene Vergangenheit und die Fehler seiner Mutter aufzuarbeiten. Kurz ein interessanter Roman über einen totalen Langweiler, der nicht mittelmäßig sein will und doch eigentlich keinen Grund hat, es nicht zu sein. Genazino verwendet viele kreative Wörter und Weisheiten von BWLern, auch nutzt er Klammern um zwei Ebenen des Ich-Erzählers zu präsentieren: 1. den augenblicklich begrenzten und 2. den im Nachhinein oder auch zeitgleich auktorialen besser wissenderen Ich-Erzähler. Lesen wenn man eine etwas andere Geschichte lesen will und mit dem erhobenen Moralfinger gegen die Gesellschaft klar kommt. Locker witzig geschrieben. |
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Murakami und die Melodie des Lebens – Die Geschichte eines Autors (OT:
Haruki Murakami and the Music of Words, London 2002) 382 Seiten „Auf die Frage eines Lesers, ob er an Reinkarnation glaube, erwiderte Murakami: „Darüber denke ich nach, wenn ich tot bin.“ (S.250) |
Jay Rubin JR, einer der Übersetzer Murakamis in die englische Sprache, z.B. von Mr. Aufziehvogel analysiert in diesem Buch über HM, dessen Werke, Stilmittel und Aussagen auf nicht unterhaltsame Art und Weise. Vieles ist dem geübten HM-Leser bestimmt auch schon aufgefallen, aber hier wird es konzentriert und mit Hintergrundwissen aus Interviews mit HM angereichert. Auch Kritik wird an HM geäußert, wie das manche Dinge bei ihm unstimmig sind und viele gute spannende rote Fäden irgendwo hängen gelassen werden. Zudem werden die Werke in Zusammenhang und Reihenfolge gestellt. Auch Murakami wird ein Stück weit mit anderen japanischen Schriftstellern und mit seinen internationalen Vorbildern verglichen. Jedenfalls wird hier der Versuch gemacht, das Phänomen HM zu beleuchten und zu erhellen. Für alle, die schon einiger der Hauptwerke und der Kurzgeschichten von HM gelesen haben, ein durchaus empfehlenswertes Buch für Auffrischung des bereits vergessenen und für ein paar neue Erkenntnisse vor allem über HM selbst. |
aus dem Englischen von Ursula Gräfe und Angela Praesent Random house GmbH München 2006 Bibliographielisten von HM-Werken, aber auch von Übersetzungen und Sekundärliteratur. Dazu auch die von HM ins japanische übersetzten Werke anderer Autoren. |
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Naokos
Lächeln (OT: Norway-no mori, bzw. Engl. Norwegian Mood) |
Haruki Murakami Watanabe trifft während seines Schulstudiums in der S-Bahn auf die Freundin seines besten Freundes, der vor Jahren Selbstmord begangen hat. Wie früher beginnt sich eine Nähe zwischen den beiden aufzubauen. Allerdings beginnt damit auch eine Reise durch eine schmerzvolle Vergangenheit. Naoko, so heisst das Mädchen braucht Watanabe und umgekehrt. Und doch stehen Dinge zwischen ihnen, die sie einander näherkommen und doch scheitern lassen. Und dann ist da auch noch das Wohnheim von Watanabe und diese andere Frau, eine Studentin, die irgendwie auch abgefahren ist, aber auf Watanabe steht. Watanabe wird hin und hergerissen. Ein wunderbares Buch mit Suchtfaktor, und, wie der OT schon beschreibt, aufgrund seiner seelischen Abgründe und Tiefschürfungen nichts für Suizidgefährdete. Aber auch der dt. Titel passt durchaus. Dieses Buch fasziniert und bewegt, bzw. rührt zu Tränen. |
übersetzt ins Deutsche von Ursula Gräfe Haruki Murakami ist kein Realist, was die Situationsbeschreibungen angeht, vielmehr nutzt er Bilder und Visionen und Phantasie. Dennoch sind seine Bücher realitätsbezogen und enden, wie sie enden müssen. Nicht unbedingt immer überraschend und schon gar nicht schmalzig, aber nachvollziehbar und Gefühlsintensiv. |
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Paddy
Clarke HaHaHa (OT:
Paddy Clarke HaHaHa, London 1993) 286 Seiten |
Roman von Roddy Doyle Handelt von Paddy Clarke, einem kleinen irischen Jungen, der dauernd mit seinen Freunden irgendwelche Streiche ausheckt und dessen Eltern langsam aber sicher in eine Beziehungskrise schlittern. Zunächst sind da nur einige unscheinbare Anzeichen, die sich aber immer mehr verstärken und die schließlich auch Paddy und seinem nächstjüngeren Bruder – den er und die anderen Kids Sinbad nennen – uidem hat er noch zwei kleine Schwestern - nicht mehr verborgen bleiben können. Während Sinbad versucht zu verdrängen, versucht Paddy alles, die Ehe seiner Eltern zu kitten und zu retten und vor allen Dingen seiner Mutter beizustehen, aber auch seinen Vater nicht zu verlieren. Darunter leiden Sinbad, Paddy selbst (z.B. seine Schulleistungen) und seine Freundschaft mit Kevin. Paddy verliert so einen Teil seiner Kindheit. Mit ungeheurer Dynamik, mit Sachlichkeit und Härte beschreibt Doyle hier die Lausbubengeschichten eines Dubliner Jungen von zehn Jahren und den psychischen Druck, den die auseinanderbrechende Ehe seiner Eltern bei dem Jungen verursacht. Der Leser springt durch Vorgärten und heckt mit Paddy Streiche aus, ärgert Sinbad, hört aber auch Streitgespräche der Eltern und kann Nachts vor Angst nicht schlafen. Unbedingt lesenswert. |
aus dem englischen von Renate Orth-Guttmann Fischer Taschenbuch Verlag GmbH Frankfurt 1996 |
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Populärmusik fran Vittula |
siehe auch: Filmarchiv – DVD (2003) |
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Romane und Kurzgeschichten schreiben – Creative Writing (Mit einer Kurzgeschichte von Raymond Carver: Die Kathedrale („Cathedral“, RC 1981) (OT:
Gotham Writer´s Workshop Writing Fiction. The Practical Guide from New York´s
Acclaimed Creative Writing School, Bloomsbury USA, Gotham Writer´s Workshop
Inc. 2003) 328 Seiten |
Sachbuch von Alexander Steele (Hrsg.) |
Übersetzt von Kerstin Winter Cathedral übersetzt von Helmut Frielinghaus Autorenhaus Verlag 2004 |
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Schiffbruch (OT: Hasen, Shikuma Shobo 1982) 223 Seiten |
Akira Yoshimura Bei Sturm suchen Schiffe gerne den Schutz der Küste, von Buchten und Häfen. Das ist schon immer so gewesen. Daher gibt es auch schon lange Kapfeuer und Leuchttürme, um die Schiffe vor Schiffbrüchen an gefährlichen Riffen etc. zu bewahren. In diesem Roman nun, gibt es ein kleines Dorf, welches ständig mit Fischfang und Salzgewinnung um sein Überleben kämpft. Nicht selten müssen auch Mitglieder sich oder Familienangehörige für Fronarbeit verdingen, um das Überleben der restlichen Familie eine Zeitlang zu sichern. Doch gibt es da immer eine Hoffnung. Sie heisst Ofune-Sama. Dafür dienen u.A. eben auch die Feuer der Salzgewinnung. Warum sonst sollte man die Feuer nur in stürmischen Nächten betreiben? Isaku ist noch jung (etwa 8 Jahre alt), als sein Vater weggeht um vom Vermittler Geld für seine Familie zu bekommen. Langsam aber sicher lernt er die Bräuche des Dorfes kennen. Und das Leben im Dorf ist sehr rauh. Dafür streben seine Sinne nach Tami, einer ein Jahr älteren Tochter einer anderen Familie im Dorf. Aber dann kommt mit roten Kleidern das Verderben über das Dorf. Ein spannendes Buch über die Rauheit des Lebens. Der Leser wird hin- und hergerissen zwischen Erfolgen und Tod. Zwischen Freude mit den Dorfbewohnern und vor allem der Tragik am Ende des Buches, wenn das Leben seine übelste Seite zeigt. |
Übersetzt aus dem Japanischen von Sabine Mangold Rowohlt Berlin 1998 |
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Sommerhaus später |
Einige
sehr gute und interessante Kurzgeschichten über das Leben. Z.B. eine Frau,
deren Mann Ofenbauer in Russland war, viele Jahre fortblieb, dann kurz
wiederkommt und schon wieder nach Indien verschwindet. Aus der Sicht der
Tochter. Wird die Liebe diese Trennungen überstehen? Und was folgt noch so
alles daraus? Z.B. ein Künstler, der ungewollt in das Leben einer anderen
Person hineingezogen wird, und das, obwohl er eine Freundin in Hamburg hat.
Er geht ihr aus dem Weg. Und dann ist sie auf einmal fort. Z.B. Eine Frau,
die sich auf einen hässlichen, aber selbstbewussten Künstler einlässt. Warum?
Und was hat eine PC-Cam damit zu tun? Z.B. eine Frau, die mit anderen Kiffern
abhängt und so. Und da ist ein Typ, der eigentlich allen egal ist, weil er
immer so neutral ist. Und dann taucht er auf einmal wieder auf und möchte ihr
ein Haus zeigen. Eine Ruine, die er für die gesamte Gruppe, aber auch für sie
wieder herrichtet. Was soll das? Und was soll sie damit? Und warum überhaupt
sie? Z.B. eine 3erGruppe, die in Clubs in Berlin abhängt, auf der Jagd nach
Regisseuren und deren Frauen. Es kommt alles irgendwie überraschend und
anders als geplant endet es in der Wohnung des Regisseurs, der aber alles
verschläft. … |
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Sputnik Sweetheart |
Sumire (übersetzt: „Das Veilchen“)ist eine Freundin des
Erzählers. Er liebt sie. Sie aber hat sich in eine andere, ältere Frau
verliebt. Sie, die vorher nie verliebt war und kaum etwas mit sich anzufangen
weiß ausser ihrem Versuch auf Teufel komm raus Schriftstellerin zu werden, ahnt, dass
diese Liebe für sie negativ enden wird. |
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Tanz mit dem Schafsmann Nachfolgebuch zu Wilde Schafsjagd (siehe unten) |
Haruki Murakami |
Übersetzt von Ursula Gräfe |
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Tony
Takitani (OT:
„Tony Takitani“, in der Storysammlung „Rekishinton no yurei“, Tokyo 1996) Text: Ca. 42 Seiten Bilder: Ca. 18 Seiten |
Haruki Murakami Bilder von Taishi Hirokawa In dieser bebilderten Kurzgeschichte, geht es um den Illustrator Tony Tikatani, der zwar bei seinem Vater, aber doch alleine aufwächst. Er kennt nichts anderes als das Alleinesein. Und dann kommt eines Tages eine Frau in sein Leben, eine die seine Brust zusammenschnürt. Auf einmal fürchtet sich Tony vor dem Alleinsein. Und doch kann er es nicht nur nicht verhindern, sondern trägt auch noch dazu bei. Sicherlich eine zu kurze Geschichte. Nicht schlecht, aber auch nicht so intensiv wie die längeren Romane von HM. Die Bilder sind so düster und Blaugrau wie die Geschichte. Für Zwischendurch gut geeignet für längere Lesefreude zu kurz. |
Übersetzt aus dem Japanischen von Ursula Gräfe DuMont, Köln 2005 |
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Tsugumi (OT:
>TUGUMI< [ohne „S“] Chuokoron-Sha Inc 1989) 188 Seiten (Siehe auch: Kitchen, von Banana Yoshimoto) |
Banana Yoshimoto Tsugumi ist ein Mädchen aus einem kleinen Fischerdorf. Sie ist ständig krank und lebt doch schon länger, als man es ihr einst zuegtraut hatte. Gleichzeitig ist sie aber häufig geradezu ein Kotzbrocken, während sie andererseits Männer umgarnt. Die Erzählerin Maria hingegen ist eher romantisch veranlagt und schaut Tsugumi, deren Freundin sie aufgrund eines besonderen Ereignisses, das man auch als schlechten Scherz bezeichnen könnte, eher skeptisch zu. Dann geht die Erzählerin nach Tokyo, kehrt aber für einen erlebnisreichen Sommer der Erinnerung in´s Gasthaus Yamamoto im kleinen Fischerdorf und zu Tsugumi, und deren Schwester Yoko zurück. Dort kommt auch ein Junge namens Koyichi hinzu. Ein Buch mit wunderbaren Momenten. Dennoch bleibt die Erzählerin zu blass (S.169: „Neben dem von Tsugumi, würde ich auch Yokos helles, lebensfrohes Bild für immer im Herzen tragen. Egal, was aus mir würde“) und bestimmte interessante Momente zu kurz beschrieben. Es ist letztlich ein rosarotes Jugendbuch, in dem die Jugendliche Jugendliche bleiben, selbst im Alter von 20 und auf der Uni noch. Spannend wäre es, etwas über die Erfahrungen der Erzählerin fern von Tsugumi zu erfahren, oder, wenn die Erzählerin schon im Nachwort behauptet „Tsugumi zu sein“, die Geschichte gleich aus deren Sicht zu hören. Schön zu lesen, jedoch weit entfernt von „Kitchen“. |
Übersetzt aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns Diogenes Verlag AG 1996 |
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Unauslöschlich (OT: Kari-Shakuho, 1988) 251 Seiten |
Akira Yoshimura Kikutani ist 15 Jahre im Gefängnis, als er aufgrund guter Führung früher entlassen wird. In die Obhut mehrer Bewährungshelfer, die ihm fortan zur Seite stehen. Doch ist das Leben draußen schwerer als erwartet. Vor allem ist es anders als erwartet und in Erinnerung behalten. Nicht nur was die Preise und die neuen Betonwüsten betrifft. Auch sind die neuen Freiheiten nicht immer derart, wie er sie erwartete. Da sind unaufgearbeitete Vergangenheiten seiner selbst und von anderen Ex-Häftlingen. Ausserdem die eigene Gratwanderung zwischen seiner Gemütsruhe und der Tat; ebenso wie zwischen dem ehemaligen Urteil und seinem jetzigen Denken. Auch ist da noch dieses Zinnoberrot, das zu ihm gehört; und doch so anders ist als er selbst. Ein letztlich spannender und intensiver Roman, auch wenn lange unklar bleibt, worum es in dem Roman eigentlich gehen soll, warum ausgerechnet Kikutani beobachtet wird. Nach einigen Seiten der Quälerei folgt dann aber die Belohnung. |
Übersetzt ins Deutsche von Sabine Mangold C.H. Beck 2002 |
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Untergrundkrieg - Der Anschlag von Tokyo (OT: Andaguraundo, Tokyo 1997; + Yakusoku sareta basho de, Tokyo 1998; Buch ursprünglich in zwei aufeinander folgende Bücher geteil gewesen: eines über die Opfer, das zweite über Aum-Mitglieder) 478 Seiten + Ubahnplan von Tokyo |
Haruki Murakami Nach dem Sarin-Giftgas-Anschlag der Aum-Sekte 1995 in Tokyo (übrigens kurz nach dem Kobe-Beben) wollte HM ein tieferes Verständnis des Vorgangs bekommen, als er es durch die Medien bekam. So suchte er etwa ein Jahr nach dem Anschlag Opfer und Angehörige sowie Zeugen, um in Interviews, neben die öffentlich präsentierten Attentäter der Sekte, auch das Bild der Opfer zu stellen. So gibt er zu jeder Person eine kurze Einleitung und hat die Interviews dann größtenteils zu „Ich-Erzählungen“ umfunktioniert. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen eines Mannes und von HM über dessen Schwester, die durch das Sarin Schwerbehindert wurde und sich nun durch Reha-Maßnahmen quält, mit dem Ziel einmal wieder Disneyland besuchen zu können. Dazu sticht die Geschichte der Familie eines umgekommenen jungen Vaters hervor. |
aus dem Japanischen übersetzt von Ursula Gräfe 1. (genehmigte) Taschenbuchauflage btb 2004 Manche Opfer wollen eigentlich nur noch vergessen, andere genau das verhindern und auch in der Be- oder Verurteilung der Täter gibt es unterschiedliche Bewertungen. Im zweiten Teil, wirkt HM dem Vorwurf entgegen, er berichte einseitig. So interviewt er nun auch Aum-Mitglieder zu ihrer Sicht der Aum-Sekte an sich, aber auch der Anschläge vom 20. März 1995 aus damaliger und heutiger Perspektive. Insgesamt interesaant und lesenswert und nicht zuletzt auch ein Teil japanischer und globaler Geschichte. Und einzugliedern in die besonders grauenvollen terroristischen Attentate der letzten Jahrzehnte. |
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Wie ich eines schönen Morgens das 100% Mädchen sah |
Haruki Murakami |
Übersetzt von Ursula Gräfe |
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Wilde Schafsjagd (OT: Hitsuji o meguru boken, Tokyo 1982) 299 Seiten Info: Tanz mit dem Schafsmann (od. Dance, Dance, Dance) baut auf diesem Buch auf Zitat: „Was ich sagen will, ist, dass sich unser Sexualleben grundsätzlich von dem eines Wals unterscheidet. Wir sind keine Wale – eine überaus wichtige These für mein Sexualleben.“ (S.26) |
Haruki Murakami Der Erzähler wohnt in Tokyo und glaubt ein langweiliges Leben zu führen. Sowohl als Student einst, wie auch als Werbetexter in einer mittelgroßen Firma, die er mit einem Freund gründete, nun. Verschiedene Frauen begleiten seinen Weg. Als eines Tages einer seiner Werbeentwürfe mit Schafen, zu ungeahnten Konsequenzen führt. Und auch seine neue Freundin scheint sich irgendwie dafür zu interessieren. Die Jagd nach dem Schaf wird zu einer bizarren Jagd nach sich selbst und der eigenen Vergangenheit und durch Teile der Geschichte Japans. Dabei ist nicht alles so, wie es zunächst scheint. Lesenswert. |
au dem Japanischen von Annelie Ortmanns Dumont Literatur und Kunst Verlag 2005 Auch in dieser Geschichte verschiedene bekannte HM-Phänomene wie Selbstmord, Brunnen, myteriöses wie ein unterirdisches System, Klassik und Jazz, Hauptpersonen zwischen Intelligenz und Langeweile... |
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Wovon
ich rede, wenn ich vom Laufen rede (OT:
Hashirukoto ni tsuite katarutoki ni boku no katarukoto bei bungei shunju,
Tokyo 2007) 165
Seiten |
Haruki
Murakami Autobiographische
Reflexionen über das Laufen allgemein, über die Bedeutung für die eigene
Gesundheit und Arbeitsmoral und auch für das Romanschreiben. Wie Murakami den
inneren Schweinehund überwindet, gleichwohl jeden Tag läuft und neben
Triathlon auch 100KM-Läufe absolviert. Immer nach dem Motto: „Zumindest ist
er nie gegangen“. Auch die typischen Murakami-Selbstzweifel werden immer
wieder sichtbar und treffen auf die ebenso typischen Selbstsicherheiten, gute
Romane zu schreiben, wofür Preise und wogegen Kritiker sprechen. Durchaus
lesenswertes und nicht zu langes Werk, das einem sowohl das Laufen, als auch
die Romane Murakamis und dessen bekannten Musikgeschmack näher bringen kann.
Kein Lesemuss, aber interessant. Nichts Neues und dennoch das
Vor-Augen-Führen von bekanntem. |
Übersetzt
aus dem Japanischen von Ursula Gräfe 2.
Auflage 2008, Dumont Buchverlag, Köln |
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Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – Haruki Murakami
Engl.:
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