St. Prekarius - der Schutzheilige der Armen und Entrechteten
Pedro Lentini wurde um 1496 als Kind bäuerlicher Eltern in einen Dorf nahe Rom geboren. Noch bevor er das zwölfte Lebensjahr vollendete, starben seine Eltern. Eines Sonntags als er in die Kirche kam, hörte der kleine Pedro aus dem Evangelium die Botschaft: "Siehe, dass der Eine mit Mitteln reichlich gesegnet ist, während der andere im Schweisse seines Angesichts sein Dasein fristen muss, ist nicht von Gott gegeben" (Joh.6,36). Pedro fühlte, daß die Botschaft an ihn gerichtet war und gehorchte dem Wort Gottes. Von nun an widmete er sein Leben der Gerechtigkeit. Er predigte was ihm von Gott aufgetragen, und schnell fanden sich Anhänger um ihn ein, die ihn auf seinem Weg begleiteten. Sie nahmen von den Reichen und gaben es den Armen. Schnell verbreitete sich so die Kunde von den Taten Lentinis und seiner Anhänger.
Bald wurden die Reichen unruhig. Manch uneinsichtiger Wohlhabender trachtete danach das Handeln des Pedro Lentini zu unterbinden. Ihrer Ansicht nach, sollte ein jeder in harter Arbeit sein Leben fristen und sich verdingen müssen.
Im Jahre 1525 traf Lentini in Mühlhausen auf Thomas Münzer. Erzählungen zufolge ermutigten die Berichte über die Taten seiner Anhänger in südlicheren Regionen die Bauern dazu, gegen ihr bisheriges Leben zu rebellieren. Auch in anderen Teilen Europas folgten immer mehr Arme dem Beispiel des Pedro Lentini. Sie fassten Mut als sie sahen, dass ihr unsicheres und ärmliches Dasein nicht von Gott gegeben, sondern der ungerechten Verteilung der Mittel geschuldet war. Das Erstarken von Lentinis Anhängerschar und seiner Taten missfiel einigen mächtigen Fürsten zunehmend, so dass einer von ihnen schließlich einen Meuchelmörder anheuerte. Dieser machte dem Leben des Pedro Lentini in einer dunklen Nacht des Jahres 1529 ein Ende.
Seither wird er von seinen Anhängern als St. Prekarius verehrt. Dennoch ist eine offizielle Heiligsprechung durch den Papst ist bis heute ausgeblieben. Es gibt jedoch Gerüchte, die besagen, dass diese kurz bevorsteht.
St. Prekarius wird von allen Menschen verehrt, die fest an ein anderes Dasein auf Erden glauben. Immer wieder zeigt sich St. Prekarius den Menschen, die für ein Ende der Leiden auf Erden eintreten. Wieder und wieder legte er seine schützende Hand über die Menschen, die für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, für billigen Wohnraum und Bleiberecht stritten.
So berichtete ein Augenzeuge:
"...Am 6. November 2004 hat die erste landesweite Wallfahrt stattgefunden, zu der sich mehrere tausend Pilger in Rom zusammenfanden. Dabei ereignete sich das erste Prekarius-Wunder: Keiner der aus allen Landesteilen per Bahn angereisten Frommen brauchte einen Fahrausweis - zähneknirschend hat TrenItalia ihre Bußgelddrohung gegen die organisierten Freifahrer zurückgezogen. In Rom kam es auf Geheiß des Heiligen zu Gratiseinkäufen..."