Suhl 2003
Auch im Jahr 2003 hieß es wieder für die Schwalbennestler:
Auf zum Schwalben-Treffen nach Suhl. Dieses Treffen war in seiner
mittlerweile vierten Auflage das erste, zu dem auch ich mich aufmachte,
nachdem ich im letzten Jahr leider nicht teinehmen konnte. Die Planung
begann schon kurz nach dem 2002er Treffen, zu dem nur wenige Leute gefunden
hatten. Einen Termin festzulegen fiel nicht schwer, da der traditionelle
Termin Himmelfahrt nur einmal im Jahr auftritt. Auch der Ort des Treffens
war schnell gefunden. Nur wenige Meter von der berühmt-berüchtigten Wiese
des Vorjahrestreffens entfernt sollten wir dieses Jahr auf einem Sportplatz
unser Lager aufschlagen. Im Forum und im Chat wurden alle weiteren Details
besprochen und Fahrgemeinschaften gebildet.
Schon bald war klar, dass ich nicht allein anreisen würde. Auch Thomas
hatte beschlossen, mitzukommen. Unsere Hoffungen auf einen Transporter
oder Anhänger für die fast 400km lange Anreise zerschlugen sich leider
wenige Tage vor der Abfahrt. So stellte sich uns die Aufgabe, eine
Schwalbe, einen S51, ein Zelt, Schlafsäcke, Verpflegung und einiges
mehr in einem Peugeot 205 zu verstauen. So trafen wir uns schon einen
Tag vor der Abfahrt, um in einer mehrstündigen Aktion die Simsons in
handlichere Stücke zu zerlegen und mit der restlichen Ausrüstung zu
verstauen. Wir waren selbst erstaunt über unser Packtalent.
Am 29. Mai starteten wir dann gegen 8 Uhr zur großen Fahrt. Die 380km
wurden in ziemlich genau 5 Stunden bewältigt, sodass wir genau um 13
Uhr auf dem Parkplatz in Suhl-Albrechts anrollten. Hier wartete schon
ein kleines Grüppchen von Schwalbennestlern, deren Wilkommensgruß
fassungsloses Gelächter angesichts unseres vollgepackten Autos war.
Ungläubig bestaunte der Nachtfalke, was alles in so ein kleines Auto
reinpasst, wenn man denn geschickt packt. Wir begaben uns dann auf den
Sportplatz, wo alles ausgeladen wurde. Rainer schlug mit seiner Familie
die Zelte auf, ebenso wie Nachtfalke und seine Frau sowie die Gruppe
um Tankdeckel.
Nach und nach trudelten immer mehr Autos und Zweiräder ein. Mit
vollgepacktem Auto und Jethelm auf dem Kopf erreichte Simmiopi das Ziel.
Lautes Gebrubbel kündete dann vom Eintreffen der größten Maschinen auf dem
Treffen: Taloon auf seinem BK-Gespann und Philip mit seiner Harley rollten
an. SwallowKing und Votum, die die beiden ein Stück begleitet hatten,
kamen ein reichliches Stück später. Zwischenzeitlich erreichten auch Myke
und Richy das Ziel, genau wie Neutralplace und sein Begleiter, die 2 Tage
lang aus dem Saarland angereist waren. Auch Phoenix, Alfred, Jens und seine
Frau kamen am Donnerstag an, wobei die Reihenfolge völlig ungeordnet ist.
Es mögen mir alle verzeihen, die ich an dieser Stelle vergessen habe.
Währenddessen waren alle Fahrzeuge, die nicht auf eigener Achse angereist
waren, ausgeladen und zusammengebaut. Die nächste Bastel-Aufgabe war dann
das Aufstellen der vielen Zelte und Grills. Einige Leute starteten zu
ersten kleineren Ausfahrten, um die Umgebung zu erkunden. Abends saß man
dann abends zusammen und hatte sich viel zu erzählen. Erst spät bettete
man sich zur Ruhe.
Am Freitagmorgen konnte dann auch der über Nacht angereiste Icehand begrüßt
werden. Eine kleine Gruppe machte sich auf den Weg nach Suhl, um zu tanken
und dem Marktkauf einen Besuch abzustatten, während Peter sich um die
Besorgung von Brötchen fürs Frühstück kümmerte. Dann ging es im
geschlossenen Verband von 20 Zweirädern (17 Simson, 1 BK-Gespann, 1 MZ
ETZ150 & 1 Harley Davidson) und Icehand's Golf als Service-Fahrzeug in
die Stadt. Das erste Ziel war das Waffenmuseum, wo es allerlei explosives
zu bestaunen gab. Zuvor wurde auf dem Parkplatz aber eine neue Methode
der Eigentumssicherung erfunden: Die Helmtraube. Weiter ging es an die
heilige Stätte zum Fahrzeugmuseum am ehemaligen Simson-Werksgelände. Der
Weg dorthin war mit roten Ampeln gesäumt, was mir meine Schwalbe spontan
mit Überhitzung und Ausgehen quittierte. An dieser Stelle gilt mein
Besonderer Dank Jens und Timo für den Beistand und die neue Kerze. Dann
stand dem Besuch im Suhler Fahrzeugmuseum nichts mehr im Wege. In der
großen Ausstellung gab es altbekannte Simson-Zweiräder genauso wie
Prototypen und Kleinserienmaschinen zu sehen. Danach stärkte man sich bei
Hähnchenroulade und Holunderbrause in der ehemaligen Werkskantine. Vor
der Abfahrt zurück nach Albrechts versammelten wir uns noch kurz am
Geburtshaus unserer Schwalben zu einer kleinen Gedenkminute.
Der Nachmittag stand ganz unter dem Motto: Auf zur großen Ausfahrt. Durch
die wunderschöne Landschaft des Thüringer Waldes ging es zunächst nach
Schmalkalden, wo wir eine einstündige Rast einlegten. Die Weiterfahrt nach
Oberhof gestaltete sich bergig, wurde aber von allen bewältigt. In Oberhof
war eine Ankunft von Oldtimern angekündigt, welche aber ausblieb. Nach
langem vergeblichem Warten und wiederholtem Gebrauch der Helmtraube machten
wir uns zurück auf den Weg nach Suhl, nicht ohne vorher die Autofahrer
durch dreimalige Umrundung eines Kreisverkehres geärgert zu haben. Der Weg
von Oberhof nach Zella-Mehlis war eine einzige Hochgeschwindigkeits-Abfahrt,
auf der die Angst vor dem Kolbenklemmer ständig präsent war. Ohne Aus- oder
Unfälle erreichten wir aber Suhl, wo noch für den nächsten Tag eingekauft
wurde und Simmiopi mir beim Versuch, den Gasgriff einzuhaken den Blinker
abriss (Ein bischen Schwund ist immer, nochmal danke für den neuen
Blinker!). Am Abend wurde dann gegrillt und endlich erreichten auch
Swallows, Alex und Sepp das Treffen, auch die Braunschweiger trudelten
langsam ein. In den späteren Abendstunden kamen dann auch noch Philipp und
Rossi hinzu, mit denen wir noch bis spät in die Nacht zusammen saßen und
über viele Dinge wie Bundeswehr und den "Hopp Hopp City Kurier" redeten.
Beendet wurde der Schlaf am Samstag von einem morgendlichen Gewitter,
nachdem Petrus uns bis zu diesem Zeitpunkt sehr wohlgesonnen war. Es war
für einen Teil der Besucher der Tag der Abreise, unter anderem auch für
Thomas und mich. So machten wir uns ab 11 Uhr ans Zerlegen und Verladen
der Fahrzege, wobei uns auch ein Fotograf der örtlichen Zeitung zusah. Nun
hatten auch die später angekommenen Teilnehmer des Treffens die Gelegenheit
dieses Wunderwerk der Packkunst zu bewundern. Nach einem wirklich
ausgiebigen Mittagessen im Bistro "Am Bock" machten wir uns dann gegen 14
Uhr auf den Heimweg, welcher auch wieder ohne Probleme bewältigt wurde.
Alles in allem lässt sich nur zusammenfassen, dass das Treffen ein voller
Erfolg war. Eine tolle Veranstaltung, die gut besucht war, obwohl ein paar
Leute wieder in letzter Minute abgesprungen waren. Die Landschaft war
wunderschön, das Wetter super, und die Leute echt nett. Es war faszinierend,
mal die Menschen hinter den Nicks kennen zu lernen. Ich würde sofort
wiederkommen, wir sehen uns auf jeden Fall nächstes Jahr!
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