Wildenfelser Zwischengebirge - Landschaftsmuseum -
Der Berg bleibt! - 5/2007

Das Wildenfelser Zwischengebirge ist eine fossile Karstlandschaft, welche sich als Bergrücken zwischen den Gemeinden Wildenfels, Grünau und Schönau erhebt. In diesem Gebiet wurde mit Unterbrechungen von ca. 1680 bis 1950 neben Kalkstein auch schwarzer und roter Marmor nur in geringen Mengen abgebaut. Irgendwann kamen einige Leute auf die Idee mit dem Gesteinsabbau wieder zu beginnen. Daraufhin genehmigte das sächsische Wirtschaftsministerium 1991 den Gesteinsabbau auf einer Fläche von 62 Hektar. Das hätte bedeutet, dass so ziemlich der gesamte Berg, die Steinbrüche, die Tiere und Pflanzen verschwunden wären. Nur durch den Protest der einheimischen Bevölkerung und dem engagierten Einsatz, von Frau Rosemarie Damm, als erste Vorsitzende des Förderverein, das "Netzwerk Bürgerinitiativen gegen Gesteinsabbau", und ihren zahlreichen Mitstreitern ist es gelungen den Gesteinsabbau auf unbestimmte Zeit zu verhindern. So konnte im März 2001 auf einer öffentlichen Versammlung in der Landgaststätte Wiesenburg verkündete werden, "der Berg bleibt!"

Alljährlich wird dieser Erfolg zum Walpurgisfeuer, am 30. April und im Juli zum Bergfest, auf der Grünauerflur gefeiert und gleichzeitig in diesem Rahmen an die Bevölkerung appelliert, für den Erhalt des Zwischengebirges als Landschaftsschutzgebiet weiter zu kämpfen.


Das Zwischengebirge ein "Museum in der Landschaft"
Biotop Schleiebruch in Grünau - 7/2007

Am 21. März 1994 wurde das Wildenfelser Zwischengebirge zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Die zahlreichen Kalksteinbrüche auf der Grünauer und Schönauer Flur sind heute einmalige Biotope. Auf dem Kalkboden gedeihen viele Pflanzen, von denen auch einige leider auf den Roten Listen der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Man kann dort z.B den Milzfarn sehen, das einzige noch in Sachsen bekannte Vorkommen. In einigen Steinbrüchen kann man die seltenen Edelkrebse beobachten, am Himmel kreisen von der Thermik getragen majestätisch Bussarde und Gabelweihen, bunte Schmetterlinge flattern über die Wiesen und im Frühjahr blühen an den Wegen und Feldrändern seltene Blumen und wachsen seltene Pflanzen. Eine Höhle im Schwarzen-Marmorbruch, dient vielen Fledermäusen als Unterschlupf. Im Bruch selbst, findet man zahlreiche Weinbergschnecken, die mit ihrer stattlichen Größe beeindrucken.

Das Wildenfelser Zwischengebirge ist alles in allem ein Gebiet mit einer schützenswerten Fauna und Flora.


Lehr- und Wanderpfad durchs Wildenfelser Zwischengebirge

Nicht allein für Naturfreunde und Hobbygeologen wurde im Zeitraum von 2003 bis 2004 durch den Museumsverbund Ecomuseum Zwickauer Land im Auftrag des Deutschen Landwirtschaftsmuseums Schloss Blankenhain, der neue Naturlehrpfad "Museum in der Landschaft" durchs Wildenfelser Zwischengebirge eingerichtet. Er vermittelt nicht nur den "Lebensraum Steinbruch" mit seiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt, sondern der informative Wanderweg verbindet auch alle historischen, technischen und Naturdenkmale in einem Rundweg, der von Wildenfels über Schönau, Grünau und zurück nach Wildenfels führt.

1. Station im Schlossgarten - 5/2007

Die Wegführung ist mit diesem Symbol Wegweiser durch das Landschaftsmuseum ausgeschildert. Die entlang der Wanderroute aufgestellten 9 Tafeln, informieren über alles wissenswerte zu den einzelnen Stationen. In einer vom Direktor des Blankenhainer Museums verfassten Broschüre ("Geographie und Geschichte der Kulturlandschaft - Museum in der Landschaft - Wildenfelser Zwischengebirge" Heft 13) sind Wissenswertes, in umfassender wissenschaftlich fundierter Weise, über das Wildenfelser Zwischengebirge, die Wegeführung und den Inhalt aller Tafeln beschrieben.
Die Wander- und Informationstour beginnt im Schloss mit dem Besuch der historisch-geografischen, geologisch-naturkundlichen Ausstellung zum Thema:

Kalkbrennofen in Schönau - 6/2007

"Wildenfelser Zwischengebirge - Lebensraum Steinbruch". Hier kann man die seltenen Pfanzen- und Tierarten an Hand von Modellen und naturkundlichen Präparaten in Vitrinen betrachten und mehr über die geologischen Beschaffenheiten erfahren, die im Zwischengebirge und den Steinbrüchen vorkommen. Von der ersten Informationstafel im Schlossgarten führt der ca. 4,5 km lange Lehr- und Wanderpfad zum Kalkbrennofen in Schönau, zu den Karsthöhlen im Schwarzen Marmorbruch und vom Kalk-Ringbrennofen in Grünau, vorbei am Roten Marmorbruch wieder nach Wildenfels.


Die einzelnen Stationen im Überblick
Station 1 Die Tafel 1 im Schlossgarten beschreibt die Entstehung des Zwischengebirges vor etwa 300 Mill. Jahren und zeigt den geologischen Aufbau der Erdschichten.
Station 2 & 3 Kalkofen Schönau - ist der einzig erhaltene historische Kalkofen Sachsens. Die Tafeln erklären die physikalischen und chemischen Vorgänge bei der Kalkproduktion und dem Abbau des Gesteins.
Station 4 Vom Kalkofen verläuft der Weg bergan zum Dörrerbruch. An der höchsten Stelle, dem Aschberg mit seinen 415 m Höhe, hat man einen weiten Blick aufs Erzgebirge, das Muldental und nach Norden über die Autobahn hinaus. Die Tafel beschreibt die 5 Biotoptypen in und an den Brüchen.
Station 5 & 6 Am Marmorbruch wird die Gewinnung und Verwendung von schwarzem Marmor und die Entstehung der Karsthöhlen beschrieben.
Station 7 Am Kalk-Ringofen wird die Technologie der Kalkgewinnung im kontinuierlichen Prozess erklärt.
Station 8 Auf der Tafel am Schleiebruch wird die Einordnung der Entstehung des Zwischengebirges in die geologischen Erdzeitalter dargestellt.
Station 9 Am Roten Bruch (Schießberg) beschreibt die Tafel die Anwendung und den Transport des Marmors.


Die Karte zeigt die Wanderroute zu den einzelnen Stationen.

 - Copyright by R. Pristel -
(Durch einen linken Mausklick auf die Karte wird sie vergrößert.)
Karte von 1935

zur Startseite zurück nach oben