Im
Folgenden sind einige grundlegende Informationen zum Cellounterrricht
zusammengestellt:
Mit welchem Alter sollte man beginnen?
Prinzipiell kann man hierfür nur schwer allgemeingültige Ratschläge geben,
da jedes Kind bzw. jeder Mensch sich anders entwickelt und sehr unterschiedliche
Lebensphasen durchlebt. Ideal wäre es, so früh wie möglich anzufangen, da
das Cellospiel hohe manuelle und technisch- motorische Fähigkeiten verlangt, welche in jungen Jahren am schnellsten gelernt werden und weil sich
auch die Finger, Knochen, Sehnen, etc. zu dieser Zeit dem Instrument am flexibelsten
anpassen. Auf Grund der Größe des Instruments und der abverlangten
Fähigkeiten sollte allerdings nicht vor 4 bis 5 Jahren angefangen werden. In
der folgenden Zeit ist wichtig zu beachten, dass man möglichst nicht
gleichzeitig zur Einschulung mit dem Cellospiel beginnt, da ansonsten zu
viele neue Dinge auf einmal zu bewältigen sind. Es empfiehlt sich etwa ein
halbes Jahr vor oder nach der Einschulung zu beginnen.
Bin ich irgendwann zu alt um mit dem Cello
anzufangen?
Man ist so alt wie man sich fühlt! Also, ich möchte gerade Menschen die
die Jugend schon hinter sich gebracht haben Mut machen, wenn es bisher ein
unerfüllter Traum war Cello zu spielen, damit zu beginnen. Es ist nicht zu
spät. Ich habe bereits gute Erfahrung mit Neuanfängern die Mitte 30 und älter
waren, als Sie begonnen haben. Man muss sich nur klar machen, dass man nicht
mehr ganz so schnell lernt, wie Kinder das tun. Als Erwachsener hat man es
gelernt viel über den Verstand und den Intellekt zu lernen. Das funktioniert
besser als bei Kindern. Die "Bremse" mit zunehmendem Alter ist das motorische
Lernen, zumal auch die Flexibilität der Muskeln und Gelenke deutlich geringer
ist. Es ist deshalb ein individueller Abwägungsprozess, ob man bereits zu alt
ist oder nicht. Wenn man den etwas langsameren Lernfortschritt und die größere
Mühe was motorisches Lernen angeht bewältigt und noch genügend Spaß an den
Fortschritten und dem Musizieren hat, läuft alles bestens. Um einen groben
Anhaltspunkt zu geben, würde ich sagen, dass man sich etwa ab 40 Jahren gut
überlegen sollte, ob sich die Mühen die ein völliger Neuanfang mit einem
Instrument, zumal einem technisch so komplizierten wie dem Cello, noch lohnen.
Hat man allerdings bereits einige Jahre in der Jugend Cellounterricht genossen
und will sich nun wieder einem alten Hobby widmen, sieht das mit dem alter
natürlich ganz anders aus. In diesem Fall würde ich gar keine Altersgrenze setzen.
Wie musikalisch muss ich sein?
Grundsätzlich ist jeder Mensch musikalisch. Musik ist eine Sprache, nämlich
die Sprache der Emotionen. Emotionen hat und versteht jeder Mensch. Als Musiker,
sei es nun als Profi oder Laie muss man nun die Emotionen die man ausdrücken
will mit Hilfe des Instruments in Schall umwandeln, welcher dann beim Zuhörer
und natürlich auch beim Musiker selbst Emotionen hervorrufen soll. Oft wird
diese Fähigkeit, nämlich Emotionen in Musik umsetzen zu können mit der
grundsätzlichen Fähigkeit die einen Menschen zu einem musikalischen Wesen
macht, nämlich Musik und deren Emotionsgehalt verstehen zu können verwechselt.
Um nun aber ein Instrument erlernen und spielen zu können, benötigt man über
die grundsätzliche Musikalität hinaus die Fähigkeiten die das entsprechende
Instrument erfordert um es angemessen zu bedienen und somit Musik erzeugen zu
können. Diese Fähigkeit ist eigentlich nicht nur eine einzelne, sondern ein
ganzes Bündel von Fähigkeiten. Einige Beispiele: die motorische Begabung um
die Finger schnell und elegant auf dem Griffbrett sauber zu platzieren und den
Bogen angemessen führen zu können; die mathematische Begabung, um den Rhythmus
und komplizierte formale Strukturen begreifen zu können und auch sinnvolle
Übemethoden zu entwickeln; die Fähigkeit sauber und klangsensibel zu hören;
Ausdauer auch bei Schwierigen Problemstellungen; emotionale Empfindsamkeit, um
die soeben produzierten Töne kritisch nachzuhören und im Ausdruck zu
Verfeinern, etc.
Ein gewisses Maß an diesen Fähigkeiten sollte der Schüler als
Grundvoraussetzung mit in den Unterricht bringen. Darüber hinaus fördert aber
auch die Beschäftigung mit dem Instrument und der Musik alle die eben
aufgezählten Fähigkeiten in besonderem Maße.
Wie viel muss ich üben?
Man sollte sich vor der ersten Stunde klarmachen, dass sich ein Instrument
nicht von selber erlernt und man neben dem möglichst wöchentlich
stattfindenden Unterricht den wesentlichen Anteil beim häuslichen Üben leisten
muss. Als Ziel sollte man sich setzen jeden Tag zu üben. Wenn es dann mal
Ausnahmen gibt, ist es O.K., solange diese nicht zur Regel werden. Ein
Instrument zu lernen fördert also auch die Fähigkeit zu organisieren und sich
konsequent zu verhalten. Die anzustrebende Länge der täglichen Übezeit kann
je nach Alter und dem ansonsten zu absolvierenden Tagespensums sehr
unterschiedlich sein. Bei kleinen Kindern lässt nach kürzerer Zeit die
Konzentration (und häufig auch die Lust) nach. Das Üben sollte dann zwar so angelegt sein,
dass
langfristig die Konzentration auch auf längere Zeit trainiert wird. Ein
pedantisches gucken auf die Uhr ist aber nicht empfehlenswert, da ein längeres
Üben in einem Zustand, wo man sich nicht mehr angemessen konzentrieren kann,
nur zu verstärktem Unmut und dem Erlernen von unwillkürlichen Fehlern führt.