Informationen

Home
Nach oben


Rafael Gütter
Cellist,
Instrumental-
pädagoge,
Lehrer

 

Im Folgenden sind einige grundlegende Informationen zum Cellounterrricht zusammengestellt:

Mit welchem Alter sollte man beginnen?

Prinzipiell kann man hierfür nur schwer allgemeingültige Ratschläge geben, da jedes Kind bzw. jeder Mensch sich anders entwickelt und sehr unterschiedliche Lebensphasen durchlebt. Ideal wäre es, so früh wie möglich anzufangen, da das  Cellospiel hohe manuelle und technisch- motorische Fähigkeiten verlangt, welche in jungen Jahren am schnellsten gelernt werden und weil sich auch die Finger, Knochen, Sehnen, etc. zu dieser Zeit dem Instrument am flexibelsten anpassen. Auf Grund der Größe des Instruments und der abverlangten Fähigkeiten sollte allerdings nicht vor 4 bis 5 Jahren angefangen werden. In der folgenden Zeit ist wichtig zu beachten, dass man möglichst nicht gleichzeitig zur Einschulung mit dem Cellospiel beginnt, da ansonsten zu viele neue Dinge auf einmal zu bewältigen sind. Es empfiehlt sich etwa ein halbes Jahr vor oder nach der Einschulung zu beginnen.

Bin ich irgendwann zu alt um mit dem Cello anzufangen?

Man ist so alt wie man sich fühlt! Also, ich möchte gerade Menschen die die Jugend schon hinter sich gebracht haben Mut machen, wenn es bisher ein unerfüllter Traum war Cello zu spielen, damit zu beginnen. Es ist nicht zu spät. Ich habe bereits gute Erfahrung mit Neuanfängern die Mitte 30 und älter waren, als Sie begonnen haben. Man muss sich nur klar machen, dass man nicht mehr ganz so schnell lernt, wie Kinder das tun. Als Erwachsener hat man es gelernt viel über den Verstand und den Intellekt zu lernen. Das funktioniert besser als bei Kindern. Die "Bremse" mit zunehmendem Alter ist das motorische Lernen, zumal auch die Flexibilität der Muskeln und Gelenke deutlich geringer ist. Es ist deshalb ein individueller Abwägungsprozess, ob man bereits zu alt ist oder nicht. Wenn man den etwas langsameren Lernfortschritt und die größere Mühe was motorisches Lernen angeht bewältigt und noch genügend Spaß an den Fortschritten und dem Musizieren hat, läuft alles bestens. Um einen groben Anhaltspunkt zu geben, würde ich sagen, dass man sich etwa ab 40 Jahren gut überlegen sollte, ob sich die Mühen die ein völliger Neuanfang mit einem Instrument, zumal einem technisch so komplizierten wie dem Cello, noch lohnen. Hat man allerdings bereits einige Jahre in der Jugend Cellounterricht genossen und will sich nun wieder einem alten Hobby widmen, sieht das mit dem alter natürlich ganz anders aus. In diesem Fall würde ich gar keine Altersgrenze setzen.

Wie musikalisch muss ich sein?

Grundsätzlich ist jeder Mensch musikalisch. Musik ist eine Sprache, nämlich die Sprache der Emotionen. Emotionen hat und versteht jeder Mensch. Als Musiker, sei es nun als Profi oder Laie muss man nun die Emotionen die man ausdrücken will mit Hilfe des Instruments in Schall umwandeln, welcher dann beim Zuhörer und natürlich auch beim Musiker selbst Emotionen hervorrufen soll. Oft wird diese Fähigkeit, nämlich Emotionen in Musik umsetzen zu können mit der grundsätzlichen Fähigkeit die einen Menschen zu einem musikalischen Wesen macht, nämlich Musik und deren Emotionsgehalt verstehen zu können verwechselt.
Um nun aber ein Instrument erlernen und spielen zu können, benötigt man über die grundsätzliche Musikalität hinaus die Fähigkeiten die das entsprechende Instrument erfordert um es angemessen zu bedienen und somit Musik erzeugen zu können. Diese Fähigkeit ist eigentlich nicht nur eine einzelne, sondern ein ganzes Bündel von Fähigkeiten. Einige Beispiele: die motorische Begabung um die Finger schnell und elegant auf dem Griffbrett sauber zu platzieren und den Bogen angemessen führen zu können; die mathematische Begabung, um den Rhythmus und komplizierte formale Strukturen begreifen zu können und auch sinnvolle Übemethoden zu entwickeln; die Fähigkeit sauber und klangsensibel zu hören; Ausdauer auch bei Schwierigen Problemstellungen; emotionale Empfindsamkeit, um die soeben produzierten Töne kritisch nachzuhören und im Ausdruck zu Verfeinern, etc.
Ein gewisses Maß an diesen Fähigkeiten sollte der Schüler als Grundvoraussetzung mit in den Unterricht bringen. Darüber hinaus fördert aber auch die Beschäftigung mit dem Instrument und der Musik alle die eben aufgezählten Fähigkeiten in besonderem Maße.

Wie viel muss ich üben?

Man sollte sich vor der ersten Stunde klarmachen, dass sich ein Instrument nicht von selber erlernt und man neben dem möglichst wöchentlich stattfindenden Unterricht den wesentlichen Anteil beim häuslichen Üben leisten muss. Als Ziel sollte man sich setzen jeden Tag zu üben. Wenn es dann mal Ausnahmen gibt, ist es O.K., solange diese nicht zur Regel werden. Ein Instrument zu lernen fördert also auch die Fähigkeit zu organisieren und sich konsequent zu verhalten. Die anzustrebende Länge der täglichen Übezeit kann je nach Alter und dem ansonsten zu absolvierenden Tagespensums sehr unterschiedlich sein. Bei kleinen Kindern lässt nach kürzerer Zeit die Konzentration (und häufig auch die Lust) nach. Das Üben sollte dann zwar so angelegt sein, dass langfristig die Konzentration auch auf längere Zeit trainiert wird. Ein pedantisches gucken auf die Uhr ist aber nicht empfehlenswert, da ein längeres Üben in einem Zustand, wo man sich nicht mehr angemessen konzentrieren kann, nur zu verstärktem Unmut und dem Erlernen von unwillkürlichen Fehlern führt.