20.09.09 (Sonntag) bis 22.09.09 (Dienstag, Tag der ... Unabhängigkeit von den ...) im ...-Gebirge bei ...
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Mal wieder in den Alpen? Oder sind es doch die Pyrenäen? Wer kennt diese schöne Landschaft?
Die
Antwort
mag
manchen
erstaunen.
So
schön
war
es
vom
20.09.09 (Sonntag) bis 22.09.09 (Dienstag, Tag der bulgarischen Unabhängigkeit von den Türken) im Pirin-Gebirge bei Bansko
Information für den Leser:
Dieser Bericht ist in drei Teile geteilt:
Erstens eine kurze Information über die Strecke, gedacht als Planungshilfe oder Appetithäppchen für eventuelle Nachahmer oder Bulgarieninteressierte. Wer einzig und alleine an diesen allgemeinen Beschreibungen interessiert ist, kann das Lesen an der Stelle aufhören, an der es heißt "[...] Turnschuhen --> nicht empfehlenswert!".
Wer es mit dem Nachahmen ernst meint, dem sei des Weiteren der nummerierte dritte Teil "Nachträge" (1-8) empfohlen.
Wer aber wissen möchte, warum drei Männer mein Zelt ruinieren wollen, trotz Sonnenschein das Wasser durch meine Behausung fließt, ich mich von Maggie betrogen fühlen oder wie eine nackte Nasrin ihre Rückfahrt sichert, der lese auch den persönlichen Mittelteil.
Geplant war (auf Grundlage der Wanderkarte "tourist map PIRIN" von "DOMINO", Maßstab 1:50000, gekauft für 6 Leva (3 Euro) am Samstag, dem 19.09.009) folgendes:
Sonntag:
Bus um 8:30 von Sofia nach Bansko für 13 Leva (6,50 Euro) in drei Stunden.
Laufen auf der gelben Route im Nationalpark Pirin bis zur Hütte "Bănderica" oder dem Campingplatz wenige Meter weiter.
Montag (Brückentag auf Grund des Feiertags am Dienstag):
Laufen auf gelber, grüner und blauer Route zur Hütte "Demjanica".
Dienstag:
Laufen auf blauer Route zurück nach Bansko. Wenn Zeit ist, bisschen Bansko angucken und um 17:50 mit dem Bus zurück.
Was dann passiert ist:
Der Sonntag vergeht genau nach Plan. Kurz nach der Talstation des Sessellifts in Bansko ist zu lesen, dass es zur Hütte "Bănderica" etwa 3,5 h dauert. An der Mittelstation sind es noch 30 Minuten bis hoch. Ich laufe insgesamt etwa 2 ¾ h mit kurzen Pausen und Fotos machen. Der Weg bis zur Mittelstation ist langweilig, da es die Skipiste entlang geht. Danach geht es schöner auf einem schmalen Gebirgspfad weiter. Die Beschilderung ist gut. Von der Hütte aus muss man die Straße ein paar Meter hinunter gehen, um zum Campingplatz zu kommen. Das ist auf der Karte schlecht zu sehen und der Platz steht nirgendwo an.
Abends werfe ich nach Studium des alten Lonely Planåts und des Kartenmaterials den Plan für Dienstag über den Haufen.
Der erste Teil des Weges: Skipiste. Der zweite Teil des Weges: So lässt es sich wandern.
Die Mittelstation, an der der Hauptlift ankommt und weiterå Lifte abgehen.
Die Hütte "Bănderica".
Der Campingplatz.
Am Montag geht es dann auf Grün (Farben beziehen sich nach wie vor auf die Markierungen) hinter der Hütte "Bănderica" los, weiter über Rot auf den "Vichren". Vom Gipfel auf der anderen Seite über Rot hinunter bis zur Hütte "Vichren" und über Gelb zurück zum Campingplatz.
Insgesamt bin ich etwa 5,5 h unterwegs mit längerer Pause oben, essen und Fotos machen. Vom Gipfel bis zur gleichnamigen Hütte kann man ganz langsam in 1 h 45 min. laufen.
Auf-/Abstieg über Grün/Rot nur empfehlenswert für trittsichere und etwas schwindelfestere Personen (die letzten 200 Höhenmeter kleine Kletterpartie am steilen Fels); ist aber schönere Strecke.
Auf-/Abstieg über nur Rot auch mit großen Grundschulkindern ohne Weiteres möglich.
Auf dem grünen Pfad war die Markierung an einer Stelle zu gut versteckt (oder gab es keine?). Nicht quer am Hang über das Geröllfeld laufen, sondern einfach senkrecht hinauf, auch wenn es steinig ist und zunächst zweifelhaft erscheint. Links findet sich dann der Pfad mit Markierung wieder. Ansonsten ist auch hier die Markierung immer sehr gut.
Die Hütte "Vichren" wird derzeit renoviert --> keine Verpflegung, keine Übernachtung, aber Tafel mit Ausflugsvorschlägen von 20 min. bis zu vielen Stunden. Hütte ist ebenso wie "Bănderica" mit normalem PKW zu erreichen.
Wanderangaben an der Hütte "Vichren":
Insgesamt ist über diese Wanderung zu sagen, dass zumindest an Feiertagen hier tausende von Leuten (auch auf dem 2914 m hohen "Vichren") wandern oder Picknick machen. Also nix mit Stille, Ruhe, Einsamkeit in der Natur. Bulgaren besteigen den Gipfel zum Teil in einfachen Turnschuhen --> nicht empfehlenswert!
(Bitte beenden Sie das Lesen des Artikels an dieser Stelle, wenn Ihnen private Details erspart bleiben sollen. Möchten Sie zusätzliche Insiderinformationen, scrollen Sie bitte zu "Nachträge". Wenn Sie an einer persönlichen Reisebeschreibung interessiert sind, fahren Sie einfach mit dem Lesen fort.)
Über Grün und Rot ist der Weg beschwerlich. Die andere Seite (nur Rot) ist deutlich einfacher.
Von oben ist der Blick natürlich toll! Aber alleine ist man hier nicht!
Die Hütte "Vichren" wird gerade renoviert. Ein guter Schuh sollte es im Pirin schon sein.
Dienstag:
Vom Campingplatz zurück nach Bansko. Trotz Feiertag ist auf dieser Stracke quasi niemand unterwegs. Warum auch? Es gibt doch einen Shuttle-Service bis zur Hütte "Vichren", außerdem ist heute der Lift in Betrieb (allerdings sehe ich keine Menschen darin).
Muss schon um ca. 10:40 Uhr los, obwohl der Plan war, das Zelt noch in der Sonne trocknen zu lassen, aber drei Männer erklären mir: "We must destroy your house", weil hier gleich ein Video-Clip gedreht wird. Ich destroy mein house lieber selbst und mach mich früher als geplant auf den Rückweg – mit klatschnassem Zelt. Sogar im Zeltinneren ist das Wasser gelaufen, denn mein kondensierter Atem, der bei etwa 2,3 Grad Innentemperatur im Laufe der Nacht gefroren war, ist aufgetaut und hat sich in Rinnsälen den Weg an den schrägen Wänden hinunter gebahnt. Gut, das Zelt war das schlechteste, in dem ich jemals geschlafen habe. Obwohl neu, reißen Ösen schon ein, lösen sich Nähte auf und Fäden verklemmen sich im Reißverschluss. Es gibt nur eine einzige Zeltwand, die ganz oben ein Luftnetz aufweist. Über dieses Netz spannt man noch einmal ein ca. 45 x 45 cm großes Viereck, damit der potentielle Regen wenigstens erst nach fünf Minuten und indirekt ins Zelt findet. Das also hat Rumjana gemeint, als sie sagte, es sein ein Sommerzelt und schön leicht. Naja! 3,3 Kilo. Geht so! Okay, ist ja auch für drei Mann und demnach ein bisschen viel für einen Furz wie mich. Zum Glück regnet es nicht.
Mein tolles Leihzelt mit Tropfsteinhöhlen-Effekt.
Darin können eisige Zeiten herrschen. Außen Schnee und innen...
...schee. Schee kalt nämlich! Aber das Grinsen ist noch nicht gefroren.
An der Mittelstation begegnen mir jeweils im Abstand von 300 Metern ca. fünf Personengrüppchen. Schon von Weitem sehe ich deutlich, dass es sich um die berüchtigten "Kaškaval-Touristen" handelt (Kaškaval ist eigentlich der Hartkäse, aber Leute, die nicht gerne laufen und beispielsweise mit Stöckelschuhen ein paar Meter in den Bergen hin und her gehen, um gut auszusehen, nennt man "Kaškaval-Touristen"). Alle 30 Sekunden erkläre ich jeder Gruppe neu, wie man zur Hütte "Bănderica" oder "Vichren" kommt und wie lange man dahin noch laufen muss. Manchmal muss ich auch dazu erzählen, wo ich herkomme, wo ich gerade war und ob Bulgarien mir gefällt. Üblicherweise kommentieren die Einheimischen es mit "BRAVO!", wenn ich ihr Land lobe. Aber dass ich den Bulgaren jetzt schon ihr Gebirge erklären muss!
Das, liebe Bulgaren, ist euer toller Pirin-Nationalpark. Eigentlich gibt es hier ganz tolle Schilder.
Auch Wegmarkierung sind meistens vorhanden. Vielleicht solltet ihr auch mal einen Reiseführer über euer Land lesen?
Oder das Kartenmaterial studieren?
Auf halber Strecke, irgendwo auf der Skipiste, schere ich links aus und steige ein paar Meter zum Bach hinunter, mache mich splitternackt und reinige mich von Kopf bis Fuß. Anschließend gibt es saubere Klamotten – meinen Mitmenschen zu Liebe ist diese Prozedur trotz eiskalten Wassers unterlässlich, denn in Kürze muss jemand drei Stunden in einem Bus neben mir sitzen und vielleicht mag ich dann sogar die schweren Wanderschuhe ausziehen. Ich würde natürlich ungern aus dem letzten Bus zurück in die Hauptstadt geworfen werden.
(Na klar! Jetzt seid ihr neugierig auf die Bilder, nicht wahr? Sorry, erstens hätte ich mit den roten, kalten Fingern keine Kamera halten können, zweitens war da die Batterie gerade leer. Aber man beachte:)
Meine Haare vor... ...und nach der Reinigung (für das restliche Aussehen kann ich nichts!)
Außerdem möchte ich hier mal beweisen: Eine gewisse Grundhygiene habe ich immer walten lassen! (zumindest habe ich es versucht)
In Bansko ist trotz Feiertag ziemlich tote Hose. Ist eben keine Saison. Die ersten Häuser am Ausgang des Nationalparks sind Hotels, Ferienwohnungen, Sportgeschäfte oder Skiverleihe. Später kommen Restaurants und Kneipen hinzu, dann lange nichts. Es ist nicht direkt hässlich, aber eben auch nicht schön oder gar beschaulich. Dazu geht es hier zu sichtbar um Geld. Gemütlich und urig wird es erst im Zentrum. Ich muss dringend aus meinem Fleecepullover, obwohl ich von der Bachreinigung noch nasse Haare habe. Keine Sorge, Marija, ich föhne mir die Haare nie (zum x-mal jetzt!) und gegen deine Prophezeiung ist in Bansko trotz ca. 930 Meter Höhe und zweiter Septemberhälfte absolutes T-Shirt-Wetter. Du würdest vielleicht sogar wieder im Bikini gehen.
Das Hotel "Vichren".
Bettenburgen vor toller Kulisse. Hinaus aus der Sein-und-Schein-Welt hinein in den Naturpark.
Gemütlichere Kneipen und Lokale im Zentrum.
Stilecht zum draußen sitzen.
Klein aber fein in den Nebengassen.
Nachträge:
1. Campingplatz
Es steht da, dass es ein Campingplatz ist, es gibt Platz für Zelte und Wohnmobile, es gibt ein Klohäuschen, es gibt ein Restaurant, alles direkt an der Straße, ein angeleinter Hund (gibt es weiße Bernhardiner?) bewacht das Gelände, Holztische und -bänke sind auch vorhanden – alles kostenlos und wahrscheinlich auf eigene Gefahr; gefällt mir aber.
Übrigens steht gleich beim Campingplatz der älteste Baum Bulgariens (leider keine Infos auf Fremdsprachen). Es handelt sich dabei um eine 1300 Jahre alte Pinie oder Bergkiefer (ist das das Gleiche? Steht so nebeneinander im Wörterbuch. Wo sind die Botaniker?).
Unverkennbar: Ein Campingplatz. Steht ja da. Der Zeltplatz ist terrassenförmig angelegt.
Auch ein Wohnmobil ist da. Für das leibliche Wohl wird hier gesorgt.
Das Klohäuschen. Der älteste Baum des Landes: Eine Berg-Kiefer-Pinie?
Bzw. eine "PINUS LEUCODERMIS". Alle weiteren Infos nur auf Bulgarisch.
2. Empfang
Warum telefonieren auf dem "Vichren" alle Bulgaren über Handy mit ihren lieben Daheimgebliebenen, aber wenn ich eine einzige SMS versenden will, ist kein Netz verfügbar? Ansonsten ist der Empfang immer prima, und mein Anbieter kann mich früh um 5:30 Uhr via Kurzmitteilung darauf hinweisen, dass mein Guthaben weniger als zehn Leva beträgt. Danke!
Auf dem "Vichren" habe ich leider keinen Handyempfang. Die Bulgaren aber schon. (Genau hinsehen: Die linke Isomatte telefoniert!)
Hmmm....das ist schon komisch! Okay, das Türmchen auf dem Gipfel ist nicht gerade ein Sendemast.
Vielleicht reicht die Verbindung ja nur bis in das nahe Bansko?
3. Geführtes Outdoor (klingt wie Abenteuer am Krückstock. Ist es das vielleicht auch?)
Intersport bietet diverse Touren, Reiten, Rafting, Mountainbiking, Downhillbiking usw. an. Nicht teuer, aber zum Teil mit Wanderkarte auch einfach selbst zu gestalten. Die Beschilderung ist auf den Hauptwegen absolut in Ordnung. Das Pirin-Gebirge (nach dem slavischen Donnergott "Perun" benannt) hat seinen Ruf als "Bulgarische Alpen" absolut verdient. Wie schön, dass ich hie war!
Das Pirin-Gebirge: Eine bizarre kleine Bergwelt. Eine beeindruckende Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen.
Eine vernünftige Beschilderung und ausreichend Wegweiser. Alles in Einem: Ein tolles Fleckchen Erde, von dem ich noch ein Weilchen träumen werde.
4. Sprach und Ausländer
Hauptsächlich habe ich Bulgarisch gehört (in anderen Ländern hört man an den schönsten Orten immer alle Sprachen außer der landeseigenen). Auf der Wanderung über den "Vichren" gab es auch Deutsch (vermutlich eine österreichische Wandergruppe), Englisch und Iwrit. Iwrit habe ich vor einigen Wochen schon in Arbanasi und, ich glaube, auch in Nesebăr gehört. Entweder kommen Israelis gerne nach Bulgarien oder ich bin für diese Sprache sensibilisiert. Handelt es sich vielleicht um die Juden, die ursprünglich aus Spanien nach Bulgarien und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Großteil nach Israel ausgewandert sind, obwohl die Juden hier trotz einer Allianz mit Deutschland nicht deportiert worden sind?
In Bansko sprechen zwei ältere Frauen Französisch.
In Bansko hat man sich auf Ausländer eingestellt. Natürlich gibt es auch eine Sprache die alle verstehen: Hunger, müde, Durst, kein Bock mehr!
Das "Nemski Centăr" (Deutsches Zentrum) in Bansko ist keine Sprachschule oder eine Kulturstätte. Hier wird mit "neuer billiger Qualität" geworben. Deutsche Ware hat noch immer einen guten Ruf.
5. Essen
Eine tolle Idee ist es, für das Frühstück die "7days" Schokoladencroissants mitzunehmen.
Der Rodopen-Tee ist in Ordnung, obwohl ein Pirin-Tee natürlich besser gepasst hätte.
Enttäuschend ist die Maggie Nudelsuppe "Oò À äî ß" (Von A bis Ja - A ist der erste, Ja der letzte Buchstabe des bulgarischen Alphabets). Wieso sind da lauter Qs, Vs und Fs drin und keine Øs, ×s und Þs? Alles Schmu!
Auf Empfehlung des Lonely Planets gehe ich in Bansko noch in der "Mechana Momini Dvori" essen. Wie immer gibt es auch ausreichend vegetarische Auswahl. Die Preise haben sich seit 2005 (Auflagejahr meines Reiseführers) etwas geändert. Acht Leva das Hauptgericht, das in einem Tontöpfchen serviert wird, 2,50 für ein warmes Ofenbrot und eine Cola macht mit Trinkgeld 14 Leva (7 Euro) – ist also immer noch total okay. Dazu kommt ein tolles Klo, eine nette Bedienung, das Essen (vor allem das Brot) war gut und in der Gaststube dreht sich ein Wasserrad.
Ein warmer Tee ist was feines bei den morgendlichen Temperaturen. Nach einem guten Frühstück noch mal zufrieden in den Schlafsack kuscheln.
Wo sind die kyrillischen Buchstaben in dieser "A do Ja Suppe"? Da war die Gemüsesuppe wirklich besser! Garantiert echt slavische Geschmacksverstärker!
Dieses Lokal wird von Lonely Planet und Nasrin empfohlen. Ein Blick ins Innere lohnt auch bei gutem Wetter.
6. Bus
Ich soll fünf bis zehn Minuten vorher da sein, sagt die bärtige Alte (Wow! So einen Schnauzer und Kotletten habe ich bei einer Frau noch nie gesehen! Leider kein Foto!). Vermutlich kommt es vor, dass der Bus Verfrühung hat. Nicht, wenn ich mit ihm fahren will. Da kommt er zehn Minuten zu spät. Ich hätte auch gut früher zurückfahren können, aber das war so schwer absehbar. Da der Bus ziemlich voll ist, war es diesmal wohl kein Fehler, schon zwei Tage im Voraus ein Ticket zu lösen. Warum die Rückfahrt einen Lev mehr kostet? Anderes Unternehmen? Feiertagszuschlag? Oder bulgarisches Geheimnis! In Razlog steigen noch mehr Leute ein. Jetzt ist aber echt voll.
Die bulgarischen Busfahrer sind sehr freundlich und fahren einen Teil der Passagiere quasi bis vor die Haustüre. D. h. sie halten an allen möglichen und unmöglichen Stellen, um jemanden aussteigen zu lassen, und oft muss der Fahrer mit raus, um den Gepäckraum zu öffnen. Dieser Vorgang häuft sich natürlich in der Großstadt und ist bisweilen nervig da zeitaufwendig für jene, die ganz zivilisiert bis zur zentralen Busstation mitfahren wollen. Anders verhält sich die Situation natürlich, wenn man selbst in den Genuss kommt, ganz nahe am eigenen Zuhause aussteigen zu dürfen, statt daran vorbei zu fahren und ein öffentliches Verkehrsmittel zurück suchen zu müssen. Endlich passiert mir das auch mal. Schon einige haben sich hier und da absetzen lassen. Auch ich starre angestrengt aus dem Fenster, als ich in dem spärlich beleuchteten Sofia eine mir bekannte Kreuzung erkenne. Ich pirsche zum Fahrer, stammel ein bisschen Bulgarisch und schon darf ich am "Ruski Pametnik" aussteigen. Auch mir wird der Gepäckraum geöffnet und in zehn Minuten bin ich nach Hause gelaufen. Astreiner Service! Da lohnt sich auch der Lev mehr!
Ein später Bus nach Sofia ermöglicht mir Sightseeing in Bansko: Die Kirche "Sveta Troica" (Heilige Dreieinigkeit), das Haus des Mönchs "Neofit Rilski"...
...und das Denkmal "Paisij Chilendarskis", der die Nationale Wiedergeburt Bulgariens einläutete, sind Beispiele für Besichtigungsorte.
7. Nachwehen:
Am Mittwoch muss ich nicht nur arbeiten, sondern ich habe auch verdammt Muskelkater. Damit ich das erzählen kann, gucke ich mal im Wörterbuch nach, wie das heißt: "Muskulna treska", wobei nur "treska" Fieber bedeutet. Also "Muskelfieber"! Das Wort ist prima, denn wenn ich mir es recht überlege, brennt der Muskelkater in meinen Oberschenkeln wie Feuer; also wie, wenn es zu heiß ist. Erhöhte Temperatur eben. Es ist doch viel schwerer zu erklären, wie bei uns der Kater in die Muskeln kommt ;-)
8. Was ich verschwiegen habe:
Im Pirin-Gebirge gibt es Braunbären. Gute Nacht!
Eure Nasrin