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Syrien 04.09.07 – 18.09.07
Fotos und Textauszüge aus meinem Reisetagebuch

Ankunft
Im Flugzeug klingelt das Handy. Papa sagt, er kommt nicht. Sein Flug nach Wien hat Verspätung. Er wird umgeleitet und erst abends in Damaskus landen.
Ich fliege von Wien aus alleine weiter. Bei der Ankunft werden wir in eine Halle gebracht. Dort bilden sich Pass-Kontroll-Schlangen, Heimische und Ausländer getrennt. Heimische dauert lange. Ausländer etwas länger. Meine Schlange ist die langsamste. Ich wechsle nicht, denn man weiß nie, ob die anderen Schlangen nicht gleich noch langsamer werden. Es wird leer, leiser, als Vorletzte passiere ich den Uniformierten, der noch mal den Stempel überprüft.
Es hat Vorteile, so spät dran zu sein. Die Gepäckbänder stehen bereits still. Die meisten haben ihre Sachen längst abgeholt. Die Überreste sind mit einem Blick inspiziert – mein Koffer ist nicht dabei.
Man schickt mich zum „Office“. Der Beamte fragt zunächst: „Are you okey?“ Dann freut er sich über meinen Namen, will wissen, ob ich die Bedeutung kenne, ob ich verheiratet bin und prophezeit, dass ich einen Araber ehelichen werde. Ich empfinde das Gespräch als nett, stemple ihn nicht unter „schmierig“ und „notgeil“ ab, sondern halte das für syrischen Smaltalk. Mein Koffer bleibt trotzdem verschwunden.
Ich suche die Gesichter nach Mušes ab, meine ihn wieder erkennen zu müssen. Einige Männer schaue ich länger an, aber er ist nicht dabei. Ich laufe durch die Halle, stelle fest, dass Prinzenrolle, Mentos und Pringels verkauft werden. Männer mit Galabiyyas (im Orient übliche nachthemdähnliche Gewänder) und Sonnenbrille ziehen Trollies hinter sich her. In der Mitte auf dem Fußboden hocken bestimmt zwanzig dicke Frauen, vom Kopftuch bis zu den Nylonstrümpfen in schwarz gekleidet, die meisten haben ihre Schlurf-Schlappen ausgezogen und sie vor ihre verschränkten Beine gestellt.
Als ich wieder das Ende der Halle erreiche, an dem ich losgelaufen bin, beschließe ich doch noch mal nach Muše zu gucken. Der Flughafen bietet wenig und ist vollgestopft mit Menschen, so dass ich keine Lust habe, hier stundenlang zu warten. Wir sehen uns gleichzeitig. Muše begrüßt mich. Ein junger Mann ist noch dabei. Wir verlassen das Gebäude und stehen auf einem chaotischen Parkplatz. Alte Autos, riesige Busse, chice Schlitten – die Fahrzeuge sind so unterschiedlich und bunt wie die Menschen. Verschleierte dicke Alte, junge Kerle in Markenklamotten, Muslime und Christen, Orientalen, Europäer, Kinder, Reisegruppen, Taxifahrer, Muše und ich.
Muše scheint ähnlich orientierungslos wie ich, als er mich einmal quer über den Parkplatz führt. Der junge Mann von vorhin ist längst im Gewusel verschwunden. Plötzlich sitzt er in einem der Kleinbusse, die an uns vorbeifahren. Muše und ich steigen ein, dann manövriert er uns durch das Durcheinander auf eine lange kerzengerade Straße.
Wer genau hinsieht, kann verblasste Fahrbahnmarkierungen entdecken. Aber wozu – gefahren wird wo Platz ist, wer schneller ist hupt sich die Bahn frei und Spuren gibt es immer genau so viele, wie Autos nebeneinander passen. Am Rand ist die Bepflanzung spärlich. Gebäude gibt es kaum. Dafür säumen riesige Werbeplakate die Strecke. Geworben wird für alles. Auf den meisten Plakaten ist der Präsident zu sehen, oft auch noch sein Vater oder die syrische Flagge.
Wir kommen nach Damaskus. Die Häuser direkt an der Straße sind schäbig, der Baustil erinnert manchmal an spanische Randbezirke, nur dass es hier zudem Schafe und Händler gibt, die im Schatten liegen, Leute, die irgendwo einen Bus anhalten und Musliminnen, die ohne zu gucken die Straße überqueren. Sowohl unser Fahrer, als auch alle andern Autos umfahren die Fußgänger routiniert. Dann halten auch wir und laden noch zwei Männer ein. Eine Ampel passieren wir in rot, aber ich weiß nicht, ob der Mann in Uniform nicht ein Verkehrspolizist war, der ohne dass ich es bemerkt hätte, sein Einverständnis zu unserer Weiterfahrt gegeben hat. Überhaupt habe ich das Gefühl, vieles nicht zu bemerken, dabei passe ich gut auf.
Die Stadt haben wir bald geschafft. Ein, zwei Mal hat sich die Straße geteilt. Ohne zu blinken sind manche scheinbar gleichgültig hier- oder dorthin gefahren. Die Berge vor uns habe ich schon vor einer Weile bemerkt. Jetzt kommen sie immer näher. Unser Gespräch verstummt, der Autolärm nimmt zu. Unser Fahrer legt eine Kassette ein, deren jaulende Musik sich nicht von der unterscheidet, die vorher aus dem Radio kam.
Hier mag ich dieses Gejaule und die bunten, stinkenden Kleinlastwägen, vollgeladen mit Gütern oder Menschen oder beidem. Als die Straße anfängt, in die Höhe zu steigen, bestimmt die PS-Zahl die Wahl der Fahrspur. Wir halten uns mittig zwischen den Kleinlastern und den Neuwägen mit dubaier Kennzeichen. Nach der Abzweigung nach Maaloula wird die Straße leer. Wir passieren noch ein Dorf, dann taucht die mir bekannte Kulisse auf. Wir fahren nicht weit ins Dorf hinein, Mušes blaues Haus steht direkt an der Hauptstrasse; es ist keines der an den Fels geklebten Lehmhütten.
Maaloula I
Frühstück gibt es drinnen, weil jetzt die Sonne auf den Balkon scheint. Dann laufen wir zum neuen Mustausaf (Krankenstation), in dem jetzt auch ein Zentrum für Aramäisch entstanden ist. Wir besichtigen die Räumlichkeiten. In einem Klassenzimmer sitzen viele Kinder, die uns gemeinsam mit dem Lehrer etwas vorsingen. Es gibt einen Computerraum, der demnächst ans Internet angeschlossen werden soll. Papa ist schwer beeindruckt. Er wird überall freundlich und überschwenglich begrüßt. Mir stellen sie ihm immer die gleichen Fragen: nein, Aramäisch kann ich nicht mehr. Nein, Arabisch auch nicht.

Ein Journalist von der „Deutschen Welle“ möchte ein Interview mit Papa machen. Man verabredet sich um 13 Uhr am Kloster. Der Weg führt uns durch die Schlucht. Immer wieder bestaunt Papa Neuerungen. Für mich ist quasi alles neu. Ich finde die Originale nicht wieder, auf die die wenigen Bilder in meiner Erinnerung passen müssten. Auch an Kikis Laden kommen wir vorbei. Die schönen Kaugummis von früher – 5er Päckchen in gelbem Papier – gibt es nicht mehr. Kiki schenkt uns ein paar der Nachfolger.

Abends gönnt sich Papa eine kurze Dusche mit Wasser aus den Wassertanks auf dem Dach. Übermorgen - sagt Muše – übermorgen soll es wieder Wasser geben.
Nach Damaskus
Wir haben Glück, denn kaum sind wir aus Mušes Haus fährt der Bus heran. Ein Zeichen mit der Hand und er bleibt stehen. Papa freut sich, dass es noch immer einer der Busse ist, die schon vor zwanzig Jahren gefahren sind. So sieht das Vehikel auch aus: bunt, speckig, allerlei Kitsch und religiöser Kram hängt darin, Vorhänge wehen, arabische Musik dudelt. Nur der Fernseher – sagt Papa – der war vor zwanzig Jahren noch nicht eingebaut.
Die Sitzplätze sind alle belegt, aber es gibt noch Plastikschemel, die wir in den Gang stellen und uns darauf setzen. Irgendwann wird Geld vorgereicht, dann steigen die ersten wieder aus. Papa erklärt mir das ein oder andere am Straßenrand und erzählt über Dialektbesonderheiten der umliegenden Dörfer. Dann sind auch wir irgendwo, wo wir wieder aussteigen.
Das „Irgendwo“ ist ein großer Kreisverkehr, an dem alle Taxis schon besetzt sind. Wir laufen ein Stück die Straße entlang, aber die Taxis bleiben voll. Wir müssen die Straßenseite wechseln und ein Stück in die verkehrte Richtung fahren, um doch noch einen der meinst gelben Dacias rumänischer Produktion zu bekommen, die kreuz und quer durch die Stadt brausen. Es ist heiß, laut, voller Menschen, der Verkehr verstopft die Straßen – Papa stöhnt: „Damaskus ist gar keine ruhige Stadt mehr.“
Unser Fahrer lässt uns am „Suq il-Hamidiyye“ raus. Bunt gekleidete Beduininnen, Wasserverkäufer wie im osmanischen Reich, junge Musliminnen mit modischen Kopftüchern, schwarz verhüllte Frauen, kleine Jungs, die etwas verkaufen – ein geschäftiges Treiben. Die Menschen sind interessanter als die Läden. Hauptsächlich gibt es Klamotten für elegante Mohammedanerinnen, häufig auch Unterwäsche, ein bisschen Schmuck und eine Eisdiele, die so beliebt ist, dass sich bis draußen eine Traube von Leuten ansammelt, die alle einen Becher der kalten Süßspeise haben wollen. Papa erzählt, dass es im Suq früher viel enger war, weil jeder noch ein paar Tische und Ständer mit Waren vor die Tür gestellt hat. Jetzt hat die Regierung das verboten, damit man die Steinsäulen am Rand sehen kann.

Rechts geht es zum Gewürzmarkt, zum Goldmarkt und zu vielen andern Geschäften. Wir laufen weiter geradeaus zur Omayyadenmosche. Schuhe ausziehen ist hier nicht genug. Wir kaufen Tickets, und ich muss mich in eine alte olivfarbene Kutte hüllen. Erst dann dürfen wir rein. Im Schatten des großen Innenhofs picknicken oder schlafen die Menschen. Kinder rennen ausgelassen barfuss über den glatten Boden und lachen, Touristinnen tragen die selbe Kutte wie ich.
In der Mitte steht der Brunnen, rechts zeigt mir Papa die Paradiesesdarstellungen. Wir gehen hinein, wo man uns zunächst trennen will, weil Männer und Frauen getrennte Gänge haben, aber dann lässt man mich doch mit Papa gehen. Es läuft sich schön auf dem dicken Teppich. Auch hier sitzen überall Leute auf dem Boden, unterhalten sich, schlafen, lesen den Koran.
Wir besichtigen den Sarg, in dem das Haupt Johannes des Täufers ruhen soll. Am Rand gibt es ein Bücherregal mir zahlreichen Ausgaben des Korans. Papa erzählt, dass der Innenhof so groß ist, weil die Mosche früher der Baalstempel war und man hunderte von Stieren hineingetrieben hat, um sie dem Gott Baal zu opfern.
Als wir den Hof wieder betreten, ruft der Muezzin gerade zum Gebet. Um den Brunnen scharen sich schon die Ersten und waschen sich die Füße. Wir laufen noch einmal rund herum und gehen dann zum Grab des Kurden Salaheddin.

Zurück durch den Suq, der jetzt noch voller ist. Am anderen Ende gibt es eine Fußgängerunterführung mir Rolltreppe. Auch das eine Erneuerung, die Papa begeistert kommentiert: „Rolltreppe fahren in Syrien – eine ganz neue Erfahrung!“
Wir gehen weiter zum Hedschas-Bahnhof, den Kaiser Willhelm gebaut hat. Das Gebäude steht noch, aber die Gleise hintendran sind weg. Eine Baugrube klafft im Boden. Modelle zeigen, was hier entstehen wird. „Wahnsinn, Wahnsinn, unser Bahnhof, unser Bahnhof!“ ruft Papa immer wieder und inspiziert aufgeregt die Veränderung. Auf der Straße staunt er über das viele Persisch, das er hört. Auch die 1,5 Millionen Iraker machen sich bereits bemerkbar. Ich höre nur fremdes, lautes Durcheinander.
Aleppo
Das Frühstück auf dem Balkon fällt üppiger aus als in Maaloula. Schon jetzt gibt es warme Bohnen, Käse, frischen Thymian, Sater-Saitun (eine Gewürzmischung, die mit Ölivenöl auf Brot gegessen wird), Schokocroissants usw. In der Straße knattert unaufhörlich ein Motor. Josefine und Zafer erzählen, dass das der private Generator des Nachbarhauses ist. Wir haben nämlich gerade keinen Strom. Das passiert im Sommer jeden Tag für ein paar Stunden. Die Klimaanlagen überlasten das System.
Zafer, Papa und ich fahren mit einem Taxi zur Omayyadenmosche. Die nette Kutte, die ich anziehen muss, ist mir schon vertraut. Beim Schuhe ausziehen denke ich darüber nach, dass es ein Fehler war, heute Sandalen ohne Socken zu tragen, denn der Boden ist krachheiß. Die Mosche ist kleiner als die in Damaskus, aber vor kurzem renoviert worden. Am Rand sitzt eine Reihe von alten Männern – Papa lacht und sagt, dass seien die Gelehrten, die dir den Koran erklären wollen.

Nach der Moscheebesichtigung tauchen wir rechterhand in den Suq ein. Er ist viel enger als der in Damaskus. Links und rechts gehen zahlreiche Gassen ab. Verkauft wird alles was ein Aleppiner braucht: Stoffe, Schmuck, Essen, Gewürze, Seife, Galabiyyas, Tischdecken....
Zafer kennt sich aus in dem Gassengewirr. Zielsicher führt er Papa zu einer Wechselstube. Ich interessiere mich für die roten Mützen aus dem osmanischen Reich, aber sie passen nicht auf meinen Kopf. Der Verkäufer lässt nicht locker, will mir einen Palästinenserfeudel andrehen und wickelt ihn mir um den Kopf. Drei Frauen beobachten belustigt die Szene. Eine bittet um ein Foto mit mir. Das Foto machen wir und letztlich nehme ich doch einen Feudel mit, obwohl ich eigentlich schon genug habe.

Ohne dass ich bemerkt hätte, wie es bergauf gegangen ist, verlassen wir den Suq und stehen plötzlich direkt vor der Festung. Zafer kauft mir eine große Wasserflasche, Papa ein Ticket (Ausländer ohne internationalen Studentenausweis 150 Lira (1 Euro = 68 Lira), sonst 10 Lira). Die Männer setzen sich zum Rauchen in ein Cafe am Platz, während ich die Burg besteige. Die Festung ist groß, aber noch nicht fertig renoviert. Es fehlen Hinweisschilder, dafür stört sich keiner daran, dass ich mitten durch die Baustelle laufe.

Zu fünft schlängeln wir uns in Samis Auto durch das verstopfte Aleppo. Auf halber Strecke stößt irgendein Professor in seinem Auto dazu. Jetzt müssen zwei Autos gemeinsam durch das Verkehrschaos. Mit Gesten und Zeichen verständigen sich die beiden Fahrer. Der Weg führt uns ein gutes Stück aus der Stadt raus nach „Joy Land“. Eine Restaurantoase eröffnet sich uns unmittelbar hinter den Mauern des direkt an der Straße gelegenen Lokals. In einem großen Brunnen baden künstliche Nilpferde, Giraffen strecken die Hälse zu den Türbalken, Seehunde spielen mit den Lampenschirmen, gigantische Schildkröten grinsen uns aus den Ecken entgegen. Gemütlich blubbert Papas Wasserpfeife hinter meinem Rücken.
Josefine hat schon gekocht, aber wir müssen erstmal ein bisschen spazieren gehen, um Platz zu schaffen. Wir laufen durch die berühmte Baronstraße, in der das gleichnamige Hotel steht. Vor langer Zeit soll es das vornehmste Hotel im vorderen Orient gewesen sein. Agatha Christi hat hier gewohnt, als sie ihren „Mord im Orientexpress“ geschrieben hat. Ich finde die Bar heute wenig gemütlich und etwas verranzt, aber Papa besteht darauf, dass wir in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten etwas trinken. Der Kellner notiert den Preis auf einen billigen Zettel. Auch das reglementiert mein Vater und erbittet eine vernünftige Rechnung mit dem Logo des Hotels. Dem Wunsch wird sofort nachgegangen.
Papa und ich steigen am öffentlichen Park aus, laufen quer durch und steuern auf den „Sweiq“, den kleinen Suq zu. Im Sweiq verkauft man hauptsächlich Haushaltsgeräte, aber vor allem auch die Kaffeebonbons. Der Händler lässt uns von X Sorten probieren, aber so schnell kann man die Gutseln gar nicht lutschen. Wir nehmen ein Kilo Kaffe- und Süßholzbonbons für mich und ebensoviel Gemischtes für Zafers Kinder.

Abends ist das Taxifahren mühsam, denn in Aleppo ist Rushhour. In der Nähe des Offiziersklubs kommen wir in ein riesengroßes Restaurant, in dem sich die Tische um ein Schwimmbecken gruppieren. Als Badeanstalt dient es wohl nachmittags, jetzt liegt das Becken still und nur in den Argilas blubbert das Wasser. Das Lokal orientiert sich an den Bedürfnissen der Muslime: es gibt keinen Tropfen Alkohol, dafür bekommt man seine Wasserpfeife angeraucht.
Maaloula II
Wir laufen durch die engen Gassen des alten Teils. Papa wird noch immer von tausenden von Leuten freudig begrüßt und muss ständig Einladungen ausschlagen. Wir kaufen bei Kiki Postkarten und gehen dann zu Mušes Schwester und ihrem Mann, dem Schäfer. Es gibt Tee und Kaffee, andere Männer kommen und setzen sich dazu. Plötzlich ist der Strom weg. Scheinbar ohne Notiz davon zu nehmen unterhält man sich gelassen weiter in der Dunkelheit. Vorbeifahrende Autos werfen ihre Lichtkegel an die kahle Wand. Knatternd springen einige Generatoren an und beleuchten erneut Kirchen, Moscheen und Läden. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Finsternis, aber der Strom kehrt nicht zurück und so wird doch eine Kerze angezündet. Noch im Dunkeln tasten wir uns vorsichtig ins Freie, nachdem wir darüber geredet haben, dass der Hirte für je 2000 Lira (ca. 30 Euro) im Monat zwei Beduinen angestellt hat, die auf seine 200 Schafe aufpassen.
Dschubbadin
Berta, Papa und ich laufen zum Dorfplatz in der Hoffnung, jemanden zu finden, der uns nach Dschubbadin bringt. Alle Fahrer, die Papa kennt, sind gerade nicht da. Berta weiß noch jemanden, der eventuell fahren könnte. Wir laufen durch die alten Gassen zu einem Haus hoch oben. Innen gibt es viel junge Mädchen, die Berta freudig und lautstark begrüßen, dazu eine Frau – noch keine 50 schätze ich – die auch mich eifrig küsst und dabei stachelt. Ein kleines Mädchen ohne Hose steht im Gang. Sie hat zwei Zöpfe und sieht besonders niedlich aus, weil sie erbärmlich schielt. Ein junges Mädchen sitzt mit Schüsseln und Messern auf dem Boden und schneidet Mangold. Wir werden in einen Raum gebeten, in dem Sofas stehen und Sitzkissen an der Wand ausliegen. Kaum haben wir Platz genommen, kommen noch mehr Leute. Ein junger Mann mit seiner Verlobten, die wohl Aramäerin ist, halb aus dem Irak, halb aus der Türkei. Wir müssen Tee trinken, Bonbons essen, es wird telefoniert, unser Fahrer soll in einer viertel Stunde kommen, aber da werden noch viele „in fünf Minuten“ draus. Irgendwann kommt er doch. Vorbei an der Hühnerfarm, wo Papa früher die Eier mit den zwei Dottern geholt hat, geht es nach Dschubbadin. Es ist das zweite Dorf, in dem noch Aramäisch gesprochen wird, aber die Leute sind alle Muslime.
Kurz bevor man die ersten Häuser sieht, steigen wir aus und laufen durch die hohen Felswände ins Dorf. Papa ist sofort von den „Bausünden“ entsetzt. Früher muss Dschubbadin schön gewesen sein, heute kann ich wenig architektonisch Tolles finden. Außerdem ist der Ort immens gewachsen. Papa kennt sich kaum mehr aus. 11 000 Einwohner, sechs Moscheen wird uns Obel Hussein später erzählen. Wir laufen einen kleinen Bogen, dann hält ein Servicetaxi neben uns und eine kleine alte Muslima mit großen, schweren Plastiktüten krabbelt heraus. Papa hält sie für Emmil Hussein, aber es ist ihre Schwester. Diese Verwechslung passiert wohl häufig und wird mit einem Lachen kommentiert. Wir helfen die schweren Tüten zum Haus hochtragen und schon sitzen wir in einem Wohnzimmer, das mit Teppichen ausgelegt ist und an dessen Wänden sich Sitzkissen befinden. Drei Mädchen in meinem Alter sind da, moderner gekleidet als die Alte, mit Jeansrock und Blusen, die Kopftücher scheinen mir zweiteilig zu sein, jedenfalls wirken sei fast wie modische Accessoires. Sofort gibt es geröstete Melonenkerne und Trauben, nach und nach bekommt jeder eine Mate aufgebrüht. Der Löffel wird kurzerhand mit ein bisschen kochendem Wasser übergossen, denn er wird genau wie das kleine Glas geteilt. Die Alte ist laut und dominant und nett, die Mädels zurückhaltender, aber auch sympathisch. Zwei von ihnen begleiten uns zum Haus von Obel Hussein, nachdem wir noch eine Limo und einen Keks bekommen haben.
In Obel Husseins Wohnzimmer steht ein Bett. Er sitzt darauf, als wir hineinkommen. Mein erster Eindruck ist, dass er krank ist, obwohl er ein rundes, volles und braunes Gesicht hat. Ein anderer Mann sitzt noch dabei. Er trägt wie alle Männer hier einen Galabiyya. Ein Frau mit schwarzem Kopftuch wird Lina genannt, ein Junge mit blauem Trainingsanzug und Sonnenbrille, vielleicht 14/15 Jahre alt, leert die Aschenbecher. Obel Hussein kann sich gut an mich erinnern. Er packt ein paar der alten Geschichten aus, dann zeigt er uns diverse Medikamentenschachteln, die ihm irgendjemand aus Deutschland mitgebracht haben muss und von denen er sich jetzt versichert, wofür die sind. Blutdruck senkend, Cholesterin senkend, Herzmittel – der Arzt hat gesagt, er soll kein Fleisch essen, aber er verdrückt jeden Tag ein Kilo. Plötzlich kommt die echte Emmil Hussein. Ihre Anwesenheit erfüllt sofort den ganzen Raum. Ihre tiefe Stimme dröhnt laut und fröhlich durch das Zimmer, ihre Augen funkeln freundlich in der Dunkelheit der Stube. Sie trägt eine Galabiyya im Tigermuster, ein farblich passendes braunes Kopftuch, darunter lugen rötliche Haare hervor - echt oder mit Henna gefärbt? Ihre Sprache hat einen besonders harten Klang. Papa führt das darauf zurück, dass sie die Langvokale bricht. Mir ist sie jedenfalls sofort sympathisch und auch wenn ihre Schwester ebenfalls nett und nicht hässlich war – ich kann die Verwechslung nicht verstehen. Sie schlägt vor, in den Garten zu gehen. Das tun wir auch. Sie und Lina breiten Tücher auf dem Boden aus, setzen sich darauf und schälen und schneiden Auberginen und Bamjes. Papa und ich gucken das Zimmer an, das Papas Studentin aus Tunesien im Oktober beziehen soll, um hier ihre Forschungsarbeit zu beginnen. Momentan trocknet irgendwelches Grünzeug auf dem Zimmerboden. Es wird durch einen Tisch ersetzt werden.

Das Theklakloster und Bacha
Ich laufe zum Theklakloster. Noch sind wenige Leute da. Das Kreuzfest beginnt erst morgen. Ein paar Treppen führen zur Höhle hoch. Oben fliegen Tauben herum. Ein Baum wächst aus der schattigen Tiefe und hält die Sonne draußen. Ein Brunnen soll heilkräftiges Wasser spenden, an den Wänden hängen diverse Ikonen, teilweise mit kyrillischer Beschriftung. Am hinteren Höhlenende kann ein kleiner Raum betreten werden, wenn man seine Schuhe auszieht. Ein paar Frauen hocken darin und unterhalten sich, Kerzen brennen, noch mehr Ikonen zieren die Wände. Ich laufe einmal quer durch, betrachte die Bilder von Barbara, Thekla und anderen bevor ich die Schuhe wieder anziehe und die Treppe zum Kloster hinuntersteige. Der Eingang zur Kirche ist verschlossen. Auf dem Dach daneben wird rote Paprika getrocknet. Ein paar Frauen und eine potthässliche Nonne schnippeln irgendwelches Gemüse. Ich versuche deutlich zu machen, dass ich die Kirche sehen will. Der scheußliche Pinguin will mich noch mal in die Höhle schicken. Ich sage ihr, dass ich da schon war und endlich fummelt sie den Schlüssel hervor. Die kleine Kirche ist vollkommen mit bunten Ikonen bemalt, alles in topp Zustand. Ich kann Jesus und seine zwölf Jünger ausmachen, dann kommt eine ganze Gruppe von Leuten hineingestürmt. Sie bekreuzigen sich alle und stellen sich in die Bänke. Da ich nicht weiß, ob es sich um Touristen handelt oder ob gleich ein Gottesdienst losgeht, beende ich meine Besichtigung und laufe zurück zum Dorfplatz.

Papa, Muše Berta und ich kaufen Kerzen und stehen eine Weile auf dem Dorfplatz rum, bis sich ein junger Kerl findet, der uns nach Bacha fährt. Auch diesmal steigen wir am Dorfrand aus uns laufen hinein. Bacha ist verhältnismäßig klein. Berta übersetze mir, dass die Kinder am Straßenrand sagen: „Ah, dass sind Christen!“ Wie in Dschubbadin gibt es hier nur noch Muslime. Vor einem Laden stehen zwei Motorräder, ein Auto und ein paar junge Kerle. Einer davon ist Cholid. Mein Vater und er begrüßen sich überschwenglich. Er ist etwa 32, laut Papa sehr intelligent und war schon mit zwölf Jahren ein Informant für den Dialekt seines Dorfes. Wir gehen um eine Häuserecke, wo uns ein anderer Mann eine Türe aufschließt. Es ist die Kirche zum Heiligen Andreas, aber alles ist dunkel, weil gerade restauriert wird. Wir zünden ein paar der mitgebrachten Kerzen an. Viel sehe ich trotzdem nicht, dann fahren wir zum neuen Haus von Cholids Familie. Cholids Mutter schlägt Berta und mir vor, hoch zu gehen. Wir laufen Treppen hinauf und kommen aufs Dach, wo es im Moment noch kein Geländer gibt, weil noch zwei Stockwerke oben drauf gebaut werden sollen. Stühle und ein kleiner Tisch mit Obst werden aufgestellt. Cholids Bruder setzt sich zu uns. Angeblich ist er genauso alt wie ich und kann sich erinnern, wie wir gemeinsam mit Aprikosen gespielt haben. Cholids Bruder und Schwester erzählen ein bisschen über ihr Dorf, fragen, welches Obst es in Deutschland gibt, wie hoch die Gebäude sind und wie Christen fasten. Dann gehen wir vier im Dorf spazieren. Cholids Bruder führt mich erneut zum Heiligen Andreas und zum alten Haus seines Vaters, das jetzt sein Onkel bewohnt. Er erklärt mir genau die baulichen Veränderungen der letzten 20 Jahre in der Hoffnung, dass ich mich endlich erinnere. Ich muss ihn enttäuschen.

Kreuzfest
Eigentlich war der Plan, heute lange zu schlafen, aber plötzlich klopft ein Gehstock auf den Fliesen rum, eine rauchige alte Frauenstimme kreischt durchs Hause, jemand reist den Vorhang auf, der das Zimmer in dem Papa und ich schlafen vom Gang trennt und dann sitzt die Schwester des verstorbenen Oble Šhōde plötzlich in meinem Bett. Sie ist die letzte im Dorf, die in traditioneller Kleidung rumläuft. Zum Glück steht sie bald wieder auf und setzt sich auf die Couch, die vor unserem Zimmer steht. Weil sie fast taub ist, schreit sie dermaßen, dass mit Schlafen nicht mehr viel ist. Also stehen wir auf und gehen zu einem Obel Šaršūra, Ramis Vater, der früher den Laden geleitet hat. Die Frauen setzten sich zu uns und machen Kubbe. Große zum Abendessen, kleine zum Arrak.

Als wir nach einem Mittagsschläfchen aufstehen, hat der Verkehr ins Dorf hinein deutlich zugenommen. Die ersten Busse rollen an und bringen Tausende von Schaulustigen. Seit Tagen sind Autos mit libanesischen, jordanischen, kuwaitischen, dubaischen und vereinzelt sogar europäischen Kennzeichen zu sehen. Hier und dort werden Feuerwerke in die Luft geschossen, obwohl es taghell ist. Lange bevor es dunkel wird laufen wir zum Dorfplatz, wo bereits die Hölle los ist. Menschen stehen dicht gedrängt, Autos und Motorräder suchen sich eigene Gassen durch die Menschen hindurch, obwohl die Polizei die Zugangsstraße ins Dorf längst gesperrt hat. Verkäufer bieten auf den Ladeflächen ihrer Kleinlaster getrocknete Früchte und Nüsse an, eine kleine Bude mit rosafarbener Zuckerwatte steht an der Ecke, Kinder schmeißen Böller, Knallerbsen, Kracher, der erste Schwefelgeruch breitet sich aus. Die orthodoxe Gruppe ist schon auf dem Weg zu einer der Bergspitzen, die Katholiken werden gleich auf der anderen Seite hoch laufen. Wir gehen in einer Menschenmenge hinauf zum Theklakloster. Vor uns läuft eine Gruppe junger Männer mir Stöcken und Arrakflaschen. Papa nennt sie „die Arada“. Immer wieder singen sie etwas, recken die Stöcke in die Luft und nehmen große Schlücke aus den Flaschen. Die Leute um uns herum schleppen Kisten und Tüten mir Decken und Essen, Gaskocher und Alkohol.
Zurück auf dem Dorfplatz, schauen alle links und rechts die Felswände hoch und warten, wo das Feuer als erstes losgeht. Jetzt wird es schnell dunkel, die Feuerwerke nehmen zu, und endlich brennen die ersten Reifen auf dem Berg. Wir bleiben, bis auf beiden Felsen das Feuer entzündet ist. Um uns rum kracht und schießt es wie an Silvester. Papa ruft: „ Es stinkt wie in der Hölle“. Bei Muše beobachten wir vom Balkon aus die vorbeiziehende Völkerwanderung. Ich laufe dem Strom ein Stück entgegen aus dem Dorf heraus, um ein Foto zu machen, aber der Versuch, diese unwirkliche Kulisse auf ein Bild zu bannen, scheint mir bald hoffnungslos.

Das Feuerwerk kracht schon seit Stunden, das Feuer auf den Felsen wird ausgedehnt, so dass viele Flammenbündel zu sehen sind. Immer wieder werden größere oder kleinere brennende Holzstücke hinuntergeworfen oder die Flammen so aufgewirbelt, dass ein Feuerrad auf dem Berg zu tanzen scheint. Manche Feuerwerkskörper explodieren direkt über uns, so dass der Feuerregen auf uns nieder geht. Muše, Papa, Berta, Sami mit seinen Freunden und ich gehen erneut ins Dorf. Die Feuer oben sind wieder eingedämmt worden, aber von untern schießt man ohne Ende hoch. Auf dem Weg zum Theklakloster sehen wir, wo die brennenden Holzlatten ins Tal kommen. Das Kloster sieht aus, wie ein Flüchtlingslager, weil die Leute von außerhalb hier Matratzen aufgeschlagen haben. Ein netter kleiner Polizist mit Zahnlücke muss den Menschenstrom ins Kloster rechts, den hinaus links bündeln, um einen Besuch überhaupt zu ermöglichen.
Die Dabke
Der Kirchhof ist voll. Muše schiebt mich in die erste Reihe, damit ich gut sehen kann. Menschenreihen stehen dicht gedrängt, man hält sich an den Händen und geht und hüpft im Takt. Der Grundschritt wirkt einfach, aber ohne erkennbare Zeichen beschleunigen manche plötzlich die Schrittfolge, bauen neue Elemente ein und springen wird herum. Ist der Menschkreis nicht geschlossen, schleudert die Person am Ende entweder eine Gebetskette durch die Luft, schwingt einen Stock oder legt die freie Hand an den Hinterkopf. Von kleinen Kindern bis zu alten Männern, die es häufig am tollsten treiben, ist alles dabei. Die jungen Mädchen sind rausgeschnickt, der Schweiß läuft den Männern in Strömen den Hals hinab ins Hemd. Oben, über den Köpfen, schwappt der weiße Arrak in bauchigen Flaschen, die von einer Hand zur nächsten gereicht werden. Ich mache Fotos, Muše tanzt für zwei Minuten und findet mich danach nicht mehr, weil ich zum Fotografieren auf ein Geländer gestiegen bin. Ich sehe ihn in der Menge umherschauen, laufe in seine Richtung und finde ihn bald. „Wie früher in der Šikya“, sage ich und Muše lacht bei der Erinnerung, wie ich in den Feldern verschwunden bin und er hinter mir her musste.

Maaloula III
Wir gehen zu Obel Feres, dem Bruder von Rafik Schami, der über Habibs Laden wohnt. Ein Haufen Frauen springen rum, die mir alle zu kochen scheinen. Für uns macht man Tee, Kaffee und einen Teller mit Keksen zurecht. Obwohl ich kaum etwas verstehe, merke ich doch, dass dieser Obel Feres toll erzählen kann. Er hat mal seinen Bruder in Heidelberg besucht und gibt jetzt einige Geschichten von dieser Reise zum Besten. Besonders hat ihn die Schleuse fasziniert, in der die Schiffe steigen und sinken. Fünf Stunden hätte er gestanden und zugeschaut, aber mit so einem Schiff zu fahren, das hat er sich nicht getraut.
Auf dem Rückweg kommen wir an der Arztpraxis vorbei. Der Kinderarzt steht gerade auf dem Balkon. Er erkennt Papa sofort, freut sich ihn zu sehen und springt über das Balkongelände, um ihn zu begrüßen. Wie werden hereingebeten, er redet ein arabisch-englisch-russisches Kauderwelsch, weil er lange in Russland studiert hat. Während er schnell versucht wenigstens die Klamotten aus dem Zimmer zu pflücken, bringt er Wodkagläser und lässt mich einen russischen Edeltropfen einschenken. Er ext das Glas und dann noch eines. Dann verschwindet er für zehn Minuten wegen eines Krankenbesuchs. Als er zurückkommt stellt er uns noch Weintrauben hin. Immer wieder muss ich ein paar russische Brocken sagen bis wir gehen, weil er noch mehr Patienten besuchen muss.
Sednaja
Silva, die Kinder, Papa, Muše und ich fahren nach Sednaja zum Kloster, von wo aus wir einen tollen Blick über die Stadt und die Berge haben. Papa zeigt mir die Stelle, an der ein „Wunder“ passiert ist, als er das letzte Mal da war. Die Treppen zum Kloster sind erneuert worden und beim Beschlagen der Steine ist an einer Bruchkante plötzlich die Silhouette der Jungfrau Maria erschienen. Tatsächlich weist eine Treppenstufe eine winzige rötliche Verfärbung auf, die mit viel Fantasie für den Umriss Marias gehalten werden könnte. Um die entsprechende Stelle vor unvorsichtigen Tritten zu schützen, ist dieser Teil der Stufe von einem Eisengitter umgeben, das lediglich ermöglicht, den Kopf hindurch zu stecken, um den Stein dort zu küssen. Im Kloster gibt es drei winzige, aufeinanderfolgende Räume, die nur ohne Schuhe betreten werden dürfen. Es gibt keine Fenster und die zahlreichen Ikonen an den Wänden sind kaum zu sehen. Im letzten Raum brennen Kerzen. Wattebäuschchen können in einem Kelch mit „Heiligem Öl“ getränkt werden. An einer Seite hängen Hände, Füße und andere Dinge aus Metall. Es handelt sich um Votivgaben, die zeigen, was an diesem Ort alles geheilt worden ist. Silva kniet mit Marianna im Arm nieder. Auch andere sind vor Erfurcht ergriffen und blockieren betend den Weg. Ich richte keine Bitte an die Heiligen, sondern erfülle mir meinen einzigen Wunsch selbst, indem ich hinausgehe: frische Luft! Auf dem Rückweg zum Auto erzählt Silva uns, dass sie nach ihrem Abitur die Treppen auf Knien hoch gerutscht ist, bis sie geblutet haben.

Ende