Wie Physiker Glühbirnen austauschen


Physiker im 1. Semester:

Er geht in den Laden, kauft einen neuen evakuierten Glaskolben mit Wolframspirale zur Wandlung von elektrischer Energie in Strahlungsenergie im sichtbaren Bereich [ = Glühlampe (Anm. dipl. Physiker)], schraubt die alte raus und macht beim Einschrauben der neuen Bekanntschaft mit der Elektrizitätslehre ( britzel ). Da sich dabei die Sicherung verabschiedet glaubt er, die Birne sei kaputt und geht eine neue kaufen. Diesmal geht das Wechseln schmerzfrei er ( kein Saft ), aber die Birne funktioniert trotzdem nicht. Daher wird der Vorgang wiederholt, bis es keine Glühlampen mehr zu kaufen gibt.

Physiker im Vordiplom:

Mittlerweile Über die Gesetze der E-Lehre voll im Bilde, wird zuerst der Stecker gezogen und anschließend der Fehler analysiert. Die eingehende Analyse führt nach mehreren Stunden zu dem Ergebnis, daß die Stromversorgung unterbrochen ist ( Stecker gezogen ). Da das Problem erkannt ist und der Lösungsweg bekannt ist, kümmert sich der Physiker nicht weiter darum, da das Prinzip ja klar ist.

Physiker mit Diplom:

Endlich zum vollwertigen Akademiker gereift, geht man mit der ganzen Erfahrung des Studiums an die Lösung des Problems. Die neue Glühbirne G wird auf den Tisch gelegt und um die Lampe ein Metallschirm aufgestellt ( Potentialwall ). Da nach der Erkenntnis der Quantentheorie die Wahrscheinlichkeit p, daß die Glühbirne G sich innerhalb der Fassung F befindet, ungleich Null (0) ist, muß man nur noch abwarten, bis die Glühbirne G ins Raumgebiet F' der Fassung F getunnelt ist. Da aufgrund der heisenberg'schen Unschärferelation die Geschwindigkeit der Glühbirne G bekannt ist, ist der Ort der Glühbirne logischerweise als beliebig verschmiert zu betrachten. Nach einer ausreichenden Zeitdauer t kann davon ausgegangen werden, daß die Glühbirne G ins Raumgebiet F' getunnelt ist, die Zeitdauer t läßt sich um delta t verkürzen, wenn man mehrere Glühbirnen nimmt (man hat ja noch eine genügend große Menge N von Glühbirnen G aus dem Zeitraum t' - 1. Semester)

Laut Schrödinger muß man die Lampe mit Mettallschirm als geschlossenes System sehen in dem die Glühbirne G existieren und funktionieren kann oder auch nicht. Der eindeutige Nachweis kann nur durch Beobachtung im System erbracht werden. Das System wird aber, ebenfalls nach Schrödinger, durch die Beobachtung verändert. Daher verbietet sich dieser Eingriff. Außerdem bekommt der Physiker auch den Kopf nicht unter dem Schirm raus und wenn doch, kann er nichts beobachten, weil es dort völlig finster ist. Da der Gegenbeweis nicht erbracht werden kann, geht der Physiker davon aus, daß die Glühbirne im Inneren intakt ist. Das die Glühbirne immer noch auf dem Tisch liegt, kann als Randeffekt vernachlässigt werden und ist im Dunkeln eh nicht zu sehen.

Promovierter Physiker:

Er unterzieht das Problem zunächst einer genauen Analyse. Die Lösung ist klar, es finden keine Sprünge von Elektronen zu niedrigeren Schalen statt. D.h. die Emission muß, da sie nicht ausreichend spontan auftritt, stimuliert werden. Durch Bestrahlung der Birne mit einem gepulsten HeNe-Laser treten stimulierte Emissionen auf und die Glühbirne beginnt schwach zu glimmen. ( Die restlichen Physiker und Studenten verneigen sich in Ehrfurcht vor der  genialen Lösung.)

Habilierter Physiker:

Er will die Aufgabe an seinen Assistenten Übertragen, als er zufällig auf den Lichtschalter stürzt und die Lampe von "alleine" angeht. Über dieses erstaunliche Phänomen verfaßt er sodann eine Publikation, die inder Physikerwelt für Aufsehen sorgt.

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