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• DIE DRITTE-AUGE-MEDITATION
Im vorherigen Kapitel "Meditation - Selbsterfahrung aus eigener Hand" habe ich bereits auf die gemeinsamen Grundprinzipien der diversen Meditationssysteme hingewiesen.
Eine zentrale Meditationsform, die es in einigen Abwandlungen gibt, ist die Dritte-Auge-Meditation. Das Dritte Auge liegt etwa 2 1/2 Finger breit über der Nasenwurzel. Manche Menschen weisen dort auch eine leichte Einbuchtung auf. Es wird auch das innere Auge genannt bzw. das Auge nach Innen. In der Bibel heißt es einfältiges Auge:
´Wenn dein Auge einfältig ist, wird dein ganzer Leib Licht sein.´
Physisch korreliert es mit der Epiphyse oder Zirbeldrüse. Das dritte Auge ist ebenfalls der Schnittpunkt der beiden Pole, von yin und yang, von weiblichem und männlichem Prinzip, von Pingala und Ida, von ha und tha, von Vorstellungskraft und Wille und von Gefühl und ratio. Denn die linke Körperseite wird von der rechten Gehirnhälfte beherrscht, wohingegen die ganze rechte Körperseite unterhalb der Augen von der linken Gehirnhälfte geregelt wird. In der Höhe des Dritten Auges führt das linke Sympathische Nervensystem zur rechten Gehirnhälfte und das rechte Sympathische Nervensystem zur linken Gehirnseite. Wer am Dritten Auge ruht, balanciert die beiden Hälften, die beiden Polaritäten aus, hat gleichermaßen Zugang zur rechten wie linken Gehirnseite und kann beide in ihren Funktionen optimal miteinander kombinieren. Bhagwan Osho veranschaulicht dies in der Ausführung, dass der am Dritten Auge Angelangte in einem Moment anspruchsvolle, differenzierte und abstrakte wissenschaftliche Vorträge zu halten vermag, um im nächsten Moment voller Freude und ausgelassen zu tanzen oder zu weinen und zu schluchzen wie ein kleines Kind. Am Dritten Auge erlangen wir Intuition und Inspiration und bekommen Zugang zu innerem Wissen. Wenn wir selbst eine Frage haben oder sich im Gespräch mit jemandem eine Frage ergibt, können wir vom Dritten Auge aus Antworten erhalten. Das Dritte Auge generiert auch eine bestimmte Art von Liebe und Mitgefühl.
Die Dritte-Auge-Meditation eignet sich hervorragend dazu, die Segnungen des Dritten Auges zu entwickeln.
Und so praktiziert man sie: Aufrechte Haltung, entspannt sein, Verspannungen durch Weg-Atmen (zum Beispiel in den Erdmittelpunkt) lösen, Augen schließen und die Aufmerksamkeit am Dritten Auge sammeln. Um diese Stelle auch innerlich zu finden, ist es vor allem am Anfang hilfreich, sie von außen mit einer Fingerkuppe oder dem Fingernagel zu berühren. Wir schauen beharrlich auf die wahlweise dunkle oder auch mit Farben und Visionen belebte Fläche. Wie sollten immer auf einen möglichst kleinen Punkt in die Mitte gucken und nicht etwa wegfliegenden ´Flugobjekten´ nachschauen. Sehen wir nichts, können wir unsere Visionen ankurbeln, indem wir uns kurz irgendetwas, zum Beispiel ein Symbol, visualisieren, dann aber von unserer Kreation wieder loslassen. Die Konzentration wird auch verstärkt, indem wir uns am Dritten Auge ein Mantram in langsamen Abständen denken. Das zu wiederholende Wort kann sich jeder selbst aussuchen, z.B. Om, Om Namaha Shivaya, Aum, Gott, Christus, Krishna oder etwa Halleluja.
Wir können 20 Minuten lang meditieren oder ein oder zwei Stunden. Wenn wir uns nicht verkrampfen, ist die Dritte-Auge-Meditation im Gegensatz zu Prananyamas(bestimmten Atemübungen) physisch nicht gefährlich.
Hilfreich ist auch die Vergegenwärtigung eines motivierendes Ziels vor der Meditation, etwa Entspannung, Harmonisierung, Wissen, mehr Intuition, Klarheit oder Verbindung mit dem Allerhöchsten etc.
Ich hoffe, ihr macht gute kurz- und längerfristige Erfahrungen innerer und äußerer Art. Mit dem ganz konkreten Verraten innerer Begegnungen sollte man etwas vorsichtig sein, weil manche Wesen und Kraftfelder sich dann zurückziehen.
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