Römisch-Katholische Kirche in Deutschland

Das ist...
mehr als der Papst in Rom
mehr als die Bischöfe in Deutschland
mehr als der Pfarrer vor Ort,
mehr als Sonntagspflicht und Sexualmoral
und mehr als Kirchensteuer und Kruzifixurteil.
Das ist eine Gemeinschaft von Christen, die ...
sich als Kirche Jesu Christi betrachtet.
sich als katholisch versteht.
sich mit dem Papst in Rom und der ganzen Weltkirche verbunden weiss.
deutschlandweit in vielen kleinen Gemeinden und Gruppen lebt.
Sie besteht aus ...
vielen Bistümern und Pfarrgemeinden
zahlreichen Ordensgemeinschaften und geistlichen Bewegungen
unzähligen Jugend- und Erwachsenenverbänden
Katholisch - allumfassend und alles einschließend
Unser Wort "katholisch" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "allumfassend, alles einschließend". Für die Kirche Jesu Christi bedeutet dies:
Übrigens wurde "katholisch" in der Reformationszeit (16. Jahrhundert) seitens der entstandenen evangelischen Kirchen mit dem Etikett "römisch-katholisch" versehen. Dennoch sind alle christlichen Kirchen von der allumfassenden (=katholischen) Einheit der Kirche genauso überzeugt, wie die Botschaft Jesu Christi (=Evangelium) Norm des Handelns in allen Kirchen ist.
In unserem Jahrhundert sind die Bemühungen verstärkt worden, die Trennung der Kirchen zu überwinden und aufeinander zuzugehen. Gemeinsamkeiten in der christlichen Wurzel und im Verständnis der Bibel wurden großteils wieder freigelegt. Und vielerorts gibt es zahlreiche - unter dem Begriff "Ökumene" zusammengefasste - Begegnungen und gemeinsame Veranstaltungen von katholischen und evangelischen Gemeinden.
Mit dem Papst in Rom und mit der ganzen Weltkirche verbunden
Die
deutschen Katholiken verwenden nur selten den Zusatz "römisch", wenn sie von
ihrer (katholischen) Kirche sprechen. Sie wollen damit nicht die Stellung "Roms"
leugnen, denn der Dienst an der Einheit der Kirche, den der Bischof von Rom als
Papst der katholischen Kirche auszuüben hat, gehört ganz "normal" dazu.
Unabhängig von der konkreten Ausübung (die im Laufe der Geschichte auch ihre
Schattenseiten hatte) dient das römische
Papstamt
als Zeichen der weltumspannenden Einheit und Verbundenheit der einzelnen
Gemeinden und Christen (=katholisch).
Auch wenn es vielleicht von außen nicht den Anschein hat, so werden viele kirchliche Entscheidungen nicht einfach von oben beschlossen, sondern entstehen oftmals in langen Prozessen, an denen - in quasi demokratischen Strukturen - Christen aller Schichten und "Rangstufen" beteiligt sind. Nicht zuletzt das kirchliche Gesetzbuch sieht solche Beratungsprozesse von unten nach oben ausdrücklich bei wichtigen Entscheidungen vor.
Trotz des römischen "Zentrums" der katholischen Kirche wird keine Einheitskultur - etwa verbunden mit europazentrierten Tendenzen - angestrebt. Vielmehr ist die katholische Kirche auf der ganzen Welt bemüht, die Kulturen vor Ort zu achten und von ihnen zu lernen. Behutsam versucht sie (mittlerweile) die vorhandene örtliche Kultur und die Frohe Botschaft Jesu Christi zu verbinden.
Deutschlandweit in vielen Gemeinden und Gruppen
Die katholische Kirche in Deutschland setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppierungen zusammen, in denen getaufte Christinnen und Christen ihren Glauben leben und ihr Leben (mit-)teilen.
Die katholische Kirche in Deutschland mit Ihren einzelnen "Ortskirchen" (d. h. den Bistümern bzw. Diözesen) gehört zur weltweiten katholischen Kirche. Diese Weltkirche hat im Vatikan ihre "Verwaltungszentrale" und gemeinsame diplomatisch-politische Vertretung. Im Papstamt findet sie ihre zeichenhafte Mitte auf Erden. Jede kirchliche Verwaltungsstelle und jeder christliche Leitungsdienst steht jedoch vor dem Anspruch, auf das eigentliche Zentrum der Kirche hinzuweisen: auf Jesus Christus, der in seinem Tod und seiner Auferstehung die Menschheit erlöst hat, und auf seine Wiederkunft. Zu diesem "guten Ende" hat sich die Kirche auf den Weg durch die Zeit gemacht. Mit dem Ende der Zeiten ist dann auch das Ende der Kirche gekommen, wenn die ganze Welt von der unendlichen Liebe Gottes umfangen wird und heimkehrt in sein Reich. Nicht erst auf dieses Jenseits zu warten, sondern jetzt schon an seinem Reich mitzubauen, dazu sind die Menschen auf Erden gerufen.