Marihuana - Haschisch

 

Herkunft:
Seit fünftausend Jahren hilft Marihuana der Menschheit: Aus den Faser der männlichen Pflanze werden Stricke gedreht und die Blüten der weiblichen Pflanze dienen als Rauschmittel.
"Marihuana" ist das getrocknete Kraut der Blüten und Blätter; es wird überall auf der Welt in Pfeifen oder als selbstgedrehte Zigaretten (Joint) geraucht. Das Marihuana heisst bei uns unter Rauchern: "Weed", "Ganja", "Mary Jane", "Gras" oder "tea".
"Haschisch" ist das Harz aus den Drüsenköpfchen aus den oberen Laubblättern, es wird in kleinen Spezialpfeifen, in selbstgedrehten Zigaretten (Joints) oder in Nahrungsmitteln und Getränken genossen. Der Haschisch heisst bei uns unter Rauchern: "Hasch", "Shit", "Peace" oder "Stoff".
Die Gewinnung von Haschisch ist mühsamer als die Krauternte von Marihuana: Die getrockneten Blütenstände werden aus einem Teppich zerrieben, in seinen Maschen verhängt sich das Harz, das dann aus dem Teppich wieder herausgeklopft und in Platten gepresst wird. Eine Platte wiegt rund 250 Gramm (0,5Gramm = 5Sfr.). Haschisch wird auch so gewonnen: Man geht zur Blütezeit mit Lederhosen durch die Hanffelder. Dabei bleibt das Harz am Leder kleben und kann mit dem Messer abgeschabt werden. Haschisch-Raucher unterscheiden das Harz nach Anbaugebieten. "Heller Türke" und "roter Libanese" gelten als milde Sorten, "Schwarzer Afghan" und "Dunkelbrauner Pakistani" bescheren einen rascheren und kräftigeren Rausch.
Je mehr Sonne die Pflanze bekommt desto stärker ist das Rauschgift.
Haschisch ist 6 - 8mal stärker als Marihuana. Gelagertes Marihuana oder Haschisch verliert die Wirkung. Es ist nicht möglich, dieses Rauschgift künstlich herzustellen. Hingegen ist es gelungen, den Wirkstoff aus der Pflanze herauszukristallisieren und als Konzentrat auf den Markt zu bringen. Dieses Marihuana-Konzentrat heisst THC und ist rund 50mal so stark wie gewöhnliches Marihuana. Schon ein winziges Stück, in einer Zigarette geraucht, kann gefährlich werden. THC kann tödliches Gift sein! Die berauschende Wirkung des indischen Hanfs ist seit Jahrhunderten bekannt. In früheren Zeiten gab man Kriegern vor der Schlacht Marihuana, damit sie zum Kampf aufgeputscht wurden. Bei Stierkämpfen wurden Stiere mit Marihuana gedopt. Im Orient werden Marihuana und Haschisch roh gekaut, geschnupft, geraucht oder als Hanföl getrunken.
 
Zubereitung und Genuss von Haschisch:
Schon ein Gramm Haschisch bester Qualität kann, sorgsam genossen, drei bis vier Personen berauschen, von Ware minderer Qualität braucht es bis zu acht Gramm. Einen Krümel des Stoffs zu verschlucken ist die einfachste Weise des Haschisch-Genusses. Ebenso unkompliziert (und besonders unter nichtrauchenden Damen verbreitet) ist es, die Substanz in einer Tasse Tee aufzulösen. Feinschmecker mischen den Stoff in aromatische Suppen, oder sie backen Hasch-Plätzchen oder gar eine Haschisch-Schokoladentorte. Weithin üblich jedoch ist das Haschisch-Rauchen in Pfeifchen oder in Zigaretten, dann vermischt mit Tabak. Kenner freilich mahnen:
"Rauche pur! Meide das gefährliche Nikotin!" Geübte Hascher verfügen über einen Rauchtisch mit Wasserpfeife, die allerdings nur selten Wasser, sondern oft Wein; abgestandenes Bier oder Milch enthält: Der Rauch wird gekühlt und reizt die Bronchien des Rauchers nicht.
 
Unter den Drogen sind Marihuana und Haschisch die Ungefährlichsten.
 
Am weitesten verbreitet freilich ist es, Marihuana und Haschisch in Zigarettenform (Joint) zu rauchen.
Anfänger entleeren behutsam eine Filterzigarette, mischen die erwärmten, weich gewordenen Hasch-Krümel oder Marihuana-Blüten unter den Tabak und füllen die Papierhülse mit dem Gemisch.
Richtige Raucher rollen ihren Joint mit gekauften Papes und Filterpapieren.

Es gibt den einsamen Trinker, den einsamen Kiffer gibt es kaum. Kiffer rauchen in Gesellschaft, schon aus praktischen Erwägungen: Die Pfeife muss ebenso kreisen wie der Joint, denn zwischen den Zügen müssen Raucher pausieren, der Stoff im Joint aber soll weiterglimmen.
Der ungeübte Raucher muss zunächst die Kunst des richtigen Inhalierens lernen: Das Gemisch aus Marihuana/Haschisch-Rauch und Luft, aus den fest verschlossenen hohlen Händen eingesogen, soll sehr tief eingeatmet und möglichst lange in den Lungen festgehalten werden.
Nach einiger Übung werden dem Raucher vier bis fünf Züge genügen, um «High» zu sein.
Beat-Musik (zum Beispiel Reggae) verstärkt das Rauscherlebnis.
 
Wirkung:
Im Rausch werden Bilder wie im Zerrbildspiegel verändert: Die Räume sind unendlich lang. Die Decke eines Zimmers steigt schräg an und verliert sich im Unendlichen. Lichteffekte werden zu gespenstischen Strahlen, die in allen Farben gleissen. Man fühlt sich wie ein Astronaut im Weltraum schwerelos. Man glaubt zu schweben. Der Schwache fühlt sich plötzlich stark, der Feige mutig, der Gehemmte frei, der Schüchterne angriffslustig.