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Ein plötzlicher und unerwarteter Stilbruch findet auf dieser CD statt: Schöne und sonnenscheinlastige akkustik Popsongs, die sowohl gesanglich als auch instrumental von Leuten wie Jochen Distelmeyer, Wolfgang Müller, Harry Rag, Gundula Schmitz und vielen anderen unterstützt werden. Selbst die Bravo wurde angeblich aufmerksam(!). Der befreundete Regisseur Jörg Buttgereit weiss zum Titel eine kleine Anekdote zu erzählen: "Jede LP nur 5.-DM stand beim Türken auf dem Polenmarkt in Berlin am Plattenstand. Als der Türke jedoch meine Unentschlossenheit beim Durchblättern der abgegriffenen Schallplatten bemerkt, sprach er forsch: "Nur fünf Mark, nur fünf Mark!" "Guter Mann", erwiderte ich, "der Preis ist heiß, aber für meinen Geschmack scheint nichts dabei". Darauf der Geschäftstüchtige: "Wieso?? Hauptsache Musik!!" Doch auch die philosophische Tiefe seiner chamäleonhaften Anpassungsfähigkeit konnte mich nicht zum Kauf überzeugen. Keine Musik? Die einzige Alternative?" 2005 kam das Ganze als Doppel-LP mit einer neuen Version von "Wenn du heute gehst" auf Nobistar raus Credits: Gesang - Max Müller Gitarre - Frank Behnke Bass - Kerl Fieser Schlagzeug - Florian Koerner von Gustorf Violine: Gudrid Bassir (Tracks 1, 8, 10, 15) Gitarre: Jochen Distelmeyer (1, 3, 8, 14, 18) Orgel/Klavier: Tom Scheutzlich (1, 3, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 13, 14, 18, 20) Bongos: Marc Elsner (16) Damenchor: Sanna Beckelmann, Gundula Schmitz, Susanne Feldbusch (1, 5, 6, 8, 12, 15, 17, 18, 20) Trompete: Jochen Distelmeyer (11) Gitarre: Marc Elsner (1) Gesang: Gundula Schmitz (16) Gesang: Sanna Beckelmann (10) Percussion: Marc Elsner (6, 10) Percussion: Max Müller (13, 15) Orgel: Max Müller (2, 11) Orgel: Marc Elsner (19) Herrenchor: Florian Koerner von Gustorf, Frank Behnke (8) Gesang: Christoph Dreher, Klaus Beyer, Wolfgang Müller, Harry Rag, Jochen Distelmeyer (21) Alle Stücke wurden 1993 in Houstrup (Dänemark) von Marc Elsner aufgenommen. Tonmischung 1994 von Marc Elsner im Multiple Noise Studio (Berlin). Produziert von Max Müller und Marc Elsner Linernotes: Jetzt sind es bereits 8 Jahre her, seitdem MUTTER unzählige Stücke kreiert hat. Die Bandbreite dieser musikalischen Schöpfungen hat schon viele Menschen in ihren Bann gezogen. MUTTER ist immer wieder ein neuer Klang. Sie ist es gewohnt, Kritik hinzunehmen, doch auch jederzeit bereit und in der Lage, Kritik zu üben. MUTTER ist mehr als eine "Nur-so-Rockgruppe" mit Sänger, Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist. Mehr als eine vorläufige Zeiterscheinung, die mal kurz von sich reden macht oder machen will oder gemacht wird. MUTTER, das ist klar, wird auch in den kommenden Jahren für Furore sorgen. Das beweist allein die lange Reihe ihrer bisherigen Veröffentlichungen: "Ich schäme mich Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen" (1990), ihrem Debutwerk, das jetzt wegen der großen Nachfrage als CD neuerscheinen wird. Danach "Komm" (1991), deren Sprach-, Musik- und Bildbeiträge gerne und nicht nur in Funk und Fernsehen zitiert und rezipiert werden. Gefolgt von "Du bist nicht mein Bruder" (1993), der letzten bravourösen Darbietung. Alle Stücke aufzählen zu wollen, die in Sammelalben erschienen sind, würde den hiesigen Rahmen sprengen. "Hauptsache Musik" ist ein Schock für die einen; ein tiefes Erlebnis für die anderen. Ein Schock für diejenigen, die Erwartungen haben. Denn MUTTER macht erst gar keine Versprechungen und hat auch noch nie etwas versprochen. Tiefgreifendes Erlebnis für die Hörer, die sich neuen Klängen bereit sind hinzugeben. Vielleicht ist es aber nur schöne Musik ohne tiefergehende Bedeutung? Mir jedenfalls hat es Schwierigkeiten bereitet nach musikalischen Höhepunkten zu suchen. Eine Auswahl der besten aus dem "Hauptsache Musik"-Repertoire zu treffen erscheint mir sowohl als unmöglich als auch unsinnig. Bei diesem neuen Werk jagt ein Höhepunkt den anderen. Was von MUTTER vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist die unter die Haut gehende Musik. Es wurde und wird in Zukunft noch viel über MUTTER geschrieben und gesprochen werden. Man sage nur nicht, das es in Deutschland nur oberflächliche Musik existiert. MUTTER führt diese Meinung ad absurdum gez. Dipl. Ing. Gundula Schmitz Berlin 1994 |