KONZERTE 1986 - 1991
Jahr: 1997
Format: CD
Label: DEG/EFA
01. Das allerletzte Lied
02. Schlagzeugsolo mit Gitarre / Kalx Radio
03. Das ist nicht wahr
04. Spex Cover
05. MUTTER Ansage
06. Es ist dein Problem
07. Eindimensionale Brachialität
08. Die Kinder gehen alle tot
09. Entscheidung wegen Motörhead
10. Ich schäme mich Gedanken zu haben...
11. Es juckt ich kratze
12. Technik ist unwichtig
13. Wir haben keinen Amp
14. Langeweile
15. Schnee von Vorgestern
16. Wer ist Mutter?
17. Ich kann gehen
18. Wieder eine Raum leergespielt
19. Scheisse
20. Recht
21. Alle Menschen sind gleich
22. Mutter, alle Menschen sind gleich
23. Alle Menschen sind gleich
24. Die drei Gesichter einer Band
25. Es besteht keine Gefahr
26. Ich komm aus Berlin
27. Die die im Dreck krepieren
28. Happy Birthday Mutter
29. Kennt ihr David Lynch
30. Old Buddy David
31. Das ist der Platz
32. Basssaite gerissen
33. Bratislava
34. Heavy Metal
35. Fällt aus
36. Schon so lange her
37. Matka
38. Telephonsänger
39. Lass es so enden
40. Beifall
41. Ich weiss ja wer du bist
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Cover
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Inlay
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Inlay 2
Seite 2
Die Konzerte '86-'91 ist eine Ansammlung von Konzertaufnahmen unterschiedlicher Qualität, aber auch Ansagen und historisch wertvollen Interviewschnipseln. Anrufbeantwortersprüche von Jörg Buttgereit und David Lynch, Auftritte bei deutschen und russischen Radiosendern, interessante Meinungen was Andere über MUTTER denken und kuriose Zwischenrufe auf Konzerten: All das macht den besonderen Charme dieser Veröffentlichung aus. Die insgesamt 41 Tracks erschienen als CD kurz vor dem Bruch mit dem Management, weshalb nur eine sehr geringe Anzahl davon produziert wurde. Aufgrund dieses Raritätsfaktors wurde die CD als MP3 auf der Mutter Seite zum Download bereitgestellt.
CD
Linernotes:
Schwer über diese Band zu schreiben. Schwere Musik. Wälze den Acker, von Absicht gezogen, getragen, durchgräbt das Moor, Traktoren.
Zu ihrer psychiatrischen Post-PIL Musik brauchte ich immer etwas länger, nach einer Weile hatte ich dann immer Lust auch Musik zu machen.
Endlich wieder ein Konzert, das was bedeutet, nicht nachdenken über Punk, Revivals und "was wäre wenn". Erholung definiert sich in der Befreiung von Sehnsüchten, Otto Mühl Pop, mal anders gesehen, die physische Präsenz der Band, Beat auf Beat Beat goes on, Boooster vom Bass, schweres Gemühle und zergrabene Gefühle.
Manchmal habe ich das Gefühl umzufallen, manchmal aufzustehen. "Mutter", wie einen der Name im Kontrast zur Musik berührt, so gut sind sie. KERL FIESER am Bass, Flori an den Beats, BERTI spielt die Gequälte, Max Müller singt.
Ich traue in Berlin nur noch den Neubauten und Frieder Butzmann, doch wo Neubauten mit "12 Städte" aufhören, fangt "Mutter" an. Musik als Fläche zu begreifen, weiß-graue Lärmflächen, was heißt eigentlich "heavy"?
Vor Jahren war in Edinburgh und sah ein BLACK SABBATH Video, heute höre ich Dylan-Bootlegs, gestern haben mir die Tage zugesetzt. Als erstes am Konzert fiel mir diese Freakkuh auf, die nichts Besseres zu tun hatte, als ihr 3-jähriges Kind direkt in die Boxen zu klemmen, Viva Befreiung.
"Mutter" ist nix für Kinder, vielmehr sollten sich all die vermeintlichen Yuppies ein Refugium besorgen, das Geniale ist nachwievor das Simple, "Can you please crawl out your window?". "Es ist ein Problem" verstehe ich als Kernsatz. Überhaupt ist es interessant, wie die Texte funktionieren, permanent eingestreut, wirken sie wie Sprüche an der Wand in deinem Kopf, ich finde, der Sänger sollte sich nicht als Bernhardiner hinterm Wuschel verstecken, er ist eine tolle Frontfigur, sollte den Leuten in die Augen schauen.
Wenn nach tausend Bier, Lines, die Musik der Parties immer noch nicht feststeht, "Collapsing" von AMON DÜÜL muß her, ein Stück "Booster", stellt den Punk dar. Exakt mit diesem Sound , unwissend, startet "Mutter" sein/es zweites Stück, der Lärm schafft eigene Wertigkeiten, doch was heißt das Heute alles noch?
Vor einem Jahr und mehr hatten "Mutter" ihre Sounds abgeliefert beim "Zickzack" -Label, ich glaube immer noch, daß sie kommerzieller sind als jede WASCH-Konzept, da international, da echt.
Zurück zur Band, Max könnte eigentlich ein Star sein, er sollte seinen Sex nicht so zurückhalten, who cares a schüchtern Singer, eigentlich ne tolle Band, jeder überzeugt auf seine Art.
Harry Rag, 30.10.88