Szene, Subkultur und Öffentlichkeit
Es existiert eine BDSM-Szene, in der sich gleichgesinnte Menschen über BDSM-relevante Themen und Probleme austauschen können. Diese Szene hat den Charakter einer Subkultur, weil BDSM von der Öffentlichkeit und den Medien noch immer meist als "bizarr", "pervers" oder "krank" betrachtet wird. Da sie Unverständnis und Ausgrenzung fürchten, verbergen viele Menschen ihre Neigung vor der Gesellschaft.
Diese Szene zeigt sich vor allem im Internet, in Szenemedien wie Zeitschriften und auf Veranstaltungen wie SM-Partys, Stammtischen und Erotikmessen. Mit der jährlich in Berlin stattfindenden Folsom-Europe-Parade gibt es in Deutschland eine aus der Leder-Subkultur hervorgegangene Veranstaltung, die BDSM im Rahmen öffentlicher Straßenveranstaltungen thematisiert.
Wie in den meisten Subkulturen existiert ein spezifisches Vokabular, das sich oft erst mit einigen Erläuterungen erschließt. Grundsätzlich nennt man BDSM-praktizierende Menschen "BDSMler", "SMler" oder "Sadomasochisten". Neben der Unterscheidung zwischen Tops und Bottoms werden nur innerhalb bestimmter Vorstellungen aus dem Bereich Dominance and Submission auch die Bezeichnung Sklave oder Sklavin gebraucht. Ebenfalls vorwiegend im Bereich Dominance and Submission werden analog zu diesen Begriffen die Begriffe Dom (bzw. FemDom) und Sub verwandt. Die meisten anderen verwendeten Bezeichnungen beziehen sich vorrangig auf bestimmte Gegenstände (z.B. Flogger, Andreaskreuz oder Sling) oder Praktiken (z.B. Wachsspiel, Atemkontrolle oder Bondage) und sind häufig englischsprachig.
Zur Unterscheidung von dominanten und devoten Personen werden vor allem im Internet die Namen (Pseudonyme, Nicknames) häufig in großen (für dominant) und kleinen (für submissiv) Anfangsbuchstaben geschrieben. Dadurch wird symbolisch der dominante Part hervorgehoben und der submissive, devote unter den dominanten gestellt.
Coming Out

Bei einigen Personen, die sich von durch den Begriff BDSM umschriebenen Situationen angezogen fühlen, kommt es im Laufe ihres Lebens zum so genannten Coming-out. Während sich Homosexuelle auch in der Öffentlichkeit zunehmend zu ihrer sexuellen Ausrichtung bekennen, halten sich Sadomasochisten noch immer vergleichsweise bedeckt. Obwohl je nach Erhebungsbasis etwa 5 bis 25 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung entsprechende Neigungen aufweisen sind abgesehen von einigen Künstlern so gut wie keine Prominenten als Sadomasochisten bekannt. Ein entsprechendes Bekanntwerden der eigenen Neigungen kann für Sadomasochisten noch immer verheerende berufliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben (Persona non grata). Die Ursache hierzu sehen einige Autoren in einer Mischung aus mangelnder Aufklärung der Öffentlichkeit, reißerischer Berichterstattung in den Medien und der massiven Kritik seitens einiger Feministinnen, deren Aufrufe zu Gesetzesverschärfungen Anhänger von BDSM beispielsweise in der Schweiz an den Rand der Legalität drängen. Innerhalb feministischer Kreise lässt sich die Auseinandersetzung zwischen sadophoben und solchen Feministinnen mit einer BDSM gegenüber neutralen bis positiven Grundhaltung bis in die 1970er Jahre zurückverfolgen (vgl. Samois). Auch Beispiele wie der Spanner Case in Großbritannien zeigen, dass eine Stigmatisierung der Betroffenen als Illegale möglich ist. Hier ist ein wichtiger Unterschied zu der nur ansatzweise vergleichbaren Situation Homosexueller zu sehen. Der im Einzelfall entstehende Leidensdruck wird in der Regel öffentlich weder thematisiert noch zur Kenntnis genommen, führt jedoch oft zu einer schwierigen psychologischen Situation, in der die Betroffenen einem hohen emotionalen Stress ausgesetzt sind.

Die erste Phase des "Sich-bewusst-Werdens" oder das "Sich-Selbst-Eingestehens" stellt die Erkenntnis oder aber auch die Entscheidung dar, dass man für BDSM-Szenarien offen ist, bzw. entsprechende Bedürfnisse klar für sich selbst einordnen kann. Sie wird auch als inneres Coming-out bezeichnet. Bei zwei dazu durchgeführten Befragungen kamen die Autoren unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass sich 58 Prozent bzw. 67% der Gesamtstichprobe bis zum 19. Lebensjahr über ihre Veranlagung bewusst geworden waren. Andere Befragungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Paar auf dem CSD 2006 in Köln.Unabhängig vom Alter kann das Coming-out manchmal in eine Lebenskrise führen, die sich bis hin zu Selbsttötungsabsichten oder realisierter Selbsttötung steigern kann. Im Gegensatz zu den durch Homosexuelle in jahrzehntelanger Arbeit aufgebauten Netzwerken existiert ein rein sadomasochistisches Beratungsnetz in Deutschland erst in Ansätzen. Hier spielt das Internet als erste Anlaufstelle eine wichtige Rolle zur Vernetzung der Beteiligten, wie auch die Situation in den USA zeigt. Die dortige Organisation Kink Aware Professionals (KAP) bietet hilfesuchenden BDSM-Anhängern die Möglichkeit, Kontakte zu Ärzten, Psychologen und Juristen zu finden, die mit den Besonderheiten der Thematik vertraut sind und dem Thema offen gegenüberstehen.Auch in Deutschland finden sich mittlerweile erste entsprechende Vernetzungen, beispielsweise über die Initiative des BDSM Berlin e.V.. Auch die von SMart Rhein-Ruhr e.V. und maydaySM e.V. angebotenen BDSM-Notfalltelefone bietet Menschen, die im Zusammenhang mit BDSM in Not geraten sind, erste Hilfestellung und Beratung. Jugendlichen, die sich für die Thematik BDSM interessieren, steht in vielen deutschen Städten die auf Jugendarbeit spezialisierte Gruppe SMJG als Ansprechpartner zur Verfügung.
Nachdem sich in den USA und in Großbritannien mit der National Coalition for Sexual Freedom (NCSF) bzw. der Sexual Freedom Coalition (SFC) erste Interessenvertretungen gebildet haben, die es sich zur Aufgabe machen, proaktive Öffentlichkeitsarbeit zum Thema BDSM zu betreiben, zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung auch im deutschsprachigen Raum ab. Hierbei treten nach außen hin häufig die größeren regionalen Vereine wie BDSM Berlin und SMart Rhein-Ruhr, aber auch die 2003 gegründete Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V. mit der Entwicklung von Informationsmaterial und Pressearbeit in Erscheinung. Mit der seit 1996 betriebenen Website und Mailingliste Datenschlag entstand im Internet die weltweit größte Bibliographie sowie eine der ausführlichsten historischen Quellensammlungen zum Thema BDSM.

Sie trägt wieder Schwarz Und ich falle wieder zurück auf den Boden Ich bettle wieder um mehr Aber was kann ich tun Wenn sie schwarz trägt
Mein Geist wandert endlos Auf Pfaden, auf die sie mich führt Mit Spielen, die sie gern spielt Und Worten, die sie nicht sagt Nicht, wenn wir allein sind Und sie Schwarz trägt
Ein Bild von ihr Ist ein Bild von der Welt Ein Spiegelbild von dir Ein Spiegelbild von mir Alles ist darauf zu sehen Du mußt nur dem Feuer darin nachgeben
Schatten fallen auf mich Sie steht über mir Und wartet darauf, mich einzuhüllen Ich liege hilflos hier Aber was kann ich tun Wenn sie wieder Schwarz trägt??

Kennst du es,...
Dir bleibt die Luft weg, wenn ER mit Dir spricht
Er spricht dich an,
Erwartet Antwort,
du ringst um jedes Wort
Nicht Angst, sondern
Respekt nennt man es.
Kennst Du es,
Deine Haut brennt, wenn ER dich anfasst.
Du sehnst dich danach,
Er streichelt Dich,
und Du fühlst noch Stunden später die Wege,
die seine Hand gegangen ist
Kennst Du es,
Du schlägst die Augen nieder, wenn ER dich anschaut
Sein Blick brennt auf deiner Haut...
Du bekommst weiche Knie
und deine Augen blicken automatisch zu Boden
Kennst Du es,

Das Du nach mehr schreist, wenn ER Dich demütigt
Jedes Wort von Ihm sagt:
"ich liebe dich"
jeder Schrei von dir sagt:
"ich dich auch, Herr"
Kennst Du es,
Du möchtest Sterben, wenn ER nicht da ist
Du fühlst Dich einsam..
Verloren,nutzlos,
Jede Träne sagt:
"Bitte lass mich nicht allein"
Kennst Du es,
Verlangen, Demut, Vertrauen, Sinnlichkeit, Gehorsam
Kennst Du es,
es nennt sich Liebe.
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