

Unsere Vorfahren fürchteten Hexen auch sicher aus dem Grund ihres angeblichen Pakts mit dem Teufel und ihrer daraus resultierenden Arglist,gleichzeitig-vor allem auch deshalb,weil sie Giftmischungen und narkotisierende Mixturen an jeden verkauften,der sie kaufen wollte und das nötige Kleingeld dafür besaß.Dies konnte z.B.ein junger Mann sein.der schneller an sein väterliches Erbe gelangen wollte,als es durch den natürlichen Gang der Dinge vorgesehen war,oder eine Frau in ungewollt glücklichen Umständem oder ein Verführer,der ein sich sträubendes Opfer betören wollte.Diese Aspekte des Hexenwesens bzw.die Aktivitäten mit denen die Hexe ihren Lebensunterhalt bestritt,sind nicht nur für sich genommen interessant,sondern auch gleichzeitig deshalb, weil sie recht auffällige Beispiele für die Ähnlichkeit zwischen den Hexenvereinigungen und anderen geheimen Orden und Sekten liefern.Die Templerorden zum Beispiel,der in umfangreiche Handels-und Finanzgeschäfte verwickelt war,wurde von seinen Feinden bezichtigt,Wuchergeschäfte zu betreiben.Von den Rosenkreuzern heißt es,daß sie berufsmäßige Alchimisten und Astrologen waren.Selbst heutzutage trifft man auf kriminelle Gruppen,die Überfälle verüben,nur um finanziell über dir Runden zu kommen,oder auf arabische Terroristen,die mit erfolgreichen Flugzeugentführungen Millionen verdienen,oder auf die den Hexen wohl recht nahestehenden Mitglieder der Manson-Familie,die,während sie auf die Rückkehr ihres teuflischen Propheten warteten vom Geldbeutel ihrer Gönner zehrten.Überall und zu allen Zeiten hat es Gruppen ausserhalb der etablierten Gesellschaft gegeben,die sich, jede in dem ihr gemäßen wirtschaftlichen Betätigungsfeld auf zwielichtige und kriminelle Geschäfte,oder aus einer Mischung aus beiden spezialisiert hatte.Die Betätigung der Hexen als Giftmischerinnen und Quacksalberinnen,die unzweifelhaft bestanden hat,kann als indirekter Beweis dafür genommen werden,daß es irgendeine Form von Hexenorganisation wirklich gegeben haben muß, und nicht nur ein Phantasiegebilde der übersteigerten Einbildungskraft der Menschen im Mittelalter war.
Als zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zum ersten mal wissenschaftliche Methoden zur Erforschung der Geschichte der Hexenkunst eingesetzt wurden,gelangte Jacob Grimm zu der Theorie,daß die Wurzeln der Hexenkunst in der heidnischen Mythologie der Germanen lägen.Soldan,ein weiterer deutscher Gelehrter,vertrat die Auffassung,daß die Ursprünge in der alten griechisch-römischen Kultur zu suchen seien.Aber weder diese noch andere Theorien die zu diesem Zeitpunkt entwickelt wurden,vermochten die Hexen mit einer Daseinsberchtigung auszustatten.Erst der Ägyptologin Dr.Margret Murray gelang es,dem bis dahin noch dürren ideologischen Skelett der Hexenkunst lebendige Gestalt zu verleihen.Ihrer Meinung nach verehrten die Hexen den gehörnten Gott Cernnunos,einen heidnischen Fruchtbarkeitsgott der Antike.
Weiterhin behauptete Dr.Murray,daß die Hexen diese Verehrung aufrechterhalten hatten und zwar sowohl über die Jahrhunderte hinweg,in denen zwar noch heidnische aber dennoch schon mit hochentwickelten mythologischen durchsetzte Vorstellungen herrschten,als auch bis weit ins Zeitalter des Christentums hinein.Dies war auch keine allzu abwägige Theorie,zumal Parallelen dazu bekannt sind:Eine ganze Anzahl Naturgottheiten des Steinzeitalters lebt heute noch im Aberglauben südeuropäischer Völker weiter.Am Anfang wurden deshalb Dr.Murrays Theorien mit Begeisterung aufgenommen,lieferten sie doch ganz offensichtlich plausible Erklärungen für viele bis dahin noch offene Fragen über Geschichte und Wesen der Hexenkunst-so zum Beispiel auch,warum die Hexen sich zu bestimmten Zeiten des Jahres auf dem einen oder anderen der vielen europäischen Sabbat-Berge treffen mussten,dem Brocken,dem Hekla in Island,sowie Blakulla,Lyderborn.Tromskirke udn vielen anderen-jenachdem welcher Nation sie angehörten.hatten die Hexen ihre entsprechenden Treffpunkte.
Ebenso wurde klar,daß die Hexenzirkel,deren Existenz von alten Hexenjägern zwar schon vermutet worden war,auch wirklich gegeben hatte-Dr.Murray behauptete nämlich,das die Hexen in eben diesen kleinen Zirkeln von von jeweils 13 Mitgliedern weiterhin den Kult der alten Religion praktizierten.Hieraus ergab sich widerum eine Erklärung für die auffallende Einheitlichkeit,die im Hexenwesen aller Länder herrscht-die Verehrung Cernunnos hatte sich nämlich in alten Zeiten über ganz Europa erstreckt.
Das einzige, was jedoch ohne die Gefahr Widerspruch zu ernten über die Hexn gesagt werden kann,ist,daß sie sowohl heidnische wie auch geheime christliche Traditionen weiterführten,das sie Wissen um die geheimnisvollen Kräfte der Natur ererbt hatten und das sie-häufig zu Recht-angeklagt wurden,diese Kräfte zum Schaden ihrer Mitmenschen einzusetzen.Die Entwicklung ihrer Naturkenntnisse ist weitaus besser nachzuzeichnen,als ihre Verbindung zu den verschiedenen religiösen Weltanschauungen.Sowohl Hexen als auch Mönche führten die alte Praxis der Kräuterheilkunde weiter.In den Klosterg#rten wurden hauptsächlich die Heilpflanzen angebaut die schon seit Hippokrates und Galen in Gebrauch waren.Demgegenüber enthielt der Kräutergarten der Hexe zwar vielleicht ein paar dieser Pflanzen,ansonsten aber Kräuter, vor denen die Heilkundigen aller Zeiten nahezu übereinstimmend gewarnt hatten,und die ganz früher nur von Zauberern und Giftmischern verwendet wurden.Es ist wohl kein Zufall,daß das alte lateinische Wort für Giftmischer im Femininum venefica mit der Zeit in den romanischen Sprachen speziell die Bedeutung Hexe erhielt.